Bücher mit dem Tag "hitlerjugend"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hitlerjugend" gekennzeichnet haben.

50 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bücherdiebin (ISBN: 9783570403235)
    Markus Zusak

    Die Bücherdiebin

     (4.520)
    Aktuelle Rezension von: Knottinga

    Liesel Memminger stiehlt einem das Herz im Laufe der Geschichte. 

    Die Geschichte beginnt mit dem Tod  (was eigentlich verständlich ist zur jener Zeit), und er begleitet uns über den Verlauf der Geschichte. Wir sehen eine Version, wie es der Sensenmann sehen kann und wie jemand Herzloses, Herz besitzt.


    Was macht diese Geschichte besonders? 

    Schon am Anfang der Erzählung wissen wir was passieren wird, wie das Ende aussieht, aber erst durch lesen und hineinfühlen in die Welt und Entwicklung Liesels, den Hubmanns, Rudi und und und Fühlen wir erst am Ende das was Geschieht mit. So als ob man dabei ist. Man fühlt den Schmerz, aber viel mehr erkennen wir: wie ein Leben in einer schrecklichen Zeitaussehen konnte und auf seine ganz eigene weiße schön sein kann.

  2. Cover des Buches Alles Licht, das wir nicht sehen (ISBN: 9783442749850)
    Anthony Doerr

    Alles Licht, das wir nicht sehen

     (364)
    Aktuelle Rezension von: lillywunder

    Es gibt ja diese Romane, die sind einfach wunderschön, selbst wenn in ihnen gleichzeitig ganz schön viel Schrecklichkeit steckt. Einer davon ist der (mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete) Roman "Alles Licht das wir nicht sehen" von Anthony Doerr, der es meisterhaft versteht, die Grausamkeiten des Krieges genauso einzufangen wie den Zauber des Lebens. 


    Erzählt wird die Geschichte von zwei Kindern, die während des zweiten Weltkrieges aufwachsen. Werner, der mit seiner Schwester als Waisenkind im Ruhrgebiet aufwächst und dessen Zukunft als Bergarbeiter unter Tage schon festzustehen scheint. Und Marie-Laure, ein blindes Mädchen, das hunderte Kilometer entfernt in Paris bei ihrem Vater, einem Museumsmitarbeiter, aufwächst. Beide sind sie von Wissenschaft fasziniert, haben ein forschendes, lebendiges Interesse an der Welt. Werner, der schon in jungen Jahren ein Verständnis für Mathematik und Technik entwickelt und sich in der Nachbarschaft einen Namen macht, da er gelernt hat, Radios zu reparieren. Und Marie-Laure, die in Braille-Schrift einen Roman von Jules Verne nach dem anderen verschlingt, Ausflüge ins Museum macht und die kniffligen Rätsel ihres Vaters im Nullkommanix löst. Als der Krieg heraufzieht, kündigt sich auch in ihren Leben das Unheil an. Bei Werner, der mit seinen herausragenden technischen Fähigkeiten ins Visir der Nazis gerät und auf Umwegen in einer Spezialeinheit der Wehrmacht landet. Und bei Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus Paris fliehen muss und dabei den wohl wertvollsten Besitz des Museums vor den Deutschen retten muss.


    Anthony Doerr erzählt beide Handlungsstränge parallel, immer abwechselnd in sehr kurzen Kapitelchen von oft nur zwei bis drei Seiten und auch wenn mir diese Erzählweise in anderen Roman nicht immer zusagt, so passt es hier ganz großartig und das (doch recht dicke) Buch liest sich schnell weg, frei nach dem Motto "ein Kapitelchen les ich noch". Die beiden Geschichten sind am Anfang noch unverbunden, man merkt aber immer mehr, dass sie sich aufeinander zu bewegen und im August 1944, wenn die französische Küstenstadt Saint-Melo als letzte Nazi-Festung unter Bombenhagel steht, zusammentreffen werden. Bis dahin spielt das Radio ein wichtiges und verbindendes Element, dessen Wirkung beinahe magisch aufbereitet wird. Überhaupt ist Anthony Doerr ein Meister der poetischen Sprache, seine Sätze strotzen vor Ausdruckskraft und Schönheit, wenn sie beispielsweise die sinnlichen Wahrnehmungen der blinden Marie-Laure beschreiben und verfehlen dennoch auch ihre erschreckende Wirkung nicht, wenn die Grausamkeiten der Nazi-Umerziehung von Kindern oder der Bombardierungen beschrieben werden. Die sehr aufgeladenen Metaphern waren mir persönlich manchmal ein wenig zu viel des Guten und wirkten das ein oder andere Mal etwas angestrengt. Ein kleines Kritikpünktchen, über das ich gern hinwegsehe bei diesem ganz wunderbar erzählten Roman.

  3. Cover des Buches Der Junge auf dem Berg (ISBN: 9783733502706)
    John Boyne

    Der Junge auf dem Berg

     (269)
    Aktuelle Rezension von: LitPaed

    Frankreich, 1936: Pierrot ist sieben Jahre alt, als er seinen Vater verliert, acht, als seine Mutter stirbt. So kommt er von Paris zu seiner deutschen Tante, die als Haushälterin im Berghof, Hitlers Sommerresidenz, lebt. Voller Trauer und vor allem noch ein Kind, gerät Pierrot schnell unter den Einfluss der Nazis, findet hier einen Weg aus seiner Hilflosigkeit hinaus, den seine Tante nicht verhindern kann. "Pierrot mochte die Vorstellung, vor nichts Angst zu haben. Und auch die Vorstellung, irgendwo dazuzugehören." (S. 167)

    Was genau die Ideologie für all jene bedeutet, die eben nicht "dazugehören" ist der Junge, der jetzt Peter heißt, nicht in der Lage zu durchschauen. Auf dem einsamen Berghof, fernab vom Krieg, dringt wenig zu ihm durch. Dennoch gewöhnt er sich schnell und berauscht sich geradezu daran, zu herrschen und sich zu nehmen, was ihm gefällt - sei es im Umgang mit Angestellten oder der begehrten Mitschülerin. In seiner zunehmenden Emotionslosigkeit schreckt er nicht einmal mehr davor zurück, seine Tante zu verraten.

    Psychologisch schlüssig schildert John Boyne die (Fehl-)Entwicklung eines Jungen, dem in seiner Verlorenheit ein einfaches und für ihn nur Vorteile bringendes Weltbild angeboten wird, in das er sich dankbar einfügt.

  4. Cover des Buches Dunkelnacht (ISBN: 9783751200530)
    Kirsten Boie

    Dunkelnacht

     (47)
    Aktuelle Rezension von: noel384

    Das hier geschilderte historische Ereignis in einer deutschen Kleinstadt wurde spannend und interessant verpackt! Für Leser, die sich für die Ereignisse im Dritten Reich und die damit einhergegangenen Verbrechen begeistern können ist dieses Buch genau das Richtige. 

    An einem konkreten Beispiel wurden Gedankengänge, Zwickmühlen, Probleme und Handlungen der einfachen Leute, aber auch der Mitglieder des Regimes phänomenal aufgezeigt. Die Ungerechtigkeit wird genauso klar wie die Gründe für das Handeln der einzelnen Personen.

    Die Kürze des Buches ist eine ganz klare Stärke. Es wird sich nicht lange mit Nebenhandlungen o.Ä. aufgehalten, sondern einem klaren Handlungsstrang gefolgt, der einem keine Möglichkeit lässt das Buch wegzulegen.

    Der Schreibstil war für meinen Geschmack nicht besonders fesselnd, die Geschichte an sich hat diese Schwäche allerdings ausgeglichen. Einen Stern Abzug gibt es aufgrund des Schreibstils trotzdem.

  5. Cover des Buches Winter der Welt (ISBN: 9783785746875)
    Ken Follett

    Winter der Welt

     (67)
    Aktuelle Rezension von: EmmaZecka

    Kommen wir zuerst zum Inhalt: Wir lernen hier die zweite Generation der Familien kennen, die uns schon im ersten Band begegnen. 

    Wir lernen Lews Tochter Daisy kennen, die im Gegensatz zu ihrem Vater zwar ohne finanzielle Sorgen aufwächst, aber aufgrund ihres Vaters nie die gesellschaftliche Anerkennung bekommt, die sie sich wünscht. Als sie wieder einmal eine Niederlage der amerikanischen Gesellschaft einstecken muss, fasst sie kurzerhand einen Entschluss, der ihr Leben grundlegend verändern wird. 


    Daisy hat einen Halbbruder nämlich Greg. Er ist einer der Gründe, weswegen sie und ihre Mutter von der elitären Gesellschaft nie wirklich akzeptiert wurden. Greg scheint ganz nach seinem Vater zu kommen. Ihm sind Macht und Einfluss ebenfalls sehr wichtig. Doch wie wird er an mächtige Positionen kommen? 

    Auch Lews Bruder Grigori hat in Russland inzwischen eine Familie gegründet. Sein Sohn Walodja möchte ebenfalls eine politische Laufbahn starten und muss sich hier immer wieder behaupten. 


    In Deutschland haben Walther und Maud Ulrich inzwischen eine Familie gegründet. Beiden ist es wichtig, ihre Kinder schon früh mit Politik vertraut zu machen und dafür zu sorgen, dass sie Inhalte in Frage stellen und nicht das glauben, was die Medien berichten. Während Carla dem Nationalsozialismus also kritisch gegenübersteht, schließt sich ihr Bruder der neuen aufstrebenden Partei an. Wird Familie Ulrich daran zerbrechen? 


    Mein Lieblingscharakter war eindeutig LIoyd Williams, Ethels Sohn, der dank seiner Mutter, ebenfalls früh mit Politik in Berührung kommt und sich hier auf verschiedenen Ebenen für Gerechtigkeit einsetzt, immer mit dem Ziel die Situation einer bestimmten Randgruppe zu verbessern. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass er sich mit seinem Handeln nicht immer Freunde macht. 


    Während ich beim ersten Mal lesen etwas Mühe hatte, mich in der neuen Generation zurechtzufinden, ging es mir beim Hören des Hörbuchs gar nicht so. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich den zweiten Band zeitnah nach Beenden des ersten Bandes gehört habe und mich deswegen nicht neu in den unterschiedlichen Familienverhältnissen orientieren musste. Etwas schade fand ich aber, dass die Protagonist*innen aus dem ersten Band hier nur noch als Nebencharaktere auftreten. Gerade Ethel und Maud, die ich als Protagonistinnen sehr ans Herz geschlossen habe, vermisste ich in diesem Band etwas. 


    Allerdings bekam ich hier und da auch Probleme mit einigen Charakteren, die vermutlich mit den Kürzungen des Hörbuches zusammenhingen. Gerade die Männer fand ich aufgrund ihrer Charakterzüge und damit verbundenen Handlungen sehr austauschbar. Sie erinnerten an ihre Vorgänger aus dem ersten Band und es gab aus meiner Sicht kaum eine Wendung, die mich überraschte. Es wirkte so, als ob hier noch einmal dieselben Konflikte wie im vorherigen Band auftraten, nur, dass es eben ein anderes Setting gab. 


    Was mir inhaltlich aber gefiel war, dass es einen stärkeren historischen Bezug gab, wobei es gefühlt auch unmöglich gewesen wäre, den Nationalsozialismus aus diesem Band herauszukürzen und auf politische Zusammenhänge zu verzichten. 


    Der Vorteil der Hörbuchgestaltung bestand diesmal eindeutig darin, dass ich mich an das Buch kaum noch erinnern konnte und es mir deswegen nicht möglich war, das Hörbuch mit der Buchvorlage zu vergleichen. Die Charaktere schienen mir nach wie vor zwar oberflächlich, allerdings musste das nicht zwingend etwas mit einer Kürzung zu tun haben. 

    Das gekürzte Hörbuch wurde wieder von Johannes Steck gelesen, der mir als Sprecher ziemlich gut gefallen hat. Besonders interessant fand ich, dass es ihm gelang, die Generation, die er im vorherigen Band als jung interpretierte, hier eine Spur älter werden zu lassen. 


    Ken Folletts Schreibstil ermöglichte mir einen schnellen Einstieg in die Geschichte. Was mich hier aber störte war, dass er mehr Szenen beschrieb, in  denen es um körperliche oder psychische Gewalt ging. Einerseits kann ich nachvollziehen, dass diese Szenen nicht fehlen durften, da sie vor allem die Brutalität des Zweiten Weltkriegs hervorhoben. Dennoch war es an einigen Stellen sehr brutal und ich konnte mir Szenen bildhaft vorstellen, die ich mir eigentlich gar nicht vorstellen wollte. Was mich überraschte war, dass mich viele Charaktere nicht erreichen konnten und vergleichsweise oberflächlich dargestellt wurden. 


    Gesamteindruck

    Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir der zweite Band beim ersten Mal lesen nicht so gut gefallen hat. Wenn ich die beiden Hörbücher hingegen miteinander vergleiche, hat mir der zweite Band als gekürztes Hörbuch tatsächlich etwas besser gefallen und das, obwohl ich die Charaktere oberflächlicher fand. 


    Während ich den ersten Band als gekürztes Hörbuch nur dann empfehlen kann, wenn man eine möglichst schnelle Zusammenfassung braucht, finde ich, dass man den zweiten Band durchaus gekürzt hören kann und einem hier gefühlt keien wichtigen Informationen verloren gehen. 



  6. Cover des Buches Bis die Sterne zittern (ISBN: 9783836959551)
    Johannes Herwig

    Bis die Sterne zittern

     (27)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick


     

    Mit diesem historischen Jugendroman gelingt es Johannes Herwig in seinem literarischen Debüt auf eine ganz besondere Weise, das Erwachsenwerden in einer Diktatur zu thematisieren und heutigen Jugendlichen die gesellschaftliche und politische Situation am Beginn der Nazidiktatur nahe zu bringen.

     

    Der Roman spielt im Jahr 1936 und erzählt davon wie in diesem Sommer der 16-jähruge Harro am ersten Tag seiner Sommerferien in eine Prügelei mit Hitlerjungs verwickelt wird. Er bekommt unverhofft Hilfe und Unterstützung von anderen Jungs, die ebenso wie er selbst nichts mit der Nazi-Ideologie zu tun haben wollen. Sie freunden sich an, und im darauf folgenden Jahr wird sich alles für Harro verändern.

    Er hat Reibereien mit seinen Eltern und immer wieder Ärger in der Schule. Mit seinen neuen Freunden verbringt er Nächte am Lagerfeuer, nimmt teil an politischen Aktionen und er fährt seine erste Liebe. Und über allem  hängt jeden Tag die bange Ahnung, dass sein wildes Treiben gefährliche Konsequenzen haben kann.

     

    Kraftvoll, mitreißend und emotional erzählt Herwig in einem Roman, der sehr geschickt Fiktion und geschichtliche Tatsache verbindet vom schwierigen Erwachsenwerden in der Unfreiheit. Die Fragen, die er dabei stellt, sind heute so aktuell wie damals: Mitmachen, sich still anpassen oder Kontra geben?

     

    Ein hervorragender Jugendroman.

     

     

  7. Cover des Buches The Book Thief (ISBN: 9781439589052)
    Markus Zusak

    The Book Thief

     (241)
    Aktuelle Rezension von: butterflyinthesky
    Synopsis:
    HERE IS A SMALL FACT:
    YOU ARE GOING TO DIE.
    1939. Nazi Germany. The country is holding its breath. Death has never been busier.

    Liesel, a nine-year-old girl, is living with her foster family on Himmel Street. Her parents have been taken away to a concentration camp. Liesel steals books. This is her story and the story of the inhabitants of her street when the bombs begin to fall.

    SOME MORE IMPORTANT INFORMATION:
    THIS NOVEL IS NARRATED BY DEATH.

    My thoughts and opinion:
    OH MY GOD. You have no idea how much I cried during the last 100 pages of this book. It's heartbreaking. And beautiful. And so so real. Wonderfully written as well and my heart broke so much for Liesel. I can highly recommend it. Please do yourself the favor and read this book!
  8. Cover des Buches Gott wohnt im Wedding (ISBN: 9783328105800)
    Regina Scheer

    Gott wohnt im Wedding

     (46)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Dreh- und Angelpunkt dieses Romans ist ein Mietshaus im Berliner Wedding. Dieses ist zugleich eine der insgesamt vier Erzählerstimmen. Das hat mir gut gefallen. Es erzählt mehr oder weniger chronologisch von den Anfängen Weddings über die eigene Errichtung bis hinein in die Gegenwart, wo es - inzwischen ziemlich marode geworden - seinem endgültigen Niedergang entgegensieht.

    Die anderen drei Erzählerstimmen stehen alle mit dem Haus in Verbindung: Die steinalte Gertrud wohnt bereits seit ihrer Geburt dort. Der genauso alte Leo, ein Jude, hat während der NS-Zeit zeitweise bei Gertrud Unterschlupf gefunden. Er ging nach dem Krieg nach Israel und half beim Aufbau eines Kibbuz. Nun ist er mit seiner Enkelin wieder in Berlin, um sich um Rechtsstreitigkeiten zu kümmern (es geht um Enteignungen durch die Nazis). 

    Die dritte Erzählerin ist die junge Frau Laila, eine Sintiza Sie wohnt ebenfalls in dem Berliner Mietshaus und hilft dort den vielen anderen Bewohnern, die aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den Sinti und Roma diskriminiert werden. Ihre Aufopferungsbereitschaft führt am Ende des Romans sehr weit (ich will nicht spoilern), was für mich etwas too much war. Das wirkt doch unglaubwürdig. Dennoch finde ich ihren Handlungsstrang am interessantesten. Ich muss gestehen, dass ich über die Sinti und Roma zuvor eigentlich kaum etwas wusste. So habe ich dann während und nach der Lektüre viel zum Thema gegoogelt. 

    Insgesamt veranschaulicht der Roman, dass sich an unserem Umgang mit Minderheiten leider wenig geändert hat. 

    Schön fand ich die Erzählweise. Ich habe eingangs schon erwähnt, dass es vier verschiedene Erzählerstimmen gibt. Dadurch werden all die Geschichten nicht chronologisch, sondern spiralförmig erzählt. Immer, wenn man wieder zu einem Erzähler / einer Erzählerin zurückkommt, erfährt man wieder etwas Neues. Dies erfordert jedoch auch eine hohe Konzentration beim Lesen, da die vielen Charaktere in unterschiedlichen Geschichten auftauchen und man sich immer wieder neu in diese eindenken muss. Dass es wohl aus diesem Grund ein gutes Personenverzeichnis gibt, ist mir leider erst aufgefallen, als ich mit dem Roman schon fast durch war.


  9. Cover des Buches Der Junge aus dem Trümmerland (ISBN: 9783734847233)
    Sarah Bergmann

    Der Junge aus dem Trümmerland

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Wauwuschel

    Der Roman spielt in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkriegs in Berlin 1947. Paul wartet seit zwei Jahren auf seinen Vater, der freiwillig in der Armee mitgekämpft hat. Seine Mutter aber freundet sich mit dem Amerikaner Bill an, was ihm gar nicht gefällt, sodass er es sich zum Auftrag macht Bill zu vertreiben. Währenddessen erlebt er mit seiner Bande weitere Abenteuer.

    Der Roman schildert eindrücklich die Nachkriegszeit für die Deutschen. Der 13-jährige Paul ist von der Ideologie der Nazis vollkommen überzeugt. Zudem feiert er seinen Vater als Held, da dieser für Deutschland gekämpft hat. Die Siegermächte, wie die Amerikaner oder die Russen, hasst er. Da er schon als kleiner Junge als „Pimpf“ in der Hitlerjugend war, ist er mit diesem Leben aufgewachsen.

    Im Laufe des Romans gerät Pauls Entschlossenheit immer mehr ins Wanken. Ich als Leser merke, wie sehr er zu kämpfen hat. Immer mehr stellt er die Ideale Hitlers in Frage.
    Auch an Hand seiner Bande kann man die Veränderungen des Nationalsozialismus‘ erkennen. Am Ende entwickelt sich auch diese zu einer Demokratie.

    Die Eindrücke des Buchs sind lebensecht. Man merkt, dass sich das Leben damals so wirklich abgespielt haben kann. Die „normalen“ deutschen Bürger leiden und hungern. Sie warten auf Familienmitglieder, die in den Krieg gezogen sind.

    Meiner Meinung nach ist das Buch äußerst empfehlenswert. Ich habe so einen großen Eindruck in das Leben von damals bekommen. Die Gefühle und die Gedankengänge Pauls waren meistens nachvollziehbar. Vor allem die Wut und den Hass habe ich körperlich gespürt. Wer also Interesse an der Geschichte der Vergangenheit hat, sollte diesen Roman unbedingt lesen. Man erlebt eine ungefähr 2 bis 3 Stündige Reise in die Vergangenheit.

  10. Cover des Buches Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras (ISBN: 9783862824700)
    Detlef M. Plaisier

    Bubis Kinnertied. Tüsken Wieken un Wullgras

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Harpo

    Die Originalgeschichte, welche aus den sogenannten Memoiren des Vaters des "Autors", bezogen wurde, hätte eigentlich das Potential zu einer wahrhaft erzählenswerten sein können. Leider macht es der Autor - wir mögen ihn so nennen - einem unmöglich die Geschichte zu genießen. Der Grund: Langweilig und überaus langatmig erzählt. Dazu auch noch schriftstellerisch wenig ausgereifte Stil, der es fast schon zum Kraftakt macht, sich durch das Ganze durchzuarbeiten.

  11. Cover des Buches Es geht uns gut (ISBN: 9783423146500)
    Arno Geiger

    Es geht uns gut

     (144)
    Aktuelle Rezension von: BrittaRoeder

    Drei Generationen, eine Geschichte. Oder doch eigentlich ganz viele Geschichten? Arno Geiger reiht eine Episode an die andere, springt jede Chronologie verleugnend durch die Zeit und verwebt alles zu einem großen Familienroman. Und irgendwie gelingt es ihm dabei, jede Epoche so lebensecht einzufangen, dass einem beim Lesen ganz oft die Luft wegbleibt.

    Es ist als ob Geiger in die jeweilige Haut seiner Protagonisten schlüpft: Mal ist es der 15-jährige Hitlerjunge Peter im Jahr 1938, mal die Mitdreißigerin Ingrid Ende 1970, mal der orientierungslose Schriftsteller Philipp im Jahr 2001, der die Villa seiner Großmutter geerbt hat. Geigers Einfühlungsvermögen ist magisch und beschert seiner Leserschaft eine Zeitreise ohne erhobenen Zeigefinger. Denn jeder einzelnen Figur fühlt man sich sofort nahe. Geschichte, das spürt man, erzählt sich durch viele Einzelschicksale. Die Familie ist dabei wie ein Netz, das seine Mitglieder zusammenhält, ob sie wollen oder nicht, sogar über die Zeit hinaus.

    Geiger hat für „Uns geht es gut“ 2005 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Sein Roman hat seitdem nichts an Intensität eingebüßt. Wer sich für geschichtliche Themen aus der jüngsten Vergangenheit interessiert und einen komplexen Erzählstil nicht scheut, wird voll auf seine Kosten kommen. Klare Lese-Empfehlung!

  12. Cover des Buches Edelweißpiraten (ISBN: 9783746629902)
    Dirk Reinhardt

    Edelweißpiraten

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Becky_Schnecky
    Und auch hier kann ich nur wieder sagen, dass ich solche Bücher nicht nach gut oder schlecht bewerten werde. Ich gebe Büchern mit solcher Thematik grundsätzlich IMMER fünf Punkte, einfach weil sich jeder über dieses Thema informieren sollte und wissen sollte was damals vor sich ging.Das Buch hat mal andere Einblicke in die damalige Gesellschaft gezeigt.Man liest oft Bücher über die Judenverfolgung, Berichte über das Leben der Juden damals usw., aber in diesem Buch zeigt man die Geschichte der deutschen Kinder/Jugendlichen die keine Lust auf diese dummen Nazis hatte (sorrynotsorry) & einfach ihre Freiheit haben wollten - wie wohl viele Menschen damals.Genießen wir unsere Freiheit für sie mit & 'kämpfen' dafür, dass sowas nie wieder passiert.. nie!
  13. Cover des Buches Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Band 1-3 (ISBN: 9783473478309)
    Judith Kerr

    Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Band 1-3

     (433)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Rezension nur zu Band 1

    Das Buch handelt von der anfangs neunjährigen Anna und ihrer Familie. Sie sind jüdisch, wenn auch nicht religiös. Trotzdem verlassen sie Deutschland kurz vor der Machtergreifung Hitlers. Wie sich zeigt, war die Vorahnung richtig und nun versuchen sie sich mit einem Leben fern der Heimat zu arrangieren. Anfangs in der Schweiz, später in Frankreich, haben besonders die Geschwister Anna und Max ihre eigenen Schwierigkeiten in der Fremde ein neues Heim zu finden. Ab und zu werden historische Fakten eingestreut, doch die geschichtlichen Hintergründe bleiben nichts als Randbemerkungen. Beim Lesen erfährt man immerhin ein wenig über das Leben und den Alltag zur Zeit des NS-Regimes in den entsprechenden Ländern.

    Das Buch wurde 1971 geschrieben und ich finde, das merkt man beim Lesen. Ich hatte den Eindruck, dass kein wirklicher Spannungsbogen oder unerwartete Wendungen in der Geschichte zu finden sind. Die Handlung scheint nur vor sich hin zu plätschern. Der sehr nüchterne Erzählstil unterstreicht das noch, obwohl die Erlebnisse der Familie durchaus von Veränderungen, Sorgen und Ängsten geprägt sind. Auch die Diskriminierung kommt meiner Meinung nach eher zu kurz.

    Als positiven Punkt muss ich wohl anmerken, dass die Autorin in diesem Buch (und den folgenden der Trilogie) ihre eigene Geschichte erzählt und aufarbeitet.

  14. Cover des Buches Der wiedergefundene Freund (ISBN: 9783257608267)
    Fred Uhlman

    Der wiedergefundene Freund

     (95)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Hans Schwarz, der Sohn eines jüdischen Arztes der im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz geehrt wurde, besucht das Karl-Alexander-Gymnasium in Stuttgart. Der 16-Jährige ist sehr in sich gekehrt, träumt davon Dichter zu werden und hat kaum Kontakt zu seinen Mitschülern. Dies ändert sich, als im Januar 1932 ein neuer Schüler, Konradin Graf von Hohenfels, in die Klasse kommt. Hans fühlt sich sofort zu ihm hingezogen und sucht seine Nähe. Bald entsteht eine innige Freundschaft zwischen den beiden. Der junge Graf wird zum gern gesehenen Gast im Hause Schwarz, während Hans nur einige Male, in Abwesenheit der Eltern, in die Villa des Freundes kommen darf. Nach einer Opernaufführung, bei der Hans von Konradin völlig ignoriert wurde, erfährt er, dass Konradins Mutter keine Juden in der Nähe ihrer Familie duldet. Der aufkommende Nationalsozialismus und die antisemitische Hetze dringen bald auch bis zur Schule vor. Als Hans von seinen Mitschülern schikaniert wird, wird dies von Konradin teilnahmslos toleriert … 

    Der Autor Fred Uhlman (geb.1901 - gest.1989) besuchte das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium in Stuttgart, das auch einige Jahrgänge unter ihm Claus Graf Schenk von Stauffenberg besuchte. Uhlmann war ein jüdischer Rechtsanwalt, Schriftsteller und vielbeachteter Maler. Als aktives Mitglied der SPD und Freund von Kurt Schumacher floh er 1933 vor den Nazis nach Frankreich, wo er seinen Lebensunterhalt zunächst als Kunsthändler verdiente. Nachdem er seine spätere Ehefrau Diana Croft, Tochter von Sir Henry Baron Croft, kennen lernte, zog er mit ihr 1936 nach England. Seine Eltern und seine Schwester, die in Deutschland zurück geblieben waren, überlebten den Holocaust nicht. Als Schriftsteller bekannt wurde Uhlmann durch die in neunzehn Sprachen übersetzte Novelle von 1978 „Reunion“, deren deutsche Übersetzung zunächst 1979 unter dem Titel „Versöhnt“ erschien, dann 1988 unter dem Titel „Der wiedergefundene Freund“ neu aufgelegt und 1989 verfilmt wurde. Bereits 1960 erschien in England seine Autobiografie, die er seiner Frau und seinen beiden Kindern widmete. 

    Ob eine Freundschaft zwischen einem jüdischen Arztsohn und einem jungen Adligen in der Zeit der Machtergreifung Hitlers möglich ist und Bestand hat, diese Frage greift der Autor in seiner Novelle auf. Er macht das großartig, geht sehr behutsam vor, lässt den Leser aber schon ahnen, dass die Harmonie und das Einvernehmen auf Dauer nicht so bleiben kann. Die Wege der jungen Männer müssen sich trennen, der Kontakt reißt ab – bis Hans etwa 30 Jahre später einen Spendenaufruf seiner damaligen Schule bekommt. Jetzt hat er die Möglichkeit, etwas über den Verbleib seines einstigen Freundes Graf von Hohenfels zu erfahren. Auch wenn der Schreibstil in der heutigen Zeit etwas antiquiert wirkt und einige Längen vorhanden sind, lohnt es sich weiter zu lesen. Die Quintessenz kommt ganz zum Schluss!

    Fazit: Eine elegante kleine Erzählung, die man getrost in die Reihe der Klassiker aufnehmen kann. 

  15. Cover des Buches Die Abenteuer des Werner Holt (ISBN: 9783746628714)
    Dieter Noll

    Die Abenteuer des Werner Holt

     (67)
    Aktuelle Rezension von: FreydisNeheleniaRainersdottir
    Ich bekam "Die Abenteuer des Werner Holt" zu einer Zeit in die Hände,in der es mir richtig schlecht ging. Gerade hatte mein blöder Exfreund mit mir Schluss gemacht und Nichts und Niemand schien mich aufmuntern zu können. Zu der Zeit gab mir meine Mom das Buch zum Lesen, wohlwissend, dass ich mich für Geschichten und/oder Zeitzeugenberichte des II. Weltkriegs interessierte. Und ich begann zu lesen und las es an nur einem Wochenende durch. Am Anfang halten Holt und seine Freunde den Krieg noch für ein großes Abenteuer, aber im Laufe der Geschichte wird Werner immer mehr bewusst, dass das furchtbarer Ernst ist und er fragt sich des Öfteren, ob er auch das Richtige tut. Die Geschichte von Holt und seinen Freunden, ihren Streichen, wie sie schließlich zur Flak in den Kriegsdienst eingezogen wurden, Holts Liebeleien mit älteren Frauen,die Schrecken des Krieges und das Massaker in der Sägemühle, schließlich das Ende Wolzows am Galgen und wie Werner heimkam, nahm mich mit und mir wurde dadurch klar,dass Liebeskummer zwar schlimm sein kann, dass Krieg aber sehr viel schlimmer ist. Nach dem Wochenende mit "Die Abenteuer des Werner Holt" war jedenfalls sämtlicher Liebeskummer und blöde Kerl vergessen.
  16. Cover des Buches Ich war Hitlerjunge Salomon (ISBN: 9783453606012)
    Sally Perel

    Ich war Hitlerjunge Salomon

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Miss_Naseweis

    Seitdem habe ich mit vielen Menschen geredet, diskutiert und auch gestritten. Und ich werde das weiter tun, denn es ist die beste Möglichkeit, unser Gedächtnis lebendig zu halten. Und unser Gedächtnis ist das wirkungsvollste Bollwerk gegen die braune Gefahr.“

    Dieses Buch in einer Zeit zu lesen, in der ein Mitglied einer der populärsten Parteien Deutschlands den Holocaust als „Vogelschiss in der Geschichte bezeichnet“, ist besonders bitter und zeigt, dass es mit dem Gedächtnis der Deutschen nicht weit her ist. Dieses Buch ist sehr eindrücklich geschrieben und als ich es schließlich durchgelesen hatte, hatte ich einen enormen Kloß im Hals. Jahrelang mit den potentiellen Mördern Seite an Seite zu leben und jeden Tag Gefahr zu laufen entdeckt zu werden und dann von einer Minute auf die andere von den eigenen Freunden umgebracht zu werden ist so schrecklich, dass ich es mir nicht vorstellen kann. Auch der Verlust des Großteils seiner Familie tat mir als Familienmenschen in der Seele weh. Sally Perel stellt in seiner Biographie die Arroganz der Nazis, die erfolgreiche Indoktrinierung der Jugend, das bereitwillige Wegsehen der Bevölkerung und die Wahnwitzigkeit der Rassenlehre sehr plastisch und dadurch umso erschreckender dar.

  17. Cover des Buches Lenas Erwachen (ISBN: 9783833453823)
    Andreas Krusch

    Lenas Erwachen

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Klappentext:
    Die junge Lena ist Feuer und Flamme für den Führer. Mit zehn beginnt ihre Karriere in der nationalsozialistischen Bewegung. Die meisten an ihrer Schule folgen, jubeln: „Heil Hitler!“ Nur ein paar wenige zweifeln, stellen Fragen. Lenas ältere Schwester Karla ist eine von ihnen. Doch Lena will so etwas nicht hören. Der Umzug der Familie nach Berlin spornt sie noch an. Endlich dem Führer nah! Aber die Reichshauptstadt macht auch Karla Mut. Sie trifft auf eine Widerstandsgruppe. So geht jede der Schwestern ihren Weg, bis sie sich wiedersehen. In Auschwitz ... +++ 'LENAS ERWACHEN' (480 Normseiten) begleitet eine deutsche Familie von 1937 bis 1945. Viele zeitgenössische Dokumente wurden in die Handlung integriert, Zeitzeugen befragt, Fachliteratur herangezogen. Es geht nicht um bloße Unterhaltung, es geht darum, nationalsozialistischen Irrsinn widerzuspiegeln, zu erinnern, zu ermahnen. Damit es nie wieder so kommt.

    Der Autor:
    Andreas Krusch, Jahrgang 1961, schreibt seit 1993 Drehbücher, Kurzgeschichten und Romane. Krusch lebt als freier Autor in seiner Geburtsstadt Berlin. Weitere veröffentlichte Romane: Das Joshua Gen (Verlag Psychothriller GmbH), Das böse Wort (Verlage dtv und Psychothriller GmbH).

    Meine Meinung:
    1937. Die zehnjährige Lena ist anders als viele andere Mädchen in ihrem Alter. Sie schwärmt für Adolf Hitler und kann sogar seine Reden auswendig. Mit Feuereifer folgt sie dem nationalsozialistischen Regime, das sich mehr und mehr verbreitet. Man versteht es, den Menschen neuen Mut zu machen, sie dazu zu bringen, gemeinsam gegen die Feinde einzustehen oder einfach nur dafür zu sorgen, dass sie wegschauen, wenn es sein muss. Denn wem es gut geht, wer sollte dann etwas für andere tun oder gar fühlen?
    Lena hat eine große Familie. Da sind Mutter Helene und Vater Hans. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein. Helene ist immer auf der Suche nach etwas Besserem, Hans ein Freund der Juden, dem etwas Schreckliches widerfährt, das er sein Leben lang einfach nicht vergessen kann. Karla, Lenas Schwester hingegen, älter und ein Mädchen, dem man nicht so schnell etwas vormachen kann, und das die Dinge hinterfragt, steht auf der anderen Seite. Doch die muss sie andauernd verbergen, denn Vaterlandsverräter werden so geächtet wie die jüdische Bevölkerung. Karl, der kleine Bruder weiß schon sehr früh, was er will: Dem Führer dienen und den Feind schlagen. Und da ist noch Peter, der geistig nicht ganz auf der Höhe ist. Ein lieber Junge, um den sich Lena als Schwester kümmert, denn er braucht ständig Hilfe und kennt nur ein Wort: Heilt!
    Sie alle bilden die Familie Beck, die gemeinsam oder einsam durch die Jahre des 2. Weltkriegs taumeln, getrieben von den manipulativen Geschicken des Nationalsozialismus.

    "Lenas Erwachen" ist ein bewegender und schonungsloser Roman, der in den Jahren 1937 bis 1945 handelt. Langsam und bedächtig erzählt er vor allem Lenas Entwicklungsweg. Vom Anfang des Krieges bis zum bitteren Ende.
    Neben der Familie spielen auch Lenas Freundinnen Liddi und Lotte eine Rolle, mit denen sie eine tiefe Freundschaft verbindet.
    Man erhält unheimlich viele Informationen. Über den Bund Deutscher Mädel (der weibliche Zweig der Hitlerjugend), Auszüge aus Reden, Lieder, die damals gesungen wurden und Schlagzeilen, die widerspiegelten, in welcher Zeit die Menschen lebten.
    Das alles macht die Geschichte so realistisch. Es ist, als wäre man damals dabei gewesen. Man hört die Sirenen, spürt die Furcht, sieht das Leid in seiner allerschlimmsten Form.
    Auschwitz wird zuletzt noch ein großes Thema, und ich muss sagen, dass ich öfter aufhören musste mit dem Lesen und Pausen brauchte, so sehr nahmen mich die Schilderungen mit. Auch Hans und Sophie Scholl, sowie Anne Frank bleiben nicht unerwähnt.

    Man fragt sich heute noch, wie so etwas geschehen konnte. Mit welchen Mitteln Propaganda betrieben wurde, wie schon die Jüngsten gedrillt wurden. Man hat beim Lesen ständig Herzklopfen, weil man sich Sorgen um Karla macht, die jederzeit mit ihrer kleinen Widerstandsgruppe auffallen kann oder um Peter, der keiner Fliege etwas zuleide tun könnte. Und wie man sich denken kann, wird hier nichts beschönigt.

    Eine sehr gut recherchierte, mit einem einnehmenden Schreibstil verfasste Geschichte, die berührt, wütend und unsagbar traurig macht.

    5 Sterne.
  18. Cover des Buches Tadellöser & Wolff (ISBN: 9783328100744)
    Walter Kempowski

    Tadellöser & Wolff

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Aliknecht

    Walter Kempowskis Romane der "Deutschen Chronik" beschreiben in großer Detailgetreue deutsches Leben im 20. Jahrhundert. Die Familie erlebt die Zeit zwischen 1938 und 1945. Der Vater muss noch einmal in den Krieg und Frau und Kinder überleben in Rostock immer bedrohlichere Luftangriffe.

  19. Cover des Buches Wie wurde man Parteigenosse? (ISBN: 9783596180684)
    Wolfgang Benz

    Wie wurde man Parteigenosse?

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Sokrates
    Das Buch berichtet in verschiedenen Aufsätzen über den inneren Aufbau der NSDAP, ihrer Finanzierung, ihrer lokalen Verwaltungen. Es informiert über die Formen der Aufnahme in die Partei, die notwendigen Voraussetzungen hierfür und räumt auf mit dem hartnäckigen Gerücht, dass eine Parteimitgliedschaft in vielen Fälle quasi automatisch erfolgte, also ohne Wissen der betroffenen Personen und ohne deren ausdrückliche Zustimmung. Stattdessen ist zweifelsfrei belegbar, dass es einer Antragstellung bedurfte und einer ausdrücklichen Unterschrift der beitrittswilligen Person auf dem Formular. Und - auch nicht jeder HJ-Junge bzw. BDM-Mädchen wurde automatisch Parteimitglied. Wer nicht wollte, konnte auch ohne Schikane verweigern, eine Zwangsmitgliedschaft war für keinen Deutschen zwingend notwendig, außer wenn er eine Karriere im Staat (egal welcher Bereich) anstrebte, dann hatte die Parteizugehörigkeit vorzuliegen. Dies räumt auf mit einer alten Mär, die viele deutsche Intellektuelle noch in den vergangenen Jahren zu ihrer eigenen Verteidigung hervorbrachten: dass sie nie ausdrücklich und aus persönlicher Überzeugung heraus Mitglied der NSDAP geworden seien; natürlich sagen Antragsformulare und Parteimitgliedschaftsnummer etwas anderes. Zu dieser Thematik findet sich im Buch ebenfalls ein sehr interessanter Schlussaufsatz. Insgesamt eine sehr umfangreiche, breitgefächerte Fachpublikation, die breit über das Thema informiert, ohne zu tief in die wissenschaftliche Materie einzusteigen.
  20. Cover des Buches Michels Reise in die Welt (ISBN: 9783373000822)
    Bodo Liermann

    Michels Reise in die Welt

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches Gustav (ISBN: 9783955100414)
    Wolf Kampmann

    Gustav

     (15)
    Aktuelle Rezension von: abetterway
    Inhalt:
    "`Was Wahrheit ist, entscheide ich! Diese Maxime trägt Gustav Bülow durch die siebzig Jahre seines Lebens, vom Ende des Zweiten Weltkrieges über den Zusammenbruch der DDR bis zur Jahrtausendwende. Er ist Künstler, Forscher, Womanizer und Weltenretter. Sein Bezugssystem ist das Reich der Fantasie. `Wer Probleme damit hat, ist ein Idiot. Er erfindet blutstrotzende Kriegsabenteuer, samt einer mysteriösen Begegnung mit Hitler persönlich, eine Ehe mit einer Mohawk in Kanada und Abenteuer mit Wölfen mitten in der Zivilisation. Die Wirklichkeit ist Gustav stets dicht auf den Fersen, doch er ist der Wahrheit immer eine Nasenlänge voraus. Wolf Kampmann erzählt mit Wortwitz die Lebensgeschichte eines Hochstaplers und entführt die Leser in eine bunte Welt voller Mut, Fantasie und Husarenstücke. Mit einem einzigen Satz kann Wolf Kampmann wie seine Hauptfigur `Hunderte in Erstarrung versetzen oder zu Tränen rühren . Dieser Romanheld verspricht: `Ihr werdet euch noch alle wundern!"

    Meinung:

    Das Cover ist sehr ruhig und passt wie ich finde gut zu dem Buch . Die Kapitel sind etwas kurz gehalten, für meinen Geschmack könnten diese länger sein.
    Der Schreibstil ist ruhig und flüssig, das Buch lässt sich locker in drei Tagen wenn nicht schneller lesen ohne das einem langweilig wird.
    DIe Spannung allerdings hält sich in Grenzen aber dafür unterhaltet es gut. Es hat Charme und ist super für zwischendurch.
    Ich finde man könnte allerdings die gleiche Schriftart wählen.

    Fazit:

    Gutes Buch für zwischendurch, ein paar Kapitel könnten länger sein.
  22. Cover des Buches Die Amis kommen (ISBN: 9783688112821)
    Gerd Fuchs

    Die Amis kommen

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Ein Jugendbuch über die letzten Kriegsmonate: Der 13jährige Florian lebt in einem nationalsozialistischen Elternhaus, und seine Eltern sind davon überzeugt, sich bei einer Kriegsniederlage mit der ganzen Familie aus Schande umbringen zu müssen. Als Florian das mitbekommt, ißt er nicht mehr zu Hause, und bald marschieren die Amerikaner ein. Ein erstaunlich tiefschürfendes Jugendbuch, in dem der Konflikt zwischen Florian und seinen Nazieltern (und der Alltag in einem Bildungsbürgerhaushalt) sehr schön herausgearbeitet wird, ebenso wie die Stimmung in der Bevölkerung in den letzten Kriegsmonaten. "Wie sie lügen, dachte Florian. Wie wir alle lügen." Für junge Leser ab 13 Jahren.
  23. Cover des Buches »Neger, Neger, Schornsteinfeger!« (ISBN: 9783104002996)
    Hans J. Massaquoi

    »Neger, Neger, Schornsteinfeger!«

     (178)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    Ich bin als Hamburgerin besonders an Geschichten aus meiner Stadt interessiert. Dieses Buch hat meine Tochter mir geliehen, denn in der Schule haben die Kinder mit dieser Geschichte von Hans Jürgen - einem farbigen Kind im Nazi-Deutschland - gearbeitet.

    Sie war schockiert über den Besuch im Hagenbecks Tierpark, als dort noch Menschenrassen von fernen Kontinenten ausgestellt waren und ähnlich wie die Tiere gehalten wurden. Darüber habe ich schon einige Dokus im Fernsehen angeschaut.

    Und ich - die ich mich viel mit unserer Geschichte vom 1. und 2. Weltkrieg befasst habe - war unglaublich betroffen über eine Szene, die Hans Jürgen von seiner Arbeitsstelle als Schlosser aus dem Fenster beobachtete : an einem bitterkalten Wintertag in Harburg sah er hinüber zu den Elbbrücken. Eine seltsame Prozession von überwiegend jungen Frauen waren flankiert von SS-Männern und bewegten sich langsam in seine Richtung. Die Frauen hatten den gelben Davidstern an ihrer notdürftigen Kleidung haften und die Wachen beobachteten sie und die Passanten mit strengen Gesichtern. Die Frauen mussten mit schweren Besen und Schaufeln die Strasse fegen. Weder Mütze noch Schal dabei, keine Handschuhe. Sie verrichteten die Arbeit mit ausdruckslosen und leeren Gesichtern.

    Was für eine Zeit. !

    Eigentlich wollte ich nur die Zeit in Hamburg lesen, aber seine Geschichte war so gut und flüssig geschrieben, dass ich auch noch dabei war, als Hans Jürgen nach Liberia zu seinem Vater reiste, dann nach Nigeria und später nach Amerika auswanderte.

    Ich war bis zum Ende angetan von seinem Leben.

    Es gibt so viele Dokumentationen von Juden, Soldaten und Zeitzeugen. Das Buch hier hat nochmal eine etwas andere Sicht auf die Dinge.

    Und eines ist mal klar : Hans Jürgen sein Schutzengel hatte alle Hände voll zu tun. Er hatte sehr viel Glück, um das alles (fast) unbeschadet zu überstehen.

    Am Ende ist mir noch eines klar geworden : Rassismus gibt es überall auf der Welt. Egal wohin sich Hans Jürgen auch wandte , es werden immer Unterschiede gemacht. Überall auf der Welt.

    In der Mitte des Buches sind sehr viele Fotos aus dem Leben von Hans Jürgen. Angefangen mit dem Großvater Momolu - König der Vaj. Und es endet mit Hans Jürgen und seinen beiden erwachsenen Söhnen.


    Danke für diese Geschichte !

  24. Cover des Buches Geschichte (ISBN: 9783788617219)
    Rainer Köthe

    Geschichte

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks