Bücher mit dem Tag "hexenverfolgung"
92 Bücher
- Ken Follett
Die Tore der Welt
(1.351)Aktuelle Rezension von: Yvihh85Die Tore der Welt hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen und ist für mich ein sehr gelungener zweiter Band der Kingsbridge-Reihe. Ken Follett schafft es erneut, eine vergangene Epoche lebendig werden zu lassen und historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen zu verbinden.
Besonders beeindruckt hat mich die Darstellung der Medizin und der Umgang mit Krankheiten im Mittelalter. An manchen Stellen musste ich unweigerlich an die Zeiten der Covid-Pandemie denken: die Angst vor einer unbekannten Krankheit, die Suche nach Erklärungen und die Hilflosigkeit vieler Menschen. Gerade diese Parallelen machen die Geschichte auch heute noch greifbar und zeigen, wie wenig sich manche menschlichen Reaktionen über die Jahrhunderte verändert haben.
Caris Wooler ist für mich eine der stärksten Figuren des Romans. Ihre Klugheit, ihr Mut und ihr Wunsch, Menschen zu helfen, machen sie zu einer beeindruckenden Persönlichkeit. Besonders ihr Kampf gegen die Grenzen ihrer Zeit – sei es durch gesellschaftliche Erwartungen oder religiöse Vorgaben – hat mich sehr gefesselt.
Auch die Gegenspieler sind Follett hervorragend gelungen. Anders als in manchen anderen Romanen wirken sie hier nicht nur als Hindernis, sondern als wirklich bedrohliche Figuren. Ihre Handlungen sorgen für Spannung und einige Momente, die tatsächlich Gänsehaut verursachen.
Der Schluss des Romans hat mich besonders berührt. Ergreifend, emotional und passend zur Geschichte bringt Follett die vielen Handlungsstränge zu einem würdigen Ende.
Die Tore der Welt ist für mich ein spannender, bewegender und historisch beeindruckender Roman, der zeigt, warum Ken Follett zu den großen Erzählern des historischen Romans gehört.
- Deborah Harkness
A Discovery of Witches - Die Seelen der Nacht
(1.270)Aktuelle Rezension von: jess_nixxUnd wieder ein Buch, dass es mir sehr schwer macht eine Bewertung abzugeben. Dabei wollte ich es wirklich mögen und es fing sehr vielversprechend an, baute aber massiv ab.
Hier treffen so einige Widersprüche aufeinander. Das fängt schon beim Schreibstil an. Einerseits total flüssig, locker und gut zu lesen. Andererseits gibt es immer wieder Passagen die sich unnötig ziehen, sich an ausschweifenden Beschreibungen aufhängen, die an anderer Stelle fehlen.
Zum Vampirdasein gibt es hier sehr ausführliche und auch plausible Erklärungen und Beschreibungen, die mir sowohl bei den Dämonen, als auch bei den Hexen etwas fehlen / zu kurz kommen.
Man merkt deutlich, dass hier seitens der Autorin eine Affinität zu Geschichtlichen Aspekten besteht, da es dahingehend viel input gibt. Manchmal etwas zu viel, was das Lesen gerne mal erschwert bzw. es mich schlichtweg gelangweilt hat.
Die beiden Protagonisten sind einerseits sympathisch, ganz gut ausgearbeitet, aber gleichzeitig auch unglaubwürdig und manchmal zum schütteln nervig bis anstrengend. Da entsteht eine Liebe, bei der ich mich frage woher sie denn bitteschön plötzlich kommt. Bei Matthews versuchen Diana Befehle zu erteilen, was sie zu tun und zu lassen hat, und die sie btw auch noch einfach hinnimmt, sträubt sich mir das Nackenfell. Eine angeblich so Wortgewannte, gebildete und taffe Frau, die auch noch voll die krassen Kräfte haben soll, lässt sich so dermaßen rumschubsen? Na klar... Und das soll dann die große Liebe sein? Ich weiß ja nicht. Matthew entwickelt sich also zu einer nervigen Red Flag, der erwartet, dass sein Frauchen seinen Befehlen gehorcht (angefangen damit, wann sie zu schlafen, zu essen, zu baden hat bis hin, wann sie sich wo aufhalten darf oder abzuhauen und sich zu verstecken hat) und sie entwickelt sich von einer starken unabhängigen Frau, zur braven Hausmutter, die all seinen Befehlen ohne nachzudenken sofort nachkommt.
Es war ein ständiges auf und ab beim Lesen. Von interessant, über spannend bis informativ, aber gleichzeitig auch Langeweile, über genervt sein bis hin zur Frage ob ich dieses Buch überhaupt zuende lesen will, ist hier für mich alles dabei gewesen. Wobei ich immer genervter wurde, je weiter ich gelesen habe. Es ging zwar zum Ende hin wieder leicht bergauf, aber da war ich innerlich schob durch mit dem Buch.
Dennoch ist es kein absoluter reinfall, denn trotz meines gemeckers war es insgesamt okay. Allerdings hatte ich mir deutlich mehr erhofft, mit einer Entwicklung zum positiven, statt zum negativen.
Nun ja, zumindest ist es nach vielen Jahren auf meinem SuB nun endlich gelesen :)
Die restlichen Bücher der Reihe werde ich mir vermutlich sparen, obwohl auch sie in den Gefilden meines SuBs schlummern.
Knappe 3,5 Sterne, die ich auf 3 Abrunden muss
- Deborah Harkness
Shadow of Night - Wo die Nacht beginnt
(538)Aktuelle Rezension von: ButtaFür mich war das Buch eine absolute Enttäuschung. Ich hatte mich auf die Zeitreise gefreut aber es war langweilig, verwirrend mit all den characteren, unlogisch was zeitreisen betrifft und hat sich extrem gezogen. Mathews verhalten gibt mir Schleudertrauma und meistens ging er mir mit seiner Bevormundung auf die Nerven, während ich von Dianas Naivität genervt war. Darüber hinaus haben die ewig nichts von dem in der Vergangenheit getan weswegen sie dort hin sind, haben einiges verändert und waren viel zu lang da. Auch diverse Nebencharaktere da d ich schrecklich (Kit). Nur die Väter und ysebeau haben ein bisschen was herausgerissen. Und wie sie mir der einen anderen Wissenschaft betrieben hat, auch Jack war ganz interessant und lustig. Ansonsten war es viel Reisen und Flucht und sinnloses alltägliches. Es gab noch einen Punkt der mir aufgestoßen ist aber ich möchte nicht Spoilern . Im Großen und Ganzen war dieses Buch ein frustrierendes Erlebnis
- Luca Di Fulvio
Das Mädchen, das den Himmel berührte
(481)Aktuelle Rezension von: Engel63Luca di Fulvio @lucadifulvio_ hat die faszinierende Geschichte „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ so lebhaft geschrieben, dass ich mich sofort darin eingebunden fühlte. Die Hauptfiguren Mercurio und Giuditta, die einen langen schwierigen Weg gehen, sich immer wieder verlieren und finden, ärmlich aufgewachsen und trotzdem sehr stark und zielgerichtet sind. Knapp 1‘000 Seiten Spannung, kribbeln, Luft anhalten, weinen oder sogar heulen, lachen und schmunzeln. Ich habe dieses herrlich Natürliche geliebt und mich sehr gut in die Figuren hinein fühlen und mit leben können. Bin begeistert wie gut Luca die Zeit aus dem 16. Jahrhundert beschreibt, Rom und Venedig kennt und sein Wissen mitteilt. Ein historischer Krimi kann nicht besser sein. Interessant wie Mercurio sich immer wieder verwandeln kann, Menschen an der Nase herumführt und seine Ziele erreicht. Die Jüdin Giuditta aus Einfachem Spezielles herstellt, das sogar die Reichen haben wollen und so der Neid der Rivalin Benedetta bis ins Unermessliche geht, unvorstellbar. Jede Seite ein Genuss und lesenswert.
- Rebecca Gablé
Die Hüter der Rose
(809)Aktuelle Rezension von: Reisefreundin"Die Hüter der Rose" spielt von 1413 bis 1442 in der Zeit von Heinrich V. und Heinrich VI. Die Hauptperson ist Robins Sohn John of Waringham.
Mir hat der fast nahtlose Anschluss an "Das Lächeln der Fortuna" gefallen, quasi eine Fackelübergabe an die nächste Generation. Örtlich pendelt der Roman zwischen Frankreich und England hin und her. Die bekanntesten Ereignisse dieser Zeit (die Schlacht von Agincourt und die Geschehnisse rund um Jeanne d'Arc) werden geschickt eingeflochten. Zudem werden mit der Geburt der Zwillinge Julian und Blanche of Waringham die Grundlagen für den 3. Teil der Waringham-Saga gelegt. Ebenfalls eingeführt wird der Stammvater des späteren Königshauses der Tudor. "Die Hüter der Rose" ist wieder ein unterhaltsamer und lehrreicher Ausflug in die englische Geschichte.
- Virginia Boecker
Witch Hunter
(935)Aktuelle Rezension von: Angellika_BuenzelEin weiteres Buch, das ich zusammen mit meinem Buchclub gelesen habe. Und was soll ich sagen? Selten waren wir uns so einig: Wir fanden es alle nur durchschnittlich, weil alles zu kurz kommt. Das Magiesystem wird nicht erklärt und bleibt oberflächlich. Die Welt bleibt genauso im Verborgenen. Die Figuren und ihre Emotionen werden nur angerissen. Die Handlung kurz und knapp geschildert. Dafür gibt es viele kleinliche Beschreibungen, die die Handlung nicht vorantreiben.
Wie komme ich eigentlich auf Romantasy? Ja, das frage ich mich auch ein wenig. Es gibt eine Liebesgeschichte. Romantik kommt aber nicht auf, und warum die beiden sich verlieben, bleibt unbeantwortet. Es ist ein wenig nach dem Motto: Du bist heiß, also muss es Liebe sein.
- Emilia Hart
Die Unbändigen
(269)Aktuelle Rezension von: YoncaDieses Buch handelt von drei Frauen, die in einer Welt zurechtkommen müssen, in der sie sich fremd fühlen und mit ähnlichen Schicksalen zurück zu ihrer eigenen Stärke finden. Ihr Zuhause und Ihre Bestimmung finden sie in der Verbundenheit mit der Natur und den Tieren.
Besonders gefallen hat mir der Aufbau des Buches. In jedem kurzen Kapitel wird das Schicksal einer Protagonistin in ihrer jeweiligen Epoche erzählt. Man bekommt ausreichend Informationen, um sie während des Lesens zu verknüpfen und so nach und nach zu erkennen, wie eng Kate, Violet und Altha miteinander verbunden sind. Am Ende sind alle Fragen geklärt, was ich immer sehr schätze.
Ich mochte die Charaktere sehr und man kann sich gut in sie hineinversetzen. Das Leid, das sie ertragen müssen ist leider für viele Frauen nicht gänzlich unbekannt es wurde schön beschrieben, wie aus Leid und Leere wieder Leben und Stärke entsteht. Eine Triggerwarnung (Vergewaltigung, häusliche Gewalt) am Anfang des Buches würde ich jedoch sehr schätzen.
Empfehlen möchte ich das Buch an alle Menschen, die Kraft in der Natur schöpfen und sich in unserer Welt manchmal fremd und unpassend fühlen. Dieses Buch ist ein Geschenk speziell an uns Frauen, mit all unserer Sensibilität und auch Stärke.
- Kristen Ciccarelli
Heartless Hunter (Der rote Nachtfalter 1)
(468)Aktuelle Rezension von: MimaliaxRune und Gideon machen es einem einfach, einen tollen Einstieg in diese neue Welt zu haben.
Die Beziehung zwischen den beiden ist gefährlich, emotional und spannend. 🔥Der Perspektivwechsel zwischen den beiden Charakteren, lassen einen noch tiefere Einblicke gewinnen und dennoch, schafft das Buch einen immer wieder kalt zu erwischen.
Mein damaliger Einstieg ins Romantasy-Genre und ich bereue es kein bisschen.
- Sabine Ebert
Die Spur der Hebamme
(430)Aktuelle Rezension von: Thommy28Klappentext (Zitat):
"Sachsen im Jahre 1173: Die Hebamme Marthe und ihr Mann, der Ritter Christian, könnten mit ihrem Leben glücklich sein, doch da erreicht sie eine schlimme Nachricht: Randolf, Christians ärgster Feind, ist aus dem Heiligen Land zurückgekehrt. Und damit nicht genug: Eines Tages taucht im Dorf jener fanatische Beichtvater auf, dem Marthe und ihre Fähigkeit, die Menschen zu heilen, schon lange ein Dorn im Auge sind. Nur zu gern ergreift er die Gelegenheit, die Hebamme zu denunzieren. Christian will seine Frau in Sicherheit bringen, doch zu spät: Marthe muss sich wegen Hexerei vor einem Kirchengericht verantworten …"
Meine persönliche Meinung:
Der zweite Band der Reihe schliesst sich inhaltsmäßig unmittelbar an das Geschehen des ersten Bandes an. Man trifft auf die bekannten Figuren - und auch auf zusätzliche Personen. Die Protagonisten sind vielfältigen Gefahren und Qualen ausgesetzt bevor das Finale den Leser auf den kommenden Band vorbereitet.
Wieder hat die Autorin die Handlung mit der aus der Reihe "Schwert und Krone" verknüpft. Das hat für Leser die diese Reihe schon gelesen haben einen angenehmen Wiedererkennungseffekt. Andererseits kommt es dadurch zu Wiederholungen bereits bekannter Ereignisse. Diese Wiederholungen waren sicher unvermeidlich, haben mich aber dennoch gestört. Ich habe da schnell nur "darübergelesen"....!
Ansonsten hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf Band 3.
- Virginia Boecker
Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit
(328)Aktuelle Rezension von: live_life__booksWitch Hunter - Herz aus Dunkelheit Band 2 - Virginia Boecker
Inhalt
Da dies der zweite Teil der Reihe „Witch Hunter“ ist, möchte ich zum Inhalt gar nicht so viel verraten. Wir verfolgen in beiden Bänden Elizabeth Grey, eine Hexenjägerin, bei ihrem Kampf gegen das Böse und auch irgendwie gegen sich selbst. Wir befinden uns in einer High-Fantasy Welt, in welcher Magie verboten ist und die Ausführung mit dem Tode bestraft wird…
Meinung
Ich habe den ersten Teil gemocht, war kein Highlight, aber hatte mich trotzdem gut unterhalten.
Den zweiten und letzten Band dieser Dilogie hätte ich einfach nicht gebraucht… Die Story hätte mit dem ersten Band enden können und ich hätte es um einiges besser in Erinnerung behalten können. Was Elizabeth weiterhin erlebt und fabriziert war einfach irrelevant…
Ich mochte einige Szenen ganz gern, weil diese sehr atmosphärisch beschrieben waren. Das wars dann aber leider auch schon… Einige Plotpoints hätten Potenzial gehabt, das aber leider immer wieder durch seltsame Entscheidungen verschwendet wurde. Schade...
- Oliver Pötzsch
Die Henkerstochter (Die Henkerstochter-Saga 1)
(346)Aktuelle Rezension von: a_different_look_at_the_bookIch weiß, ich bin „late to the party“, denn mittlerweile ist der 10. Band rund um die Henkerstochter erschienen. Nun, da ich den ersten Teil gehört habe, muss ich schauen, wann ich Zeit finde, auch die anderen zu konsumieren.
Früher habe ich öfter mal einen historischen Roman zur Hand genommen. Obwohl Geschichte in der Schule nicht mein Lieblingsfach war, mochte ich schon immer historische Ereignisse gut eingebettet in tollen Geschichten.
„Die Henkerstochter“ ist ein historischer Krimi und daher nicht ganz mein Gebiet, weil mir Krimis meist zu lasch sind. Ich bevorzuge dann schon eher (Psycho)Thriller.
Doch das vorliegende Werk konnte mich für sich gewinnen - was wahrscheinlich nicht zuletzt am genialen Sprecher lag.
Johannes Steck hat die Geschichte sehr lebendig rüber gebracht. Seine Stimme, die er immer wieder verstellt hat, war super authentisch. Wenn er die Dialekte nachmachte, kaufte ich ihm das 100%ig ab. Allein deshalb würde ich zu „Die Henkerstochter und der schwarze Mönch“ greifen.
Der Plot rund um die Henkerstochter Magdalena ist recht einfach und überschaubar. Am Ende gibt es zwar mehrere Stränge, die zusammenlaufen, doch man verliert sich nicht in ihnen.
Warum es die „Henkerstochter-Saga“ ist, kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Sie taucht zwar immer mal wieder auf, doch würde ich ihr persönlich keine Hauptrolle zuschreiben. Vielleicht entwickelt sich das in den kommenden Teilen.
Der Autor hat Gefallen an Ausschmückungen. So lief bei mir während des Hörens ein Kopfkino ab, welches die Erzählung sehr lebendig machte. Daher ist er in meinen Augen eher nicht für Zartbesaitete geeignet. Es gibt einige brutale Szenen, die detailreich geschildert werden.
Aber auch das Leben einer Henkersfamilie zur damaligen Zeit wird überzeugend beschrieben. Erst hinterher habe ich erfahren, dass Oliver Pötzsch selbst ein Nachfahre dieser Dynastie ist. So hatte er exklusiven Einblick in den Beruf und wir erfahren einige Details dazu.Ich überlege tatsächlich, ob ich mir noch den zweiten Teil gönne, um zu schauen, ob die Saga generell etwas für mich ist oder ob ich direkt zur David-Hunter-Reihe wechsle, die eher meinem Beuteschema entspricht und genauso darauf wartet, von mir gehört zu werden. Mit Johannes Steck als Sprecher kann man sicherlich wenig falsch machen.
In „Die Henkerstochter“ kann man mal reinlesen / -hören, ob das Genre einem liegt. Man braucht jedoch, wie bereits erwähnt, starke Nerven an der ein oder anderen Stelle und zudem Ausdauer, denn zuweilen verliert sich der Verfasser ein wenig. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt.
©2024 a_different_look_at_the_book
- Catherine Egan
Schattendiebin, Band 1: Die verborgene Gabe
(214)Aktuelle Rezension von: WauwuschelIm ersten Band begleiten wir Julia, eine junge Diebin mit einer ungewöhnlichen Gabe: Sie kann sich unsichtbar machen. Doch ihre Fähigkeit ist Fluch und Chance zugleich. Sie muss sich als Diensmädchen in ein Herrenhaus einschleusen und erfährt dort Geheimnisse, die alles verändern können.
Der Roman ist ein überraschend rasanter Auftakt, der kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Besonders überzeugt hat mich die Art, wie Julia als Protagonistin gezeichnet ist: Sie ist keine typische Heldin, sondern geprägt von Misstrauen, Überlebensinstinkt und einer gewissen moralischen Grauzone. Genau das macht sie so spannend. Ihre Vergangenheit als Straßenkind beeinflusst jede ihrer Entscheidungen, und man spürt ständig, dass sie niemandem wirklich vertraut – auch nicht sich selbst.
Die Handlung entwickelt sich dynamisch, ohne überladen zu wirken. Geheimnisse, Intrigen und Gefahren prägen das Buch und die kleinen Plottwists führen dazu, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann. Andere "Magieformen" kommen nach und nach vor und verschönern das Leseerlebnis, Dabei geht es nicht nur um Magie, sondern auch um Cleverness und Täuschung – Aspekte, die perfekt zu Julias Fähigkeiten passen. Besonders gelungen fand ich, wie ihre Unsichtbarkeit nicht als einfache „Superkraft“ dargestellt wird, sondern klare Grenzen und Konsequenzen hat.
Auch die Nebenfiguren sind mehr als bloße Beiwerke. Beziehungen entstehen langsam, oft unter Misstrauen, und wirken dadurch glaubwürdig. Gleichzeitig schwebt über allem ein größeres Geheimnis, das geschickt angedeutet wird, ohne zu viel vorwegzunehmen.
Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft, mit genau der richtigen Balance aus Tempo und Detail. Kämpfe, Fluchten und Spannungsmomente fühlen sich intensiv an, während ruhigere Szenen genügend Raum für Charakterentwicklung lassen.
Insgesamt ein packender, kluger Fantasy-Auftakt mit einer starken, unperfekten Heldin – macht definitiv Lust auf mehr!
- Petra Schier
Der Hexenschöffe
(92)Aktuelle Rezension von: LesebesessenGanz Deutschland wird von Hexenjägern heimgesucht. Auch Rheinbach ist betroffen, denn auch dort ist eine Hexe „besagt“ worden. Herman Löher ist direkt betroffen, weil er als wohlhabender Kaufmann im Ort die Rolle eines Schöffen einnimmt.
Meinung:
Ein historischer Roman.
Schon nach den ersten Seiten ist die Gesamtstimmung sehr dunkel, denn was diese Hexenprozesse und die anschließenden Verbrennungen auslösen ist offensichtlich. Die Hexenprozesse wurden ja damals mit scheinbaren Nadelproben eingeleitet, bei denen die Opfer nicht bluten, oder wenn dann nur, weil der Teufel verhindern will, dass man die Hexe als solche erkennt.
Genau von dieser Widersprüchlichkeit ist der ganze Prozess geprägt. Außerdem führt die Folter schlussendlich immer zum gleichen Ergebnis, nur dass die Betroffenen anschließend noch mehr oder weniger wahllos Namen von Mithexen verraten. Als die Prozesse dann beendet sind, sind die Opfer so gebrochen, dass ihnen alles egal ist.
Doch die „Besagung“ anderer Mithexen führt dann mehr oder weniger wahllos dazu, dass halbe Ortschaften zum Schluss betroffen sind. Herman jedenfalls kennt das Prozedere von früher und kann es auch diesmal nicht gutheißen. Doch als einzelner Schöffe kann er gegen die Ja-Sager der anderen Schöffen nichts ausrichten und zu heftig darf er auch nicht für die Hexen eintreten, da er sich damit als Hexenbeschützer outet.
Die Nebenhandlung der Familie von Herman wird schnell von der Hexenjagd beschattet, sodass ich als Leser auch die Auswirkungen auf die Entwicklung und die emotionale Verfassung der restlichen Familienmitglieder mit durchleide.
Genauso schlimm ist, dass viele diese Gelegenheit aus persönlichen Gründen nutzen, um ihre scheinbaren Gegner oder Widersacher aus dem Weg zu räumen und so nimmt diese Hexenjagd im fortgeschrittenen Stadium ungeahnte Ausmaße an.
Fazit:
Hochemotionale Auseinandersetzung mit einem der schlimmsten Irrwegen der deutschen Geschichte: fünf Sterne.
- Astrid Fritz
Die Hexe von Freiburg
(221)Aktuelle Rezension von: MelLilaDieses Buch las sich durchaus erwartungsgemäß. Es ist aber immer wieder erschreckend zu sehen, oder in diesem Fall halt zu lesen, wie die Hexenprozesse abgelaufen sind. Ansonsten kann ich mich dem Klappentext nur anschließen, eine für ihre Zeit unfassbar starke Frau mit einem schlimmen Schicksal.
- Kiran Millwood Hargrave
Vardo – Nach dem Sturm
(95)Aktuelle Rezension von: Ana80Eine kleine Insel ganz im Norden von Norwegen erlebt am Weihnachtsabend 1617 eine furchtbare Tragödie. Alle Männer der Insel Vardø kommen beim Fischfang durch einen schrecklichen Sturm um. Zurück bleiben Ehefrauen, Verlobte, Mütter und Kinder. Für diese beginnt nun ein schonungsloser Überlebenskampf, denn sie müssen nun Aufgaben übernehmen, die Frauen zum einen nicht gelernt haben, zum anderen aber auch nicht verrichten dürfen, da diese sich für Frauen nicht gehören. Doch was bleibt ihnen anderes übrig?! Drei Jahre später betritt ein Mann die Insel, der als Kommissar dorthin beordert wurde und auf der Insel der Frauen nun für Ordnung sorgen soll. Dieser Mann ist streng gläubig und in seinem Herkunftsland Schottland hat er sich einen Namen als erfolgreicher „Hexenaufspürer“ gemacht.
Kiran Millwood Hargrave wagt sich hier an ein schlimmes Thema der europäischen, aber im besonderen auch der norwegischen Geschichte, denn die Hexenverbrennungen haben dort in Massen stattgefunden. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht einer jungen Frau, Maren, die die Tragödie auf Vardø miterlebt und ihren Vater, Bruder und Verlobten verliert. Sie lernt mit den veränderten Umständen umzugehen und ihr Leben ohne Männer zu gestalten obwohl sie dabei immer noch versucht ist, sich an Regeln zu halten. Im Laufe der Zeit wird sie hierbei immer mutiger und nimmt immer mehr wahr, welche Missstände aber auch Abneigungen innerhalb des Dorfes und der Frauen herrschen. Als der Kommissar mit seiner jungen Frau Ursache auftaucht, wird das Leben sehr gefährlich, denn zum einen Beginnen die Frauen des Dorfes sich zum Teil bei diesem zu denunzieren, zum anderen freundet Maren sich mit Ursa intensiv an, eine Freundschaft, die nicht gerne gesehen wird.
Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mit dem trockenen Schreibstil, mit dem ich zunächst warm werden musste. Später passte dieser Stil für mich allerdings sehr gut zu der Kargheit des Lebens so hoch im Norden und spiegelte diese gewissermaßen wieder. Nach kurzer Zeit fesselte mich das Geschehen des Romans, das sich langsam aber stetig aufbaut und für mich dann richtig spannend wurde.
Für Leser*innen die Spaß an geschichtlichen Hintergründen haben ein absolut empfehlenswertes Buch.
- Yrsa Sigurdardottir
Das letzte Ritual
(259)Aktuelle Rezension von: tanyafroschEin Buch das sich wirklich gut und leicht lesen lässt, was nicht nur der Schreibweise zu verdanken ist. Die Geschichte der Hexenverfolgung wird kurz, aber hervorragend erklärt. Zudem konnte ich mein Allgemeinwissen in anderen Bereichen aufbessern. Es gab immer wieder spannende Momente, die mir keine Chance gaben, nicht weiter zulegen. Es war abwechslungsreich und spannend. Nur das Ende, bezogen auf die beiden Hauptfiguren, fand ch nicht so gut.
- Nina Blazon
Feuerrot
(121)Aktuelle Rezension von: ButtaIch bin ein großer Fan von Nina Blazon schons eit einigen Jahren und das nicht nur von ihrer Fantasy. Ihr Schreibstil ist spannend und flüssig und die Beschreibungen bildhaft, man kann sich gut in die charactere reinversetzen.
Zeitweise ist dieses Buch etwas schlepppend aber es kommt immer weider Spannung auf und man bekommt guten einblick in die Zeit der Hexenverfolgung.
- Astrid Fritz
Der Hexenjäger
(35)Aktuelle Rezension von: Angela_MichelKlappentextSchlettstadt im Elsass 1448: Die Mutter der Krämerstochter Susanna liegt tot in der Stube aufgebahrt. Bruder Heinrich, päpstlicher Inquisitor und Prior des hiesigen Predigerklosters, erscheint, um Trost zu spenden. Fast väterlich sorgt er sich um die junge Frau.
Doch bald schlägt die Fürsorge in Wahn um. Er lässt Susanna nicht mehr aus den Augen. Was sie nicht weiß: Seit einiger Zeit verfolgt Bruder Heinrich als Inquisitor die Vernichtung der <>. Viel zu spät erkennt Susanna, dass auch sie sich vor Heinrich in Acht nehmen muss.
"Der Hexenjäger" ist mein erster Roman der Autorin Astrid Fritz.Der Einstieg ins Buch ist mir recht leicht gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich gewählt, so dass man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen kann.Ich finde mich schnell in dieser traurigen und brutalen Zeit zurecht, in welcher der Stellenwert der Frau nur wenig vorhanden ist, dafür aber der Wahn um ihre Personen umso größer, sobald sie Weisheit und Wissen besitzen.
In dieser Zeit findet sich Prior und Inquisitor Heinrich Kramer, Verfasser des Hexenhammers, dessen Figur weitestgehend auf historisch belegten Fakten basiert.Die eingefügten Rückblicke auf die Kindheit Kramers lassen erahnen, dass der junge Heinrich in einem recht zwiespältigen Verhältnis zur Weiblichkeit aufwachsen muss.Die Protagonistin Susanna Mittnacht, ein fiktiver Charakter, erzählt aus der Ich- Position über ihr Leben, die Einengungen und Bedrängungen des Bruder Heinrich.Wohl auf Grund der unerwiderten Liebe zu Susannas Mutter,und später Susanna selbst, setzt Kramer alles daran, Susanna zu "besitzen".Susanna gewährt Einblicke in den niederen Charakter des Henricus Institoris und erzählt, wie er ihr immer wieder auflauert, sie versucht zu unterdrücken und schließlich entführen lässt, um sie als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.
Zitat S. 423"Ein Aufschneider, Täuscher und Fälscher, der sich in einer Welt voller Feinde sieht"
Mein FazitMir hat der Roman gut gefallen und es wird sicherlich nicht das letzte Buch sein, welches ich mir von Astrid Fritz holen werde.
- Dieter Breuers
Ritter, Mönch und Bauersleut
(34)Aktuelle Rezension von: Viv29Dieter Breuers Devise ist, "daß Geschichte ja gar nichts anderes ist als eine endlose Kette von Geschichten" und im Vorwort seines Buches bemängelt er zu Recht, daß all diese spannenden Geschichten, menschlichen Schicksale, Alltagsinformation im Geschichtsunterricht meistens gar nicht zur Geltung kommen, sondern dort trockene Jahreszahlen und Herrschernamen gelehrt werden. In diesem Buch über das Mittelalter läßt er nun die Geschichten der Geschichte in den Vordergrund treten und dies auf unterhaltsame Weise.
In zahlreichen kürzeren Kapiteln werden verschiedene Aspekte des Mittelalters geschildert, es handelt sich hier nicht um eine chronologische Abhandlung, so daß man auch mal ein Kapitel auslassen kann, wenn das jeweilige Thema nicht so interessant für einen ist. Die Weltgeschichte, ihre Herrscher und Jahreszahlen, fließt durchaus auch ein, aber dies als gut eingebrachte Hintergrundinformation, so daß man dieses Wissen gewissermaßen nebenbei mitnimmt. In manchen Kapiteln kommen Leute der Zeit selbst zu Wort, da schreibt Breuer mal als Tochter Karls des Großen, als Klostermönch oder Reliquienhändler, die den Leser direkt ansprechen. Die meisten Kapitel sind wie unterhaltsame Kurzreportagen gestaltet. Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an Themen, von Kleidung und Ausbildung der Ritter über die Hygienesituation im Alltag, die Nahrung oder die sogenannten unehrlichen Berufe. Auch interessanten Persönlichkeiten wie Richard Löwenherz oder dem Stauferkönig Friedrich II. sind einzelne Kapitel gewidmet. So erliest man sich auf knapp 600 Seiten ein kurzweiliges Kaleidoskop des Mittelalters, flott geschrieben, vergnüglich zu lesen und mit einer Fülle an interessanten und teils ungewöhnlichen Informationen. So soll Geschichte vermittelt werden!
- Leo Aldan
Agarax - Der Hexenfluch
(71)Aktuelle Rezension von: BuchgeschnipselJeff begibt sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit. Warum starben alle seine Vorfahren mit 28? Muss er auch diesem Schicksal erliegen? Mit diesem Gedanken macht er sich auf dem Weg zu seinem Geburtsort und während ein grausiger Mord das kleine Kaff erschüttert, lernt Jeff immer mehr Geheimnisse kennen... Wo bringt ihn diese Reise hin?
BOOK DATA: Urban Fantasy |02.02.0216 | 361 Seiten | BookRix
Die Geschichte um Jeff (oder Justy, oder Justinian….) ist zu Beginn sehr interessant. Man spürt sofort den Hang zum Krimi. Leo's Schreibstil ist sehr angenehm, keine langweiligen Dialoge oder ständiges Aufzählen von Fakten. Es entsteht ein guter Rhythmus und eine leichte Spannung.
Ich hatte meine Schwierigkeiten mit dem ganzen Hexen, Magier und Dämonen Teil - aber das ist eher etwas persönliches. Bin kein Fantasy Leser und tue mich damit sehr schwer (Nicole und ihre Zauberkünste haben mich etwas an Bibi Blocksberg erinnert).
Der Krimi/Thriller Teil in Agarax hat mir jedoch sehr gefallen, man möchte eben wissen wie es ausgeht. Was ich sehr geschätzt habe, ist dass man das Gefühl hat im zweiten Teil der Geschichte wirklich in einer anderen Welt zu sein. Die Charaktere sind interessant und Jeff wirkt am Anfang wie eine verlorene Seele, das macht ihn einfach sympatischer (ja, da habe ich einen Hang für) - Also dann, wenn ihr auf Mystery und Fantasy steht, ist Agarax genau das richtige für euch.
Danke Leo nochmals für deine unendliche Geduld und das bereitstellen eines Leseexemplars. - Marlene Beer
Die unwissende Magierin: Magie der Natur 1
(71)Aktuelle Rezension von: Caye14Inhalt
Arah wurde als Kind ausgesetzt und wächst bei einem Pater in einem kleinen Dorf auf. Als ein Exorzist dorthin kommt, wird sie aus ihrer sorgenlosen Welt gerissen, denn der Exorzist ist auf der Suche nach Magiern, um diese umzubringen. Als er Arah beschuldigt, eine Magierin zu sein, muss diese in den Wald fliehen, wo sie erfährt, dass es Magie tatsächlich gibt.
CoverDas Cover finde ich gelungen, da es geheimnisvoll wirkt und die farbliche Gestaltung gut zum Inhalt der Geschichte passt. Ich gehe davon aus, dass es Arah sein soll, die auf dem Cover dargestellt ist, dafür finde ich wirkt die Person aber etwas zu alt, da Arah im Buch 13 Jahre alt sein soll.
Schreibstil
Der Schreibstil ist einer der ersten Punkte, die leider dafür gesorgt haben, dass die Geschichte von ihrem Potenzial eingebüßt hat. An sich lässt sich der Schreibstil recht flüssig lesen, allerdings springt der Erzählstil immer wieder zwischen verschiedenen Formen. Im einen Moment wird man als Leser direkt vom Erzähler angesprochen, dann erlebt man das Geschehen mehr aus Arahs Sicht und kurz darauf befindet man sich wieder in einer außenstehenden Perspektive. Das stört doch sehr beim Lesen und verhindert etwas, dass man richtig in die Geschichte abtauchen kann.
Meine Meinung zur Geschichte
Die Geschichte war interessant und es gab einige wirklich gute Ideen. Ich mag es auch, dass die reale Hexenverfolgung hier mit Fantasy verbunden wurde. Hierbei wird eine Welt dargestellt, die an der realen Vergangenheit orientiert ist. Im Klappentext ist von einem mittelalterlichen Dorf die Rede, in dem Arah aufwächst. Im Buch selbst ist noch die Inquisition relevant, genauer wird der Zeitraum nicht eingegrenzt. Hierzu möchte ich aber anmerken, dass der Großteil der Hexenverbrennungen in Mitteleuropa nicht im Mittelalter stattgefunden haben, sondern erst in der Frühen Neuzeit (das Mittelalter endete um 1500, die richtige Hexenverfolgung fing da gerade erst an, der Höhepunkt war zwischen 1550 und 1650). Außerdem war das Hauptziel der Inquisition nicht die Hexenverfolgung, sondern Personen, die von der Kirche abweichende Weltanschauungen und Meinungen hatten. Durch eine kurze Recherche findet man das schnell heraus, das wurde hier anscheinend leider nicht gemacht und so dieser weit verbreitete Irrglauben weiter unterstützt.
Arah selbst ist mir größtenteils sympathisch gewesen, auch wenn man durch den schwankenden Schreibstil nicht immer ganz mit ihr mitfühlen kann. Bei ihren Erlebnissen verhält sie sich größtenteils nachvollziehbar, aber vieles hätte weiter ausgeführt werden können und einige Ungereimtheiten gibt es schon. Beispielsweise nimmt sie auf ihrer Flucht Proviant für einige Tage mit, kann sich nach zwei Tagen aber vor Hunger kaum noch auf den Beinen halten. Solche Momente gibt es immer mal wieder, wo man sich dann fragt, wie es dazu gekommen ist, ohne dass irgendwo etwas erwähnt wird.
An sich hat die Geschichte durchaus Potenzial, sehr spannend zu sein. Es gibt auch immer wieder Momente, die sehr fesselnd sind. Leider werden diese oft sehr schnell abgehandelt oder der auktoriale Erzähler taucht mal wieder auf und nimmt schon etwas vorweg, sodass man schnell weiß, wie es weitergeht, und man nicht richtig von der Handlung gefesselt wird. Hier hätte das Buch mehr Länge und Ausführlichkeit gut vertragen können. Wie eine andere Rezensentin schon vor mir schrieb, liegt eben nicht immer in der Kürze die Würze. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt, was ich sehr schade finde, weil es deutlich besser hätte genutzt werden können.
Das Ende kam dann sehr überraschend und hat einen geradezu überrumpelt, weil besonders viel auf einmal geschehen ist. Man hatte kaum Zeit, sich in die entsprechende Situation einzufinden, da war schon alles vorbei. Auch hier hätte man das also deutlich ausführlicher machen können.Hinzu kommt, dass ich persönlich mit dem Ende etwas unzufrieden bin, da aus meiner Sicht sehr schnell in schwarz und weiß eingeteilt wurde und die Grautöne dazwischen gar nicht beachtet wurden. Einiges war auch nicht ganz nachvollziehbar. Genauer kann ich das hier leider nicht begründen, da ich sonst potenziellen Lesern alles vorwegnehmen würde.
Gut fand ich, dass die Geschichte in sich soweit abgeschlossen ist, dass man nicht gezwungen wird, die Folgebände zu lesen. Als ich gesehen habe, wie wenig Seiten ich noch vor mir habe, aber wie viel noch offen ist, hatte ich schon befürchtet mitten aus der Handlung geworfen zu werden und den nächsten Band lesen zu müssen, um die nötigen Erklärungen zu bekommen. Das ist dann doch nicht eingetreten, worüber ich froh war, aber wie gesagt wurde dann alles sehr schnell abgehandelt, obwohl es etwas mehr Länge gut vertragen hätte.
Insgesamt ist es also eine Geschichte mit tollen Ideen, die mich auch durchaus unterhalten hat, aber noch einiges an Verbesserungspotenzial aufweist, was die Umsetzung betrifft. Ich finde es wirklich sehr schade, dass hier so viel Potenzial verschenkt wurde.
Ich habe lange überlegt, ob ich zwei oder drei Sterne vergebe, weil die Geschichte wirklich Potenzial hat. Auch mit Blick auf die anderen Bücher, die ich bisher mit drei Sternen bewertet habe, musste ich mich aber für zwei Sterne entscheiden, da es hier noch deutliche Probleme bei der Umsetzung der vielen Ideen gab. Wenn die Autorin weiter an ihrem Schreibstil arbeitet, kann ich mir aber vorstellen, dass sie noch sehr gute Bücher schreiben wird, da sie auf jeden Fall tolle Ideen hat.
Ich würde auch nicht vom Lesen des Buches abraten. Wer Lust auf eine kleine fantasievolle Erzählung hat, kann sich hier durchaus gut unterhalten fühlen. - Matt Ralphs
Fire Girl - Gefährliche Suche
(76)Aktuelle Rezension von: Kallisto92Das Buch, " Fire Girl- Gefährliche Suche", von dem Autor Matt Ralphs, ist der erste Teil der Reihe.
Das Buch handelt von Hazel Hooper. Sie wünscht sich, dass sich bei ihr ihre magischen Fähigkeiten entwickeln. Dies geschieht genau zu dem Zeitpunkt als ein Dämon ihre Mutter entführt. Hazel macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter, doch außerhalb der Lichtung gibt es Gefahren wie zum Beispiel Hexenjäger. Was wird Hazel auf ihrer Reise erleben und wird sie ihre Mutter finden ?
Das Buch ist in der Erzählperspektive geschrieben.
Das Buch beginnt mit einem Prolog und endet mit einem Epilog. Die Geschichte ist in Kapiteln untergliedert.
Mein Fazit:
Die Spannung baut sich nur langsam auf. In der ersten Hälfte des Buches passiert meiner Meinung nach recht wenig. Im Buch sind keine romantischen Elemente enthalten. Ich persönlich brauche etwas mehr Liebe in der Story. Ich fand die Charaktere jedoch sehr interessant und authentisch beschrieben. Hazel ist 13 Jahre alt . Ich würde die Reihe daher in dieser Altersgruppe empfehlen, wenn man Abenteuer, Magie und Hexen mag. Ich glaube ich bin einfach zu alt für die Story.
- Sabine Weigand
Die Seelen im Feuer
(159)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf die Handlung kann man anhand der Kurzinfo erhaschen. Meine persönliche Meinung:
Das Buch spielt in den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts zu Zeiten der schlimmsten Hexenverfolgung. Die Aurorin hat diese Zeit hervorragend eingefangen und kann sie dem Leser sehr plastisch vor Augen führen.Die Schicksale der menschen die in dieser Zeit unter fürchterlichen Ängsten leben mussten, sind sehr gut dargestellt worden.Aber auch die Seite der "Täter2 wurde eindrucksvoll eingefangen.
Der Schreibstil ist sehr gut und wird aufgelockert durch Protokolle, Briefe und auch noch durch die Erinnerungen einer Nonne, die ca. 20 Jahre nach den Ereignissen ihre Erinnerungen verfasst. Ein sehr bemerkenswerten Kniff, der dem Buch sehr gut getan hat.
Die Figuren sind sehr gut und plastisch gezeichnet und man konnte sich gut damit identifizieren. Sie wirkten lebendig mit all ihren Nöten, Ängsten und Träumen und ihrer Charistika.
Ein toller Roman der Lust auf weitere Bücher der Autorin macht.
- Frank Rehfeld
Der Weg des Inquisitors
(10)Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar»Unschuldig, dachte Naron Balosta, seines Zeichens Inquisitor achten Ranges, als er allein war.«
Das Buch kann man dank der einfachen Sprache und Handlung flott lesen und ich habe immer wieder Seiten quer gelesen, um mich nicht zu langweilen. Ich würde es in das Genre Jugendliteratur / Allage einordnen. Summa summarum habe ich mich geärgert, da dieser Roman anscheinend der Auftakt eine Fantasy-Serie wird. Hätte ich das vorher gewusst, ich hätte es nicht angefangen, es wird vom Verlag nirgendwo erwähnt. Normalerweise zitiere ich keinen Klappentext, aber hier bietet sich das an:
»Der junge Torin verfügt über alles, was er als Inquisitor der Kirche der Göttlichen Familie benötigt: einen festen Glauben, mächtige Förderer.« (Ja wirklich? Laut dem Buch gehört ungeheuer viel dazu, um aufgenommen zu werden!) »Und die unumstößliche Gewissheit, dass die Kirche immer im Recht ist. Er weiß auch, wie wichtig seine Arbeit ist, denn das Böse, das in der großen Wüste lauert, verdirbt immer mehr Menschen.« (Verdirbt? Kommt nicht vor, lediglich zwei Hexen. Seine Arbeit? Er ist Schüler eines Internats, am Ende des Buchs ist er immer noch kein Inquisitor.) »Die Inquisition ist das einzige Bollwerk der Menschen gegen diese namenlosen Schrecken. Doch dann erkennt Torin, dass nicht alle Verurteilten wirklich Hexen sind, sondern oft unschuldig – aber auch, dass das wahre Böse viel mächtiger ist, als irgendjemand bislang ahnt.« (Kommt beides nicht vor.)
Torin, ein Weisenjunge, im Kloster erzogen, trifft auf einen Inquisitor, erzählt ihm, dass es sein brennender Wunsch ist, auch einer zu werden. Der Mann lacht. Denn zu Inquisitoren werden nur die Kinder mächtiger Familien ausgebildet, die Ausbildung kostet viel Geld und man gewinnt Macht in der Position, man muss auch eine gute Schulausbildung vorweg mitbringen. Torin rettet dem Inquisitor das Leben und der will sich nun für ein Kirchenstipendium für Torin einsetzen. Der Abt zeigt dem Inquisitor das Amulett, das Torin bei sich trug, als er als Baby vor die Klostertür abgesetzt wurde. Ist er vielleicht Sohn von IHM? Wer auch immer das ist, wird nie geklärt, das Amulett steckt der Inquisitor ein, der Strang fällt herunter. Noch ein Ärgernis.
Torin wird in die Ausbildung aufgenommen: Es bildet sich ein Dreier-Freundschaftspakt: Der schlaue Torin, der nur Ahnung vom Kirchenfach hat, der sich alles andere durch Fleiß aneignen muss, Berryl, der große, dicke Junge, der mit Kraft gut kämpft, aber nicht so wendig ist, nicht der Hellste ist und schließlich Prinzessin Shirina, die beste im Kampf, schlau, hübsch, die das Mädchen-Manko hat, denn nicht jedem ist es recht, dass neuerdings auch ein paar Frauen ausgebildet werden. Und dann gibt es die böse, reiche Familie Scylla, Mächtige, aus einem kleinen aggressiven Land des Kontinents, das immer wieder angrenzende Länder angreift. Starke Kämpfer, böse, hinterlistig, diese Schüler haben es ständig auf Torin abgesehen. Einer dieser Familie, Inquisitor Scylla, wird Lehrer im Fach Kampf, auch er triezt den unerfahrenen Torin bis aufs Blut. Der Schulleiter hält eine schützende Hand über den Jungen. Am Ende nach jedem Schuljahr (nach ca. ¾ im Buch ist das erste Jahr vorbei) wird ein Kampf ausgeführt. Die Schüler müssen in einen abgeschlossenen Bezirk gehen, sich verstecken, bei Gongschlag geht es los, jeder gegen jeden, nur einer kann gewinnen, wobei es nur um die Berührung mit dem stumpfen Schwert geht, nicht darum jemanden ernsthaft zu verletzen. Nur einer wird der Sieger sein. Die Schüler lernen auch erste Übungen, sich per Geist in den Kopf eines anderen einzunisten, seinen Körper zu übernehmen, ein gefährliches Spiel, auch die Abwehr dagegen ist wichtig. Kommt jemandem das Setting bekannt vor? Hier sind die Guten die Kirchenleute und Hexen und Zauberer sind die böse Macht. Über die Bösen erfährt man eigentlich nichts. Wir erfahren lediglich, dass sie in den Körper von unbedarften Menschen schlüpfen und andere angreifen, völlig schmerzunempfindlich sind, weshalb sie Folter während die Inquisition nicht tangiert. Die letzten vier Schuljahre werden in 100 Seiten abgearbeitet, letztendlich eigentlich nur der Endkampf am Ende des Schuljahrs. Dumbledore lässt grüßen.
Abklatsch, dachte ich beim Lesen, Abklatsch von erfolgreichen Büchern, aber schlecht umgesetzt. Von Titel, Klappentext und Cover (Der Mann sieht aus wie Klischko, was mich amüsierte) kann man von einem High Fantasy Roman ausgehen. Was ist das Wesen dieses Genre? Malerische Schilderung und fein ausgearbeitete Charaktere sind die Grundlage. Landschaften werden ausgiebig beschrieben, Gegenstände, handwerkliche Arbeit. Die Charaktere der Protagonisten sind ausführlich dargestellt. Das Wesentliche ist, dass diese Welt so feinsäuberlich dargestellt wird, inclusive Landkarten (die ist übrigens vorhanden, aber nicht nötig), dass der Leser sich hineingezogen fühlt, sie sozusagen als real betrachtet. Das erwartet der Leser schlicht. Hier aber haben wir es mit einer abgespeckten Version von irgendwas zu tun. Internatsgeschichte? Fantasyepos? Keine Ahnung, denn beides ist es nicht.
Wenn das nun alles war, ist das Buch oberschwach. Nirgendwo wird bemerkt, dass die Geschichte weitergeht. Selbst wenn weitere Bände folgen, ist dieser Auftakt schwach. 476 großgeschriebene Seiten, einfache Sprache, riesige Zeitsprünge, mit denen man nicht rechnet, dafür langatmige Passagen, Wiederholungen, bei denen getrost weiterblättern kann. Ich war recht lustlos, weil für mich keine Spannung aufkam. Ein paar laue Spannungsszenen und abarbeiten von Schulstoff. Was macht einen Inquisitor aus? Genau das hätte mich interessiert, charakterliche Eigenschaften, philologische Gedankengänge. Nach fünf Schuljahren habe ich es nicht verstanden. Ich kenne seine Fächer: Kampf, Reiten, Kirchenrecht, Pflanzenkunde (Giftmischen) und wohl noch mehr, was aber nicht genau benannt wird. Das wird gebetsmühlenartig wiederholt, auch wie anstrengend der Stoff ist. Endlich hat man sich durch das Buch gequält, die oberflächlichen dargestellten Charaktere kennengelernt, eine klischeehafte Geschichte, die man sich ersparen kann. Die erzählerische Kraft und die Emotion sind im Zeitraffer verlorengegangen. Bis zum Ende konnte ich keinen Bezug zu irgendeiner Figur bilden, die sich auch alle nicht entwickeln, Länder und Kontinente bleiben als wage Vorstellung, eine distanzierte Erzählung in Rapportform, einfachste Sprache, nichts zum Eintauchen. Mit vierzehn hätte ich die Geschichte vielleicht noch spannend gefunden, vielleicht. Zu jedem Fantasyepos fällt einem spontan etwas Bleibendes ein, bei Harry Potter sofort: Quiddisch, Zug, Süßigkeiten, schräge Lehrer, die Häuser usw. In diesem Roman bleibt nichts zurück.
Alles in allem fühle ich mich als Leser getäuscht. High Fantasy vorgetäuscht, abgeschlossenes Buch vorgetäuscht, der Weg des Inquisitors ist die Schulausbildung eines Jungen, der mal Inquisitor werden will. Nicht mal das, denn was verlangt man von einem Inquisitor, außer dem Foltern und Kämpfen? Was sind die echten Fragen der Qualifikation? Beworben wurde das Buch mit dem Thema der Auseinandersetzung mit Religion. Das kam mit keinem Wort vor. Im Prinzip hätte das Thema viel Potential. Aber dieses Buch kommt nicht über den Level eines einfach gestrickten Jugendbuchs hinweg. Denn selbst als Solches hätte ich mehr Substanz erwartet. Man fühlt sich ständig vom Autor belehrt, der andere Figuren reden lässt, damit der Leser sie vielleicht versteht, die Umstände versteht. Der Erzähler fasst zusammen, welche Fächer es gibt, was in den letzten 12 Monaten passiert ist. Die Figuren sind hölzern, agieren nicht, entwickeln sich nicht. Gut sie lernen Stoff, kämpfen, aber wo bleibt die Persönlichkeit? Wie auch, wenn man drei Schuljahre in 50 Seiten abhandelt, hauptsächlich durch je einen Kampf. Durch die klischeehafte Bildung der Figuren weiß der Leser was er zu denken hat. Nein, solche Bücher mag ich persönlich nicht.
Wer High Fantasy liebt, sollte die Finger von dem Buch lassen, ebenso, wer auf erzählerische Kraft Wert legt. Wer philosophische Fantasy liebt, wird arg enttäuscht sein.
Spoiler!!!!!! Spoiler!!!!!! Nicht weiterlesen, wenn man das Buch noch lesen möchte! Spoiler!!!!!!
Torin macht für mich keine Entwicklung mit, bzw. am Ende eine angebliche, psychologisch nicht nachvollziehbar für mich. Torin ist die ganze Zeit verliebt in Shirina. Am Ende des Romans wird Ila, die im gleichen Kloster wie Torin aufgewachsen ist, in die Hauptstadt gebracht, sie ist eine Hexe. Torin darf mit ihr sprechen, man meint, vielleicht erzählt sie ihm, was der Inquisitor nicht herausfoltern konnte. Ihm wird sofort gesagt, in dem Leib stecke eine fremde, böse Seele, die ihm etwas vorspielen wird, vorspielen, sie sei die echte Ila. Und die Hexe verrät Torin Geheimnisse? Macht sie natürlich nicht. Sie spielt ihm die leidende Ila vor und der intelligente Junge fällt trotz mehrfacher Warnung der Ausbilder darauf herein, darf dann heimlich zuhören, wie die Hexe sich über den Jungen auslässt, sich freut, ihn getäuscht zu haben. Und nun erfahren wir, Ila ist Torins große Liebe, die Frau, die er heiraten wollte. Fünf Jahre kein Wort, kein Gedanke, kein Brief, Ila kam nicht vor. Als völlig verliebt in Shirina, bei der seine Gedanken sind, wird Torin beschrieben. Ach nee, eigentlich ist Ila die Angebetete? Und nun macht Torin endlich eine Entwicklung. Völlig verstört, weil die Hexe ihn reinlegte, ihm wirklich Glauben machte, sie sei die heißgeliebte Ila, zieht er sich zurück, lernt noch verbissener. Für den Leser nicht nachvollziehbar. Was tut er? Was sagt er? Am Anfang wird erwähnt, Torin habe einen Freund im Kloster, von dem verabschiedet er sich. Kein Wort über Ila, die ganze Zeit nicht. Hier wieder der distanzierte Autor, der dem den Leser nicht mitzunehmen weiß, irgendwas erklärt: Sein Mentor und Shirina geben Torin Feedback, sagen, er habe sich verändert, zum Schlechten, sei verbissen geworden, er würde sich ausgrenzen, er könne ein fanatischer Mann werden, die jugendliche Begeisterung sei fort. Ein paar Sätze an den Leser, und gut ist. Peng, der Junge hat sich verändert, wie auch immer. Shit, man braucht ja einen Grund für die Entwicklung: Die große Liebe hat ihn enttäuscht, ha, geht doch. Als wäre dem Autor eingefallen, er hätte irgendwo gelernt, die Hauptfigur müsse sich entwickeln … Uppps, vergessen, schreiben wir noch paar Sätze am Ende rein, dann passt das wieder, Grund brauchen wir auch noch, Liebe passt immer …
Und noch so etwas Merkwürdiges: Im Endkampf des 4. Schuljahres haben plötzlich alle Schüler einen fremden Geist im Kopf, der ihnen einredet zu töten, nur zwei können sich dagegen wehren, Torin und sein Freund. Über die Hälfte der Schüler sind tot. Passiert … das Ganze hat keine Folgen. Es sind halt weniger Schüler, so kann man den Unterricht des letzten Jahres in drei Monaten durchziehen. Au weia, dachte ich, im Inneren der Inquisitoren dringt der Feind ein, tötet und das war es?























