Bücher mit dem Tag "heimatroman"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "heimatroman" gekennzeichnet haben.

38 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bagage (ISBN: 9783446265622)
    Monika Helfer

    Die Bagage

     (166)
    Aktuelle Rezension von: Elenchen_h

    "Lieber Hunger als kalt. Das war die Devise von der Bagage und ist die Devise bis heute herauf zu mir." - Monika Helfer, "Die Bagage"


    Österreich, zur Zeit des ersten Weltkriegs: Maria und Josef Brugger wohnen mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfs. Von allen werden sie nur die "Bagage" genannt, sie sind arm und leben abseits der Gesellschaft. Über Maria lästert man gern, denn sie ist mit Abstand die schönste Frau im Dorf - den Josef beneidet man um sie, außerdem heißt es, er betreibe krumme Geschäfte. Als Josef eingezogen wird, bleibt Maria mit den Kindern zurück. Zuvor wird noch eine Absprache zwischen Josef und dem Bürgermeister getroffen: Er solle sich um Maria kümmern und ein Auge auf sie haben. Doch bringt diese Abhängigkeit Kummer über die Familie - und ein gutaussehender Deutscher lässt Gerüchte über das Kind in Marias Bauch - Monika Helfers Mutter - aufkommen...


    In "Die Bagage" teilt Monika Helfer einen Teil ihrer Verganhenheit mit den Lesenden. Unter anderem aus Gesprächen mit ihrer Tante Kate rekonstruiert sie, was vor über 100 Jahren war - und bringt eigene Geschichten und die Erzählungen ihrer anderen Tanten und Onkel in Zusammenhang. Entstanden ist eine wirklich schöne und interessant zu lesende Mischung aus Fantasie und Wirklichkeit.


    Die Autorin springt in ihrem Buch immer wieder zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her, mal spielt die Geschichte in der Vergangenheit, dann wieder kurz vor der Gegenwart. Diese Sprünge waren mir an einigen Stellen zu viel, ich habe so den Geschichtsfaden immer wieder von neuem aufnehmen müssen. In Kombination mit der außergewöhnlichen Erzählstimme der Autorin haben die Hüpfer in der Zeit aber dann doch eine sehr individuelle Darstellungsweise einer Familienchronik ergeben.


    Insgesamt hätte ich mir hier und da mehr Informationen und mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem habe ich das Lesen von "Die Bagage" sehr genossen. Der autofiktionale Roman porträtiert eine faszinierende Familie und erinnert vor allem an Monika Helfers Großmutter, die bereits mit 32 Jahren verstorben ist. Empfehlen kann ich den Roman besonders allen, die gerne Familiengeschichten lesen, die auf wahren Begebenheiten beruhen - außerdem Liebhaber*innen von Romanen, die im ländlichen Raum spielen.

  2. Cover des Buches Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam (ISBN: 9783462046038)
    Vea Kaiser

    Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Maseli

    Johannes Gerlitzen wohnt mit seiner schwangeren Frau Elisabeth in St. Peter am Anger. Der Ort, ein knapp 500 Einwohner zählendes Alpendorf und unterhalb der Sporzer Alpen, mit den 4000 m hohen Gipfeln, gelegen, weißt eine lange Geschichte als rebellische uneinnehmbare Hochburg auf. Weder Kaiser noch Papst konnten dem Dorf Herr werden, eine Tatsache, auf die die St. Petrianer besonders stolz sind. Und so ist es auch, dass kein St. Petrianer sein Dorf verlässt und kaum ein Nicht-St. Petrianer ins Dorf einheiratet. Das ändert sich als Elisabeth eine Tochter zur Welt bringt, in der Johannes seinen Erzfeind und Nachbar Götsch zu erkennen glaubt. Johannes packt seine Sachen und zieht aus dem gemeinsamen Haus aus und ins Kirchenhaus ein. Dort unterzieht er sich einer Entwurmungskur, mit welcher er sich seines 14,8 m langen Bandwurms entledigt und damit seine Berufung für die Naturwissenschaft begründet. Er verlässt sein Dorf, seine Frau und das Mädchen, das sie ihm geboren hat.

    Nach vielen Jahren, Ilse ist nun fast 11 Jahre alt, erkrankt Elisabeth unheilbar an Parkinson. Johannes kehrt ins Dorf zurück, versöhnt sich mit seiner Frau und den St. Petrianern und wird Dorfarzt. Einzig allein das Zusammenleben mit seiner Tochter bleibt extrem schwierig. Auch der Tod der Mutter kann beide nicht zueinander finden lassen. Nachdem Ilse, gegen den Willen des Vaters, Alois heiratet und nach vielen Ehejahren einen Sohn zur Welt bringt, dem sie den Namen ihres Vaters geben und mit A. den Namen des Vaters dazufügen, kommt das Verhältnis der beiden einigermaßen in Ordnung. 

    Johannes A. und der Doktor Opa sind ein Herz und eine Seele. Es ist der Doktor Opa, der den kleinen Johannes A. in die Naturwissenschaft einführt, mit ihm griechische Mythologie liest und den Jungen in seiner Eigenart und ablehnenden Haltung gegenüber den Bergbarbaren, wie Doktor Opa die Dorfbewohner betitelt, fördert. Als er stirbt, ist Johannes A. im Grundschulalter und eine Welt bricht für den Jungen zusammen. 

    Es braucht den Zufall, dass Johannes A. Irrwein, der sich seit dem Tod seines Doktor Opa von der Familie und dem Dorf vollkommen zurückgezogen hat, ein Stipendium bekommt und somit auf das Gymnasium des Benediktinerklosters in Lenk gehen kann. Hier, unter dem Schutz von Pater Tobias erlebt Johannes seine erste glückliche Zeit. Johannes A. wird Mitglied des Digamma-Klubs, dessen Hauptziel der Erhalt der klassisch-europäischen Bildung ist. Die Liebe zu Klassik und die Überzeugung, dass seine Erfüllung in der Fortführung Herodots Geschichtsschreibung liegt, wird für Johannes und die St. Petrianer zu einer großen Herausforderung.

    Meine persönlichen Leseeindrücke

    Der Debütroman von Vea Kaiser ist ein heiteres Werk über ein skurriles Bergdorf und seinen Bewohnern. Darin plaudert sie mit Nonchalance über die St. Petrianer, die in den Dorfchroniken als Bergbarbaren geführt sind, und hat über jeden etwas zu berichten. Auch die Gepflogenheiten, Eigenheiten und Sonderheiten beschreibt sie recht ausführlich. All das macht das Buch stellenweise etwas langatmig. Die vielen direkten Reden im strengen Dialekt sind für mich als Südtirolerin sehr beschwingt zu lesen, ob ein jeder damit zurechtkommt, wage ich zu bezweifeln. Das letzte Drittel des Romans, beginnend mit Johannes‘ verpatzter Maturaprüfung, ist mit Sicherheit am besten gelungen. 

    Fazit

    Nachdem ich ihren letzten Roman „Rückwärtswalzer“ gelesen hatte, wolle ich auch ihre anderen Romane kennenlernen. Mit „Blasmusikpop“ ist ihr ein heiterer Debütroman über das entlegene Dorf St. Peter am Anger und seiner sich der Moderne widerstrebenden Dorfgemeinschaft gelungen. Leider ist das Buch etwas anstrengend und obwohl ab dem letzten Drittel sehr amüsant und lustig geschrieben, ist der Weg dahin doch mühsam.

    4,5 Sterne

  3. Cover des Buches Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman (ISBN: 9783218010795)
    Petra Piuk

    Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Literatur_Famulus

    Herzhaft lachen ist befreiend, wenn das Lachen steckenbleibt bringt es dich weiter.

    Und wie ich gelacht habe (am Anfang), und wie das Steckenbleiben immer mehr zum Würgen wurde!

    Vor Jahren wurde mir während einer Kur von Therapeutinnen das Lesen von Karl Valentin verboten, mein Lachen hatte die Kojen zu stark geschüttet. Ich glaube, „Toni und Moni – Oder: Eine Anleitung zum Heimatroman“ hätten sie mir auch verboten.

    Im zweiten Teil die Schluckbeschwerden: Tief in der Kehle und zu spüren über die Ohren, bis hinab in die Zehen habe ich sie wahrgenommen und sie regen mich immer noch an.

    Wie die Schriftstellerin, wie Petra Piuk, wie Toni und Moni und auch ein wenig wie die Lektorin, bemühe ich auch einen alten Hadern: „Ich sprenge alle Ketten“ grölten sie alle und ließen nicht ein Kettenglied eingehängt in diesem Mysterien- ups, Literaturspiel. Vielleicht habe ich noch nie ein Buch gelesen, in dem die Fußnoten, das Personenverzeichnis (beinahe alle Alphabet Buchstaben), die Perspektivenwechsel, ein Dorf und meine Erinnerungen als Leser so treffend eingesetzt, beziehungsweise angestoßen wurden.

    Herzliche Gratulation Petra, Frau Schriftstellerin und Tanja

  4. Cover des Buches Mondjahre (ISBN: 9783839215456)
    Eva-Maria Bast

    Mondjahre

     (14)
    Aktuelle Rezension von: engineerwife

    Viele Namen machten mir den Einstieg in das Buch zunächst ein wenig schwer doch als ich mich eingelesen hatte, konnte ich mich wunderbar zurückfallen lassen und genießen. Der Roman nimmt seinen Anfang in einer schwierigen Zeit vor guten hundert Jahren. Man meint beinahe, das Säbelrasseln Kaiser Wilhelms durch die Zeilen zu hören. Wird der Kriegsausbruch in seinen Anfängen noch fröhlich bejubelt und gefeiert, so holt die Realität doch schnell die Menschen an allen Fronten an. Auch die Männer vom Bodensee werden zur kämpfenden Truppe geholt und die Frauen bleiben auf sich allein gestellt zurück. Ein schrecklicher Überfall in Ostpreußen – dicht an der russischen Grenze – spült schließlich auch die junge, traumatisierte Luise in den Süden und den Schoß der Familie. Jede der Frauen von jung bis alt geht anders mit den neuen Gegebenheiten um. Während Helene im Selbstmitleid zu ertrinken scheint, melden sich Luise und Johanna freiwillig zum Sanitätsdienst an der Front, eine Entscheidung, die ihr Leben endgültig auf den Kopf stellen wird. Und auch die Daheimgebliebenen – unter ihnen die schwangere Sophie - haben ihr Päckchen zu tragen, vermissen sie doch ihre Männer schmerzlich. 

    Wie schon erwähnt, fährt die Autorin Eva-Maria Bast gleich zu Anfang mit einer Flut von Namen auf, die man als Leser erstmal geordnet bekommen muss. Hier wäre vielleicht ein Stammbaum oder eine Familientafel am Ende hilfreich gewesen. Doch schließlich fand ich mich zurecht und war mittendrin im Geschehen. Da ich schon viele zu dieser Zeit spielende Bücher gelesen habe, ahnte ich, was geschichtlich auf mich zukommen würde, und trotzdem war ich mal wieder tief erschüttert von den armen Soldaten im Schützengraben aber auch vom Hunger und der Not der Zurückgebliebenen. Die Autorin schafft es mit ihrem flüssigen und anschaulichen Schreibstil eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen, denn immer wieder holt sie ihre Leser in genau diese zurück, wo eine scheinbar willkürlich zusammengewürfelte Gruppe junger Leute versucht der Vergangenheit ihr Geheimnis zu entlocken. Fast wünsche ich mir, die Autorin hätte die Gegenwartsebene unerwähnt gelassen und stattdessen einen rein historischen Roman geschrieben. Dennoch ist die Geschichte rund und fügt sich harmonisch zu einem Ganzen. Am Ende bleiben noch viele Frage offen aber Band zwei der fünfteiligen Jahrhundertsaga liegt schon bereit. Ich freue mich schon darauf zu erfahren, wie es weitergehen wird! Von mir gibt es für Band eins vier von fünf möglichen Sternen.       

  5. Cover des Buches Die Infantin trägt den Scheitel links (ISBN: 9783990272428)
    Helena Adler

    Die Infantin trägt den Scheitel links

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Xirxe

    Man sollte den ersten Satz des ersten Kapitels des Buches durchaus wörtlich nehmen:

    Nehmen Sie ein Gemälde von Pieter Bruegel. Nun animieren Sie es.

    Wenn Du dazu noch weißt, dass die jeweiligen Kapitelüberschriften Gemäldetitel sind und Dir die Mühe machst, Dir vor dem Lesen diese Bilder anzuschauen (im Anhang sind die Maler mit ihren Gemälden genannt), hast Du so ungefähr eine Ahnung, was da auf Dich zukommt. Vielleicht aber auch nicht.
    Helena Adler lässt eine junge Frau rückblickend ihre Kindheit und Jugend erzählen, allerdings, wie von Kindern mit einer überbordenden Phantasie nicht anders zu erwarten, maßlos und voller Übertreibungen. Doch damit nicht genug, gibt es anstatt Heidi-Idyll ein Inferno Danteschen Ausmaßes.

    Die Krallen der Mutter sind messerscharf. Gelb und schrecklich sind ihre hakenförmigen Klauen, am liebsten jagt sie kleine Angsthasen und Faultiere wie mich. Ihr spitzer Schnabel ist ein Hackebeil, damit kann sie Gelenke brechen und Knochen zerschmettern.
    Der Himmel donnert, grollt und erleuchtet die Nacht mit Blitzen. Bäume fallen um. Aus den nassen Lochmäulern der Viermagentiere tropft literweise Speichel. Gehörnte Geifergeschöpfe.

    Daneben ist die Handlung kaum der Rede wert – Landleben eben. Kindheit und Jugend mit einem liebenden, aber saufendem, esoterischem Vater, einer hyperreligiösen depressiven Mutter, gehässigen älteren Zwillingsschwestern, die nichts als Arbeit kennenden Großeltern, dem Pfarrer und dem Bürgermeister. Spannung entsteht kaum, nur die Sprache, die im Fortgang der Geschichte etwas milder wird, ist durchaus bewundernswert. Doch dieses Übermaß an Allem, dieses Übertriebene und das Extreme nutzen sich auf Dauer ab, sodass selbst bei den weniger als 200 Seiten eine Art Gewöhnungseffekt eintritt, was durch die eher schlichte Handlung zu einer gewissen Eintönigkeit führt.

    Vielleicht beim nächsten Mal: Etwas weniger extrem die Sprache, dafür ein Mehr an Handlung – das könnte richtig klasse werden!

  6. Cover des Buches Espenlaub (ISBN: 9783957341914)
    Jürgen Mette

    Espenlaub

     (15)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Das Hirtenleben hatte etwas Archaisches, es ist eine Berufung jenseits aller technischen Errungenschaften...“


    Anton Hinteregger lebt in einem Südtiroler Bergdorf. Im Sommer zieht er mit den Kühen auf die Alm. Obwohl er erst Mitte 30 ist, bemerkt er, dass sich seine Bewegungen verlangsamen und die Gelenke steif werden. Er baut sich deshalb Hilfen für die Arbeit.

    In London wird eine Frau von der Polizei aufgegriffen. Sie heißt Eva, ist Mitglied einer Endzeitsekte, studiert Medizin und möchte aus der Sekte aussteigen.

    Dann geht die Geschichte zurück in die Vergangenheit. Ich erfahre mehr über das Leben von Anton und Eva.

    Der Autor hat zwei fesselnde Lebensbilder kreiert. Anton ist Waise. Bevor er ihm Heim landen konnte, hat ihn die Bäuerin Walburga Schmidt in ihre Familie aufgenommen. Sie war eine Freundin seiner Mutter. Ihr hat es Anton zu verdanken, dass er lesen und schreiben lernt. Walburga ist in Glaubensfragen sehr offen und tolerant. Trotzdem vermittelt sie ihren Kindern und damit auch Anton eine feste Glaubensgrundlage.

    Eva ist in einem gutbürgerlichen Haushalt aufgewachsen. Ihr Vater ist Betriebsdirektor und trotzdem Mensch geblieben. Evas Mutter aber plant für ihre Tochter eine sogenannte gute Partie, wenn sie ein erfolgreiches Auslandsstudium absolviert hat. Zuvor aber arbeitet Eva für zwei Jahre als Hausmädchen bei Walburga. Dort lernen sich Anton und Eva kennen und lieben. Dann aber geht Eva nach England.

    Der Schriftstil des Buches ist hochwertig. Sehr detailliert wird das Leben im Dorf und auf der Alm beschrieben. Der Sommer auf der Alm ist eine Zeit harter Arbeit, aber auch geprägt von Einsamkeit.

    Antons Kindheit fällt in die Zeit des 2. Weltkrieges. Was das für Südtirol bedeutete, hat der Autor kurz und treffend so formuliert:


    „...Das treuherzige und politisch unmündige Bergvolk war verschaukelt worden, ohne es gemerkt zu haben...“


    Berührend dargelegt werden Antons Gedanken. Trotz seiner gesundheitlichen Probleme hat er die Hoffnung auf eine Zukunft nie aufgegeben. Das heißt nicht, dass es auch Zeiten gibt, wo er mit seinem Schicksal hadert. Doch das Lesen in der Bibel und seine Beschäftigung mit guter Literatur helfen ihm, sein Leben zu spiegeln und sich im Gebet für Eva einzusetzen.. In seinen Gedanken klingt das so:


    „...Wenn sie schwach war, musste er stark sein. Er musste weiter durchhalten...“


    Gleichzeitig erlebe ich in London Evas Kampf gegen das Gedankengut der Sekte. Das bedeutet aber auch eine ganz persönliche Auseinandersetzung mit Glaubensfragen. Sie hatte alle Brücken hinter sich abgebrochen. Der Neuanfang verlangt wichtige Entscheidungen.

    Anton erkrankt in jungen Jahren an Parkinson. Das Buch zeigt auf, wie sich die Behandlung der Krankheit im Laufe der Zeit weiter verbessert hat.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist einerseits eine Auseinandersetzung mit falschen Glaubensvorstellungen und zeigt andererseits, wozu Glaube und Liebe fähig sind.

    Im Anhang gibt es eine umfangreiche Abhandlung zur Espe und den Zittern ihrer Blätter.

  7. Cover des Buches Rosalie (ISBN: 9783832164294)
    Berni Mayer

    Rosalie

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Beckschneck

    Berni Mayer hat einen schönen Schreibstil. Er erzählt eine kurzweilig Coming of Age - Story, die mit Elementen aus Heimatroman, Liebes- und NS-Bewältigungsgeschichte. Schön wäre gewesen, wenn die Liebesgeschichte, die zunächst im Fokus stand, am Ende nicht so abrupt abflacht.

  8. Cover des Buches Das Leben meiner Mutter (ISBN: 9783548288741)
    Oskar Maria Graf

    Das Leben meiner Mutter

     (21)
    Aktuelle Rezension von: gst

    „Der Mensch, der zum ersten Mal ganz hingegeben liest, dem scheint alles Gelesene Leben zu werden, Leben der nächsten Menschen, die er kennt.“ Diese Erkenntnis scheint Oskar Maria Graf tief beeindruckt zu haben. Das Lesen wurde ihm zur Obsession, später auch das Schreiben.

    In diesem Buch hat er seiner Mutter ein beeindruckendes Denkmal gesetzt.
    Die Zeit ihres Lebens vom 1. November 1857 bis ins Jahr 1934 wird lebendig. Als Leser erleben wir die Zeiten von König Ludwig II. ebenso mit, wie Bismarcks Politik und Hitlers Anfänge. Das Buch geht im ersten Teil vor allem auf den Alltag der einfachen Leute rund um den Starnberger See ein. Theres, die Bauerntochter, wird nach ihrer Heirat zur „Bäckin“ (Bäckersfrau). Obwohl Max Graf gerne eine Geschäftsfrau an seiner Seite gehabt hätte, kennt sie weiterhin nur Arbeit, Aufopferung für die Familie und Unterwerfung. Sie gebiert elf Kinder, von denen drei viel zu früh sterben. Oskar ist der Zweitjüngste (* 1984 in Berg am Starnberger See + 1967 in New York) und entdeckt seine Mutter erst, als sie nach der letzten Geburt dem Sterben näher ist als dem Leben (Beginn des zweiten Teils, der einer Autobiografie des Autors sehr nahe kommt).
    Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, war die chronisch aufeinander aufgebaute Entwicklung der Zeitgeschichte. Da liest man von Berufen, die es heute schon lange nicht mehr gibt, von der Einführung der Elektrizität, vom Auswandern nach Amerika. Graf, dessen großer Bruder so gar nichts von seiner Begeisterung für Bücher hielt, wollte ihm diese schlagend austreiben. Trotzdem blieb der seinem Vorbild Tolstoi treu und begann, in München an seiner Schriftstellerkarriere zu arbeiten.
     Sehr gelungene Beschreibungen von Personen und deren Charaktere wechseln sich mit spannenderen Abschnitten ab. Doch im Großen und Ganzen ist dies ein eher ruhiges Buch, das einen tiefen Einblick in die zweite Hälfte des vorletzten Jahrhunderts und das erste Drittel des vergangenen Jahrhunderts gibt. Gerade das macht es zu einem wahren Klassiker.

  9. Cover des Buches Teufelsmoor (ISBN: 9783644448216)
    Elke Loewe

    Teufelsmoor

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Neling


     Im Teufelsmoor bei Bremen müht sich eine Bauernfamilie über Generationen, der unwirtlichen Natur ein menschenwürdiges Leben abzuringen. Liebe und Hass, Neid und Bruderzwist, kleine Welt und große Politik bestimmen die Schicksale der Kähdings zwischen kurhannoverscher Zeit und Kaiserreich. Elke Loewe ist die Autorin von „Die Rosenbowle“. Sie hat auch die Drehbücher zur ARD-Serie „Teufelsmoor“ geschrieben.


    Meine Meinung : Ich finde Elke Loewe ist mit Teufelsmoor ein wirklich packendes Buch über die Urbarmachung und Besiedlung des bremischen Moores gelungen. Es muss eine sehr schwere Zeit gewesen sein, für uns heute ist es unvorstellbar wie die Leute da um jedes kleine Stück Land gekämpft haben. Der Roman über die verschiedenen Generationen der Familie ist wunderbar erzählt- das Buch sollte man wirklich gelesen haben. 
  10. Cover des Buches Frischer Wind am Wolfgangsee (ISBN: 9783897413900)
    Carolin Schairer

    Frischer Wind am Wolfgangsee

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Uli_Meyer_75

    Die Romane von Carolin Schairer sind einfach perfekt. Auch dieses Buch gehört zu den Lektüren, die dem Herzen gut tun. Ich bin fast wieder ein bischen sprachlos, denn Carolin Schairer trifft einfach IMMER die richtigen Worte. Einfühlsam, gefühlvoll, mitreissend..... Man kann fast nicht aufhören, zu lesen. In der Geschichte trifft man auf zwei aussergewöhnlich einfühlsame Frauen, die zusammenhalten. Ich finde gut, dass sich Vanessa zu ihrer Homosexualität bekannt hat, obwohl ihre Eltern dies nicht akzeptieren wollten.

  11. Cover des Buches Hudlhub (ISBN: 9783866467941)
    Mathias Petry

    Hudlhub

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  12. Cover des Buches An heiligen Wassern (ISBN: 9783846000717)
    Jakob Chr. Heer

    An heiligen Wassern

     (1)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle
    Nachdem die Verfilmung mit Gustav Knuth und Hansjürgen Felmy häufiger im Weihnachtsprogramm zu sehen ist, kann man sich ja auch mal den Roman zu Gemüte führen.

    Ort der Handlung ist ein Dorf in einem abgelegenen Schweizer Bergtal. Die Bewohner sind arm, fromm und abergläubisch. Seit undenklichen Zeiten haben sie die Pflicht, eine hölzerne Wasserleitung an einer Steilwand in Ordnung zu halten. Diese Leitung wird immer wieder von Lawinen zerstört und mehr als ein Mann aus dem Dorf ist bei der Reparatur der Leitung tödlich verunglückt.

    In diesen Ort bringt der Ortsvorsteher und Bärenwirt die neue Zeit, indem er englische Touristen anlockt, was seine Mitbürger einerseits stört, andererseits verstehen sie es dann doch, aus den Fremden ebenfalls ihren Vorteil zu ziehen.

    Als die Lawine die Leitung zerstört, überredet der Bärenwirt den armen Wildheuer Blatter, sich an die Reparatur zu wagen, man weiß nicht so recht, hat er ihn erpresst oder hat er ihn mit Argumenten überzeugt. Blatter stirbt bei dieser Aufgabe und dieser Tote steht seither zwischen Binia und Josi Blatter, den Kindern von Bärenwirt und Wildheuer und deren aufkeimender Liebe.

    Josi Blatter zieht in die Fremde, um moderne Ingenieurskunst zu lernen, um eine Leitung in die Felsen zu sprengen, die sicher vor den Lawinen ist. Aber als er sein Werk beginnt, sind die Dorfbewohner empört - ist das erlaubt oder nicht doch ein Frevel an uralten Ordnungen. Es kommt zu einem regelrechten Volksaufstand. Und dann gibt es noch die Prophezeiung, dass eine Jungfrau sterben muss, wenn das Dorf von der Blutfron der Wasserleitung erlöst werden soll. Wird Binia das Opfer werden?

    Der Roman ist spannend, weil er seine Konflikte ernst nimmt. Für die Kinder ist der Streit der Eltern ein ernstes Hindernis für ihre Hochzeitsplanung und kann nicht mit einem "die Liebe überwindet alles" bei Seite gewischt werden. Auch die Frage der Touristen bleibt kontrovers, sie bringen Geld und Nachrichten aus der Welt, alte Vorurteile werden überwunden, aber die Fremden bringen auch Unruhe und Verlust an Sicherheit in den Traditionen.

    Natürlich ist es auch etwas altmodisch, aber weniger als man denken könnte. Die Lektüre lohnt sich
  13. Cover des Buches Das Zimmer (ISBN: 9783518463031)
    Andreas Maier

    Das Zimmer

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    INHALT: Das idyllische Bad Nauheim in der Wetterau, ein paar Kilometer nördlich von Frankfurt am Main, ist 1969 ein verschlafenes Nest und J., der Onkel des Ich-Erzählers, ein verschlafener Zeitgenosse. Seine schwierige Geburt ließ ihn »mit einem Bein im Paradies stehen« und so irrt er als 39-jähriges Kind staunend durch eine Welt die stark im Wandel begriffen ist. Autos für jedermann, Menschen auf dem Mond – alles kaum zu fassen, besonders mit einem so geringen Fassungsvermögen.

    Wir lernen Onkel J. bei einem ganz gewöhnlichen Tagesablauf kennen, pendeln mit ihm zur Arbeit nach Frankfurt, beobachten ihn bei den Frauen im Rotlichtviertel, begleiten ihn auf seinen nachmittäglichen Botengängen für die Familie und später dann auf dem Weg zu seiner Stammwirtschaft, wo er sich für den harten Tag belohnen darf, und erkennen: Onkel J. ist ein Idiot, ein soziales Opfer mit fragwürdigen Vorlieben und gefährlichem Hang zur Unterwerfung (was sein komplettes Umfeld auch ausnutzt). Aber er ist auch wunderbar unschuldig, will einfach nur ein wenig Anerkennung und geht in seiner Einfalt den steinigen Weg immer und immer weiter.

    FORM: Der vorliegende Roman DAS ZIMMER ist Auftakt einer auf elf Bände angelegten Familiensaga namens ORTSUMGEHUNG. Andreas Maier (*1967) legt im ersten Band den Fokus auf seinen Onkel, während die Folgebände eher die eigenen Erfahrungen behandeln. DAS ZIMMER liest sich wie ein 200-Seiten-Porträt in dem ebenjener Tag im Jahre 1969 minutiös abgearbeitet wird, um mit jeder Begebenheit auf den Charakter J.’s eingehen zu können. Der Ton, den Maier dabei anstimmt, schwankt zwischen ironisch und nüchtern. Manchmal weiß man nicht so recht: Macht sich Maier jetzt über den Onkel lustig? Oder will er einfach nur aufrichtig beschreiben? Oder zuckt er mit den Schultern und sagt: »Schaut ihn euch an! Noch Fragen?«

    Da war jemand, der sich jeden Tag bereitwillig als Opfer darbot, und je mehr man zuschlug und zutrat, desto loyaler band er sich an einen. Das kannten sie nicht. Das überforderte sie. Da mussten sie gleich wieder zuschlagen. (Seite 86)

    Sicher: Onkel J. kann einem leidtun, aber er ist in mancher Hinsicht auch furchtbar unsympathisch. Diese Ambivalenz, sowohl in Onkel J.’s Charakter als auch in der Tonlage des Autors, hinterlässt einen interessanten Nachgeschmack, der einem auch ein wenig den Spiegel vorhält und am schlechten Gewissen rüttelt.

    FAZIT: Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Durch Marina Büttners wohlwollende Besprechungen der Folgeromane bin ich auf die ORTSUMGEHUNG aufmerksam geworden (An dieser Stelle vielen Dank!) und dieser großartige erste Band hat mein Interesse an den Fortsetzungen geweckt. Fünf Sterne plus Leseempfehlung!

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

  14. Cover des Buches Das finstere Tal (ISBN: 9783869092188)
    Thomas Willmann

    Das finstere Tal

     (13)
    Aktuelle Rezension von: CitizenWeasel
    Erkenntnisse beim Hörbuch-Hören:

    1. Das Leben in den Bergen ist ganz schön archaisch
    2. Die Menschen in Hochtälern sind wortkarg und ziemlich beschränkt
    3. Landwirtschaftliche Geräte eignen sich ausnehmend gut für Rache-Orgien
    4. Sergio Leone lebt.

    Fazit:
    Interessante Idee, genialer Vorleser. Aber man kann nicht umhin, sich über weite Strecken mit Luzi zu wundern, warum Greider und der Autor so schwarz-weiß malen. Ein paar Farbnuancen wären nett: "Ein richtiges Bild, halt."
  15. Cover des Buches Das Leuchten des Almfeuers (ISBN: 9783902885333)
    Conny Reinhard

    Das Leuchten des Almfeuers

     (10)
    Aktuelle Rezension von: MiniBonsai

    Zu Beginn werden die Personen bekannt gemacht und die Gesamtsituation beleuchtet. Man wird katapultiert in das Jahr 1960 nach Österreich in ein Dorf mit wohl recht gläubiger Bevölkerung.
    Dazu ist auch die Sprach/Wortwahl nützlich, die mir am Anfang ein wenig gestelzt daher kam, aber mit dem Weiterlesen charakteristisch für die Geschichte ist.

    Sophie, eine verarmte Bauerstochter, heiratet auf Wunsch der Eltern den reichen Bauern Ignatz. Einige Zeit zuvor hatte sie, die sehr empfindsam beschrieben wird, die junge Frau Louise getroffen, die sie innerlich angerührt hatte. Allerdings konnte sie das nicht zuordnen. Nun als Ignatz Frau trifft sie Louise wieder ... und wird ebenso wie Louise beim Wiedertreffen aus der Bahn geworfen.

    Ignatz, im Werben um seine Frau ihr scheinbar gut zugetan, zeigt nun sein wahres Gesicht als (Ehe)Mann und reicher Herr. Sophie bereut die Heirat und beginnt sich selber nicht mehr zu erkennen in ihrem Sehnen nach Louise´s Nähe. Sie kommt mit diesen Gefühlen für Louise nicht klar.

    Louise scheint es einfacher zu haben, ihr ist schon bewußt, dass sie selbst "anders" ist und auch Sophie lesbisch ist.
    Beim gemeinsamen Spaziergang mit Louise begegnen sie der alten Lehrerin Fräulein Mayerl ... und deren wissender Blick ist faszinierend. Sie wird Sophie eine mütterliche Vertraute und Ratgeberin aufgrund ihrer Lebenserfahrung. (Sie ist mein Lieblingscharakter im Buch).
    Immer wieder  kämpft und ringt Sophie mit sich selbst im Spagat zwischen Tradition/kirchlicher Moral und ihrem Sehnen und merken, dass sie eben anders empfindet.

    Sophie verändert sich in ihrer Akzeptanz des eigenen Anderssein zunehmend. Sie kann Ignatz Nähe nicht mehr ertragen, aber andererseits kann sie nun seine grobe Art besser ertragen bzw abschütteln. Die Geheimnisse nehmen zu, sie liebt Louise und lebt das heimlich aus.

    Beim Bergsommerfest findet der Leser/die Leserin die Erklärung für den Titel des Buches. EinLEUCHTENd ...

    Aber Sophie ist noch nicht soweit, sich loszusagen von ihren Eltern und den Traditionen... immer wieder wird ihre Zerrissenheit spürbar. Ihre Heimat zu verlassen kommt (noch) nicht in Frage.

    Ignatz spürt die Veränderung und wird auf eine (falsche) Fährte geführt und beginnt eifersüchtig zu werden. Seine Reaktion sind irgendwie absehbar... und Sophies Ekel wird immer größer und bringt damit ihre gedankliche Entscheidung.
    Ihr Mann wird mir beim Lesen immer unsympathischer... insofern: gut beschrieben!

    Doch dann passiert es: Sophies Schwangerschaft, die sie zunächst ihrem Mann verheimlicht. Aber Ignatz bekommt es mit ... und auch mit wem seine Frau ihn betrügt... und Louise verschwindet...

    Sophies Mutter errät teilweise was los ist... aber sie kann nicht aus ihrem Glauben ausscheren und ihr helfen sondern stürzt sie letztlich noch mehr in die Verzweiflung.
    Gut, dass es da Frl. Mayr gibt, die ihr wiederum weise rät. Dadurch wird Sophie stolz auf sich selbst und beginnt zu kämpfen... für das Kind unter ihrem Herzen. Ignatz wiederum glaubt sich am Ziel, da Louise ja aus seiner Sicht nun keine Gefahr mehr darstellt und er nun Vater wird.

    Nach einem Zeitsprung kehrt Louise doch ins Dorf zurück und die Ereignisse überschlagen sich.
    Viele Geheimnisse werden gelüftet und die beiden Frauen finden wieder zueinander und weitere Unterstützer für ihre Liebe und gegen Ignatz, den sie vertreiben. Sie arrangieren ihr Leben neu - ohne Ignatz. Leidenschaftlich lieben sich die beiden Frauen.

    Doch Ignatz kehrt voller Hass zurück und versucht Luise zu töten. Zum Glück ist Sophie in der Nähe und ahnt irgendwie seine Pläne... was schließlich sein jähes Ende zur Folge hat (wie, das lest selber *gg*).

    Im Nachwort ein gefühlvolles (Weihnachts)Ende. Vieles hat sich geklärt, einiges muss sich noch klären bzw. stehen noch Änderungen an bzw. Selbstreflexion und Änderung von Sichtweisen.
    Sicher wird es da noch weiter gehen ...

    Von Homolitera hatte ich bisher noch nichts gelesen, "lediglich" Erfahrung mit erotischen Büchern (mehr oder weniger heftig) und im Bekanntenkreis einige Schwule und Lesben.
    Sehr interessant fand ich den Zeitsprung vor meine Geburt und dann auch noch ins Ländiche nach Österreich. Da wird einem erstmal bewusst wie weltoffen wir heute im Vergleich sind... aber auch, welche verbohrten Sichtweisen durchaus immer noch zum Tragen kommen bei manchen Menschen.

  16. Cover des Buches Schloß Hubertus (ISBN: 9783842421417)
    Ludwig Ganghofer

    Schloß Hubertus

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Berge und Menschen (ISBN: B0021ZSK8G)
    Heinrich Federer

    Berge und Menschen

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Ein altes Lied klingt aus (ISBN: B001G6CLTK)
    Olav Gullvaag

    Ein altes Lied klingt aus

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Der König der Bernina (ISBN: 9780559521997)
    Jakob Christoph Heer

    Der König der Bernina

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Hungersacker: Gustl Bayers erster Fall (Ostbayernkrimi 2) (ISBN: B07H7V7KSM)
    Martina Schmid

    Hungersacker: Gustl Bayers erster Fall (Ostbayernkrimi 2)

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Heidelinde12

    Gut gelungen ist der bayrische Heimatroman. Die Autorin beschreibt das Zeitkollorit der 60ger bis 80ger Jahre sehr anschaulich, zeigt auf, wie beschwerlich es damals war, einen großen Hof zu bewirtschaften und den Landwirtschaftsbetrieb am Laufen zu halten, gaben die kargen Böden  ja nicht viel her. Die Leserschaft erlebt eine interessante  Geschichte über das funktionierende, in großen Zügen menschliche Miteinander der kleinen Gemeinschaft auf dem Hof, weit ab von der nächsten Ortschaft.

    Doch dann heiratet der Jungbauer und alles ändert sich. Die Liebe zerbricht an den Herausforderungen des Lebens, Kinderlosigkeit, ein schwerwiegender Unfall des Jungbauern, aufkommende Eifersucht, Hass und Existenzangst sorgen beiderseits für eine tagtägliche psychische Überforderung – die innere Zerrissenheit der Protagonisten, wird für die Leserschaft hautnah sichtbar – gut gezeichnet von der Autorin. Das Ganze mündet in einer grausigen Tragödie, für die ein Unschuldiger zur Verantwortung gezogen wird.

    Doch das Leben auf dem Bauernhof geht weiter … anders wie bisher und auch nicht glücklicher, denn die Tragödie hinterlässt tiefe Spuren. Daran ändert auch das einziehende Kinderlachen auf dem Hof nichts. Mehrere Seelen kommen nicht zur Ruhe – statt Frieden herrscht Unruhe – und das 19 Jahre lang – schwer zu ertragen für alle.

    Es ist fast wie eine Erlösung, als die ehemalige Magd, kurz vor ihrem Tod, endlich Licht in die damalige Tragödie bringt, somit einen Unschuldigen im Nachhinein entlastet und dafür sorgt, dass das grausige Verbrechen restlos aufgeklärt wird.

    Ein Heimatroman mit einem kleinen Hauch John Knittel, wirklich spannend und lebendig geschrieben. Aufgelockert wird die Story durch amüsante Bauernregeln am Ende der einzelnen Kapitel. Es lohnt, das Buch zu lesen.

    Heidelinde Penndorf

  21. Cover des Buches Trümmerteilchen: Ein Roman in fünf Einzelschicksalen (ISBN: 9781505585056)
    Florian Wolf

    Trümmerteilchen: Ein Roman in fünf Einzelschicksalen

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Blaustern
    Das Leben in dem Dorf im Odenwald ist so öde. Einziges Highlight des Jahres ist das Burgfest. Ansonsten ist nichts los. Was soll man da anfangen? Man ist dort gefangen und wird immer unglücklicher. Zumindest geht es so den 5 Figuren in dieser Story, die dem Leben dort nichts mehr abgewinnen können und sich automatisch fragen, das soll nun alles gewesen sein? Worin besteht eigentlich der Sinn des Lebens? Sie wollen ihren Weg gehen, doch der führt schon bald in den nächsten Abgrund. Das Verlieren ist hier ein ständiger Begleiter. Aber ist es nicht auch im wahren Leben oft so? Immer wieder gibt es Rückschläge. Diese 5 Leute hier, das sind Felix, der als einziger schon mal in die weite Welt hinausgegangen ist, der aber wieder zurückkam, da er das Glück anderswo auch nicht fand. Nun will er seine große Liebe in der Gegend endlich für sich gewinnen. Damian, der sich vom Staat bezahlen lässt, anderseits aber noch genügend Motivation aufbringt, jede Menge Weibliches aufzureißen. Eva, die gute Seele unter ihnen und gut verwurzelt in ihrem Amt. Aber irgendwann merkt auch sie, dass sie in dem Ort immer unzufriedener wird und bewirbt sich in diversen Großstädten. Steffen ist neu hinzugezogen und absolut unsicher, ganz ohne Selbstbewusstsein, da er es zulässt, noch immer von seiner Mutter bevormundet zu werden. Und Maxi arbeitet in einem Frisiersalon und will unbedingt ganz groß als Model herauskommen.
    Der Schreibstil ist sehr direkt und passt sich den jeweiligen Situationen an. Man erkennt anhand der Sprache sofort, wer der Personen sich gerade zu Wort meldet. Zeitweilig kann man ihn als ziemlich derb bezeichnen, aber spielt nicht auch das Leben oftmals so? Was so ist, sollte auch so gesagt werden dürfen. Gerade so kommt es auch der Realität sehr nahe. Zustände wie aus dem Leben gegriffen. Daher ist es auch ein Buch, welches sehr nachdenklich stimmt, welches man nicht nebenher lesen kann. Auch wirkt es noch hinterher lange nach, und man beginnt, im eigenen Leben zu stochern. Ein happy End kann man da wohl kaum erwarten. Eine gehobene und tiefschürfende Lektüre, die sich aber doch flüssig lesen lässt.
  22. Cover des Buches Schrippenblues (ISBN: 9783442480999)
    Moses Wolff

    Schrippenblues

     (17)
    Aktuelle Rezension von: AliceDreamchild
    Der Wildbach Toni ist ein echter Bergfex. Solange er in Berg und Bett auch seine Freiheiten genießen darf, ist seine Welt in Ordnung. Sein geliebtes Tinerl würde allerdings lieber die Hochzeitsglocken läuten hören. Als Toni sich sträubt, lacht sie sich kurzerhand einen Schlumpf an und verschwindet nach Berlin. Das kann der Toni nicht auf sich sitzenlassen. Er macht sich auf in die Großstadt, um sein Tinerl zurück zu erobern. Doch der Großstadtdschungel hält seine ganz eigenen Herausforderungen für ihn bereit.

    Ambivalenter Protagonist mit Charme
    Ein witzig geschriebenes Buch mit einem sehr originellen Protagonisten. Der Toni ist ein Kerl mit Ecken und Kanten, hat aber dennoch viel Charme. Am Anfang fand ich ihn richtig sympathisch – vor allem, weil er zwar recht traditionelle Werte hegt, neuen Einflüssen aber trotzdem aufgeschlossen ist. Im Laufe des Buchs wurde er aber immer oberlehrerhafter, was ihn mir wieder etwas entfremdet hat.

    Was gar nicht ging, war der häufige Griff zur „Watschn“ als Erziehungsmaßnahme gegenüber anderen Menschen. Auch seine Doppelmoral in Liebesdingen fand ich nicht gut und zum Teil habe ich mich echt gefragt, was das Tinerl an ihm findet. Insgesamt also ein sehr ambivalenter Charakter, was das Lesen besonders spannend gemacht hat.

    Witzige Abenteuer in Berlin
    Die Abenteuer in Berlin waren außergewöhnlich und lustig, aber nicht zu abgehoben, sodass sie trotzdem realistisch wirkten. Der Toni findet sich in Berlin erstaunlich gut zurecht und gibt bei neuen Begegnungen auch recht schnell den Ton an. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, aber an vielen Stellen musste ich schmunzeln oder sogar richtig loslachen. Etwas unglaubwürdig fand ich aber seine amourösen Ausflüge – immerhin will er ja seine Herzdame zurückerobern. Andererseits passt das auch wieder zu ihm als Charakter.

    Fazit: Amüsantes Buch, flüssige Lektüre
    Ich glaube, man darf den Toni einfach nicht zu ernst nehmen. Ein paar seiner Charakterzüge haben mich beim Lesen schon gestört. Insgesamt aber trotzdem ein amüsantes Buch, das sich sehr schnell und flüssig lesen ließ. Ich hatte viel Spaß damit und habe viele Dinge daraus auch wiedererkannt (bin auf dem Dorf in den Voralpen aufgewachsen und lebe jetzt in der Großstadt).

  23. Cover des Buches Die vier von der Schusterstaffel (ISBN: 9783800108251)
    Heinrich Maurer

    Die vier von der Schusterstaffel

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Booky-72

    Vier Freunde in einem kleinen schwäbischen Dorf, das nach dem Ende des zweiten Weltkriegs die Landwirtschaft wieder auf- und ausbaut. Jeder von ihnen soll den väterlichen Hof übernehmen und doch hat jeder ganz andere Vorstellungen von der Arbeit, vom Fortschritt auf den Höfen und von der Familiengründung.

    Doch egal, was das Schicksal für jeden einzelnen bereithält, ihrer Freundschaft kann das nichts anhaben. Und so treffen sie sich weiterhin an der Schusterstaffel auf einen Schwatz.

    Ein sehr schöner Heimatroman, der die damalige Zeit wunderbar widerspiegelt. 5 Sterne auch für den eindrucksvollen Schreibstil und die geschichtliche Bedeutung.

  24. Cover des Buches Der Müllner-Peter von Sachrang (ISBN: 9783475536090)
    Carl Oskar Renner

    Der Müllner-Peter von Sachrang

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Beim Lesen hat man den Eindruck, Carl Oskar Renners bekanntester Roman könnte vor 100 Jahren geschrieben sein, doch mit seinen gerade einmal gut 40 Jahren ist er »nur« ein moderner Klassiker.

    Der historische Müllner-Peter lebte von 1766 bis 1843 und war seiner Begabungen wegen zunächst für die Priesterausbildung vorgesehen. Diese brach er jedoch ab und kehrte als Müller in sein Heimatdorf Sachrang zurück. Nach anfänglichem Misstrauen der Mitbürger wurde er als Chirurg, Apotheker, Gemeindevorsteher und vor allem als Kirchenmusiker und Komponist ein hochgeachteter Mann.

    Der Müllner-Peter von Sachrang ist ein Heimatroman im besten Sinn, der nicht nur die Biografie dieses interessanten Mannes aufgreift, sondern auch das Dorfleben im Chiemgau in der Zeit um die napoleonischen Kriege anschaulich schildert.

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