Bücher mit dem Tag "himmler"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "himmler" gekennzeichnet haben.

27 Bücher

  1. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

     (351)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    April 1964: Das dritte Reich hat den Krieg vor zwanzig Jahren gewonnen. Die Nazis beherrschen Europa und Deutschland, insbesondere Berlin, bereitet sich auf den 75. Geburtstag des Führers vor. Ausgerechnet jetzt wird die Leiche eines hochrangigen SS-Offiziers gefunden. Xaver March, Ermittler der Mordkommission, wird auf den Fall angesetzt. Doch überall wird gemauert, er findet keinen Zugang zu dem Fall und plötzlich mischt sich auch noch der Sicherheitsdienst ein und entzieht ihm das Ganze. Doch Xaver hat Blut geleckt und je tiefer er gräbt, desto scheußlicher werden die Verbrechen und desto lauter schreit sein Gewissen.

    Ich mag ja diese Was-wäre-wenn-Szenarien sehr. Mit diesem Buch hat der Autor wohl vor 25 Jahren in Deutschland einen Skandal heraufbeschworen, hat er doch Ängste und Schuldbewusstsein ordentlich wieder aufgewühlt. Andererseits finde ich das Ganze gar nicht abwegig, schon gar nicht im Licht heutiger Ereignisse betrachtet. Es war eine beklemmende, spannende und durchaus authentische Lektüre, die zwischendrin manchmal ein bisschen langatmig daherkam, ganz besonders, wenn es um das amerikanische Loveinterest von Xaver ging. Dafür riss der Schluss vieles wieder heraus; er war unglaublich intensiv, hoffnungslos, realistisch und vor allem - offen. Nicht was das Schicksal einzelner Beteiligter angeht, aber dafür das Schicksal der ganzen Welt. Fast wie im echten Leben. 

  2. Cover des Buches Die Wohlgesinnten (ISBN: 9783833306280)
    Jonathan Littell

    Die Wohlgesinnten

     (156)
    Aktuelle Rezension von: Guccini

    Einfach ekelhaft das Buch. Dann lieber Frankls „ ... trotzdem Ja zum Leben sagen“.Jedes weitere Wort ist hier Verschwendung.

  3. Cover des Buches Der Tod ist mein Beruf (ISBN: 9783746627861)
    Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf

     (154)
    Aktuelle Rezension von: Mike-Chick

    Bei Werken, die die Zeit um den Zweiten Weltkrieg behandeln, bin ich immer etwas skeptisch. Ich möchte keinen Schmu lesen, sondern wenn es geht, Geschichten, die die Realität so deutlich widerspiegeln, dass es wehtut. Und das schafft dieses Buch meiner Meinung nach. Robert Mehrle erschafft eine Kälte, die nicht bloß spürbar ist, sondern die einen auch, nachdem man das Buch zugeklappt hat, begleitet. Von dieser Art Roman darf es gerne noch deutlich mehr geben.

  4. Cover des Buches Keltenring (ISBN: 9783942256063)
    Micha Krämer

    Keltenring

     (19)
    Aktuelle Rezension von: Elenas-ZeilenZauber
    ‘*‘ Meine Meinung ‘*‘
    Als ich den Klappentext las, war ich zwiegespalten. Einerseits finde ich Zeitreisen toll, andererseits lese ich nicht gern geschichtliches und schon mal gar nicht über die die Zeit des Nationalsozialismus. Doch meine Sorge war unbegründet. Das Buch liest sich wie „geschnitten Brot“.
    Ich flog nur so durch die Seiten und der geschichtliche Aspekt war einfach nur als Hintergrund für die Zeitreise gegeben und gab dem Ganzen noch eine Schippe mehr Spannung, als eh schon vom Autor aufgebaut worden war.
    Wo wir gerade bei Spannung sind - es beginnt alles ganz locker und geht es steil bergauf. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie Krämer dieses Zeitreise-Paradoxon lösen wird. Auch spitzte sich Toms Situation immer mehr zu, doch war mir nach zwei Dritteln des Buches der Zusammenhang der Figuren klar. Die Auflösung ist schlüssig und hat mir gut gefallen.
    Die Charaktere sind lebendig und besitzen ihre Ecken und Kanten. Vor allem hat mir gut gefallen, dass der Autor auf Schwarz-Weiß-Malerei verzichtete und so noch mehr Authentizität schaffte.
    Der Schreibstil ist der Situation angepasst - mal wieder kurz und knapp formuliert, wenn es hektisch wird. Dann wird detailfreudig beschrieben, was der Handlung mehr Tiefe verleiht und Bilder im Kopf entstehen lässt.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe gern 5 zeitreisende Sterne.

    ‘*‘ Klappentext ‘*‘
    Bei Experimenten im Jahr 2007 an einer keltischen Kultstätte im Jonastal in Thüringen gerät Tom Berger, Schatzsucher und Erbe des gleichnamigen exzentrischen Milliardärs, in ein Energiefeld, bei dem es sich um ein Portal durch die Zeit handelt. Er erwacht im Jahr 1944 in einer Gefängniszelle der Nazis. Doch wie kommt er wieder zurück in die Gegenwart? Zwar experimentieren die Nazis ebenfalls mit Zeitreisen. Sein Gewissen verbietet ihm jedoch einen Pakt mit dem NS-Regime. Aber hat Tom überhaupt eine andere Möglichkeit, um wieder durch das Portal zu gehen? Im Haus von Obersturmbannführer Maurer verliebt sich Tom in die hübsche Jüdin Anna, eine Liebe, die seine Lage nicht gerade vereinfacht. Als dann auch noch Himmler auftaucht und den „Mann aus der Zukunft“ mit nach Berlin nehmen will, überschlagen sich die Ereignisse.
  5. Cover des Buches Falsch (ISBN: 9783455403855)
    Gerd Schilddorfer

    Falsch

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Isar-12

    "Falsch" ist der erste Band der John-Finch-Reihe von Gerd Schilddorfer. Ein alter Mann wird im kolumbianischen Dschungel in seiner Hütte überfallen. In letzter Minute schickt er drei Brieftauben in den Himmel und richtet sich selbst bevor er ein Geheimnis ausplaudern kann. Die Tauben erreichen mit ihren drei Hinweisen Bogota, Medellin und Sao Gabriel, wo drei Freunde aus alter Zeit ihre Heimat fanden. Zur gleichen Zeit am Münchner Flughafen als eine Diamantenraub gerade noch vereitelt wird. Warum interessieren sich die Yakuza, MI5 und weitere dubiose Personen für all dies? Es scheint, dass der Ursprung des Geheimnis weit in der Vergangenheit liegt. Der alternde Pilot und Abenteurer John Finch wird in Südamerika von einem der Freunde für eine horrende Summe engagiert, um die beiden anderen Hinweisträger zu ihm zu bringen. Denn nur gemeinsam können sie das Geheimnis lüften. Und alle sind verbunden durch ein gemeinsames Kriegsschicksal. Doch bevor Finch's Auftrag erfüllt ist, überschlagen sich die Ereignisse. Es beginnt ein Wettlauf rund um den Globus. Gerd Schilddorfer erzählt diese Story über drei verschiedene Zeitebenen und Orten total verstreut über die Welt. Was anfangs noch ein großes Fragezeichen für den Leser ist, wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenführen könnten, wird im Laufe der Geschichte immer klarer. Dabei verwebt er reale historische Ereignisse wie das Ende des Zarenreichs, die Geldfälschaktion "Operation Bernhard" der Nazis oder das Flugzeugunglück in Mir 2009 mit der fiktiven Story rund um das Geheimnis der vier Auswanderer in Südamerika. John Finch ist dabei Pilot eines Wasserflugzeugs, der viele Jahre schon in Nordafrika und anderswo in diversen gefährlichen Missionen unterwegs war. Derzeit hat ihn das Schicksal nach Südamerika verschlagen. Für mich hat er ein wenig etwas von Indiana Jones. Deswegen ist dieses Buch auch nicht nur ein Thriller für mich, sondern hat auch einen Touch von Abenteuerroman. Aber diese Mischung gefällt mir extrem gut. Von Anfang bis Ende empfand ich es sehr spannend, flüssig zu lesen und als rasanten Pageturner. Mir hat es sehr gut gefallen und definitiv werde ich die Folgebände des Whisky trinkenden Abenteurer und Piloten John Finch lesen.

  6. Cover des Buches Adolf H. (ISBN: 9783596184576)
    Eric-Emmanuel Schmitt

    Adolf H.

     (58)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Das Nachwort des Autors ist beinahe besser als das Buch - und das ist schon nicht ohne. Schmitt dekonstruiert die Figur des Hitler zu Adolf H, dem Fantasiekonstrukt, das tatsächlich Maler wird, und lässt die wahre Geschichte parallel dazu ablaufen. Menschen tendieren gerade in der Geschichte im nachhinein oft dazu zu sagen: "die Hölle sind immer die anderen.", aber Schmitt macht klar: Hitler war keine Fantasie, er war ein Mensch wie du und ich, hätte im Leben ganz anderes erreichen können und gerade das kann ängstigen. Historisch einwandfrei im Ablauf, liest sich das Werk teils etwas zäh, ist eventuelle Mühen aber defintiv wert.
  7. Cover des Buches Der 21. Juli (ISBN: 9783955200107)
    Christian v. Ditfurth

    Der 21. Juli

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis
    Der Autor ist bekannt für seine „Was-wäre-wenn-Szenarien“ oder auch „Alternativweltgeschichte“ genannt.

    In vorliegendem Buch nimmt er einmal an, dass das Attentat vom 20. Juli 1944 erfolgreich war und Adolf Hitler tot ist. Weitere Annahme: Deutschland verfügt über eine Atombombe und setzt die dann auch ein.

    Das Buch ist gekennzeichnet durch historische Details und fiktive Geschehnisse. Es spielt in mehreren Zeitebenen. Beginnend mit Ereignissen im Jahr 1953 gibt es Rückblenden nach 1944/45, um dann wieder in das Jahr 1953 zurückzukehren.
    Die Welt im Jahr 1953 wird von drei Großmächten beherrscht: die USA, die UdSSR (ja damals gab es sie noch) und ein wieder erstarktes Deutschland mit mehreren Vasallenstaaten. Das „Großdeutsche Reich“ wie es sich Hitler vorgestellt hatte, ist Wirklichkeit geworden. Der NS-Diktatur ist eine Pseudo-Demokratie gewichen. Herrenmenschentum, Rassismus und Antisemitismus sind zwar nicht mehr Regierungsprogramm, unterschwellig aber in den Köpfen vieler Menschen weiterhin vorhanden.

    Eine der Hauptfiguren ist der Spion/Verräter Knut Werdin, der eine sehr heterogene und auch zwielichtige Rolle spielt.

    Ich finde das Buch ein wenig beklemmend. Denn nur den Diktator auszuwechseln, hat in den meisten Fällen nur einen anderen (oft Schlimmeren) oder – meiner Ansicht nach noch gefährlicher – ein Machtvakuum - hervorgebracht.
    Dass Deutschland, um einen Frieden mit dem Westen herbeizuzwingen, eine Atombombe auf Minsk abwirft, lässt mich schaudern.

    Historiker werden an diesem Buch vermutlich einiges auszusetzen haben. Freunde von Verschwörungstheorien und Dystopien könnten aber auf ihre Rechnung kommen.
  8. Cover des Buches Der Vater eines Mörders (ISBN: 9783257261110)
    Alfred Andersch

    Der Vater eines Mörders

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Mogul

    Die kurze Erzählung beschreibt eine Schulstunde in Altgriechisch Ende der 1920er Jahre an einem Gymnasium in Bayern. Im Zentrum stehen Franz Kien, der ein schlechter Schüler ist, und Oberstudienrat Himmler, dem Vater von Heinrich Himmler. Der alte Himmler macht Franz Kien und ein paar andere Schüler fertig.

    Alfred Andersch, dessen Schreibstil mir wirklich sehr gut gefällt, lieferte mit dieser Erzählung eine nicht abschließende Charakterstudie des Vaters der Nummer zwei im Naziregime basierend auf seinen persönlichen Erinnerungen. Franz Kien steht als Alias für Andersch selbst, wie der Autor im die Erzählung kritisch erläuternden Nachwort festhielt. Das Nachwort stellt aus meiner Sicht einen festen Bestandteil der Erzählung dar, da man so das Gelesene besser einordnen kann und die Intentionen Schriftstellers besser nachvollziehen kann. 

    Es handelt sich um eine kurze Momentaufnahme aus der Zeit vor der Machtergreifung, die nicht urteilt oder erklärt, aber einen zum Nachdenken anregt. 


    Fazit: Unbedingt lesen (wie übrigens alles von Alfred Andersch)

  9. Cover des Buches Herbstvergessene (ISBN: 9783423219822)
    Anja Jonuleit

    Herbstvergessene

     (104)
    Aktuelle Rezension von: FrauWunderInPerson

    • HERBSTVERGESSENE •

    Die Autorin Anja Jonuleit ist in den letzten Wochen sehr präsent mit ihrem Roman "Das letzte Bild" auf Instagram. Die vielen positiven Rezensionen überzeugten mich einen Roman von ihr zu lesen. Also griff ich zu ihrem bereits im Jahr 2010 erschienenen Buch "Herbstvergessene". Eine absolut goldrichtige Wahl! 🍂

    Nachdem rätselhaften Tod der Mutter findet Maja in ihrem Nachlass ein rätselhaftes Foto. Ihre Großmutter Charlotte ist dort mit einem Baby abgelichtet, was jedoch keinerlei Ähnlichkeit zu ihrer Mutter aufweist. Maja ist verwirrt, hinterfragt und forscht schon bald in ihrer eigenen Familiengeschichte. Wer ist das Kind auf dem Arm ihrer Großmutter?

    Der Roman "Herbstvergessene" hat mich wirklich gut unterhalten. Vor allem der beschreibende Sprachstil und die Ausgewogenheit in der Darstellung der verschiednen Perspektiven sind gelungen. Denn hier halten sich sowohl Majas als auch Charlottes Perspektive absolut die Waage. Obwohl die Handlung nicht wahnsinnig spannend ist, fiebert man als Leser:in mit. Das Geheimnis hinter dem omniöse Bild wird Seite für Seite immer weiter aufgelöst. Auch die Hintergründe der Heime "Lebensborn", in dem arischstämmige Schwangere ihre Kinder gebären können, sind informativ. Eine Unterorganisation der SS führte die Lebensborn Heime in ganz Deutschland und in den besetzen Gebieten, um alleinstehende Frauen bei der Geburt und Adoption zu unterstützen. Sehr gerne hätte ich etwas mehr über den Alltag, die Experimente und Strukturen der Lebensborn-Heime erfahren. Das Finale hätte meines Erachtens nicht so dramatisch ausfallen müssen.

    📖 In "Herbstvergessener" wird auf den typischen Plot, Frau deckt ein Familiengeheimnis auf, zurückgegriffen. In diesem Fall finde ich es sehr gelungen, da es das Thema ungewollte Schwangerschaft/ ehelose Schwangerschaften während der NS-Zeit und die Lebensborn-Heime in den Fokus nimmt. Feinsinnig, informativ und spannend.

  10. Cover des Buches Operation Thule (ISBN: 9783957770318)
    Peter Hohmann

    Operation Thule

     (10)
    Aktuelle Rezension von: tragalibros

    Ein in altnordisch gehaltener Runentext einer aus der Frühzeit der Wikinger stammenden Steintafel führt den Archäologen und Sturmbannführer Rudolf Krieger nach Finnland.
    'Dort, wo die Geister hausen, im dunklen Reich, ruht mein Bruder im Gewand der Ewigkeit, ganz wie ich. Dieser sagt dir dann, wohin des Weges, tapferer Wanderer!'
    Ein reisender Wikinger will den Ort gefunden haben, an dem sich Götter- und Menschenwelt treffen!
    Wenn sich dieser lange verschollene Bericht als wahr herausstellen sollte, könnte das damit verbundene Geheimnis den Ausgang des Krieges verändern.

    Dieser Roman von Peter Hohmann, ist eine interessante Mischung aus Kriegsgeschichte und Fantasyroman, der zur Zeit des zweiten Weltkrieges angesiedelt ist. Zur zeitlichen Einordnung helfen hier Kapitelüberschriften mit Jahr und Ort.

    Ich muss sagen, die ersten Seiten haben meine Erwartungen vollkommen erfüllt, doch leider lässt die Spannung, die so schön im ersten Kapitel aufgebaut wurde, mit den kommenden Seiten mehr und mehr nach. 
    Die Handlung verliert sich lange in Beschreibungen von Kriegshandlungen und - schauplätzen und lenkt vom eigentlichen mystischen Thema ab, das dieser Geschichte zu Grunde liegt. 
    Erst ab dem letzten Drittel nimmt die Handlung wieder Fahrt auf. Hier führen alle Erzählstränge zusammen und bilden so die Grundlage für ein spannungsgeladenes Fantasyabenteuer. 


    Allerdings dämpfen hier die Charaktere ein wenig meine Begeisterung. Zum einen gibt es recht viele von ihnen und ich tat mich sehr schwer zu unterscheiden, ob sie nun einen besonderen Einfluss auf den Handlungsverlauf haben, oder eher Nebendarsteller sind. Zum anderen bleiben sie die ganze Handlung über recht oberflächlich, blass und es gibt kaum Möglichkeiten, die Beweggründe einiger der Akteure zu ergründen. 
    Was hier aber positiv hervorzuheben ist, sind die Personenbeschreibungen. Mit wenigen sprachlichen Pinselstrichen ist es dem Autor gelungen seine Protagonisten darzustellen. 

    Mein Fazit diesmal: 
    Mir hat die Verbindung zwischen Historie und nordischen Sagen und Legenden sehr gut gefallen, auch wenn es einige Zeit dauert, bis die Handlung wieder in Schwung kommt. 
    Im Großen und Ganzen ist dieser Roman eine gute Unterhaltung, besonders für Liebhaber von Büchern wie "American Gods" oder ähnlichem.

  11. Cover des Buches Tod von oben (ISBN: 9783744891028)
    Jürgen Ehlers

    Tod von oben

     (19)
    Aktuelle Rezension von: NiWa

    Niederlande 1941. Der Agent Gerhard Prange arbeitet gezwungenermaßen für die deutsche Abwehr, während er sich in seine Vermieterin verliebt. Dabei weiß Gerhard von der jungen Frau in Wirklichkeit nichts. Nicht einmal, dass Sofieke gar nicht ihr Name ist.

    "Tod von oben" handelt laut Untertitel von Liebe und Verrat in den besetzten Niederlanden von 1941 bis 1942. Es ist ein historischer Roman, der sich mit der deutschen Besetzung während des Zweiten Weltkriegs, dem hiesigen Antisemitismus sowie dem Aufbau des Widerstands und Spionage-Eskapaden auseinandersetzt.

    Der deutsche Gerhard Prange wird als englischer Agent von den Deutschen in den Niederlanden aufgelesen und von ihnen selbst als Spion eingesetzt. Sie ahnen nicht, dass genau dieses Vorgehen der Plan der Engländer war, und sie somit einen Doppelagenten zentral positionieren. 

    Gerhard selbst fühlt sich den Engländern verpflichtet, obwohl er mittlerweile als deutscher Agent tätig ist. Er ist ein junger Mann, der durch seinen Aufenthalt bei den Briten einen klareren Blick auf das deutsche Treiben in Europa hat, und sich daher gegen sein Vaterland stellt. Nichtsdestotrotz wird ihm von seiner Familie Opportunismus vorgeworfen, was ihm zu  schaffen macht.

    Hinzu kommt, dass Gerhard bei einem niederländischen Fräulein zur Untermiete wohnt und sich bald verliebt. Noch ahnt er nicht, dass seine Angebetete gar nicht Sofieke heißt und Jüdin ist.

    Ein gefährliches Spiel im Visier der Gestapo beginnt.

    Erst einmal findet man ein Personenverzeichnis. Darin sind alle beteiligten Figuren aufgelistet. Es ist gekennzeichnet, welche Charaktere erfunden sind und wer tatsächlich am Kriegsgeschehen beteiligt war. Dieser Aspekt hat mir ausgezeichnet gefallen, weil er als gute Grundlage für die Unterscheidung zwischen Fiktion und Realität dient. 

    Thematisch hat Autor Jürgen Ehlers Spionage-Tätigkeiten von Deutschen und Engländern deutlich in den Vordergrund gestellt und das sogenannte 'Englandspiel' als tragende Handlung verwendet. Beim Englandspiel wurden von den Deutschen englische Spione in die Niederlande gelotst und augenblicklich festgenommen. Die Briten ahnten nicht, dass ihre Agenten dem Feind direkt vor die Füße springen.

    Die historischen Ereignisse hat Ehlers minutiös aufgearbeitet und damit ein interessantes Werk geschaffen. Ich merkte dem Buch die Recherchearbeit an, und, dass dem Autor das unfassbare Geschehen in den Niederlanden am Herzen liegt.

    Dabei geht Ehlers auf die Gefahren genauso wie auf stümperhaftes Vorgehen ein. Nach der Lektüre habe ich ein bescheidenes Bild vom MI6, weil er damals keineswegs so professionell wie in den berühmten James-Bond-Filmen ist. 

    Die Agenten waren kaum ausgebildet. Sie wurden nach einem zackigen Crashkurs und mit minderwertig gefälschten Papieren zum Fallschirmsprung in die Niederlande geschickt. Anforderungen und auferlegte Missionen empfand ich als haarsträubend und unüberlegt, weil sie für diese jungen Männer nicht umsetzbar waren. Zum Beispiel wird Protagonist Gerhard in den Niederlanden abgesetzt, um eine Widerstandsbewegung aufzubauen, was sich ohne Ausbildung und entsprechende Kontakte als tollkühner Plan erweist.

    Die historischen Ereignisse haben mich beeindruckt und interessiert. Einmal mehr habe ich gemerkt, dass das Leben die unglaublichsten Geschichten schreibt.

    Aber ich habe mir mit dem Erzählstil schwergetan, weil dieser Roman eher einem Bericht entspricht. In klaren, nüchternen Worten werden Gerhards Stationen und Erlebnisse in den Niederlanden beschrieben. Der Autor lässt zwischen den Schlüsselszenen keine Atmosphäre zu, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche. 

    Die Charaktere sind zwar in groben Zügen beschrieben, aber sie entfalten weder Persönlichkeit noch Wesen. Sie blieben für mich ein Name bestimmten Alters und mit zugewiesener Funktion in der Gesamthandlung. Ich finde es schade, weil in der waghalsigen Geschichte ein lebendiger Roman steckt, der kaum zum Vorschein kommt. Die Liebesgeschichte, welche der Untertitel verrät, ist zwar für sich gesehen dramatisch und aufregend, bleibt aber eine Randerscheinung, sodass sie im nüchternen Stil versinkt. 

    Letztendlich habe ich mit „Tod von oben“ interessante Details der deutschen Besatzungszeit in den Niederlanden während des Zweiten Weltkriegs kennengelernt und dabei einiges über die Niederländer sowie Spionage erfahren. Trotzdem habe ich eine mitreißende Umsetzung der Handlung vermisst, weil sie - meinem Geschmack nach - zu sachlich erzählt ist. 

  12. Cover des Buches Hitlers Helfer (ISBN: 9783570123034)
    Guido Knopp

    Hitlers Helfer

     (34)
    Aktuelle Rezension von: Trigulex
    wird bei mir immer wieder gelesen
  13. Cover des Buches Viktoria (ISBN: 9783940063588)
    Axel Holten

    Viktoria

     (1)
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  14. Cover des Buches Als das Lachen tödlich war (ISBN: 9783735201140)
    Ralph Wiener

    Als das Lachen tödlich war

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Die Bestie von Buchenwald (ISBN: 9783327000434)
    Pierre Durand

    Die Bestie von Buchenwald

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  16. Cover des Buches Führerlos (ISBN: 9783861246220)
    Wolfgang Brenner

    Führerlos

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Ritja
    Hitler wird bei einem Attentat getötet. Die gesamte Führungsriege steht Kopf. Jeder versucht seine Macht zu sichern bzw. auszubauen. Der Kampf zwischen Göring und Goebbels beginnt. Zudem behauptet Eva Braun schwanger zu sein - vom Führer. Die Geschichte ist etwas verworren, zum Teil nicht nachzuvollziehen. Leider nicht so gut gelungen.
  17. Cover des Buches Der Nagel (ISBN: 9783738648133)
    Rainer Homburger

    Der Nagel

     (3)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    Wir schreiben das Jahr 1944. Wernher von Braun und sein Team haben den Bau der A4 beendet und arbeiten am Nachfolgemodell.

    Währenddessen rollen Lastwagen mit den Raketen durch das besetzte Frankreich. Bertrand sieht sie und setzt einen Funkspruch ab. Wenige Minuten später steht die SS vor der Tür.

    Hans Frieder lebt mit seiner Frau Elisabeth in Dresden. Gleichzeitig ist er einer der führenden Raketeningenieure in Peenemünde unter Wernher von Braun. Zusammen mit seinem Freund Klaus wird er nach Frankreich geschickt. Dort sollen die ersten Raketen gestartet werden.

    Der schwedische Diplomatensohn Carl Rechert hat brisante Dokumente in seinem Auto. Er ist auf den Weg nach Stockholm.

    In London findet ein Treffen bei Churchill statt. Anwesend ist auch David Petrie, der Geheimdienstchef. Sie warten dringend auf einen Anruf aus Stockholm.

    Diese wenigen Sätze skizzieren die wesentlichen Handlungsstränge, die sich durch den Roman ziehen. Der Autor hat einen fesselnden historischen Roman mit Elementen von Krimi und Thriller geschrieben. Das Buch lässt sich gut lesen. Das liegt auch an den kurzen Kapiteln und den schnell wechselnden Handlungsorten und Protagonisten. Dadurch wird außerdem der Spannungsbogen sehr hoch gehalten. Der Autor versteht es geschickt, im entscheidenden Moment in eine neue Szene überzuleiten.

    Die Protagonisten werden gut charakterisiert. Carl hat lange ein Deutschland gelebt. Er mag das Land. Deshalb ist er auch bereit, sein Leben für eine mögliche Beendigung des Krieges einzusetzen. David hat bei einem Bombenangriff seine Frau verloren. Sein Tun und Handeln ist von Hass und Rache geprägt. Er benutzt Menschen für seine Zwecke. Frank, sein Mitarbeiter, versucht ihn zu bremsen, hat aber keine Chance.

    Der Schreibstil ist vielseitig. So gibt es Abschnitte, in denen detailliert technische Zusammenhänge beschrieben werden. Das gilt insbesondere für eine neu entwickelnden U-Boot-Typ und den ersten Start der Rakete. Gleichzeitig werden die menschlichen Probleme im U-boot ins Visier genommen. Das Zusammenleben auf engen Raum ist nicht immer einfach. Das Verhältnis von der Beschreibung von Kriegsereignissen und den persönlichen Erleben ist sehr ausgewogen. Interessant waren für mich die Gespräche bei Churchill. Dabei musste ich bitter feststellen, dass im Krieg der Zweck jedes Mittel heiligt. Auch hier spielten Menschenleben keinerlei Rolle. Besonders betroffen war ich von den Begründungen für die Bombardierung von Dresden. Ein einziger in der Runde sprach sich dagegen aus. Sehr viel Wert legte der Autor auf die Emotionen seiner Protagonisten. Die Angst von Elisabeth um Hans war mit den Händen greifbar. Die Tränen eines Mitglieds der Flugzeugcrew, die ihre Last über Dresden ablud, waren das Spiegelbild des Widerstreits zwischen Pflichterfüllung und persönlicher Betroffenheit. Er wusste, das seine Waffen Kinder tötet und dachte an die eigenen. Genau solche Feinheiten geben dem Buch ein besonderes Flair und heben es über eine normalen Kriegsroman hinaus. Besonders deutlich wurde Hans` innere Zerrissenheit dargestellt. Er war stolz auf seine Arbeit als Ingenieur, hatte aber nie Raketen bauen wollen, die Menschen töten. Gleichzeitig hatte er eine kritische Distanz zum herrschenden System. Er beginnt sein Tun zu hinterfragen. Dabei konnte er nicht einmal wissen, dass persönliche Rachegefühle eine tödliche Bedrohung für ihn und seine Familie darstellen konnten. Gekonnt erlaubt mir der Autor einen Einblick in die Arbeit der unterschiedlichen Geheimdienste und in die Schaltzentralen der Macht.

    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Autor zeigt die Folgen von Krieg und Hass am Beispiel seiner Protagonisten. Während für Carl Freundschaft und Dankbarkeit Werte sind, die er lebt, fehlt David jegliche Empathie. Elisabeth erweist sich als starke Frau.

  18. Cover des Buches Die Nächte der langen Messer (ISBN: 9783455037326)
  19. Cover des Buches Ein Diktator zum Dessert (ISBN: 9783328100607)
    Franz-Olivier Giesbert

    Ein Diktator zum Dessert

     (72)
    Aktuelle Rezension von: MelliSt13

    Rose ist eine bemerkenswerte Frau. Sie muss seit ihrem 9ten Lebensjahr sehen wie sie zurecht kommt.Durch den Krieg verliert sie ihre Familie und ihre erste Liebe.

    Rose lernt recht schnell,daß ihre Leidenschaft zu kochen sie weiterbringt und ihr so manche Tür öffnet, die sie manchmal gar nicht öffnen will.

    Sie überlebt die schlimmsten Situationen,wird vor nichts verschont Schläge,Erniedrigung,Hunger,Vergewaltigung,doch sie ist ständig auf der Suche nach der großen Liebe und sie findet sie in ihrem Leben nicht nur einmal, sondern in vielen verschiedenen Personen und Lebewesen.

    Begleitet wird sie lange Zeit von einem Salamander,Theo, der im Grunde ihr Gewissen darstellt.

    Neben der Geschichte von Rose, durchleben wir ca 65 Jahre Geschichte, in denen 3 Diktatoren ihr Leben kreuzen und ihnen relativ nah ist und jeden überlebt.

    Jetzt ist Rose 105 Jahre und sagt immer noch "Ja" zum Leben,trotz allem übel, der ihr widerfahren ist.

    Ein wunderbares Buch,welches kaum ein Blatt vor den Mund nimmt.

    Rose die Protagonistin in diesem Buch ist wirklich ein beeindruckender Charakter,der sich vom Leben nicht unterkriegen lässt.

  20. Cover des Buches Der letzte Monat (ISBN: 9783548331980)
    Karl Koller

    Der letzte Monat

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Denn du trägst meinen Namen (ISBN: 9783442151882)
    Norbert Lebert

    Denn du trägst meinen Namen

     (15)
    Aktuelle Rezension von: lucky_snakes
    Im Abstand von ca 40 Jahren haben die beiden Autoren (auch Vater und Sohn) die Kinder von Nazigrößen besucht, um festzustellen, wie diese im Deutschland der 50er/90er Jahre so leben. Ich fand dies sehr interessant zu lesen, vor allem die unterschiedlichen Varianten der "Kinder" mit der Last ihres Namens umzugehen (und doch erschreckend, dass es zum Teil gar keine Last war)
  22. Cover des Buches Hitlers Helfer (ISBN: 9783572011735)
    Peter Adler

    Hitlers Helfer

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Wer sich mit dem Thema des Nationalsozialismus / Faschismus näher beschäftigen will, wird um dieses Buch nicht herum kommen. Es zeigt die führenden Köpfe des NS-Regimes neben Hitler und stellt deren Einfluss auf die schrecklichen Taten des Nationalsozialismus dar, zeigt jedoch gleichzeitig die Abhängigkeit dieser Personen von Hitler. Es bestätigt alt bekannte Tatsachen, wie z.B. die Drogensucht Görings, zeigt aber auch erschreckende Tatsachen, die mir persönlich zum Teil noch unbekannt waren.
  23. Cover des Buches Der Adler ist entkommen (ISBN: 9783570023242)
    Jack Higgins

    Der Adler ist entkommen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Ein Diktator zum Dessert (ISBN: 9783844518269)
    Franz-Olivier Giesbert

    Ein Diktator zum Dessert

     (3)
    Aktuelle Rezension von: parden
    AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN...

    Mit ihren 105 Jahren ist Rose eine der besten Köchinnen von Marseille. Rose schreibt ihre Memoiren, um das Leben zu feiern. Ein Leben wie eine abenteuerliche Reise durch die Weltgeschichte, auf der sie ihre Familie verliert und sich auf manchmal gar nicht so subtile Weise an den Gewaltherrschern rächt. Rose hat vor nichts und niemandem Angst. Ihre Waffe ist immer griffbereit in ihrer Handtasche. Und weil sie nach wie vor an die Kraft der Liebe und des Lebens glaubt, lässt sich Rose auf dem Sozius ihres jugendlichen Restaurantgehilfen durch Marseille kutschieren, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und hört dazu Patti Smith. Doch damit nicht genug...


    "Am Tag meiner Geburt waren die drei Personen, die die Menschheit heimsuchen sollten, bereits auf der Welt: Hitler war 18 Jahre alt, Stalin 28 und Mao 13. Mein Geburtstag fiel in das falsche Jahrhundert: ihres."


    Als dieser Satz fiel, dachte ich: owei, da ist jemand durch 'Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand' von Jonas Jonasson auf den Geschmack gekommen. Wieder jemand, der mit seinen über hundert Jahren viel zu erzählen hat, der die Weltgeschichte nicht nur beobachtet hat, sondern teilhatte daran, der ihren Lauf ein wenig mitbestimmte. Nun, ganz so war es dann aber doch nicht.

    Die inzwischen 105 Jahre alte Rose kam am 18. Juli 1907 am Schwarzen Meer in einem 100jährigen Kirschbaum zur Welt, als die Mutter von dort gerade eine Katze retten wollte. Rose nennt sich selbst deshalb 'die Tochter des Kirschbaums'. Im Jahrhundert der Mörder hätte Rose ihre Kindheit beinahe nicht überlebt - als Armenierin fiel sie fast dem von den Türken initiierten Völkermord zum Opfer, einem der ersten systematischen Genozide des 20. Jahrhunderts, so wie ihre komplette Familie auch. Von diesen Tagen an führte sie eine 'Hassliste', ein Papier, das sie durch alle Prüfungen des Lebens hinweg begleitete, auf ihr die Namen derjenigen, die Unverzeihliches begingen - an Rose selbst oder an Menschen, die ihr nahestanden. Und auch wenn es zuweilen lange dauerte: der Tag der Rache kam.


    "Bis zu meinem letzten Atemzug und darüber hinaus werde ich nur an die Macht der Liebe, des Lachens und der Rache glauben".


    Marseille, Provence, Paris - das sind die Stationen Roses nach ihrer Flucht aus dem Land, das es nicht länger gab. Dort begegnet sie der Liebe ihres Lebens, sie eröffnet ein Restaurant - Jahre des Glücks. Doch gelingt es ihr letztlich nicht, dieses kurze Glück festzuhalten. Antisemitismus und der Nationalsozialismus, der Frankreich überrollt, lassen die Verzweiflung überhand nehmen. Roses einzige Hoffnung, ihren Mann und ihre Kinder vor dem Tod zu retten ist - ausgrechnet Himmler. Ein Mann, der ihr Restaurant und ihre Küche schätzen gelernt hat, der sie mitnimmt und als Köchin engagiert, was sie in der Hoffnung annimmt, etwas über das Schicksal ihrer Familie in Erfahrung zu bringen. Himmler, Göbbels, Hitler - Rose lässt letztlich nichts aus, um den kleinen Funken Hoffnung am Leben zu erhalten.


    "Das Leben ist eine große Sauerei, du darfst ihm nie vertrauen. Es gibt und gibt, und dann, eines Tages, ohne Vorwarnung, nimmt es dir alles, wirklich alles, wieder weg."


    Trotz aller Schläge, die das Leben für sie bereithält, hängt Rose am Leben - und genießt es in vollen Zügen. Sie mag es zu essen, spricht dem Alkohol zu, liebt den Sex. Bis ins hohe Alter hinein von vielen begehrt, genießt es Rose, sich lebendig zu fühlen. Doch bei aller Stärke, die von ihrer Persönlichkeit ausgeht, verspürte ich als Leser immer auch eine Distanz. Hinter der Fassade der starken Frau lugte durchaus einmal die Verzweiflung, die Trauer, die Wut hervor, ausgelöst durch die Schicksalsschläge oder durch Menschen, die willkürlich ihre Macht missbrauchten. Doch wirklich spürbar waren diese Gefühle für mich nicht, und das hat mir hier doch gefehlt.
    Zudem war es zwar interessant, Episoden und Größen der Weltgeschichte durch die Augen Roses zu erleben und dabei durchaus nicht alltägliche Blickwinkel auf diese zu erhaschen, doch begannen diese Episoden sich für mich im letzten Drittel irgendwie nur noch lose aneinanderzureihen, ohne einen wirklich engen Zusammenhang zu bilden, was für mich teilweise störende Brüche ergab.


    "Es ist das Los der Menschheit, sich von Dummheit und Hass stets wieder über die Massengräber führen zu lassen, die schon die vorherigen Generationen bis zum Rand gefüllt haben."


    Dabei wird die vollständige Hörbuchfassung (8 h 53 min.) durchaus angenehm vorgetragen von Carmen-Maja Antoni - die tiefe, raue Stimme passt gut zu der herben Alten mit dem Herz auf dem rechten Fleck.
    Der Vergleich dieses Hörbuchs zu 'Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und veschwand' hinkt allerdings in der Tat. Hassliste statt augenzwinkernder Weltgewandtheit, Rachegedanken und die Lust am Leben statt moderner, herzerwärmender Monty Python Geschichte - hier konnte 'Ein Dikator zum Dessert' für mich leider nicht ganz mithalten, auch wenn das Hörbuch über weite Strecken interessant war. Es fehlte für mich letztlich einfach der besondere Flair.


    © Parden

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