Bücher mit dem Tag "heinrich böll"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "heinrich böll" gekennzeichnet haben.

44 Bücher

  1. Cover des Buches Wer bin ich - und wenn ja wie viele? (ISBN: 9783442313617)
    Richard David Precht

    Wer bin ich - und wenn ja wie viele?

     (650)
    Aktuelle Rezension von: Faidit

    Precht hat seine Abhandlung in drei Abschnitte eingeteilt. Den ersten Abschnitt könnte man zusammenfassen mit: Ich habe ein Gehirn, mit dem ich denke und fühle, also bin ich. Ob man seine Persönlichkeit nur auf diese graue Masse beschränken will, sei jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil sehe das nicht so. Aber es scheint, dass die Philosophie die Beantwortung der großen Fragen eines jeden sinnierenden Menschen ohnehin nicht endgültig beantwortet, sondern nur Anreize gibt, wie auch Precht in seinem Buch. Der Autor packt unter diesem sinnpr“e“chtigen Titel sämtliche anerkannten Größen der Philosophie und Psychologie sowie auch der Medizin im Bereich Hirnforschung mit kurzer Darstellung ihres Lebens und ihrer persönlichen Lehre zusammen, sodass dieses Werk eher zu einem Sachbuch der Historie der Geisteswissenschaften wird. Das Buch hat sich zur Mitte hin, als der Autor auch aktuelle Themen wie Sterbehilfe, Tierversuche usw. angepackt hat, sehr gesteigert, ist zum Ende hin aber leider wieder abgeflacht. Precht verpackt wissenschaftliche Inhalte höchst unterhaltsam. Da gibt es dann schon mal den einen oder anderen Lacher. Leider konnte ich von ihm keine persönlichen Einsichten, keine eigene philosophische Meinung zu den Fragen des Lebens finden, die er zumindest gegen Ende hätte äußern können, damit das Ganze nicht nur vergangene Größen aufzählt. Immer wieder kommt Precht auf die Hirnfunktionen des Menschen zu sprechen, von einer Seele und Geist wird kaum etwas erwähnt bzw. erwogen, dass der Mensch mit mehr denken und fühlen könnte als mit vergammelndem Fleisch. Die Frage nach dem Sinn des Lebens kann scheinbar überhaupt nicht beantwortet werden und wird darum zur sinnlosen Frage degradiert, die lt. Nietzsche und Freud nur stellen könne, wer eine körperliche oder geistige Schwäche habe. Das hat mich doch schon sehr verärgert, denn ich sehe den Sinn des Lebens eindeutig darin, Liebe zu geben und anzunehmen und Hass und Angst deshalb immer weiter aus unserem Leben „abzutrainieren“. Da kommt dann schon die nächste Frage auf, die der Autor ebenfalls nur körperbezogen beantwortet: Was ist Liebe wirklich? 

    Ist „ich denke, also bin ich“, die Antwort, die uns befriedigt? Wohl eher nicht, sonst würden wir nicht weitersuchen. Tatsächlich regiert unser vielgerühmter Verstand unser Leben nämlich nicht. Denn selbst nach Tausenden von Jahren funktioniert dieses Konzept ja noch immer nicht und die Menschen lernen aus ihren Fehlern nicht dazu.

    Die Frage im Buchtitel des Autors würde ich persönlich mit „Alles“ beantworten. Weshalb? Darüber kann sich jeder selbst seine Gedanken machen. Doch da unser ICH nicht zu erfassen in der Lage ist, ist es wichtig zu wissen, dass man nichts weiß…

  2. Cover des Buches Ansichten eines Clowns (ISBN: 9783423146067)
    Heinrich Böll

    Ansichten eines Clowns

     (460)
    Aktuelle Rezension von: Friedrich_Schoenhoff

    Immer wenn ich nicht begreife, warum ich so bin, wie ich bin, brauche ich nur das Buch zur Hand nehmen und mich an die Moral der Wirtschaftswunder-Gesellschaft erinnern. An Marie, die ihre Liebe Hans verlässt, weil er sich weigert, die Kinder, die sie bekommen könnten katholisch taufen zu lassen. Und Hans selbst, der, ohne sich hätte anstrengen müssen, in Wohlstand alt geworden wäre. 

    Statt dessen beschließt er, der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten, und Clown zu werden. 

    Er verachtet seine Eltern, die überzeugte Nazis waren und zeigt dem Spießertum erfolgreich den gestreckten Mittelfinger, bis Marie ihn verlässt 

    Nun wird er der traurigste aller Komödianten, ist völlig mittellos und blickt sentimental auf sein Leben zurück.

    Das Buch reflektiert in Ansätzen eine Zeit, deren Macher mich groß gezogen haben, bis ich selbst gemerkt habe, wohin das Streben nach immer mehr führt und welchen Preis ich dafür bezahlen müsste.

    Jeder ist ein Kind seiner Zeit und die, die folgen, bleiben Zeit ihres Lebens ein Stück Zeuge der Zeit, ob sie wollen oder nicht. Berührend und damals 1963 skandalös, als jemand sich traute, das Gesicht des Katholizismusses zu entlarven. 

    Der steht heute vor ganz anderen Problemen und löst sich gerade selbst auf 


  3. Cover des Buches Irisches Tagebuch (ISBN: 9783423146043)
    Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch

     (209)
    Aktuelle Rezension von: mabo63

    Böll schreibt 1954 in seinen Texten von seinen Reisen nach Irland, beschreibt das dazumal arme und rückständige Irland, vom garstigen Leben und tiefer Religiösität, erzählt vom Aderlass (viele sind gezwungen auszuwandern vorwiegend nach Grossbritanien oder nach Übersee)

    Und dennoch spürt man dass er dieses grüne, von Regen geprägte Irland liebt.


    "[..]Muss Aedan McNamaras Frau ausgerechnet immer nachts ihre Kinder kriegen und immer im September?

    Aber Aedan McNamara arbeitet von März bis Dezember in England, kommt um Weihnachten erst nach Hause, für drei Monate, um seinen Torf zu stechen, das Haus neu zu streichen, das Dach zu reparieren, heimlich an diesem zerklüfteten Küstenstreifen ein wenig auf Lachsfang zu gehen, nach Strandgut zu suchen - und um das nächste Kind zu zeugen: so kommen Aedan McNamaras Kinder immer im September, um den 23. herum: neun Monate nach Weihnachten, wenn die grossen Stürme kommen, die See meilenweit schneeweiss ist vor zornigem Schaum.

    Aedan sitzt jetzt wahrscheinlich in Birmingham an einer Bartheke, ängstlich wie alle werdenden Väter, flucht auf die Hartnäckigkeit seiner Frau, die aus dieser Einsamkeit nicht zu vertreiben ist: eine dunkelhaarige trotzige Schönheit, deren Kinder alles Septemberkinder sind; unter den verfallenen Häusern bewohnt sie das einzige noch nicht verlassene [...]

  4. Cover des Buches Früher war mehr Lametta (ISBN: 9783257235357)
    Daniel Kampa

    Früher war mehr Lametta

     (24)
    Aktuelle Rezension von: wasichgelesenhabe
    Ich habe mir dieses Buch als Adventskalender-Buch vorgenommen und habe im Dezember an jedem Tag eine neue Kurzgeschichte gelesen. Dadurch wurde es zu einem netten und kurzweiligen Begleiter in der Adventszeit.

    Die Geschichten und Gedichte sind nicht als Stimmungsbringer für die Weihnachtszeit gedacht, sondern sollen vielmehr die Weihnachtszeit mit ihrem ganzen Drumherum etwas aufs Korn nehmen. Und doch passt es mit dem weihnachtlichen Hintergrund in jedem Beitrag hervorragend in die Adventszeit.

    Sicher waren einige Geschichten/Gedichte besser als andere, aber im Großen und Ganzen fand ich diese Sammlung sehr interessant und teilweise richtig toll. Es waren Autoren dabei, von denen ich schon immer mal etwas lesen wollte, und nun die Gelegenheit hatte.

    Mein Highlight war übrigens "Erika" von Elke Heidenreich.
  5. Cover des Buches Gruppenbild mit Dame (ISBN: 9783942656245)
    Heinrich Böll

    Gruppenbild mit Dame

     (60)
    Aktuelle Rezension von: Marla_Humi

    Zwar drehen sich die Recherchen des "Verfassers" vorrangig um Leni Gruyten/ Pfeiffer, aber die zu Wort kommenden Freundinnen und Bekannten Lenis erzählen selbst auch ihre eigenen Geschichten und berichten von ihrem Über-Leben während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Köln. 

    Böll präsentiert eine Fülle von Episoden und Eindrücken. Indem er die Figuren in ihrer eigenen Sprache reden lässt, werden die unterschiedlichsten Charaktere und Milieus lebendig. Alle vereint die schrecklichen und traumatischen Erfahrungen des Krieges, sei es als sowjetischer Kriegsgefangener oder als versteckte Jüdin, als Zivilisten, die irgendwie die Bombenangriffe auf die Stadt Köln überstehen, als Väter, Mütter, Frauen, die ihre Liebsten betrauern. Geschickt wird dokumentarisches Material eingeflochten.

    Aber bei aller Tragik und Trauer werden auch lustige Episoden eingebaut, z.B. der "Tote-Seelen-Skandal", der dazu führt, dass Lenis Vater sein gesamtes Vermögen verliert und nur mit Mühe der Todesstrafe durch die Nazis entgeht. 

    Der "Verfasser" geizt nicht mit ironischen und unterhaltsamen Kommentaren zu seinen Gesprächspartnern und ihren Marotten, wobei er sich selbst nicht ausnimmt. Allein die stellenweise Neigung zu unnötigen Abkürzungen und Ausuferungen schmälert den Lesegenuss.

    Schade, dass Böll vielen nicht mehr bekannt ist.

  6. Cover des Buches Ansichten eines Clowns. Roman (ISBN: B0052TK5N6)
    Heinrich Böll

    Ansichten eines Clowns. Roman

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Novella_Romana

    Verschlungen und geliebt. Das Buch hat mich direkt hineingezogen sodass ich jede Figurenemotion 1:1 mitgefühlt habe. Man möchte meinen, dass sich die Gesellschaft, speziell unter dem Gesichtspunkt der Religion, bis heute weiterentwickelt hat. Aber jeder, der vielleicht vom Land kommt und/oder Großeltern hat, die noch tief im Glauben verwurzelt sind wird wissen, dass das eigentlich nicht so ist.

    Absolut lesenswerter Klassiker!

  7. Cover des Buches Und sagte kein einziges Wort (ISBN: 9783462024609)
    Heinrich Böll

    Und sagte kein einziges Wort

     (57)
    Aktuelle Rezension von: Tux
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    Böll prangert hier die „christlich geordnete“ Schein-Gesellschaft an und beschreibt den ewigen Drang des Menschen nach persönlichem Glück, dessen Erfüllung oft die Erwartungen von Kirche und Gesellschaft im Wege stehen. Die Zeit, in welcher der Roman spielt, sollte für den Leser keine Rolle spielen, denn immer noch sind nicht nur die menschlichen Wünsche und Gefühle, sondern auch die politischen Gegebenheiten die gleichen wie damals.

  8. Cover des Buches Wanderer, kommst du nach Spa... (ISBN: 9783423146081)
    Heinrich Böll

    Wanderer, kommst du nach Spa...

     (53)
    Aktuelle Rezension von: Leserausch
    24 düstere Geschichten aus dem 1.+2. Weltkrieg und der Zeit zwischen, bzw. unmittelbar nach den Kriegen. Böll entführt uns in eine Welt voller Hoffnungslosigkeit, Armut, Angst & Schrecken. Nirgendwo ein Sonenstrahl, ein dunkler Schatten liegt über den Dingen. Für mich persönlich war es eine "Schwere Kost", nicht ganz nach meinem Geschmack aber künstlerisch bestimmt wertvoll. Mich haben die Geschichten eher runtergezogen und es machte mir keinen besonders großen "Spaß" beim lesen. Von mir gibt es daher "nur" 3 von 5 Sternen !
  9. Cover des Buches Was zusammengehört (ISBN: 9783499257636)
    Markus Feldenkirchen

    Was zusammengehört

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Caroas

    Benjam nimmt an einem Schüleraustauschprogramm in Irland teil und verliebt sich dort in Victoria. Jahre später bekommt er einen Brief aus Irland und erinnert sich an diese Zeit.

    Wir erfahren durch Rückblendeb und den Briefen alles über die Liebe zwischen den Beiden. Über die Höhen und Tragödien dieser Liebe und warum sie nicht verheiratet sind.

    Feldenkirchen hat hier hervorragend eine Liebe zwischen Teenagern, die Zeit damals in Irland (die nichts mehr mit dem heutigen Irland zu tun hat) und der Fall der Mauer in eine Geschichte zusammengefasst. 

    Ein Buch das einen steten Lesefluss hat, der durch die Rückblenden und Briefe kein einziges Mal aus dem Fluss kam. 

    Fazit, ein Liebesroman den ich gerne weiterempfehle, auch an Jugendlichen ab 14.

  10. Cover des Buches Ein Jahr hat keine Zeit (ISBN: 9783462002249)
    René Böll

    Ein Jahr hat keine Zeit

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Miffy_Nijntje

    Heinrich Böll – Ein Jahr hat keine Zeit: Gedichte

    In dem Gedichtband „Ein Jahr hat keine Zeit“ lernen wir Heinrich Böll noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen. Fernab von seinen Prosatexten wie „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“, „Ansichten eines Clowns“ oder „Gruppenbild mit Dame“.

    Insgesamt ein interessanter und umfassender Eindruck, den man von Bölls lyrischen Werken bekommt.

    Mit seinen Gedichten lässt er ganz andere Facetten erkennen. Ein Genre, in dem er sich ebenfalls zu Hause zu fühlen schien – so kommt es bei mir an. Die Gedichte lesen sich flüssig im Takt, beinahe, als hätte er das schon immer gemacht. Und das hat er in gewisser Art und Weise auch. Die lyrischen Texte reichen von 1936 – 1985. Lyrik aus seinen jungen 20ern bis zu seinem Tod.

    Sein lyrisches Ich verleiht seiner (protestreichen) Meinung deutlich Ausdruck:

    Themen sind in den frühen Jahren zunächst u.a. antimilitärisch, die NS-Kritik, Empathie für viele verschiedene „Randgruppen“ (u.a. „Vagabunden“, „junge Dirnen“) und die Ungerechtigkeit gegenüber derer.
    In seinen späteren Gedichten, widmet sich das lyrische Ich der Stadt Köln (der Veränderung nach dem Krieg, den wuchernden Lebenshaltungskosten – schon damals!), der Kritik an der katholischen Kirche und der Kritik am Kalten Krieg/ den Bundeswehreinsätzen – spricht über die unnützen Toten.
    Die abschließenden Gedichte sind zum Teil welche, die Böll privat für Freunde/ Familie geschrieben hat, z.B. zum Geburtstag, häufig jedoch mit aktueller Thematik.

    Jochen Schubert und Dr. Gabriele Ewenz setzen die Gedichte zum Schluss noch einmal in einen zeitlichen/ biografischen Kontext – in zwei Etappen. Danach wird jedes Gedicht noch einmal datiert und wenn Informationen vorhanden, in einen eigenen Kontext gesetzt.

    Eine tolle Ergänzung in dem Lyrikband sind die Faksimiles. Wir erhalten in Form von fotografischen Reproduktionen eine Idee davon, wie Heinrich Böll geschrieben hat (bzw. welche Urformatierung die Gedichte hatten, als sie für den Band gesammelt wurden). Mal sehen wir ein Gedicht komplett handschriftlich geschrieben, mal abgetippt und handschriftlich bearbeitet. Spannend!

  11. Cover des Buches Draußen vor der Tür (ISBN: 9783872912497)
    Wolfgang Borchert

    Draußen vor der Tür

     (224)
    Aktuelle Rezension von: Orisha

    Ein Mann kommt nach Deutschland. Er kommt zurück, nach drei Jahren Sibirien, nach fünf Jahren Krieg. Zurück in eine Heimat, die nichts mehr für ihn bereit hält. Seine Frau liegt bei einem anderen. Der Oberst kennt ihn nicht mehr. Ein Job wird ihm nicht gegeben. Die Eltern sind tot. Da bleibt für Beckmann nur noch ein Weg - der Gang zur Elbe…

    Bocherts "Draußen vor der Tür" zählt zu Recht zu den Klassikern der Nachkriegszeit. Mit seiner Figur Beckmann fängt Borchert das Leben eines Kriegsheimkehrers ein. Beckmann steht vor den Trümmern seines Lebens und wird mit unserer Gesellschaft konfrontiert. Eine Gesellschaft, die nach dem Krieg die Verantwortung von sich schob, die auf die anderen zeigte - ohne sich selbst zu hinterfragen. Die Anfängern keine Chancen mehr gab. Die dem Elend, draußen vor der Tür, den Rücken kehrt. Selbstmorde stehen an der Tagesordnung. Doch das interessiert niemanden.

    Borchert fängt mit seinem Drama ein Stück Nachkriegsgeschichte ein. Eine Geschichte, die die Situation nach 1945 gut illustriert und den 1000den Schicksalen der Kriegsheimkehrer eine Stimme gab. Sicher in extremer Form, doch die braucht es, um wachzurütteln. 

    Kurzum: Ein Klassiker, den man gelesen haben sollte. Empfehlenswert.


  12. Cover des Buches Gruppenbild mit Dame (ISBN: B004PL8UM0)

    Gruppenbild mit Dame

     (8)
    Aktuelle Rezension von: sKnaerzle

    Inhalt: die in nicht ganz soliden Verhältnissen lebende Kölnerin Leni wird von ihrer Umgebung angefeindet, teils weil ihr unehelicher Sohn Lev im Gefängnis ist, teils weil man ihr noch immer eine Liebesbeziehung zu einem russischen Kriegsgefangenen vorwirft. Der Ich-Erzähler als Verfasser, befragt jetzt Menschen, die Leni kannten, um aus deren Aussagen ihr Leben zu rekonstruieren. 

    Was gelang: es dauert lange, bis sich aus den ersten Gesprächen so etwas wie eine Handlung herausschält. Dann aber bekommt man nach und nach ein Panorama der Menschen, die in der weiteren Umgebung von Köln zwischen den 20er und den 70er Jahren gelebt haben. Mir ist aufgefallen, dass ziemlich viel bestochen wird (Kölner Klüngel?) Am besten gefiel mir die Belegschaft einer Friedhofsgertnerei während des Krieges, wo jeder von jedem wusste, wo er vor der Machtergreifung politisch stand, worüber man in der Diktatur aber nicht spricht. Außerdem erzählt der Verfasser von vielen Personen, wie sie das Kriegsende erlebten und das gibt eine beiendruckende Sammlung von schrecklichen und wenigen glücklichen Schicksalen.

    Was nciht so gelungen: die Idee mit den Zeugen verlangt eigentlich, dass Lenis Charakter und Geschichte widersprüchlich und fremd bleibt. Der Verfasser kommentiert aber jden Zeugen und fasst zusammen, was wichtig ist, und so bleibt alles ziemlich eindeutig. 

    Was mich mehr gestört hat: Was die Menschen in diesem Roman zusammenbringt, ist vor allem Liebe und Sexualität und dafür findet Böll keine Worte. Zu allem Überfluss thematisiert er das aber immer wieder.

    Wahrscheinlich ist der Roman am besten für dieziplinierte Leser geeignet. Wenn man den Roman zwischendring weglegt, vergisst man bei den vielen Personen leicht, wer wer war.

  13. Cover des Buches Heinrich Böll: Und sagte kein einziges Wort (ISBN: B008PUKEZS)
    Heinrich Böll

    Heinrich Böll: Und sagte kein einziges Wort

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    Das Ende einer Ehe, das Ende einer Liebe, die nie ganz verloschen ist. Fred und Käte. Käte und Fred. Carla, Clemens und der Kleine.

    Nachkriegsdeutschland in einer namenlosen Stadt der jungen Bundesrepublik Deutschland. Fred Bogner lebt getrennt von seiner Frau, weil er die bedrückende Enge ihrer Wohnverhältnisse nicht mehr aushielt. Weil er der Armut, der Aggressivität entfliehen will, die sich immer wieder in ihm anstaut und die er an seinen Kindern – Carla, Clemens und dem Kleinen – auslässt. Ist Fred Bogner deshalb ein schlechter Mensch? Wohl kaum. Immer wieder treibt es ihn zu seiner Frau. Käte. Und sie treibt es zu ihm. Sie treffen sich in Hotels, begegnen sich auf der Straße. Sie reden. Immer wieder. Von Rückkehr, von ihren zwei toten Kindern, von ihrer Liebe. Und dennoch…

    Böll hat einen Roman geschrieben über die Ehe im Nachkriegsdeutschland, über ein Paar, das nicht von sich lassen kann, das füreinander bestimmt zu sein scheint. Abwechselnd in der Perspektive von Fred und von Käte geschrieben, taucht man schnell in ihre Gedankenwelt ein. Ein kraftvolles Buch, mit der gewohnten Kritik Bölls an der Konsumgesellschaft und an der Kirche – die immer weniger Menschen Halt zu geben vermag. Ein eindringliches Portrait der Nachkriegsgesellschaft, welches mich so schnell nicht mehr loslässt.

    Fazit: Böll at his best. Eindringlich, still und laut zugleich. Unbedingt lesen!
  14. Cover des Buches Das KiWi Winter Lesebuch (ISBN: 9783462019148)

    Das KiWi Winter Lesebuch

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Was auf den Nägeln brennt (ISBN: B0029KN3JE)
    Aki Wolter

    Was auf den Nägeln brennt

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Babel
    Alles was mir zu diesem Buch einfällt, welches ich vor zehn Jahren das erste Mal lass und nie wieder, ist dass die mir einprägsamste Geschichte sehr rassistisch bzw. ausländerfeindlich ist..
  16. Cover des Buches Weihnachten 1945 (ISBN: 9783423254304)
    Claus Hinrich Casdorff

    Weihnachten 1945

     (4)
    Aktuelle Rezension von: ErleseneBuecher
    In dem Buch kommen 24 unterschiedliche Personen zu Wort, die von ihrer Erinnerung an das erste Weihnachtsfest nach dem Krieg erzählen. Einige der Erzähler sind auch mir heute noch ein Begriff, andere waren mir unbekannt. Es sind aber alles Leute des öffentlichen Lebens, neben einigen Journalisten, Politikern und Autoren, gibt es aber auch Schauspieler und Geistliche.

    Ich dachte, ich lese es als eine Art literarischer Adventskalender, jeden Tag ein Bericht. Allerdings wurde daraus nicht so ganz etwas, da sich einige Berichte sehr hinzogen. Das Buch versprach nicht ganz das, was ich erwartet habe, allerdings waren meine Erwartungen eventuell auch zu hoch. Zum einen ist nicht jeder zum unterhaltsamen, kurzweiligen Schriftsteller geboren und zum anderen sollten die Erzähler sich nach mehr als 30 Jahren an ein Fest erinnern, dass viele vielleicht verdrängt haben bzw. in der Zeit mit anderen Dingen beschäftigt waren, so dass viel über die Zeit während des Umbruchs, des Kriegsendes berichtet wird, viel über die Zeit allgemein philosophiert wird, aber eben wenig konkret über die Lebensumstände im Winter 1945 erzählt wird. Einige tun dies aber, wie z.B. Leonie Ossowski, die so eindringlich über die Schwierigkeit ein Essen für den Heiligen Abend vorzubereiten berichtet und diese Berichte werden mir in Erinnerung bleiben, die anderen leider gar nicht.

    Folgende Erinnerungen sind in diesem Buch enthalten:

    1. Heinrich Albertz: Celler Weihnachten
    2. Wolf Graf von Baudissin: Schmollende Götterdämmerung
    3. Klaus von Bismarck: Von Weihnachten zu Weihnachten
    4. Heinrich Böll: Hoffentlich kein Heldenlied
    5. Christine Brückner: Altgewordene Kinder des Dritten Reichs
    6. Fritz Brühl: Bilder aus einer verstörten Stadt
    7. Walter Dirks: Zwiespältige Erfahrungen
    8. Josef Ertl: Aufbruch aus der Stunde Null
    9. Heinz Friedrich: Versuch einer Erinnerung
    10. Martin Gregor-Dellin: Marginalien über kein Weihnachten
    11. Hildegard Hamm-Brücher: Weihnachtsgeschichte 1945
    12. Joseph Kardinal Höffner: Neuer Aufbruch des Glaubens
    13. Walther Leisler Kiep: Gespräch über alle Grenzen
    14. Heinz Kühn: Heimkehr aus dem Exil
    15. Siegfried Lenz: Eine Art Bescherung
    16. Richard Löwenthal: „Denk‘ ich an Deutschland“ von England aus
    17. Lola Müthel: Eine Schauspielerin in Deutschland
    18. Leonie Ossowski: Das Weihnachtsessen
    19. Klaus Piper: 1945. Einige Reflexionen, damals und heute
    20. Annemarie Renger: Die erste Friedensweihnacht – zur Zukunft entschlossen
    21. Luise Rinser: Von der Liebe zum Menschen
    22. Walter Scheel: Ohne Angst vor der Zukunft
    23. Franz Wördemann: Weihnachten 1945. Vergeblicher Versuch, einen Punkt zu vermessen
    24. Peter von Zahn: Weihnachten der Einsamen

    Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

  17. Cover des Buches Das Heinrich Böll Lesebuch (ISBN: 9783423130165)
    Viktor Böll

    Das Heinrich Böll Lesebuch

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  18. Cover des Buches Doktor Murkes gesammeltes Schweigen (ISBN: 9783462045802)
    Heinrich Böll

    Doktor Murkes gesammeltes Schweigen

     (31)
    Aktuelle Rezension von: mistellor

    Fünf Kurzgeschichten, bzw. Satiren , 1958 von Heinrich Böll geschrieben, sind in diesem Band gesammelt:

    Geschichte Nr.1  Dr. Murkes gesammeltes Schweigen

    Geschichte Nr.2  Nicht nur zur Weihnachtazeit

    Geschichte Nr.3  Es wird etwas geschehen

    Geschichte Nr. 4  Hauptstädtisches Journal

    Geschichte Nr. 5  Der Wegwerfer

    Geschichte Nr. 1 spielt in einem Radiosender nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Erzählung erzählt treffend von dem abartigen, selbstüberschätzenden Verhalten sogenannter Promis, ihrem Machtgehabe, und die kleinliche Rachegelüste der Leidtragenden. Die Satire könnte durchaus auch heute noch spielen, nur das Obrigkeitsdenken- und Verhalten hat sich verändert.

    Geschichte Nr. 2 ist wohl die bekannteste Satire von Heinrich Böll. Eine, durch den 2. Weltkrieg traumatisierte Frau möchte jeden Tag Weihnachten feiern. Erst versucht ihre Familie sie wieder zu Vernunft zu bringen, aber da sie tagelang gellend schreit, gelingt es ihr, dass die Familie nun jeden Abend Weihnachtslieder singt, Geschenke verteilt und das Weihnachtsmahl zu sich nimmt, bis nach und nach einer nach dem anderen aussteigt und sich durch Puppen ersetzen lässt. Die Geschichte wurde auch sehr erfolgreich verfilmt.

    Geschichte Nr. 3 erzählt von einem Angestellten, der mit allen Mitteln versucht die Anforderungen und Wünsche seines Arbeitgebers zu erfüllen. Erst ein Todesfall ermöglicht ihm seinen Traumberuf. Die Geschichte ist total überzogen.

    Geschichte Nr. 4 hat mir überhaupt nicht gefallen. Ein Oberst, der nicht akzeptieren kann, dass militärisches Denken und Handeln überholt sind, versucht diese Vorstellungen mit Hilfe der Politik wiederzubeleben. Eine böse und äußerst frauenfeindliche Satire.

     Geschichte Nr. 5 handelt von einem Rationalisierer, der am Ende auch sich selbst wegrationalisieren könnte. Die Satire verdeutlicht einerseits den Wert von Äußerlichkeiten und den geringen Wert von Arbeit und Leistung. Auch diese Erzählung könnte durchaus in unserem Jahrhundert spielen.

     

     

     

     

  19. Cover des Buches Erzählungen (ISBN: 9783126756754)
    Heinrich Böll

    Erzählungen

     (22)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Das Brot der frühen Jahre (ISBN: 9783462300949)
    Heinrich Böll

    Das Brot der frühen Jahre

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Buchliese

    Böll selbst fasste die Erzählung mit folgenden Worten zusammen: "Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der jetzt 24 ist, am Kriegsende 13 oder 14 war, in die Stadt kommt, zunächst hungert, dann aber >mitmischt<, auf Karriere setzt, diese sogar macht – und dann durch die Liebe zu einem jungen Mädchen in eine andere Richtung gezogen wird." (Quelle: Wikipedia)

    Im Sommer 1955 hat Heinrich Böll seine Erzählung "Das Brot der frühen Jahre" geschrieben. Einen Montag lang habe ich Walter Fendrich begleitet, der mich schon mit seinen ersten Worten in die Geschichte gezogen hat. Viel lässt sich nicht über ein Buch sagen, das gerade einmal 126 Seiten umfasst, ohne zu viel darüber zu verraten. Ich habe eine Erzählung gelesen, die sich aus vielen Puzzleteilen aus Walters Vergangenheit, der Gegenwart, seinen Wünschen, Hoffnungen und Visionen zusammengesetzt hat. Es war meine erste Erfahrung mit Heinrich Böll und es wird sicher nicht die letzte sein.

  21. Cover des Buches Heinrich Böll (ISBN: 9783644400962)
    Klaus Schröter

    Heinrich Böll

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Böse Weihnachten (ISBN: 9783423202121)
    Lutz-Werner Wolff

    Böse Weihnachten

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Heinrich Böll: Spuren der Zeitgenossenschaft (ISBN: B007W3KH60)
  24. Cover des Buches Die redselige Insel (ISBN: 9783630621173)
    Hugo Hamilton

    Die redselige Insel

     (14)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    EIne Beschreibung Irlands und seiner Menschen wie sie treffender nicht sein könnte. Ich habe dieses Buch kurz nach einem Irlandurlaub gelesen und vieles wiedererkannt.

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