Bücher mit dem Tag "historischer roma"

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41 Bücher

  1. Cover des Buches Sturz der Titanen (ISBN: 9783404166602)
    Ken Follett

    Sturz der Titanen

    (1.302)
    Aktuelle Rezension von: _seitenreise_

    Ich weiß nicht, ob Sturz der Titanen das ideale Weihnachtsbuch ist – schließlich taucht man tief in den Ersten Weltkrieg ein. Aber wann hat man sonst schon einmal so viel Zeit, um sich ganz in Ruhe auf einen 1000-Seiten-Schmöker einzulassen?

    Ken Follett hat diese besondere Gabe, einen schon nach wenigen Seiten mitten ins Geschehen zu ziehen. Ja, zu Beginn gibt es viele Schauplätze und zahlreiche Figuren, die man erst einmal einordnen muss. Doch erstaunlich schnell fiebert man mit allen mit, lernt sie zu lieben oder zu hassen und begleitet sie auf einer intensiven Reise durch einen dunklen Abschnitt der Weltgeschichte.

    Das Buch ist stellenweise harte Kost. Der Erste Weltkrieg wird eindringlich und schonungslos geschildert, und die Schrecken, die die Menschen erleiden mussten, gehen nahe. Gleichzeitig war dieses Buch für mich besser als jede Geschichtsstunde. Die Recherche ist unfassbar gut – jede historische Begebenheit, jede reale Persönlichkeit und jeder Schauplatz sind sorgfältig eingebettet. Man merkt auf jeder Seite, wie fundiert und durchdacht dieses Buch ist.

    Besonders spannend fand ich die unterschiedlichen Perspektiven: England, Russland, die USA – dadurch versteht man politische Zusammenhänge, Entscheidungen und Entwicklungen viel besser, auch wenn man bei den vielen politischen Manövern aufmerksam lesen muss.

    Großartig ist zudem, wie Ken Follett die Lebenswege seiner Figuren miteinander verwebt. Ihre Geschichten kreuzen sich nach und nach, ohne konstruiert zu wirken. Alles hängt zusammen, alles greift ineinander, sodass man nie das Gefühl hat, mehrere getrennte Handlungsstränge zu lesen.

    Ein kleiner Kritikpunkt bleibt: Für meinen Geschmack hätten einige Passagen – vor allem die sehr detaillierten Beschreibungen von Waffen, Strategien und Gefechten – etwas kürzer ausfallen können. Auch wenn ich Folletts Detailverliebtheit schätze, war mir das stellenweise etwas zu viel.

    Fazit: Sturz der Titanen ist ein eindrucksvoller, spannender und lehrreicher Auftakt der Jahrhundert-Saga, die ihren Namen mehr als verdient. Habt keine Angst vor den 1000 Seiten – sie lohnen sich wirklich. Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band, auch wenn ich jetzt erst einmal wieder etwas leichtere Kost brauche.


  2. Cover des Buches Das Haupt der Welt (ISBN: 9783404177363)
    Rebecca Gablé

    Das Haupt der Welt

    (339)
    Aktuelle Rezension von: anila

    Mir hat das Buch insgesamt gut gefallen. Tugomir ist ein spannender Protagonist und ich habe seine Abenteuer gerne und mit Spannung verfolgt. Auch die anderen Charaktere haben mir in ihrer Ausarbeitung gut gefallen.

    Das einzige, was ich etwas schade fand, dass die Geschichte hier und da etwas vor sich hinplätschert und wiederholt und nicht so richtig voran geht. Besonders am Ende habe ich Seiten übersprungen. 

  3. Cover des Buches Das Fundament der Ewigkeit (ISBN: 9783404177707)
    Ken Follett

    Das Fundament der Ewigkeit

    (246)
    Aktuelle Rezension von: mesu

    Auch in diesem Buch beweist der großartige Ken Follet sein Gespür für historische Geschichten.  Es ist eine vielschichtige, spannende und monumentale Zeitreise, in deren Zentrum immer die Kathedrale von Kingsbridge steht. Sie trotzt dem ewigen Kampf der Menschen in jeder Epoche und ist ein standhaftes Wahrzeichen für alle Generationen. Eine wunderbare historische Buchreihe, die man unbedingt lesen sollte!

  4. Cover des Buches Der geheime Zirkel I Gemmas Visionen (ISBN: 9783423716833)
    Libba Bray

    Der geheime Zirkel I Gemmas Visionen

    (643)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah


    Dies ist der erste Band der Trilogie rund um Gemma und ihre Freundinnen. Es ist ein Buch aus dem Genre Mystery angedacht für jugendliche Leser/innen. Doch worum geht es: England, 1895: Die 16-jährige Gemma und 3 Freundinnen gründen im Internat einen geheimen Zirkel. Dazu treffen sie sich nachts zu »spiritistischen« Sitzungen. Bei einem dieser Treffen öffnet sich ein Tor in ein Reich in dem Träume wahr werden. Sie treten hindurch voller Hoffnungen, müssen aber bald erkennen, dass die Magie hier bedroht wird. Gemma ist eine sehr selbstbewusste Person. Man merkt, dass sie ihre ersten Lebensjahre „freier“ in Indien verbracht hat. Sie ist entgegen ihren Freundinnen unangepasster und nicht wirklich bereit sich einen passenden Ehemann zu suchen. Ihre Freundinnen waren so charakterisiert, wie man sich junge Mädchen aus besserem Haus zu jener Zeit vorstellt. Diese Gegensätzlichkeit fand ich sehr passend. Das Buch begann sehr vielversprechend und packend, nahm in der Mitte an Schwung leicht ab, um zum Schluss noch mal an Spannung zuzulegen. Libba Brays Schreibstil ist anschaulich und flüssig. Die Atmosphäre in Internat/magischem Reich konnte ich mir gut vorstellen. Ich bin durchaus gespannt, wie sich die Geschichte an sich und die Gemmas weiter entwickelt. 

    Fazit: Ein schönes Buch, zwar vornehmlich für Mädchen im Teenager-Alter gedacht, aber durchaus auch für „Junggebliebene“ lesbar. Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 4 von 5 Sterne.


  5. Cover des Buches Die Pfeiler der Macht (ISBN: 9783404172320)
    Ken Follett

    Die Pfeiler der Macht

    (769)
    Aktuelle Rezension von: Mikey

    Das Bankhaus Pilaster ist eine der angesehensten und größten Banken in London. Grund dafür ist auch die Art und Weise, wie das Unternehmen geführt wird. Oberste Priorität hat die Sicherheit der Anlagen und die Ehrbarkeit der Leitung. So müssen selbst auch Angehörige der Familie, die es in der Bank zu etwas bringen wollen, von klein auf alle relevanten Abteilungen in der Bank durchlaufen. Protegierung gibt es nicht.
    Dieses Prinzip gilt umso mehr für Hugh Pilaster, dessen Vater einst sein Kapital aus der Bank gezogen hat, um sich selbstständig zu machen und deshalb als das schwarze Schaf der Familie gilt; erst recht natürlich, als er bankrott geht und sich umbringt. Ein schweres Erbe für Hugh.

    Und dann ist da noch seine Tante Augusta Pilaster, deren ehrgeizigen Ziele es sind, ihren Mann als Seniorpartner, gern auch im Adelsstand und natürlich auch ihren unfähigen Sohn Edward in gehobener Stellung zu sehen, sowie dessen toxische Beziehung zu seinem Jugendfreund Micky Miranda, der, ebenfalls von Ehrgeiz zerfressen, seine Stellung in der Familie ausnutzt und versucht, für seinen Vater in Cordoba mittels dubioser Geldanlagen Kapital von der Bank zu bekommen und dafür auch vor mehrfachen Mord nicht zurückschreckt. Dieses Dreiergespann führt letztendlich zum Bankrott des angesehenen Bankhauses.


    Ich muss sagen, als ich vor kurzem Folletts Buch „Die Brücken der Freiheit“ als erstes Buch von ihm gelesen habe, war ich schwer von diesem Autor enttäuscht. Ich hatte gar schon einen Hype um diesen Autor vermutet, der nicht gerechtfertigt ist. Hier bin ich aber angenehm überrascht. Sicher, es ist und bleibt Unterhaltungsliteratur, reicht nicht an ähnliche Familiensagas, z.B. Galsworthys Forsyte-Saga oder Thomas Manns Buddenbrooks (auch wenn die Ähnlichkeit der Thematik zu letzterem unverkennbar ist) heran, will es aber auch gar nicht.
     Die Geschichte ist spannend erzählt und man fiebert mit. Am Ende geht natürlich (wie oft bei solcher Literatur) wieder alles hopplahop. Wer meine Rezensionen kennt, weiß, dass ich dahinter in der Regel immer Bestrebungen des Autors vermute, endlich fertig zu werden. Aber diesmal sind trotzdem 4 Sterne durchaus gerechtfertigt. Ein Buch, was erstmal bei mir bleibt und nicht zurück zum Büchertausch wandert.

  6. Cover des Buches Totenbraut (ISBN: 9783473543915)
    Nina Blazon

    Totenbraut

    (807)
    Aktuelle Rezension von: Helena_Kawaii

    Nina Blazon hat mich seit „Faunblut“ von ihren Fähigkeiten als Autorin überzeugen können. Sie gehört zu einer meiner Lieblingsautoren.
    Ich hab das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen, da mich das Setting und die Story komplett mitgerissen hat. Man lernt viel über historischen slawischen Aberglauben und ist es sehr spannend geschrieben, vor allem da ich man selten Romane liest, wo das historische Serbien der Schauplatz der Handlung ist. Wer Blazon gerne liest, sollte nicht nur Fantasy erwarten. Das Buch steht auf dem schmalen Grad zwischen historischem Roman und Fantasy-Romanze. Diese Kombi war sehr erfrischend, ist aber vielleicht nicht für jeden etwas, der Fantasy alá Blazon gewohnt ist.
    Zwei Sachen haben mich jedoch gestört, sodass ich nicht vollständig überzeugt von „Totenbraut“ war.
    Neben ein paar Logik- sowie Rechtschreibfehlern, war es vielmehr der Schreibstil, den ich nicht so flüssig und verständlich fand wie ich ihn sonst von Blazon gewöhnt bin. Auch hatte ich etwas mit der Sympathie gegenüber den Charakteren zu kämpfen. Erst zum Ende hin waren mir die Protagonisten sympathisch. Vor allem die Gedanken und Handlungen von Jasna waren für mich teilweise unverständlich. Erst am Ende konnte ich Sympathie und Verständnis aufgebaut.
    Nichtsdestotrotz hab ich das Lesen sehr genossen!

    4 von 5 Sternen 

  7. Cover des Buches Das Erbe der Tuchvilla (ISBN: 9783734110191)
    Anne Jacobs

    Das Erbe der Tuchvilla

    (190)
    Aktuelle Rezension von: MarinaH

    Ich war sehr gespannt auf den dritten Band der “Tuchvilla Reihe”, da auch die anderen beiden Bände mir sehr gefallen haben. Bei diesem Buch war es nicht anders, es hatte mich von der ersten Seite an gepackt, ich habe sehr genossen es zu lesen.
    Das Cover ist schön gestaltet, es hat eine passende Farbpalette und man erkennt, dass alle Bücher aus der Reihe zusammengehören. Auch der Titel des Buches macht auf den Inhalt bezogen Sinn, was mit wichtig ist, wenn ich einen Roman lese.

    Ich habe es sofort genossen, wieder in das Leben der Melzers einzutauchen. Die ganzen Charaktere kommen mir selber schon vor wie eine große Familie, ich konnte mich nur schwer von dem Buch lösen.
    Unsere Protagonistin Marie war mir auch in diesem Band wieder sehr sympathisch, meiner Meinung nach ist sie hier sogar nochmal über sich selbst hinausgewachsen und hate ihren Charakter gestärkt. Auch Kitty und Lisa haben sich entwickelt und obwohl ich die beiden im ersten Band nicht ausstehen konnte, so sind sie mir, insbesondere Kitty, sehr ans Herz gewachsen. Von den männlichen Charakteren wurde ich leider enttäuscht, was in Romanen die ich lese, leider sehr oft der Fall ist. Ganz gleich was man für Eindrücke und Erwartungen an sie hat, irgendwann machen sie dies alles selbst wieder zunichte.
    Selbstverständlich gab es jedoch auch Figuren, die mir überhaupt nicht gefallen haben, doch ich nenne sie hier nicht, um den anderen Lesern den Spaß nicht zu rauben.
    Der Schreibstil war wieder sehr ansprechend, er war sehr flüssig und ich bin problemlos durch das Buch gekommen, nach einer Woche hatte ich es schon durch. Man konnte sich meiner Meinung nach, auch sehr in die Charaktere und ihre Gefühle reinversetzten und Empathie für sie aufbringen. Außerdem hat mir gefallen, dass Leo und Dodo auch ein wenig Raum im Buch bekommen haben.
    Die Autorin kann die historische Zeit in ihren Roman sehr genau und gut beschreiben, was mir sehr gefällt.

    Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und freue mich auf den nächsten Band.

  8. Cover des Buches Die Nightingale-Schwestern (ISBN: 9783404172603)
    Donna Douglas

    Die Nightingale-Schwestern

    (180)
    Aktuelle Rezension von: nina11

    Die Nightingale-Schwestern sind alle verschieden, trotzdem versuchen sie die Kranken (und Armen) soweit zu pflegen und ihnen zu helfen, damit es ihnen besser geht. Der erste Band der Reihe hat mich sofort gepackt und ich werde auf jeden Fall noch mehr von den Nightingale Schwestern lesen. Manche Stellen waren traurig, fast schon gruselig (unglaublich schrecklich) und andere waren einfach herzerwärmend. Ich freue mich auf die Fortsetzungen.

  9. Cover des Buches Die heimliche Heilerin (ISBN: 9783548289359)
    Ellin Carsta

    Die heimliche Heilerin

    (93)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie

    Genre: Historischer Roman

    Erwartung: Spannung und die vergangene Atmosphäre erleben.

    Meinung:

    Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Das Buch ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. 

    Madlen war als Charakter gut gelungen. Ich mag ihren Mut und ihre Hilfsbereitschaft. Sie hatte es nicht leicht und hat ihr Glück verdient.

    Die Atmosphäre war ganz gut gelungen. Was mir hier wieder besonders aufgefallen ist - und was zu dieser Zeit ja auch oft war -ist der Zustand, dass sich die Meinung der Menschen sehr schnell ändern kann. Auch das Frauen nicht so viel Wert sind wie Männern wurde hier wieder deutlich

    Fazit: 4 Sterne von mir gibt es für das Buch.

  10. Cover des Buches Die Pestärztin (ISBN: 9783404270682)
    Ricarda Jordan

    Die Pestärztin

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Mainz im Jahre 1348. Lucia kommt in einer schicksalhaften Nacht zur Welt und die Ereignisse werden sie für immer begleiten. Viele Jahre später, als die Pest das Land beherrscht arbeitet sie als Heilerin und ist als Pestärztin bekannt. Ihr Herz gehört Clemens, aber ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern.

  11. Cover des Buches Das Gold des Meeres (ISBN: 9783442483181)
    Daniel Wolf

    Das Gold des Meeres

    (77)
    Aktuelle Rezension von: Doscho

    Der Kaufmann Balian Fleury ist schwer verschuldet. Um seine Gläubiger zu besänftigen, bricht er zusammen mit einer Gemeinschaft zu einer gefährlichen Reise auf, die ihn bis nach Nowgorod führen soll.


    Wer meine Rezensionen zu der Fleury-Reihe von Daniel Wolf verfolgt, weiß, dass ich den Vorgänger von „Das Gold des Meeres“ stark dafür kritisiert habe, zu ähnlich zum ersten Band zu sein. Dies hat sich mit diesem Buch völlig geändert. Wie ich schon in meiner Rezension zur Kurzgeschichte „Der Vasall des Königs“ geschrieben habe: Ich begrüße den komplett anderen Ansatz, den Daniel Wolf nun wählt.

    Denn im Zentrum des Romans steht nun die Reise der Gemeinschaft, in die Balian als Außenseiter zunächst hineinwachsen muss. Das heißt, Varennes-Saint-Jacques sowie Balians Eltern kommen nahezu überhaupt nicht vor. Stattdessen bemerkt man über das gesamte Buch hinweg die charakterliche Entwicklung Balians: Vom unsicheren, missachteten Tollpatsch hin zu einem erfahrenen Mann, der Führung übernehmen kann und am Ende sogar den Mut hat, seine Rolle als Kaufmann, in die er hineingeboren wurde, abzulegen und seine eigenen Wege zu gehen.

    Und auch auf dieser langen Reise findet der Lesende alles, was das Mittelalter damals so zu bieten hatte: Uneinigkeiten in der Gruppe, Räuber und Wegelagerer, Machtkämpfe von Handelsgenossenschaften und natürlich auch Liebesgeschichten.

    Auch wenn das Buch mit etwa 670 Seiten im Vergleich zu seinen Vorgängern fast schon als dünn zu bezeichnen ist, hat es leider doch ein paar Längen. Klar passiert im Laufe der Handlung zahlreiches, manchmal plätscherte sie jedoch auch ein wenig vor sich hin.


    Dennoch: „Das Gold des Meeres“ ist für mich klar der bislang beste Teil der Reihe. Statt die selbe Geschichte ein drittes Mal zu erzählen geht man hier neue Wege und zeigt, dass man das Oberthema der Familiensaga auch anders erzählen kann. Ganz starke vier Punkte!

  12. Cover des Buches Der Tod ist mein Beruf: Roman (ISBN: 9783841213280)
    Robert Merle

    Der Tod ist mein Beruf: Roman

    (161)
    Aktuelle Rezension von: Novaa

    Robert Merles Roman über Rudolf Lang, eine literarische Figur basierend auf dem KZ-Kommandanten Rudolf Höß, zeichnet eindringlich den Weg eines scheinbar gewöhnlichen Bürgers zum Architekten des Holocausts nach. Besonders beeindruckend ist die Darstellung von Langs Kindheit, geprägt von Strenge und emotionaler Kälte, sowie sein Werdegang durch den Ersten Weltkrieg und die zermürbende Suche nach Halt in der Nachkriegszeit. Der Eintritt in die NSDAP erscheint fast zwangsläufig – ein erschreckendes Beispiel dafür, wie sich das Böse aus dem Alltäglichen entwickeln kann. Merle gelingt es, die psychologische Entwicklung seines Protagonisten nüchtern und beklemmend zu schildern, ohne zu werten. Ein verstörendes, aber wichtiges Buch über die Banalität des Bösen.

  13. Cover des Buches Die silberne Nadel (ISBN: 9783734101984)
    Andrea Schacht

    Die silberne Nadel

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Buchfresserchen1

    Die Geschichte um Myntha und den Rabenmeister geht weiter. Wir befinden uns in Mühlheim bei Köln im 15. Jahrhundert. Eine Leiche wird in einem Mühlrad einer Rheinmühle gefunden. Myntha und der Rabenmeister werden mit in das Verbrechen mit einbezogen, denn Frederic Bowman zieht die Leiche aus dem Wasser und eine Freundin der beiden wird des Mordes beschuldigt und in den Turm gesperrt.

    Der zweite Band der Reihe hat mich schon gleich wieder von Anfang an gefesselt.
    Das Cover hat hohen Wiedererkennungswert. Wieder ist Myntha die Fährmannstochter darauf abgebildet. Wie entschlüpft aus einem Gemälde ihrer Zeit. Außerdem befindet sich am oberen Buchrand das selbe Stadtgemälde wie beim vorherigen Band.
    Muntha hält eine silberne Anstecknadel in Händen, die eine große und entscheidende Rolle in diesem Band spielen wird.

    Myntha, die ledige Fährmannstochter wird noch immer von Vikar Volmarus verfolgt. Er hetzt auch weiterhin seine Gläubiger gegen sie auf, so dass sie hin und wieder nach Köln fliehen muss um Ruhe zu finden.
    Außerdem wird weiter verhandelt, ob es letztendlich zu einer Eheschließung zwischen Myntha und dem Rheinmühlenbesitzer kommen kann.

    Der Rabenmeister findet im Rhein eine Leiche und es muss geklärt werden, wie sie dort hin kam und wer der Mörder ist.
    Sein Gehilfe Henning ist weiterhin verstockt, doch der Rabenmeister zieht Ermittlungen ein und kommt so dem Geheimnis Hennings auf die Spur.

    Viele verschiedene Handlungsstränge und von jedem seine eigene Geschichte fließen in diesem Buch wieder zusammen.
    Man sollte schon das erste Buch gelesen haben um es richtig genießen zu können und sich auch bewusst sein, dass noch drei weitere Bücher folgen, bis man endlich Klarheit hat wie es mit Myntha und dem Rabenmeister weiter geht.
    Ich finde den Schreibstil von Andrea Schacht sehr leicht lesbar und fühle mich mit ihren Büchern wunderbar ins Mittelalter versetzt und unterhalten.
    Ich erfahre vieles aus dieser Zeit, genieße die kleinen kriminalistischen Sequenzen und die immer über allem schwebende Liebesgeschichte, die eigentlich noch gar keine ist. Aber ich als Leser erhoffe es mir für die Protagonisten.

    Ich kann dieses Buch empfehlen Es gehört wie alle Bücher der Serie zu meinen Lieblingsbüchern und ich lese es gerade zum dritten Mal um mich auf den letzten Band vorzubereiten.

  14. Cover des Buches Die letzte Borgia (ISBN: 9783458364061)
    Sarah Dunant

    Die letzte Borgia

    (62)
    Aktuelle Rezension von: BlondAngel
    ~+~ Klappentext ~+~


    Italien, 1502: Ihr Vater ist der mächtigste Mann der christlichen Welt, ihr Bruder ein leidenschaftlicher Kriegstreiber, der eifersüchtig über sie wacht: Lucrezia Borgia ist eine der begehrtesten und schönsten Frauen des Landes, ganz Italien liegt ihr zu Füßen, als sie von REom nach Ferrara reist, zu ihrem dritten Ehemann.
    Wo sie auftaucht, bringt ihre Anmut die bösen Gerüchte über sie zum Verstummen. Doch wird es ihr gelingen, im gefährlichen Spiel um Macht und Reichtum zu bestehen?


    ~+~ Leseeindruck ~+~


    Nach "Der Palast der Borgias" nun "Die letzte Borgia"  von Sahrah Dunant.
    Die Autorin war mir bis dato unbekannt, bis ich ihren ersten Roman über die Borgias gelesen habe. Natürlich ist es für mich ein Muss, die Fortzetzung zu lesen, schon allein wegen Italien.
    Wie im ersten Teil geht es auch in diesem Teil

  15. Cover des Buches Weiße Geheimnisse (ISBN: 9783940206992)
  16. Cover des Buches Babel (ISBN: 9783446261655)
    Kenah Cusanit

    Babel

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92

    1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.

    Mein Fazit:

    Verschachtelte Sätze, philosophische Gedanken - all das mag ich eigentlich, aber der Autor kommt nicht zum Punkt und so habe ich abgebrochen, da mir der Sinn hinter allem fehlte 

  17. Cover des Buches Im Dienst der Gräfin (ISBN: 9783931989811)
    Tereza Vanek

    Im Dienst der Gräfin

    (33)
    Aktuelle Rezension von: SteffiDe
    Cover:
    Das Cover passt zur Geschichte, ich finde es wirklich gut gelungen.

    Klappentext:
    1606: Durch eine Seuche zur Waise geworden, gelangt die 17-jährige Emilia in die Dienste der Gräfin Elisabeth Bathory, der mächtigsten Frau Ungarns. Emilia ist glücklich über die Möglichkeit ihrer Berufung zur Gewandschneiderin folgen zu können, doch schon bald überschatten Todesfälle und Misshandlungen das Leben am Hof. Obwohl Emilia in der Gunst der Gräfin steht, die ihre Fähigkeiten schätzt und ihr vertraut, erkennt sie eine dunkle Seite an ihrer neuen Dienstherrin. Als sie sich in Istvan verliebt, der ebenfalls schicksalshaft mit Elisabeth verbunden ist, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu und Emilia gerät in einen lebensgefährlichen Strudel aus seelischen Abgründen und politischen Ränkespielen.

    Meinung:
    Das Buch hat es geschafft mich in seinen Bann zu ziehen und es läßt sich sehr schön flüssig lesen. Das Buch ist von vorne bis hinten nur Historisch, sehr Spannend und wirklich Interessant. Es gibt Gefühle und Intrigen, Verrat und Mord, Macht und Liebe  und vieles mehr. Kann es empfehlen zu lesen!
  18. Cover des Buches Medici - Die Macht des Geldes (ISBN: 9783442486625)
    Matteo Strukul

    Medici - Die Macht des Geldes

    (65)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Rund vierhundert Jahre lang lenkte die Bankiersfamilie de’ Medici die Geschicke von Florenz und Norditalien. Vom 15. bis 18. Jahrhundert war sie eine der einflussreichsten Dynastie Italiens, aus der Großherzöge der Toskana, drei Päpste und zwei Königinnen von Frankreich hervorgingen. 

    Die Medici erwarben ihren Reichtum im Textilhandel und begründeten um 1410 ein modernes Bankwesen. Sie dominierten – auch durch ihre Beziehungen zum Papsttum – die europäische Finanzwelt der frühen Neuzeit. Ihr Mäzenatentum ermöglichte und prägte die Renaissance in Florenz. Dieser Band erzählt vom Aufstieg der Familie.

    Im Februar 1429 stirbt Giovanni de Medici. Seine Söhne Cosimo und Lorenzo übernehmen die Geschäfte in dem florierenden Bankhaus. Lorenzo, der kühle Rechner und heißblütige Kämpfer, und Cosimo, der feinsinnige Kunstliebhaber und taktisch kluge Politiker. Ihr eigener Lebensstil ist eher bescheiden, doch sie wenden viel Geld auf, um die Schönheit und den Ruhm ihrer Heimatstadt zu mehren. Cosimo finanziert den Bau der Kuppel auf dem Dom, das Bankhaus Medici stellt Geld zur Verfügung um Söldnerhauptmänner wie Francesco Sforza zu bestechen und die politischen Interessen der Stadt Florenz zu wahren. Dennoch haben die Medici Feinde, einige davon mit großem Einfluss im Stadtrat. Zu ihnen gehört Rinaldo degli Albizzi, der nichts unversucht lässt, um den Medici zu schaden und der auch nicht vor Mordversuchen zurückschreckt. Ihm gelingt es, die Medici-Brüder aus der Stadt verbannen zu lassen und selbst die Herrschaft in Florenz an sich zu reißen. Doch er scheitert katastrophal. Schon nach einem Jahr holt der Stadtrat Cosimo und Lorenzo zurück. Und wieder stürzen sich beide in die Arbeit, für das Gemeinwohl und für ihre Heimatstadt Florenz.

    Matteo Strukul führt seine Leser mitten hinein in eine unruhige, gefährliche Zeit, lässt sie regelrecht die giftige Atmosphäre einatmen, die Florenz und den Norden Italiens in der Mitte des 15. Jahrhunderts beherrschte. Es geht um Macht und Einfluss.

    Der Leser bekommt den Eindruck, dass der Autor seinen Roman auf einer genauen Recherche aufgebaut hat. Er versucht, möglichst nahe bei der Realität zu bleiben. Dennoch werden wichtige vorhandene Informationen dem Leser vorenthalten, wie durch einfaches Googlen leicht herauszufinden ist. Nur als Beispiel: Für den Sturm Rinaldos und seiner Getreuen auf den Palazzo gab es einen Grund. Rinaldo degli Albizzi und andere Führer der Partei wurden in den Palast vorgeladen, um Anschuldigungen eines Komplotts gegen den Staat zu entgegnen. Rinaldo antwortete, indem er achthundert bewaffnete Anhänger zusammenrief. Eine Revolution wurde nur durch die Intervention Papst Eugens IV. abgewendet, der sich zu der Zeit in Florenz aufhielt.

    Die Figurenzeichnung ist nicht gerade ausgeprägt. Die Medici und ihre Verbündeten sind generell weiß und ihre Gegenspieler schwarz charakterisiert. Grautöne finden sich so gut wie gar nicht. Die Handlung scheint auch mehr eine Biografie und weniger ein Roman zu sein. Statt einer zusammenhängend spannenden Handlung werden kurze Episoden aus dem Leben einzelner Personen gegriffen.  Einen Teil Fiktion dürfte es dennoch geben. Daher gliedere ich den Roman irgendwo zwischen Biografie und historischer Erzählung ein. Unter einem Roman stelle ich mir jedoch mehr vor.

    Matteo Strukul gelingt es, vor allem Cosimo als einen Menschen darzustellen, der vorausschauend dachte, politisch in einem fast schon europäischen Rahmen, und dem daran gelegen war, den Ruhm seiner Vaterstadt vor allem durch Kunst und Kultur zu mehren. Und wer Florenz kennt, dem wird beim Lesen bewusst, welche großartige Kunstwerke und Gebäude die Welt der finanziellen Unterstützung Cosimo de Medicis verdankt.

    In diesem Buch geht es um das Fundament der Macht, welche die Medici aufbauen und über einen langen Zeitraum halten konnten. Dieses Fundament legten Lorenzo und Cosimo wohl gemeinsam, aber Cosimo war offenbar derjenige, der mit seinen Ideen und klugen politischen Schachzügen der Vordenker war. In Florenz wird er "il Vecchio", der Alte, genannt, der Gründer einer großen Dynastie. Als älterer Bruder war er Herr des Hauses Medici und seine Verdienste um Florenz so groß, dass seine Stadt ihn mit dem Titel "Vater des Vaterlandes", pater patriae, ehrte.

    Eine ebenso wichtige Rolle spielt das Familienleben, die Verbundenheit der Familie untereinander. Dabei entstehen spannende Charakterbilder der einzelnen Familienmitglieder, vor allem Cosimos und Lorenzos, aber auch ihrer Mutter Piccarda und ihrer Ehefrauen Contessina und Ginevra. Lorenzo und seine Frau Ginevra stehen dabei allerdings im Schatten Cosimos und seiner Contessina.

    Ebenso interessant, jedoch nicht unbedingt vielschichtig, ist das Charakterbild Rinaldo degli Albizzis.

    Natürlich kann auch der Autor in einigen Fällen nur spekuliert haben. Dennoch ist es ihm gelungen, ein stimmiges Bild zu schaffen, welches wir als Leser gut annehmen können.

    Wie es zu bestimmten Entwicklungen kam, wird jedoch zu wenig beleuchtet. Darüber hinaus habe ich mit den Personen nicht wirklich mitgefiebert. Es war die ganze Zeit immer eine gewisse Distanz da. Dies wurde sicher auch durch die Perspektivwechsel mitten im Absatz begünstigt. Plötzlich war man in der Gedankenwelt von jemand anderem drin. Die Gespräche der Personen untereinander wirkten teilweise sehr unglaubhaft und gestellt.

    Nur bei dem fiktiven Schweizer Söldner Richard Schwartz und der Mörderin Laura Ricci wird ein Blick in die Vergangenheit gewagt und so analysiert warum diese Personen so geworden sind. Ganz schlimm fand ich die Sexszenen. Diese waren glücklicherweise nur kurz geschrieben, entsprachen jedoch nicht der damaligen Zeit. Entweder wurde die Liebe zu der Person in der Szene überhöht oder es war einfach nur abstoßend. Dies lag durchaus auch an den Personen, die Sex miteinander hatten, aber meist hatten diese Szene irgendwie einen krankhaften Touch.

    Ein Roman-Portrait, das kaum Spannung vermittelt, und wenig wissenswerte Fakten. Das Buch liest sich flüssig und ist durchaus geeignet, seinen Lesern ein paar interessante und durchaus auch vergnügliche Stunden zu bescheren. Doch von einem historischen Roman ist das Werk noch weit entfernt.

    Sicher war das ein und andere dabei das ich nicht gewusst habe. Ich hätte mir dennoch gewünscht, dass der Autor mehr auf die Charaktere eingegangen wäre. Was bleibt, ist eine leichte, unterhaltsame Lektüre. Genau das richtige wen sich einer an das Genre Historische Roman herantasten möchte, ohne gleich davon erschlagen zu werden. Ein gutes hat das Buch auf jeden Fall, ich werde mir weitere Lektüre über die Familie Medici gönnen.

  19. Cover des Buches Die Fotografin - Am Anfang des Weges (ISBN: 9783734106576)
    Petra Durst-Benning

    Die Fotografin - Am Anfang des Weges

    (120)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Mimi Reventlow ist anders als die Frauen im Jahr 1911. Sie will Fotografin werden und hat ein Talent dafür und frönt ihrer Leidenschaft. Sie macht sich auf ihren Onkel zu besuchen, von dem sie einiges gelernt hat zum Thema Fotografie. In Laichingen ist alles anders und die Bürger gehen ihren gewohnten Gang. Mimi wirbelt alles durcheinander und kommt nicht nur selbst fast ins straucheln.... Petra Durst-Benning mag ich eigentlich ganz gerne, aber hier übertreibt sie es. Schön ist, dass es bei mir in der Gegend spielt und man echt viel aus der damaligen Zeit lernt und mit bekommt. Mimi ist auch sympathisch, aber leider hat das Buch viele Längen und wirkt oft zäh und zu lang gezogen. Einen richtigen Cliffhanger gibts für mich auch nicht und so sind mir die weiteren Bände egal. Schade, denn der Start des Buches war echt richtig gut und spannend, aber dann wird es leider all zu oft banal.

  20. Cover des Buches Die rote Antilope (ISBN: 9783423215459)
    Henning Mankell

    Die rote Antilope

    (75)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    Molo wird von dem schwedischen Naturforscher Hans Bengler aus seiner afrikanischen Heimat mit nach Schweden genommen. Bengler meint es eigentlich gut mit dem Kind, was er von nun an Daniel nennt, denn dessen ganze Familie ist von Weißen ermordet worden und er möchte sich um das Kind kümmern. Er bedenkt dabei allerdings nicht, was es für dieses Kind bedeutet seiner Heimat, seinen Wurzeln, seiner Kultur und seines Glaubens entrissen zu werden. Erst in Schweden stellt sich heraus, dass er dem Kind damit keinen Gefallen getan hat.

    Henning Mankell hat hier einen intensiven Roman geschrieben, der mich sehr berührt und streckenweise auch sehr zum Nachdenken gebracht hat. Er beleuchtet eindrücklich, was Sehnsucht und Heimweh mit einem Menschen machen können, der seinen Wurzeln entrissen wurde. Das Buch ist so geschrieben, dass man es schnell weglesen kann, die schwere Thematik und manch schlimme Szene haben mich allerdings immer wieder auch innehalten lassen. Dem Kind Molo/Daniel fühlte ich mich sehr nah und habe immer wieder unfassbares Mitleid mit ihm empfunden. Die anderen Charaktere blieben für mich eher oberflächlich, was der Geschichte aber keinen Abbruch getan hat.

    Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen, da es den/die Leser:in wirklich zum Nachdenken bringt. Nur den Anfang fand ich etwas zu lang und ausführlich.

  21. Cover des Buches Das Haus der Bücher (ISBN: 9783947081004)
    Michael Paul

    Das Haus der Bücher

    (14)
    Aktuelle Rezension von: LBS1987

    Basierend auf realen Ereignissen hat der Autor eine sehr spannende Geschichte über ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte geschrieben. Rund um das 'Haus der Bücher' in Königsberg (die Anfänge des heutigen Verlags Gräfe und Unzer) spielt die dramatische, spannende Handlung um einen Buchhändler und Verleger, der im Angesicht des Nationalsozialismus versucht, Literatur zu retten und sich treu zu bleiben. Das Klischee des gewalttätigen, bösen Nazis wird hier ordentlich bedient, auch die des armen Würstchen, dass unter der neuen Herrschaft Chancen sieht. Das ist aber in meinen Augen kein Manko, da der Rahmen stimmt und das ganze wunderbar unterhält und die Spannung gerade zum Ende hin kaum auszuhalten ist. Auch das fundierte Vor- und Nachwort tragen dazu bei, zeugen sie doch von der gründlichen Recherche und Auseinandersetzung des Autors mit dem Thema.

  22. Cover des Buches Die Musik der verlorenen Kinder (ISBN: 9783746632728)
    Mary Morris

    Die Musik der verlorenen Kinder

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Pixibuch
    Das Cover besticht durch die Fassade von Chicago. Ein Buch der leiseren Töne. Hektik wäre hier fehl am Platz. Das Buch erzählt uns die Geschichte von Benny, Napoleon und Pearl. Benny ist der Sohn eines jüdischen Fabrikanten, der Mützen herstellt. Seit sein kleiner Bruder damals im Schneesturm starb und er sich schuldig an dessen Tod führt, ist das Klavierspiel seine einzige Leidenschaft. Hier kann er vergessen. Bei seinen Botengängen für seinen Vater kommt er auch in die nicht so zu empfehlenden Ecken der Stadt. Hier wird Jazz gespielt, was Benny total fasziniert und er eignet sich diesen Stil und diesem Swing an. Napoleon ist ein Waisenkind, er kam aus den Süden nach Chicago und spielt die Trompete wie ein junger Gott, er läßt sie schluchzen, jauchzen und Tierstimmen produzieren. Pearl verliert drei ihrer Brüder bei einem Schiffsunglück, mit den verbliebenen Brüdern und ihren beiden Schwestern betreibt sie eine Bar. In dem Buch erfahren wir, wie diese drei Personen zusammenkommen, lesen über ihr Schicksal, über ihr Leben. Jeder von den Dreien ist unglücklich, mit seinem Leben nicht zufrieden. Wir bekommen Einblick in die goldenen 20iger Jahre des 20. Jahrhunderts. Hier werden fiktive Personen mit Al Capone, Benny Goodman, Duke Ellington, Louis Armstrong vermischt. Das Leben der einfachen Bevölkerung während der Prohibition ist ärmlich und sehr hart und es herrscht überall Arbeitslosigkeit. Und doch ist der Jazz immer und überall zu hören. Mary Morris führt uns in eine andere Welt, sie beschreibt die Wege von Benny derart plastisch, man fühlt sich selbst auf den Wegen in Chicago unterwegs. Mir hat dieses Buch einige Dinge nähergebracht, die ich so noch nicht gesehen habe.
  23. Cover des Buches Tod einer Hofdame (ISBN: 9783945025642)
    Isabella Benz

    Tod einer Hofdame

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Klusi
    Aleydis kann es nicht glauben, dass ihre Schwester den Freitod gewählt haben soll. Dass Belanca nun in ungeweihter Erde verscharrt wird, erscheint ihr unerträglich. Hier wird Aleydis' Geschichte erzählt, wie sie mit allen Mitteln versucht, die Ehre der Familie wieder herzustellen und zu beweisen, dass Belancas Tod kein Selbstmord war.
    Sie nimmt lange, beschwerliche Reisen auf sich, die sie zu Richard Löwenherz führen, denn es gibt Anzeichen, die darauf hinweisen, dass er etwas mit Belancas Tod zu tun haben könnte bzw. Näheres darüber weiß. Als sie ihn endlich sprechen kann, sichert er ihr seine Hilfe zu. Doch auch seine Möglichkeiten sind begrenzt, denn er befindet sich auf Burg Dürnstein in Gefangenschaft.
    Aleydis muss eigenständig ermitteln, wobei sie von den Männern ihrer Familie immer wieder behindert wird, denn sowohl ihr Ehemann als auch ihr Bruder und ihr Schwager sind der Meinung, dass ihre Unternehmungen für eine Frau nicht schicklich sind und dem Ruf der Familie eher noch schaden.
    Aleydis' Auflehnung erfolgt mehr innerlich, wenn sie in Gedanken immer wieder Streitgespräche mit den drei Männern durchgeht. Man merkt sehr deutlich, dass ihre Möglichkeiten eingeschränkt sind und sie immer wieder an ihre Grenzen stößt. Dass sie auch nicht so einfach zu Richard Löwenherz gehen kann, um sich mit ihm zu beraten, macht die Sache nicht leichter. Dazu kommt, dass sie sich mit ihren Nachforschungen schwer tut und gerne das eine oder andere Detail übersieht. So recht überzeugen konnte sie nicht in ihrer Rolle als „Ermittlerin“, und der Handlungsablauf, die Reaktionen der Charaktere sowie letztendlich die Beweggründe des Mörders waren für mich nicht völlig nachvollziehbar.
    Aber der Schreibstil ist gut; die Autorin hat ihre Kriminalgeschichte in eine sehr reale historische Szenerie eingebaut und mit viel Hintergrundwissen rund um Richard Löwenherz und seine Gefangenschaft ausgeschmückt. Diese solide historische Grundlage hat mir ausnehmend gut gefallen, und letztendlich spiegeln Aleydis' Erfahrungen in diesem Fall ja nur das damalige Frauenbild wieder.
    Das ganze Umfeld um diese fiktive Geschichte macht einen gut recherchierten und korrekt wiedergegebenen Eindruck. Bis auf kleine Zweifel, die ich bereits genannt habe, hat mir der Roman insgesamt gut gefallen.
  24. Cover des Buches Sommervogel (ISBN: 9783864122040)
    Hanna Dunkel

    Sommervogel

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Coral
    Die Geschichte der Nikoline hat mich sehr bewegt. Der Autorin ist es gelungen, aus einem "historischen Kriminalfall" einen wunderbaren Roman zu schreiben. Sehr gut recherchiert, ihr ist es gelungen, die sicher eher "trockenen" Gerichtsakten in eine berührende Geschichte umzuwandeln.

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