Bücher mit dem Tag "heimatlos"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "heimatlos" gekennzeichnet haben.

39 Bücher

  1. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (226)
    Aktuelle Rezension von: JourneyGirl

    Das Buch ist geschrieben aus der Sicht einer Palästinenserin und beschreibt, wie der Konflikt angefangen hat. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und zeigt, wie sinnlos Krieg und Gewalt sind und dass man stets beide Seiten eines Konfliktes hinterfragen und verstehen sollte... Es ist spannend erzählt und hat mich zeitweise zu Tränen gerührt. 

  2. Cover des Buches Der Zug der Waisen (ISBN: 9783442481613)
    Christina Baker Kline

    Der Zug der Waisen

     (181)
    Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_book

    Ich liebe solche Geschichten. Mir selbst blieb es bedauerlicherweise verwehrt, Fragen über die Vergangenheit zu stellen. Bzw. war es dann, als ich es endlich tun wollte, viel zu spät ... Ich wünschte, mehr junge Leute würden sich für bereits Geschehenes interessieren - solange die Leute, die es erzählen können, noch leben.

    Christina Baker Kline hat einen angenehmen Schreibstil. Die Seiten flogen nur so dahin. Und selbst, als ich nachts einmal nicht wieder einschlafen konnte, habe ich 2 Stunden am Stück gelesen. Sowas passiert mir extrem selten.

    Leider geht der historische Teil neben der Gegenwartsgeschichte ein wenig unter.

    Vivian erzählt eindrucksvoll von ihrer Reise. Dass es dabei nicht immer gut geht, verrät bereits der Klappentext. Doch was sie alles erdulden muss, ist manchmal schier unfassbar. Mit jeder Seite, die ich umschlug, merkte ich auch, wie die kleine Kinderseele immer mehr zerbrach.

    Die Rahmenhandlung um Molly indes hat mir nicht immer zugesagt. Sie war langweilig. Sie hätte nicht existieren müssen.

    Ebenso der Schluss: Das ging mir dann doch etwas zu flott für eine 91-Jährige. (was genau, kann ich nicht sagen, da ich sonst spoilern würde)

    Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung. Der Teil um die Waisenkinder war super interessant und in meinen Augen auch gut dargestellt. Der Part von Molly nimmt unglücklicherweise zu viel Raum ein. Das schmälerte manchmal mein Lesevergnügen. Dennoch werde ich mir die anderen Romane der Autorin anschauen.

    ©2021 a_different_look_at_the_book

  3. Cover des Buches Schloss aus Glas (Filmausgabe) (ISBN: 9783453359680)
    Jeannette Walls

    Schloss aus Glas (Filmausgabe)

     (531)
    Aktuelle Rezension von: secretworldofbooks

    Jeannette Walls erzählt in dem Buch "Schloss aus Glas" ihre Lebensgeschichte aus ihrer Sicht. Ihre Kindheit verbrachte sie in vielen verschiedenen Städten, zeitweise lebte sie auch mit ihrer Familie im Auto. Manchmal war es so schlimm, dass nicht mal mehr Geld für Essen da war. Fließend Wasser und Strom war etwas Besonderes. Geschenke gibt es auch nicht. Trotz allem blieb die Familie zusammen und stehen sich zur Seite. Früh musste Jeannette sich um ihre Geschwister kümmern. Sie wurde dadurch sehr schnell erwachsen. Erkannte schnell was gut ist und was nicht. Das lockere Leben ihrer Eltern stand für kein Kind als Vorbild. Sie schafften den Schritt in ein geregeltes Leben. 

    Ein angenehmer Schreibstil lässt die Lebensgeschichte wie einen Film vorbei ziehen. Ich bin froh über das Ende. Das die Kinder ein normales Leben haben und sich nicht so gehen lassen wie ihre Eltern. 

  4. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  5. Cover des Buches Arminuta (ISBN: 9783956142536)
    Donatella Di Pietrantonio

    Arminuta

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der erste Satz: »Als Dreizehnjährige kannte ich meine andere Mutter nicht mehr.«

    Arminuta, auf Deutsch die Zurückgekommene, man nennt sie so, denn die Dreizehnjährige kommt zurück in ihre Ursprungsfamilie. Mit einem Koffer voller Kleider, einem Sack voll Schuhe steht sie in der Küche der anderen Familie. Ihr Vater macht sich schnell von dannen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie keine Ahnung, dass ihre wirklichen Eltern in dieser Wohnung im Dorf wohnen – dass sie überhaupt noch andere Eltern hat.

    »Die Frau, die mich geboren hatte, stand nicht von ihrem Stuhl auf.«

    Aufgewachsen als Einzelkind in einem wohlhabenden Elternhaus in der Stadt am Meer, mit guter Schulbildung ausgestattet, steht sie nun hier zwischen Geschwistern, die sie begaffenden, mitten in einer unbekannten Familie, Schmutz und Armut ist unverkennbar. Sie versteht die Welt nicht mehr. Die Mutter war krank, diese erste Mutter, und nun ist das Mädchen ohne Erklärung im Sommer 1975 hier abgegeben worden. Was ist geschehen? Sicher wird die Mutter sie zurückholen, sobald sie gesund ist. – Das wird nicht geschehen. – Das schmale Bett teilt sie mit Adriana, Kopf an Fuß, mit einer Schwester, die nachts auf die Matratze pinkelt. Zu essen gibt es nicht viel. Schnell hat das Mädchen heraus, dass man zunächst an der Schüssel zu kämpfen hat und danach das Karge auf dem Teller verteidigen muss, schnell essen, bevor eine Heerschar von Gabeln danach langt. Sie möchte auf die höhere Schule gehen. Wird das je möglich sein? Und was ist damals geschehen, warum wuchs sie bei Verwandten auf? Warum musste sie hierher zurückkehren? Ihre neue Familie, Vater, Mutter, Schwester, mehre Brüder, ein kleiner behinderter Bruder, der noch ein Säugling ist, beachten sie überhaupt nicht. Sie ist einfach da.

    »Jeden Abend lieh sie mir eine Fußsohle, um sie an meine Wange zu halten. Sonst hatte ich nichts, in dieser von Atem bevölkerten Dunkelheit.«

    Nüchtern, aber doch mit viel Poesie und Einfühlungsvermögen erzählt Donatella di Pietrantono aus der Sicht eines Mädchens, dessen Welt von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird. Fassungslos, da ihr niemand etwas erklären will, passt sie sich schnell den Gegebenheiten an, gibt aber nicht auf, Antworten zu erhalten. Verlassen von den Eltern, von einem Tag zum nächsten, verlassen von den anderen Eltern schon lange zuvor, muss sie den Tag überstehen, nachts allein, die Füße der Schwester an die Wange gehalten, damit sie spürt, dass sie nicht ganz allein auf der Welt ist. Der eigene Strandkorb am Meer, Schwimmtraining, Ballettunterricht, Privatschule, alles verloren. In dieser Familie wird sie immer die Arminuta bleiben, die, die nicht kochen kann, nicht hart arbeiten. Aber gleichzeitig nimmt ihr das niemand übel, denn sie ist die Besondere in der Familie, gebildet, feiner als die anderen, alle sind in gewisser Weise stolz auf sie. Eine schroffe Herzlichkeit kommt ihr entgegen. So geht man hier miteinander um, lernt sie. Man zeigt seine Zuneigung auf andere Weise. Sprachlich genau zeichnet die Autorin die Annäherung zwischen Familie und dem Mädchen, niemals wirkt die Sprache kitschig. Die Distanz wird immer bleiben, auch das macht sie deutlich. Arminuta, ein kämpferisches Mädchen, das Kraft aus den Geschwistern schöpft und niemals aufgibt. Italien Ende der Siebziger, auch wenn diese Familie die ärmste im Dorf ist, wird der Klassenunterschied deutlich. Sprache und Bildung prägen die Kinder. Auch wenn der Vater in der Ziegelfabrik arbeitet, die größeren Kinder als Tagelöhner schuften, die Mutter hin und wieder etwas dazuverdient, reicht es vorn und hinten nicht. Eine Gesellschaft, die dem Samen der Mafia guten Boden lieferte. Die Geschichte ist sicher eine von vielen realen Lebensläufen. Denn früher haben kinderreiche Familien in Italien, denen es an Geld fehlte, ihre Kinder oft in die Obhut von kinderlosen Familien gegeben. Win win für beide Seiten. Allerdings, wenn es aus den verschiedensten Gründen den Pflegeeltern nicht mehr passte, dies Kind bei sich aufwachsen zu lassen, gab man sie einfach zurück. Wem Elena Ferrante gut gefallen hat, der wird diesen Roman auch mögen. Eine wundervolle Erzählung.

    »Sie bückte sich, um unter dem Spülbecken zwischen vollen und leeren Flaschen, Mülleimer und Schlupflöchern von Küchenschaben etwas zu suchen. Dann zog sie den Vorhang über den Geruch nach Schimmel wieder zu und drehte sich um.«

    Donatella Di Pietrantonio wurde in den Abruzzen geboren und lebt heute in der Nähe von Pescara. Ihre Romane »Meine Mutter ist ein Fluss« und »Bella mia« wurden mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet.

  6. Cover des Buches Der Schwimmer (ISBN: 9783596510207)
    Zsuzsa Bánk

    Der Schwimmer

     (159)
    Aktuelle Rezension von: Tefelz

    Normal liebe ich Geschichten einfach aus dem Leben heraus. Es muss dabei kein großer Adrenalinstoß sein oder eine immense Biographie aber es sollte eine nette und unterhaltsame Geschichte sein, bei der man sich wohlfühlt und eingekuschelt in seine Decke auf der Couch liegt und einfach genießt. So habe ich mir diese Geschichte irgendwie vorgestellt, aber es lief anders...

    Geschichte: Ungarn, in den 60er Jahren. Isti und seine Schwester müssen den Verlust ihrer Mutter verkraften, die anscheinend einfach ohne ihre Kinder auf und davon gegangen ist. Der Vater , ein Träumer, der einfach Stunden oder Tagelang in seinem Kopf "wegtauchen " kann und Egoist und zu der Zeit auch ein Macho vor dem Herrn, ist sicher nicht in der Lage die beiden Kinder zu versorgen, zieht zur Verwandtschaft um die Kinder unterzubringen und sich weiter bekochen zu lassen. Doch auch das funktioniert nicht auf Dauer...

    Personen und Schreibstil:

    Davon abgesehen, dass mir fast alle Personen zu 100% Unsympathisch sind, ist der Schreibstil sicherlich nicht schlecht, aber die ganze Geschichte stößt mich derart ab, dass auch nicht der Mitleids-oder ich habe alle Lieb Effekt eintreten kann. 

    Meinung:

    Es gibt Geschichten wie Bsp. zuletzt gelesen Tender Bar oder Der Gesang der Flußkrebse, in denen die Autoren wirklich etwas zu erzählen hatten, oder mir etwas wie Natur oder eine Bar nahe bringen konnten. Im Vordergrund stehen natürlich die Personen und Ihr Verhalten. So auch bei Zsuzsa Bank, aber die Personen sind alle Verhaltensgestört. Warum sollte ich mir die Geschichte einer komplett verhaltensgestörten Familie in Ungarn antun ? Menschen die Tagelang auf einen Stuhl ins nichts schauen können, Menschen die absolut keine Verantwortung übernehmen wollen, Mütter die ohne Kinder in den Westen fliehen, Kinder die sterben, weil niemand aufpasst. Väter die nicht arbeiten wollen und zur Not auch im freien schlafen. Das hier hat nichts mit Romantik oder mit verklärter Schönheit zu tun. Das ist auch kein Schicksal welches auf unerklärliche Art einer Familie widerfährt, sondern einfache Dummheit und Verwahrlosung, bei denen die Verwandten reagieren sollten, aber selbst voller Probleme stecken, die wir nicht nachvollziehen können.

    Fazit:

    Das Buch hat mich angesprochen, aber auf eine Art und Weise , dass ich einfach nur wütend wäre, wenn ich auf solch dumme Menschen treffen würde. Ich kann leider den angeblichen Erfolg des Buches nicht nachvollziehen, da es mir einfach nichts gegeben hat aber Geschmäcker sind zum Glück verschieden.




  7. Cover des Buches Wieso Heimat, ich wohne zur Miete (ISBN: 9783709972380)
    Selim Özdogan

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Filzblume
    Das Buch hat insgesamt 30 Kapitel. Jedes ist einzigartig und schon in seinem Text zum Schmunzeln. Geschildert wird das Leben von Krishna Mustafa, der in Istanbul geboren, aber in jungen Jahren mit seiner Mutter nach Freiburg gezogen ist. Er lebt dort in einer WG , die Mutter hat sich sich vom Vater getrennt, der lebt in der Türkei. Krishna Mustafa studiert und seine Freundin Laura macht mit ihm Schluss. Sie behauptet das er keine Identität hat. So macht er sich, bestärkt von „Hase“, ein älterer Freund, der sich sein Geld mit Dealen verdient, aber das Herz auf dem rechten Fleck hat, auf nach Istanbul. 6 Monate wird er dort verbringen. Er tauscht sein WG Zimmer in Deutschland gegen das in der Türkei, dort lernt er die Mitbewohner, Isa und Yunus kennen und Esra, seine Freundin. „Emre hat nur erzählt, dass du die Türkei besser kennenlernen möchtest.“ „Emre ist mein Cousin und wohnt seit gestern in meinem WG-Zimmer in Freiburg, dafür habe ich sein Zimmer hier. Nein, nicht die Türkei, sage ich. Ich möchte mich besser kennenlernen. Meine Wurzeln. Ich bin gekommen, weil ich meine Identität finden möchte.„ Das da die Missverständnisse vorprogrammiert sind ist klar. Das Buch zeigt auf humorvolle Weise auf Türken und Deutsche zugleich, ist politisch unkorrekt, sprachlich witzig, nachdenklich, manchmal philosophisch . Zeigt Vorurteile, die verschiedenen Perspektiven, Gemeinsamkeiten. „In der Türkei glauben wir ja, dass alles in Deutschland seine Ordnung hat. Aber wir wissen nicht, dass diese Ordnung genauso wenig Logik hat wie unser Chaos.“ Mein Lieblingsatz: „Die Wahrheit ist wie Wasser, sagt er. Sie findet immer einen Weg. Die Wahrheit ist, diese Welt ist rund und man muss ein wenig geschmeidig sein, wenn man sich mitdrehen möchte.“(Kapitel 21). Ein humorvolles Buch für jeden der beide Seiten kennenlernen möchte, ohne Vorurteile ist und sich gut unterhalten möchte.
  8. Cover des Buches No & ich (ISBN: 9783426654385)
    Delphine de Vigan

    No & ich

     (416)
    Aktuelle Rezension von: jenvo82

    „Mir passt das alles gar nicht. Wir haben wichtigeres zu tun. Wir gehen gegen den Strom der Dinge. Wir sind durch denselben Eid gebunden. Einen stillschweigenden Eid. Das ist so viel wichtiger. Alles Übrige zählt nicht. Alles Übrige darf nicht zählen.“

    Inhalt

    Lou Bertignac ist anders, als Gleichaltrige. Nicht nur, dass sie auf Grund ihrer Begabung bereits mehrere Schuljahre übersprungen hat und mit 13 Jahren mittlerweile unter 15-jährigen Schülern sitzt, sie bleibt auch gern für sich, ist eine Einzelgängerin und zieht sich mehr in ihr Inneres zurück, um die Welt zu reflektieren. Für ein aktuelles Schulreferat beginnt sie über Obdachlose zu recherchieren, und zwar direkt auf der Straße, vor Ort, in deren Refugium. Sie bemüht sich um die Bekanntschaft zu einer jungen Frau, die gerade an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. Sie führt Interviews mit ihr und lädt sie immer wieder in ein Café ein, um ihr wenigstens für ein paar Stunden den Komfort einer wärmenden Umgebung zu ermöglichen. Die beiden Mädchen schließen Freundschaft – jedoch eine ungleiche, deren Weiterbestehen mit dem Ende des Referats auf der Kippe steht. Aber Lou denkt nicht daran, das aufzugeben, sie will den Dingen nicht einfach ihren Lauf lassen, sie will ihre neue Bekanntschaft No nicht einfach auf der Straße zurücklassen, sie will etwas verändern. Ihr Versuch, das Unmögliche zu beweisen und die Welt wenigstens ein kleines bisschen besser zu machen, verleiht ihr Zivilcourage und lässt sie auch persönlich reifen …

    Meinung

    Ich mag die Texte der französischen Autorin Delphine de Vigan ausgesprochen gern und dieses Buch war das letzte bisher noch nicht gelesene von ihr. Auch in „No & ich“ versteht sie es wieder bestens, die Gefühle und Gedanken ihrer Protagonisten greifbar zu machen, eine eher minimalistische Story so glaubwürdig und authentisch zu erzählen, dass man als Leser jede Entwicklung nachvollziehen kann und sich den Menschen sehr nahe fühlt. Thematisch ist dies in weiten Teilen ein Coming-of-Age Roman, den ich schon vor vielen Jahren hätte lesen sollen, am besten, wenn man selbst ein Teenager ist. Denn gerade die Beweggründe von Lou, ihre Art zu denken und zu handeln, sind für junge Menschen mit großen Ansprüchen an sich selbst und andere geradezu typisch. Aus diesem Grund, bekommt das Buch jetzt meine Tochter im Teenageralter. Auch für den Deutschunterricht könnte ich es mir sehr gut vorstellen, weil es eben nicht so trocken geschrieben ist und nicht mit erhobenem Zeigefinger daherkommt. 

    Besonders hervorheben möchte ich die liebevolle Verpackung von Botschaften, die direkt und ungefiltert beim Leser ankommen, dieser Text hat eine hohe Aussagekraft, er bringt vieles ganz treffsicher auf den Punkt und klärt es auf, schildert aber ebenso die ungeschönten Wahrheiten, mit denen sich Lou, stellvertretend für so manchen Weltverbesserer, herumplagen muss. Dabei gleitet die Story weder ins Kitschige ab, noch erfindet sie das Rad vollkommen neu. Das große Plus der Geschichte ist ihre gute Nachvollziehbarkeit, die viele Gedankengänge anregt aber auch Grenzen aufzeigt. Als Quintessenz des Buches bleibt der Gedanke haften, dass die Dinge zwar sind, wie sie sind, dass man aber niemals die Hoffnung aufgeben sollte, selbst dazu beizutragen, das sich etwas ändern könnte.

    Fazit

    Hier vergebe ich gerne 5 Lesesterne, für einen emotionalen, berührenden Roman, der sich hervorragend für intensive Lesestunden eignet. Sprachlich und inhaltlich sehr ausgewogen und dabei konzentriert auf die Gefühlsebene gerade junger Menschen. Den Film zum Buch möchte ich mir auf jeden Fall noch anschauen, genug Potential ist definitiv vorhanden. Jetzt freue ich mich schon auf die baldige Neuerscheinung aus der Feder der Autorin: „Die Kinder sind Könige“ (ET März 2022), verspricht wieder ein brisantes, aktuelles und faszinierendes Buch zu werden.  

  9. Cover des Buches Im Frühling sterben (ISBN: 9783518466803)
    Ralf Rothmann

    Im Frühling sterben

     (68)
    Aktuelle Rezension von: AnjaLG87

    Kriegsromane gibt es viele, aber was mir hier besonders gut gefiel, waren die Schilderungen aus der Sicht eines einfachen, jungen Mannes. Es geht viel um die Suche nach Familienangehörigen und Arbeitsmöglichkeiten, um Fronturlaube, Tanzabende und Flirtereien mit jungen Frauen, dies alles aber im Angesicht der Kriegshandlungen, Ängste und NS-Propaganda, der man sich nicht entziehen kann. Der Autor schafft es, die Zukunftsängste und Perspektiv- bzw. Alternativlosigkeit eines jungen Menschen in dieser Lebenswirklichkeit eindringlich darzustellen. 

  10. Cover des Buches Weil wir längst woanders sind (ISBN: 9783832198145)
    Rasha Khayat

    Weil wir längst woanders sind

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Layla und Basil, zwei Geschwister, deren Eltern - eine deutsche Mutter und ein saudischer Vater - mit ihnen als Kinder nach Deutschland ziehen. Nun sind beide erwachsen und Basil wird von seiner Schwester eingeladen, die sich entschieden hat, in Saudi-Arabien zu heiraten. Basil missfällt ihre Entscheidung, gibt Layla damit doch in seinen Augen einige Freiheiten auf. Trotzdem reist er nach Jeddah.Dort muss er sich nicht nur mit Laylas Entscheidung abfinden, sondern auch erkennen, dass Zugehörigkeit nicht immer so einfach festzulegen ist und auch er auf der Suche ist: "DIe Bewegungseut meiner Ahnen bildet das Dilemma meines Lebens - Gehen oder Bleiben."

    Neben den Episoden zur Hochzeit in Jeddah werden die Eltern vorgestellt und die Kindheit der beiden Geschwister geschildert. Nach und nach wird deutlich, dass sie beide in Deutschland immer das Gefühl der Fremdheit mit sich trugen, dass der scheinbare Vorteil zweier Herkunften auch belastend sein kann, weil man nie ganz akzeptiert wird. Leyla macht deutlich, dass sie diese Akzeptanz nun gefunden zu haben scheint, und dass sie mit ihrer Entscheidung gegen die Vorstellungen davon rebelliert, was sich eine junge Person wünschen sollte, macht eine der Stärken des Romans aus. Auch den vielschichtigen Konflikt zwischen den Geschwistern, deren Beziehung von Zuneigung geprägt ist, kann der Roman transportieren. Es geht nicht darum, Laylas Entscheidung gutzuheißen oder zu verdammen, sondern um die Erkenntnis, dass unterschiedliche Menschen aus einer ähnlichen Ausgrenzungserfahrung heraus auf verschiedenen Wegen versuchen, Verbundenheit mit anderen Menschen zu erlangen.

    Ich persönlich hätte mir aber noch etwas mehr Platz für die Entfaltung der Geschichte gewünscht. Mit nicht ganz 200 Seiten ist das Buch relativ dünn. Andererseits entsteht so und durch die Einteilung in verschiedene Zeitachsen eine Episodenhaftigkeit, die die ständigen Veränderungen im Leben von Layla und Basil unterstreicht, mit denen beide Geschwister unterschiedlich gut klarkommen.


  11. Cover des Buches Operation Hugo (ISBN: 9783868275148)
    Elizabeth Musser

    Operation Hugo

     (15)
    Aktuelle Rezension von: LEXI
    Dieser Leitsatz der quirligen und resoluten alten Nonne Mutter Griolet ist einer der vielen Weisheiten, die Gabrielle Madison von der Leiterin des Waisenhauses in Castelnau, Südfrankreich, zu hören bekommt. Gabby oder Bribri, wie die junge Studentin genannt wird, arbeitet im Waisenhaus mit und wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr von David Hoffmann, dem 25jährigen Amerikaner, der in einer dringlichen Mission in Algerien unterwegs ist.

    In ihrer Fortsetzung des Vorgängerbuches „Das Hugenottenkreuz“ wird die Geschichte der Protagonisten weiter erzählt, und der gespannte Leser wird einerseits mit den Vorgängen im Waisenhaus in Südfrankreich konfrontiert, andererseits mitten ins Krisenland Algerien katapultiert, wo Krieg herrscht und die Harkis, die Angehörigen der algerischen Hilfstruppen der französischen Armee, brutal verfolgt und ermordet werden. Die Autorin berichtet von brutalen Auftragsmorden, Machtspielen und Intrigen, Verrat und grausamer Feindschaft zwischen Menschen verschiedener Herkunft und verschiedenen Glaubens. In eindringlichen Worten zeigt sie die Welt der Vertriebenen auf, die Ängste, aber auch die Hoffnungen der Flüchtlinge, die in Frankreich Sicherheit und einen Neuanfang suchen. Elizabeth Musser zeichnet ein erschreckendes Szenario, das gerade in diesen Tagen in Europa zur dramatischen Aktualität geworden ist. Auf mehr als vierhundert Buchseiten erfährt man, wie der Kampf ums Überleben ausgeht, den David Hoffmann mit seinen Freunden Moustafa Dramchini, Rémi und Eliane Cebrian und deren Familien ausfechten. Die Autorin erzählt von schmerzlichen Verlusten, lässt dabei aber ihre Protagonisten immer wieder die Güte und Gnade Gottes spüren, die ihre Geschicke lenkt und wunde Seelen zu heilen vermag.

    Die meisten der handelnden Figuren dieses Buches sind, wie bereits erwähnt, aus dem Vorgängerbuch „Das Hugenottenkreuz“ bekannt. Hierbei wird das größte Augenmerk auf Gabriella Madison und David Hoffmann gelegt. Den Nebenfiguren Moustafa Dramchini und Anne-Marie Duchemin sowie dem Ehepaar Cebrian wird jedoch ebenfalls viel Aufmerksamkeit zuteil. Mit dem Nachfahren französischer Hugenotten, dem Pastor Henri Krugler aus der Schweiz, sowie dem vierzehnjährigen Hussein aus Algier bringt die Autorin zwei höchst interessante und vielschichtige Persönlichkeiten ins Spiel, wobei besonders Hussein eine große Entwicklung im Verlauf der Geschichte durchmacht. Mit David Hoffmanns respekteinflößendem Vater Roger wird auf die Themen Vergangenheitsbewältigung und Vergebung eingegangen, der „Böse“ im Buch wird durch Ali Boudani personifiziert.

    Meine persönliche Favoritin war definitiv Mutter Griolet, die 72 Jahre alte Nonne voller Glauben und Tatkraft, die sich entschlossen und voller Leidenschaft für die Waisenkinder und die Kinder der Flüchtlinge einsetzt. So meint sie beispielsweise: „Oft erweisen sich die Dinge, die wir für die schlimmsten Fehler in unserem Leben halten, als Schritte zu etwas, das viel besser ist. Etwas, das Gott die Ehre gibt. Das weit über das hinausreicht, was wir erbitten oder uns vorstellen können.“

    „Mutter Griolet hat nicht nur einfach über den Glauben gesprochen. Sie hat ihn gelebt. Trotz aller Fragen und Verletzungen, die das Leben mit sich brachte. Sie bezeichnete das Leben als Webteppich, von dem wir oft nur die Rückseite sehen, voller Knoten und verwirrender Fäden. Aber Gott webt diesen Teppich, jedes einzelne Menschenleben, jede Situation und er macht etwas Schönes zu seiner Ehre daraus. Es gab auch Fehler, aber erinnern Sie sich, was sie immer gesagt hat? Gott kann Tragödien in Triumph verwandeln.“

    Ich hatte Mühe, mir vorzustellen, dass „Das Hugenottenkreuz“ von dessen Nachfolgerband noch übertroffen werden könnte. Mit „Operation Hugo“ hat die Autorin bewiesen, dass dies durchaus möglich ist. Ich kann für dieses beeindruckende Buch eine uneingeschränkte Leseempfehlung geben, möchte jedoch darauf hinweisen, dass die Lektüre des Vorgängerbuches zwar nicht unabdingbar ist, jedoch sehr viel zum Verständnis beiträgt.

    Ein wundervolles Buch, in ausgezeichnetem Schreibstil dargebracht, mit sehr vielen Emotionen und Weisheiten, in dem auch der Glaube eine tragende Rolle spielt. EXZELLENT!


  12. Cover des Buches Timbuktu (ISBN: 9783499228827)
    Paul Auster

    Timbuktu

     (92)
    Aktuelle Rezension von: festatype
    Mein damals erster Roman von einem meiner Lieblingsautoren, der ähnlich wie Chuck Palahniuk in Deutschland leider viel zu unbekannt ist. Es ist Gesellschaftskritik aus der Sicht eines Hundes, der sein langen Weggefährten, den Penner Willy, verliert, und sich selbst auf dem Weg zu einer von Willys Bekannten findet, und einige fantasievolle Abenteuer erlebt. Eine nicht ganz 200 Seiten lange Parabel von Paul Auster, mit einem Ende, wo sich so mancher vielleicht die ein oder andere Träne verkneifen muss... Empfehlung, und vielleicht einer der besten Bücher von Auster.

    -festatype
  13. Cover des Buches Altes Land (ISBN: 9783837135657)
    Dörte Hansen

    Altes Land

     (37)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Inhalt Klappentext

    Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

    Ich habe mir dieses Hörbuch ausgewählt, da wir schon mal Urlaub im Alten Land gemacht hatten und ich auf viele schöne Beschreibungen der Gegend dort hoffte.

    Hannelore Hoger hat für mich aufgrund ihrer tiefen Stimme etwas getragenes, dunkeles, was es mir in diesem Hörbuch nicht einfach machte auch die Fröhlichkeit die zwischendrin durchblitzte zu erspüren.

    Das Cover hat mich nicht sonderlich angesprochen. Mir erschien es zu karg, aber im Nachhinein passte es für mich zur Geschichte .

    Vera das Polackenkind hat es nicht einfach. Sie muss sich im Leben immer durchboxen. Ihre Mutter hat sie einfach verlassen und das nachdem sie so viel gemeinsam durchgemacht hatten. Das fand ich megaschade.
    Eigentlich hätte man Vera ein anderes Leben gewünscht und nachdem sie so um ihren Abschluss und die Erfüllung ihres Traums gekämpft hatte, dachte ich mir sie würde sich auch noch weitere Träume erfüllen.
    Die hatte sie aber wohl nicht, oder es fehlte ihr am Ende die Kraft dafür.

    Ihre Schwester Marlene hatte es da schon einfacher, aber vielleicht auch nicht wirklich schöner und deren Tochter Anne schon gar nicht. Aber sie war in meinen Augen auch etwas naiv und leicht von der Welt und dem Schein beeinflussbar.

    Am Anfang hatte ich sehr große Probleme in die Geschichte zu kommen. Hier waren immer wieder schnelle Wechsel drin, viele Namen und Geschehnisse.
    Die schlimmen Zeiten wurden aber dann im Hörbuch immer mal wieder wiederholt so das ich so nach und nach einen Einblick bekam.
    Die Plattdeutschen Sprüche und der zeitweilige Humor in der Berichterstattung gefielen mir gut.
    Auch der Hintergrund des ganzen war gut, aber mir leider einfach zu traurig und getragen. Alles ein bisschen düster, aber was kann man anderes erwarten bei solch großen Traumata.
    Keine leichte Kost und für mich deshalb nicht wirklich das was ich mir drunter vorgestellt hatte. Deshalb auch meine niedrige Bewertung.

  14. Cover des Buches Heimsuchung (ISBN: 9783328102519)
    Jenny Erpenbeck

    Heimsuchung

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Cleo15

    Eigentlich ist dies die Geschichte eines Hauses. Es lernt so viele Menschen kennen, so viele Schicksale haben sich in seinen Mauern gekreuzt. 

    Jenny Erpenbeck beleuchtet das Leben vieler verschiedener Menschen, die alle eins gemeinsam haben: ein Haus am See, in welchem sie einmal waren. Dabei geht sie sehr sorgfältig und reduziert vor. Zu Beginn des Buches hat mir ihr Schreibstil nicht besonders gefallen, doch dann habe ich mich immer mehr daran gewöhnt und wurde immer begeisterter, bzw. hat mich die Geschichte immer mehr mitgerissen. Dabei konnte ich mir bei manchem Schicksal die Tränen auch nicht mehr verkneifen. 

    "Heimsuchung" ist kein besonders dickes Buch, doch es ist mächtig was den Inhalt und vor allem auch die Stille zwischen den Zeilen angeht.

    Fazit:

    Jenny Erpenbeck hat in meinen Augen ein kleines Meisterwerk geschaffen, was ich sicherlich noch einmal lesen werde.

  15. Cover des Buches Der letzte Harem (ISBN: 9783426509630)
    Peter Prange

    Der letzte Harem

     (106)
    Aktuelle Rezension von: Keksisbaby

    Trotz unterschiedlicher Religion kann die zwei Freundinnen Eliza und Fatima nichts trennen. Nicht einmal als ihr Dorf zerstört wird und beide in den Harem des Sultans verkauft werden. Zunächst gehören beide der untersten Stufe in der Harems Hierarchie an, doch Fatima legt es mit allen Mitteln darauf an eine der Hauptfrauen des Sultans zu werden, während Eliza ihm als Beraterin treu ergeben ist. Nachdem das Regime gestürzt wird und der Sultan ins Exil muss, bricht die Welt der beiden Frauen zusammen. Sie sind nun nicht länger durch den Harem geschützt und müssen sich ein neues Leben aufbauen. Während Fatima schon bald einen neuen reichen Beschützer an ihrer Seite hat, muss Eliza zusehen wie sie zurechtkommt. Doch das Schicksal führt sie alsbald wieder zusammen und hält weitere Hürden für sie bereit.


    „Der letzte Harem“ lag seit über 10 Jahren auf meinem Stapel ungelesener Bücher und das völlig zu Unrecht. Ich weiß, dass Peter Prange ein wundervolles Erzähltalent hat, das mich mit jedem seiner Bücher aufs Neue gefangen nimm. Auch in diesem Buch war es nicht anders. Er brachte mir einen Ausschnitt der türkischen Geschichte näher, die mir bis dato unbekannt war. Wobei ich zugeben muss, dass das meiste der türkischen Geschichte, sich meiner Kenntnis entzieht. Natürlich hat man als Europäer eine gewisse Vorstellung, wenn man das Wort Harem hört. Diese Vorurteile werden in den Erwartungen des deutschen Arztes bei seiner Ankunft wiedergespiegelt. Ihm gelingt als Mann das Unmögliche, einen Blick in diesen geheiligten Ort zu werfen. Mit Bedauern muss er erkennen, dass es weniger erotisch und exotisch zugeht, als er es sich ausgemalt hat. Von den beiden Freundinnen war mir Eliza lieber als Fatima. Ihre Gedanken und Beweggründe, waren meinen eigenen Vorstellungen näher als Fatima. Eliza ist rational, sie ergreift Gelegenheiten beim Schopf und wartet nicht darauf, dass Gott sein Urteil spricht, auch wenn sie sich dafür gegen die Konventionen auflehnen muss. Fatima, die den Sultan in einen Gottstatus stellt und alles dafür tut ihn bei Laune zu halten, war mir eher fremd. Zu weich, zu sehr darauf bedacht unter dem Schutz eines Mannes zu stehen und nach dem Verlust ihres Kindes gibt sie sich dem Alkohol hin, anstatt dieser seltsamen Ehe zu entfliehen. Die Kapitel sind kurz, so dass man hin und wieder das Buch zur Seite legen kann, und das Gelesene auf sich wirken lassen kann. Aber ich habe es nie für lange Zeit weggelegt. Das politische wird nie zu sehr ausgeweitet und wenn dann immer mit den handelnden Personen emotional verknüpft, so hatte ich nie das Gefühl wie bei manch anderen historischen Romanen alle Rechercheergebnisse des Autors um die Ohren gehauen zu bekommen.


    Wirklich eine abenteuerliche Geschichte aus der Sicht zweier Freundinnen mit unterschiedlichem religiösem Hintergrund in Zeiten des Wandels und des Aufbruchs.

  16. Cover des Buches Was verloren geht (ISBN: 9783550050596)
    Zinzi Clemmons

    Was verloren geht

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Lia48

    INHALT:
    Wie ihr Vater ist Thandi in Amerika geboren, ihre Mutter hingegen stammt aus Südafrika. Thandi fühlt sich als Schwarze und doch ist ihre Hautfarbe weiß. “Du bist keine echte Schwarze!“, bekommt sie zu hören und spielt mit den Weißen, während sich ihre Eltern solidarisch mit der schwarzen Bevölkerung Südafrikas zeigen.
    Thandi fühlt sich heimatlos, hat wechselhafte Freunde und Liebschaften. Dann wird auch noch ihre Mutter schwer krank und stirbt, und Thandi versucht ihren Platz im Leben zu finden...

    MEINUNG:
    Thandis Geschichte hätte meiner Meinung nach noch mehr Potential gehabt, das leider nicht ganz ausgeschöpft wurde.
    Der Schreibstil ist eher einfach, teilweise mit kurzen Sätzen und ab und zu sehr direkt. So hätte z.B. ihr Sexualleben für meinen Geschmack etwas dezenter beschrieben werden können.
    Die Kapitel sind zum Großteil recht kurz und sie springen in Zeit und Thema sehr oft hin und her, was ich hier nicht so gerne mochte. Manchmal zeigen die Textpassagen ein Erlebnis oder einen Ausschnitt aus Thandis Leben, immer wieder aber auch Berichte z.B. über die Menschen in Südafrika. Dabei sind die Übergänge von Kapitel zu Kapitel sehr kantig und ich hätte sie mir runder gewünscht, um weniger das Gefühl einer bloßen Aneinanderreihung zu bekommen.
    Zwischendurch konnte ich immer wieder mit der Protagonistin mitfühlen, was ich jedoch leider nicht aufrechterhalten konnte.
    Vor allem am Anfang empfand ich kulturelle Unterschiede zwischen Amerika und Südafrika als interessant geschildert und hätte gerne noch mehr davon gelesen.


    FAZIT: Schöne Ansätze sind vorhanden, aber insgesamt war mir die Geschichte durch das wilde Hin- und Herspringen in Thematik und Zeit einfach nicht rund genug. 3/5 Sterne!

  17. Cover des Buches Gorian: Das Vermächtnis der Klingen (ISBN: 9783442267637)
    Alfred Bekker

    Gorian: Das Vermächtnis der Klingen

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Chiawen

    „Gorian – Das Vermächtnis der Klingen“ von Alfred Bekker ist der Auftakt einer Trilogie.

    Gorian ist schon als kleiner Junge in der Lage die Alte Kraft zu nutzen, auch wenn ihm das oft nicht bewusst ist. Sein Vater bringt ihm später bei wie man mit ihr umgeht.  Doch das ist nicht das einzige was Gorian besonders macht. Er ist unter einem besonderen Zeichen geboren und der Herrscher der Eiswelt möchte ihn töten. Denn Gorian könnte ihm eines Tages gefährlich werden.

    Gorian lernt man schon als kleinen Jungen kennen und sieht quasi dabei zu wie er groß wird. So lernt man mit ihm seinen Vater kennen und wie dieser zur Alten Kraft und dem Orden steht. Auch was sonst in der Welt vorgeht, bekommt durch Gorian gut mit und versteht es. Gorian selber entwickelt sich vom kleinen Jungen zu dem jungen Mann, der glaubt das Schicksal der Welt verändern zu können. Dabei ist er oft recht hochmütig und hat wenig Geduld.

    Seine Mitstreiter ändern sich im Laufe der Geschichte. Alte Freunde und Bekannte sterben, aber dafür lernt Gorian später drei neue Gefährten kennen, die ihm helfen.

    Die Welt in der die Geschichte spielt ist recht komplex und manchmal auch etwas zu komplex. Es gibt die Alte Kraft, eine Art Magie, die auch zum Kämpfen, Heilen, Reisen und Hellsehen genutzt werden kann. Der Orden lernt seinen Mitgliedern meist in einer Kategorie zum Meister zu werden. Es gibt eine Religion die vorherrscht und alte Gottheiten wurden vom Herrscher der Eiswelt unterjocht. Diese gehorchen ihm jetzt.

    Spannend wird es durch die Fähigkeiten von Gorian und seiner Ausbildung. Wobei die manchmal etwas tiefer in die Alte Kraft hätte eingehen können. Aber auch durch die Mordanschläge und Angriffe auf Gorian, den Orden und die ganze Welt, wird die Spannung gehalten und weiter ausgebaut.

     

    Ich fand es spannend mit Gorian zu wachsen und die Welt mir ihm zu erkunden. Doch durch seinen Hochmut konnte ich mich nicht immer mit ihm identifizieren. Ar-Don, der Gargyle der ihn töten soll, ist mir etwas suspekt. Sonst war es recht gut und spannend und ich verteile

    4 von 5 Wölfen.

  18. Cover des Buches Der Reisende (ISBN: 9783608981544)
    Ulrich Alexander Boschwitz

    Der Reisende

     (129)
    Aktuelle Rezension von: luisa_loves_literature

    Der Reisende ist ein sehr besonderes Buch. Sicher ist man mit der grundlegenden Thematik vertraut, hat auch schon zahlreiche Romane und Sachbücher dazu gelesen, aber hier wird das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Dritten Reich auf eine ungewohnte, unmittelbare und äußerst intensive Ebene gehoben, die erschütternd ist und einen zusammen mit dem Protagonisten Otto Silbermann verzweifeln lässt: am System, an dem Land, das man Heimat nannte, an der Realität, an der Vergangenheit, an den anderen Menschen und vor allem auch an sich selbst.

    Zusammen mit Otto Silbermann begibt sich der Leser auf eine Reise/Flucht ohne Ziel durch Deutschland, immer in der Hoffnung möglichst lange unerkannt, unauffällig und unentdeckt zu bleiben. Dabei beobachtet der Leser Silbermann und Silbermann sich selbst und beide entdecken dabei zutiefst menschliche, oftmals auch wenig sympathische Aspekte des Charakters – selten sind so authentische und gründliche Innensichten erfolgt. Die Blicke in das Ich gelingen so hervorragend, weil Ottos Austausch mit anderen Menschen nur noch zufälliger Art ist. Es handelt sich um Reisebekanntschaften, ansonsten aber ist er mit sich und seinen Gedanken allein. Besonders eindrücklich wird die Erfahrung transportiert, nicht erwünscht zu sein, nirgendwo und von niemandem: weder im eigenen Land noch im Ausland. Verquickt hiermit ist die Einsicht, dass egal, wie weit oder wohin man fährt, es kein Entkommen geben wird – eine bedrückende und im wahrsten Sinne des Wortes irrsinnige Erkenntnis.

    Ulrich Alexander Boschwitz Roman ist ein lesenswertes und wichtiges Buch, das ich mir auch sehr gut als Schullektüre vorstellen könnte – es ist zugleich Zeitzeugnis und aktueller Kommentar.

  19. Cover des Buches Alfie kehrt heim (ISBN: 9783404183821)
    Rachel Wells

    Alfie kehrt heim

     (16)
    Aktuelle Rezension von: dieNachteule

    Inhalt

    Alfie vermisst seine ehemalige Besitzerin schrecklich. Vor kurzem ist diese gestorben und da ihre Tochter ihn nicht zu sich nehmen kann, bleibt nur das Tierheim übrig. Doch Alfie hat einen ganz anderen Plan, um sich davor zu retten. Kurzerhand bricht er auf, um sich ein neues Zuhause zu suchen, zumal er sich von vornherein geschworen hat, sich nicht von einem einzigen Menschen abhängig zu machen. Das Risiko ist zu groß, vor allem da ihn die Angst vor Einsamkeit und Obdachlosigkeit übermannt.
    Nach einer anstrengenden Reise als Streuner gelangt er endlich in die Edgar Road. Dort trifft er auf besondere Menschen, deren Leben er gehörig auf den Kopf stellen wird ... 

    Schreib- und Sprachstil

    Der Ich-Erzähler, der treue Kater Alfie, schildert seinen Werdegang: und das beginnend mit der Zeit nach dem Tod seiner heißgeliebten Margaret bis hin zu seinem Leben in der Edgar Road. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen, es bedarf keiner großartigen Konzentration. Darüber hinaus wird des Öfteren Umgangssprache genutzt und vor allem wird großer Wert darauf gelegt, Schachtelsätze und immensen literarischen Aufwand zu vermeiden. Infolgedessen zeichnet sich der Roman primär durch seine Einfachheit aus. 

    Resümee

    Für zwischendurch liest sich Alfies Geschichte prima, damit man den Kopf ausschalten und sich entspannen kann. Meiner Meinung nach ist die Geschichte zügig vorhersehbar, allerdings hat mich das nicht gestört, weil ich zurzeit nach genau einem solchen Roman dieser Kategorie Ausschau gehalten habe. Die Charaktere waren allesamt authentisch, was mir grundsätzlich sehr wichtig ist und der Kater Alfie war einfach schnuckelig. Zugegebenermaßen wird dieser Roman vermutlich eher eingefleischte Katzenliebhaber ansprechen, trotzdem war er ein purer Lesegenuss für zwischendurch!

  20. Cover des Buches Vorgefühl der nahen Nacht (ISBN: 9783896674432)
    Laurent Seksik

    Vorgefühl der nahen Nacht

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Duffy
    Nach seiner Flucht über Amerika und England kam Stefan Zweig 1940 mit seiner zweiten Frau Lotte nach Brasilien. Dort sollte er endlich den Frieden finden, der seiner verfolgten Seele so fehlte. doch das Exil in einem kleinen Ort, malerisch und ideal gelegen, stellte sich nicht als der Befreiungsschlag heraus, der er sein sollte, denn nun plagten auch die Geister seiner toten oder mit ungewisser Zukunft geschlagenen Freunde den Ausnahmeschriftsteller.
    Seksik schildert mit einer fast zeitzeugenartigen Intensität die Gewissenskämpfe, denen Zweig unterworfen war. Er beleuchtet die brasiliansche Zeit auch aus der Sicht seiner jungen Frau, die ihm in fast unterwürfiger Form ergeben war, dennoch unter dem grüblerischen und leidenden Zweig genauso litt wie unter ihrer Krankheit der Atemwege. Sensibel und mit teilweise mit erschütternder Deutlichkeit schreibt der Autor über die Ausweglosigkeit, die in den kollektiven Freitod des Paares führt. Ein eindringlicher und nachhaltiger Roman, dessen Intensität die wahre Kunst des Schreibers Seksik ausmacht.
  21. Cover des Buches Alle Tage (ISBN: 9783442741014)
    Terézia Mora

    Alle Tage

     (45)
    Aktuelle Rezension von: franzzi

    „Er sieht so normal aus, sagte Mercedes Jahre später, deswegen dauert es eine Weile, bis man merkt, dass er in Wirklichkeit wie ein Magnet alles Sonderbare, Lächerliche und Traurige anzieht.“


    „Ganz im Gegensatz um äußeren Anschein und dem Hörensagen wäre ich nämlich gegenüber ein wenig Schönheit der Schöpfung, sagen wir, in Form von Natur, nicht abgeneigt. Mir mangelt es an nichts, außer an einer grünen Aue. Manchmal bin ich in den Park gegangen. Aber das ist aus verschiedenen Gründen vorbei. Was ist schon ein Park? Die Abwesenheit einer wirklichen Landschaft. So wie ein Palmenhaus die Abwesenheit wirklicher Palmen ist.“


    Dieses Buch ist über alle Maßen unwahrscheinlich, weil es einfach so anders ist, als das meiste, das ich so gelesen habe. Allerdings habe ich gelesen, wie Terézia Mora in einem Interview erzählt hat, sie schreibe die Dinge vom Ende her. Mit dem Ende müsse die Geschichte anfangen und dann entwickele sie alles da hin - und das tut sie in „Alle Tage“ in der Tat.


    Und zwar mit einer Mischung aus poetisch-melancholisch, absurd, tieftraurig und unbekümmert, dass es eben unglaublich ist. Neben der Sprache hat mich vor allem gefesselt, wie Moras Art zu erzählen selbst noch einmal spiegelt, was der Roman erzählt. 


    In dessen Mittelpunkt steht nämlich der ver-rückte, im Sinne von aus seinem inneren Gleichgewicht und seiner Heimat geratene, Übersetzer Abel, der aber gar nicht so richtig auftaucht. Er ist oft abwesend, tatsächlich oder in Gedanken, vor allem scheint er in nahezu unverrückbarem Gleichmut regungs- wie emotionslos alles hinzunehmen, womit einen das Leben so überschütten kann: Glückseligkeiten und Grausamkeiten, Freundschaft/Liebe/Annäherung und Verlust/Ablehnung/Unverständnis, Gastfreundschaft und Feindlichkeit, körperliche und seelische Angriffe, Heimatlosigkeit und so viel mehr, Abel nimmt es hin. Vor allem wird er einfach nicht betrunken, irgendwie.


    Und im gleichen Stil, im gleichen Ton schreibt Mora, irgendwie da und doch abwesend, präzise beobachtend, aber eher beiläufig darauf hinweisend, scheinbar gleichgültig, anziehend rätselhaft. Ein präziser Plauderton. Es klingt widersprüchlich, aber genauso wird diese Geschichte erzählt, die in gar nicht mal so vielen Seiten ein ganzes Universum an Halbfragen und Halbantworten eröffnet, an denen man sich nicht Sattnachdenken kann. Und diese Sprache, hatte ich schon erwähnt, wie wunderbar sie ist?

  22. Cover des Buches Ich bleibe hier (ISBN: 9783257246100)
    Marco Balzano

    Ich bleibe hier

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Tommywien

    Ein Buch das schon lange auf meiner Leseliste stand ist Ich bleibe hier von Marco Bolzano. Und es erweist sich zum Ende des Jahres noch mal als richtiges Lesehighlight.

    Graun ist, bzw. war, ein kleiner Ort in den Bergen Südtirols. Das Leben der Menschen ist karg und hart und von den Jahreszeiten geprägt, auch der zweite Weltkrieg machte vor der heutigen Urlaubsregion keinen Halt. Doch Hitler war nicht das einzige Problem der Südtiroler, sie mussten sich damals zwischen Not und Elend entscheiden. Auf der einen Seite drohte das Deutsche Reich immer weiter vorzudringen, auf der anderen Seite kamen Mussolinis Faschisten, die die Bevölkerung Zwangsitalienisierten. Doch nicht nur der Krieg machte den Leuten zu schaffen, sondern auch ein umstrittenes Staudammprojet, dass die Heimat vieler Menschen bedrohte. Wo soll man also hin, wenn rund um einen die Welt kocht.

    Erzählt wird dieses historische Familiendrama aus der Sicht Trinas, einer südtirolerischen Lehrerin, die beschließt sich nicht zu beugen und ihrer Heimat treu zu bleiben.  In einer Art Tagebuch schildert sie ihrer mit Verwandten geflohenen Tochter Marica ihre Eindrücke der damaligen Zeit.

    Jeder kennt das Bild der versunkenen Kirche im Reschensee. Nur noch der Kirchenturm ragt, einem Mahnmal gleichend, aus dem verborgenen Nass. Dieses kleine Dorf gab es tatsächlich, bis es letztendlich seinen Kampf verlor und seitdem am Grund des Stausees ruht. Tausende Touristen werden mit Bussen zu Aussichtsplattformen gekarrt, damit sie ja tolle Fotos von dem kuriosen Kirchturm machen können. Wie viele dieser Menschen machen sich tatsächlich Gedanken, wie es überhaupt dazu kam. Kaum vorzustellen, welch unglaublich hartes Leben die Familien durchmachen mussten. Ein Leben (einer Familie), das sich wie ein einziger Fehler anfühlen musste. Balzano hat für seine Erzählung enorm klare Worte gewählt, deren Wucht den Leser teilweise erdrücken.

    Die Figuren dieses Romans entsprangen Balzanos Phantasie, doch die Geschichte wird sich in Wirklichkeit noch dramatischer, noch hoffnungsloser ereignet haben. Die Wirklichkeit ist immer grausamer als der Roman. Interessant fand ich den Koflikt den Bolzano gewählt hat, auf der einen Seite eine Deutschlehrerin die naturgemäß mit ihrer Muttersprache eng verbunden ist, auf der anderen Seite die überhebliche Zwangsitalienisierung Mussolinis. Die deutsche Sprache wurde verboten, Tiroler verloren ihre Arbeitsplätze und wurden von schlecht ausgebildeten Süditalienern ersetzt. Um die deutsche Sprache am Leben zu halten wurden illegale Katakombenschulen gegründet. Menschen, die sich den Gesetzen widersetzen, drohte die Verbannung oder Schlimmeres. Zu allem Überfluss droht der Wasserspiegel eines Staudammprojektes die Dörfer Graun und Reschen zu überfluten. Was soll man tun, soll man bleiben, soll man sich wehren, wo soll man hin? Wem schließt man sich an, wenn man weiß wie die damaligen Regime gearbeitet haben? Alles Fragen, die man unmöglich beantworten kann, ohne es selbst erlebt zu haben,

    Ein bedrückendes Buch, dass das Schicksal der Menschen der Region Südtirol beschreibt. Diejenigen die dieses Buch gelesen haben, werden sich bei ihrem nächsten Südtirol Urlaub wohl mehr Gedanken über die schmerzliche Vergangenheit dieser Urlaubsregion machen.

     

     

  23. Cover des Buches Unterland (ISBN: 9783473400744)
    Anne C. Voorhoeve

    Unterland

     (20)
    Aktuelle Rezension von: hexhex
    In dem Jugendbuch geht es um die 12jährige Alice und den 13jährigen Wim, die sich im zerbombten Hamburg kurz nach Kriegsende kennenlernen. Alice, die von der Insel Helgoland kommt, beschreibt sehr genau ihr Leben auf dem Festland. Das Wohnen mit anderen Familien in einem Haus, das Hungern, Hamsterfahrten aufs Land, die Schule mit einem Lehrer, der die Geschehnisse des 2. Weltkrieges nicht wahrhaben will, den Schwarzmarkthandel und und und... Es ist wirklich viel enthalten in diesem Buch. Ich könnte mir vorstellen, dass es für einen Jugendlichen vielleicht zuviel sein könnte, denn wenn man noch nicht viel von den Geschehnisse aus dieser Zeit weiß, könnte es einen auch überfordern. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist flüssig geschrieben und man kann es eigentlich in einem Rutsch durchlesen. Obwohl ich mich für gut informiert hielt, was die Kriegszeiten angehen, so war mir das Schicksal Helgolands doch ziemlich neu. Diese Insel ist interessanter als ich dachte, vielleicht sollte ich mal hinfahren.
  24. Cover des Buches CANYON (ISBN: 9783958353640)
    Tom Abrahams

    CANYON

     (1)
    Aktuelle Rezension von: lesesanne

    Dies ist der 2 Teil der Traveler Serie. 

    Ich habe zuerst den 3 Teil gelesen, welchen ich schon richtig gut fand. Die Geschichten sind zwar miteinander verknüpft aber es sind trotzdem eigenständige Bücher. Man muss nicht mit dem 1 angefangen haben um den rest zu verstehen. 

    Markus Battel ist einer der Menschen, die den tödlichen Virus überlebt haben. Viele der Bevölkerung sind verstorben und somit hat sich das Kartell ein Imperium aufgebaut welches durch Angst und Schrecken geführt wird. Markus macht sich mit Lola auf dem weg Ihren Sohn zu retten, der vom Kartell gefangen genommen wurde. Markus beginnt einen klein Krieg was mich ein wenig an Rambo erinnert einer gegen alle. Die Situationen die Markus erlebt sind sehr gut geschrieben so das man selber mit Markus unterwegs ist um gegen das Kartell zu kämpfen.

    Ich kann das Buch und auch den 3 Teil sehr empfehlen. Den ersten Teil werde ich mir auch noch Kaufen. Ich bin mir sicher dieser ist genauso gut geschrieben.

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