Bücher mit dem Tag "hiv"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hiv" gekennzeichnet haben.

114 Bücher

  1. Cover des Buches Flugangst 7A (ISBN: 9783426510193)
    Sebastian Fitzek

    Flugangst 7A

     (1.352)
    Aktuelle Rezension von: Danielle_Shirin

    Ein Psychologe mit Flugangst gerät in eine extrem verworrene Erpressungssituation und soll dafür sorgen, dass eine ehemalige Patientin das Flugzeug abstürzen lässt...

    Achtung, kleine Spoiler!

    Das Buch wurde mir empfohlen, und da das zugrunde liegende Thema einen Nerv bei mir trifft war ich sehr gespannt wie sich die Story entwickelt. Leider war keine der dargestellten Persönlichkeiten für mich auch nur im geringsten glaubwürdig (ok, bis auf den einen etwas extremistischen jungen Mann). Die Beteiligten bleiben recht flach skizziert, gehen mit völlig absurden, scheinbar nicht zum Charakter passenden Handlungen durch ihre Leben, und werden nach und nach alle als Beteiligte in einem riesigen Komplott entlarvt. Schon allein die Planung des Verbrechens ist sehr konstruiert, aber dass dann alle darin verwickelt sind, oder durch Zufall mit hineingeraten weil sie einen Groll auf eine der beteiligten Personen haben, ist sehr an den Haaren herbeigezogen und auch sehr durcheinander beschrieben. 

    Für mich persönlich fehlte ein roter Faden und ehrlich gesagt auch ein Gefühl der Spannung.

    Das Ende war dann für mich der völlige Supergau, so platt die Charaktere dargestellt waren, so platt sind sie auch gegangen, oder wurden in ein schönes Leben danach entlassen. Ich mag Bücher, in denen man sich gern vorstellt wie es mit den Protagonisten weitergeht, wie sie ihr Leben gestalten werden nach dem Ende der Geschichte. Aber das war hier gar nicht der Fall. Eigentlich habe ich es nur durchgelesen, weil ich es schon mal in der Hand hatte.

    Schade, denn der Autor ist mir eigentlich recht sympathisch. Aber diese Story hat er für meinen persönlichen Geschmack nicht ganz logisch aufgebaut.

  2. Cover des Buches Bevor ich sterbe (ISBN: 9783570306741)
    Jenny Downham

    Bevor ich sterbe

     (1.916)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Tessa weiß, dass sie nicht mehr lange leben wird. Sie hat Krebs. Was tut man als junger Mensch mit dieser Diagnose? Tessa macht eine Liste mit 10 Dingen die sie vor ihrem Tod noch erleben möchte. Als erstes will sie Sex. Gerne auch mal einen Ladendiebstahl und einfach jemand schubsen oder schlagen. Ein tragisches Thema, dass sicherlich einen Menschenleben radikal verändert und wenn man noch zur Schule geht umso mehr. Ist ja verständlich, aber Downham schreibt zum teil in so harter und roher Sprache mit vielen Ausdrücken, dass es einen schon abstösst. Ein trauriges und wichtiges Thema, aber leider nicht geglückt. Da wäre ein großer Wurf drin gewesen.

  3. Cover des Buches Dem Horizont so nah (ISBN: 9783499000133)
    Jessica Koch

    Dem Horizont so nah

     (768)
    Aktuelle Rezension von: booklove_7

    Ich habe die Geschichte rund um Jessica und Danny nun bereits zum zweiten mal gelesen und trotzdem hat sie mich erneut zum weinen gebracht.

    Es gab ohne Zweifel einige Situationen in denen mich das Verhalten der Protagonisten fast schon wütend gemacht hat. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie tatsächlich so reagieren, jedoch war ich auch noch nie in einer vergleichbaren Situation.

    Zu lesen wie sich Danny in Jessicas Nähe immer weiter öffnet hat mich sowohl zum Lächeln als auch zum Weinen gebracht.
    Was Danny widerfahren ist hat mein Herz in kleine Teile zerbrochen nur um es durch seine Geschichte Stück für Stück wieder zusammenzusetzen.

    Zu wissen, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt hat das Leseerlebnis für mich nachhaltig verändert. Ich war mir dieser Tatsache stets bewusst und konnte einfach nicht von diesem Buch ablassen.


  4. Cover des Buches Final Cut (ISBN: 9783404166879)
    Veit Etzold

    Final Cut

     (600)
    Aktuelle Rezension von: mandalotti

    Ich fand die Geschichte sehr spannend und vor allem zum Ende hin konnte ich es kaum weglegen, obwohl ich schon ab etwa der Hälfte wusste wer der Killer ist. 

    Gestört hat mich hier, dass die zeitliche Reihenfolge etwas durcheinander war und es auch nicht gekennzeichnet ist. Das verwirrt manchmal etwas. 

  5. Cover des Buches In einer Person (ISBN: 9783257242706)
    John Irving

    In einer Person

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Billy wuchs in den prüden 50er und 60er Jahren in den USA auf. Sein Leben war zwar schon immer sehr bunt und vielseitig, aber seine bisexuelle Neigung, bringt ihn trotzdem zum Taumeln. Seine Familie ist fest im Theater der Stadt verwurzelt und es ist selbstverständlich, dass Männer auch mal Frauen spielen. Billy beobachtet das Spiel mit den Geschlechtern und entdeckt irgendwann in der örtlichen Bücherei die Literatur, die erotische Literatur und durch die Bibliothekarin seine Gefühle. Wem gehören seine Gefühle? Wen will er lieben und in seinem Bett haben? Wie kann er mit seiner Familie und seiner Umgebung umgehen? Billy sucht und läuft und entdeckt.



     John Irving nimmt sich wieder einem Thema an, dass in den USA kontrovers diskutiert wird und das Buch erschien fast zeitgleich mit Barack Obamas Aufruf, die Homoehe einzuführen. Es ist die Entdeckungsreise eines Jungen und auch eine Geschichte der schwulen Bewegung und John Irving benützt Klischees um diese dann doch auszuräumen. Ein großes, wichtiges und durch die vielen Theaterbesuche und gelesenen Bücher, sehr literarisches Buch. Eine Wucht!

  6. Cover des Buches Gefangene des Blutes (ISBN: 9783802588518)
    Lara Adrian

    Gefangene des Blutes

     (1.004)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Lara Adrian – Midnight Breed, 2, Gefangene des Blutes


    Der Stammeskrieger Dante wird von mehreren Rogues angegriffen und schwer verletzt kann er sich in eine Tierklinik retten. Zufällig ist die Besitzerin Tess noch mitten in der Nacht dort, um einen misshandelten “Kater” zu versorgen. Als Dante den hübschen Menschen sieht, ist sie seine einzige Rettung und er trinkt von ihr. Viel zu spät erkennt er, dass sie eine Stammesgefährtin ist, die keine Ahnung von Vampiren hat und nun auf ewig mit Dante verbunden ist.

    Da die Umstände nicht die besten sind, nimmt er ihr die Erinnerungen, nur um dann immer wieder in ihrer Nähe aufzutauchen und sie zu umgarnen. Doch wie wird Tess reagieren, wenn sie herausfindet, dass Dante sie betrogen hat?

    Der Vampirstamm hat allerdings ein weiteres Problem: Die Rogues scheinen bestialischer und blutgieriger zu sein, seit es eine neue Droge auf dem Markt gibt. Gewollt oder doch nur ein dummer Zufall? Und wer steckt dahinter?


    Der zweite Band der “Midnight Breed”-Reihe hat mir gut gefallen, er sprüht vor Humor, Charme und Spannung, obwohl die Grundstimmung im Großen und Ganzen eher düster und beklemmend ist, seit dem Anschlag und dem Tod eines der Krieger. Der Auflösung um die Rogues kommen wir einen kleinen Schritt näher und obwohl dieser Band eigenständig gelesen werden kann, geht die Grundgeschichte weiter, die in winzigen Rückblicken mit in die Geschichte einfließen.

    Mir gefällt, wie die Autorin die Umgebung, die Schauplätze und die Charaktere in Szene setzt, womit die Handlung gleich viel lebendiger wirkt.

    Im Fokus steht diesmal Dante, der mit seiner humorvollen und leicht sarkastischen Art viel Humor in die Geschichte bringt. Das er nun auch noch einen neuen Partner aus den dunklen Häfen, sozusagen dem Adel der Vampirgesellschaft bekommt, passt ihm mal so gar nicht. Dazu kommt das riesige Problem, dass er sich niemals an eine Gefährtin binden wollte und sich die Blutsverbindung so schon mal gar nicht vorgestellt hat, sich aber nun bemüht, in Tess Leben zu sein und sich dafür sogar einen Hund aus dem Tierheim holt.

    Tess Culver ist eine starke Frau, weiß was sie will und ist trotzdem mit einem butterweichem Herzen ausgestattet, sodass sie an keinem Streuner vorbei gehen möchte. Nicht immer ist alles nachvollziehbar, was sie so macht, allerdings ist das ein liebenswerter Charakterzug und wirkt glaubhaft bei ihr.

    Wir lernen Sterling Chase kennen, der Hilfe bei den Kriegern sucht, denn die Rogues-Population nimmt sprunghaft zu seit es eine Droge auf den Markt gibt. Das hinter dem Hilfsgesuch noch so viel mehr steckt kann Chase nicht lange verstecken.


    Natürlich knistert es gewaltig zwischen Tess und Dante, die erotischen Szenen sind auch hier wieder detailliert, ein klein wenig übertrieben aber dennoch geschmackvoll ausgearbeitet. Aufgrund der vielen Details, aber auch der generellen Gewalt bei den Kämpfen ist das Buch für jüngere Leser nicht geeignet.


    Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, die Spannung wird durchgängig auf hohem Niveau gehalten, es gibt actionreiche Passagen, der Roman ist temporeich und es gibt einige überraschende Wendungen. Dazu kommen die Perspektivwechsel mit kleinen Cliffhangern innerhalb der Kapitel, die dafür sagen, dass ich neugierig geblieben bin und das Buch nicht zur Seite legen wollte.


    Das Cover ist hübsch, passt gut zum ersten Band.


    Fazit: spannende, knisternde und fesselnde Fortsetzung um die Stammeskrieger. 4 Sterne.

  7. Cover des Buches Sag den Wölfen, ich bin zu Hause (ISBN: 9783961610563)
    Carol Rifka Brunt

    Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

     (207)
    Aktuelle Rezension von: Mariesu

    Was bringt einen dazu, eine völlig aus der jetzigen Zeit gefallene Geschichte zu lesen, die mit dem eigenen Leben absolut nichts zu tun hat?
    Was bringt einen dazu in der Mitte der Buches weiterzulesen, obwohl man weiß, dass es jetzt nur noch schmerzhafter werden kann.
    Was bringt einen dazu sämtliche Schilderungen einfach hinzunehmen, obwohl diese kaum vorstellbar sind?
    Und wer um Himmels willen, denkt sich so eine Story aus!?
    Es ist vielleicht die Einsamkeit mit der jeder Mensch fertig werden muss und die so treffend durch jede Zeile in Erscheinung tritt, dass es weh tut.
    Das Buch hat mich gefesselt, obwohl ich nicht leicht einzufangen bin. Machtspiele, Gönnertum, Eitelkeit, Eifersucht und das ständige Ringen um das Selbst hätten vor der Kulisse einer tödlichen Krankheit nicht treffender beschrieben werden können. Dass die Hauptprotagonistin eine Jugendliche ist, machte das Ganze noch interessanter.
    Und am Ende entwickelt sich der ersehnte Moment der Freiheit und des Friedens.
    Hierzu ein Jugendgedicht aus "Mensch Wanderer" von Christian Morgenstern (1871 – 1914):

    Wie oft wohl bin ich schon gewandelt
    auf diesem Erdball des Leids,
    wie oft wohl hab’ ich umgewandelt
    den Stoff, die Form des Lebenskleids?

    Wie oft mag ich schon sein gegangen
    durch diese Welt, aus dieser Welt,
    um ewig wieder anzufangen,
    von frischem Hoffnungstrieb geschwellt?

    Es steigt empor, es sinkt die Welle –
    so leben wir auch ohne Ruh’;
    unmöglich, dass sie aufwärts schnelle
    und nicht zurück – dem Grunde zu.

  8. Cover des Buches Genesis X (ISBN: 9783000522871)
    Joachim Josef Wolf

    Genesis X

     (12)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Das intergalaxische Raum-Zeitgefüge ermöglicht den Mardukbewohnern 3.600 Erdenjahre, was eine Nefilimjahr gleich kommt, ohne die geringsten 'Alterungen', was soll das ????

  9. Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961611065)
    Rebecca Makkai

    Die Optimisten

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Die Optimisten von Rebecca Makkai aus dem #eiseleverlag 

    💔

    Ganz ehrlich… weder das Buch, die Autorin oder der Verlag waren mir vor ein paar Wochen bekannt. Kannte ich nicht. Nie von gehört.

    .

    Das Buch hätte ich mir ohne #lesechallenge auch nicht gekauft. Zu dick, zu unscheinbar und ein Text auf der Rückseite, der mich ohne Ahnung zurück lässt.

    .

    Aber dieses Buch hat mich still und heimlich gepackt.

    .

    Mit dieser Geschichte werden zwei Leben erzählt. Von Yale und von Fiona. Ein Handlungsstrang beginnt 1985 und der andere spielt in 2015.

    .

    Auch wenn es hier um AIDS geht… spielt sich der Schrecken im Hintergrund ab. Hier geht es eher um die Menschen und ihr Leben. Still und leise lerne ich sie beim Lesen kennen. Sie sind mir klammheimlich ans Herz gewachsen. Ich sag nur… haltet Taschentücher bereit!

    .

    Dieses Buch regt zum Nachdenken an, hat mich informiert und trotzdem auf entspannte Art unterhalten. Wie kann das sein? Keine Ahnung, so ist es mir ergangen.

    .

    Ich bin froh, dass ich dieses - trotz allem respektvolle und warmherzige - Buch kennengelernt und gelesen habe. 

    .

    Schade, dass ich mit den Protagonisten keinen Kaffee trinken gehen kann. Ich hätte euch gerne kennengelernt.

    .

    Ungewöhnlicher Lesetipp von mir für Leser, die ein eigentlich schweres und beängstigendes Thema (Krankheit) „sympathisch“ erlesen möchten.

  10. Cover des Buches Darum (ISBN: 9783552063846)
    Daniel Glattauer

    Darum

     (238)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92
    Der nette Mörder von nebenan

    Stell dir vor, es ist Mord, und keiner glaubt dir. So geht es dem allseits beliebten Journalisten und Gerichtsreporter Jan Rufus Haigerer, der eines Abends einen Menschen niederschießt, um sich gleich darauf in die Hände der Justiz zu begeben. Dort will man ihn allerdings als Mörder partout nicht in Frage kommen lassen. Haigerer versucht mit allen Mitteln, endlich für seine Tat verurteilt zu werden. Doch sein Wille zur Sühne wird durch das unerbittliche Wohlwollen der Mitmenschen auf eine harte Probe gestellt …


    Ein paar lustige Stunden hatte ich mit diesem Roman. Wieso nicht mal alles andersherum? Der Täter stellt sich und keiner glaub ihm. 
    Ich mochte den Schreibstil und ich fand das Buch sehr kurzweilig :)
  11. Cover des Buches Blind (ISBN: 9783837145502)
    Christine Brand

    Blind

     (15)
    Aktuelle Rezension von: MissRichardParker

    Nathaniel ist Blind. Um passende Kleider anzuziehen nutzt er oft die App "Be my eyes" um sich farblich beraten zu lassen. Als er am Telefon mit einer Frau spricht, die ihm hilft ein blaues Hemd zu finden, hört er sie auf einmal schreien und weiss sofort, dass ihr etwas passiert ist. Die Verbindung bricht ab. Nathaniel lässt das Telefonat keine Ruhe mehr und er beginnt sich auf die Suche nach der Frau zu machen.

    Für mich war dieser Krimi mal etwas ganz anderes. Ein blinder Hauptprotagonist mit seiner treuen Hündin. Irgendwie erfrischend und auch beklemmend, wenn man sich vorstellt, so gar nichts zu sehen. Die Geschichte fand ich gut aufgebaut, der Schreibstil flüssig. Die Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Ich kann es nicht gut in Worte fassen, auch wenn der Krimi gut war, hat er mich dennoch nicht zu 100% überzeugt. Mir hat etwas gefehlt. Teilweise zog sich die Geschicht etwas in die Länge. Vielleicht lag es daran... Dennoch: zur Abwechslung ein spannender Krimi, der einige unterhaltsame Stunden garantiert.

  12. Cover des Buches Geständnisse (ISBN: 9783328102915)
    Kanae Minato

    Geständnisse

     (277)
    Aktuelle Rezension von: FairyFlower
    „Außergewöhnliche Menschen haben das Recht, der althergebrachten Moral zuwiderzuhandeln, um etwas Neues in die Welt zu setzen.“  (Dostojewski, Schuld und Sühne)

    „Geständnisse“ ist ein Roman der japanischen Autorin Kanae Minato, welcher 2008 und unter dem Originaltitel „Kohaku“ erschien. Die deutsche Ausgabe orientiert sich an der englischsprachigen Fassung und erschien ebenfalls 2008 im C. Bertelsmann Verlag. Auf 272 Seiten begleitet man die Personen, die in den Mordfall der kleinen Manami verwickelt sind. Der Roman sprach mich sofort an, da ich den nüchternen Schreibstil innerhalb der japanischen Literatur sehr zu schätzen weiß. Außerdem hat mich die rechtliche Bewertung des Falles aus japanischer Sicht interessiert. 

    Yūko Moriguchi ist eine alleinerziehende Frau und gleichzeitig Lehrerin an einer japanischen Mittelschule. Eines Tages ertrinkt ihre Tochter Manami. Zunächst gehen alle von einem Unfall aus. Einige Wochen später kündigt Moriguchi jedoch ihren Job und macht ihrer Klasse ein folgenschweres Geständnis…

    Die Geschichte ist in sechs Kapitel unterteilt. Erzählt wird sie in Form von Monologen. So folgt man Moriguchi, der Klassenkameradin von Person A und B, der Mutter von Person B, dem B und dem A selbst. Die Monologe sind dabei immer wieder anders verpackt. So wird eine Rede gehalten, es findet ein Telefongespräch statt, es gibt Tagebucheinträge, Blogeinträge oder sogar einen Literaturbeitrag für einen Wettbewerb. Die unterschiedlichen Perspektiven der Ich-Erzähler führen dazu, dass die Handlung mehrmals wiederholt und mit Details gefüllt wird. Gleichzeitig folgt man keinem Charakter lang genug, um eine emotionale Verbindung zu ihm aufzubauen. 

    Moriguchi ist eine liebevolle Mutter und übt den Beruf der Lehrerin mit vollem Einsatz aus. Sie bemüht sich um einen respektvollen Umgang mit den Schülern, ohne die Distanz zu verlieren. Als ihre Tochter stirbt, ist sie zerrissen zwischen ihrem Wunsch nach Rache einerseits und ihrer Aufgabe als Lehrerin andererseits, den Schülern eine sinnvolle Lektion für ihr späteres Leben mitzugeben. Moriguchi hält die Jugendlichen, die ein Gewaltverbrechen begehen, für Narzissten, denen man die Schwere ihrer Verbrechen klarmachen muss, aber keine Bühne geben darf. Aus dem genannten Grund betitelt sie die, nach ihrer Ansicht, für den Tod Verantwortlichen nur mit Person A und Person B. 

    Person A entspricht ganz der Vorstellung eines Musterschülers. Er wächst in einem Elternhaus auf, in dem ihm die Liebe und Zuneigung fehlt, um die er später verzweifelt kämpft. Person A brüstet sich mit seiner Intelligenz und handelt empathielos und berechnend, um seine Ziele zu erreichen. Dabei verschließt er die Augen vor der Realität und kann auch keine Kritik annehmen. Person A manipuliert Person B. 

    Über lange Strecken des Romans ist Person B das typische Opfer. Er findet keinen Anschluss in der Schule, passt nicht in die japanische Leistungsgesellschaft und ist ein Muttersöhnchen. Was Person A an Liebe fehlt, hat Person B zu viel. Trotzdem entwickelt er eine tiefe innere Wut. Er ist fast unsichtbar in seiner Mittelmäßigkeit. Person A sieht seinen Wunsch nach Anerkennung und manipuliert dies für seine Zwecke. Doch er rechnet nicht damit, dass sich Person B mit einer folgenschweren Tat aus der Mittelmäßigkeit herauskatapultieren wird. 

    An dem Roman hat mir besonders die abwechslungsreiche Erzählperspektive gefallen. Sie erhält die Sachlichkeit und nimmt die Spannung aus der Geschichte. Daraus entsteht eine sehr neutrale Erzählweise. Innerhalb des Buches findet keine moralische Beeinflussung statt. Es werden lediglich Denkimpulse gegeben, während die Geschehnisse für sich sprechen. Die Handelnden sind weder gut noch schlecht. 

    Da man sich innerhalb von Japan bewegt, enthält der Roman viele Informationen über die japanische Kultur. Es wird über den Umgang mit Andersartigkeit gesprochen, insbesondere in Bezug auf Krankheiten wie Aids oder die Stellung der Frau im Berufsleben (oder noch schlimmer: einer alleinerziehenden Frau). Der Anpassungsdruck, welcher schon in den jüngsten Jahren beginnt, begleitet den Lesenden die ganze Zeit. Auch Schul- und Rechtssystem werden unter den kritischen Blick der unterschiedlichen Protagonisten genommen.

    Gefallen hat mir außerdem, wie hier das Prinzip des Schmetterlingseffekts zum Tragen kam. Es wird eine Handlung in Gang gesetzt, deren Folgen nicht abschätzbar sind. So steigert sich das Leid durch die Rache mehr und mehr und teilt sich zwischen vielen Leuten auf, die mit in den Abgrund gerissen werden. Dies wird besonders am Ende klar. Moriguchi reflektiert ihre selbst in Gang gesetzte Handlung und korrigiert sie dahingehend, dass sie keinen Schaden mehr anrichten kann. 

    Der einzige Kritikpunkt ist für mich, dass die Übersetzung an einigen Stellen etwas holprig wirkt. Diese beruht auf der englischen Fassung und nicht auf dem Original - wahrscheinlich ist einiges verloren gegangen. 

    Ich würde diesen Roman denjenigen Lesenden empfehlen, die sich bereits innerhalb der japanischen Literatur etwas auskennen und mit dem sachlichen Erzählstil gut klarkommen. Auch die gewählte Form der Monologe muss man mögen. Ansonsten ist der Roman für diejenigen besonders geeignet, die Geschichten mit unerwarteten Verläufen mögen. Ich gebe 4,5/5 Sterne und runde hier auf 5 Sterne auf. 

  13. Cover des Buches Dem Ozean so nah (ISBN: 9783499290886)
    Jessica Koch

    Dem Ozean so nah

     (153)
    Aktuelle Rezension von: nadinekmps

    Ich war von der ersten Sekunde an gefesselt. Der erste Teil der Reihe gefällt mir am Meisten. Man bekommt am meisten Infos. Ich habe zuerst das Buch gelesen und danach erst den Film geschaut und ich finde das war das beste was man machen konnte. Ich finde die Geschichte einfach so krass, tut mir leid für den Ausdruck. Es geht um körperliche, psychische und physische Gewalt, also gilt meiner Meinung nach eine Trigger-Warnung. Noch erschreckender fande ich, als ich herausgefunden habe, dass die Autorin auch gleichzeitig die Hauptperson in dem Buch ist.

  14. Cover des Buches Patient meines Lebens (ISBN: 9783426300633)
    Bernhard Albrecht

    Patient meines Lebens

     (45)
    Aktuelle Rezension von: parden
    WAHRE GESCHICHTEN AUS DER MEDIZIN...

    Wer wünscht ihn sich nicht: einen Arzt, der alles, wirklich ALLES tun würde, um einen vor dem sicheren Tod zu retten? Da ist der Arzt, der einen Jungen zurück ins Leben holt, der mit einer Körpertemperatur von nur noch 17 Grad im Koma liegt. Da ist das Medizinerpaar, das eine künstliche Luftröhre baut, um einem todgeweihten Patienten ein normales Leben zu ermöglichen. Und da ist der Stationsarzt, dem es erstmals weltweit gelingt, einen Patienten von Aids zu heilen. Sie alle standen an einem Punkt, wo herkömmliche medizinische Methoden versagten und sie völlig neue Wege suchen mussten, um ihren Patienten zu helfen.

    Sich zum Arzt oder gar ins Krankenhaus zu begeben, bedeutet meist auch, seinen Status als eigenständiger Mensch zumindest ein Stück weit aufzugeben. Eine Maschinerie wird in Gang gesetzt, die selten Blicke nach rechts oder links erlaubt, sondern einen im Gleichschritt durch die notwendigen Prozeduren schleust und am Ende bestenfalls als geheilt - oder zumindest mit einem passenden Rezept in den Händen - entlässt.

    Bernhard Albrecht stellt hier verschiedene Patienten vor, die durch eine Erkrankung extreme Einschränkungen erfuhren bzw. sogar in akuter Lebensgefahr schwebten. Bei aller Unterschiedlichkeit der zugrunde liegenden Erkrankungen (verätzte Luftröhre, Aids, Leukämie, chronische Schmerzen, Gehirnerkrankung, Klumpfuß u.a.m.), durchliefen die Patienten doch ähnliche Stationen: endlose Arztbesuche, festgeschriebene Diagnosen, jahrzehntelange Irrfahrten, achselzuckende Hilflosigkeit der Ärzteschaft, Resignation. Bis sie zu ihrem Glück zufällig auf genau den einen Arzt stießen, der bereit war, auch einmal über den Tellerrand hinaus zu blicken.

    Nicht aufgeben, sondern Neuland betreten und ungewöhnliche Methoden zum Einsatz bringen. Die hier vorgestellten Ärzte wagten diesen einen besonderen Schritt, der von der übrigen Ärzteschaft oft misstrauisch betrachtet wurde, der manches Mal bei der Ärztekammer angezeigt wurde oder/und der den Arzt Nerven und reichlich Geld kostete, wenn die Krankenkasse sich weigerte, für das Mittel der Wahl aufzukommen...

    Teilweise wurde ein Weg dabei genau ein einziges Mal beschritten, entweder weil bei dem einen Patienten die Bedingungen so günstig waren wie sonst bei keinem anderen mit seinen Symptomen oder aber weil dem Arzt im Anschluss solche Steine von Behörden/Kassen in den Weg gelegt wurden, dass er in Zukunft auf weitere Schritte in diese eingeschlagene Richtung verzichtete.

    Bernhard Albrecht stellt hier interessante Fälle vor, wobei er - für mich erstaunlicherweise - auch den persönlichen Hintergrund des jeweiligen Patienten ausführlich ausleuchtete. Einerseits wird so natürlich deutlich, dass es sich in jedem einzelnen Fall um ein persönliches Schicksal handelt und eben nicht nur um einen 'Fall', andererseits liegt dadurch der Schwerpunkt der Schilderungen manchmal sehr deutlich auf Seiten des Patienten, da erscheint der medizinisch innovative Weg eher nebensächlich. 

    Die medizinischen Ansätze fand ich sehr interessant - und z.T. auch bedrückend. In einem Fall stellte sich beispielsweise heraus, dass es zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung schon zig Jahre zuvor eine erfolgreiche Methode gab, dass diese aber in alten Fachzeitschriften vor sich hin moderte, auf die in der Regel kein moderner Arzt mehr zurückgreifen würde - verlorenes Wissen, das ansonsten schon unzähligen Patienten davor hätte helfen können.

    Eine interessante Sammlung, die romanhafter geraten ist als ich vermutet hatte, die durch die Verschiedenartigkeit der Fälle aber für reichlich Abwechslung sorgte. Im Grunde sollten angehende Ärzte Bücher wie dieses als Zwangslektüre lesen müssen - damit sie gar nicht erst in die Schiene der seelenlosen Maschinerie geraten und ihr selbständiges und kritisches Denken nicht am Krankenhauseingang beim Pförtner abgeben und dann stehen lassen wie einen Regenschirm.

    Wozu wäre wohl die Medizin imstande, wenn jeder Patient einen Arzt fände, der alles für ihn gibt?


    © Parden
  15. Cover des Buches Kennedys Hirn (ISBN: 9783552057609)
    Henning Mankell

    Kennedys Hirn

     (232)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Die Archäologin Louise Cantor ist wie vom Donner gerührt und eine Welt bricht für sie ein. Ihr Sohn ist tot! Henrik soll sich mit fünfundzwanzig Jahren das Leben genommen haben. Sie kann es nicht glauben und einige Fakten sprechen auch wirklich dagegen. Sie findet in seiner Wohnung Aufzeichnungen und Hinweise, dass er in Afrika einer großen Sache auf der Spur war. Sie macht sich auf die Reise und kommt gleich zu Beginn in große Gefahr. Sie muss fest stellen, dass ihr Sohn HIV positiv war und nachdem sie diesen Schock verdaut hat entdeckt sie dann noch, dass er einer sehr brisanten Sache auf der Spur war. Mit der Hilfe von Weggefährten ihres Sohnes kommt sie zu einer Versuchsanstalt. Menschen werden absichtlich mit dem Virus infiziert und es werden Tests an ihnen durchgeführt und Medikamente werden getestet. Menschen die sich infiziert haben finden sich dort auch wieder und vegetieren zum Teil unter furchtbaren Bedingungen in dunklen, muffigen Räumen vor sich hin. Was hat ihr Sohn da gemacht? Was waren seine Ziele und was ist mit seiner Freundin und mit seinen Bekannten? Ich bin kein Fan von Henning Mankell. Weder die Wallander Bücher, noch seine anderen Bücher haben mir gefallen. Die Kinderbücher waren noch die Besten. Bei Kennedys Hirn ist die Lage etwas anders. Zum ersten mal bei einem Mankell Buch war ich von der ersten Seite an gefesselt und las Seite um Seite. Louises Weg ist spannend, gefährlich und sehr spannend. Mankells Bezug zu einem wichtigen und aktuellen Thema ist gut gewählt und man erfährt sehr viel. Dann ermüdet der Spannungsbogen leider etwas und Louise findet zu schnell und immer viel zu einfach die Personen, die sie finden möchte. Insgesamt aber der bisher beste Mankell (bisher 8) den ich gelesen habe.

  16. Cover des Buches Fairy-Tale (ISBN: B00HAZNG2C)
    Rona Cole

    Fairy-Tale

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Schreibstil des Schriftstellers ist angenehm und flüssig, jedoch ist das Buch mit über 700 Seiten einfach viel zu lang für diese "seichte" Idee. Deshalb wurde es schnell langweilig. Denn die endlosen Monologe der beiden Protagonisten waren einfach unendlich zäh und wiederholten sich immer und immer wieder und unterschieden sich noch nicht einmal untereinander, weder im Sprachstil noch in ihren Gedankengängen. Sie waren einfach Austauschbar und flach.

    Dazu muss ich sagen, fand ich die beiden Protagonisten waren eigentlich äußerst unterschiedlich (angelegt), dennoch habe ich keine Unterschiede innerhalb ihrer Monologe erkennen können.

    Nach meiner Auffassung fand ich die Aufmachung der Protagonisten einfach (und wieder einmal) klischeehaft: einer war der weiblichere Teil und der andere der Männlichere. Auch die hundertste Geschichte mit diesen bedienten Stereotypen wird nicht spannender dadurch. Ungeachtet dessen hätte man die Figuren noch viel mehr wachsen lassen müssen.


    Das Ende, dadurch das Endlich was passierte, war schneller zu lesen, dennoch konnte ich das Ende nur mit gerunzelter Stirn lesen. Weil Phil sich einfach unverantwortlich, beschränkt und dumm verhält und sein Verhalten echt nicht nachvollziehbar ist. Wenn er Per so sehr liebt, warum hurt er dann mit wirklich jedem daher gelaufenen Kerl rum? Um ihn zu vergessen; naja, vielleicht hätte man nicht nur HIV behandeln müssen, sondern dazu gleich auch noch Phil's Sexsucht.

    Gut dass man HIV behandelt, fand das eigentlich sehr eindrucksvoll, dennoch hat Phil gefühlt nichts daraus gelernt und Per fand's am Ende auch eher Egal, als Schlimm. Also so genau weiß ich jetzt nicht was dieses jähe Abdriften in diese Gefilde sollte, aber nun gut vielleicht war's ein letzter Versuch doch noch was aus der Geschichte zu preßen, um eine Botschaft zum lesenden zu senden (keine Ahnung).

    Auf jeden Fall ist dieses Buch vorläufig mein letztes aus diesem Genre, weil ich bemerkt habe, dass dieses Genre nicht für homosexuelle Männer geschrieben wird.


    Das einzig Positiv zu entnehmende aus dieser Geschichte sind: der Schreibstil des Autors und der (fast vielversprechende) Anfang der Geschichte und wenn man es wirklich noch will, dass Ende mit einer, mehr oder weniger initiierten Botschaft.

    Zu guter Letzt: Wäre das Buch kompakter gewesen, sprich rund 200 Seiten (vielleicht), dann hätte es ein gelungenes Buch werden können und ich hätte es womöglich gut gefunden.

  17. Cover des Buches Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam (ISBN: 9783551315731)
    Jennifer Gooch Hummer

    Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

     (74)
    Aktuelle Rezension von: MsChili

    Apron hat ihre Mutter verloren und ihr Vater hat gleich eine neue Partnerin, die dann auch noch bei ihnen einzieht. Außerdem lässt ihre beste Freundin sie wie eine heiße Kartoffel fallen. Apron zieht sich immer weiter zurück, bis sie auf Mike und Chad trifft. Die beiden geben ihr einen Ferienjob in ihrem Blumenladen und Apron blüht regelrecht auf.

     

    Dieses Buch habe ich mir aufgrund einer Empfehlung geholt und es doch lange liegen lassen. Was ich im Nachhinein ein wenig bereue. Der Beginn mit dem Theaterstück konnte mich so gar nicht reizen, doch dadurch lernt man einen Großteil der Figuren kennen. Die Geschichte spielt nicht in der Gegenwart und gerade diese Tatsache hat mir gut gefallen. So passt alles zusammen. Apron ist 13 und hat vor kurzem ihre Mutter verloren. Sie hat überall mit Problemen zu kämpfen, zuhause mit der neuen Frau ihres Vaters (warum erklärt sich gegen Ende) und auch in der Schule, da sie sich schwer tut Freundinnen zu haben/neue zu finden. Eben weil Apron anders ist als die typischen jungen Mädchen der damaligen Zeit. Sie hat schon viel Leid in ihrem Leben erfahren und durch ihren Vater hat sie auch Latein gelernt (was man bei jedem Kapitel in der Überschrift mit dem lateinischen Zitat (und der deutschen Übersetzung) merkt, das ist auch ein weiterer Pluspunkt des Buches). Apron sieht die Welt mit anderen Augen, was man auch schnell merkt, als sie Mike und Chad kennenlernt. Ein Paar, das ihr hilft und dem sie genauso hilft. Das ganze wir aus Aprons Sicht in der Ich-Perspektive erzählt, so wird alles greifbarer. Mir hat diese Geschichte über Freundschaft, die auch das Thema Homosexualität aufgreift, gefallen. Es gab so viele ergreifende Momente, traurige, wie auch lustige, bei denen ich schmunzeln musste.

     

    Für mich ein wunderschönes Buch, das mir überraschend gut gefallen hat.

  18. Cover des Buches Philadelphia (ISBN: 0553569139)
    Christopher Davis

    Philadelphia

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Als ich dieses Buch vor kurzem in einem Secondhand-Bücherladen entdeckt habe, war ich skeptisch ob ich es tatsächlich kaufen sollte. Es ist eine halbe Ewigkeit her, seit ich den Film zum ersten und letzten Mal gesehen habe und darum konnte ich mich auch nicht mehr ganz an das Ende erinnern. 
    Wird mir dieses Buch gefallen, obwohl es den Film zu erst gab und erst dann das Buch? In diesem Bereich wurde ich schon ein mal enttäuscht. 

    Ich hab das Buch dann doch gekauft und anders als erwartet in einem Zug durchgelesen. Die Geschichte des Aids-Kranken Andrew hat mich einfach nicht mehr losgelassen. 
    Ich finde, der Autor, hat die schwere Aufgabe, ein Buch nach einem Drehbuch zu verfassen mit Bravour gemeistert. Mich hat diese Geschichte unglaublich berührt und nachdenklich gestimmt. Und ich glaube, DAS ist es, was dieses Buch so gut macht. Das Thema lässt einen nicht kalt. 
    Ich hab es mit Freuden gelesen und werde mir nun auch mal wieder den Film zu Gemüte führen. Ich freu mich drauf. 
  19. Cover des Buches Ich bin ich (ISBN: 9783956671746)
    Micha Ela

    Ich bin ich

     (11)
    Aktuelle Rezension von: further_books

    Wie wird man transsexuell"..?" Diese Frage  beantwortet Micha Ela in ihrer Biographie nicht so wie man es als Leser vielleicht erwarten würde, jedoch kann man sich am Ende des Buches die Frage für sich selber beantworten. Natürlich jeder auf seine eigene Art und Weise.

    Sie beschreibt ihren Weg mit allen Höhen und Tiefen bis zu dem Punkt wo sie heute im Leben angekommen ist. Sie erzählt von den schönen Dingen und auch von den negativen Erlebnissen die sie gemacht hat, gerade zu der Zeit wo Transsexualität wohl eher noch fremd auf viele Menschen wirkte.

    Familie, Leid und Liebe alles hat seinen Platz... 


    Meine Meinung zu dem Buch:

    Die Geschichte an sich ist sehr interessant und lässt sich schnell lesen. Sie wirkt authentisch und ehrlich. Mir fehlt jedoch manchmal etwas der Tiefgang und der persönliche Gedankengang der Autorin. Mich hätte interessiert wie ihre heutige Sichtweise auf die verschiedenen Charaktere ist, wie sie heute über Situationen von damals denkt.  Eben ein bisschen mehr Tiefgang...

    Daher auch nur die 4 Sterne....

  20. Cover des Buches Paris - Austerlitz (ISBN: 9783442716173)
    Rafael Chirbes

    Paris - Austerlitz

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    Dieser posthum veröffentlichte Roman des bekannten spanischen Schriftstellers Rafael Chirbes erzählt eine ganz gewöhnliche Liebesgeschichte. Man lernt sich kennen, zieht noch im ersten Taumel zusammen, der Alltag bricht irgendwann herein, die ersten ernsteren Zwiste folgen und irgendwann trennt man sich wieder. Auch das einer der Liebenden innigere Gefühle hat, eifersüchtiger ist, die Trennung nur schwer akzeptieren kann, gehört, platt gesagt, zum Lauf der Dinge.
    Der junge Ich-Erzähler strandet ohne Geld und Unterkunft in Paris, geflohen vor seiner dogmatischen Familie. Künstler möchte er sein, Geschäftsmann soll er werden. Er lernt den erheblich älteren Arbeiter Michel kennen, einen lebendigen, großherzigen Mann, der ihn aufnimmt und mit durchfüttert. In der Phase der ersten Verliebtheit merkt der junge Mann nicht, was der Preis dieser Fürsorge ist: Michel wünscht seine ungeteilte Aufmerksamkeit, die totale Aufgabe aller anderen Kontakte und Wünsche. Nach einem Besuch bei seinen Eltern kommt es zum Bruch, der junge Mann zieht aus. Er erträgt die erzwungene Nähe nicht mehr.
    So weit, so altbekannt. Doch nun kommt "die Plage" ins Spiel. Michel erkrankt daran, an eine Rettung ist nicht zu denken. "Die Plage", nie wird diese Erkrankung beim richtigen Namen genannt, aber es liegt nahe, ist AIDS. Chirbes beschreibt den Niedergang, den Verfall Michels. Er erzählt, wie der junge Mann zunächst panisch auf jedes Erkrankungszeichen seinerseits achtet, fest davon überzeugt, er müsse nun auch sterben. Wie er den Anblick Michels, das sich an ihn Klammern einer aufgegebenen Liebe nur schlecht erträgt. Muss man sich im Angesicht eines Todkranken zusammenreißen? Muss man ihn pflegen, ihm helfen, obwohl man sich dazu nicht imstande fühlt? Gibt es Verpflichtungen aus vergangenen Tagen, obwohl die Beziehung beendet ist?
    Streckenweise ist es mir schwer gefallen, weiterzulesen. Zu genau kenne ich die Abläufe im Krankenhaus, die notwendigen Hilfestellungen bei Totkranken.Ich kann aber auch verstehen, dass man davor zurück schreckt, die Veränderung eines vertrauten Menschen einfach nicht erträgt.
    Chirbes schreibt recht nüchtern, die Fragen nach Moral, nach der richtigen Verhaltensweise muss der Leser sich schon selbst stellen und beantworten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich diese Geschichte nicht so berührt hat, wie sie sicherlich hätte können. So habe ich das Buch leider recht gleichmütig zugeklappt. Der Gedanke allerdings, was eine Erkrankung wie AIDS mit den Betroffenen und ihrem Umfeld macht, der hat mich lange verfolgt.
  21. Cover des Buches Süden und die Stimme der Angst (ISBN: 9783426513637)
    Friedrich Ani

    Süden und die Stimme der Angst

     (4)
    Aktuelle Rezension von: eskimo81
    VORSICHT: Dies ist der neu aufgelegte 3. Teil von Friedrich Ani - Original heisst der Titel Verzeihen

    Ariane, früher Prostituierte, versucht in ihrem neuen Leben zurecht zu kommen. Als sie Niklas kennen lernt, ein ehemaliger Starreporter, gerät ihr Leben komplett aus den Fugen.

    Friedrich Ani hat mich mit dem ersten Band über Süden überzeugt und als neuer Leser gewonnen. Sofort griff ich zum nächsten Band und was soll ich nun sagen, wurde enttäuscht, verarscht? Wie kann jemand so viele Preise gewinnen? Hat überhaupt jemand den ersten und zweiten Band gelesen? Ich leide immer mit dem Team, den Ermittlern, erfahre gerne mehr über ihrer Leben etc. Aber wenn im ersten Band einer vom Team stirbt und schwupps im zweiten einfach wieder quicklebendig ist (mehr möchte ich nicht verraten, da dies schon genug gespoilert ist) fühle ich mich einfach verarscht, nicht ernst genommen... Was auch immer, aber DAS kann nicht sein. Sicherlich, jemand der den ersten Band nicht kennt, wird vielleicht begeistert sein aber wenn man die Serie lesen und geniessen möchte geht das überhaupt nicht auf.
    Auch hat hier Friedrich Ani mit den Andeutungen etwas übertrieben. Hat es mir noch gefallen im ersten Band (viel dezenter) ist es hier sehr übertrieben. Sehr wenig wurde wirklich geschrieben, sehr viel musste selber ausgedacht im Kopfkino erlebt werden.

    Fazit: Für mich eine absolute Verarschung des Lesers - sofern man die Serie lesen möchte. Ansonsten ist es ein undurchsichtiger und sehr komplexer Krimi bei dem man den Kopf mehr als nur bei der Sache haben muss.
  22. Cover des Buches Ich will doch leben! (ISBN: 9783732013142)
    Marliese Arold

    Ich will doch leben!

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Dies ist ein typisches, wie ich finde, Schulbuch..
    Es ist gut geschrieben, aber gerade der Schluss ist ein bisschen so "dahingeschrieben"..
    Gut finde in den Anhang, in dem nochmals ein bisschen auf das Thema "AIDS" eingegangen wird, wo nochmals ein paar Abkürzungen und was man sonst noch zu dem Thema wissen sollte, erklärt wird..
  23. Cover des Buches Früh am Morgen beginnt die Nacht (ISBN: 9783548610276)
    Wally Lamb

    Früh am Morgen beginnt die Nacht

     (143)
    Aktuelle Rezension von: Joroka

    Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um ein eineiiges Zwillingspaar, das in den 50igern in den USA geboren wird. Doch eigentlich steht im Mittelpunkt Dominick, der miterleben muss, wie seine „zweite Hälfte“, sein Bruder Thomas in seinen Zwanzigern in eine umfassende Schizophrenie abgleitet und die nächsten 20 Jahren meist in der Psychiatrie verbringt. Neben dieser immensen Belastung und Co-Abhängigkeit, stirbt derweilen seine Tochter im Alter von 3 Wochen, geht seine Ehe dadurch in die Brüche, ist er verzweifelt auf der Suche nach seinem leiblichen Vater, sieht sich beständig mit seinem cholerischen Stiefvater konfrontiert, verliert seine berufliche Basis unter seinen Füßen und seine Mutter durch Krebs. Zuvor vermacht sie ihm noch die Aufzeichnungen ihres Vaters, einem Einwanderer aus Sizilien, auf Italienisch, die er zur Übersetzung gibt und erst einmal über Jahre verschollen sein wird .. knapp über 1000 Seiten gibt es erst einmal mit Inhalt zu füllen! Das kann man sicherlich nur schwerlich in wenigen Zeilen zusammenfassen ..

    Ausgehend von den 1990igern hält das Buch Rückschau in die Kindheit und Jugend der Zwillinge, die aus Sicht von Dominick alles andere als eine einfache war. Historische Ereignisse werden dabei mit eingewoben. Eine epische Geschichte, die mit diversen Seitensträngen aufwartet. Auch die Lebensweisheiten des aus Sizilien stammenden Großvaters finden auf diese Weise ihren Platz. So gesehen handelt es sich tatsächlich um eine 3-Generationen-Ebene, wobei die Rolle von Dominicks Mutter immer ein wenig im Dunkeln bleibt. Man könnte das Buch auch in der Weise deuten, dass es vorrangig um die Katharsis von Dominick geht, diesbezüglich ist auch meine Überschrift zu verstehen.

    Über 1000 Seiten, das lässt sich nur im Urlaub bewältigen. Doch ich bin überzeugt davon, dass die Handlung auch auf der Hälfte der Seiten gut Platz gefunden hätte. Nicht so gefallen hat mir das Ende. Ohne zu viel zu verraten, es erschient mir zu „weichgespült“. Auch ließ es sich nicht ganz vermeiden, dass immer wieder ein Gefühl von „Wiederholung“ beim Lesen einkehrte.

    Spannend fand ich die Auseinandersetzung mit dem Phänomen „eineiiger Zwillinge“. Obgleich kein Sachbuch, beinhaltet das Buch diesbezüglich doch einige nützliche Erkenntnisse und hilfreiche Einsichten.

    Fazit: Wer viel Zeit hat, kann sich gerne an dieses Werk heranwagen. Bereute habe ich die gedehnte Lektüre jedenfalls nicht. Eine sehr vielschichtige Lektüre, durchaus mit der einen oder anderen kleinen Schwäche, doch insgesamt lesenswert.


  24. Cover des Buches Themba (ISBN: 9783570403013)
    Lutz van Dijk

    Themba

     (23)
    Aktuelle Rezension von: NiJo
    Der Schreibstil des buches ist wunderbar. man kann die Geschichte komplett lesen und das ohne Schwirigkeiten. Einige Wörter in der SpracheXhosa sind verwendet worden. Aber diese werden entweder direkt übersetzt oder hinten im Buch gibt es die erklärung dieser worte. Den Lesefluss stören sie jedenfalls nicht..

    Das buch ist aus der Suichtweise von Themba geschrieben. Er wohnt mit seiner Muttwer und seine 2 Jahre jüngeren Schwester Nomthas in einer kleinen Hütte in Qunu. Der vater ist seit mehreren Jahren nicht mehr nach hause gekommen und so versucht die Mutter, die Familie alleine zu ernähren. Nach einiger Zeit zieht der Onkel mit ins haus. Ist er zunächst noch fleissig, verfällt er in den nächsten jahren immer mehr dem alkohl.

    Thembas Mutter sucht sich dann Arbeit in der Nähe von Kapstadt und lässt beide Kinder beim Onekl. Themba selbst verbringt die meiste zeit beim Fussball spielen und sie haben die chance an einem nachwuchsturnier teilzunehmen. ZuHause allerdings eskaliert die Situation und so machen sich Themba und Nomtha auf die suche nach ihrer Mutter.

    Insgesamt ist das buch sehr eindrucksvoll und sehr einfühlsam. Es öffnet einem die augen und zeigt auf welche Probleme das Land südafrika hat. Neben HJunger, Armut und Arbeitslosigkeit auch das Problem der Krankheit ADIS. Und davor wird noch heute die augen verschlossen.

    Mit hat das buch sehr berührt und ich empfehle es gerne weiter. Nicht nur an Jugendliche, sondern auch an erwachsene..

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