Bücher mit dem Tag "heyne-verlag"
287 Bücher
- Anna Todd
After truth
(3.347)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Truth ist der zweite Band der After-Reihe und knüpft direkt an die Ereignisse aus dem ersten Teil an. Die Geschichte folgt weiterhin Tessa und Hardin, und deren Beziehung nach den Enthüllungen am Ende des ersten Bandes...
Wie schon im ersten Teil lässt sich auch dieser Band sehr flüssig lesen. Die Kapitel sind schön und spannend geschrieben, wodurch man schnell durch die Geschichte kommt. Besonders die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind wieder sehr intensiv dargestellt, und man spürt deutlich ihre Gefühle - trotz und durch all die Probleme.
Allerdings setzt sich auch hier das starke Auf und Ab in ihrer Beziehung fort. Streit, Eifersucht und Missverständnisse spielen eine große Rolle und sorgen dafür, dass sich einige Situationen gefühlt „wiederholen“. Dadurch kann die Handlung stellenweise etwas frustrierend wirken, weil die beiden Charaktere scheinbar immer wieder in die gleichen Muster zurückfallen.
Andererseits hat es das Buch damit auch wieder geschafft, mich zu fesseln. Ich hatte oft das Bedürfnis weiterzulesen und sobald ich das Buch zur Hand genommen habe, hat es sich sehr flüssig und nervenaufreibend-gefühlvoll gelesen.
Auch entwickelt sich die Geschichte weiter: insbesondere erfährt man mehr über Hardins Charakter, was seine schwierige Art teilweise verständlicher macht.
Fazit:
After Truth bleibt emotional und interessant, auch wenn das ständige Hin und Her zwischen Tessa und Hardin manchmal etwas ermüdend sein kann. Dennoch ist es eine gute Fortsetzung, die die Charaktere weiter vertieft und neugierig auf die nächsten Teile macht.(Bewertung: 3,5-4 von 5 Sternen).
- Anna Todd
After passion
(4.904)Aktuelle Rezension von: Stefanie-BAfter Passion ist der erste Band der bekannten After-Reihe und erzählt die Geschichte von Tessa Young und Hardin Scott. Tessa beginnt ihr Studium als eher ruhige, strukturierte Studentin mit klaren Zukunftsplänen – bis sie Hardin begegnet. Er ist das komplette Gegenteil von ihr: rebellisch, verschlossen und emotional schwer greifbar.
Der Roman liest sich insgesamt sehr flüssig . Besonders schön fand ich, wie leicht man in die Geschichte hineinkommt und wie schnell man durch die Seiten fliegt. Die emotionalen Momente zwischen Tessa und Hardin sind oft sehr intensiv geschrieben, sodass man als Leser(in) stark in die Beziehung der beiden hineingezogen wird.
Dabei besteht ein großer Teil der Handlung aus dem ständigen Auf und Ab zwischen den beiden. Streit, Versöhnung, Missverständnisse und erneuter Streit wiederholen sich relativ häufig. Dadurch kann die Beziehung teilweise etwas unnötig dramatisch wirken.
Andererseits macht gerade die Dynamik zwischen den Protagonisten einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus. Außerdem ergibt sich hieraus dann der Grundsetin für die Entwicklung der Charaktere, die ebenfalls prägend für das Buch ist und stark beschrieben wird.
After Passion ist ein interessanter, fesselnder New-Adult-Roman, der vor allem durch seine emotionale Intensität und die starke Anziehung zwischen den Hauptfiguren lebt. Wer Geschichten über komplizierte Beziehungen, große Gefühle und dramatische Wendungen - mit halbwegs viel Hin und Her - mag, kommt hier auf seine Kosten.
Fazit:
Ein sehr schöner Auftakt der Reihe mit viel Emotion und Spannung, der jedoch durch das häufige Hin und Her in der Beziehung etwas anstrengend werden kann… der aber andererseits gerade dadurch geprägt wird und mich damit stark fesseln konnte. Insgesamt ein unterhaltsames Buch, das Lust darauf macht, die Reihe weiterzulesen. - Stephen King
Es
(2.395)Aktuelle Rezension von: M_L777Ich habe „Es“ von Stephen King das erste Mal mit 14 Jahren gelesen. Heute, genau 16 Jahre später, liebe ich dieses epische Meisterwerk noch immer ganz genauso sehr wie damals. Egal, ob ich es klassisch auf dem Papier lese oder mich von der dichten Atmosphäre des Hörbuchs in den Bann ziehen lasse – die Faszination reißt einfach nicht ab.
Was dieses Buch für mich so unfassbar stark und einzigartig macht, sind Kings detaillierte Beschreibungen. Besonders am Anfang, wenn er sich extrem viel Zeit nimmt, jedem einzelnen Charakter eigene, tiefgehende Kapitel zu widmen. Man lernt die Figuren wirklich von Grund auf kennen und schließt sie ins Herz. Auch diese eindringlichen Monolog-Erzählungen, durch die man noch tiefer in die Geschichte eintaucht, sind genau das, was ich an seinem Schreibstil so liebe.
Und auch wenn ich früher große Angst vor Clowns hatte: Dieses Buch ist und bleibt ein absoluter Dauerbrenner in meinem Regal. Für meinen Geschmack schlichtweg genial!
- Stephen King
Friedhof der Kuscheltiere
(2.016)Aktuelle Rezension von: WeidaEine Familie zieht in ihr Traumhaus, doch direkt am angrenzenden Wald liegt ein geheimnisvoller Tierfriedhof.
Friedhof der Kuscheltiere war mein erstes Buch von Stephen King und es hat mich sofort gepackt. Die Geschichte ist sehr fesselnd geschrieben und erzeugt durchgehend eine beklemmende, unheimliche Atmosphäre, die einen beim Lesen nicht mehr loslässt.
Ich war komplett in der Handlung drin und fand sowohl die Geschichte als auch das Ende sehr gelungen. Die Verfilmung ergänzte das Buch für mich als Abschluss perfekt
- Stephen King
The Stand - Das letzte Gefecht
(853)Aktuelle Rezension von: Emmas_Bookhouse
Re-Read
Nachdem ich das Ende der Welt, wie wir sie kennen, gelesen hatte, habe ich richtig Lust darauf bekommen, The Stand noch einmal zu lesen.
Es ist mein absolutes Lieblingsbuch vom Meister und auch nach mindestens 20 Jahren (wahrscheinlich ist es länger her, als ich es gelesen hatte) hat es immer noch seinen Charme.
Als die Charaktere, die ich wiedergetroffen habe, Stu, Fran, Nick, Tom und noch so viele mehr, waren, war es fast wie nach Hause kommen.
Eine Geschichte um Gut und Böse. Ein Virus löscht fast ganz Amerika aus und die letzten Überlebenden schließen sich entweder dem Guten oder dem Bösen an.
Eine ausschweifende Geschichte, wie man es von King kennt. Nicht umsonst hat meine Ausgabe über 1400 Seiten, die neueren Auflagen sogar 1700 Seiten, aber da ist nur die Schrift größer, also die gleiche Geschichte.
Man lernt viele Charaktere lieben und tatsächlich auch auf der bösen Seite. Charaktere kommen und gehen, bei einigen tut es vielleicht weh und bei anderen ist man froh. Aber ich will auch nicht zu viel verraten.
Das Ende hat mich wieder richtig mitgerissen. Die letzten 200 Seiten waren sowas von fesselnd.
Da dies mein Lieblingsbuch vom Meister ist, kann ich hier nur 5 von 5 Sternen geben.
- Karsten Dusse
Achtsam morden
(898)Aktuelle Rezension von: Stephan_ButtgereitDer Witz von Achtsam morden liegt nicht einfach darin, dass ein Anwalt tötet und dabei Atemübungen beherzigt. Karsten Dusse nimmt die Sprache der Selbstoptimierung so ernst, dass sie allmählich ihr eigenes Absurditätspotenzial offenlegt. Björn Diemel will ein besserer Vater, Partner und Mensch werden; dass er seine Konflikte anschließend auf eine denkbar radikale Weise „löst“, macht den Roman zur schwarzen Komödie über Verantwortungsflucht.
Dusse schreibt mit großer Leichtigkeit. Die Regeln des Achtsamkeitstrainings werden nicht bloß parodiert, sondern treiben die Handlung tatsächlich voran. Gerade diese Verknüpfung von Lebenshilfe, Strafrecht und Gangsterplot trägt das Buch: Jede neue Maxime wirkt zunächst vernünftig und wird im nächsten Moment in eine moralische Schieflage überführt.
Die Figuren sind bewusst eher scharf konturiert als psychologisch vielschichtig; auch die Pointen werden bisweilen sehr zuverlässig gesetzt. Das gehört zum Programm, begrenzt aber die Fallhöhe. Trotzdem bleibt Achtsam morden mehr als eine lange Gagfolge, weil der Roman einen unangenehmen Kern trifft: Wer sein Leben nur noch als Projekt der eigenen Entlastung versteht, kann fast jede Grenze sprachlich elegant umgehen. Ein kluger, böser und bestens getakteter Krimi
- Stephen King
Sleeping Beauties
(272)Aktuelle Rezension von: koechlWas würde wohl passieren, wenn plötzlich alle Frauen und Mädchen der Welt in einen tiefen Schlaf versinken, sich in Kokons verpuppen und die Männer, etwas auf sich allein gestellt, zurück lässt?
Stephen und Owen King haben mit diesem Roman, eine wahrlich gelungene und leider auch sehr leicht zu glaubende Situation beschrieben, die einem selbst nach Abschluss des Buches, noch für längere Zeit begleiten wird. Der Geschlechterkampf Mann gegen Frau ist überall present, doch im Vergleich zur Realität, kann man bei Sleeping Beauties ruhig und entspannt, beide Blickwinkel in Augenschein nehmen und sich so, Seite für Seite eine Meinung bilden. Doch selbst dann sollte man stets bedenken, was man selbst falsch oder richtig findet, kann fürs Gegenüber genau das Gegenteil sein. Aber trotzdem ist das Gute oder das Böse weder männlich noch weiblich, sondern schlicht _menschlich_
Zum Schluss möchte ich noch mein liebstes Zitat, aus diesem Buch, mit euch teilen:
"Sag nicht Pussy, wenn du damit was meinst, was schwach ist. Wenn deine Mutter dir das nicht beigebracht hat, hätte sie's tun sollen." - Stephen King
Der Anschlag
(762)Aktuelle Rezension von: HelefloIn diesem, meines Erachtens, Meisterwerk konfrontiert uns King mit der Frage: was würdest du ändern wenn du in die Vergangenheit reisen könntest? Und die damit einhergehenden Auswirkungen auf die Gegenwart und Zukunft.
Wie immer erzählt der Autor sehr ausschweifend ohne aber langatmig oder langweilig zu werden. Ich finde das ist eine Kunst die nur wenige Autoren beherrschen und Stephen King hat diese Art zu schreiben zur Perfektion gebracht.
Ständig will man wissen wie es mit Jake und Sadie weitergeht, schafft er es das Attentat auf Kennedy zu verhindern und wenn ja wie und wie sieht dann die Gegenwart aus, wenn er zurückkehrt?
All das entwickelt sehr schnell einen regelrechten Sog, dem man sich nicht mehr entziehen kann. Und so sind selbst über 1000 Seiten schnell gelesen.
Ich kann das Buch jedem ans Herz legen. Es ist eine Mischung aus Thriller, Romanze, Drama und Fantasy, die wirklich sehr gut funktioniert.
Von mir eine klare Leseempfehlung, das Buch hat Potenzial mein Jahreshighlight zu werden.
- Stephen King
Der Outsider
(309)Aktuelle Rezension von: schnegge1998Dies war das erste Buch was ich von Stephen King gelesen habe. Der Klappentext hat mich total neugierig gemacht und auch die ersten Seiten waren sehr interessant. Anfangs dachte ich, ich kann gar nicht aufhören zu lesen. Ab der Buchmitte war es etwas langatmig, dennoch habe ich weiterhin an die spannung geglaubt. Man denkt es ist ein skrupelloser Killer, der sich sehr gut zu tarnen weiß. Dass er sich von dem Grauen der Opfer ernährt, ist sehr krank aber es hat das Buch spannend gemacht. Aber als es dann mit dem Verwandeln in andere Personn anfing und diese übernatürlichen Geschehen passiert sind, war ich echt raus. Als die Auflösung sich in Richtung Jack zu schlagen drohte, habe ich gedacht es wird doch noch richtig spannend. Dass es dann doch anders kam mit dieser Kreatur in der Höhle, war ich echt enttäuscht. Ich musste mich leider sehr durch die letzten Seiten quälen.
- Stephen King
Basar der bösen Träume
(201)Aktuelle Rezension von: AleshaneeEine Sammlung aus vielen Kurzgeschichten vom Meister des Horrors! Wobei es bei diesen Bänden ja meist sehr unterschiedlich ist, wie einem die einzelnen Geschichten gefallen und ich muss sagen, dass die meisten mich nicht so recht begeistern wollten - dennoch waren einige wirklich gute dabei!
Spannend finde ich dabei ja, wie unterschiedlich sie sind! 20 völlig verschiedene Handlungen, Ereignisse, Schicksale, mit dem typischen King Stil erzählt und doch jede für sich speziell und einzigartig. Eine dabei sogar in Gedichtform (damit kann ich leider gar nichts anfangen)
Die meisten sind wirklich kurz und um die 30 Seiten lang, aber es gab auch vier etwas längere Episoden. Eine davon war "Nachrufe", die mir richtig gut gefallen hat! Hier geht es um einen aufstrebenden Journalisten, dessen Talent sich verselbständigt.
Ebenfalls gut gefallen hat mir "Der kleine grüne Gott der Qual". Hier geht´s um einen alten, schwerreichen Kranken, der glaubt, mit Geld alles kaufen zu können.
Am besten gefallen haben mir "Böser kleiner Junge" - eine sehr typische Geschichte mit tückischem Hintergrund und toll erzählt.
Außerdem "Ein bisschen angeschlagen" - eine makabre, aber irgendwie auch zu Herzen gehende Story.
Und als perfekten Abschluss gabs eine Weltuntergangsgeschichte, einen kurzen Einblick auf ein Ende, das wir uns alle gar nicht vorstellen wollen mit dem Titel "Sommerdonner"
Schön fand ich das Vorwort von Stephen King und dass er auch zu den einzelnen Geschichten ein paar einleitende Worte geschrieben hat, wie die Idee dazu zustande kam. Faszinierend, wie sich aus kleinen Alltagsmomenten die Inspirationen verselbständigen und zu Geschichten formen.
Ein buntes Sammelsurium aus kuriosen Fragmenten die sicher sehr unterschiedlich ankommen. Auch wenn mir einige sehr gut gefallen haben hatte ich mir insgesamt dennoch etwas mehr erhofft. - Estelle Maskame
DARK LOVE - Dich darf ich nicht finden
(772)Aktuelle Rezension von: auvuleDa ich bereits den ersten Teil gelesen habe und ihn geliebt habe, habe ich direkt mit dem zweiten Teil begonnen. Ich kann nur sagen, dass das Buch ein emotionales Wirrwarr, Herzschmerz, Spannung und Wut enthält. Es hat mich wirklich gefesselt, da bestimmte Ereignisse mich überrascht haben und ich dachte: 'Oh mein Gott...'
Eden ist einfach eine unbeschreiblich starke Figur. Bei Tyler gab es jedoch Momente, in denen ich ihn am liebsten geschlagen hätte. Trotzdem ist er eine starke und faszinierende Persönlichkeit. Und Eden weiß das auch.
Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den dritten Teil und werde ihn auf jeden Fall lesen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht!✨🥹
- Stephen King
Fairy Tale
(258)Aktuelle Rezension von: FairyOfBooks"Was die Welt angeht, aus der ich gekommen bin... Ich glaube, alle Welten sind magisch. Wir gewöhnen uns einfach nur daran."
Mich hat das Buch schlussendlich vor allem durch den märchenhaften Aspekt gehabt, der zwar erst knapp nach etwa 250 Seiten kam, aber ab da wurde das Buch für mich erst so richtig interessant. Wie man Stephen King kennt, sind die einführenden Seiten ins Buch aber keinesfalls unwichtig, trotzdem war ich etwas ungeduldig und wollte zum fantastischen Teil springen.
Gerade auch durch den sehr diversen Cast an Figuren, die dem 17-jähren Charlie in dieser märchenhaften Unterwelt begegnen, lohnt es sich schon, dem Buch vielleicht eine Chance zu geben. Mich hat vor allem gefreut, dass kein typisches Märchen im Vordergrund stand, also die Gänsemagd hatte Fokus, aber an sich hat man hier und da viele Märchen eingestreut bekommen. Was ich etwas morbide fand, wie diese teilweise beschrieben wurden. Ich meine, ich weiß, die Originalmärchen sind auch nicht ohne, aber stellenweise wurde mir manches doch zu krass beschrieben. Da merkt man eben doch, dass das Buch ein King und der Horror nicht weit ist.
- Stephen King
Das Institut
(456)Aktuelle Rezension von: Henrik_PreincAuch wenn King sich hier thematisch an Motiven bedient, die man aus anderen Kontexten kennt, ist Das Institut nur oberflächlich mit der erfolgreichen Serie verwandt, mit der es oft in Verbindung gebracht wird.
Seine alten Stärken – insbesondere die Charakterzeichnung – sind wie gewohnt vorhanden. Dennoch wirkt die Geschichte insgesamt etwas generisch. Sie ist so typisch King, dass sich stellenweise ein Gefühl von Wiederholung einstellt, das leider auch Langeweile erzeugt.
Trotzdem lese ich Stephen King nach wie vor gern. Handwerklich stimmt die Qualität, und zumindest auf dieser Ebene erlebt man keine unangenehmen Überraschungen.
- Sabine Thiesler
Der Kindersammler
(1.262)Aktuelle Rezension von: makamaIn diesem Buch geht es um einen charismatischen Kindermörder ---- in Abstand von einigen Jahren werden in Deutschland 3 kleine Jungen ermordet ---- dann ist Ruhe - aber der Täter ist nicht gefasst. Dann verschwinden in Italien auch 3 kleine Jungen, sie wurden nie gefunden. Unter ihnen ist auch ein deutscher Junge - der kleine Felix. Jahre nach seinem Verschwinden kehr seine Mutter in die Toscana zurück. Sie will endlich wissen, was mit ihrem kleinen Sohn passiert ist - und damit dem Täter, einen charismatischen Mann sehr nahe.
Fazit und Meinung: Ein Buch nach meinem Geschmack - eine interessante Geschichte, authentische und überzeugende Protagonisten - ein merkwürdiger aber nicht unsympathischer Mann und verschwundene Kinder. Was ist mit ihnen passiert. Wurden sie auch ermordet und wenn ja, wo sind dann ihre Leichen. Eine Kommissarin - die nicht aufgibt und durch Zufall persönlich in den Fall gezogen wird. Mir hat dieses Buch gut gefallen und ich vergebe gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung für dieses Buch.
- Julie Clark
Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
(520)Aktuelle Rezension von: lucatrkis„Der Tausch“ war einer jener Romane, die zur Hälfte in der Vergangenheit spielen – mir gefällt diese Erzählweise überhaupt nicht, und so wurde ich auch hier nicht von Spannung gebannt, obgleich es durchaus einige interessante Stellen gab.
Zunächst skizzierte die Autorin die Ausgangssituation, indem sie den Leser an einigen gezielten Schikanen von Claires Mann Rory teilhaben ließ, auf welche die Planung ihrer Flucht folgte. Diesen Einstieg fand ich gelungen, einzig an einer Stelle stolperte ich: Claire wollte kompromittierende Daten über das Geschäft, insbesondere illegale Tätigkeiten ihres Mannes sichern, wofür sie seine Computerfestplatte kopierte – auf einen USB-Stick. Theoretisch wäre das möglich, allerdings hätte man entweder erwähnen sollen, dieser verfüge über enorme Speicherkapazitäten oder es handele sich lediglich um kleine Textdateien.
Nachdem Rory in letzter Minute das Reiseziel seiner Frau geändert hatte, fiel deren langwierig ausgearbeiteter Fluchtplan in sich zusammen. Voller Verzweiflung traf sie am Flughafen auf Eva, welche vorgab, ebenfalls verschwinden zu wollen, weil man sie fälschlicherweise verdächtigte, am Tod ihres Mannes schuld zu sein. Sie tauschten die Flugtickets; der Flug, in dem Claire sitzen hätte sollen, stürzte ab.
Bei der Ankunft in Evas Haus erkannte sie, noch überwältigt von der Meldung über das Unglück, rasch die Lüge, die ihr die Fremde aufgetischt hatte, anschließend las man abwechselnd, wie sie die Identität ihrer mysteriösen Helferin annahm und sich mit Nebenjobs durchschlug, sowie über Evas sechs Monate vor dem Absturz.
Leider ging aus diesen Kapiteln rasch der Grund für ihre Flucht, nämlich ihre Verstrickung in die Drogenszene, hervor. Dass sie es irgendwie vollbracht hatte, nicht in das abgestürzte Flugzeug zu steigen, vermutete Clair ebenfalls nahezu augenblicklich, und ihr ach so bedrohlicher Mann Rory kam ihrem Unterschlupf bis zum Schluss kein einziges Mal gefährlich nah. Dadurch fehlte es massiv an Spannung.
Dafür wurde die Geschichte schlüssig aufgelöst, wobei Verbindungen hervortraten, die dem Leser vorher nicht recht ersichtlich waren. Claire erzählte in einem Fernsehinterview von ihrer Tortur und erfuhr dafür Zuspruch, Evas Untertauchen schützte sie mit Stillschweigen – Ende gut, alles gut.
Fazit: „Der Tausch“ las sich ob der fehlenden Spannung eher wie ein klassischer Roman denn ein Thriller. Das Potenzial der Idee eines Tickettauschs am Flughafen, vor allem jedoch der eingangs erwähnte Einfluss von Claires Ehemann Rory wurden nicht hinreichend ausgeschöpft, um eine tatsächlich fesselnde, im Gedächtnis bleibende Handlung zu stricken. Knappe vier Sterne.
- Anna Todd
The Brightest Stars - attracted
(332)Aktuelle Rezension von: Pachi10In diesem Buch gibt es kaum Dialoge zwischen den Protagonisten, dafür unendlich lange innere Monologe von einer unreife, zickigen und unglaubwürdigen weiblichen Hauptfigur. Selten dass eine Figur so unsympathisch ist ohne der Bösewicht zu sein.
Viele Klischees
Ich weiß nicht mal ob man hier überhaupt von einer Liebesgeschichte sprechen kann, da diese lediglich 5 Seiten in dem ganzen Buch umfasst.
Das Buch umfasst eine Geschichte im Jahr 2014 und 2018
- Neil Gaiman
American Gods
(388)Aktuelle Rezension von: Silja_C_Hoppe🖋️ In "American Gods" folgen wir Shadow, der verfrüht aus dem Gefängnis entlassen wurde, weil seine Frau bei einem Autounfall starb. Direkt auf dem Heimweg bekommt er ein Jobangebot, das in seiner Merkwürdigkeit nur von dem Mann übertroffen wird, der es ihm anbietet. Daraus entwickelt sich eine abgefahrene Abenteuergeschichte, die es in sich hat.
💬 Ich habe tatsächlich die Serie vor dem Buch geguckt. Aber nur eine Staffel, danach habe ich das Projekt aus den Augen verloren. Durch einen Tiktokfilter wurde es mir wieder vorgeschlagen. Ich habe direkt den Directors Cut gelesen, also Neil Gaimans ungekürzte Fassung.
♥️ Vor allem mochte ich American Gods für die ulkigen Szenen zwischen den Kapiteln. Die haben mich teilweise sogar zu Tränen gerührt. Mir kommt es so vor, als hätte Neil Gaiman wirklich eingängig recherchiert. Ich liebe den Schreibstil und die vielen Charaktere und die ganzen ulkigen Ideen, die darin stecken.
🙇♂️ Ach, die Auflösung war mir irgendwie zu platt. Ich hätte mir mehr erhofft, wenn ich auch glaube, dass darin nicht die wahre Stärke von "American Gods" liegt. Und ich glaube, dass die Kürzungen vielleicht doch ganz sinnvoll wahren. Hier und da war es mir etwas zu lang. Wer kennt das nicht. :D
⭐ 5 Sterne für mich, da meine Kritikpunkte keinen ganzen Punkt Abzug rechtfertigen. - Jennifer L. Armentrout
Wicked – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
(579)Aktuelle Rezension von: Marie2000ClarissaWicked” von Jennifer L. Armentrout hat mich von der ersten Seite an begeistert. Jennifer Armentrout ist ohnehin meine absolute Lieblingsautorin, aber mit diesem Buch hat sie mich wieder komplett in ihren Bann gezogen. Ich konnte es kaum aus der Hand legen und bin nur so durch die Seiten geflogen.
Besonders gefallen hat mir das Setting in New Orleans. Die Stadt wird so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst durch die Straßen zu laufen. Die Geschichte steckt voller Spannung, Magie und Action, während der Kampf gegen die Fae für viele aufregende Momente sorgt.
Außerdem mochte ich die leichte Enemies-to-Lovers-Dynamik zwischen den Hauptfiguren sehr. Es war erfrischend, dass die Liebesgeschichte nicht den typischen Weg einschlägt und sich nicht alles um eine Beziehung mit einem übernatürlichen Wesen dreht.
Mein absolutes Highlight war allerdings Tink. Jedes Mal, wenn er aufgetaucht ist, musste ich schmunzeln und habe mich gefreut. Für mich hat er jeder Szene etwas ganz Besonderes verliehen und sich direkt in mein Herz geschlichen.
Vor allem das Ende war völlig unvorhersehbar. Es gab immer wieder Verdächtigungen, wer der Halbling sein könnte, aber dass es am Ende wirklich diese Person ist, war überhaupt nicht offensichtlich und hat mich total überrascht.
Für mich ist “Wicked” ein fantastischer Auftakt mit tollen Charakteren, einer spannenden Handlung und ganz viel Atmosphäre. Eine klare Leseempfehlung für alle Fantasy-Fans!
- J.R.Ward
Black Dagger - Nachtjagd
(1.900)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksNach Jahren hab ich mal wieder mit Die Nachtjagd angefangen – dem ersten Teil der Black-Dagger-Reihe. Und was soll ich sagen: es hat mich sofort wieder gepackt! 😍
Die Story spielt in unserer Welt, aber mit Vampiren, die sich in einer Bruderschaft zusammenschließen, um ihr Überleben zu sichern. Es gibt Action, Drama, Spice 🔥 und jede Menge düstere Atmosphäre. Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, was die Charaktere echt lebendig macht.
Ein kleiner Haken: Im E-Book merkt man die Perspektivwechsel nicht so deutlich. Anfangs war das etwas verwirrend, aber man gewöhnt sich schnell dran.
Der Schreibstil ist locker, leicht und super angenehm – man fliegt nur so durch die Seiten. Perfekt, wenn man mal was Spannendes, aber nicht allzu Komplexes lesen will.
Fazit: Richtig guter Auftakt, der Lust auf die nächsten Bände macht. Ich werde mir die Reihe nach und nach wieder vorknöpfen. ✨
- Anne Freytag
Mein bester letzter Sommer
(875)Aktuelle Rezension von: gimmis_lebenWow. Einfach nur wow! Durch “Mein bester letzter Sommer“ haben mir so oft Tränen in den Augen gestanden, wie bei kaum einem anderen Buch -und damit habe ich nicht gerechnet ❤️🩹
Ein durch und durch berührendes Buch.
Da es nicht mein erstes Buch der Autorin ist, war ich mit dem Schreibstil bereits vertraut und er gefällt mir auch hier wieder. Die Geschichte lässt sich flüssig lesen und ist einfach zu verstehen.
Das Tempo der Handlung ist recht zügig, besonders am Anfang -da ging es mir ehrlich gesagt etwas zu zügig voran, denn die Verbindung zwischen Tessa & Oskar war plötzlich einfach da. Im Verlauf des Buches war die Geschwindigkeit aber völlig angemessen und passend, gerade was die Reise der Protagonisten betrifft -denn ihre Zeit ist nunmal leider begrenzt.
Die Beschreibung der Charaktere ist ebenfalls absolut gelungen.
Anfangs wirkt es vielleicht so als wären sie oberflächlich gehalten, aber im Verlauf steckt die Tiefgründigkeit und die Emotionen, sowie die Entwicklung einzelner Charaktere -dieser Aufbau gefällt mir sehr gut und hat wunderbar zur Handlung gepasst.
Dass die Darstellung der verschiedenen Umgebungen während der Reise zu kurz kam, war für mich gar kein Problem in diesem Buch. Normalerweise ist das etwas, was mich stört, aber auch hier war das angemessen und für die Situation passend.
Dieses Werk von Anne Freytag ist einfach ein in sich stimmiges Buch und Aspekte, die ich sonst als störend oder zu wenig ausgearbeitet empfinde, wurden hier gut zusammengefügt -so macht alles Sinn und schadet der Geschichte ganz und gar nicht 🎧
- Stephen King
Feuerkind
(560)Aktuelle Rezension von: LuliaDas Ehepaar Andy und Vicky McGee erhalten aufgrund eines geheimen Experimentes leichte übernatürliche Fähigkeiten, die sie ihrer Tochter Charlie in Form von Pyrokinese weitervererben und als eine geheime Regierungsorganisation versucht Charlie zu entführen und ihre Kräfte militärisch zu nutzen, beginnt eine gnadenlose Verfolgungsjagd. Die dynamische Handlung mit den zahlreichen Perspektivwechseln zwischen den Gejagten und den Jägern weist eine hohe emotionale Tiefe und einige zähe Stellen im Mittelteil des Buches auf.
Bei den Protagonisten stehen Andy und Charlie im Mittelpunkt der Handlung, die sympathisch und glaubwürdig dargestellt werden. Besonders gelungen ist die Dynamik zwischen den beiden dargestellt. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Rainbird, sind facettenreich dargestellt, bereichern die Handlung und treiben diese gekonnt voran.
Wer rasante Science-Fiction-Thriller mit Verfolgungscharakter und vielschichtigen Figuren mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist detailreich und dynamisch, was den Verfolgungscharakter des Buches optimal unterstützt.
Einziger Minuspunkt: Die zähen Abschnitte im Mittelteil des Buches bremsen das Erzähltempo aus und mindern den Lesespaß ein wenig.
Insgesamt kann ich das Buch empfehlen. - Anne Freytag
Den Mund voll ungesagter Dinge
(699)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraDas Motto für die Lesechallenge im Mai lautet: „Lies eine queere Geschichte.“ Es ist ein großartiges Motto, denn hier kann man frei wählen, welche queere Repräsentation man bei der Lektüre wählen möchte. Mir ist sofort ein Buch in den Sinn gekommen, das ich im August 2021 während meines Urlaubs im Dussmann Berlin gekauft habe: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag. Bereits vor zwei Jahren habe ich „Mein bester letzter Sommer“ von der Autorin gelesen, was ich sehr mochte. Nun ist also ein weiteres Jugendbuch von ihr an der Reihe. Es erschien 2017 und handelt von einer Teenagerin, die schleichend erkennt, dass sie vielleicht gar nicht heterosexuell ist. Warum das Buch mit dem Thema aber manchmal nicht gut umgeht, verrate ich euch in dieser Rezension.
Die 17-jährige Sophie Richter zieht 2016 mit ihrem alleinerziehenden Vater Christian von Hamburg nach München, um mit seiner Freundin Lena und ihren beiden Söhnen Valentin und Leon eine Patchwork-Familie zu gründen. Obwohl sie von ihren neuen Familienmitgliedern liebevoll empfangen wird und ein riesiges Zimmer für sich bekommt, fühlt sie sich nicht heimisch und vermisst ihr Leben in Hamburg mit ihrem besten Freund Lukas. Doch dann beobachtet sie durch ihr Fenster das blonde Nachbarmädchen mit der Zahnlücke und fühlt sich auf merkwürdige Weise zu ihr hingezogen. Als sie erfährt, dass sie mit ihr in dieselbe Jahrgangsstufe des Gymnasiums geht, gibt es für Sophie vielleicht doch einen Grund, sich auf ihr neues Leben in München zu freuen.
„Es schüttet.“, ist der erste, knappe Satz des Prologs „Und vor mir das Nichts“. Der starke Regen soll hier die Gefühlslage der Protagonistin Sophie widerspiegeln, die ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Spannend ist: Dieser Prolog ist auch ein späteres Kapitel. Auf Seite 362 steht exakt derselbe Text. Nur die letzten vier Sätze des Prologs sind anders, während später noch zwei Absätze folgen. In der Erzähltheorie ist das ein ganz typischer Einsteig: Im Prolog wird ein kleiner Schnipsel präsentiert, der zukünftige Ereignisse im linearen Handlungsverlauf vorzeitig präsentiert. Germanisten nennen das eine Prolepse, falls ihr mal ein bisschen angeben möchtet. Auf fast 400 Seiten arbeitet sich die Leserschaft also kontinuierlich in kleinen Schritten auf den Handlungszeitpunkt im Prolog hin. Sophies Geschichte beginnt dabei im März 2016 und endet im September desselben Jahres.
Protagonistin ist die 17-jährige Sophie, die dunkle Haare hat, schlank und laut ihres besten Freundes Lukas „fast schon absurd schön“ (S. 184) ist. Innerlich ist sie aber unsicher und verletzlich. Ihre Mutter hat sie nach ihrer Geburt verlassen, und so wuchs Sophie bei ihrem alleinerziehenden Vater auf. Sie ist nachdenklich und authentisch. In vielerlei Hinsicht habe ich mich bei ihr selbst zurückversetzt gefühlt in die Zeit meiner Teenager-Jahre. Womit ich jedoch meine Schwierigkeiten hatte, war dass sie mit ihren jungen 17 Jahren schon mehrfach betrunken Sex auf Partys hatte. Sie war noch nie in einen Jungen verliebt, hatte noch keinen festen Freund, aber hat sich im Suff dann doch einfach mal flachlegen lassen. Schlimmer noch, ihr bester Freund Lukas nennt sie ständig bei ihrem Spitznamen „Flittchen“ (S. 22), der daher rühren soll, dass Sophie mal eine Phase gehabt haben soll, in der sie roten Lippenstift getragen hat und in Kombination mit ihren dunklen Haaren wie Schneewittchen ausgesehen haben soll. Und natürlich, dass sie in Hamburg den Schlampenruf weg hatte. Grundsätzlich fand ich die Dynamik zwischen Lukas und Sophie schwierig. Sie sind zwar Kindheitsfreunde, aber dass sie sich auf die Wange küssen, gemeinsam kuschelnd in einem Bett schlafen oder auf einer Party so tun, als hätten sie im Badezimmer Sex gehabt, fand ich absolut schräg. Gerade weil Lukas eine feste Freundin hat, die wohl nicht ganz grundlos eifersüchtig ist. Auf mich wirkte Lukas grenzüberschreitend, wie er jeden verzweifelten Versuch unternimmt, aus der Friendzone zu kommen. Auch wenn ich Sophie meistens sympathisch finde, merkt man, dass sie noch in einer Selbstfindungsphase steckt und sich für Anerkennung zu sehr an Typen anbiedert, die es eigentlich nicht gut mit ihr meinen. Sie muss noch lernen, Grenzen zu setzen und sich nicht zu sehr als Pick me-Girl zu inszenieren.
Freytags Schreibstil ist modern, direkt und stellenweise metaphorisch. Dabei ist die Sprache jugendlich, intensiv und trotzdem unaufgeregt. Das Tempo ist perfekt ausgewogen und man kommt schnell in einen Lesefluss. Der Schreibstil ist wirklich die größte Stärke des Jugendbuchs: Er wirkt mühelos atmosphärisch und wunderschön. Schon bei „Mein bester letzter Sommer“ war ich von der zarten und warmen Atmosphäre begeistert, und auch hier gibt es trotz Streitigkeiten ein wunderbar wohliges Gefühl, das Anne Freytags Bücher zu etwas ganz Besonderem macht. Die Konflikte wirken nachvollziehbar und nicht aufgesetzt. Außerdem gibt es keine Längen, sondern jedes Kapitel ist sprachlich rund und bereitet große Freunde beim Lesen. Auf stilistischer Ebene habe ich also absolut nichts zu kritisieren.
Dennoch gibt es auch zwei unübersehbare Schwachpunkte in „Den Mund voll ungesagter Dinge“. Einmal sind das medizinische Ungenauigkeiten, die mir bereits bei „Mein bester letzter Sommer“ aufgefallen sind. Hier ist die Protagonistin zwar nicht sterbenskrank, doch sie hat einmalig starkes Fieber und liegt mehrere Tage flach. Laut Lena hat Sophie bis zu 41,8°C Fieber. Einmal zur Einordnung: ab etwa 41°C spricht man von einem lebensgefährlichen Zustand, 42°C sind mit dem Leben kaum noch vereinbar. Bei extrem hohem Fieber steigt das Risiko für Kreislaufversagen, neurologische Schäden oder Krampfanfälle. Sophie beschreibt sogar tagelange Bewusstlosigkeit. Dennoch bringen weder Christian noch Lena sie ins Krankenhaus, um Laborwerte messen, Infusionen geben oder lebensbedrohliche Erkrankungen wie Sepsis oder eine Hirnhautentzündung ausschließen zu lassen. Und das alles, obwohl beide Ärzte sind und ihnen die zwingend notwendige Einweisung bewusst sein sollte. Stattdessen duschen sie Sophie fälschlicherweise kalt ab und lassen sie im Bett liegen. Ich verstehe, dass Sophies Erkrankung auch eine symbolische Bedeutung hat und mit einem inneren Konflikt einhergeht. Aber man hätte sie wenigstens realistischer schreiben können, z.B. mit 39,8°C Fieber. Besonders weil sie mit Ärzten zusammen lebt, fällt diese Szene auseinander wie morsches Holz. Ausreichende Recherchen im medizinischem Bereich sind definitiv Freytags Kryptonit.
Außerdem ist der Umgang mit Homo- bzw. Bisexualität und dem Coming Out hier stellenweise schwierig. Aus dem Klappentext geht bereits hervor, dass Sophie und Alex anfangen, sich sexuell näher zu kommen. Allerdings hat Alex bereits einen festen Freund: Clemens. Und den verlässt Alex auch nicht, sondern betrügt ihn mit Sophie. Das wird zwar auch thematisiert, aber viel zu lange wird einfach ignoriert, dass eine von ihnen nicht single ist. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass das Coming Out von einem der beiden und dessen Folgen näher beleuchtet werden. Zwar erfährt Sophie teilweise Unverständnis, aber die Folgen scheinen für sie banal und tendenziell positiv zu sein, obwohl negative Reaktionen wie Ablehnung, Mobbing oder Kontaktabbrüche für viele Jugendliche leider sehr real sind. Da hätte ich mir eine differenziertere Auseinandersetzung gewünscht.
Das Ende hat mir dagegen sehr gut gefallen. Konflikte schaukeln hier noch einmal hoch, und auch, wenn Freytag in der Danksagung geschrieben hat, dass ihr die Streitdialoge sehr schwer gefallen sind, finde ich sie doch gelungen. Beide Positionen sind irgendwo nachvollziehbar, auch wenn Alex für mich unsympathisch bleibt. Lena habe ich dagegen sehr ins Herz geschlossen und sie wird mir als liebste Figur in diesem Buch in Erinnerung bleiben. Auch die Playlists, die im hinteren Buchdeckel zu finden sind, sind typisch für Freytags Jugendbücher. Ich habe sie leicht abgewandelt auf Spotify gehört, und sie war wirklich der perfekte Soundtrack zur Lektüre und ein kleiner, süßer Bonus. Insgesamt kann ich euch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ also ans Herz legen.
Anne Freytags atmosphärischer, wunderschöner und müheloser Schreibstil trägt „Den Mund voll ungesagter Dinge“ und macht die Geschichte über weite Strecken zu einem echten Lesevergnügen. Alle Figuren wirken glaubwürdig und Sophie ist eine authentische Jugendliche in einer Selbstfindungsphase. Kritisch ist dagegen mal wieder die unrealistische medizinische Darstellung, hier von Sophies Fieber, sowie die etwas oberflächliche Behandlung von Fremdgehen, einem Coming Out und den Folgen. Trotz dieser Schwächen habe ich das Jugendbuch aus dem Jahr 2017 sehr gerne gelesen, weshalb ich ihm vier von fünf Federn gebe. Von Freytag habe ich noch den Thriller „Aus schwarzem Wasser“ auf dem SuB, den ich gerne nächstes Jahr lesen möchte.
- Joe Abercrombie
Kriegsklingen - Die Klingen-Saga
(397)Aktuelle Rezension von: WitheredDer erste Band der Klingen-Saga wirkte auf mich überwiegend nach reinem Build-Up. Wir lernen zwar viele Charaktere kennen und kommen reichlich durch die Lande, doch bis zur Hälfte des Buches wirkten diese Handlungsstränge unzusammenhängend. Nach und nach wurde ein größerer Zusammenhang angedeutet, es blieben jedoch weit mehr Fragezeichen zurück, als Fragen beantwortet wurden.
Das Buch zog sich mit seinen 800+ Seiten bis zur Mitte hin ganz schön in die Länge. Die Charaktere wirkten auch lange Zeit auf mich relativ unnahbar und unsympathisch. Der triefende Sarkasmus, Zynismus und Humor lockerten dies jedoch immer wieder auf. Gegen Ende kamen endlich mehr Tempo und Action auf. Ich bin guter Dinge, dass sich das langsame Aufbauen in den Folgebänden lohnen wird und ich mehr Action lesen darf.
- Jack Ketchum
EVIL
(931)Aktuelle Rezension von: JapanophilieJack Ketchums Roman Evil spielt in einer scheinbar normalen amerikanischen Vorstadt der 1950er-Jahre. Im Mittelpunkt steht der jugendliche Erzähler David, der auf die Schwestern Meg und Susan trifft, die nach einem schweren familiären Verlust bei ihrer Tante Ruth unterkommen. Was zunächst wie ein gewöhnliches Umfeld aus Nachbarschaft, Kindheit und sommerlicher Freiheit wirkt, entwickelt sich zunehmend zu einer bedrohlichen Situation.
David beobachtet, wie sich die Atmosphäre im Haus der Tante verändert und Meg immer stärker unter deren Kontrolle gerät. Während die Erwachsenenwelt weitgehend abwesend oder ahnungslos bleibt, geraten die Kinder in einen moralischen Sog aus Gruppendruck, Angst, Neugier und Mitläufertum. Der Roman zeigt dabei weniger ein klassisches Monster, sondern das Böse, das in alltäglichen Menschen und scheinbar normalen sozialen Strukturen entstehen kann.
Ohne die weitere Handlung vorwegzunehmen, erzählt Evil von Schuld, Wegsehen, Machtmissbrauch und der Frage, wann bloßes Beobachten selbst zur Mitschuld wird. Die Geschichte ist psychologisch intensiv, bedrückend und bewusst verstörend, da sie die Grenze zwischen kindlicher Unschuld und grausamer Verantwortungslosigkeit immer weiter verschiebt.
Das Vorwort von Stephen King habe ich beim Lesen direkt übersprungen, da mich bereits das Vorwort zu Beutezeit gespoilert hatte. Da ich nicht einmal den Klappentext von Evil gelesen hatte, wollte ich vollkommen unvoreingenommen an diesen Horrorthriller herangehen.
Nach einem kurzen Prolog aus der Sicht des Erzählers David beginnt die Geschichte in einer ruhigen amerikanischen Vorstadt der 1950er-Jahre. Mehrere Familien leben dort mit ihren Kindern, die gerade Sommerferien haben und ihre Zeit gemeinsam verbringen, draußen spielen oder sich gegenseitig besuchen. In diesen Alltag treten die beiden Schwestern Meg und Susan, die nach dem Tod ihrer Eltern bei ihrer Tante Ruth unterkommen. Was zunächst wie eine harmlose Nachbarschaftsgeschichte wirkt, entwickelt sich für die beiden Mädchen bald zu einem grausamen Albtraum.
Zum Teil hat mich die Geschichte an den Film Funny Games erinnert. Dort wird die vierte Wand durchbrochen, und der Zuschauer wird indirekt vor die Wahl gestellt, durch das weitere Zuschauen selbst zum Mittäter zu werden oder den Film abzubrechen. Evil zieht den Leser nicht ganz so direkt in das Geschehen hinein, arbeitet aber mit einem ähnlichen moralischen Unbehagen. Im Mittelpunkt steht David, der lange Zeit vor allem Beobachter bleibt. Für ihn scheinen zwei Welten nebeneinander zu existieren: die reale Welt, in der Meg gequält wird, und sein normaler Alltag mit Freunden und Familie.
Jack Ketchum geht dabei für mich an die absolute Grenze einer verstörenden Erzählung und überschreitet sie in einigen Szenen auch. Das Buch ist weniger Horror im Sinne einer klassischen Gruselgeschichte. Vielmehr spielt es mit den Nerven und dem Gewissen des Lesers. Gewalt, Folter, sexualisierte Gewalt, auch an Minderjährigen, und absoluter Ekel werden sehr detailliert beschrieben. Dadurch eignet sich der Roman definitiv nicht für jeden Leser.
Evil ist kurz, nach einer zunächst eher ruhigen Einstiegsphase emotional heftig und wirkt nach dem Lesen noch lange nach. Besonders beklemmend ist der Gedanke, dass es tatsächlich Menschen gibt, die Freude daran haben, Macht über andere auszuüben, sie zu demütigen oder ihnen auf verschiedene Weise Leid zuzufügen.
Ketchum beschreibt die grausamen Szenen sehr detailliert – in diesem Fall muss ich fast sagen: leider. Die Charakterzeichnung ist nicht durchgehend stark ausgearbeitet, mit Ausnahme von David und Meg, dafür treibt der Plot die Geschichte ab der Mitte brutal und konsequent voran.
Für mich ist Evil kein Buch, das ich gerne gelesen habe, aber eines, dessen Wirkung ich nicht abstreiten kann. Es trifft nicht ganz meinen persönlichen Geschmack, weil ich explizite Gewalt- und Folterszenen nur ungern lese. Trotzdem ist es kein schlechtes Buch, nur weil es mir nicht vollkommen zusagt. Gerade seine Intensität, seine moralische Wucht und die unangenehme Frage nach Schuld, Wegsehen und Mitläufertum machen den Roman stark.























