Bücher mit dem Tag "historisch"
1.675 Bücher
- George R. R. Martin
Game of Thrones
(5.512)Aktuelle Rezension von: elyra_morvenDie Herren von Winterfell ist mehr als nur der Auftakt zu einer Fantasy-Reihe – es ist der Startschuss für ein vielschichtiges, politisch kluges und emotional brutales Epos. George R. R. Martin versteht es meisterhaft, komplexe Figuren, düstere Machtspiele und tragische Wendungen miteinander zu verweben.
Jede Perspektive – ob Stark, Lannister oder Targaryen – bringt neue Facetten, und nichts ist so, wie es scheint. Der Schreibstil ist klar, atmosphärisch und dabei immer fokussiert auf das Wesentliche: Macht, Ehre, Loyalität und Überleben.
Was das Buch so besonders macht, ist die Konsequenz: Niemand ist sicher. Entscheidungen haben Gewicht, Verluste schmerzen, und Moral ist eine Frage der Perspektive.
Ein grandioser Auftakt, der Lust auf mehr macht – und gleichzeitig spüren lässt, dass in dieser Welt alles seinen Preis hat.
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.685)Aktuelle Rezension von: _lenas-buecherwelt_"Die Bücherdiebin" zeigt, dass Worte ein Rückzugsort und ein Abenteuer sein können, doch gleichzeitig können sie auch gefährlich werden.
Der Schreibstil war etwas anders als bei den meisten Büchern, die ich bis jetzt gelesen habe. Daran musste ich mich erst ein wenig gewöhnen, war dann aber schnell in der Geschichte drin.
Der Tod ist in der Geschichte der Erzähler. Er berichtet von dem kleinen Mädchen Liesel, dem er öfter in verschiedenen Situationen begegnet ist und dessen Geschichte ihn nicht losgelassen hat. Er schildert auch auf eine besondere Weise die Zeit während des zweiten Weltkriegs und berichtet über den Alltag und das Überleben in Deutschland, über Hoffnung, Schuld und eben auch über den Tod.
Liesel ist ein mutiges Mädchen, das in Büchern und Worten ihren Rückzugsort gefunden hat und die in ihren jungen Jahren schon einiges erlebt hat und nun bei Pflegeeltern aufwachsen soll. Hans Hubermann war für sie ein toller Vater und ist für sie ebenfalls zu ihrem Rückzugsort geworden. Auch Rosa Hubermann hat Liesel in ihr Herz geschlossen, sie hat nur eine andere Art und Weise ihre Liebe auszudrücken. Rudi und Max sind für Liesel zu zwei guten Freunden geworden.
Auch die Gestaltung de Buchs war etwas besonderes, mit Zeichnungen, Geschichten und Bildern von Max.
Die Geschichte hat mich nachdenklich gemacht, mich berührt und mir auch die ein oder andere Träne entlockt. - Diana Gabaldon
Feuer und Stein (Outlander 1)
(2.683)Aktuelle Rezension von: BellasBooks_Ich wusste nicht, dass ein Buch mein Herz für ein Land öffnen kann, bis ich Outlander gelesen und vor Kurzem erneut als Hörbuch gehört habe.
Und irgendwann stand ich wirklich in den Highlands. Zwischen Nebel und Wind. Mit Blick auf Berge, Lochs, die Burgen und den Steinkreis („Clava Cairns“ 👉🏻 Craig Na Dun ist tatsächlich fiktional). Diese Orte mehr erzählen, als Worte je könnten.🏞️ Auf den Spuren von Claire & Jamie.
Ich war dort. Ich habe Orte besucht, die ich zuvor nur aus der Geschichte kannte, und plötzlich wurde alles real.Die Bücher, die Serie, meine eigene Reise.
⏳ Worum geht’s?
Claire, eine kluge und unabhängige Frau des 20. Jahrhunderts, wird auf mysteriöse Weise in die Vergangenheit katapultiert. Mitten in das raue Schottland des 18. Jahrhunderts.
Dort trifft sie auf eine Welt, die von Clans, Loyalität, Krieg und alten Mythen geprägt ist. Sie trifft auf einen Mann, der ihr Leben für immer verändert.💔 Gefangen zwischen zwei Zeiten. Zwischen zwei Leben und zwischen Kopf und Herz.
„Feuer und Stein“ ist der Auftakt einer Geschichte voller Magie, Stärke und zarter, wilder Liebe. Ich ich war sofort süchtig.🎧 Besonders hervorheben möchte ich Birgitta Assheuer – die Sprecherin des Hörbuchs: Sie ist Claire.
So lebendig, so nuanciert, so ausdrucksstark. Über 37 Stunden Sprechzeit und keine Sekunde davon verliert an Intensität.Ich ziehe meinen Hut vor so viel Durchhaltevermögen, Gefühl und Talent.
🎬 Auch die Serie hat mein Herz berührt.
Die Schauspieler. Die Musik. Die Landschaft. Alles atmet die Seele der Bücher.
Und ja, es schmerzt ein wenig, dass die letzte Staffel näher rückt … Aber was mir bleibt, ist das Gefühl und die Erinnerungen an ein wirklich großes Abenteuer 🥰🏴 Meine Liebe zu Schottland begann mit diesen Seiten.
Und sie wird bleiben. In jeder Erinnerung. In jedem Nebelschleier. Bei jedem Regenfall. - Ken Follett
Die Säulen der Erde
(6.244)Aktuelle Rezension von: kapitelschlag„Die Säulen der Erde“ ist ein epischer historischer Roman, der mich wirklich überrascht hat – und das im besten Sinne!
Ken Follett entführt uns ins 12. Jahrhundert, wo der Bau einer Kathedrale zum Zentrum einer packenden Geschichte wird. Vor dem Hintergrund politischer Machtspiele, religiöser Spannungen und gesellschaftlicher Umbrüche entfaltet sich ein beeindruckendes Panorama menschlicher Schicksale. Hoffnung, Glaube, Liebe und Ehrgeiz treffen aufeinander – oft in brutaler, manchmal auch wunderschöner Weise.
Was mich besonders begeistert hat, war die Detailverliebtheit, mit der Follett das Leben im Mittelalter beschreibt – vor allem den Kathedralenbau. Man merkt, wie viel Recherche in diesem Roman steckt. Gleichzeitig verlieren sich die Figuren nicht in trockenen Fakten, sondern wirken lebendig, greifbar und emotional – ich habe mit ihnen gelitten, gehofft und gebangt.
Dank des Hörbuchs wurde die Geschichte für mich zu einem echten Hörerlebnis. Die Länge des Romans war plötzlich völlig nebensächlich – ich wollte jede freie Minute weiterhören und tiefer in die Welt von Kingsbridge eintauchen.
Ein fesselnder, bildgewaltiger Roman mit großartigen Figuren und einer packenden Geschichte – ein absolutes Muss für alle Fans historischer Romane!
- Emily Brontë
Emily Brontë, Sturmhöhe. Vollständige Ausgabe des englischen Klassikers. Schmuckausgabe mit Goldprägung
(2.036)Aktuelle Rezension von: MademoiselleMeowBei den Schmuckausgaben weiß ich mittlerweile gar nicht mehr, welche ich mir zuerst kaufen soll. Jedes Jahr kommen neue raus und die die davor rausgekommen sind, habe ich auch noch nicht alle. Aber mein Bauchgefühl sagte mir 𝐒𝐭𝐮𝐫𝐦𝐡ö𝐡𝐞 soll es als nächstes sein und ich habe es passenderweise in einer sehr stürmischen Woche gelesen.
Als ihr Vater nicht mit den gewünschten Geschenken, sondern mit einem Findelkind von der Geschäftsreise heimkommt, sind die Geschwister Cathy und Hindley zunächst nicht begeistert. Schließlich findet Cathy in Heathcliff, wie er genannt wird, einen Seelenverwandten. Doch beide sind ungestüme Charakter, ihre Liebe geprägt von Zuneigung und Ablehnung. Als Heathcliff Cathy verliert, schwört er Rache, welche gleichermaßen die Familie Earnshaw und Linton betreffen und in ihr Unglück stürzen.
Der Roman konnte mich von Beginn an fesseln. Die raue Landschaft, die unglücklichen Charaktere. Man will sofort wissen, was da passiert ist. Erzählt bekommen wir das von Nelly, die mit den Hauptpersonen aufgewachsen ist, welche so gar nicht die typischen Romanhelden sind.
Ich kann mich spontan an keine Romanfigur erinnern, die so boshaft und hasserfüllt war wie Heathcliff. Es ist eine Geschichte über Rachsucht und Manipulation. Der Großteil der Figuren ist schlecht und nur wenige andere wecken Sympathien in einem.
Mir ist es ehrlich gesagt ein Rätsel wie irgendjemand diese Geschichte romantisch finden kann. Zwar ist die Beziehung zwischen Heathcliff und Catherine voller Leidenschaft, aber auch Hass. Sie konnten nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander. Doch beide sind solche Unsympathen, dass ich mit keinen von ihnen Mitleid haben konnte.
In erster Linie ist es ja aber ein Schauerroman, wobei Geister nur selten vorkommen. Eine Szene gegen Ende hat mir da besonders gut gefallen. Es ist vor allem die düstere Stimmung die dem Genre alle Ehre macht und die ich immer wieder genieße.
Trotzdem endet der Roman sehr harmonisch mit einem wohlverdienten Happy End für die verbliebenen Personen.
Ich habe das Buch sehr gern gelesen! Neben „Rebecca“ mein neuer Lieblingsklassiker!
- Oscar Wilde
Biblioteca Obscura: Das Bildnis des Dorian Gray
(2.018)Aktuelle Rezension von: SunnySue"Nun, der Weg der Paradoxe ist der Weg der Wahrheit. Um die Wirklichkeit zu prüfen, müssen wir sie auf dem Seil tanzen sehen. Erst wenn die Wahrheiten zu Akrobaten werden, können wir sie beurteilen."
Oscar Wildes Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" beschäftigt sich mit der Dekadenz der englischen Oberschicht, der Moralität von Sinnlichkeit, Schönheit und Narzissmus.
"Doch wir erhalten unsere Jugend niemals zurück. Der Puls der Freude, der mit zwanzig in uns pocht, wird schleppend. Unsere Glieder versagen, unsere Sinne vermodern. Wir verkommen zu hässlichen Marionetten, verfolgt von der Erinnerung an die Leidenschaften, vor denen wir uns zu sehr fürchteten, und an die köstlichen Versuchungen, denen zu erliegen wir nicht den Mut hatten. Jugend! Jugend! Es gibt absolut nichts in der Welt außer Jugend!"
Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge Dorian Gray lebt als reicher Erbe in London und freundete sich mit dem Maler Basil Hallward an, der einige Porträts von Dorian malt.
Die Geschichte setzt zwischen einem Gespräch von Basil mit seinem Freund Lord Henry Wotton in Basils Atelier ein und dreht sich um Kunst und Selbstinszenierung. Lord Henry ist sehr angetan von dem Porträt eines jungen Mannes und neugierig zu erfahren, wer dieser junge Mann ist. Basil ziert sich ihm dem Namen zu verraten, geschweige denn die beiden miteinander bekannt zu machen, da er einen schlechten Einfluss von Henry auf Dorian befürchtet. Und das zu Recht. Als Henry und Dorian sich dann kennenlernen, bringt dieser Dorian dazu zu glauben, dass Jugend und Schönheit die einzigen Werte im Leben seien. Henrys Ausführungen über die Selbstentfaltung eines Menschen, ohne Furcht vor der Moral, und über den körperlichen Verfall, bewegen Dorian sehr und lassen eine Saite in ihm anklingen, die ihn ganz eifersüchtig auf sein Porträt machen. Und so äußert Dorian den Wunsch, dass sein Porträt altern möge und er selbst seine jugendliche Schönheit behält.
Lord Henry wird sich seiner Macht Dorian gegenüber bewusst und beschließt, ihn nach seinen Vorstellungen und seinem eigenen Vorbild zu formen. Und hier nimmt das Unglück seinen Lauf ...
"Seine eigene Seele blickte ihn aus der Leinwand heraus an und zitierte ihn vor Gericht."
Mit diesem Roman bricht Oscar Wilde mit der realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Mich hat "Das Bildnis des Dorian Gray" nicht nur von der Idee des alternden Porträts überzeugt, sondern vor allem auch durch die wirklich geistreichen Dialoge.
"Die Hässlichkeit, die ihm einst verhasst gewesen war, weil sie den Dingen Wirklichkeit verlieh, wurde ihm jetzt aus eben diesem Grund lieb. Die Hässlichkeit war die einzige Wirklichkeit. Das derbe Gezänk, die abscheuliche Spelunke, die rohe Gewalt des zerrütteten Lebens, die große Niedertracht der Diebe und Ausgestoßenen waren in ihrem intensiven Wirklichkeitsbezug lebendiger als all die anmutigen Formen der Kunst, alle träumerischen Schatten der Poesie. Das war es, was er zum Vergessen brauchte."
Die Figuren gefallen mir wirklich gut. Lord Henry, der für mich die Personifizierung des Teufels ist. Der vor Antithesen und Ironie nur so strotzt und mit seinen Einflüsterungen den jungen, unbedarften Dorian ins Verderben stürzt. Und Dorian selbst, den wir als noch unschuldigen, lebenslustigen, freundlichen jungen Mann kennenlernen, der aufgrund Henrys Einflüsterungen nach dem Übermenschlichen, der unvergänglichen Jugend und Schönheit strebt. Und dessen Porträt am Ende eine grässliche Fratze zeigt und so die Verderbtheit seiner Seele offenbart.
"Er versuchte, die scharlachroten Fäden des Lebens aufzusamneln und sie zu einem Muster zu weben; seinen Weg durch das blutrote Labyrinth der Leidenschaft zu finden, durch das er irrte. Er wusste nicht, was er tun oder was er denken sollte."
Für mich ein Klassiker, den es sich lohnt zu lesen und der trotz seines Alters sprachlich gar nicht so verstaubt ist, wie erwartet.
Aus dem Englischen übersetzt von Meike Breitkreutz und illustriert von Marcin Minor. - Diana Gabaldon
Outlander - Die geliehene Zeit
(1.477)Aktuelle Rezension von: Book_Owl_97Ich bin schon länger Fan der Serie und lese nun endlich auch die Bücher. Diese versetzen einen sofort in die gleiche Stimmung und haben mich genauso sehr begeistert. Die Geschichte von Claire und Jamie ist einfach spannend und ereignisreich. Trotzdem gibt es leider einige langatmige Passage, die man hätte verkürzen können. Die Charakterentwicklungen haben mir sehr gut gefallen. Das man quasi nebenbei noch etwas über die Geschichte und die Clanaufstände in Schottland lernt ist ein weiterer Pluspunkt.
- Anne Frank
Gesamtausgabe
(2.747)Aktuelle Rezension von: daisys_libraryDie 5-Sternebewertung dient lediglich der Bewertung der Darstellung und der Wertschätzung dieses überaus wichtigen Dokuments der Geschichte, da Menschenleben nicht zu bewerten sind.
Mir fehlen doch echt die Worte, als ich die letzten dokumentierten Worte von Anne Frank gelesen habe und mir bereiten sie eine unendliche Gänsehaut. Ich will und kann mir nicht annähernd vorstellen, welche Ängste sie durchgestanden haben muss als sie und die restlichen Mitbewohner des Hinterhauses erwischt wurden.
An Anne ist wirklich so eine tolle, junge, bewundernswerte, starke, zielorientierte, vorausschauende, kluge, talentierte, liebenswerte Frau verloren gegangen. Man kann sich nur ausmalen wie die Welt wohl geworden wäre, wenn sie die Zeit in Bergen-Belsen überlebt hätte. Die Welt wäre ein besserer Ort geworden, defintiv.
Es war wirklich beeindruckend zu lesen und in jedem ihrer geschriebenen Worte zu spüren wie unfassbar fortschrittlich sie schon in ihrem Alter war, sowohl sprachlich als auch gedanklich und es war so interessant mitzuerleben wie sie zu einer starken, mutigen jungen Frau herangewachsen ist, unter Umständen die wir uns in unserem privilegierten Leben nicht annähernd vorzustellen vermögen.
Liebe Anne, wenn du nur wüsstest und selbst sehen könntest, was du mit deinen geschriebenen Gedanken und Worten erreicht hast, noch so viele Jahre nach deinem Ableben. Du hast es geschafft, du wirst auf ewig unvergessen bleiben und in Millionen Herzen fortleben, mit deinem unfassbaren Talent und deiner unsterblichen Seele.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.299)Aktuelle Rezension von: SM1"Sturz der Titanen" ist der erste Roman der dreiteiligen "Jahrhundert-Saga" von Ken Follett. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht der erste Weltkrieg und dessen Vorgeschichte.
Erzählt wird die Geschichte verschiedener Protagonisten in England, Deutschland, Russland und den USA; diese erleben alltägliche und historische Ereignisse und Entwicklungen aus ihrer jeweiligen individuellen Perspektive. Im Laufe des Romans verknüpfen sich die einzelnen Handlungsstränge langsam miteinander und ergeben ein Gesamtbild.
Freunde historischer Romane werden die gesamte Reihe mögen, deren zweiter und dritter Teil noch besser sind als Teil eins.
- Leo Tolstoi
Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)
(510)Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_HappyendingsTolstois "Krieg und Frieden" ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Schicksale russischer Adelsfamilien während der napoleonischen Kriege verfolgt, insbesondere die Entwicklungen von Pierre Besuchow, Andrej Bolkonski und Natascha Rostowa. Der Roman verbindet persönliche Geschichten mit historischen Ereignissen und zeigt die psychologische Tiefe der Charaktere. Besonders eindrucksvoll sind Pierres und Nataschas Wandlungen. Tolstois schonungslose Darstellung des Krieges, insbesondere der Schlacht von Borodino, entlarvt heroische Mythen und thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges sowie die Rolle des Individuums in der Geschichte.
Die Detailtreue des russischen Gesellschaftslebens im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, auch wenn die Vielzahl an russischen Namen und die Länge des Romans eine Herausforderung darstellen können.
Empfohlen für:
- Liebhaber komplexer Literatur
- Geschichtsinteressierte
- Leser philosophischer Themen
- Fans tiefgehender Charakterentwicklung
Weniger geeignet für:
- Leser, die schnelle Unterhaltung suchen
- Personen, die lange philosophische Passagen vermeiden
- Leser, die Schwierigkeiten mit vielen Charakteren und Handlungssträngen haben
Ein hilfreicher Tipp für das Lesen ist, eine Liste der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu erstellen.
- Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
(3.451)Aktuelle Rezension von: JosseleDer sehr erfolgreiche Roman von Daniel Kehlmann über die Lebensgeschichten des Mathematikers Carl Friedrich Gaus und des Naturforschers Alexander von Humboldt erschien 2005. Es handelt sich offensichtlich um eine Mischung zwischen historisch realer und fiktiver Handlung. Im ersten Kapitel erhält Gauß eine Einladung von Humboldt nach Berlin und macht sich auf die Reise. In den folgenden Kapiteln wird die teils fiktive Lebensgeschichte der beiden Wissenschaftler abwechselnd und episodenweise erzählt. Manches bleibt dabei ungeklärt, z.B. wie Humboldt und sein Begleiter sich von der Insel im Orinoko retten können, nachdem ihr Boot abgetrieben ist. Das wirkt unvollständig und ein wenig beliebig.
Die Erzählweise ist durchweg ironisch und teilweise schwarzhumorig, die beiden Wissenschaftler erscheinen geradezu kindlich bzw. kindisch in ihrem Streben nach Erkenntnis. Das ist zwar ganz lustig, mehr aber auch nicht. Es wird den beiden Hochkarätern in jedem Fall aus meiner Sicht nicht wirklich gerecht.
Dem Buch fehlt aus meiner Sicht auch ein roter Faden respektive ein innerer Zusammenhang. Zwar sind die Kapitel teilweise chronologisch erzählt, aber dazwischen befinden sich mitunter große Zeitsprünge, so dass die Kapitel einzeln für sich allein stehen, mit nur marginalem Bezug zueinander. Aus meiner Sicht wirkt das eher wie ein Manuskript oder ein Entwurf, der noch an einigen Stellen der Ergänzung bedarf, denn wie ein fertiges Buch.
Insgesamt bin ich von dem Buch daher eher enttäuscht als angetan, was vielleicht auch an den übergroßen Erwartungen liegen kann, die ich nach all den zahlreichen Lobpreisungen der Literaturwelt daran hatte. Zwei Sterne.
- Patrick Süskind
Das Parfum
(10.256)Aktuelle Rezension von: Hari_T_Süskind zeichnet ein düster-faszinierendes Porträt eines Mannes, der nur durch Düfte existiert. Getrieben von der Obsession, den perfekten Duft zu erschaffen, entwickelt Grenouille ein Meisterwerk aus den Essenzen junger Frauen – und wird so zum Serienmörder. Der Roman verbindet Elemente des historischen Romans, der Psychologie und des Krimis zu einer einzigartigen Mischung, die gleichermaßen verstört wie fesselt.
Sprachlich beeindruckt Süskind durch detailreiche, sinnliche Beschreibungen, besonders wenn es um Gerüche geht – ein Bereich, der in der Literatur sonst selten so intensiv dargestellt wird. Die Atmosphäre ist dicht, fast beklemmend, und lässt den Leser tief in die Welt der Düfte, Armut und moralischen Abgründe des alten Frankreichs eintauchen.
Thematisch wirft das Buch Fragen nach Identität, Genie, Besessenheit und dem Wesen der Schönheit auf. Grenouille ist kein gewöhnlicher Bösewicht – er ist vielmehr eine tragische Gestalt, deren Menschlichkeit durch seine Begabung zerstört wird.
Das Parfum ist ein Roman, der gleichermaßen abstößt und fasziniert. Er ist philosophisch, poetisch und grausam zugleich – ein moderner Klassiker, der lange im Gedächtnis bleibt.
- Cassandra Clare
Clockwork Angel
(2.085)Aktuelle Rezension von: tines_bookworld"One must always be careful of books," said Tessa, "and what is inside them, for words have the power to change us."
Mit dem Auftaktband der "Infernal Devices"-Reihe wenden wir uns nun Tessa, Jem und Will zu, die wir in dieser Kombi bereits in den "Legenden der Schattenjäger-Akademie"-Reihe kennengelernt haben. Hier geht es nun um die Anfänge ihrer Beziehung und das Kennenlernen der eigenen Persönlichkeit. Die Geschichte spielt in London des 19. Jahrhunderts, Sprachstil und Gepflogenheiten (Können Frauen überhaupt Schattenjäger sein und Hosen tragen?) sind entsprechend angepasst. Das hat der Geschichte einen ganz neuen Touch in der bereits gewohnten Handlungslinie verpasst. Auch Charaktere wie Magnus und Camille sind wieder kurz am Start.
Der erste Band der Trilogie ist leicht als solcher zu erkennen. Viele Handlungsstränge sind erst in der Anfangsphase, es bleiben viele Fragen offen, und die Suche nach dem Magister hat gerade erst begonnen. Die Spannung leidet darunter etwas. Zwar hat das Buch auch ein Finale und gerade die letzten Hundert Seiten haben ordentlich angezogen, nichtsdestotrotz passiert nicht wirklich viel. Vielmehr geht es um den Charakteraufbau der drei Protagonist*innen sowie die frühere Politik zwischen Schattenjägern und Unterweltlern. Wenn man die "aktuelle Situation" aus der Hauptreihe rund um den Kalten Frieden kennt, kann man die damalige fast als Freundschaft bezeichnen.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr bildlich, so dass ich trotz der eher gemächlichen Handlung förmlich durch die Seiten geflogen bin. Mit Will als Charakter bin ich bisher noch nicht ganz warm geworden, er ist sehr arrogant, überheblich und trieft nur so vor Sarkasmus. Erinnert das nicht an einen anderen Charakter? Ich kann verstehen, dass Clare den Herondale-Männern ähnliche Charakterzüge verpassen wollte, aber bisher ist mit die Ähnlichkeit zu Jace zu groß, zumal Will auch eine geheimnisvolle, aber gleichwohl tragische Familiengeschichte hat. Ich bin gespannt, wann das erste Zusammentreffen zwischen ihm und Magnus erzählt wird, und wie sich Will noch zu dem liebevollen und sympathischen Ehemann von Tessa entwickeln wird, den wir aus den "Legenden der Akademie" kennen.
"Clockwork Angel" ist ein interessanter Auftakt mit Steampunk-Elementen, der bereits das Potenzial dieser Reihe zeigen kann. Ich vergebe 4/5 Sterne.
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.417)Aktuelle Rezension von: eight_butterfliesThomas Manns „Die Buddenbrooks“ ist weit mehr als nur die Geschichte einer Lübecker Kaufmannsfamilie. Es ist ein fein gewebtes Panorama des bürgerlichen Lebens um die Mitte des 19. Jahrhunderts und zugleich ein psychologisch präzises Porträt des langsamen, unausweichlichen Verfalls.
Von den ersten Seiten an spürt man den Reichtum an Details, die festlichen Tafeln, das solide Geschäft, die scheinbar unerschütterlichen Werte der Familie. Doch unter der Oberfläche arbeitet bereits die wirtschaftliche, gesellschaftliche, vor allem aber innerliche Erosion. Mit jeder Generation verlieren die Buddenbrooks ein Stück ihrer Kraft, ihrer Lust am Leben, ihrer Fähigkeit, den eigenen Anspruch zu tragen.
Thomas Mann schreibt mit einer Mischung aus ironischer Distanz und tiefer Empathie. Die Figuren sind lebendig, mit Eigenheiten und Widersprüchen, die man nicht vergisst. Der ehrgeizige, aber zermürbte Thomas. Der lebenslustige Christian, der sich dem Ernst verweigert. Die willensstarke Tony, die zwischen Familienpflicht und persönlichem Glück zerrieben wird.
Der Roman ist stellenweise ausufernd. Mann nimmt sich Zeit für Gesellschaftsszenen, Geschäftsprotokolle, ausführliche Dialoge. Wer bereit ist, sich diesem gemessenen Erzählrhythmus zu überlassen, wird jedoch belohnt mit einer Sprachkunst, die Beobachtungen so präzise setzt wie Pinselstriche in einem Gemälde.
Für mich ist „Die Buddenbrooks“ ein Buch, das weniger durch dramatische Höhepunkte fesselt als durch seine stille Konsequenz. Der Niedergang wirkt nicht wie eine Katastrophe, sondern wie etwas Naturgegebenes, so leise wie der Wechsel der Jahreszeiten und doch unausweichlich.
- Kerstin Gier
Smaragdgrün
(6.778)Aktuelle Rezension von: traumweltenwandererGwendolyn fühlt sich vor den Kopf gestoßen. Eben noch war sie auf Wolke sieben, da macht Gideon "Mistkerl" de Villiers alles kaputt und ihrem Marzipanherz fehlt ein großes Stück.
Da fragt man sich, wie das Chaos überhaupt aufgelöst werden soll. Aber: es geht!
Das große Finale der Edelsteintrilogie hätte nicht spannender sein können. Das Lesen macht einfach Spaß. Schöne Beschreibungen und Dialoge, Wendungen, die man bis zum letzten Kapitel nicht kommen sieht und eine Liebe, die wirklich durch alle Zeiten geht.
Lachen, weinen, ärgern, freuen, schmachten... das alles kann man in der Edelsteintrilogie. Von den Charakteren möchte man sich gar nicht verabschieden.
Ein toller Reihenabschluss! Da wünscht man sich, dass es danach noch nicht zuende ist und man weiterhin mit Gwen und Gideon durch die Zeiten reisen kann.
- Lucinda Riley
Die sieben Schwestern
(1.319)Aktuelle Rezension von: reading_squirrelIch kenne die 7 Schwestern Reihe schon, wollte aber anlässlich meiner Südamerika-Reise unbedingt Maia‘s Geschichte - die teilweise in Brasilien spielt - ein weiteres Mal lesen.
Riley verknüpft geschickt zwei verschiedene Zeitebenen miteinander, es ist jedes Mal ein Genuss. Und ihre Figuren haben eine unglaubliche Authenzität! Sie schafft es immer wieder, dass ich mich komplett in ihren Büchern verliere.
Der Autorin gelingt es wunderbar, tiefe Gefühle auf berührende Art & Weise und mit wenigen Details zu schildern, ohne dabei obszön zu werden - ich liebe das.
Ein weiteres Highlight dieser Reihe ist für mich Pa Salt und all die Geheimnisse, die sich um seine Person ranken.
Ich habe das Buch bestimmt nicht zum letzten Mal gelesen und jeder, der es noch nicht kennt, verpasst eindeutig etwas.
- Ransom Riggs
Die Insel der besonderen Kinder
(2.142)Aktuelle Rezension von: Randaleranke📖In "Die Insel der besonderen Kinder" von @ransomriggs geht es um Jacob, dessen Großvater ihm von seinen unglaublichen Entdeckungsreisen, Kindern mit besonderen Fähigkeiten und brutalen Monstern erzählt. Eines Tages wird Jacobs Großvater ermordet und Jacob findet heraus, dass all die Geschichten wahr sind.
❗Dieser Text kann Spoiler enthalten.
✅ Dieses Buch ist etwas für dich, wenn...
- du eine Gruppe Jugendlicher beim Zusammenwachsen und einem lebensverändernden Abenteuer begleiten willst.
- du daran glaubst, dass unter uns besondere Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten und Monster leben.
- du keine Lust auf viele komplizierte Fantasynamen hast, du aber auch nicht ganz darauf verzichten willst.
❌Dieses Buch ist nichts für dich, wenn...
- du mit Tod und Gewalt in Büchern nicht gut umgehen kannst.
- du ein schnelles Erzähltempo bevorzugst.
- Inselsetting und Zeitreisen nicht dein Ding sind.
✨ Eigentlich bin ich kein Fan von entspanntem Erzähltempo, aber in diesem Buch ist mir das fast nicht aufgefallen. Als die Action dann anfing, habe ich lediglich im Nachhinein gedacht, dass ich doch schon einen ganz schön großen Teil des Buches gelesen hatte. Die Geschichte hat mich total gut mit seinen unterschiedlichen Atmosphären gecatched. Teilweise war es gruselig, actionreich, hat mich zum Weinen und auch zum Lachen gebracht, also aus meinen Augen eine wirklich gute Balance gehalten. Oft habe ich Jana auch geschrieben, dass ich mich gerade super wohl mit dem Buch fühle. Auch die Charaktere fand ich wirklich gut und abwechslungsreich, die Welt war toll gestaltet und das Ende hatte einen super fairen Cliffhanger, dafür dass es der erste Teil einer Buchreihe ist. Untermalt wurde die Geschichte noch von, meiner Meinung nach, sehr coolen und passenden alten schwarz-weiß Fotos.
P.S. Das Buch ist der erste Teil einer Buchreihe.
- Erin Morgenstern
Der Nachtzirkus
(1.076)Aktuelle Rezension von: PageTurnersCatIm Nachtzirkus begleiten wir verschiedene Personen, die alle irgendwie mit Diesem zu tun haben. Zum einen haben wir Celia und Marco: die Beiden sollen sich in einem Wettkampf messen, verlieben sich aber dabei ineinander. Auch begleiten Wir einige Akteure durch die abendlichen Vorstellungen. Zudem sehen wir den "Machern" des Ganzen über die Schulter. Das alles hat sich für mich nach einem sehr spannenden Buch angehört.
Leider bin ich mit diesem Buch nicht warm geworden. Ich habe mich leider zu oft gefragt "Wie" und "Warum" das jetzt passiert. Warum gibt es diesen Wettkampf, wie läuft der ab. Warum verlieben sich die Beiden? All das sind Fragen, die sich für mich zu spät oder gar nicht geklärt hatten. Auch fand ich das Buch teilweise grundlos zu brutal.
Das hat mich in meinem Lesefluss sehr gestört. Und die vielen guten und schön beschrieben Szenen haben dadurch sehr an Bedeutung verloren. Sehr schade! Das Buch sah so schön aus.
- Rebecca F. Kuang
Babel
(437)Aktuelle Rezension von: Mai78"This is how colonialism works. It convinces us that the fallout from resistance is entirely our falt, that the immoral choice is resistance itself rather than the circumstances that demanded it." (S. 497)
5/5 Sternen
Mit Babel hat R.F. Kuang ein Meisterwerk geschaffen, dass mich sofort in den Bann gezogen hat. Angefangen vom Schreibstil über die Charaktere und das World-Building, alles hat für mich gepasst. Das Buch verbindet Fantasy mit Rassismus und Kolonialismus und schafft es, die imperialistische Geschichte nochmal anders aufzuarbeiten. Die Welt in dem Buch hat viele Parallelen nicht zur zu unserer Vergangenheit, sondern auch zu der neokolonialistischen Realität.
Die Handlung: In dem Buch begleiten wir Robin Swift, einen Waisenjungen aus Kanton. Er wird von einem Professor nach England gebracht, um dort eines Tages an das Königliche Institut für Übersetzung an der Oxford Universität zu gehen. Dort lernt er drei Kommilliton*innen kennen, sowie die Geheimnisse hinter der Macht des Britischen Königreiches.
Meine Gedanken: Das Buch war atemberaubend spannend und schmerzhaft zugleich. Die Vermischung von (historischen) Ereignissen (Kolonialismus) mit fantastischen Elementen sorgte für ein Gefühl von Unbehagen. Es ließ mich spüren, dass dies keine Fantasie ist sondern nur Metaphern für die historische Ausbeutung sowie deren Kontinuitäten, in Form von Neokolonialismus, Rassismus und Imperialismus. Das Ende des Buchs war schmerzhaft, aber passend.
Fazit: Ein echtes Fantasy-Meisterwerk, dass Realität und Fiktion verschwimmen lässt.
- Lin Rina
Animant Crumbs Staubchronik
(1.193)Aktuelle Rezension von: writers_the_real_heroesIch liebe, liiiieeebe dieses Buch. Ich liebe, wie die Geschichte aufgebaut ist, das Pacing, wir wir jeden Tag mit Ani erleben, ob er nun ereignisreich oder "banal" ist. Dadurch haben wir Zeit, die Charaktere wirklich kennenzulernen, uns eine Meinung über sie zu bilden, die Meinung wieder zu verwerfen. Genauso wie Ani es tut. Das ist auch einer der Gründe, warum Ani eine so nahbare und glaubwürdige Figur ist, obwohl sie recht eigensinnig sein kann. Wir sind einfach immer dabei und sie muss uns gar nicht sagen wie sie sich fühlt oder was sie denkt, weil wir von ganz alleine darauf kommen. Weil wir sie kennen. Weil wir die ganze Zeit dabei waren.
Außerdem hat Lin eine Art zu schreiben, die ich jedes Mal beim lesen aufs neue bewundere (ja ich habe dieses Buch bereits sehr oft gelesen). Sie schreibt ihre Charaktere, vor allem ihre Körpersprache so, dass ich die Figuren förmlich vor mir sehe. Wenn sie beschreibt, wie Mr. Reed seine Brille abnimmt, die Finger auf die Nasenwurzel legt, genervt seufzt, es abschüttelt und die Brille wieder aufsetzt, um Ani die volle Aufmerksamkeit zu widmen, dann sehe ich ihn vor mir, wie er genau das tut. Aber nicht wie bei anderen Büchern. Sondern ich sehe, dass dieser Charakter das im echten Leben gerade wirklich tun würde. Und das macht Begegnungen und Dialoge so echt, wie ich es in keinem anderen Buch bisher empfunden habe.
Das Leben an Anis Seite empfinde ich jedes mal wieder als echt und lustig und anstrengend und wunderbar. Ich könnte dieses Buch nicht mehr empfehlen.
Ich könnte soviel auflisten, was mir an diesem Buch gefällt, aber genauso gut könnte ich versuchen, die gesamten 556 Seiten zu rezitieren.
Ab jetzt enthält diese Rezension Spoiler!!!
Kein bookboyfriend hat es bisher geschafft mein Herz so zu erobern wie Mr. Reed. Und ihr müsst euch vorstellen wie ich schmelze, wenn ich das sage. Seine Liebe für Bücher, sein Grinsen, seine Körpersprache, seine Art, seine Ritterlichkeit und seine langsam aufkommende Liebe zu Ani. Thomas Reed ist wahrlich nicht perfekt und genau das macht es so leicht ihm zu verfallen.
Inhalt (auch mit Spoilern!!!)
Die junge Animant Crumb hat bisher ihre Tage auf dem Dachboden des Hauses ihrer Eltern in England verbraucht. Meistens weil sie in ein Buch vertieft war aber auch, um sich nicht ständig den Hochzeitsplänen ihrer Mutter aussetzen zu müssen. Doch eines Tages, nachdem ihr Onkel zu Besuch war und sich über den Bibliothekar der Universitätsbibliothek aufregte, der es nicht zustande brachte, einen Assistenten NICHT in die Flucht zu schlagen, sitzt sie in der Kutsche nach London, um nun eben die Bibliothekarsassistentin zu werden, die nicht wieder rausgeekelt wird. Für Ani klingt das zwar alles ein wenig befremdlich und auch unbehaglich, aber die Idee, weiter von ihrer Mutter weg zu sein, als nur eine Dachbodentreppe, überzeugt sie doch.
In London angekommen, begegnet Ani zunächst dem charmanten Mr Boyle, der für ihren Onkel arbeitet und der der erste Mann in Anis Alter zu sein scheint, den sie nicht für stumpfsinnig hält.
Als aber ihr erster Arbeitstag ansteht, macht sie eine gegenteilige Erfahrung. Der Bibliothekar, Mr Reed, ist zwar überraschend jung, aber griesgrämig, unfreundlich und stur. Anis erste Arbeitstage sind die Hölle für sie und ihr einziger Lichtblick dazwischen ist die Begegnung mit einer neuen Freundin, Elisa. Diese ist ganz angetan von Ani; für die es als Adelige Frau doch sehr ungewöhnlich ist, zu arbeiten; denn sie selbst, studiert an der ersten Universität für Frauen. Doch abgesehen von dieser angenehmen Begegnung, sind Anis Tage gefüllt mit Fußschmerzen, schlecht sortierten Unterlagen und einem Vorgesetzten, der sie am liebsten wieder loswerden möchte. Oder doch nicht? Nach und nach nähern sich Mr. Reed und Animant an, zunächst über ihre Liebe zu Büchern, dann auf viel persönlichere Art.
Als nach Anis ersten zwei Wochen in London ein Ball stattfindet, wo sie auch den gutaussehenden Mr. Boyle wieder trifft und dieser ihr offenbart, sie ehelichen zu wollen, bemerkt Ani, dass charmant und NICHT stumpfsinnig sein, für sie einfach nicht genügt. Und als sie versucht, den Annäherungsversuchen von Mr . Boyle zu entkommen, fällt sie Mr. Reed in die Arme und nach drei gemeinsamen Tänzen schlägt Anis Herz höher als es bei Mr. Boyle je der Fall war. Die nächsten Tage auf Arbeit sind gefüllt mit langsamer, vorsichtiger Annäherung zwischen den beiden. Oder bildet Ani sich das nur ein? Aber sie ist sich sicher, dass es sich so anfühlen muss, verliebt zu sein. Versehentliche Berührungen, Blicke, der Anflug eines Lächelns. Und auf einmal sind die Bücher für Ani nicht mehr das wichtigste in ihrem Leben.
- Ken Follett
Die Tore der Welt
(1.343)Aktuelle Rezension von: ArmilleeHörbuch 50h37m wirklich toll gelesen von Tobias Kluckert
Buch -> 1215 Seiten
* * *
Wir begleiten in diesem Mammutwerk Romanfiguren über fast 4 Jahrzehnte ihres Lebens, die es in sich haben.
-> Gwenda, (liebt Wulfric) + ihr diebischer / verschlagener Bruder Philemon. Kinder eines brutalen Tagelöhners.
-> Wulfric ; stark, mutig + gut aussehend aus Wigleigh. Verliebt in Annett.
-> Bruder Godwyn, erst manipulativer Mönch, dann ein feiger + gieriger Prior
-> Merthin (Rebell + Baumeister) + Ralph (Kämpfer + Mörder) sind Brüder. Verarmter Adel
-> Caris, (liebt Merthin) die freiheitsliebende Jüngste aus einer Familie von Wollhändlern + ihre Schwester Alice
-> Elfrik, ein schluderiger + brutaler Baumeister, der sich gut einschleimen kann.
-> Sir Thomas Langley, ein Ritter mit einem Geheimnis, der später zum Mönch wird.
-> Ehrwürdige Mutter Cecilia. Sie leitet das Kloster.
Wir sind im Mittelalter, mit der Kaufmannsgilde, den Handwerkszünften, Gemeinderäten, die an die einzelnen Kirchen gebunden waren, Hunger, Elend + Krankheit, der Pest (bricht 3 x aus), der Krieg gegen Frankreich, Gesetzlose, dem Aberglauben, Frondienste, Unfreie, Ringen nach Macht, Reichtum und Einfluss. Viele Geheimnisse und ein vergrabener Brief.
Kingsbridge wird von Kloster regiert. Es gibt viel Kompetenzgerangel, jede Menge Intrigen + Verwicklungen. Der historische Hintergrund hat mir sehr gefallen, auch die Kampfszenen sind gut beschrieben. Ebenso das Leben der Menschen zu dieser Zeit. Besonders im medizinischen Bereich kann man in diesem Buch viel erfahren. Es wird in der Geschichte oft sehr brutal und ich bin froh, dass ich damals nicht mein Dasein fristen musste. Besonders die Handhabung, wer wen heiraten musste und dass Frauen dem Manne untertan waren.
Und ich bin froh, dass ich die 'Tore der Welt' auch als Hörbuch habe, denn als Buch ist es sehr schwer zu halten. Mein einziger Kritikpunkt ist hier, dass es zu viele Parallelen zu 'Die Säulen der Erde' gab.
- Diana Gabaldon
Outlander - Der Ruf der Trommel
(919)Aktuelle Rezension von: Moelli116Die Fortführung der Geschichte von Claire ist hier wieder sehr gelungen. Sie erleben viele Abenteuer die spannend erzählt sind.
Ich finde den Teil der Geschichte über die Tochter Brianna teilweise etwas langatmig. Leider ist das Verhältnis zwischen Brianna und Roger zu sehr eine Kopie von Claire und Jamie.
- Umberto Eco
Der Name der Rose
(1.630)Aktuelle Rezension von: MH41197Man kann mir mit Recht nachsagen, dass ich historische Romane nicht mag. Das hat seine Gründe - das Genre ist meiner Ansicht nach weder Fisch noch Fleisch, meist trivial, neolibreal dazu auffordernd, sich gleichzeitig an vergangenen Brutalitäten zu ergötzen und dabei dankbar zu sein, heute in der "besseren Welt" (die - Ironie! - natürlich frei von jedem Unrecht ist ... Nicht!) leben zu dürfen, und außerdem überfüllt mit sinnentleerten Gewalt- und Sexszenen.
Mit anderen Worten: Ich hätte vielleicht nicht gedacht, dass ich jemals einem historischen Roman eine volle Punktzahl geben würde, hätte ich Umberto Ecos "Der Name der Rose" nicht gekannt. Denn dieser Roman ist in jeder Hinsicht perfekt - obwohl in vergangenem Setting.
Im Italien des Jahres 1327 reist der englische Franziskanermönch und Ex-Inquisitor William von Baskerville (eine von Ecos humoristischen Anspielungen auf andere Literaten - der Nachname ist klar aus Sherlock Holmes entlehnt) mit seinem jugendlichen deutschen Gehilfen Adson von Melk in eine abgelegene, düstere Abtei in den Appenninen, um dort an einer theologischen Debatte zwischen den zerstrittenen Mönchsorden teilzunehmen. Aufgrund seiner Berühmtheit als früherer Inquisitor - vor allem als einer, der diese Tätigkeit mehr als Richter und Detektiv, denn als Hexenverbrenner verstand -, wird William vom Abt gebeten, den sonderbaren Tod eines jungen Mitgliedes des Klosters aufzuklären. William beginnt zu ermitteln - und stößt dabei schon bald an die Grenzen der Weltbilder seiner Zeit, und zwischen die Machenschaften der Post-Kreuzzugs-Ära der spätmittelalterlichen religiösen Extremisten, die für ihre Überzeugungen zu morden und zu sterben bereit sind und jedem Andersdenkenden keinerlei Existenzrecht zugestehen - sei er Wissenschaftler, Freigeist, kritisch denkender Theologe, Katharer, Jude, Muslim ... oder einfach nur eine Frau zur falschen Zeit am falschen Ort.
Spannend ist dieser Roman allemal - aber nicht im klassischen Stil eines Krimis (der "Der Name der Rose" zweifelsohne ist), dafür ist die Handlung sehr viel dichter gepackt, fast schon eine Milieustudie eines (spätmittelalterlichen) Klosters oder: einer religiös fundamentalistischen (oder wie wir es heute nennen würden: "evangelikalen") Gesellschaft - und damit hat der Roman trotz seines fernen Themas auch noch etwas: Aktualität. Wenn wir die Extremisten in Ecos Kloster über "die Ketzer" reden hören und über den Niedergang der Welt, dann fühlt man sich nicht wenig erinnert an moderne Eiferer, deren Ersatzwort für den Begriff Ketzer "die Woken" geworden sind, wenn man die Selbstherrlichkeit des letztendlichen Antagonisten erlebt, der im Bewusstsein vollkommener Rechtschaffenheit seine Mitbrüder zu einem höheren Ziel tötete und als Kollateralschäden in Kauf nahm, so hat man die Worte von selbstgerechten, brutalen Machtmenschen wie Putin oder Netanyahu im Ohr, und mit dem Selbstmord des Antagonisten und seinem Versuch, dabei alles mit sich zu vernichten, so denkt man unweigerlich an die Selbstmordattentate des ISIS. Umberto Eco hat einen Roman in der Vergangenheit geschrieben, der uns etwas über seine Gegenwart, und aus Ecos Perspektive, der ihn in den 1970er Jahren schrieb, sogar über Ecos damalige Zukunft, die heutige Gegenwart, erzählt. Und darin besteht bereits die Genialität des Namen der Rose - und in seinem Schreibstil: Denn Eco schreibt einen Plot im Plot - macht sich selbst zum zweiten Protagonisten, der im "heute" (oder eben: in den 1970ern) die französische Übersetzung der lateinischen Niederschrift des alten Mönches Adson von Melk ins zeitgenössische Italienische übersetzt - und begibt sich in dieser Eigenschaft dann in die Haut des alten Adson von Melk, der im Rahmen seines mittelalterlich-klösterlichen Weltbildes rückblickend die Geschichte seines jugendlichen Ichs an der Seite von William von Baskerville erzählt.
Der Name der Rose ist ein stilistisch, thematisch, plottechnisch und handwerklich ein Werk der Superlative: Der beste und der EINZIGE historische Roman, der nicht als "Märchen für Erwachsene" daher kommt, sondern einen Plot erzählt, der in tieferer Bedeutung von der erzählten Zeit in die Gegenwart seiner Niederschrift und bis ins Heute übergreift. Der Name der Rose ist kein "alter Schinken". Keine Mittelalterromantik. Er ist relevant - damals wie heute. Und auch morgen - solange es religiösen Extremismus und Machtgefälle in der Welt gibt.
- Jane Austen
Pride and Prejudice
(512)Aktuelle Rezension von: AukjeElizabeth Bennet, die zweite der fünf Bennet Töchter, lebt mit ihrer Familie während des frühen 19. Jahrhunderts in England. Eines Tages zieht der wohlhabende und gutaussehende Mr. Bingley mit seiner Schwester Caroline und seinem besten Freund Mr. Darcy auf sein Anwesen ein. Allein diese Tatsache erregt ein großes Aufsehen und als er dann auch noch einen Ball veranstaltet sind alle Heiratswilligen Mädchen ausser sich vor Begeisterung. Während des Balls lernt Mr. Bingley auch die Bennet Mädchen kennen und er interessiert sich schnell für Elizabeth's ältere Schwester Jane, während sein Freund, der stolze Mr. Darcy, zunächst als arrogant und unnahbar wahrgenommen wird. Besonders Elizabeth entwickelt eine Abneigung ihm gegen über, da Mr. Darcy sie während des Ball's als 'nicht schön genug' beleidigt und abweist. Kurz nach dem Ball reist aber Mr. Bingley, seine Schwester und Mr. Darcy wieder ab und es kommt nicht zu der gewünschten Verbindung zwischen Jane und Mr. Bingley. Dann taucht auch noch der Cousin ihres Vater's Mr. Collins bei den Bennet's auf um sich bei ihnen eine Braut zu suchen, und er möchte zunächst Jane heiraten, allerdings rät ihm Mrs. Bennet davon ab, da sie sich weiterhin eine Verbindung mit Mr. Bingley erhofft. Also macht er darauf hin Elizabeth einen Heiratsantrag den sie aber sofort ablehnt, und er daraufhin ihrer besten Freundin Charlotte heiratet. Im Verlauf erfährt Elizabeth das anscheinend Mr. Darcy seinem besten Freund Mr. Bennet abgeraten hat Jane zu heiraten und Elizabeth Abneigung Mr. Darcy gegenüber steigt. Als sie jedoch mit ihrer Tante und ihrem Onkel das Anwesen von Mr. Darcy besucht erkennt sie immer mehr seinen wahren Charakter und begreift das sie die ihm Gegenüber aufgebauten Vorurteile völlig falsch sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass Darcy sich in Elizabeth verliebt hat und er bereit ist, alles zu tun, um sie für sich zu gewinnen. Zum Ende hin überwinden Elizabeth und auch Mr. Darcy ihren Stolz und ihre Vorurteile und Mr. Darcy macht Elizabeth einen Heiratsantrag, den sie sie annimmt, wie auch Mr. Bingley und ihrer Schwester Jane.
Aus heutiger Sicht war Jane Austen ihrer Zeit voraus, da das Buch nicht nur eine romantische Geschichtet, sondern auch ziemlich gesellschaftskritisch ist und Themen wie Klassenunterschiede und Geschlechterrollen behandelt werden. Diese Buch ist mein Allerliebster Roman von Jane Austen und ich kann zu hundert Prozent nachvollziehen das die Geschichte heute immer noch so geliebt wird.























