Bücher mit dem Tag "historiker"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "historiker" gekennzeichnet haben.

117 Bücher

  1. Cover des Buches Die sieben Schwestern (ISBN: 9783442479719)
    Lucinda Riley

    Die sieben Schwestern

     (1.083)
    Aktuelle Rezension von: melissajahn

    Ich habe das Buch zweimal zur Hand nehmen müssen. Doch beim zweiten Anlauf hat es mich gepackt, wenn auch mit kleinen Längen zwischendurch. 

    Pro: Was mir richtig gut gefallen hat, war die Geschichte, die sich über Generationen gezogen hat und auch ein Geheimnis der Christus Statue in Rio beinhaltet. Nach diversen New Adult Romanen war es mal wieder erfrischend, was anderes zu lesen und in einen historischen Kontext zu tauchen!

    Contra: Was mir nicht so gut gefallen hat, war die doch flache Zeichnung der Charaktere. Es ist nicht so emotional geschrieben wie New Adult Romane, z.B. von Brittainy C. Cherry. Folglich war es interessant zu lesen, ohne dass ich wirklich mit den Protagonisten mitgelitten und geliebt habe. Es war immer eine gewisse Distanz zu spüren, die bei dieser Art von Roman leider oft der Fall ist (Sarah Lark ist da eine Ausnahme). Vor allem die letzten Seiten waren nicht so mein Fall, da ich bei der Liebesgeschichte zwischen der Hauptfigur Maia und Floriano gefühlstechnisch nicht mitgekommen bin.

    Insgesamt ein interessanter Schmöker für zwischendurch.

  2. Cover des Buches Wo die Nacht beginnt (ISBN: 9783442381388)
    Deborah Harkness

    Wo die Nacht beginnt

     (478)
    Aktuelle Rezension von: Charlea

    Auch der zweite Teil der Reihe hat mich nach wenigen Seiten wieder in seinen Bann gezogen und ich habe ihn gelesen, als würde er noch zum ersten Band gehören. Generell hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Geschichte einfach konsequent weiter gedacht und weiter erzählt wurde, so dass man fast nicht mal auf den Gedanken kommt, dass es unterschiedliche Teile sind.
    Am Ende des ersten Teils entscheiden sich Diana und Matthew, den Reise in die Vergangenheit - in das London Elizabeth I. zu wagen, da sie in der Gegenwert scheinbar ihren Widersachern nichts entgegen zu setzen haben.
    Doch obwohl Diana Historikerin ist, hat sie zunächst große Anpassungsschwierigkeiten - Etikette, Tonfall und Aufführen einer Dame von Stand lassen sich nicht so ohne Weiteres aus Büchern erlernen. Und auch Matthew erscheint ihr verändert, gerade im Kreis seiner Freunde.

    Zu diesem Buch kann ich wirklich nur sagen - es war einfach nur gut, ich habe es geliebt, es wird mein Haus nicht mehr verlassen und ich werde es wieder lesen. Es gab Szenen, bei denen ich richtig schluchzen musste, vor allem wenn es um die Familie von Diana ging. Mir  beweist das einfach, dass die Geschichte mich absolut gefesselt hat und bisher ist der zweite Teil der Reihe mein Lese-Highlight des Jahres



  3. Cover des Buches Mortal Engines - Krieg der Städte (ISBN: 9783596702121)
    Philip Reeve

    Mortal Engines - Krieg der Städte

     (256)
    Aktuelle Rezension von: Charlea

    "Krieg der Städte" ist der Auftakt zur Mortal Engines Reihe von Philip Reeve, welche auch bereits verfilmt wurde. Ich hatte mir vorgenommen, das Buch vor dem Film zu schauen und bin mit einiger Erwartungshaltung rangegangen.
    Was mir wirklich gut gefallen hat war die Idee hinter der Geschichte und die Anlegung der Charaktere. Auch die Konflikte waren schnell klar und waren interessant und die Schreibe des Autors hat ein schnelles Eintauchen in die Handlung ermöglicht. Was mir jedoch nicht gut gefallen hat waren die Charakterentwicklung - allen voran bei Valentine - und dass die Charaktere und die Hintergründe irgendwie oberflächlich bleiben. Hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht und mehr innere Konflikte. Das ist auch der Grund, warum ich die Reihe nicht weiterlesen werde, da ich mir einfach nicht vorstellen kann, dass das etwas sein wird, was sich im Laufe der Reihe ändern wird.

  4. Cover des Buches Das Haus in der Nebelgasse (ISBN: 9783453358850)
    Susanne Goga

    Das Haus in der Nebelgasse

     (160)
    Aktuelle Rezension von: Lese-Krissi

    Aufmachung des Buches
    Am linken Coverrand sieht man eine Frau, die am Ufer der Themse steht. Im Hintergrund sieht man im Nebeldunst den Palace of Westminster. Mir gefällt das Cover sehr gut.

    Inhalt
    London 1900: Die junge und unabhängige Lehrerin Matilda Gray unterrichtet an einer Mädchenschule.  Nach den Sommerferien taucht ihre Schülerin Laura nicht mehr in der Schule auf, weil sie aufgrund einer Krankheit mit ihrem Vormund durch Italien und Griechenland reist. Matilda traut der ganzen Sache nicht, auch weil Laura ihr vor den Ferien ein Geheimnis anvertraut hat. Als Matilda dann eine Postkarte von Laura erhält, entdeckt sie darauf eine geheime Botschaft, die sie zu einem Kästchen mit rätselhaftem Inhalt führt. Schon bald befindet Matilda sich in einem mysteriösen Abenteuer, indem sie auch mehr über London und die Pest um 1665 erfährt. Hilfe erhält sie von dem Historiker Stephen Fleming. In welchem Zusammenhang steht Lauras Verschwinden und dem über 200 Jahre alten Kästchen? Matilda und Stephen dringen immer mehr in eine dunkle Familiengeschichte ein. 

    Meine Meinung
    Bei „Das Haus in der Nebelgasse“ handelt es sich nicht nur um einen historischen Roman sondern meiner Ansicht nach auch gleichzeitig um einen Krimi. Dies macht die Geschichte interessant. Susanne Goga hat mit ihrem tollen Schreib- und Erzählstil mir angenehme Lesestunden bereitet. 

    Ich finde, die Autorin hat sich sehr gut mit den Gegebenheiten in London um 1900 und die dort herrschende Pest um 1665 auseinander gesetzt. Sogar den Burenkrieg erwähnt sie dadurch, dass Matildas Bruder als Soldat in Afrika dient. Durch den Roman habe ich dankenswerterweise noch neues historisches Wissen dazu erhalten.
     Auch über London und den unterirdischen Flüssen erhält man interessante Informationen, die mir gar nicht so bewusst waren.

    Durch die Protagonistin Matilda Gray erfahren wir als Leser, welche Stellung die Frauen um 1900 in der Gesellschaft hatten. Entweder sie wurden zu braven Ehefrauen erzogen oder sie machten „Karriere“ und blieben unabhängig. Matilda ist zu Beginn der Handlung ein Paradebeispiel für letzteres. Sie ist Lehrerin, ledig und hat ein Zimmer bei einer älteren Dame. In der Gesellschaft dieser Zeit ist es noch nicht gut vorstellbar, dass man gleichzeitig liiert sein könnte. Susanne Goga bringt diesen Aspekt gut herüber. 

    Die Handlung wird spannend, als Matildas Schülerin Laura nicht mehr auftaucht. Durch eine geheimnisvolle Botschaft findet die Lehrerin sich bald auf einem Abenteuer durch London. Ich habe als Leserin mitgerätselt, was all die Entdeckungen, die Matilda in Laufe der Zeit macht, für Bedeutungen haben. Was zum Beispiel heißt „das Haus unter dem Haus“? Das wird man erfahren, wenn man den Roman liest. 

    Mir gefällt, dass Matilda Hilfe durch den Historiker Stephen Fleming erhält. Er wirkt sehr sympathisch, aber auch er hat seine Geheimnisse von denen man erst spät erfährt. Hier musste ich zunächst etwas schlucken und wollte nicht in Stephens Haut stecken.

    Es passiert viel in dem Roman und Matilda und Stephen müssen nicht nur das Rätsel um Laura entschlüsseln sondern kommen noch einem Mord auf die Spur. Das Buch bleibt spannend bis zum Schluss.

    Zum Schluss möchte ich die Vermieterin von Matilda nicht unerwähnt lassen. Mrs Westlakes Charakter heitert die Geschichte außerdem auf. Sie ist Autorin aus Leidenschaft und lässt Laura immer wieder gerne teilhaben an dem was sie gerade schreibt. Ich mochte die Szenen, wenn Laura Zeit mit Mrs Westlake verbringt.

    Mein Fazit
    „Das Haus in der Nebelgasse“ hat mir spannende Lesestunden bereitet und ich habe mehr über die Geschichte in London um 1900, aber auch um 1665 erfahren. Das Buch wurde nicht langweilig. Deshalb kann ich dem Roman ohne Abzug 5 Sterne erteilen.

  5. Cover des Buches Für immer und einen Weihnachtsmorgen (ISBN: 9783956496028)
    Sarah Morgan

    Für immer und einen Weihnachtsmorgen

     (158)
    Aktuelle Rezension von: michellebetweenbooks

    Skylar und Alec kennen sich nur durch den gemeinsamen Freundeskreis der Insel Puffin Island. Die beiden können sich jedoch nicht leiden und das lassen sie sich auch gegenseitig spüren. Alec tut seinen Freunden einen Gefallen und besucht eine Ausstellung von Skylar. Dort beobachtet er einen heftigen Streit zwischen Skylar und Richard und er bietet kurzerhand seine Hilfe an…

    Nachdem ich dieses Buch beendet hatte, habe ich gemerkt, dass dies der dritte Band von einer Reihe ist. Gottseidank, kann man die Bücher unabhängig voneinander lesen! Und ich muss auch ehrlich sagen, dass dieser Band mir wahnsinnig gut gefallen hat. Außerdem kann ich noch anmerken, dass mir nichts beim Lesen gefehlt hat.

    Skylar war von mir von Beginn an total sympathisch und ich mochte sie echt gerne. Sie ist ein sehr kreativer Mensch und gerade ihre Einstellung zum Leben hat mir echt gut gefallen. Die Handlungen von ihr waren sehr verständlich und man konnte sich sehr gut in sie hineinversetzen. Auch die Emotionen von ihr wurden sehr gut dargestellt. Wir haben einen guten Einblick in ihre Gefühlswelt bekommen. Skylar hat in dieser Geschichte auch einer sehr große Entwicklung hinter sich, die ich gerne mit verfolgt habe.

    Alec ist ein Mann, der in seiner Vergangenheit einiges erlebt hat. Alec hat eine harte Schale und einen weichen Kern. Jedoch bevor man diesen erreicht, muss man sich durch seine hohe Mauer kämpfen. Man kann sich in ihm sehr leicht täuschen. Außerdem möchte er auch keine Beziehung eingehen. Gerade in Alec konnte man sich sehr gut hineinversetzen. Seine Emotionen bzw. Gefühle hat die Autorin unfassbar gut dargestellt. Auch Alec hat eine tolle Entwicklung hinter sich. Es war toll, ihn dabei beobachten zu können. 

    Die Autorin hat hier eine wunderschöne und weihnachtliche Atmosphäre geschaffen, die ich total genossen habe. Es waren viele und schöne Details, die unglaublich gut zur Geschichte gepasst haben. Gerade durch die detailliert Beschreibung, hatte man das Gefühl man wäre live dabei gewesen. 

    Den Schreibstil von Sarah Morgan kannte ich vorher noch nicht, daher war ich umso begeisterter von ihrem Schreibstil. Sie schreibt locker, leicht und flüssig. Das Buch war durchweg spannend und habe es deshalb auch in einem Rutsch durchgelesen. Es war nie langweilig und es ist immer was Neues passiert. Außerdem habe ich noch zwei andere Bücher von ihr in meinem Regal, auf die ich auch schon ganz gespannt bin. Ich kann es kaum erwarten!

    ,,Für immer und einen Weihnachtsmorgen‘‘ ist ein wunderschöner Roman, den ich total gerne gelesen habe. Es war schön, Skylar und Alec auf ihrem Weg begleiten zu dürfen und gerade das winterliche bzw. weihnachtliche Setting, hat total gut zu der Geschichte gepasst. Der Schreibstil hat die Geschichte noch einmal rund gemacht. Ich kann euch diese Geschichte nur empfehlen.

  6. Cover des Buches Das letzte Ritual (ISBN: 9783442714407)
    Yrsa Sigurdardottir

    Das letzte Ritual

     (243)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Ressler

    Inhalt: An einer Universität in Reykjavik wird ein deutscher Studenten tot aufgefunden. Ein merkwürdiges Zeichen prangt auf dem Körper des Toten, der sich in seinem Leben für Geschichte und Hexenkulte interessiert hatte. Die isländische Polizei vermutet schnell ein Drogendelikt, aber die Familie des jungen Mannes will sich damit nicht zufrieden geben und beauftragt die Anwältin Dóra den Fall näher zu untersuchen.

    Meine Meinung: Zuallererst bin ich froh, dass die Isländer sich meistens mit dem Vornamen ansprechen, weil ich finde, dass das Herausforderung genug ist ;) (über die Nachnahmen und so manchen isländischen Begriff oder Ort, bin ich oft genug gestolpert). 

    Der Schreibstil der Autorin konnte mich mitnehmen in diesen Islandkrimi. Sie erzählt einen interessant Geschichte, in der auch die historischen Ereignisse des Hexenkults in Deutschland und Island gut eingeflochten sind. Das sorgt für Abwechslung und ich fand dieses Thema spannend. Protagonistin Dóra ist eine starke Frau, die mir sehr sympathisch war. Zur Seite stand ihr Matthias, der Vertreter der Familie des Ermordeten. Das Geplänkel zwischen den beiden hat mir gut gefallen und es brachte Leben in die Erzählung. Ein wenig befremdlich fand ich es, dass die beiden an der Polizei vorbei so schnell an Infos kamen...  Die zahlreichen Verdachtsmomente regten zum Miträtseln an und Stück für Stück wurde das Puzzle zusammengesetzt. Das Spannungsniveau war konstant, aber es gab keine großen Überraschungen oder unvorhergesehen Wendungen. 

    Mein Fazit: Mir hat das Buch gut gefallen. Da es eine Reihe ist freue ich mich schon auf Band 2.

  7. Cover des Buches Everlasting (ISBN: 9783499256660)
    Holly-Jane Rahlens

    Everlasting

     (410)
    Aktuelle Rezension von: Christiane_Vini

    Ich fand die Geschichte sehr schön und gut geschrieben 

  8. Cover des Buches So wie Kupfer und Gold (ISBN: 9783570309803)
    Jane Nickerson

    So wie Kupfer und Gold

     (120)
    Aktuelle Rezension von: thiefladyXmysteriousKatha

    So wie Kupfer und Gold

    Dieses Buch habe ich mal irgendwann einfach bei medimops gekauft, da eine Bloggerin damals schrieb, dass es eine interessante Märchenadaption sei und ich damals solche gerne gelesen habe. Allerdings wusste ich bis vor kurzem nie, um welches Märchen es sich handelt. Nun fiel mir das Buch beim Regaldurchsuchen wieder in die Hände und ich habe recherchiert: In dem Buch geht es um das Blaubart-Märchen. Sofort war meine Neugierde geweckt und ich habe die Geschichte innerhalb weniger Tage verschlungen. Ma etwas ganz anderes, mit historischem Touch, leider aber auch kleinen Schwächen. Trotzdem einen genaueren Blick wert!

     

    Klappentext

    Üppige Gewänder, rothaarige Schönheiten und ein grausiges Geheimnis! Boston, 1855. Sophia ist 17, und ist nach dem Tod ihres Vaters Waise, als sie einen Brief von ihrem Paten erhält, der sie auf seine Plantage in Mississippi einlädt. In Wyndriven Abbey zieht der attraktive Bernard sie in seinen Bann. Doch je näher sie sich kommen, desto mehr spürt Sophia seine dunkle Seite. Als ihr junge, schöne Frauen mit rotem Haar erscheinen die ihr selbst sehr ähnlich sehen wird Sophia misstrauisch. Cressac war bereits mehrfach verheiratet, und alle Ehefrauen verschwanden unter mysteriösen Umständen.

     

    Meine Meinung

    In dem Buch geht es um ein wunderschönes junges Mädchen namens Sophia, die nun leider eine Waise ist und zu ihrem Vormund, einem reichen Onkel, in die Südstaaten Amerikas ziehen soll. Das bedeutet für sie sich von ihren Geschwistern zu verabschieden, doch da sie immer nur Gutes von ihrem Onkel gehört hat und sie auch etwas sein Reichtum lockt, freut sie sich über den Umzug.

    In Mississippi angekommen bemerkt sie schnell, dass ihr Onkel Bernard ein attraktiver Charmeur ist, der auf Frauen mit langen roten Haaren zu stehen scheint. Doch er verhält sich ihr gegenüber stehts gut und schenkt ihr die größten Reichtümer. Schnell merkt Sophia aber, dass ihr Onkel auch eine dunkle Seite hat und viele seiner Frauen auf mysteriöse Weise verschwanden oder umkamen.

    Diese inhaltlichen Parallelen zum Blaubart-Märchen haben mir sehr gut gefallen. Besonders gut finde ich, dass die Südstaaten als Schauplatz gewählt wurden. Nicht nur, weil Wyndriven Abbey ein tolles Anwesen ist und man gerne über das alte prunkvolle Haus liest, sondern weil Sophia die Sklavenhaltung aufstößt und sie sich gerne mit den schwarzen Bediensteten anfreunden würde. Somit wird in diesem Jugendbuch eine wichtige Zeit der amerikanischen Geschichte und eine gute moralische Botschaft vermittelt. Denn Sophia kann einfach nicht verstehen, was an den Sklaven anders sein soll, als an ihr selbst.

    Leider hat Sophia nicht immer einen solch positiven Weltblick. Sie ist sehr naiv, hat wenig Durchsetzungskraft und wirkt oft wie ein verwöhntes Püppchen, dass lieber nach Reichtum als nach anderem strebt. Aber auf den Kopf gefallen ist sie nicht und kommt schnell hinter das Geheimnis ihres Onkels. Und verlieben tut sie sich auch noch…

    Es passiert also einiges in diesem Buch, allerdings weiß man sehr schnell wo der Hase langläuft, wenn man das Blaubart-Märchen kennt. Ich hätte mir inhaltlich noch mehr Abwandlung gewünscht, damit das Ende bzw. die Auflösung überraschender ist.

    Trotzdem hat mir das Buch Spaß gemacht und ich würde gerne 3.5 Sterne vergeben.

  9. Cover des Buches Der Historiker (ISBN: 9783833303944)
    Elizabeth Kostova

    Der Historiker

     (304)
    Aktuelle Rezension von: David_Lindsam

    Der Titel des Buches (engl. „The Historian“) ist zugleich Motto, Charakterisierung aller Hauptpersonen und Auflösung eines großen Rätsels zum Ende hin – und könnte damit kaum treffender gewählt sein.
     Eingleisig oder gar schmalspurig wird der Roman deshalb nicht. Im Gegenteil. In drei Generationen spielt die Handlung und wir reisen in verschiedenen Zeiten des 20. Jahrhunderts (30er, 50er, 70er) von Amsterdam, nach Istanbul, Budapest, Südfrankreich und Rumänien, immer auf den Spuren Vlad III. und den Zeugnissen über ihn aus dem 15. Jahrhundert. Die treibenden Kräfte sind die großen Fragen: Wo ist das Grab des vermeintlichen Grafen Dracula? Und liegen dort wirklich seine sterblichen Überreste?

    Unerwarteter Erfolg für einen viktorianischen Roman …

    Als der Debütroman von Elizabeth Kostova 2005 in den USA erschien, landete er direkt auf Platz 1 der amerikanischen Bestsellerlisten (New York Times u.a.). Zwei Jahre zuvor war „The Da Vinci Code “ von Dan Brown (dt. „Sakrileg“) erschienen und zu den Topsellern in der Branche aufgestiegen. Das Publikum war begierig auf Thriller, die Action und die Suche nach Rätseln in der Geschichte verbanden, weshalb die Verlagswelt sich in einer Auktion um die Rechte für dieses Werk überbot und damit ein groteskes Stück Buchgeschichte schrieb. Nachdem der Verlag Little, Brown and Company bereits 2 Millionen als Honorar für die Autorin aufgewendet hatte, musste ein gigantisches Marketing mit TV-Werbung und zehntausenden Vorabexemplaren folgen. Ein riskantes Buchpokerspiel …

    Am ersten Tag des Erscheinens wurde in den USA 80.000 Exemplare verkauft. Nach nur einer Woche lagen die Verkaufszahlen bereits so hoch (ca. 700.000), dass The Historian sich auf den Platz 1 geschoben hatte. Das ist eine waschechte american success story und in diesem Fall ein besonderer Glücksfall für die Leserwelt. Durch spekulative Marktmechanismen wurde ein sonst eher leises und anspruchsvolles Werk in Welt der Massenware hochgepusht.  

    Niemand war mehr über den Erfolg erstaunt als die Autorin selbst: „It’s a literary novel, not a commercial novel“. Nach ihrer Meinung hatte sie einen langsamen, viktorianischen Roman geschrieben. Ihre Helden stolpern nicht abgebrüht, abenteuerlustig und plündernd wie India Jones durch unentdeckte Überreste der Vergangenheit, sondern sie sind echte Historiker und Bibliothekare, die sich in mühevoller Kleinarbeit durch vergilbte Karteikartenkataloge kämpfen und die Geheimnisse der Vergangenheit in unzugänglichen Faksimiles akribisch entziffern.

    In Deutschland erschien das Buch noch im gleichen Jahr (2005) bei Bloomsbury (engl. Verlag, bei dem Harry Potter im Original erschien), aber die Resonanz war sehr verhalten. Ich kann nur mutmaßen, ob das vergleichsweise schmale Marketing der Grund war, oder vielleicht die etwas eigene deutsche Leserschaft. Tatsächlich dominierten den deutschen Fantasy-Markt in dieser Ära Zwerge, Orks, Elfen und natürlich die Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei. Obwohl ebenfalls 2005 (und auch bei Little, Brown and Company) Stephenie Meyer mit dem ersten Buch ihrer Twilight-Serie einen Vampir-Boom in den darauffolgenden Jahren auslöste, wurde Der Historiker von dieser Welle nicht mitgerissen. Mein böser Verdacht ist, dass das deutsche Fantasy-Publikum schlicht keine anspruchsvolle Kost gewohnt war und deshalb das Dargebotene nicht zu würdigen wusste. Das Urteil mildernd muss ich hinzufügen, dass der viktorianische Schauerroman eine lange und würdige Tradition in den englischsprachen Ländern besitzt und die Geschmacksnerven der Leserschaft besser auf einen über 800 Seiten langen Roman eingestellt sind, in dem der interessante, aber normale Historiker-Alltag nur an einzelnen Stellen von dem Unheimlichen durchbrochen wird. Hoch spannend bleibt es allemal – auf zum Inhalt:

    Geschichten über Geschichte

    In ihrer Kindheit bereiste Elizabeth Kostova (geb. 1964) mit ihrer Familie die südeuropäischen Ostblockstaaten und erinnert sich gerne an die Geschichten, die ihr Vater zur Unterhaltung auf den langen Fahrten über Dracula erzählte. Damit war nicht nur ihr Interesse an dieser schillernden Gestalt zwischen Mythos und historischer Realität geweckt, sondern auch die Erzählform für ihren ersten Roman gefunden. In dem fiktiven Epilog stellt sich eine amerikanische Geschichtsprofessorin vor, die in Rückblenden von ihren Erlebnissen als Sechzehnjährige berichtet, natürlich auf Reisen durch Europa mit ihrem Vater, dem sie ganz langsam das große Geheimnis um ein kleines Büchlein entlockt, das in seinem Inneren nur einen großen, zornigen Drachen beherbergt – das Zeichen des Ordo Draconis, dem Vlad der III. angehörte, weshalb er den Beinamen Drăculea trug.

    Ihr Vater, den wir als Paul kennenlernen, berichtet von den seltsamen Begebenheiten, wie er in den 50ger Jahren als Student in Oxford bei seinen Unterlagen plötzlich dieses leere Buch fand. Als er seinen Geschichtsprofessor Rossi zu Rate zieht, offenbart ihm dieser, dass auch er ein solches Buch besitzt und seine Nachforschungen ihn zu dem walachischen Fürsten (heutiges Rumänien) aus dem 15. Jahrhundert geführt haben. Aus unerfindlichen Gründen übergibt der sonst so rationale Professor Paul die Aufzeichnungen über seine Suche nach dem Grab und fügt fast ängstlich hinzu: „Dracula … Vlad Țepeș … lebt noch“ (35). Am gleichen Abend verschwindet Rossi spurlos; zurück bleiben nur ein paar Tropfen Blut. Verzweifelt sucht Paul in den Unterlagen nach Hinweisen, was seinem Professor passiert sein könnte, und trifft in der Bibliothek auf eine junge Doktorandin, die Rumänin Helen. Nach einer zaghaften Annäherung der beiden zeigt sich, dass Helen den Professor durch ihre Arbeit über Vlad III beeindruck möchte, weil sie dessen uneheliche Tochter ist. Paul erzählt ihr von seinem Verdacht, was mit dem Professor geschehen sein könnte, aber ein Bibliotheksangestellter belauscht das Gespräch und beißt Helen in den Hals. Überhastet brechen die beiden nach Istanbul auf, wohin eine erste Spur weist.

    Immer weiteren Dokumenten und ihren Geheimnissen folgend reisen Paul und Helen nach Ungarn, Rumänien und Bulgarien, werden von Untoten heimgesucht, entdecken nach langen Mühen tatsächlich das Grab des Fürsten, treffen auf den sterbenden Professor, erfahren die wahre Geschichte der Begegnung zwischen ihm und Helens Mutter aus seinen persönlichen Aufzeichnungen und begegnen dem leibhaftigen Vlad Dracula … Mehr kann ich leider nicht verraten, ohne doch auf gemeine Art zu spoilern.

    Inzwischen ist jedoch auch der Vater der Erzählerin spurlos verschwunden und die 16-Jährige macht sich in Südfrankreich auf die Suche nach ihm, denn sie vermutete ihn an einem der letzten Orte, wo Dracula noch eines seiner geheimen Gräber besitzt. Sie wird von unheimlichen Wesen verfolgt, aber auch von einem studentischen Gentleman wacker unterstützt.

    Die verschiedenen Erzählebenen verflechten sich im Laufe des Romans so stark miteinander, dass man als Leser die Geschehnisse in drei Zeiten fast synchron erlebt. Von Rossi erfahren wir durch seine Briefe und Tagebucheinträge, von Paul aus dessen eigenen Schilderungen auf der Reise mit seiner Tochter und zuletzt und parallel alles in der Erzählgegenwart von dieser selbst. Historik und die persönlichen Schicksale verweben sich auf brillante Art in den Historikern selbst.

    Durch Geschichten in der Kindheit der Autorin wird das Interesse an Geschichte geweckt und daraus entsteht wieder die Lust auf Geschichten … Das ist die Geschichte des Buches Der Historiker.

    Übrigens sind die historischen Hintergründe und Orte des Romans sehr gut recherchiert und stimmig, nur die Fakten um das Grab sind fiktiv und die Dokumente und Zeugnisse dazu fast komplett erfunden (ich habe selbst schon zum Thema Vlad III. geforscht).

    Eine eigenwillige Hommage an Bram Stoker

    Der Historiker liegt weitab vom üblichen Fantasy-Mainstream und ist durchaus ein Art Kunstwerk. Elizabeth Kostova hat 10 Jahre daran gearbeitet – manche der bekannteren Fantasy-Autoren bringen deutlich mehr als ein Werk pro Jahr heraus. Daraus lässt sich ersehen, welche Arbeit hinter diesem Buch steckt. Das macht einen Unterschied und der Unterschied ist spürbar.

    Die Autorin hat sich eine interessante Mischung ausgedacht, indem sie historische Briefe, Dokumente und persönliche Berichte mit der Rahmenhandlung einer Ich-Erzählerin verbindet, die uns als LeserIn zu einer Entdeckungsreise in die Vergangenheit einlädt. Dabei nutzt die Amerikanerin ein Gestaltungsprinzip ihrer großen literarischen Vorlage, Bram Stokers „Dracula“ (1897), der seine Vampir-Geschichte als Tatsachendokumentation in Form von Tagebucheinträgen und Zeitungsartikel präsentiert.

    Kostova stellt dieses Prinzip nicht in Frage, ironisiert es nicht. Eingebettet in eine rückblickende Erzählung umspinnt sie auf diese Weise unseren modernen, rational und historisch geprägten Geist und verführt uns für die Zeit des Lesens, daran zu glauben, dass Dracula tatsächlich noch bis ins letzte Jahrhundert sein Unwesen getrieben hat und, wenn ich den Epilog richtig verstehe, vielleicht sogar noch heute.

    Vampirisches?

    Kommen Vampir-Freunde auf ihre Kosten? Vielleicht nicht, je nach dem. Wer Bram Stokers Dracula mag, wird den Historiker noch weit mehr mögen, weil die Erzählweise viel moderner und weniger weitschweifig, blumig und umständlich ist. Und ein paar typische Gerne-Elemente finden sich durchaus. Bisse, Blut, Werkzeuge für die Vampirjagd (Silberdolch), Angriffe durch dienende Untote (Vampire), bezwingende Hypnose, Fledermausschatten, Särge und Grüfte …
    Am meisten enttäuscht am ganzen Buch hat mich die Begegnung mit Dracula selbst – er ist anders als meine Vorstellung von ihm … und nicht übermäßig böse. Schade – ich hätte mich gerne mehr gegruselt.
     Die Büchlein mit den leeren Seiten und dem Drachen hat er übrigens selbst gedruckt und verteilt … Warum? Wenn ich das mal so ganz verstanden hätte. Ich finde es nicht stimmig.

    Trotz der Umfänglichkeit des Buches bleibt vieles über Vlad Dracula offen, wie er zum Vampir wurde, wie viele seiner Art es noch gibt – reizvoll und unbefriedigend zugleich, aber in jedem Fall anregend für
     die eigene Fantasie. Und das schätze ich durchaus.

    Einordnung in der Literatur und Kritik

    Ein Feuilletonist der FAZ betitelte (2005) seine Rezension sarkastisch „wie man einen Roman pfählt“ und spielte damit auf die grausamen Hinrichtungsmethoden des historischen Vlads und auf Längen des Romans an, eine beliebte Kategorie der Literaturkritik, die wenig besagt. Tatsächlich ging es mir an einigen Stellen aber ähnlich und ich musste zwischendurch mein Durchhaltevermögen bemühen, um dran zu bleiben. Die Frage ist, wodurch diese Längen entstehen.
    Ausführlichere Berichte von der Reise, Beschreibungen der Landschaft und der Städte, Details des Interieurs – all das gehört zum Schmuckwerk und literarischen Gewand eines Romans, der sich an die viktorianische Erzählweise des 19. Jahrhunderts anlegen will, dennoch wirkt es ungewohnt. Die Gothic Novel lebt davon, dass in die alltäglich erlebte Wirklichkeit plötzlich das Übersinnliche hereinbricht und alles in Frage stellt, weshalb man in der Literaturforschung von magischem Realismus spricht.
    Die Längen haben also System. Trotzdem erwarten die Lesegewohnheiten des 21. Jahrhunderts etwas mehr Spannung. Mir hätte es geholfen, wenn die äußeren Orte ähnlich wie bei Dan Browns Thriller in einem direkten Zusammenhang mit der historischen Detektivarbeit gestanden hätten. Aber man kann auch nicht alles in einem Buch haben.
    Der Historiker bietet zudem eine wunderschöne und tragische Liebesgeschichte, lässt das Leben im Rumänien und Bulgarien der 30er und 50er Jahre szenisch vor Augen treten und erzeugt eine leicht gruselige, melancholische Stimmung, die perfekt zu der Erzählung passt.

    Und noch ein Zitat:

    „Es ist eine Tatsache, dass wir Historiker uns für Dinge interessieren, die zum Teil unser eigenes Ich widerspiegeln, vielleicht den Teil, den wir am liebsten nicht näher untersuchen würden, es sei denn auf dem Feld der Wissenschaft. Und je mehr wir in unsere Interessen eintauchen, desto mehr ergreifen sie von uns Besitz.“ (314)

  10. Cover des Buches Doktor Maxwells chaotischer Zeitkompass (ISBN: 9783734162107)
    Jodi Taylor

    Doktor Maxwells chaotischer Zeitkompass

     (33)
    Aktuelle Rezension von: Archer

    Maddie "Max" Maxwell ist eine ganz normale Historikerin. Na gut, über das "normal" sollten wir noch mal reden. Aber Historikerin ist sie auf jeden Fall. Und sie arbeitet im Institut Saint Mary's, wo Geschichte überprüft wird. Zum Beispiel, indem man sich in eine Art Zeitkapsel setzt und in die entsprechende Zeit zurückspringt. So weit, so gut. Dumm nur, dass die Zeit meistens in Interesse daran hat, dass alles so verläuft, wie es schon geschehen ist. Und dadurch viele Historiker von Saint Mary's verletzt oder getötet wurden. Deshalb ist es vielleicht nicht ungewöhnlich, dass Max und ihre Kollegin von Jack the Ripper verfolgt werden. Oder dass sich die hängenden Gärten nicht in Ninive, sondern in Babylon finden - oder umgekehrt. Oder dass Verbrecher aus der Zukunft ... Verbrechen begehen. Und so haben Max und die verrückten Leute aus dem Institut auch dieses Mal wieder alle Hände voll zu tun, um die Geschichte zu erhalten. 

    Ins Saint Mary's zurückzukehren, war, als würde ich gute Freunde besuchen, dabei hatte ich sie erst vor kurzem kennengelernt. Aber die Wissenschaftler, Techniker und das Sicherheitspersonal dort sind einfach so liebenswert verrückt, skurril und cool, dass ich die ganze Zeit mit einem Grinsen gelesen habe. Und mit dem Chief wurde ein Love Interest geschaffen, dem ich schon zweimal dämliche Aktionen verziehen habe, bei denen ich andere entmannt hätte, weil er jemand ist, der Fehler einsieht, zugibt und es wieder gutmacht. Kein Macho, kein bad boy, kein Ar... 

    Vielleicht stimmt es auch, was in anderen Rezensionen steht: Das Buch ist nicht ganz so gut wie der Vorgänger. Trotzdem ist es immer noch so ziemlich das Beste, was der Fantasymarkt im Moment zu bieten hat. Und Bonuspunkte gibt es für die lachtränenerregende Dodojagd, die mich beinahe vom Lesesessel geworfen hätte. Geniale Reihe. 4,5/5 Punkten. 

  11. Cover des Buches Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod (ISBN: 9783453421882)
    Gerhard Jäger

    Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Shannon

    Lange hat es gebraucht bis ich mich endlich ans Lesen dieses Buches gemacht habe. Im Grunde genommen bin ich keine Krimileserin – von einigen Ausreißern abgesehen – und das war hier meine größte Sorge. Völlig unbegründet, wie sich herausstellte. Was ich gelesen habe war ein astreiner, gut geschriebener Roman mit viel Poesie, Einsicht und halt auch einigen Toten und sehr viel Schnee.

    Max Schreiber ist Historiker in Wien mit Schwerpunkt Hexenverfolgung und entschließt sich mehr aus der Not heraus in ein kleines Bergdorf in Tirol zu reisen. Sein Interesse gilt dem Fall einer Frau die vor Jahrzehnten hier in den Flammen umgekommen war, von der es hieß, sie sei eine Hexe, von der die abweisenden Heimischen gar nicht gern erzählen. Hier an diesem Ort, der vom harten Überleben und dem Auf-einander-Angewiesensein der Bewohner geprägt ist, hat sogar der Pfarrer den Glauben an Höheres verloren:

    „Es gab eine Zeit, da glaubte ich, dass alles auf dieser Welt gottgewollt ist und einen Sinn hat. Alles, verstehen Sie? Alles! Heute reicht schon der Gefrierpunkt, und ich fang an, riesige Fragezeichen hinter die ganze Schöpfung zu machen.“

    Aus dem exotischen Beobachter wird zunächst der Beobachtete, zu groß ist das Misstrauen, das ihm die Bevölkerung entgegenbringt. Warum soll ein Wiener auch in alten Dorfgeschichten herumschnüffeln? Doch Max ging nicht ganz freiwillig. Eigentlich war er auf der Flucht vor der einsamen Wohnung, die zurückblieb, als seine Freundin ihn verlassen hat. Mehr als das Schreiben des Buches steht also zunächst der Abschluss der Beziehung und die Trauerarbeit darüber im Vordergrund des Aufenthaltes, das Verweilen und Nachdenken über die schönen Tage und Abende „als sie beide noch nicht vom Alltag eingeholt waren, vom täglichen Aufstehen, Arbeiten, von dieser immer mehr und mehr sich einschleichenden Schwere, diesen Bahnen, die sich wie Schienenstränge durch das Leben zu ziehen begannen, einhergingen mit Ernüchterung, mit Gewohnheit, mit Fantasielosigkeit und geschlossenen Fenstern bei Regenwetter“.

    Nach und nach wird es ihm aber zum Bedürfnis nicht nur durch die Bergwelt zu spazieren, sondern auch Teil der Gemeinschaft zu werden. Man bittet ihn im Gasthaus, das ihm Unterkunft bietet, zum Kartenspiel, zum Stammtisch. Er arbeitet mit im Holz. Und mehr als alles andere genießt er die freundschaftlichen Schulterhiebe, die ihm als anerkannten Teil der Gemeinschaft ausweisen.

    Doch all dies tritt in den Hintergrund als er Maria sieht, die der Dorfgemeinschaft angehört, mehr noch, von einem der ihren geliebt und umworben wird. Schreiber fühlt sich zur stummen Frau hingezogen, geschuldet auch dem nicht verarbeiteten Verlust der alten Liebe. „..vielleicht“, denkt er „beginnt der Niedergang jeder Beziehung erst, wenn man beim Frühstück anfangen muss zu reden, weil einem die bloße Anwesenheit des anderen nicht mehr genügt, weil die Zeit der Worte angefangen hat, mit der man die Welt nun ausschmückt am Frühstückstisch, und weil die Zeit der Worte angefangen hat, hat auch die Zeit der Phrasen angefangen, die Zeit der Wiederholungen, die Zeit der Lügen, die Zeit, in der die Lippen gelernt haben, Worte zu formen und dem anderen hinzureichen, während die Gedanken gleichzeitig auf Reisen gehen“. Doch sein Konkurrent um das Herz Marias gibt sich nicht einfach geschlagen und im zunehmenden Schneefall und der Bedrohung durch die Schneelasten schlägt auch die Stimmung im von der Außenwelt abgeschnittenen Dorf um …

    In die Kulisse der Bergwelt Tirols webt Jäger parallel die Geschichte von Max Schreiber und die Geschichte der Heimkehr eines alten Mannes ins Innsbruck der Gegenwart zusammen. Er tut dies geschickt und sprachlich sehr gekonnt – das Buch war ein wahrer Lesegenuss – während die Verschlossenheit der Dorfbewohner, der Aberglaube, das Mysterium der brennenden Frauen und ein Mord den Leser bei der Stange halten. Leider ist der Autor schon tot, aber schreiben konnte er gewiss! Der Roman ist durchdacht und wunderschön komponiert. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

  12. Cover des Buches Engel aus Eis (ISBN: 9783548287201)
    Camilla Läckberg

    Engel aus Eis

     (149)
    Aktuelle Rezension von: Engelchen07

    Auch in diesem Kriminalroman um Kriminalkommissar Patrik Hedström ist es wieder spannend bis zum Schluß. Patrik ist im Erziehungsurlaub und kümmert sich um Maja. Doch bei einem Einsatz treffen die Kommissare unterwegs zufällig Patrik und bitten ihn mitzukommen um sich den Tatort anzusehen. Zwei Jugendliche sind in das Haus des ehemaligen Geschichtslehrers Erik Frankel eingebrochen und haben dort dessen Leiche gefunden. Frankel wurde ermordert. Erika wird unbewußt in die Sache mit hineingezogen: sie hat beim Ausräumen der Sachen ihrer Mutter ein Nazikreuz gefunden und dies um nähere Betrachtung an Erik Frankel weitergegeben um genaueres darüber zu erfahren und nun ist Frankel tot.

    Durchaus wieder spannend geschrieben und ich konnte das Buch keine Sekunde aus der Hand legen. Mir hat hier ganz gut gefallen, dass dieses Mal Erika mehr im Zentrum der Geschichte gestanden hat und auch sehr viel selber ermittelt hat.

  13. Cover des Buches Geschichte machen (ISBN: 9783746623337)
    Stephen Fry

    Geschichte machen

     (176)
    Aktuelle Rezension von: scoobs_turner
    Mein absolutes Lieblingsbuch seit Weihnachten 1997, das eine Buch, das ich mit auf die berühmte einsame Insel nehmen würde. Ich schreibe jetzt aber nicht NOCH eine Rezi, in der steht, wie Michael und Leo es tatsächlich schaffen, Adolfs Geburt zu verhindern .. So wichtig das Thema Nationalsozialismus ist .. ist niemandem die wunderbare Liebesgeschichte erwähnenswert, die Stephen Fry erzählt? Ich habe natürlich nicht alle Beiträge gelesen, und vielleicht habe ich mir nur die Stichproben rausgesucht, in denen ausgerechnet nichts davon geschrieben wird... aber, hach und seufz, wie schön ist diese Liebesgeschichte! Und wie schön, dass ich heute hier drüber gestolpert bin - die Ausgabe, die oben abgebildet ist, kannte ich noch gar nicht. Mal gucken, ob die noch erhältlich ist, das wäre dann für mich Variante Nr. 4. Ich beneide immer noch jeden, der das Buch zum ersten Mal liest ... aber auch beim fünfzehnten Mal ist es immer noch spannend. <3
  14. Cover des Buches Holundermond (ISBN: 9783815753057)
    Jutta Wilke

    Holundermond

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Kerry

    Die 12-jährige Nele Wagner freut sich, wie jeder Schüler, unbändig auf die Sommerferien. Doch anstelle die freie Zeit mit ihrer Familie und ihren Freunden zu genießen, ereilt Nele eine schlechte Nachricht nach der anderen. So muss sie erfahren, dass ihre Eltern, Jan und Lilli, sich trennen werden und noch dazu muss ihr Vater, ein bekannter Historiker, dringend zu einem Auftrag nach Mauerbach abreisen. Vermehrt kam es in letzter Zeit zu Diebstählen wertvoller Kirchenreliquien, bei deren Aufklärung Jan helfen soll.


    Nele ist so richtig sauer auf ihre Eltern, sodass sie sich entschließt, mit ihrem Vater zu reisen, allerdings ohne das Wissen eines ihrer Elternteile. Sie versteckt sich kurzerhand auf dem Rücksitz des väterlichen Autos und es gelingt ihr lange Zeit unentdeckt zu bleiben. Erst kurz vor Wien (Mauerbach liegt in der Nähe von Wien) bemerkt ihr Vater seinen blinden Passagier und so beschließen sie, dass Nele ein paar Tage bei ihrem Vater bleiben darf, obwohl dieser anfänglich alles andere als begeistert von der Situation ist. Auch wenn das jetzt nicht die verquere Situation ihrer Eltern auflöst, so hat sich doch Nele etwas Zeit erkauft, bis sie sich mit diesen ernsten Themen auseinandersetzen muss.


    Vor Ort angekommen, wird Nele sofort herzlich von der Pensionsinhaberin Viviane empfangen und zu ihrer großen Freude ist es dort auch einen Jungen in ihrem Alter, mit dem sie sich sofort gut versteht: Flavio. Dieser lebt mit seinem Vater vor Ort, der das Eiscafé im naheliegenden Kloster betreibt. Im Rahmen der Arbeit ihres Vaters lernt sie auch dessen Kollegen Dr. Stephan Holzer kennen, ein Mann, der ihr auf den ersten Blick mehr als unsympathisch ist. Zusammen mit Flavio erkundet Nele die Abtei und erlebt so manches Abenteuer, immer auf der Hut vor den Erwachsenen, denen es so gar nicht recht ist, dass sich die Kinder dort aufhalten. Als jedoch Jan eines Tages verschwindet sind Neles und Flavios Spürsinn gefragt, um Licht hinter dessen Verschwinden zu bringen, denn womöglich hängt dieses mit den Diebstählen zusammen. Ist Jan dem Dieb zu nahe gekommen?



    Abenteuer in Mauerbach! Der Plot wurde kindgerecht und spannend erarbeitet. Besonders gut haben mir die Schilderungen der örtlichen Gegebenheiten gefallen. Ich hatte hier immer das Gefühl, direkt vor Ort zu sein. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet. Nele ist ein sehr aufgewecktes Mädchen, das ihren eigenen Kopf hat und nicht bereit ist, die Dinge als gegeben hinzunehmen, die ihr als solche präsentiert werden. Flavio ist von beiden eher der gemäßigte Part, was jedoch nicht bedeutet, dass er nicht bereit wäre, Risiken einzugehen, wenn er der Meinung ist, dass diese es wert wären. Den Schreibstil kann ich nur als bildhaft beschreiben, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch schöne Lesestunden bereitet hat.
  15. Cover des Buches Im Schatten dunkler Mächte (ISBN: 9783548280837)
    Karen Marie Moning

    Im Schatten dunkler Mächte

     (140)
    Aktuelle Rezension von: elsbeere
    In Band 3 geht Macs Suche nach dem Mörder ihrer Schwester und dem Sinsar Dubh weiter. Jericho Barrons, ihr geheimnisvoller Gastgeber wird immer undurchsichtiger und gleichzeitig interessanter. Und dann taucht auch noch ein alter Bekannter aus der Highland-Saga auf. Der Feenmann Darroc,  der schon in Schottland unliebsam auffiel und sich mit Adam Black anlegen musste. Welche geheimnisvolle Rolle er in der Fever-Saga spielt wird nicht verraten. Nur soviel: Ich konnte das Buch mal wieder nicht aus der Hand legen.
  16. Cover des Buches Dolfi und Marilyn (ISBN: 9783328100263)
    François Saintonge

    Dolfi und Marilyn

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Bibliomania

    Im Frankreich der nahen Zukunft hat Geschichtsprofessor Tycho Mercier so einige Probleme am Hals, dabei ist er doch nur ein alleinerziehender Vater und unterrichtet Geschichte an der Sorbonne. Er liegt seinen Sohn über alles, weiß aber auch, dass dieser häufig allein ist. Durch einen Tombolagewinn kommt er zufällig an einen eigentlich längst ausrangierten und nicht mehr legalen Klon: Adolf Hitler. Anders als der tatsächliche Diktator ist der Klon jedoch liebenswürdig und nett. Außerdem bespaßt er Tychos Sohn und ihn wieder loszuwerden gestaltet sich äußerst schwierig. Und dann kommt auch noch Marilyn hinzu und wirbelt sein bisher so ruhiges Leben zusätzlich gehörig durcheinander...

    Der angebliche Humor, der sich in dem Buch verstecken soll, hat sich mir leider nicht erschlossen. Da ich den Roman im Rahmen einer Challenge gelesen habe, habe ich ihn beendet, sonst hätte ich ihn wohl zur Seite gelegt. Die Klone bringen Merciers Leben tatsächlich sehr durcheinander, aber nach einem irgendwie gearteten Ende geht es noch viel weiter und nimmt Ausmaße an, die mir einfach zu viel wurden. Auch mit dem Ende kam ich nicht so gut klar. Es hat mir nicht gefallen. Leider fehlte mir persönlich auch ein wenig die Spannung. Immer wieder musste ich mich eher aufraffen doch weiterzulesen.

    Das kleine Gedankenspiel mit den Klonen an sich war eine wirklich gute Idee, aber an der Umsetzung hat es für mich gehapert.

  17. Cover des Buches Die schöne Diva von Saint-Jacques (ISBN: 9783746615103)
    Fred Vargas

    Die schöne Diva von Saint-Jacques

     (138)
    Aktuelle Rezension von: Günter-ChristianMöller

     Die Opernsängerin Sophia lebt im Pariser Vorort Saint-Jaques.

    Als sie eines Tages in ihren Garten blickt, steht dort ein Baum, der über Nacht offenbar von irgendjemandem gepflanzt wurde. Sie fühlt sich bedroht und bittet drei neue Bewohner aus der ‚Baracke‘, einem alten herunter gekommenen Nachbarhaus um Hilfe. Sie bietet den drei eine erstaunliche Menge Geld, wenn sie diesen ‚Fall‘ aufklären. ‚Am Donnerstag drauf, sechzehn Tage später, war Sophia verschwunden.'

    Die Charakterisierung der Darsteller ist faszinierend in diesem Buch. Da gibt es die drei gescheiterten Historiker, die von ihrem hohen Turm der Wissenschaft ins Leben der gescheiterten Existenzen hinunter steigen müssen und versuchen in der sozialen Unterwelt Fuß zu fassen . Da ist zunächst der kluge, jähzornige und agile Marc, der sich im Mittelalter verlaufen hatte. Dann der schwerfällige natürliche Matthias, der den Ausweg aus der Steinzeit nicht finden kann. Und der verschrobene Lucien, Spezialist für historische Probleme des Weltkrieg 1914-1918, mit einem halben Gehalt an einer kirchlichen Privatschule. Der einzige in der Wohngemeinschaft der gescheiterten Existenzen mit einem festen, aber kleinen Einkommen. Die drei Protagonisten muten an, wie drei gescheiterte geistige Musketiere, Athos, Portos und Aramis, denen nur noch ein vierter Kamerad fehlt.
    Es gibt diesen Kamerad auch tatsächlich. Doch er ist nicht jugendlich wie bei Dumas, sondern alt. Der Patenonkel von Marc trägt den Namen Vandoosler. Ebenfalls gescheitert, denn er ist ein Ex-Bulle, entlassen und degradiert. Kein bißchen leichtsinnig, sondern berechnend und clever.

    Die Spannung  wird in diesem Buch  durch die Unberechenbarkeit der Charaktere erzeugt. Dauernd habe ich gebibbert, was für einen Unsinn werden sie jetzt wohl noch anstellen. Und so blieb es denn spannend bis zum bitteren Ende.
  18. Cover des Buches Codex 632. Wer war Christoph Kolumbus wirklich? (ISBN: 9783946621065)
    J.R. Dos Santos

    Codex 632. Wer war Christoph Kolumbus wirklich?

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Magicsunset

    „Wenn jemand Tomás Noronha an diesem Morgen gesagt hätte, er würde die nächsten Wochen damit verbringen, durch die Welt zu reisen, um eine fünfhundert Jahre alte Verschwörung zwischen den beiden einstigen Weltmächten Spanien und Portugal aufzuklären und in die esoterische Welt der Kabbala und der Tempelritter einzutauchen, hätte er vermutlich gelacht.  Und doch stand ihm genau das bevor.“ (Zitat Seite 12)

     

    Inhalt

    Dieser 6. Dezember 1999 in Lissabon begann für den Historiker und Dozenten Tomás Noronha mit einer Vorlesung, gefolgt von Institutsbesprechungen. Am späten Abend eines sehr langen Tages erhält er einen Anruf von Nelson Moliarti, Stiftung für gesamtamerikanische Geschichte in New York, in deren Auftrag der bekannte Professor Toscano die historischen Hintergründe der Entdeckung Brasiliens untersucht. Der Professor teilt der Stiftung mit, brisante Fakten entdeckt zu haben, die bekannte historische Ereignisse verändern werden, doch bis zur Veröffentlichung will er seine Forschungsergebnisse geheim halten. Am 30. November 1999 ist Professor Toscano in seinem Hotelzimmer in Rio überraschend verstorben. Die Stiftung bittet den bereits international bekannten Codespezialisten Tomás Noronha um Hilfe, er soll herausfinden, woran genau der Professor gearbeitet und was er entdeckt hat. Dieser nimmt den hochdotierten Auftrag an und bald ist er einem Geheimnis auf der Spur, das tatsächlich die bisher bekannten historischen Fakten um eine wichtige Entdeckung verändern kann, denn im Mittelpunkt der Forschungen des verstorbenen Professors standen nicht Cabral und Brasilien, sondern Christoph Kolumbus.

     

    Thema und Genre

    Dieser in deutscher Sprache als vierter Band erschienene Roman ist im Original das erste Buch der Serie um den portugiesischen Kryptanalysten und Historiker Tomás Noronha. Es geht um die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.

     

    Charaktere

    Tomás Noronha, fünfunddreißig Jahre alt, ist ein international bekannter Codepsezialist und Historiker, spricht eine Reihe von alten Sprachen. Professor Toscano pflegte seine Daten und Notizen mit komplizierten Wortkreationen zu verschlüsseln. Obwohl ihn gerade auch seine private Situation fordert, recherchiert Tomás intensiv, denn die Stiftung drängt, braucht Resultate. Die Veröffentlichung soll bereits zur geplanten Jubiläumsfeier fünfhundert Jahre Entdeckung Brasiliens am 22. April 2000 stattfinden.

     

    Handlung und Schreibstil

    Bereits in diesem ersten Buch der Tomás Noronha Reihe überzeugt die interessante, packende und wissenschaftlich umfassend recherchierte Mischung aus Fiktion und Fakten. Die chronologisch erzählte Handlung führt den Hauptprotagonisten von Lissabon nach Rio de Janeiro, New York, Jerusalem und zuletzt nach London. Gekonnt baut der Autor die historischen Dokumente, authentischen Quellen, Manuskripte und alten Bücher in die Handlung ein, lässt uns durch seine Hauptfigur Detail um Detail die einzelnen Puzzleteile entdecken und nachvollziehen. Auch den titelgebenden Codex 632 gibt es tatsächlich. Dennoch ist die Handlung selbst fiktiv, ein Roman.

     

    Fazit

    Diese hochinteressante Kombination aus Information, Wissenschaft und spannender Geschichte, aus authentischen Fakten und Fiktion, macht jedes Buch der Serie zu einem besonderen Leseerlebnis.

  19. Cover des Buches Großväterland (ISBN: 9783957989420)
    Christian Hardinghaus

    Großväterland

     (12)
    Aktuelle Rezension von: Booksareworldstotravel
    Diese Rezension wird sich wahrscheinlich sehr von meinen üblichen unterscheiden,aber dieses Buch ist eben auch anders ,als das was ich sonst lese. Großväterland ist eine Graphic Novel ,die Zeitzeugenberichte in Comic Form mit historischen Hintergründen verbindet. Diese Idee des Autors Christian Hardinghaus finde ich super ,da sich dieses Buch einfach viel leichter liest ,als die trockenen historischen Bücher. In Großväterland werden dem Leser auf 80 Seiten 8 bewegende Geschichten von Zeitzeugen erzählt und zwischendurch gibt es immer noch einen Sachtext. Das Buch ist im Panini Verlag erschienen und kostet 16,95€. Was mir an diesem Zeitzeugenbericht aber am besten gefällt ist ,dass genau das geschrieben wurde wie es Herr Hardinghaus erzählt wurde ohne das Ausschmücken mit Adjektiven um die Spannung zu steigern oder hinzuerfundene Dinge. Gerade das macht die Geschichten so berührend. Für das Buch sollte man sich Zeit nehmen und sich intensiv damit beschäftigen ,weil manche Dinge auf den ersten Blick vielleicht komisch und nicht nachvollziehbar wirken ,je mehr man dann aber darüber nachdenkt ,desto verständlicher und logischer erscheint es einem. Besonders an diesem Buch ist auch,dass Hitler und die Juden nicht das Hauptthema sind sondern ,wie die Menschen den Krieg erlebt und letztlich auch überlebt haben. Die Zeichnung sind gut gezeichnet und alles ist insgesamt eher düster gehalten,was ich aber beim Thema Krieg passend finde. Schade ist jedoch das oftmals die Schrift ein bisschen klein oder der Hintergrund zu dunkel ist. Den einzigen Kritikpunkt den ich habe ist ,dass mir das Buch zu kurz war. Ich hätte gerne mehr Rolf,Otto &Co erfahren. Ob das jetzt eine Kritik ist oder ein Kompliment an das Buch ist sei dahingestellt. Als Fazit kann ich das Buch jedem weiter empfehlen,natürlich ist es keine leichte Kost ,aber im Gegensatz zu Geschichten ist es wirklich geschehen und das sollte nicht vergessen werden.
  20. Cover des Buches Das Orakel von Port-Nicolas (ISBN: 9783746615141)
    Fred Vargas

    Das Orakel von Port-Nicolas

     (88)
    Aktuelle Rezension von: angi_stumpf

    Die Geschichte:
    Ex-Inspektor Louis Kehlweiler macht eine seltsame Entdeckung im Park: durch den Regen wird aus einem Hundehaufen ein kleiner Knochen freigespült. Er findet heraus, dass es sich um das letzte Glied einer menschlichen Zehe handelt, wahrscheinlich von einer Frau.
    Louis muss der Sache auf den Grund gehen: zu diesem Knochen muss es irgendwo eine Leiche geben. Doch in ganz Paris wird niemand vermisst. Zusammen mit ein paar Helfern überwacht er die Hundebesitzer, die im Park Gassi gehen und die Spur führt ihn schließlich bis in die Bretagne. Dort stoßen sie nicht nur auf einen angeblichen Unfall, sondern auch auf einige andere ungeklärte Rätsel der Vergangenheit.

    Meine Meinung:
    Von Fred Vargas hatte ich bisher nur jüngere Werke gelesen, die ich echt gut fand. Nun habe ich diesen älteren Roman entdeckt und der konnte mich leider nicht so wirklich begeistern.

    Das lag daran, dass sich die Autorin in Details und Einzelheiten ergeht, die größtenteils nur den Sinn haben, die Skurrilität und Schrulligkeiten der Protagonisten hervorzuheben. So zog sich die Story vor allem in der ersten Hälfte des Buches in eine gefühlte Unendlichkeit. Man hätte das Geschehen auch in extrem gekürzter Form ohne große Verluste erzählen können. Sehr bezeichnend fand ich einen Satz auf Seite 234, der meinen Eindruck sehr gut wiedergibt:
    “Marc hätte das Ganze in fünf Minuten zusammenfassen können, aber er mochte Umwege, Nuancen, Einzelheiten, flüchtige Eindrücke, sprachliche Spitzenklöppelei, all jene rednerischen Ausarbeitungen, die Mathias einfach Geschwätz nannte.”

    Die Figuren werden sehr lebendig und ausführlich beschrieben, trotzdem konnte ich sie lange Zeit nicht so richtig einordnen. Durch ihre Schrullen und Macken wirken sie aber irgendwie liebenswürdig und sympathisch.

    Von einem Krimi erwartet man natürlich auch ein gewisses Maß an Spannung, das fehlte mir allerdings größtenteils. Die Geschichte wird erst am Schluss etwas ereignisreicher, dann aber überschlagen sich die Vorkommnisse fast.

    Es ist interessant zu sehen, wie sich ein Autor im Laufe der Jahre entwickeln kann und ich werde künftig bei den aktuelleren Büchern von Fred Vargas bleiben, denn die fand ich unterhaltsamer.

    Fazit:
    Leider stellenweise sehr langatmig und vollgepackt mit eher unwichtigen Details, aber die Figuren sind skurril und irgendwie liebenswert.

  21. Cover des Buches Das Auge Gottes (ISBN: 9783499247484)
    Jill Gregory

    Das Auge Gottes

     (48)
    Aktuelle Rezension von: juergenalbers

    Ich hatte mir das Buch gebraucht in einem Paket mit anderen gekauft und bin daher nicht wirklich ärgerlich. Das wäre ich, wenn ich den vollen Preis bezahlt hätte, denn das Buch ist es schlicht nicht wert. Mir tut das immer besonders weh, wenn ich die Arbeit anderer Autoren schlecht oder mäßig beurteilen muss, denn hinter absolut jedem Buch steckt ein Haufen Arbeit und Herzblut. Hier aber vermisse ich zumindest letzteres stark. Vorweg muss ich aber sagen: Ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen, sondern nach dem ersten Drittel abgebrochen. Mag sein, dass die Story danach dramatisch besser wird, ich glaube es aber nicht. Wenn mich ein Buch nach einem Drittel nicht überzeugen kann, hat der Autor, bzw. im diesem Fall die beiden Autorinnen etwas falsch gemacht.
    Worum geht es? Ein übermächtiges Artefakt, das Allmacht verleiht, wird zum Zankapfel zwischen verschiedenen Gruppen. Diverse Menschen zwischen Bagdad und New York, die nach Reichtum, Weltherrschaft etc. streben und dazwischen die armen Helden, die überleben und nebenbei die Welt retten müssen. 
    Ok, soweit haben wir das schon ca. 13.652 mal gelesen. Das ist fast ein eigenes Genre. Muss ja aber nicht schlecht sein und so habe ich mich von dem Klappentext auch nicht abschrecken lassen. Aber die Umsetzung... Der Text strotzt nur so vor Zufällen. Am laufenden Band ist immer gerade der richtige bzw. der falsche dabei, steht daneben, kuckt im richtigen Moment. Dabei sind die Zufälle leider noch nicht einmal glaubhaft. Ich habe gelernt, dass man die Geduld des Lesers nicht mit zu vielen Zufällen strapazieren darf. Das - meine geschätzten Kolleginnen - ist Teil unseres Jobs, hier für nachvollziehbare Begründungen zu sorgen. An mehreren Stellen fielen mir relativ schnell einfache Dinge ein, die man ändern könnte, um aus bemühten Zufällen logische Hintergründe zu schaffen. 
    Eine weitere Sache, die mir persönlich mißfällt: Nahezu jede zweite Person, die eingeführt wird im  Buch, ist spätestens fünf Seiten später tot. Bereits auf den ersten 25 Seiten hat man eine Verlustrate wie vor Stalingrad. Erstens nervt es, hier soll aus dem Tod billige Spannung gewonnen werden (was nicht gelingt) und zweitens (viel schlimmer!) bei einigen Toten dachte ich mir: Besser für die Geschichte wäre es, wenn sie - z.B. schwer verletzt, im Koma, etc. - überleben. Daraus hätte viel Spannung gezogen werden können. Aber - das hätte ja Arbeit beim plotten und schreiben bedeutet. 
    Mein Urteil: Man wollte hier schnell ein zweites Buch, nach dem Welterfolg von "Das Buch der Namen", nachschieben. "Das Auge Gottes" liest sich wie der erste Entwurf. Viel Unlogik, viele Zufälle, blasse Charaktere, viel indirekte Rede. Autorenschule, 1. Klasse, 6! setzen.  
    By the way: Auch wenn das erste Buch ein Bestseller war: Das heißt nicht, das es gut war! Die Rezensionen sind da durchaus geteilter Meinung. Wenn man boshaft sein möchte, könnte man vermuten, dass hier ein schnell zusammengeschriebener Roman durch die Verbindungen der Autorinnen gehypt wurde. Jill Gregory war/ist Journalistin bei der New York Times. 
  22. Cover des Buches Die Nadel (ISBN: 9783898970983)
    Ken Follett

    Die Nadel

     (592)
    Aktuelle Rezension von: BuecherwurmNZ

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt. Zum einen natürlich aus der Sicht des Spions Henry Faber, bekannt als „Die Nadel“. Sehr schön erfährt man hier, wie das Leben eines Spiones ist. Henry Faber spielt immer eine Rolle, um nicht aufzufliegen. Dabei geht er sehr überlegt vor und ist sehr vorsichtig, weshalb er besser ist als andere deutsche Spione in England. Wird er entdeckt oder besteht auch nur der Verdacht, tötet er die betreffenden Personen.
    Zum anderen gibt es auch die Sicht der zwei Agenten Godliman und Bloggs, die deutsche Spione in England aufdecken wollen. Sie kommen auf Henrys Spur und versuchen ihn zu fassen, bevor er die wichtige Information über die Täuschung der Engländer an Hitler weitergeben kann.
     Zudem gibt es zu Beginn ein paar Kapitel aus Sicht einer Frau, Lucy, die aber erst später wieder eine Rolle spielen wird, und gegen Ende des Buches einige Kapitel, die Besprechungen Hitlers mit einigen Generälen erzählen, was für mich nicht hätte sein müssen. Ich fand es schwer, diese zu lesen.

    Zu diesem Buch kann man nicht viel sagen, nur, dass es wahnsinnig spannend ist. Und das durchgehend. Man taucht zunächst in Henrys Welt mit seinen aufgebauten Identitäten ein. Als er das Täuschungsmanöver der Briten entdeckt, beginnt seine gefährliche Reise nach Deutschland. Diese ist an sich schon sehr spannend und es wird noch nervenaufreibender, weil man die beiden englischen Agenten dabei begleitet, wie sie Faber fangen wollen und den Stand ihrer Ermittlungen und Vermutungen erfährt. Am Ende des Buches steigt die Spannung noch weiter an, als es zum großen Schowdown kommt.

    Fazit

    Ein unglaublich spannender Thriller über den Spion „Die Nadel“ zur Zeit des zweiten Weltkrieges. 

  23. Cover des Buches Projekt - Babylon (ISBN: 9783442368327)
    Andreas Wilhelm

    Projekt - Babylon

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Frank1
    Klappentext:

    Wage zu wissen!

    Im Languedoc verfällt ein Schäfer plötzlich dem Wahnsinn. Und drei Forscher geraten in Lebensgefahr, als sie der Lösung des Rätsels um eine geheimnisvolle Höhle in Südfrankreich immer näher kommen...

    Blitz und Donner über den Bergen des Languedoc reißen einen Schäfer aus dem Schlaf. In einer Felshöhle sucht er Schutz vor dem drohenden Unwetter – doch als er sie wieder verlässt, ist er dem Wahnsinn verfallen. Sofort wird das Gebiet um die Felsen abgesperrt und streng bewacht.

    Was hat es mit der geheimnisvollen Höhle auf sich, deren Wände mit rätselhaften Botschaften in allen Sprachen der Welt versehen sind? Und woher rührt das eigenartige Leuchten tief in ihrem Inneren? Im Auftrag der UN machen sich ein englischer Historiker, ein französischer Ingenieur und eine attraktive, aber eigenartig unnahbare deutsche Sprachwissenschaftlerin daran, die mysteriösen Inschriften zu entschlüsseln.

    Schon bald heften sich Freimaurer und okkulte esoterische Zirkel an ihre Fersen. Und je näher die drei Forscher der Lösung des Mysteriums kommen, desto bedrohlicher wird ihre Lage. Da wird die junge Deutsche plötzlich von einer skrupellosen Sekte entführt...

    Das fulminante Romandebüt eines jungen deutschen Autors: Voller Spannung, Action, Abenteuer und Mystik!


    Rezension:

    Ein französischer Schäfer stößt auf eine unbekannte, mysteriöse Höhle. Wenige Tage später bekommen ein in Hamburg lebender britischer Professor und ein französischer Ingenieur überraschend Post von der UN. Als sie der Einladung nach Genf folgen, wird ihnen gegen eine fürstliche Bezahlung angeboten, die neuentdeckte Höhle zu erforschen. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Das Projekt ist streng geheim, und sie dürfen ihre Forschungsergebnisse demzufolge nicht veröffentlichen. Nachdem sie den Auftrag angenommen haben, müssen sie jedoch schnell feststellen, dass diverse Geheimgesellschaften überraschen gut informiert sind. Da die Höhle zahlreiche Inschriften in verschiedenen alten Sprachen birgt, wird schließlich noch eine deutsche Sprachwissenschaftlerin hinzugezogen.

    Der Autor schafft es, den Leser in ein von Anfang bis Ende spannendes Abenteuer zu entführen, wobei er zahlreiche relativ aktuelle wissenschaftliche und historische Erkenntnisse geschickt in die Handlung einflicht. Leider opfert er die Logik dabei teilweise dem Spannungsaufbau. Da wird unter dem Vorwand, eine lokale Tollwutepidemie zu erforschen, ein ganzer Berg inklusive der umgebenden Wälder einfach eingezäunt und durch schwerbewaffnete ‚Ranger‘ bewacht. Doch von der örtlichen Bevölkerung und Presse wird das anscheinend völlig ignoriert und führt zu keinerlei Verwunderung oder gar Widerstand. Selbst den – offensichtlich nicht eingeweihten – offiziellen französischen Stellen fällt offenbar nichts auf. Auch davor, dass die Tollwut, wenn sie wirklich aufgetreten wäre, den Metallgitterzaun überwinden könnte, scheint niemand Angst zu haben. Während viele der im Zusammenhang mit der Höhle und den Geheimbünden aufgeworfene Fragen zum Ende des Buches aufgeklärt werden, gibt es für diese Logikschwächen leider nicht den Ansatz einer Erklärung. Ansonsten bietet dieses Buch dem fantasyliebenden und wissenschafsbegeisterten Abenteuerfan eine spannende Unterhaltung.

    „Projekt: Babylon“ stellt den 1. Band einer Trilogie dar. Da dies jedoch weder im Klappentext noch im Nachwort des Autors erwähnt wird, darf man wohl vermuten, dass die beiden Fortsetzungen ursprünglich nicht vorgesehen waren. Angemerkt sei hier auch noch, dass der Verlag den Klappentext anscheinend von einem Mitarbeiter verfassen lies, der das Buch überhaupt nicht richtig gelesen hatte. Im Laufe der Handlung wird nämlich nicht die Sprachwissenschaftlerin, sondern der Historiker entführt.


    Fazit:

    Ein spannendes Abenteuer mit Verschwörungselementen und einem sich im Laufe der Handlung steigernden Anteil Fantasy.



    Alle meine Rezensionen jetzt auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: rezicenter.wordpress.com

  24. Cover des Buches Tödlicher Frost (ISBN: 9783518464816)
    Asbjørn Jaklin

    Tödlicher Frost

     (40)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    Tromso wird in Angst und Schrecken versetzt, als ein unbekannter während der Polarnacht in einem Kuhstall ermordet, gefoltert, wird. Hängt das Verbrechen mit der Vergangenheit zusammen? Alex Winther, Journalist und ex Veteran wird auf die Story angesetzt...

    Das Buch wird im Genre Krimi geführt, was ich ein bisschen verwirrend finde. Ein Krimi fand ich nicht, eher ein historischer Abspann über den zweiten Weltkrieg mit ein bisschen Ermittlung im hier und jetzt. Ein guter Schreibstil jedoch mit so viel Brutalität, dass ich das Buch wirklich nur Scheibchenweise geniessen konnte. Auch finde ich das Buch unfertig, es ist viel zu vieles offen und unklar, wenn die letzte Seite vorbei ist. Auch das Nachwort mag nicht überzeugen, wie viel vom gesamten Abspann des Weltkrieges ist nun Realität?

    Gem. Hinweis ist der Autor und Historiker bekannt für seine Sachbücher, ich denke, auch wenn der Schreibstil sehr fesselnd und gut ist, sollte er bei diesen Büchern bleiben.

    Fazit: Ein Krimi oder doch eher ein historischer Roman? Was ist Real, was Fiktiv? Und was genau ist nun das Ende? Das Buch lässt mir viel zu viele Fragen offen als dass ich es glücklich auf die Seite legen kann...

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks