Bücher mit dem Tag "historischer roman"
3.366 Bücher
- George R. R. Martin
Game of Thrones
(5.521)Aktuelle Rezension von: KlaraWg„A Song of Ice and Fire“ Game of Thrones ist eine beeindruckende und zugleich anspruchsvollste Fantasy-Reihen der Gegenwart. Der Autor erschafft eine düstere, realistische Welt voller Machtkämpfe, Intrigen und moralisch ambivalenter Figuren, in der es keine strahlenden Helden und kaum eindeutige Wahrheiten gibt. Gerade die enorme Tiefe der Charaktere macht den besonderen Reiz aus: Jede Figur handelt aus nachvollziehbaren Motiven heraus, selbst dann, wenn diese grausam oder egoistisch erscheinen.
Die Handlung ist geprägt von politischen Ränkespielen, überraschenden Wendungen und einer ständigen Bedrohung durch Gewalt und Verrat. Drachen, uralte Mächte und mythologische Elemente sind zwar vorhanden, stehen jedoch nie im Vordergrund, sondern fügen sich organisch in die komplexe Welt ein. Dadurch wirkt die Geschichte ungewöhnlich glaubwürdig, erwachsen und beklemmend.
Der Einstieg fiel mir allerdings schwer. Die teilweise sehr derbe, rohe Ausdrucksweise sowie die explizite Darstellung von Gewalt haben mich zunächst abgeschreckt, so sehr, dass ich mehrfach neu beginnen musste. Den Stil war stellenweise vulgär, drastisch und mitunter repetitiv. Dabei hängt die Wortwahl stark von der jeweiligen Perspektivfigur ab, aus deren Sicht das Kapitel erzählt wird, was die Unterschiede im Ton erklärt, aber nicht unbedingt angenehmer macht.
Im Vergleich zur Fernsehserie „Game of Thrones“ sind viele Szenen in den Büchern sogar noch deutlich direkter und expliziter formuliert, sowohl in Bezug auf Gewalt als auch auf Sexualität. Diese sprachliche Härte passt zwar zur gnadenlosen Welt der Geschichte, ist jedoch nicht für jeden leicht zu lesen. Auch der Schreibstil selbst ist nicht unbedingt überwältigend, sondern eher nüchtern und funktional. Seine Stärke liegt weniger in sprachlicher Schönheit als in der erzählerischen Wucht und Komplexität der Handlung.
Hat man sich jedoch eingelesen, entfaltet die Reihe eine enorme Sogwirkung und belohnt mit außergewöhnlicher Spannung, vielschichtigen Figuren und einer epischen Geschichte, die lange nachwirkt. Für Leserinnen und Leser, die politische, düstere und anspruchsvolle Fantasy schätzen, gehört „A Song of Ice and Fire“ zweifellos zu den herausragendsten Werken des Genres.
- Jane Austen
Stolz und Vorurteil
(4.080)Aktuelle Rezension von: S_MaltViel gibt es nicht zu sagen.
Zur Handlung sei der Klappentext gelesen.
Ein Klassiker, der es verdient, gelesen zu werden.
Ein bisschen Downton Abbey - ein bisschen Buddenbrooks; im sehr gefälligen Stil einer wunderbaren Autorin geschrieben.
Protagonisten, die man miterlebt, herrlich gezeichnet!
Ein Roman, der Gesellschafts-Kritik hinter der richtigen Portion an Romantik aufzeigt.
Kennt man zudem ein wenig die geschichtlichen Hintergründe, ist dieser Roman eine ganz klare Leseempfehlung!
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.702)Aktuelle Rezension von: JosefineEin Meisterwerk.
Was macht dieses Buch so besonders? Alles!
Markus Zusaks Schreibstil ist unglaublich und wunderschön, leider findet man so etwas zur Zeit selten. Das Buch ist ja nun auch fast schon 20 Jahre alt.
Die Charaktere: sie haben Ecken und Kanten, Eigenheiten, sie werden lebendig und man denkt, tatsächlich am Leben dieser Menschen teilhaben zu können. Auch die Sprache mit dem Bayrischen Ausdrücken ist unglaublich gut recheriert, hier merkt man dass der Autor deutsche bzw. österreichische Wurzeln hat. Es gibt den Charakteren große Glaubwürdikgeit, es wäre nicht passend in einer ländlichen Gegend in der Nähe von Münschen seine Protagonisten lumpenreines Hochdeutsch sprechen zu lassen.
Die Story: es gibt schöne Momente und absolut tragische. Liesels Leben während der Zeit des zweiten Weltkrieges wird aus der Sicht eines jungen heranwachsenden Mädchens erzählt. Nach und nach erweitert sich ihre Sichtweise. Das Buch hat mich oft schmunzeln lassen und zum Weinen gebracht.
Die Perspektive des Todes: Zu Beginn, sehr gewöhnungsbedürftig, aber es bereichert das Buch umso mehr.
Die Bücherdiebin gehört in jeden Bücherschrank. Ich finde es schade, das Buch erst jetzt gelesen zu haben. - Diana Gabaldon
Feuer und Stein (Outlander 1)
(2.690)Aktuelle Rezension von: dorothea84Mit Feuer und Stein beginne ich endlich die Outlander-Saga – ein Buch, das schon lange auf mich gewartet hat.
Claire Randall ist eine Protagonistin, die man schnell ins Herz schließt. Sie ist klug, vielschichtig und wirkt durchgehend authentisch. Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen, ihre innere Stärke – all das macht sie zu einer Figur, der ich sehr gerne weiter folgen möchte.
Jamie wirkt zu Beginn eher wie eine Randfigur. Doch je mehr er in den Fokus rückt, desto klarer wird, warum diese Figur für so viele Leser*innen ikonisch geworden ist.
Besonders stark ist die Atmosphäre. Schottland wird lebendig beschrieben – die Landschaft, die Stimmung, die historischen Details. Beim Lesen habe ich regelrecht Sehnsucht gespürt, selbst wieder dorthin zu reisen.
Ja, das Buch hat Längen. Manche Passagen ziehen sich. Doch da ich über mehrere Tage gelesen habe, fiel das für mich weniger stark ins Gewicht.
Ein intensiver, atmosphärischer Reihenauftakt mit starken Figuren und historischem Flair – der Lust auf die weiteren Bände macht.
- Jonas Jonasson
Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(5.962)Aktuelle Rezension von: annalogWahnsinnig witzige Idee, die Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Hier gibt es die Geschichte des 100-jährigen, der vor seiner Geburtstagsparty flüchtet und dabei so allerhand erlebt. Es gibt immer wieder Rückblicke auf sein Leben und auch da hat er Dinge erlebt, die mich kopfschüttelnd zurückgelassen haben.
Mir ist übel aufgestoßen, dass das N-Wort verwendet wurde. Ich hatte hoffentlich noch eine ältere Version und in den neueren ist das hoffentlich überarbeitet? - Ken Follett
Die Säulen der Erde
(6.261)Aktuelle Rezension von: LuliaDer Roman spielt im 12. Jahrhundert des fiktiven englischen Ortes Kingsbridge in dem eine Kathedrale gebaut werden soll, dessen Bau sich über viele Jahre hinweg erstreckt und dabei mehrere Handlungsstränge miteinander verknüpft, die wiederum voller politischer, religiöser und menschlicher Intrigen und Tragödien sind. Die atmosphärisch sehr dichte Handlung ist vielschichtig aufgebaut und überzeugt durch die vielen historischen Details, die sehr authentisch wirken.
Bei den Protagonisten stehen Tom Builder, Prior Philip, Jack Jackson, Aliena und Wiliam Hamleigh im Mittelpunkt der Handlung und werden sehr facettenreich und lebendig dargestellt. Relevante Nebenprotagonisten bereichern die Handlung und tragen zusätzliches Facettenreichtum zur Geschichte bei.
Wer vielschichtige und sehr atmosphärische historische Romane mit Spannung und lebendigen Figuren mag, wird hier fündig.
Der Schreibstil ist detail-, bildreich und erklärt komplexe Zusammenhänge gut verständlich.
Insgesamt kann ich das Buch sehr empfehlen. - George R. R. Martin
Das Lied von Eis und Feuer 02
(2.033)Aktuelle Rezension von: buchgestapelWorum geht’s?
Auch wenn ein verheerender Krieg aufzuziehen droht, glaubt Eddard Stark noch immer daran, dass sich alles zum Guten wenden wird. Nachdem dann auch noch König Robert stirbt, droht das gesamte Reich unterzugehen – wenn es nicht eine Chance gäbe, die rebellierenden Völker wieder zu vereinen.
Meine Meinung
Band eins der Reihe konnte mich auf jeden Fall überzeugen, auch wenn die vorherrschende Gewalt natürlich ein Punkt war, der nicht unbedingt jeden ansprechen wird und auch mich nicht immer begeistert hat. Nichtsdestotrotz war ich schon sehr gespannt darauf, wie es mit Familie Stark, ihren Anhängern und ihren Feinden weitergeht, deswegen konnte ich Band zwei dann auch nicht wirklich lange im Regal liegen lassen.
Die wechselnden Perspektiven haben mir auch hier wieder gut gefallen, primär weil die Handlung an unterschiedlichen Orten nun insgesamt an Fahrt aufgenommen hat und es somit kaum Momente gab, die sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen haben. Da ich mich mittlerweile auch wesentlich besser innerhalb des Settings zurechtgefunden habe, habe ich mich gleichzeitig auch wesentlich leichter damit getan, der eigentlichen Geschichte zu folgen und war wesentlich weniger darauf angewiesen, mir die Karten und die Anhänge anzuschauen.
Auch die Figuren selbst fand ich mittlerweile wesentlich interessanter, da man bei den meisten schon die ein oder andere Motivation erkennen konnte und es somit wesentlich spannender war, ihr Handeln und ihre Interaktion mit anderen Charakteren zu beobachten. Da man zumindest den Großteil der Figuren schon einen Augenblick lang begleitet hat, war die Charakterentwicklung hier dann auch wesentlich interessanter, als das zu Beginn für mich der Fall war.
Überzeugen konnte mich auch das Tempo der Geschichte, da der durchaus monumentale Charakter zwar konstant geblieben ist, ich mich beim Lesen aber trotzdem nicht gelangweilt habe. Teilweise war ich sogar sehr positiv überrascht davon, wie kurz mir das Buch insgesamt vorgekommen ist. Die Gesamtseitenlänge war nichtsdestotrotz nötig, um die Handlung insgesamt im Buch unterzubringen – auch wenn ich persönlich sehr froh darüber bin, dass die Bände in der deutschen Übersetzung nicht ganz so lang sind wie in der Originalfassung bzw. auf zwei Bücher aufgeteilt wurden.
Fazit
Bisher konnte mich diese Reihe auf jeden Fall überzeugen, auch wenn ich persönlich kein allzu großer Fan der vorherrschenden Gewalt in dieser Geschichte bin. Die zahlreichen Figuren, ihre Ränkespiele und Motivationen untereinander fand ich aber wirklich spannend zu verfolgen, weshalb ich jetzt schon sehr gespannt auf Band drei der Reihe bin.
Dafür gibt es viereinhalb Bücherstapel von mir.
- Diana Gabaldon
Outlander - Die geliehene Zeit
(1.486)Aktuelle Rezension von: Glenn_HarrowGabaldon wirft eine Frau aus dem 20. Jahrhundert in den schottischen Hochlanden des 18. Jahrhunderts und schaut was passiert. Was passiert, ist mehr als erwartet – ein Roman der sich nicht entscheiden kann ob er Abenteuer, Liebesgeschichte oder Historienroman sein will, und der genau deshalb funktioniert. Vier Sterne weil die Länge gelegentlich auf Kosten der Präzision geht. Aber wer einmal drin ist, kommt nicht leicht raus.
- Ken Follett
Sturz der Titanen
(1.307)Aktuelle Rezension von: shrimpdumplingIch fand den Prolog so dermaßen toll, dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Er hat mich direkt in die Geschichte gezogen und dafür gesorgt, dass ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.
Am meisten geliebt habe ich, wie verstrickt die Charaktere und ihre Geschichten miteinander sind. Obwohl es so viele verschiedene Figuren gibt, hatte ich nie Probleme, den Überblick zu behalten. Im Gegenteil: Ich fand es unglaublich spannend zu sehen, wie sich ihre Wege immer wieder kreuzen und wie ihre Schicksale miteinander verbunden sind.
Mein Lieblingscharakter war definitiv Billy. Seine Geschichte hat mich am meisten interessiert und ich habe mich immer besonders auf seine Kapitel gefreut.
Außerdem fand ich es faszinierend, historische Ereignisse durch die Augen so vieler unterschiedlicher Menschen zu erleben. Dadurch wirkte die Geschichte lebendig und nie wie trockener Geschichtsunterricht.
Der einzige Punkt, der mich manchmal etwas ausgebremst hat, waren die sehr detaillierten Beschreibungen einiger Kriegsszenen. Diese Passagen waren mir stellenweise etwas zu lang, sodass ich eher darüber geflogen bin, weil mich die Figuren und ihre persönlichen Geschichten deutlich mehr interessiert haben.
Insgesamt hat mir das Buch aber unglaublich gut gefallen. Die Mischung aus Geschichte, Politik, Krieg und den miteinander verwobenen Lebensgeschichten der Charaktere hat mich komplett überzeugt, und ich freue mich schon darauf, die weiteren Bände der Reihe zu lesen.
- Leo Tolstoi
Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)
(516)Aktuelle Rezension von: Itsnotabout_HappyendingsTolstois "Krieg und Frieden" ist ein zeitloses Meisterwerk, das die Schicksale russischer Adelsfamilien während der napoleonischen Kriege verfolgt, insbesondere die Entwicklungen von Pierre Besuchow, Andrej Bolkonski und Natascha Rostowa. Der Roman verbindet persönliche Geschichten mit historischen Ereignissen und zeigt die psychologische Tiefe der Charaktere. Besonders eindrucksvoll sind Pierres und Nataschas Wandlungen. Tolstois schonungslose Darstellung des Krieges, insbesondere der Schlacht von Borodino, entlarvt heroische Mythen und thematisiert die Sinnlosigkeit des Krieges sowie die Rolle des Individuums in der Geschichte.
Die Detailtreue des russischen Gesellschaftslebens im 19. Jahrhundert ist bemerkenswert, auch wenn die Vielzahl an russischen Namen und die Länge des Romans eine Herausforderung darstellen können.
Empfohlen für:
- Liebhaber komplexer Literatur
- Geschichtsinteressierte
- Leser philosophischer Themen
- Fans tiefgehender Charakterentwicklung
Weniger geeignet für:
- Leser, die schnelle Unterhaltung suchen
- Personen, die lange philosophische Passagen vermeiden
- Leser, die Schwierigkeiten mit vielen Charakteren und Handlungssträngen haben
Ein hilfreicher Tipp für das Lesen ist, eine Liste der Hauptcharaktere und deren Beziehungen zu erstellen.
- Daniel Kehlmann
Die Vermessung der Welt
(3.458)Aktuelle Rezension von: bibliofuechschenWährend Humboldt die Welt bereist und Nachforschungen zur Vermessung der Welt anstellt, ist Gauss der Formel zur Vermessung von zu Hause aus auf der Spur. Zwei brilliante Mänenr ihrer Zeit mit eigenen Methoden, aber ähnlichem Traum.
Mir wurde das Buch von Daniel Kehlmann schon vor einer Weile empfholen und endlich bin ich dazu gekommen es zu lesen. Doch leider konnte ich mich der Euphorie nicht anschließen. Ja, das Buch ist eine Reise in die Vergangenheit. Ja, die beiden Wissenschaftler sind brilliante Köpfe und der biografische Aspekt des Ganzen ist wirklich interessant. Ja, es gibt einige wirklich gute Zitate und unterhaltsame Episoden, aber alles in allem, haben mich weder Schreibstil noch die beiden Charaktere sehr überzeugen.
- Patrick Süskind
Das Parfum
(10.270)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrZuallererst, Patrick Süßkind hat es geschafft Jean-Baptiste Grenouille als das größte Ekel der Menschheit darzustellen. Ein wirklich unangenehmer Charakter, in dessen Kopf man nicht stecken möchte.
Leider hat sich die Geschichte etwas in den ausschweifenden Details verloren. Auch die Aufzählung sämtlicher Straßennamen aus Paris, haben mich am Anfang sehr gestört. Im Großen und Ganzen gehört "das Parfüm" für mich zu einem der Klassiker, den man nicht unbedingt gelesen haben muss. Ich gehe sogar soweit zu sagen, der Film hat mir das erste Mal besser gefallen, als das Buch.
- George R. R. Martin
Das Lied von Eis und Feuer 03
(1.622)Aktuelle Rezension von: buchgestapelWorum geht’s?
In Westeros ziehen dunkle Zeiten auf, als nach dem Tod von König Robert die Frage um seine Nachfolge geklärt werden soll. Vier Könige sind dabei drei zu viel – und so muss Robb Stark nicht nur alles dafür tun, um als König des Nordens zu bestehen, sondern auch seine Familie beschützen, die in den Händen der Lennisters alles andere als sicher ist.
Meine Meinung
So lange wie ich diese Reihe vor mir hergeschoben habe, mit umso mehr Begeisterung arbeite ich mich aktuell durch die Bände. Auch Band drei hat mich wieder gut unterhalten, wobei ich noch immer ein paar Probleme dabei habe, die zahlreichen Nebenfiguren und Schauplätze sauber auseinanderzuhalten.
Mit dem Schreibstil komme ich mittlerweile sehr gut zurecht und lese ihn tatsächlich auch gerne, was es leicht macht, recht schnell voranzukommen. Auch der Handlungsbogen konnte mich hier recht schnell packen, da die häufigen Perspektiv- und Ortswechsel eine hohe Dynamik mit sich bringen und praktisch keine unnötigen Längen zulassen.
Schwierig wurde es für mich daher tatsächlich nur bei den Allianzen, Intrigen und taktischen Schachzügen, da ich noch immer ein relativ großes Problem mit den Namen der zahlreichen Nebenfiguren habe und mich nicht so leicht mit der Orientierung tue. In Hinblick auf das Geschehen ist zwar bisher noch nicht weltbewegend viel passiert, Tempo und Ereignisse haben mich aber trotzdem auf keinen Fall gelangweilt und machen neugierig darauf, was mit Familie Stark und ihren Gegenspielern noch so alles passieren wird.
Fazit
Auch wenn ich mich bei den ganzen Namen ehrlicherweise noch immer ein bisschen orientierungslos fühle, hatte ich auch hier wieder viel Freude beim Lesen. Für das Setting und den Handlungsbogen lohnen sich die kleinen Unsicherheiten daher in meinen Augen auf jeden Fall, auch wenn man so wirklich aufpassen muss, um der Geschichte folgen zu können.
Dafür gibt es vier Bücherstapel von mir.
- Cassandra Clare
Clockwork Angel
(2.094)Aktuelle Rezension von: i1arieDa ich mich gerade mittten im Schattenjäger Universum befinde, musste ich auch die Clockwork Reihe von Cassandra Clare lesen. Ich war positiv überrascht.
Ich muss sagen, dass ich anfangs skeptisch war, da mich die Bücher von ihr bisher nicht umgehauen haben und dieses hier im viktorianischen Zeitalter spielt. Daher war ich nicht überzeugt, ob ich es mögen würde.
Dennoch wurde ich eines besseren belehrt, die Story war sehr spannend und auch abwechslungsreich. Es war sehr schön zu lesen, besonders da es einige bekannte Gesichter gibt und es schön war von denen zu lesen. Es war erfrischend etwas mit Hintergrundwissen zu einigen Charakteren zu erhalten. Auch waren einige Vorfahren der Saga Teil von Band 1.
Ich bin auf jeden Fall neugierig, wie es weitergeht. Mir gefällt diese Reihe bisher besser als die Schattenjägerbücher aber es bleibt natürlich abzuwarten.
Optisch habe ich hier die Bücherbüchsen Ausgabe mit dem Farbschnitt des Clockwork Angels was sehr gut zum thematischen Inhalt und Cover passt.
- Thomas Mann
Buddenbrooks
(2.427)Aktuelle Rezension von: HarryPlotterDie Buddenbrooks ist kein optimistischer Roman. Im Mittelpunkt stehen Johann Buddenbrook und später seine Kinder Thomas und Tony; am Ende bleibt nur noch Hanno. Man erlebt, wie die Familie nicht nur an gesellschaftlichem Ansehen verliert, sondern allmählich zerfällt.
Schon zu Beginn wird deutlich, dass alles auf einen Niedergang hinausläuft. Während sich gesellschaftliche Verhältnisse und Machtstrukturen verändern, versuchen Thomas und Tony, den Namen und die Würde der Familie zu bewahren – doch die neuen Zeiten sind unerbittlich. Viele Nebenfiguren verstärken dieses Bild einer Welt, die zunehmend überholt wirkt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn einige Passagen – besonders um Hanno – etwas schwerfällig waren.
- Maja Lunde
Die Geschichte der Bienen
(1.087)Aktuelle Rezension von: EllenKnorrMich hat das Buch hauptsächlich zum Nachdenken gebracht. Gerade die Zukunft rund um Tao hat mich sehr beschäftigt. Ich glaube man ist sich gar nicht so recht bewusst, wie wichtig die Bienen im Alltag wirklich sind.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich etwas Probleme mit den beiden Hauptprotagonisten George und William hatte. Zeitweise konnte ich die beiden Männer und deren Umgang mit ihren eigenen Familie nicht verstehen. Ich wäre am liebsten ins Buch gesprungen und hätte beide schütteln können für ihre engstirnige, kaltherzige Art.
Fazit: Für mich eine klare Leseempfehlung.
- Andrzej Sapkowski
Der letzte Wunsch
(857)Aktuelle Rezension von: hackenoh„Der letzte Wunsch“ ist kein klassischer Roman, sondern eine Sammlung miteinander verbundener Kurzgeschichten. Gerade das macht den Einstieg in die Witcher Welt so besonders. Stück für Stück lernt man Geralt von Riva kennen und bekommt einen Eindruck davon, wie diese Welt funktioniert.
Düsterer Ton und moralische Grauzonen
Was mir besonders gefallen hat, ist der Ton der Geschichten. Die Welt ist rau, oft brutal und selten eindeutig. Entscheidungen sind selten klar richtig oder falsch. Genau diese moralischen Grauzonen machen die Geschichten so interessant und unterscheiden sie deutlich von vielen anderen Fantasybüchern.
Märchen neu erzählt
Viele Geschichten greifen bekannte Märchen auf und drehen sie in eine deutlich düstere Richtung. Dadurch entstehen sehr originelle Episoden, die gleichzeitig vertraut und völlig neu wirken.
Fazit
„Der letzte Wunsch“ ist ein faszinierender Einstieg in die Witcher Reihe. Die Geschichten sind atmosphärisch, klug geschrieben und zeigen sofort, warum diese Welt so viele Leser begeistert. Ein sehr starker Beginn einer der bekanntesten modernen Fantasyreihen.
- Lucinda Riley
Die sieben Schwestern
(1.338)Aktuelle Rezension von: VanessaMia„Die sieben Schwestern“ ist der gelungene Auftakt einer Reihe, in der es um das Herausfinden der wahren Herkunft & Identität jeder einzelnen Schwester geht. Lucinda Riley hat dabei jeder Schwester ein eigenes Buch gewidmet. Band 8 erzählt dann die Geschichte von Pa Salt. Dem geheimnisvollen Mann, der all seine Töchter auf der ganzen Welt gesucht, gefunden, adoptiert & nach Atlantis, dem gemeinsamen Zuhause am Genfer See, gebracht hat.
In diesem Buch geht es um Maia, deren Wurzeln im Herzstück Brasiliens, in Rio de Janeiro, liegen. Da ich selbst in Rio geboren wurde, war diese Geschichte für mich, wie eine wundervolle Reise in mein eigenes Herkunftsland. Mit Maia auf Spurensuche zu gehen, hat mir ganz große Freude bereitet. Lucindas Schreibstil ist atemberaubend und so konnte ich tief in die Geschichte eintauchen, mich fallen lassen & mit den Zeilen jeder Seite verschmelzen. Ich freue mich auf jeden weiteren Band dieser wundervollen Reihe.
- Diana Gabaldon
Outlander - Der Ruf der Trommel
(922)Aktuelle Rezension von: Moelli116Die Fortführung der Geschichte von Claire ist hier wieder sehr gelungen. Sie erleben viele Abenteuer die spannend erzählt sind.
Ich finde den Teil der Geschichte über die Tochter Brianna teilweise etwas langatmig. Leider ist das Verhältnis zwischen Brianna und Roger zu sehr eine Kopie von Claire und Jamie.
- Carlos Ruiz Zafón
Das Spiel des Engels
(1.412)Aktuelle Rezension von: Das_LesedingIch habe mich so auf ein neues Buch von Carlos Ruiz Zafón gefreut, aber es war so enttäuschend! Natürlich habe ich diesen Roman mit „Der Schatten des Windes“ verglichen. Natürlich muss sich ein weiterer Roman mit dem davor Messen können. Besser sollte es werden, nicht schlechter.
Die Idee der Geschichte ist gut, allerdings verzettelt sich Carlos Ruiz Zafón mit den vielen Handlungssträngen und löst sie einfach nicht auf. So bin ich nach dem Lesen nicht wirklich schlau aus einigen Teilen des Buches geworden und dies ärgert mich. Auch ist der Protagonist so wahnsinnig blass. Ich finde überhaupt keine Beziehung zu ihm und es ist mir schlicht egal, was er erlebt.
Dann wirkt das Buch teilweise gruselig, depressiv, andererseits wieder lieb, verträumt und spannend. Wie es wirklich wirken sollte, weis ich nicht und finde keinen Draht.
Fazit: keine Empfehlung, oder man interpretiert selbst sehr viel ins Buch herein und es stört einen nicht, wenn Themen, die für die Geschichte wichtig sind nicht aufgelöst werden.
- Lin Rina
Animant Crumbs Staubchronik
(1.205)Aktuelle Rezension von: Shontelle_BooksBälle, Männer und Verlobungen – das sollte eigentlich im Kopf einer jungen 17-jährigen Dame aus dem Jahr 1890 in England herumschwirren. Doch bei Animant sind es Bücher, Bücher und noch mehr Bücher! (Wer kennt es nicht🫢)
Bälle sind nur gezwungenes Begleit, um die Güte ihrer Mutter nicht überzustrapazieren.
Doch dann soll Animant nach London zu ihrem Onkel ziehen: Animant wittert Freiheit! Doch sie landet als Assistenz sie bei einem grimmigen jungen Bibliothekar ... der sie scheinbar so gar nicht leiden kann.
Staubchronik ist seit 2018 mein Wohlfühlbuch – mein Zuhause, wenn ich mich in der Buchwelt verloren fühle. Mein Weg führt mich jedes Jahr mindestens einmal zurück zu dieser Geschichte. Eine Geschichte der selbstbewussten Animant und ihrer Ansicht der Welt in einem Zeitalter, welches … nun, wie soll ich sagen, doch gern gegen die Frauen gestimmt war.
Lin Rinas Schreibstil ist so wohlig warm wie ein heißer Tee bei Regen. Diese Geschichte umhüllt mich jedes Mal, als würde ich sie das erste Mal lesen. Eine ruhige, cozy Liebesgeschichte, ungezwungen, gefühlvoll und verspielt. Die Geschichte kann man ohne Probleme mühelos weglesen, der Schreibstil ist bildhaft und charmant. Zurück bleibt: die kribbelnde Wärme der Worte und der Gefühle.
Lin hat hier ein Herzstück für mein Bücherregal gezaubert.
Die Charaktere sind allesamt fantastisch – von der Protagonistin hin zu diversen kleinen Nebencharakteren, die ebenfalls so lebhaft sind, dass sie keine Statisten darstellen.
Animant ist eine junge, freche Dame, welche so gar nicht in das damalige Zeitalter hineinpasst. Genau das macht sie so charmant und sehr humorvoll. Ihre Einstellung und ihr Hitzkopf sind großartig geschrieben, man kann sich in ihre Situationen des Erwachsenwerdens sehr einfühlen, und sie ist sehr nahbar. Ich wäre genauso 1890!
Mr. Reed ist genau nach meinem Geschmack – ein kalkühner, bissig dreinschauender, schöner Mann, der anfangs sehr einfach und naja … reserviert dargestellt wird. Mit der Zeit erweichen seine Gesichtszüge und seine Art (für Animant), und dennoch bleibt er genau so kühl wie am Anfang. Diese Balance ist unfassbar geschrieben, und ich habe das selten so gut dosiert gelesen. Er ist er, und niemand kann ihn ändern: Nur für manche lässt er sein Herz spielen, ein bisschen!
Mein Herz hat ebenfalls Miss Hamilton erobert – sie ist einfach … unverbesserlich und unfassbar genial! Mein kleiner weiblicher Crush!
Die Geschichte ist manchmal ein kleines Auf und Ab und so gefühlvoll geschrieben! Sucht ihr ein cozy Reading ohne Zwang und ohne großes Denken, aber mit viel Herz? Dann seid ihr genau richtig!
- Noah Gordon
Der Medicus
(2.271)Aktuelle Rezension von: einbisschenbuechereiIch hatte schon viel von „Der Medicus“ gehört, trotzdem lag es lange ungelesen auf meinem Regal. Es ist nicht nur ein großartiges Buch, sondern auch eine fesselnde und abenteuerliche Reise auf der wir den Jungen Rob begleiten, während er wissbegierig durch verschiedene Länder streift, um seinen größten Wunsch zu erfüllen.
Es ist ein faszinierendes Buch mit einer bewegenden Geschichte. Obwohl ich kein religiöser Mensch bin, fand ich es interessant, über die Religionen zu lesen, die Rob durchlebt, um seinem Traum näher zu kommen. Es zeigt, wie Rob alles Wissen über die Religionen, die fremden Kulturen und deren Medizin aufnimmt. Es geht um Wissenschaft und Scharlatanerie, sowie um Dinge, von denen man damals glaubte, dass sie helfen, Pferdemist auf abgetrennten Gliedmaßen oder heißes Öl um Wunden auszubrennen.
Liebe, enge Freundschaften, Tod und Verzicht spielen in Robs Leben ebenfalls eine große Rolle. Nichts hält ihn davon ab, seinem Wunsch näher zu kommen. Die Menschen, die er auf seinem Weg kennenlernt, sind sehr spannend. Die Höhen und Tiefen die er erlebt ein riesiges Abenteuer.
Wow, was für ein Buch!
- Ken Follett
Die Tore der Welt
(1.349)Aktuelle Rezension von: Mikey„Die Tore der Welt“ ist die Fortsetzung von „Die Säulen der Erde“ und ca. 200 Jahre später am gleichen Ort, der Abtei und Stadt Kingsbridge, angesiedelt.
Im Prinzip ist es auch fast ein neuer (wenn auch besserer) Aufguss der gleichen Geschichte, es geht wieder um Macht und Intrigen, Gewalt und Liebe. Auch begegnen uns die gleichen Charaktere (in anderen Personen). Es geht diesmal nicht um den Bau einer Kathetrale sondern einer Brücke, wir haben aber wieder den Verhinderer (hier der Prior Godwin), wir haben den von Ehrgeiz zerfressenen Gewaltmensch (Ralph, der Bruder des Baumeisters) und wir haben die vorerst unerfüllbare Liebesgeschichte zwischen Merthin (dem Baumeister) und Caris, einer für die Zeit wieder sehr eigenständigen und fortschrittlichen jungen Frau und späteren Mutter Oberin des Nonnenklosters.
Diesmal haben wir aber auch einen (im Vorgänger - abgesehen vom Kathedralenbau - vermissten) roten Faden, der die Geschichte zusammenhält und erst am Schluss zur Auflösung kommt, nämlich ein Brief, den ein Ritter (Thomas) bei sich trug, als er von seinen Verfolgern bedrängt wurde, und den Merthin, der als Kind Zeuge wurde, vergraben hat. Ein Eid bindet ihn seitdem an Thomas, das Geheimnis zu wahren. Soviel zum Inhalt.
Meine Kritik: Es ist unbestritten so, dass wir es mit einer der Gewalt zugeneigten Zeitepoche zu tun haben. Ich finde es darum auch in Ordnung, wenn Follett sich drastischer Schilderungen bedient. So möchte ich garnicht beanstanden, wie in anderen Rezensionen hier zu lesen, dass des öfteren bei der Schilderung von Sexszenen von deftigen Ausdrücken Gebrauch gemacht wird, auch Gewaltszenen dürfen durchaus dem Vorgang entsprechend geschildert werden, dass aber Follett es für notwendig erachtet, im Detail zu beschreiben, wie einem Menschen als Strafe bei lebendigem Leib die Haut abgezogen wird, ging mir zu weit und ich habe diese Zeilen übersprungen.
Kritisieren muss ich auch, dass die Geschichte anfangs meines Erachtens nach nicht recht in Gang kam. Spannung hat sich erst später eingestellt. Auch die wieder sehr plakativen Figuren mag man monieren. Positiv gegenüber dem Vorgänger ist aber hervorzuheben, dass es nicht so ein Hin und Her gab in der Handlung, sondern ein Gesamtkonzept in der Geschichte erkennbar ist. Auch der Schreibstil ist wieder angenehm zu lesen und animiert zum Weiterlesen. Besonders gut hier, dass Follet in diesem Teil offensichtlich nicht ab dem letzten Viertel keine Lust mehr hatte und nur noch zu einem Ende kommen wollte. Auch die letzten Kapitel sind richtig ausgearbeitet und der Ausgang des Romanes überzeugend, wenn auch etwas zu pilcherhaft.
Insgesamt wieder ein spannendes Buch und ich kann diesmal auch gern 4 Sterne vergeben.
- Umberto Eco
Der Name der Rose
(1.633)Aktuelle Rezension von: MH41197Man kann mir mit Recht nachsagen, dass ich historische Romane nicht mag. Das hat seine Gründe - das Genre ist meiner Ansicht nach weder Fisch noch Fleisch, meist trivial, neolibreal dazu auffordernd, sich gleichzeitig an vergangenen Brutalitäten zu ergötzen und dabei dankbar zu sein, heute in der "besseren Welt" (die - Ironie! - natürlich frei von jedem Unrecht ist ... Nicht!) leben zu dürfen, und außerdem überfüllt mit sinnentleerten Gewalt- und Sexszenen.
Mit anderen Worten: Ich hätte vielleicht nicht gedacht, dass ich jemals einem historischen Roman eine volle Punktzahl geben würde, hätte ich Umberto Ecos "Der Name der Rose" nicht gekannt. Denn dieser Roman ist in jeder Hinsicht perfekt - obwohl in vergangenem Setting.
Im Italien des Jahres 1327 reist der englische Franziskanermönch und Ex-Inquisitor William von Baskerville (eine von Ecos humoristischen Anspielungen auf andere Literaten - der Nachname ist klar aus Sherlock Holmes entlehnt) mit seinem jugendlichen deutschen Gehilfen Adson von Melk in eine abgelegene, düstere Abtei in den Appenninen, um dort an einer theologischen Debatte zwischen den zerstrittenen Mönchsorden teilzunehmen. Aufgrund seiner Berühmtheit als früherer Inquisitor - vor allem als einer, der diese Tätigkeit mehr als Richter und Detektiv, denn als Hexenverbrenner verstand -, wird William vom Abt gebeten, den sonderbaren Tod eines jungen Mitgliedes des Klosters aufzuklären. William beginnt zu ermitteln - und stößt dabei schon bald an die Grenzen der Weltbilder seiner Zeit, und zwischen die Machenschaften der Post-Kreuzzugs-Ära der spätmittelalterlichen religiösen Extremisten, die für ihre Überzeugungen zu morden und zu sterben bereit sind und jedem Andersdenkenden keinerlei Existenzrecht zugestehen - sei er Wissenschaftler, Freigeist, kritisch denkender Theologe, Katharer, Jude, Muslim ... oder einfach nur eine Frau zur falschen Zeit am falschen Ort.
Spannend ist dieser Roman allemal - aber nicht im klassischen Stil eines Krimis (der "Der Name der Rose" zweifelsohne ist), dafür ist die Handlung sehr viel dichter gepackt, fast schon eine Milieustudie eines (spätmittelalterlichen) Klosters oder: einer religiös fundamentalistischen (oder wie wir es heute nennen würden: "evangelikalen") Gesellschaft - und damit hat der Roman trotz seines fernen Themas auch noch etwas: Aktualität. Wenn wir die Extremisten in Ecos Kloster über "die Ketzer" reden hören und über den Niedergang der Welt, dann fühlt man sich nicht wenig erinnert an moderne Eiferer, deren Ersatzwort für den Begriff Ketzer "die Woken" geworden sind, wenn man die Selbstherrlichkeit des letztendlichen Antagonisten erlebt, der im Bewusstsein vollkommener Rechtschaffenheit seine Mitbrüder zu einem höheren Ziel tötete und als Kollateralschäden in Kauf nahm, so hat man die Worte von selbstgerechten, brutalen Machtmenschen wie Putin oder Netanyahu im Ohr, und mit dem Selbstmord des Antagonisten und seinem Versuch, dabei alles mit sich zu vernichten, so denkt man unweigerlich an die Selbstmordattentate des ISIS. Umberto Eco hat einen Roman in der Vergangenheit geschrieben, der uns etwas über seine Gegenwart, und aus Ecos Perspektive, der ihn in den 1970er Jahren schrieb, sogar über Ecos damalige Zukunft, die heutige Gegenwart, erzählt. Und darin besteht bereits die Genialität des Namen der Rose - und in seinem Schreibstil: Denn Eco schreibt einen Plot im Plot - macht sich selbst zum zweiten Protagonisten, der im "heute" (oder eben: in den 1970ern) die französische Übersetzung der lateinischen Niederschrift des alten Mönches Adson von Melk ins zeitgenössische Italienische übersetzt - und begibt sich in dieser Eigenschaft dann in die Haut des alten Adson von Melk, der im Rahmen seines mittelalterlich-klösterlichen Weltbildes rückblickend die Geschichte seines jugendlichen Ichs an der Seite von William von Baskerville erzählt.
Der Name der Rose ist ein stilistisch, thematisch, plottechnisch und handwerklich ein Werk der Superlative: Der beste und der EINZIGE historische Roman, der nicht als "Märchen für Erwachsene" daher kommt, sondern einen Plot erzählt, der in tieferer Bedeutung von der erzählten Zeit in die Gegenwart seiner Niederschrift und bis ins Heute übergreift. Der Name der Rose ist kein "alter Schinken". Keine Mittelalterromantik. Er ist relevant - damals wie heute. Und auch morgen - solange es religiösen Extremismus und Machtgefälle in der Welt gibt.























