Bücher mit dem Tag "helsinki"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "helsinki" gekennzeichnet haben.

98 Bücher

  1. Cover des Buches Hundepark (ISBN: 9783462000115)
    Sofi Oksanen

    Hundepark

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Tanja_Wue

    Eine nicht ganz einfache Thematik, die dennoch so gut rübergebracht wurde, als wäre man selbst mitten drin. Für mich wirkte es sehr authentisch und realistisch, vor allem wenn dieses Schicksal mehrere Frauen betrifft.

    Das einzige Manko ist für mich, das Ende. Es hinterlässt ein paar offene Fragen, die für mich gerne auserzählt werden konnte. 

  2. Cover des Buches Feindesopfer (ISBN: 9783785728154)
    Max Seeck

    Feindesopfer

     (56)
    Aktuelle Rezension von: schnaeppchenjaegerin

    Der Firmeninhaber Eliel Zetterborg wird erstochen in seiner Wohnung in Helsinki aufgefunden, nachdem er zuvor Einsparungsmaßnahmen und Entlassungen von Mitarbeitern angekündigt hatte. Ein Mord aus Vergeltung erscheint offensichtlich und die Anzahl mutmaßlicher Täter unüberschaubar. Jusuf Pepple wird erstmals zum Hauptermittler im Dezernat für Schwerverbrechen ernannt, da seine erfahrene Kollegin Jessica Niemi sich nach ihrem letzten Fall eine Auszeit genommen hat.

    Bei der Spurensicherung in Zetterborgs akribisch aufgeräumter Wohnung wird ein ungelöstes Puzzle mit Tausenden von Teilen und ein verstecktes Foto gefunden, auf dem Zetterborg in jüngeren Jahren mit weiteren Männern abgebildet ist, deren Gesichter unkenntlich gemacht worden sind. Unklar ist, ob der Täter damit weitere Morde ankündigt oder ob das Foto auf ein anderes Motiv hindeutet. Jusuf sucht sich Unterstützung bei Jessica, doch diese hat mit ihren eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen.

    "Feindesopfer" ist nach "Hexenjäger" und "Teufelsnetz" Band 3 der Reihe um die Kriminalhauptkommissarin Jessica Niemi, die durch Flashbacks und Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit psychisch belastet ist. In diesem Band stellt möchte sich ihrer Vergangenheit stellen und hat deshalb bei der Aufklärung des Kriminalfalls nur eine untergeordnete Rolle, während Jusuf, der aus den letzten Bänden als ihr Partner bekannt ist, die Leitung der Ermittlungen übernimmt.

    "Feindesopfer" wird in kurzen Kapiteln erzählt, die sehr dynamisch sind, da der Fall innerhalb von 24 Stunden mit der Verhaftung von zwei Tatverdächtigen als gelöst gilt. Daneben gibt es Rückblenden in den Winter 1990, die der/ dem Leser*in einen Wissensvorsprung geben, wodurch die Handlung jedoch nichts an ihrer Spannung einbüßt.

    Dazu trägt auch der zweite Handlungsstrang um Jessica Niemi bei, die sich mit einem alten Fall konfrontiert sieht. Darüber hinaus sorgt ihre Vergangenheit mit ihren toten Angehörigen weiterhin für Rätselraten, seit Band 1 immer wieder angedeutet wurde. Auch wenn es zur Lösung des Kriminalfalls nicht nötig ist die beiden Vorgängerbände zu kennen, bieten sie doch wichtiges Hintergrundwissen, um Jessicas Tun besser einordnen zu können.

    Der Kriminalfall ist durch Wendungen und Rückblenden in die Vergangenheit abwechslungsreich, die Ermittlungen wie die handelnden Personen authentisch. Insbesondere in Jusuf, der zum ersten Mal Verantwortung übernehmen muss und immer wieder mit dem Druck der Verantwortung zu kämpfen, wirkt nahbar und seine Gefühle nachvollziehbar.

    Band 3 ist ist aufgrund des leichter durchschaubaren Plots greifbarer und auch bodenständiger als Band 1 und 2, jedoch auch unaufgeregter und weniger ein Thriller.

    Dennoch ist die Aufklärung des Falls aufgrund mehrerer Verdächtiger, Motive und unvorhersehbarer Ereignisse spannend bis zur endgültigen Sicherheit über die Identität des Täters. Da Jessica immer noch ein Mysterium bleibt, freue ich mich, dass die Reihe, die als Trilogie angelegt war, fortgesetzt wird und darin hoffentlich Jessica und ihr genialer Instinkt wieder eine größere Rolle spielen werden.

  3. Cover des Buches Mittsommerblut (ISBN: B07F7M65R2)
    Daniela Arnold

    Mittsommerblut

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Ein solider Thriller. Es geht um vier Jugendliche, die gemeinsam zelten wollen am See. Am Ende ist einer der Jungen tot, ein Junge schwerverletzt, zwei Mädchen verschwunden. Zeitgleich verschwindet noch ein anderes gleichaltriges Mädchen. Gibt es einen Zusammenhang? Was ist passiert? 

    Es klingt interessant und ist tatsächlich auch interessant, zu lesen. Dennoch hat mir etwas gefehlt.

    Ich mochte die Handlung an sich. Ich mag einfach dieses Geheimnisvolle. Lange weiß man nicht, was passiert ist und kann mitraten, wie das alles zusammenhängt. 

    Die Charaktere blieben bis auf wenige Ausnahmen zu blass für mich. Ich konnte sie nicht wirklich vor mir sehen, mich nicht hineinfühlen. 

    Und die Auflösung... Nun ja, mir persönlich erscheint sie nicht sehr realistisch. Schwer vorstellbar. 

    Dennoch hat mich das Buch aber gut unterhalten; es war okay. 

  4. Cover des Buches Speck ahoi (ISBN: B08VGW8DYM)
    Patrick Schnalzer

    Speck ahoi

     (24)
    Aktuelle Rezension von: jeanne1302

    Woran erkennt man einen guten Autor?


    Er kann mit Worten spielen und jonglieren. 

    Er kann Situationen so beschreiben, dass man sich so fühlt, als wäre man dabei oder die Person. 

    Er kann so gut unterhalten, dass man rundherum alles vergisst.

    Er kann alltägliches und nicht so alltägliches auf humorvolle Weise erzählen.

    Dies ist ein Buch eines guten Autors!

    Denn all das darf vor und während einer Kreuzfahrt miterlebt werden. 

  5. Cover des Buches Forever Yours (ISBN: 9783742315700)
    Samu Haber

    Forever Yours

     (40)
    Aktuelle Rezension von: chipie2909

    Seit Jahren war ich schon total großer Fan der finnischen Band Sunrise Avenue. Ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Konzerte ich besucht habe und war lange Zeit absolut begeistert. Dieser Enthusiasmus ließ jedoch die letzten Jahre etwas nach. Um eine Musikgruppe wirklich gut zu finden, müssen mir auch die Mitglieder sympathisch sein und eine Ausstrahlung haben. Meiner Meinung nach hat der Sänger der Band, Samu Haber, diese besondere Aura in den letzten Jahren komplett verloren. Deshalb hat mich sein Buch „Forever Yours“ sehr interessiert. Ich wollte wissen, wer sich hinter dem Namen Samu Haber verbirgt. Je weiter ich in diesem Werk kam, desto mehr habe ich mich gefragt, was er dem Leser eigentlich mitteilen möchte. Es kristallisierte sich immer mehr heraus, dass diese Seiten wohl eher eine Abrechnung sein sollen. Es ist echt erschreckend, wie er auf Menschen herumhackt, ohne deren Hilfe er niemals diesen Ruhm erreicht hätte. „Forever Yours“ basiert darauf, einige Personen, mit denen Samu Haber nicht klarkam, durch den Dreck zu ziehen. Es wirkt, als wäre der Sänger von Selbstüberschätzung, Neid und Missgunst beherrscht und ich kann nicht nachvollziehen, dass manche Menschen dennoch unbedingt mit ihm arbeiten wollten. Da hatte wohl die Gier nach Rampenlicht großen Einfluss. Besonders schlimm fand ich, wie Samu Haber „The Voice of Germany“ und dessen Kandidaten sah. Jeder, der im Team Samu war, tut mir leid, denn ihm ging es laut diesem Buch überhaupt nicht darum, ein Talent zu finden. Eingeflochten sind immer wieder Statements von Menschen, die viel mit ihm zu tun haben/hatten. Da ist mir besonders ein Satz im Gedächtnis geblieben, in dem jemand erzählt, man musste immer erstmal sehen, wie „der Herr“ denn heute wieder drauf war.

    Fazit:

    Ich habe für diese Biographie ewig gebraucht, weil mir Samu Haber immer unsympathischer wurde. Jedoch frage ich mich immer noch, ob er damit wirklich so negativ rüberkommen wollte. Falls ja, ist es wohl auch eine Abrechnung mit seinen Fans. Sehr schade, wenn man beobachten kann, wie aus dem charismatischen Finnen ein überheblicher Musiker wurde.

  6. Cover des Buches Liebten wir (ISBN: 9783548285771)
    Nina Blazon

    Liebten wir

     (207)
    Aktuelle Rezension von: Jessy1189

    Fotografin Moira, genannt Mo, freut sich wahnsinnig endlich die Familie ihres neuen Freundes Leon kennenzulernen. Sie stammt aus einer zerrütteten Familie und wünscht sich nichts sehnlicher als in einer Familie aufgenommen und geliebt zu werden. Der Geburtstag von Leons Vater endet jedoch im absoluten Chaos und Mo ist gezwungen mit Leons Großmutter Aino zu flüchten. Die mürrische und schroffe Aino möchte nach Finnland und hat sich schon lange auf den perfekten Zeitpunkt zur Flucht vorbereitet. Es beginnt eine Reise in Ainos Vergangenheit, die Mo dazu zwingt, sich auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.

    Mir hat der Roman außerordentlich gut gefallen, da er alles besitzt, was einen guten Roman ausmacht: eine interessante Story, sympathische Charaktere, Humor, Spannung, Tiefgang, eine schöne Sprache und eine gute Recherche. Das Buch hat mich zufrieden zurückgelassen und ich kann es sehr empfehlen.

    „Ist dir schon einmal aufgefallen, dass eine Sternschnuppe fast nur in der Erinnerung existiert? Man hat kaum eine Chance, sie bewusst zu sehen. Erst wenn sie schon fast verglüht ist, nimmst du sie wirklich wahr, aber da ist der Lichtstreif bereits nur noch eine Spur auf deiner Netzhaut. Das ist die traurige Wahrheit, Mo: Du hast die beste Zeit deines Lebens, und du weißt es nicht. Du wirst es erst viel später begreifen, wenn du dich zurücksehnst, in jedem neuen Kuss, in jeder Berührung diesen Funken suchst, der unwiederbringlich verloren ist.“ (S. 429)

    „Liebten wir“ ist sehr ähnlich aufgebaut wie der Nachfolgerroman „Das Wörterbuch des Windes“. Wem die Reise nach Finnland gefallen hat, sollte sich unbedingt auch auf den Weg nach Island machen!

  7. Cover des Buches Finnisches Blut (ISBN: 9783746622828)
    Taavi Soininvaara

    Finnisches Blut

     (22)
    Aktuelle Rezension von: snekistar

    Den Stern ziehe ich ab weil ich in einem Buch über Ebola auch Kranke, Tote, eine Pandemie erwarte. Es werden doch auch keine Filme über Zombies gedreht wo nur ein einzelner Zombie auf dem Himalaya gesichtet wurde. :) Die Charaktere im Buch haben mir gut gefallen, der Autor hat sich Mühe gegeben sie zu beschreiben ohne melodramatisch zu werden.

  8. Cover des Buches Die spinnen, die Finnen (ISBN: 9783548282190)
    Dieter Hermann Schmitz

    Die spinnen, die Finnen

     (63)
    Aktuelle Rezension von: efell

    Dieses Finnenbuch hat mich wirklich gut unterhalten. Ich musste beim Lesen auch viel an unsere letzte Auslandreise 2019 nach Finnland denken - so konnte ich einiges wiedererkennen aber viele Facetten von den Finnen und ihrem Leben lernte ich doch durch dieses Tagebuch neu kennen - die meisten Szenen brachten mich zum Schmunzeln oder berührten mich sehr, z.b. der Bärenspuk, der Sommernachtstanz mit seiner Frau oder das Karaokesingen auf dem Schiff Isabell. Immerwieder baut der Autor geschickt Erlebnisse und Erfahrungen bei anderen Szenen ein, z. B. "Zielen Sie auf das A-Loch des Tieres!
    ein gutes Unterhaltungsbuch mit viel Information über Finnland und ihren Bewohnern.

  9. Cover des Buches Artemis Fowl - Das Zeitparadox (ISBN: 9783551358172)
    Eoin Colfer

    Artemis Fowl - Das Zeitparadox

     (250)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010
    Mit dem sechsten Band von Eoin Colfer startet Artemis Fowl in die Vergangenheit um die Zukunft zu retten. Ein schwerwiegernder Fehler seitens des Genies Artemis Fowl bricht ihm jetzt fast sein kleines wagemutiges Herz. Die Rettung seines Vaters war gleichzeitig der bittere Tod seiner Mutter. Als er seinen Fehler erkennt, ist es allerdings schon viel zu spät für eine Umkehr.

    Artemis gibt allerdings nicht so schnell auf und kann dank der Hilfe von seiner Freundin Holly Short eine Reise in die Vergangenheit antreten.

    Durch den Zeittunnel gereist hat Artemis jedoch ein kleines Problem. Er steht sich wortwörtlich selbst im Weg. Ausgerechnet eine Lemurenart kann seine Mutter heilen und die versucht gerade der junge Artemis in der Vergangenheit an Ganoven natürlich höchstbietend zu verhökern um sich Geld für den Freikauf seines Vaters zu ergaunern.

    Artemis zu beschreiben ist einfach: klein, etwas versnobt, keine Gefühlsregungen und ein kleiner Meisterdieb und Gauner. Jetzt ist allerdings keine Zeit mehr für seine geliebten Spielchen, denn seine Mutter stirbt und er weiß, das er nur im Team mit Captain Holly Short, der hartnäckigen Elfe seine Mum retten kann.

    Auf geht´s Artemis! Rette mit Holly Short zusammen deine Mum!
  10. Cover des Buches Die Wurzel alles Guten (ISBN: 9783839894163)
    Miika Nousiainen

    Die Wurzel alles Guten

     (10)
    Aktuelle Rezension von: anena
    Ein Zahnarzt begibt sich auf die Reise, um seine Geschwister zu finden. Die Schauplätze wechseln wild, aber immer gehen Tragödie und Komik miteinander einher. Wunderbar gelesen von Christoph Maria Herbst.
  11. Cover des Buches Zeit zu sterben (ISBN: 9783499266300)
    Leena Lehtolainen

    Zeit zu sterben

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62
    Säde Vasara, 35-jährige Sozialarbeiterin im Frauenhaus Schutzhafen in Helsinki, war Zeit ihres Lebens ein braves Mauerblümchen: Ersatzmutter für die kleinen Brüder, Liebling der Lehrer, Notenwartin im Chor und für die Umwelt fast unsichtbar. Brav hat sie jahrelang die Linie ihres Chefs mitvertreten, der unter allen Umständen die Ehen und Familien der misshandelten Frauen erhalten wollte. Doch als eine ihrer Dauerklientinnen von ihrem Mann zu Tode geprügelt wird, platzt ihr der Kragen und sie beginnt, die Probleme der Frauen auf ganz andere Art zu lösen...

    Zeit zu sterben ist für mich der beste Krimi der exzellenten finnischen Autorin Leena Lehtolainen, obwohl die sympathische Kommissarin Maria Kallio hier nur eine Nebenrolle spielt.

    Lehtolainen geht das Thema häusliche Gewalt sensibel, sehr dirkt, aber gut lesbar an. Die Ich-Erzählerin Säde wird nicht zur brutalen Killerin, sondern hilft lediglich dem Schicksal hier und da à la Ingrid Noll etwas nach und wartet am Ende selber mit einer großen Überraschung auf.

    Mein Lieblingszitat aus dem Buch: "Das Schicksal regelt die Angelegenheiten unserer Klientinnen neuerdings mit ziemlich drastischen Mitteln" (Maisa, Sozialarbeiterin im Frauenhaus Schutzhafen).
  12. Cover des Buches Winterkrieg (ISBN: 9783453419117)
    Philip Teir

    Winterkrieg

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Petra54

    Der Titel ist irreführend – ich hätte „Finnlandschwedische Gespräche“ gewählt. Denn mir gefielen besonders die lebendigen Dialoge. Die Geschichte selbst ist eher schleppend, fast langweilig erzählt. Doch die detailliert beschriebenen Situationen haben mich die fast 400 Buchseiten hindurch festgehalten. Herausragend gut beschrieben sind die Reaktionen der Kinder, wie sie das Kommando über ihre Eltern und Großeltern führen. Wie zum Beispiel die neunjährige Amanda bewusst ihren Opa öffentlich zur Verzweiflung bringt und er sich nicht wehren kann, sondern noch zusätzlich von Augenzeugen und später seiner Tochter und seiner Frau böse angegangen wird.

    Ich empfehle das Buch jenen Lesern, die wie ich die nordische Art mögen.

  13. Cover des Buches Alle singen im Chor: Maria Kallios erster Fall (ISBN: 9783644408319)
    Leena Lehtolainen

    Alle singen im Chor: Maria Kallios erster Fall

     (82)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Maria Kallios erster Fall

    Mit dem Slogan „Böse Menschen kennen keinen Lieder“ startet Maria Kallios also ihre erste Ermittlung.

    Das Wochenende war eigentlich zum Probesingen gedacht. Am Seehaus findet der junge Jukka Peltonen den Tod. Erschlagen mit einer Axt.

    Maria Kallio soll ermitteln. Sie hat jedoch ein kleines Problem. Sie kennt den Toten wie auch einen Teil der Verdächtigen von Früher.

    Die Ermittlungen sind zäh und gleiten oft vom professionellen zum persönlichen ab. Der Chor besteht aus Narzissten, Egoisten und wechselnden Partnerschaften.

    Für Maria entwickelt sich das zu einem Alptraum, kann sie nur schwer ihren Ermittlungsauftrag von den freundschaftlichen Verhältnissen zu den Verdächtigen trennen.

    „Alle singen im Chor“ ist tatsächlich der erste Kriminalroman, der mit so missfällt, dass ich ihn tatsächlich nicht bis zur letzten Seite gelegen habe. Es bleibt also festzustellen, dass ich tatsächlich nicht weiß, wer der Mörder war.

    Hier bleibt mir leider nur ein ziemlich vernichtendes Urteil übrig. Die Hauptprotagonistin dümpelt durch diesen Roman, vergisst Sinn und Zweck ihres Jobs und hinterlässt mehr als einmal einen sehr faden Beigeschmack über die Polizeiarbeit, die dort geleistet wird.

    Wie die Autorin es zu immerhin zehn Folgeromanen geschafft hat, ist mir unerklärlich.

  14. Cover des Buches Troll: Eine Liebesgeschichte (ISBN: 9783499243011)
    Johanna Sinisalo

    Troll: Eine Liebesgeschichte

     (19)
    Aktuelle Rezension von: mondy
    Aus dem Finnischen von Angela Plöger

    Meine Meinung
    Dieses Buch ist ungewöhnlich. Das sieht man eigentlich schon, wenn man das Buch nur durchblättert. Erzählt wird die Geschichte von Angel, der eines Nachts einen kleinen Troll findet und bei sich aufnimmt. Ja, richtig, einen Troll. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass Trolle keine Fabelwesen sind, sondern eine existierende, sehr scheue Wildtierart. Belegt wird dies durch allerlei Quellen, die immer wieder in die Geschichte eingestreut werden. Dabei bezieht sich die Autorin sowohl auf Texte, die es wirklich gibt (z.B. Auszüge aus Märchen), als auch auf fiktive Texte (z.B. Zeitungsnachrichten über Trolle). Diese Mischung erzeugt den Eindruck, als wären Trolle tatsächlich ein ganz natürlicher Teil dieser Welt. Ein gelungener Kniff!

    Die eigentliche Geschichte ist unterteilt in relativ kurze Abschnitte, in denen verschiedene Personen zu Wort kommen. Allen voran natürlich Angel, der den Troll zunächst aus Mitleid mit in seine Wohnung nimmt, im Laufe der Zeit aber eine besondere Beziehung zu dem Tier aufbaut. Diese Verbindung beeinflusst auch das Umfeld Angels: diverse Ex-Partner, ein neuer Freund und eine Katalogfrau aus dem Erdgeschoss spielen dabei eine Rolle. 

    Die genauen Ereignisse werden oft nur angerissen. Ich finde, das Buch lebt von Andeutungen, spielt mit dem Kopfkino des Lesers. Dann wieder gibt es ganz genaue Beschreibungen von Momentaufnahmen. Die Beziehungen sind sexuell aufgeladen, es geht häufig darum, den Gegenüber durch Sex oder Anspielungen darauf zu manipulieren. Dass es dabei auch zu expliziten Szenen kommt, ist kaum zu vermeiden, auch wenn ich finde, dass alles im Rahmen bleibt. Seitenweise pornographische Beschreibungen wird man hier also nicht finden, die Schilderung von sexuellen Handlungen (auch und gerade homosexuelle) sollte man allerdings ertragen können. Ich persönlich hatte damit nicht gerechnet, finde aber gerade diesen Aspekt in Verbindung mit dem Trollthema sehr interessant, zumal es auch eine Verbindung gibt. 

    Die Autorin hat hier etwas ungewöhnliches versucht und einen eigenwilligen Roman erschaffen, der bestimmt nicht den Geschmack jedes Lesers trifft. Ich bin mir auch nicht sicher, was (und ob überhaupt) sie mit dieser Geschichte ausdrücken wollte. Und dennoch hat mir das Buch gefallen. Einfach, weil es mal etwas anderes ist.
  15. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (625)
    Aktuelle Rezension von: Mary2

    Tsukuru Tazaki, 36 Jahre alt, stammt aus dem japanischen Nagoya und lebt inzwischen in Tokio. Mit Begeisterung widmet er sich dem Umbau von Eisenbahngebäuden, lebt aber ansonsten sehr zurückgezogen. Eine tiefe Krise erschütterte ihn als Studenten: Seine besten vier Freunde aus der Heimatstadt ziehen sich völlig unerwartet und vollständig von ihm zurück: er wüsste doch, warum.

    Nein, das weiß Tsukuru nicht, aber erst viele Jahre später macht er sich daran, die Vergangenheit zu erforschen und diese tiefe Verletzung aufzuarbeiten. In mehreren Zeitebenen wird diese traurige Geschichte erzählt und Tuskuru sowie die Leserschaft können ganz allmählich die dunkle Vergangenheit beleuchten.

    Was hat es damit auf sich, dass alle Jugendfreunde eine Farbe in ihrem Nachnamen tragen, nur Tsukuru nicht? Welche Bedeutung hat die Schwimmbad-Freundschaft für ihn? Welche Veränderungen bringt die Begegnung mit einem Jazzpianisten? Lohnt eine Reise nach Finnland?

    An den vielen Stationen, die der suchende Tsukuru durchläuft, finden sich neben Musik auch jede Menge philosophische Zugaben, die mal mehr, mal weniger hilfreich sind.

    Am Ende des Buches sind einige Fragen beantwortet und Tsukuru hat eine klare Vorstellung von seinen Wünschen an das Leben.

     

    Sprachlich ist die Lektüre ein Genuss, das Erzähltalent des Autors ist unzweifelhaft vorhanden. Die japanische Weltanschauung und Spiritualität ist mir jedoch recht fremd, so dass ich bei der Lektüre zwar jede Menge dazu gelernt habe, aber am Ende des Buches so Manches nicht einordnen konnte. Habe ich jetzt einen Coming-of-age-Roman gelesen? Oder einen psychologischen Roman? Von allem ein bisschen und durchgängig ohne allzu viel Wellengang.

    Meinen ersten Murakami-Roman bewerte ich mit 4,5 Sternen und bleibe neugierig auf den Autor.

  16. Cover des Buches Auf die feine Art: Maria Kallios zweiter Fall (ISBN: 9783644408418)
    Leena Lehtolainen

    Auf die feine Art: Maria Kallios zweiter Fall

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Der zweite Fall für Maria Kallio erschien 1994 unter dem Originaltitel „Harmin paikka“. Maria Kallio ist nun Anwältin und lebt mit ihrem Freund Antti Sarkela in Espoo zusammen. Maria findet Armi Mäenpää, mit der sie verabredet ist und die sie flüchtig von einer Party am Vorabend kennt, erwürgt im Garten. Die Polizei verhaftet Armis Verlobten Kimmo Hänninen als dringend tatverdächtig. Kimmo engagiert Maria als seine Anwältin und die macht sich als eine Art Privatdetektivin auf die Suche nach Entlastung für Kimmo, mithin nach anderen Tatverdächtigen.

    Als kleine Bemerkung am Rande ist mir aufgefallen, dass „Kallio“ nicht nur der Name der Protagonistin, sondern auch der Name eines Stadtviertels von Helsinki ist. Laut Wikipedia handelt es sich um ein ehemaliges Arbeiterviertel, das inzwischen zu einem Studenten- und Künstlerviertel mutiert ist. Ob das für die Autorin eine Bedeutung hat, entzieht sich meiner Kenntnis, aber für einen Zufall halte ich es nicht, zumal die Autorin in Helsinki studiert hat.

    Es ist keine Voraussetzung, den ersten Band zu kennen, aber ein großer Vorteil, denn auf die Geschehnisse von damals wird nicht nur einmal und nicht nur bei der Hauptperson Maria Kallio, sondern auch z.B. bei ihrem Freund Antti Sarkela Bezug genommen. Diese Weiterentwicklung der Figuren ist ein Pluspunkt dieses Romans, d.h. es ist nicht einfach nur ein neuer Fall, sondern es ist auch im Buch eine Zeit vergangen, in der sich Dinge ereignet, Konstellationen und Beziehungen sich verändert und die Personen sich weiterentwickelt haben.

    Bemerkenswert finde ich, wie misstrauisch Maria Kallio gegenüber all den sie umgebenden Personen ist. Sie verdächtigt praktisch jeden in ihrer Umgebung, niemandem scheint sie vollständig zu vertrauen. Die Autorin präsentiert dadurch eine ganze Menge an Personen, die sich alle irgendwie verdächtig machen, um am Ende die Ermittlerin Maria Kallio als eine Art moderne Miss Marple in einer intellektuellen Glanzleistung allein durch Nachdenken auf die Lösung des Falls kommen zu lassen. Dessen scheint sich die Autorin auch bewusst zu sein, wenn sie als letzte Kapitelüberschrift „Maria Marple“ wählt. Leider scheint sie dabei aber selbst an so manchen Stellen den Überblick verloren zu haben, denn warum sollte derjenige, der sich am Ende als Täter herausstellt, den Focus der Ermittlungen auf Verdächtigungen seines Opfers lenken? (rororo Tb, 6. Aufl. 2005, S. 200) Die ganzen Verdachtsmomente gegen andere als den später entlarvten Täter werden völlig unzureichend aufgelöst, sondern bleiben, von Ausnahmen abgesehen, unerklärt stehen. Das ist schlecht gemacht. Wer ein solches Netz von verdächtigen Handlungen präsentiert, sollte am Ende auch dafür Sorge tragen, dass es inhaltlich motiviert und aufgelöst wird.

    Am Ende scheint die Autorin auf wenigen Seiten die Action nachholen zu wollen, die sie auf den vorhergehenden 240 Seiten vergessen hat, einzubauen. Das übertrieben actionreiche Ende passt erstens nicht zum vorherigen Inhalt und zweitens ist es äußerst unwahrscheinlich, dass eine fast 30-jährige Frau mit Hochschulabschluss, die bereits eine Ausbildung bei der Polizei abgeschlossen und sogar einige Zeit dort gearbeitet hat, sich allein auf ein solches Harakiri-Unternehmen einlassen würde, wie es am Ende dieses Romans beschrieben wird. Für wie unterentwickelt hält die Autorin die Logik ihrer Leser? Leider empfinde ich es – wie bereits im ersten Fall von Maria Kallio – so, dass die Qualität des hier konstruierten Kriminalfalls hinter dem Potenzial der Ermittlerin so weit zurückbleibt, dass ich keine weiteren Fälle lesen werde. Zwei Sterne, aber nur wegen Frau Kallio.

  17. Cover des Buches Der Mann mit den schönen Füßen (ISBN: 9783404173112)
    Arto Paasilinna

    Der Mann mit den schönen Füßen

     (32)
    Aktuelle Rezension von: geostar

    Buch zum Schmunzeln, lustige Szenen und doch irgendwie ernst, wie das Leben so spielt. 

    Der Protagonist ist ein etwas ungehobelter Kerl, aber rechtschaffen und mit gutem Kern.

    Die Geschichte zeigt auch Abgründe der Gesellschaft und wie man sich abhängig für Erpressungen machen kann.

    Habe die Geschichte als Hörbuch gehört. Sehr gut gelesen von Jürgen von der Lippe.

  18. Cover des Buches Teufelsnetz (ISBN: 9783404188406)
    Max Seeck

    Teufelsnetz

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Schugga

    Teufelsnetz ist der zweite Band über Helsinkis Ermittlerin Jessica Niemi, lässt sich jedoch problemlos ohne Vorkenntnis lesen. Diesmal beginnt es damit, dass zwei Social Media Influencer vermisst werden, wobei zunächst nicht klar ist, ob dies nur ein Werbegag der beiden sein könnte. Nachdem eine als Manga-Schulmädchen verkleidete tote Frau Parallelen zu den Mangabildern in der Wohnung der vermissten Bloggerin vermuten lässt, werden die Ermittlungen weiter ausgedehnt.

    Der Fall selbst gestaltet sich als angenehm komplex und bleibt durch Perspektivenwechsel abwechslungsreich. Nervig wurde jedoch schnell die neue Chefin des Ermittlerteams, deren Charakter der Autor als stutenbissig und somit unnötig unprofessionell gestaltete. Da fragte ich mich, was das sollte, eine Frau in der Position wird wohl kaum absichtlich die Ermittlungen wegen persönlicher Differenzen gefährden, was sie auf Wunsch des Autors leider tat. Ebenso war diesmal auffällig, wie häufig die Personen alles mögliche mit Sex in Verbindung brachten, Sticheleien, Andeutungen, Gedanken... sehr pubertär, als müssten da irgendwelche Defizite kompensiert werden. Das war sehr schade, da der Fall an sich doch knallhart war, wenn auch stellenweise etwas überzogen. Aber durch diese Stutenbissigkeit im Team und die pubertäten Witzchen nahm sich der Thriller wiederholt selbst den Wind aus den Segeln. 

  19. Cover des Buches Flüchtlingsgespräche (ISBN: 9783518222744)
    Bertolt Brecht

    Flüchtlingsgespräche

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Trotat

    Die Gespräche der beiden einzigen Figuren - der Arbeiter Kalle und der Physiker Ziffel, beide aus dem Deutschland der 40er-Jahre nach Helsinki geflohen - haben aufgrund ihrer Kurzweiligkeit und ihres teilweise verborgenen Sprachwitzes einen gewissen Charme. Entstanden ist das Werk, welches Bertolt Brecht selbst nicht veröffentlichte, 1941 während Brechts Exil in Finnland. Besonders gefallen haben mir die politiktheoretischen und philosophischen Einschübe, welche sich hervorragend dazu eignen, als für sich stehende Absätze - nicht jedoch als "schlaue Sätze" - zitiert zu werden. Abgesehen davon, dass eine weitere (vielleicht störende) Figur die beiden ungleichen und sich doch sehr einigen Figuren sicherlich interessant gewesen wäre, störte mich beim Lesen nur, dass das Werk nicht vor Druck noch einmal bearbeitete wurde. Ein Beispiel von Unsauberkeiten, die dadurch im Text zu finden sind, ist der fast ausschließliche Gebrauch von "Wieheißterdochgleich", während nur gegen Ende an einigen Stellen von Hitler gesprochen wird.

    Ansonsten werde ich dieses Buch wahrscheinlich dann wieder zur Hand nehmen, wenn ich die beiden unterschiedlichen Gruppen des "Volkes", die Bedeutung des Wortes "ausgebrochen" oder den Nährwert von Humor auf trockenem Brot nachschlagen möchte.

  20. Cover des Buches Wer sich nicht fügen will (ISBN: 9783644301016)
    Leena Lehtolainen

    Wer sich nicht fügen will

     (37)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    Maria Kallio ermittelt im Rotlichtmilieu. Eine schwer misshandelte Frau wird ins Krankenhaus eingeliefert. Kaum findet Mario Kallio heraus, dass sie eine Prostituierte ist, ist sie schon wieder verschwunden. Maria Kallio ahnt nicht, wie nah der Fall ihr kommen wird...

    Dies ist der achte Fall und meiner Meinung nach bisher der Beste aber auch der "schlimmste" für Maria. Wie kann eine Autorin so mit ihrer Protagonistin umgehen? Gut, etwas hat mich ein bisschen geärgert. Es ist eine neue im Team, sie tauchte schon beim letzten Band auf. Irgendwie finde ichs unrealistisch, dass jemand, der sich so viel leistet, nicht gekündigt wird, aber gut, das wird wohl die Fantasie sein, die in einem Buch vorhanden sein darf. Dass mir die Dame absolut unsympathisch ist, ist ja vielleicht sogar gewollt von Leena Letholainen.

    Absolut spannend, fesselnd und packend geschrieben. Wenn man davor kritisieren konnte, auch mal das Buch weglegen, bei dem ist es definitiv nicht mehr möglich. Süchtig fliegt man durch die Seiten, leidet mit Maria mit und möchte endlich wissen, wie endet es? Doch kaum ist es zu Ende, möchte man auch, dass es nicht endet, man will wissen, wie es mit Maria und ihrer Familie weitergeht. Eine hervorragende Krimireihe die ich liebe. Wenn man sich Zeit nimmt und den Schreibstil etwas verinnerlichen kann liebt man diesen finnischen speziellen Stil.

    Fazit: Für mich der wohl Beste aus der Reihe. Süchtig fliegt man durch die Seiten und leidet mit. Ein Krimi der berührt und fesselt. Der einen schon fast fertig macht. Man denkt über das Thema nach dem lesen nach und weiss schon nach der letzten Seite, ich will mehr - wo ist der nächste Band? Hervorragende finnische Krimikost
  21. Cover des Buches Du dachtest, du hättest vergessen (ISBN: 9783499234989)
    Leena Lehtolainen

    Du dachtest, du hättest vergessen

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Corsicana
    Leena Letholainen ist in Deutschland vor allem bekannt als Krimiautorin. Sie hat die Reihe um die Kommissarin Maria Kallio geschrieben, die ich gerne gelesen habe. In Finnland hat die Autorin noch andere Romane veröffentlicht. Und dies ist einer davon. Denn obwohl es um einen Mord geht, ist dieses Buch doch eher eine Familiengeschichte als ein Krimi - auch wenn der Mord am Ende aufgeklärt wird.


    Vor vielen Jahren hat ein Onkel von Katja seinen eigenen Vater erschlagen. In Notwehr. Der Onkel kam ins Gefängnis und hat sich dort erhängt. Und die Familie hat nie mehr über dieses Thema gesprochen. Und obwohl Katja und ihre Familie an besagtem Abend im Haus der Großeltern waren, kann sie sich nur schemenhaft erinnern.


    Gibt es verborgene Dinge, an die sich Katja erinnern sollte? 
    Ist in der Familie etwas geschehen, was es Katja heute - mit fast 30 - so schwer macht, richtig im Leben anzukommen?


    Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der verschiedenen Familienmitglieder erzählt, Da ist Katjas Mutter, deren Mann sie verließ, als die Kinder noch klein waren. Seitdem ist sie hart zu sich selbst geworden, um die Kinder alleine durchzubringen.


    Eine neue Liebe hat ihr ihre komplett durchgedrehte Schwester Sara  vermasselt. Dies kommt mit ihrem Leben nicht zurecht, ist dauernd pleite und führt als Entschuldigung immer die Erlebnisse aus ihrer Kindheit an. Hat sie recht, wenn sie von Missbrauch spricht?


    Veikko, der einzige noch lebende Bruder, hat sich in die ländliche Einsamkeit zurückgezogen, schreibt Bücher und hat Bindungsängste. Auch eine Folge der Familiengeschichte?


    Und dann ist da noch der Bruder von Katja, der leider mit seinem Start-up mit Freunden pleite gegangen ist und jetzt Taxi fährt. Und der am liebsten nichts von den Familienproblemen hören möchte.


    Und Katja, die gefühlte Hauptperson? Sie ist fast 30, hat ihr Studium aber immer noch nicht abgeschlossen. Hat Anorexie und Bulimie hinter sich und ein ernsthaftes Alkoholproblem (wie überhaupt die meisten Leute in diesem Buch - scheint etwas dran zu sein an dem Gerücht mit dem  übermäßigen Alkoholkonsum in Finnland...).


    Dieses Buch beschreibt die Situation der Familie sehr genau und sehr realistisch. Eigentlich eine recht normale Familie - nur der Mord am Großvater - der war eher unnormal. Und was ist damals überhaupt wirklich passiert? Als auch noch die Großmutter stirbt und das Haus der Großeltern verkauft wird, macht sich Katja auf Spurensuche. Und löst nicht nur das Rätsel um den Mord - sondern begibt sich vor allem daran, die Rätsel ihrer eigenen Probleme zu lösen.


    Obwohl die Geschichte sicherlich keine reine Wohlfühl-Geschichte ist, tut die Lektüre doch gut. Denn bei allen Unzulänglichkeiten der Personen und des Lebens - es gibt doch immer Lichtblicke. Und viel Menschlichkeit.


    Also ein "Fast" Krimi mit tiefgründiger Handlung. Für alle, die gerne nordische Literatur lesen, sehr zu empfehlen.
  22. Cover des Buches Die Ehefrau (ISBN: 9783832164324)
    Meg Wolitzer

    Die Ehefrau

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Alexandra-H

    Um es gleich vorweg zu sagen: Ich bin eine leidenschaftliche Meg-Wolitzer-Leserin. So angetan von ihren Romanen, dass ich „Die Ehefrau“/„The Wife" nach vielen Jahren nun ein zweites Mal gelesen habe. 

    Es ist die Geschichte eines erfolgreichen Schriftstellers, der über Jahrzehnte hinweg und bis zu seinem Tod von den herausragenden Fähigkeiten seiner Frau profitiert.

    Da Wolitzer selbst eine vortreffliche Autorin ist, deren eleganter Stil seinesgleichen sucht, stellt sich unterschwellig die Frage, ob sie hier in kodierter Form etwas über ihr eigenes Leben erzählt. Aber das ist wohl die klassische „neugierige” Frage, die jeder Schriftstellerin, jedem Schriftsteller irgendwann mal gestellt wird und deren Beantwortung letztlich unerheblich ist. 

    Ich denke, die Geschichte kann stellvertretend für all die vielen Fälle stehen, bei denen hinter den Karrieren sogenannter großer Männer die Kraft ihrer Frauen zu finden ist, die auf vielschichtige Weise diese brillanten Leistungen ermöglicht haben. Dies zumindest in Bezug auf die männerdominierten Generationen, die Frauen entweder nur zähneknirschend oder, schlimmer noch, gar nicht zugestanden haben, ihre Leistungen voll zu entfalten. Leistungen, die selten entsprechend honoriert wurden, oder bei denen den Frauen suggeriert wurde, sich besser nicht weiter mit ihnen hervorzutun.

    Diese Novelle, geschrieben aus der Perspektive von Joan Castleman, der Frau des preisgekrönten Autors, liest sich ruckzuck weg und fesselt durch einnehmenden Stil und feinsinnigen Humor. Wer es sich zutraut, sollte sich die Lektüre unbedingt im Original vornehmen. Natürlich spricht auch nichts gegen die, wie ich mir habe sagen lassen, sehr gute Übersetzung von Stephan Kleiner ins Deutsche. 




  23. Cover des Buches Hexenjäger (ISBN: 9783404184811)
    Max Seeck

    Hexenjäger

     (169)
    Aktuelle Rezension von: Benni91

    „Hexenjäger“ von Max Seeck ist der Auftakt einer Thriller-Reihe, in welcher die Kommissarin Jessica Niemi die Hauptrolle einnimmt….. 

    Als eine Reihe von jungen Frauen ermordet aufgefunden wird, stoßen Niemi und ihr Team auf einen Bestseller-Autor, in dessen Büchern die Morde sehr detailgetreu geschildert werden. Was hat es damit auf sich? Zu spät erfahren Jessica und Co., das das eigentliche Ziel des Täters jemand ganz anderes ist…. 

    Auch, wenn die Story durchaus Potenzial hat, so bin ich mit der Geschichte nicht ganz warm geworden und der Funke ist auch nicht wirklich übergesprungen….. Das liegt auch an einer Auflösung, der ich nicht wirklich folgen konnte…. 

    Dennoch hat das Buch auch einige spannende und rasante Passagen und auch Jessica fand ich als Protagonistin interessant gezeichnet… 

    Insgesamt komme ich zu ordentlichen 3 Sternen, sehe für diese Reihe noch Luft nach oben, aber werde den Folgebänden eine Chance geben.

  24. Cover des Buches Der liebe Gott macht blau (ISBN: 9783404164721)
    Arto Paasilinna

    Der liebe Gott macht blau

     (51)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Dem lieben Gott geht seine Schöpfung und insbesondere der Mensch gehörig auf den Zeiger und schon seit dem 1. Weltkrieg schleppt er sich mit einer latenten Depression herum. Jetzt braucht er eine Auszeit, so ein Sabbat-Jahr wäre genau das richtige für ihn. Aber wer soll dann seine Arbeit übernehmen? Erzengel Gabriel und Petrus sind selbst schon ausgelastet genug, aber warum sollte nicht so unsägliches Menschlein mal auf die Artgenossen Acht geben? Mit Pirjeri Ryynänen, einem finnischen Kranfahrer, haben sie scheinbar genau den richtigen gefunden, der noch dazu bereit ist, diese anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen. Mutig macht er sich ans Werk, Weltfrieden, Umwelt- und Tierschutz stehen auf seiner Agenda, aber er hat den Job ein wenig unterschätzt und Gottes Gehilfen hatten nicht damit gerechnet, dass der agile Finne den Himmel in seine Heimat verlegen möchte und so manch andere Neuerung in petto hat.

    Ein herrlich absurdes Buch – einmal wieder – das einfach nur Spaß beim Lesen macht und das Dasein in Himmel und auf Erden mit einem Schmunzeln betrachtet. Die Figur des Pirjeri ist einfach genial angelegt, in seinen Grundfesten unerschütterlich und mit dem Herz am rechten Fleck, wenn auch am Ende doch etwas zu selbstverliebt bei seiner eigenen Schöpfung, füllt er die Rolle des Lenkers unterhaltsam und doch mit ernsten Nebensätzen aus. Der feine Wortwitz, der entweder in der Übersetzung nicht verloren ging oder schlichtweg sehr gelungen neu geschaffen wurde, macht das Buch zu einer wahren Freude.

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