Bücher mit dem Tag "hiv"
27 Bücher
- Sebastian Fitzek
Flugangst 7A
(1.430)Aktuelle Rezension von: Hari_T_Sebastian Fitzek wird seinem Ruf als Großmeister des Psychothrillers mit Flugangst 7A mehr als gerecht. Der Roman besticht durch einen hervorragenden dramaturgischen Aufbau und hält das Spannungsniveau durchgehend auf höchstem Niveau. Die unvorhersehbaren Plot-Twists greifen perfekt ineinander. Zwar grenzen einige Passagen für meinen persönlichen Geschmack an das Quälende und Brutale, was nicht jedermanns Sache sein dürfte, doch das tut dem hervorragenden Gesamteindruck kaum Abbruch. Ein durchweg fesselndes Leseerlebnis.
- Jessica Koch
Dem Horizont so nah
(777)Aktuelle Rezension von: AukjeDurch Zufall lernt Jessica auf einem Jahrmarkt den deutsch-amerikaner Danny kennen. Sie ist ziemlich schnell von ihm fasziniert aber er hält sie zunächst auf Abstand. Doch nach und nach werden die beiden ein Paar. Allerdings gibt es während ihrer Beziehung immer mal wieder Momente an denen Jessica an ihm zweifelt, da er ihr körperlich einfach nicht näher kommen möchte. Jessica gelingt es aber nach und nach zu ihm durch zu dringen und erfährt sein Geheimnis. Mit etwa elf Jahren begann sein Vater ihn sexuell zu missbrauchen und hat ihn auch während dessen mit dem HIV-Virus angesteckt. Doch zunächst verheimlicht er ihr das, bis es dann irgendwann auffliegt und er sich seiner Diagnose ihr gegenüber stellen muss. Nach einem anfänglichen Schock bleibt sie aber bei ihm, und möchte sich auch auf eine körperliche Beziehung mit ihm einlassen, die er zubeginn strikt ablehnt. Doch die beiden bleiben dennoch ein starkes Team und lassen sich immer mehr aufeinander ein, auch wenn es Danny körperlich zunächst schwer fällt auf Grund des Missbrauches. Jessica lernt auch Danny's Mitbewohnerin Tina kennen, für die Danny eine sehr wichtige Bezugsperson ist, da sie auch von ihrem Vater sexuell Missbraucht wurde und sich für Drogen prostituiert hat. Auch wenn ihre Beziehung sehr innig und intensiv ist, ist sie rein platonisch und die drei werden so etwas wie eine Familie. Eines Tages erhält Tina die Nachricht das ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird und sie bekommt einen Rückfall und verstirbt an einer Überdosis. Ihr Tod versetzt beide erst einmal in einen Schockzustand, doch bei Danny beginnen, vermutlich hervorgerufen durch Tina's Tod, sich die ersten körperlichen Zeichen des HIV-Virus zu zeigen. Er beginnt nach und nach immer mehr abzubauen und nimmt Jessica das Versprechen ab, zu akzeptieren das er selber entscheiden möchte wann er stirbt. Als die Symptome immer schlimmer werden verschwindet Danny plötzlich und hinterlässt Jessica einen Abschiedsbrief und sie erfährt etwas später das er sich in den USA selber umgebracht hat.
Als ich begonnen habe das Buch zu lesen, war ich mir zunächst nicht im klaren das das Buch autobiografisch ist, was die die Story noch dramatischer macht. Zum Ende hin des Buches wurde die Story so traurig und tragisch, das mir die Tränen kamen.
- Carol Rifka Brunt
Sag den Wölfen, ich bin zu Hause
(219)Aktuelle Rezension von: Xirxe1987 verliert die 14jährige June ihren geliebten Onkel Finn an die Krankheit Aids. Sie ist voller Trauer, mit der sie allein klarkommen muss. Denn mit ihrer 16jährigen Schwester verbindet sie eine Hassliebe und ihre Eltern gehen eher rational mit Finns Tod um. Doch da gibt es noch den geheimnisvollen Toby, Finns Freund, dem ihre Mutter die Schuld an dem Tod ihres Bruders gibt. Sie verbietet June den Kontakt zu Toby, doch deren gemeinsame Trauer um den unermesslich geliebten Menschen verbindet sie.
Ganz schön ambitioniert, was die Autorin alles in diese Geschichte packt. Verlust der ersten großen Liebe, Erwachsenwerden, Geschwisterliebe, Eifersucht - ein bisschen viel selbst für die über 430 Seiten. Denn leider gelingt es ihr nicht, sich zumindest auf einen dieser Punkte richtig zu konzentrieren. Stattdessen wird von einem zum nächsten Thema gewechselt, ohne dass eines davon ernsthafter vermittelt wird. Die fünfzehnjährige June, die von ihrem zurückliegenden Jahr erzählt, verliert sich in teilweise endlosen Gefühlsbeschreibungen und wiederkehrenden Phantasiewelten, die spätestens ab der Mitte des Buches langweilig zu werden beginnen.
Die letzten knapp 80 Seiten gipfeln schlussendlich in einem dramatischen Finale, das sich in einem amerikanischem Spielfilm sicherlich gut machen würde, in dieser Geschichte jedoch übertrieben wirkt.
Schade drum, denn der eigentliche Ansatz ist nicht schlecht. Mehr Konzentration auf ein Thema (oder auch zwei) hätten dem Buch gut getan. Und es wäre vermutlich eine bessere Geschichte (nicht nur für Jugendliche) geworden. - Kanae Minato
Geständnisse
(288)Aktuelle Rezension von: SchaninMir wurde das Buch empfohlen und geliehen, daher habe ich es gelesen, obwohl ich Krimis und Thriller eher selten lese. Ich war gespannt, da es auch der erste Roman eines japanischen Schriftstellers für mich war. Mich hat leider das Buch nicht fesseln können, ich fand es eher verstörend. Die allgemeine Stimmung des Romans war einfach nicht meins, alle Figuren blieben für mich auf Distanz und waren nicht greifbar. Der Schreibstil ist besonders, da er in Monologform geschrieben ist, was ich grundsätzlich auch gut gelungen fand. Mich hat es aber gestört, dass immer eine andere Figur aus dem Roman aus ihrem Blickwinkel erzählt. Auch das wäre gut umgesetzt als Stilmittel eine willkommene Abwechslung, nur fand ich, dass in diesem Buch dann der Mordvorgang mit anderer Wortwahl ständig wiederholt wurde, ohne neue Informationen daraus zu ziehen. Ich habe für die insgesamt 270 Seiten daher vergleichsweise sehr lange gebraucht.
- John Irving
In einer Person
(143)Aktuelle Rezension von: JohnSmithIn typischer Manier widmet Irving sich hier den Themen Selbstfindung, Andersartigkeit und dem Aufbegehren gegen Konventionen, eingebettet in einer außergewöhnlichen Familiengeschichte.
Im Zentrum steht Billy, hineingeboren in eine Laien-Schauspielgruppe. Geschildert wird, wie er seine sexuelle Orientierung entdeckt und lernt, sich diesbezüglich zu behaupten und seinen Platz in dieser Welt zu finden. So kennt man Irving.
Es ist mir nie so richtig gelungen, mich in Billy einzufühlen. Vielleicht ist das von Irving sogar gewollt, fühlt Billy sich doch auch von nichts und niemanden so richtig verstanden, selbst in der queeren Community fühlt er sich als Außenseiter.
Durch die Theaterstücke, die von Billys Familie aufgeführt werden und Billys eigener Liebe zur Literatur bekomme ich allerdings Lust auf Shakespeare und andere Klassiker - direkt im Anschluss habe ich, noch geprägt duch dieses Buch, direkt Madame Bovary verschlungen.
Fazit: eingefleischte Irving-Fans bekommen hier, was sie sich wünschen. Als Einstieg in die "Irving-Welt" würde ich eher dazu raten, mit seinen verfilmten Werken anzufangen, zB Garp, Hotel New Hampshire oder Owen Meany; es hat schon seinen Grund, warum er mit diesen Werken berühmt wurde...
- Rebecca Makkai
Die Optimisten
(76)Aktuelle Rezension von: AcEastendSelten hat mich ein Buch, in dem es um eine, mir gänzlich fremde Welt geht, so mitgerissen.
Die Geschichte vom homosexuellen Yale und seinen Freunden beginnt 1985 in Chicago. AIDS verbreitet sich in Boystown und reißt einen jungen Menschen um den anderen, aus dem Leben.
Auch den Kunstexperten Yale selbst, der gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen zu sein scheint.
Eines der ersten Opfer war sein Freund Nico.
Dessen Schwester Fiona reist 30 Jahre später nach Paris, um ihre Tochter zu suchen.
Warum diese untergetaucht ist und wie das in Zusammenhang mit Yale und den tausenden Opfern des todbringenden Virus steht, sollte man sich nicht entgehen lassen.
Denn auf stolzen 615 Seiten werden die verschiedenen Lebensgeschichten der Protagonisten so ein- und zeitgleich unaufdringlich erzählt, dass man meint, dabei gewesen zu sein.
Es sind Geschichten von Liebe und Verlust, von Tod und Leben und der tiefen Bedeutung allen Seins…
Ein Pageturner, dessen kunstvolles Ende mich zu Tränen gerührt hat, obwohl mir das sehr selten passiert. Geschrieben wie ein Filmabspann des Lebens vor dem inneren Auge…
Ich werde es wohl noch ein paar Tage nachhallen lassen müssen, um dem nächsten Buch wirklich gerecht zu werden.
Eins der wenigen Bücher, das bleiben darf, um den ein oder anderen Gedankenanstoss erneut aufzugreifen und es an so viele Menschen wie möglich zu verleihen, von denen ich denke, dass sie es unbedingt lesen müssen!!! Danke Eisele Verlag und Rebecca Makkai für dieses fantastische Buch, das man erst einmal schlucken und verkraften muss…🌈📚🖼️
- Jessica Koch
Dem Ozean so nah
(154)Aktuelle Rezension von: Michi_93In diesem letzten Band geht es um die Geschichte von Tina. In den beiden anderen Bänden der Danny-Reihe haben wir bereits vieles von Tina erfahren können. Leider nicht nur gutes, daher wissen wir schon was uns in diesem Teil der Reihe erwarten wird. Es ist keine leichte Geschichte. Und dass alles davon echt und wahrhaftig passiert ist, ist nochmal was ganz anderes. Gänsehautmomente. Tina hat ein schreckliches Schicksal erlitten, mit denen wohl die wenigsten klarkommen würden, so auch Tina. In diesem Roman wiederholt sich vieles aus den anderen beiden Bänden, dennoch finde ich schön, dass auch Tina ihre Geschichte bekommen durfte. Wir erfahren weniger neues, nur kleine Häppchen. Aber ehrlich gesagt, war ich gar nicht enttäuscht darüber. Es ist keine leichte Kost, keines der Bücher dieser Reihe. Jeder sollte für sich abwägen, ob er es durchhält zu lesen oder nicht. Wer die Reihe gelesen hat, wird wissen wieso. Eine Reihe mit ganz viel Verzweiflung, Freundschaft und die wahre Liebe. Schreckliche Schicksale zweier ganz toller Menschen. Eine harte aber berührende Geschichte.
Jessica Koch`s Schreibstil ist sehr angenehm und man hat das Gefühl, dass sie mit diesen Büchern ihre Geschichte erst so richtig verarbeiten konnte. Ein Teil davon wird immer bleiben. Beim Lesen merkt man, wie viel Jessica Danny und Tina noch immer bedeuten.
Fazit: Eine ganz tolle Reihe, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Danke Jessica Koch, dass du uns deine Geschichte erzählt hast.
- Tina Voß
Weggeworfen
(19)Aktuelle Rezension von: DreiDieser Thriller macht Spaß und hinterläßt Neugier auf den zweiten Teil. Das kleine bisschen hannoversches Lokalkolorit machte mir besondere Freude. - Choga Regina Egbeme
Die verbotene Oase
(35)Aktuelle Rezension von: YoyomausEin Leben in Freiheit,
aber was ist der Preis dafür?
Zum Inhalt (Booklet):
Choga Regina Egbeme lebt in einer scheinbaren Idylle: Zusammen mit einigen Gefährtinnen und ihrer deutschen Halbschwester ist sie auf die verlassene Farm ihrer Mutter in Zentral-Nigeria gezogen. Geborgenheit und neuen Mut finden sie in der alten Lebensform: ein Harem, zu dem Männer aber keinen Zutritt haben. Doch ihr Zufluchtsort ist bedroht: Die islamische Nachbarschaft, die für die Einführung der Scharia kämpft, kann diese Frauengemeinschaft nicht dulden. Immer wieder werden die Frauen brutal überfallen. Choga muss die Farm mit hohen Mauern umgeben, aber wird es ihr gelingen, sich und ihre Gefährtinnen vor der feindlichen Welt außerhalb des Harems zu beschützen?Cover:
Das Cover zeigt eine verhüllte Frau in Wüste oder in der Savanne. Das wirkt geheimnisvoll und vielleicht für unsere Region auch befremdlich, da die Verhüllung hier eher weniger praktiziert wird. Das macht aber natürlich auch neugierig, worum es hier geht. Somit greift man automatisch zu dem Buch, was wirklich clever gemacht ist.
Eigener Eindruck:
Diese Biografie beschreibt das Leben von Choga Regina Egbeme und deren Mitbewohnerinnen. In einem Harem versuchen die Frauen ohne Männer in einer doch recht feindlichen Umgebung ein friedliches Leben zu führen. Das gelingt ihnen leider bisweilen nicht. Choga schreibt über die Schicksale ihrer Gefährtinnen, über religiöse und politische Probleme, ein wirklich krankhaftes Bild über die Frau in einer Welt welche aufgeklärt sein will, aber es nicht kann. Hier geht es um Gewalt an Frauen, Missstände der Gesellschaft und einer Welt in der man für seine Rechte kämpfen muss, aber auch schnell einmal verlieren kann. Es sind Schicksalsschläge die man wirklich nur schwer verkraften kann, Schicksale, bei denen der Mut fehlte und die Tragik zugeschlagen hat. Das buch zeigt ganz gut, wie glücklich wir uns schätzen können hier in Europa zu leben. Es zeigt, dass die Rechte der Frau und deren Freiheit nicht überall selbstverständlich sind. Das Buch ist kritisch, es ist ehrlich und brutal. Es ist genau das, was Augen und Ohren öffnen sollte. Doch so wichtig all diese Themen sind und wie tragisch auch die Schicksale. Das Buch hat mich einfach nicht abgeholt. Ich bin mit dem Schreibstil nicht warm geworden, ich musste es öfter weglegen, weil ich es manchmal nicht ertragen konnte – in zweierlei Hinsicht. Das Buch zog sich zäh wie Kaugummi, war manchmal sehr verwirrend für mich und das alles dann in Kombination lässt mich ziemlich unzufrieden zurück, da so ein Buch eigentlich fesseln sollte, besonders wegen den Erlebnissen, wegen der Authenzität. Schade, denn ich denke, dass es auch einigen anderen so geht und somit sein Ziel, gehört zu werden verfehlt. Allein schon der Anfang, als sie beschreibt wie eine der Frauen von ihrem Mann behandelt wurde und das dann so herüberkommt wie: na ist halt so… Nein, ist es eben nicht! Selbst in einer Gesellschaft, wo das wahrscheinlich zum „guten Ton“ gehört als Mann brutal zu sein und auch noch fröhlich HIV zu verteilen. NEIN! Also ihr seht, man braucht hier wirklich starke Nerven.
Fazit:
Obwohl ein sehr wichtiges Thema konnte mich dieses buch nicht erreichen. Teert und federt mich dafür, aber ich kann einfach keine Leseempfehlung aussprechen.
Gesamt: 3/5
Daten:
Ausgabe: eBook
Erscheinungsdatum: 21.06.2012
ISBN: B008DM41K2
Sprache: Deutsch
Umfang: 240 Seiten
Verlag: Brainstorm Berlin
- Madame Nielsen
Der endlose Sommer
(14)Aktuelle Rezension von: reneeDieser kleine und dünne Roman hat es in sich. Er besteht aus einer sehr künstlerischen Sprache mit langen Schachtelsätzen, die das Lesen etwas erschweren. Aber es entsteht trotzdem ein Erzählfluss, nicht mit so einem Sog, aber dennoch irgendwie von einem Besitz ergreifend. Der endlose Sommer. Was ist schon endlos ? Alles endet irgendwann. Das wird auch zum Thema. Aber im Vordergrund steht eher das Leben, es ist wichtig zu leben, zu genießen, Leidenschaft zu empfinden, zu lieben, zu rasen. Es ist wichtig das Leben zu sehen in all seinen Facetten und dieses auch genießen zu können. Und es ist wichtig der Kunst einen Platz im Leben zu geben, ihr gestatten das Leben mit Farbe zu versehen. Weil alles endet irgendwie/irgendwo/irgendwann mit dem Tod. Und der hinterlässt überall im Buch seine Spuren. Bei diesen Stellen konnte ich irgendwie auch ein kleines Lächeln der Verfasserin zwischen den Zeilen sehen. Und das alles ist, trotz dieser schon benannten Schachtelsätze, in einer künstlerisch gehaltenen Sprache beschrieben, die einfach gut klingt und auch guttut. Ich habe auch immer einen gewissen Zynismus vernommen, einen Zynismus mit dem die Verfasserin das Leben sieht. Und er hat mir gefallen. Und ich denke das auch ein gewisser autobiographischer Anteil vorhanden ist, die Autorin rechnet etwas ab.
Nun zur Handlung: eine Familie hat in Dänemark ein Landgut gekauft, den weißen Hof: der eifersüchtige Stiefvater, Mads; die reitende Ehefrau, Benedikte/Ditte; die größere Tochter, Christina/Stina; die zwei kleinen Brüder. Die Familie führt ein offenes Haus und hat immer mal wieder Besuch von Leuten, die zum inneren Kreis gehören: der schöne Junge, der schön gewachsene, athletische Lars; der zarte Junge, der vielleicht ein Mädchen ist, es aber noch nicht weiß; der schlaksige Junge aus Odense. Der Stiefvater verschwindet schließlich aufgrund von Differenzen und zwei Portugiesen, Peixe und der Künstler, kommen in den weißen Hof. Und der endlose Sommer beginnt. Und das Leben tobt. Und es tobt und der endlose Sommer vergeht. Wie alles irgendwann vergeht.
- Arthur Escroyne
Aufschrei in Ascot
(34)Aktuelle Rezension von: AnkeabiszDas Ermittlerteam ist zum einen die taffe Inspektor Rosemary Daybell und ihr Verlobter, der etwas angestaubte Lord Arthur Escroyne.
Harold Philipp Arthur Escroyne -der Autor und gleichzeitig Protagonist - ist der 36. Earl of Sutherly. Der passionierte Gärtner schreibt ganz liebevoll und mit viel britischem Humor die kurzweiligen Krimis aus der Ich Perspektive. Seine Art zu schreiben hat mich an vielen Stellen schmunzeln lassen. Die zukünftige Frau an seiner Seite schafft es mit viel Intuition die Mordfälle aufzuklären. Die Spannung wird ab der ersten Seite aufgebaut und hält bis zur letzten Seite an. Die Charaktere werden detailliert beschrieben, genau wie die Orte, in denen die Handlung spielt. So wird der Leser wunderbar in die englische (verarmte) Aristokratie und Landschaft entführt.
Wer England und Krimis mag, wird hier fündig. Ich bin so froh, dass es noch 4 weitere Bände gibt. Da kann noch weiter an dem Leben der beiden Hauptprotagonisten teilhaben.
- Christine Brand
Blind
(215)Aktuelle Rezension von: Stoeckchens_buecherweltEndlich Repräsentation! Wie oft suche ich nach einem Buch mit blinden Protagonist*innen.
Und auch, wenn die Geschichte viel Potential hatte, konnte sie mich leider nicht fesseln. Ich hatte immer wieder die Hoffnung, dass ich sie noch spannend finden würde, aber leider habe ich es letztendlich nur wegen der Repräsentation gelesen. Ich fand das Buch leider doch sehr zäh, konnte mich auf die Charaktere nicht richtig einlassen und habe immer wieder zu anderen Büchern gegriffen.
Glücklicherweise wurde im Nachwort erwähnt, dass mit jemandem gesprochen wurde, der auch einen Blindenführhund hat.
Was ich dennoch schade fand: In Kapiteln, in denen es nicht um den Protagonisten ging, wurde über ihn oft als „der blinde“ gesprochen oder gedacht. Hier hätte man auch einfach seinen Namen nutzen können. Außerdem hat es mich gestört, dass das Klischee von psychischer Erkrankung und potentieller Gefahr aufgegriffen wurde. Unser Protagonist wurde verdächtigt, weil er von einer psychischen Erkrankung bei ihm ausging.
- Benjamin Prüfer
Wohin Du auch gehst
(46)Aktuelle Rezension von: Tilman_SchneiderDies ist eine wahre, ein ganz wunderbare Geschichte. Benjamin Prüfer flog für einige Wochen nach Kambodscha um dieses exotische Land zu entdecken und kennen zu lernen. In einer Diskothek tirfft er dann auf Sreykeo. Er ist fasziniert von ihrer Schönheit, Hingabe und doch auch ihrer Schüchternheit. Doch als er mit ihr nach Hause geht lernt er die andere Seite kennen. Sie muss für ihre Familie aufkommen, ebenso wie ihre Schwester. Sie leben auf engstem Raum und Luxus gibt es nicht. Benjamin verliebt sich aber in Sreykeo und will sie unbedingt heiraten. So einfach geht das aber nicht, denn es gibt in Kambodscha andere Sitten und Regeln und außerdem ist Sreykeo sehr krank.
Eine wunderbare Geschichte, ehrlich und ohne übertreibungen erzählt. Das Ja für die Liebe.
- Christopher Davis
Philadelphia
(50)Aktuelle Rezension von: HoldenIn der "Stadt der brüderlichen Liebe": Andrew Beckett ist einer der talentiertesten Anwälte in Philadelphia und arbeitet wie ein Pferd in der bekanntesten Kanzlei am Ort Wheeler & Wyatt, bis ihm unter einem fadenscheinigen Grund gekündigt wird, als man bei ihm erste Anzeichen einer Aids-Erkrankung erkennen kann. Beckett ist homosexuell und lebt mit seinem Lebenspartner Miguel zusammen, was er in der Kanzlei allerdings verschweigt. Als Anwalt erklärt sich nur Joe Miller bereit, Afroamerikaner und anfangs voller Vorurteile gegenüber Schwulen, Beckett zu vertreten im Arbeitsrechtsstreit um dessen Kündigung und dessen Rechtmäßigkeit. Beckett geht es zunehmend schlechter, je lämnger sich der Prozeß hinzieht, wird er das Ende überhaupt noch erleben? Der erste Oscar für Tom Hanks in der Hauptrolle, die Geschichte war 1993 angeblich noch ein Wagnis, als der Film rauskam. Die Rolle von Denzel Washington als Miller ist vielleicht etwas schwarz-weiß gezeichnet, vielleicht auch etwas viel "Anwaltsverherrlichung" (Tom Robbins), aber auch ohne den Neil-Young-Song am Ende sehr ergreifend.
- Alison Lurie
Sommer in Key West
(6)Aktuelle Rezension von: Ruby SummerEs geht um Existenzielles: Während manche sich mit ihrem (un-)freiwilligen Sterben beschäftigen, finde andere überraschend ihre Seelenpartner. Manche werden erwachsen, andere wieder zu Kindern.
Doch egal in welcher Phase sich die Protagonisten in Alison Luries Roman „Sommer in Key West” gerade befinden, sie alle verändern sich unter der brütenden Sonne Floridas. Die New Yorker Psychologin wird zur üppigen Lebefrau, die biedere Hausfrau und Mutter zu ihrer heißblütigen Geliebten. Der dominante Professor gibt sich nach einigem Zögern ganz dem Alter hin und die tapsige Kindfrau ohne-eigene-Meinung der Rettung der Rundschwanzseekuh.
Alison Lurie schreibt nie ohne Hoffnung, es gibt immer noch ein Danach und wie so oft sind mir ihre Charaktere derart ans Herz gewachsen, dass ich sie nach Beenden des Buches schmerzlich vermisse. Hat Jacko die Entwicklung wirksamer HIV-Medikamente noch erleben dürfen? Konnte Molly trotz fortschreitender Arthritis die Illustrationen für das Buch fertig stellen? Und was ist mit Lee und Jenny, lieben sie sich noch?
In eindrucksvollen Bildern und dichten Beschreibungen ist der Autorin eine rundum wunderbare Geschichte gelungen.
- John Boyne
The Heart's Invisible Furies
(22)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer„When was the exact moment that I might have found some courage and for once in my life done the right thing?“ (Quotation page 341)
Content:
In 1945, sixteen years old Catherine Goggin gets pregnant. As she refuses to name the father of the child to the Catholic priest during Mass, she has to immediately leave her home village Goleen and goes to Dublin. After birth, she gives her baby to a nun who has found parents with money and status for the child, that adopt the boy, calling him Cyrus. He first meets Julian Woodbead in 1952, when he is seven years old. In 1959, they meet again as roommates at Belvedere College. He adores Julian but there are also strange feelings, which he thinks to be just some sentimental misinterpretation of a fourteen years old. However, neglecting the truth leads to many years of hiding his secret, misunderstandings, travelling, until he finds his identity and place in life …
Theme and genre:
This epic novel could also be a biography. Main theme is homosexuality in the years where it still was forbidden, especially in Ireland under the pressure of the very strict rules of the Catholic Church and society. Another topic is AIDS in a time when people believed that only gay people could get it. The story of Cyril is also about friendship, compassion and how a lie can have big consequences.
Characters:
Cyril, the main protagonist, tries to hide his feelings for Julian and his sexual orientation and it takes him many years to accept, who he is. Sometimes the situation makes him weak, deeply hurting other persons instead of just telling the truth. On the other hand, destiny bringst some twists and hazards into his life which are not his fault and which he has to handle. Therefore he remains likeable to the reader. This novel is full of interesting characters, their friendship, their struggles and especially the short scenes when Cyril and his real mother meet during the years without knowing who they are, are touching.
Plot and writing:
The novel is written like a biography, with Cyril as the first person narrative. He tells the story of his life in chronological order, beginning with the story of his birth 1945, which his mother many years later had told him, until 2015. There are many twists, changes of location that make the book gripping to read, very interesting how some of the characters in different times come into the story again. John Boyne shows a great feeling for the language and a fantastic ability of plot building.
Conclusion:
A gripping, heartwarming but also entertaining story, that gives the reader every feeling between laughing and crying.
Fazit:Vom der ersten Begegnung an, damals war er gerade sieben Jahre alt, fühlt sich Cyril Avery zum selbstsicheren, witzigen Julian hingezogen. Als Teenager hält er es nach wie vor für eine komische Schwärmerei und es beginnt für ihn ein Leben aus Schweigen und teilweise Angst, denn für das streng katholische Irland galt die gleichgeschlechtliche sexuelle Orientierung lange Zeit als etwas, das es nicht geben durfte und daher nicht gab.
Geschrieben in der Ich-Form, Erzähler ist Cyril Avery, liest sich dieser Roman wie die Biografie eines Lebens, chronologisch erzählt von der Geburt 1945 bis ins Jahr 2015.
Großartig und gekonnt verwebt der Autor Schicksale, lässt Personen über die Jahre immer wieder Cyrils Leben kreuzen. So trifft er mehrmals seine wirklich Mutter, ohne dass die beiden einander erkenen, da seine Mutter ihn sofort nach der Geburt zur Adoption freigeben musste.
Das Schicksal hält für Cyril im Auf und Ab seiner Suche nach der eigenen Identität auch schwere Zeiten bereit, dennoch findet der Autor für den Leser das perfekte Gleichgewicht zwischen Lachen und Weinen - ein tief beeindruckendes Buch, das ich nicht aus der Hand legen konnte.
- Sunil Mann
Schattenschnitt
(6)Aktuelle Rezension von: peedeeVijay Kumar, Band 6: Die Dokumentarfilmerin Pina Gilardi wird auf der Strasse niedergestochen. Vijay Kumar hat dies zufällig mitangesehen. Da die Produzentin im Koma liegt, kann sie nicht aussagen. Von ihrer Lebensgefährtin vernimmt er, dass Gilardi erst vor kurzem in Indien war, um die Lebensbedingungen HIV-positiver Menschen aufzuzeigen. Um den Spuren zu folgen, reist Vijay nach Indien…
Erster Eindruck: Das Cover mit Ganesha, dem Gott mit dem Elefantenkopf, gefällt mir. DenBegriff „Schattenschnitt“ kann ich aktuell nicht zuordnen.
Dies ist Band 6 einer Reihe, kann jedoch unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden.
Der Einstieg in den sechsten Band war sehr amüsant, denn Vijay steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Das wäre selbstverständlich nichts, was mich amüsieren sollte, aber der Auslöser für seine Krise ist vergnüglich (als Ü40 darf ich das sagen): „Die hämische Ankündigung des beginnenden Zerfalls, ein Symbol für meine unweigerlich ablaufende Lebenszeit, der Hauch des Todes: ein weisses Haar!“ Doch dies ist nicht das einzige Problem, mit dem Vijay sich beschäftigt, denn er hat noch eine viel grössere Baustelle: die Beziehung mit Manju steckt arg in der Klemme. Wenn sie sich nicht beide zusammenreissen, ist das Ende wohl absehbar. Doch nun zum Geschäftlichen: Bei einem Ausflug kommt er in Kontakt mit einer indischen Ärztefamilie, deren Tochter nun in der Schweiz den von ihnen ausgewählten Bräutigam, selbstverständlich ein Inder aus gutem Hause, ehelichen soll. Die Tochter weigert sich jedoch. Der Mann, denn sie wirklich liebt, ist vor kurzem aus mysteriösen Gründen verstorben – Vijay soll den Grund herausfinden, und zwar in Indien! Da er in Sachen Gilardi sowieso nach Indien muss, kann er gleich zwei Dinge auf einmal erledigen: er reist daher von Zürich nach Mumbai (neben dem die grösste Stadt der Schweiz mit ihren 400‘000 Einwohnern geradezu beschaulich anmutet!). Die Stadt und die Grossfamilie der Kumars sind im wahrsten Sinne überwältigend. Ein Anruf aus der Heimat lässt ihn umgehend zurückreisen – was ist passiert?
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und für mich war allein das Lesen der indischen Gegebenheiten sehr eindrucksvoll. Ich mag es, Einblicke in andere Lebensweisen und Kulturen zu erhalten. Dieses Mal habe ich auch wieder etwas Neues gelernt: Hijras stellen das dritte Geschlecht Indiens dar. Ich war noch nie in Indien, aber ich denke, dass mich die Hitze, die Farben, Düfte, der Lärm oder auch die Kontraste Arm – Reich überfordern würden. - Jeannie A. Brewer
Ein Riss im Himmel
(161)Aktuelle Rezension von: KaciEine Liebesgeschichte, die mitten ins Herz trifft und noch lange nachhallt.
Wer bei Büchern gerne weint, ist bei Ein Riss im Himmel definitiv richtig. Jeannie A. Brewer erzählt die Liebesgeschichte von Eric und Alexandra schonungslos und gleichzeitig unglaublich gefühlvoll. Von Anfang an spürt man, wie tief die Verbindung zwischen den beiden ist – und gleichzeitig liegt über ihrer Geschichte diese ständige Angst, dass ihre gemeinsame Zeit begrenzt sein könnte.
Besonders berührt hat mich aber nicht nur die Geschichte von Eric und Alex. Auch die Schicksale ihrer Familien und Freunde gehen unglaublich ans Herz. Man ist traurig, wütend und teilweise einfach fassungslos angesichts der Ungerechtigkeit, der Vorurteile und der vielen Menschen, die durch Aids so viel Leid erfahren mussten.
Die Autorin schafft es, die damalige Zeit eindringlich und ohne etwas schönzureden darzustellen. Gerade deshalb ist das Buch nicht nur eine große Lovestory, sondern auch ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Für mich ist es besonders wertvoll, weil die jüngere Generation die Aids-Pandemie der 80er- und 90er-Jahre oft nur noch aus Geschichtsbüchern kennt und kaum nachvollziehen kann, was sie für die betroffenen Menschen tatsächlich bedeutet hat.
Eine wunderschön erzählte, herzzerreißende und gleichzeitig wichtige Geschichte über Liebe, Verlust, Freundschaft und eine Zeit, die man nicht vergessen sollte.
Taschentücher bereithalten – dieses Buch lässt einen definitiv nicht kalt. ❤️
- Elke Heidenreich
Nurejews Hund
(39)Aktuelle Rezension von: rose7474Dieses Buch bekam ich zum Geburtstag und freute mich sehr darüber. Ich lese sehr gerne Bücher von Elke Heidenreich. Ich mag ihren Erzählstil. Dieses Büchlein hatte wieder Humor und Tiefgang so wie ich es von der Autorin gewöhnt bin.
Daher eine absolute Leseempfehlung von mir und wohlverdiente 5 Sterne.
- Christine Brand
Blind
(16)Aktuelle Rezension von: MissRichardParkerNathaniel ist Blind. Um passende Kleider anzuziehen nutzt er oft die App "Be my eyes" um sich farblich beraten zu lassen. Als er am Telefon mit einer Frau spricht, die ihm hilft ein blaues Hemd zu finden, hört er sie auf einmal schreien und weiss sofort, dass ihr etwas passiert ist. Die Verbindung bricht ab. Nathaniel lässt das Telefonat keine Ruhe mehr und er beginnt sich auf die Suche nach der Frau zu machen.
Für mich war dieser Krimi mal etwas ganz anderes. Ein blinder Hauptprotagonist mit seiner treuen Hündin. Irgendwie erfrischend und auch beklemmend, wenn man sich vorstellt, so gar nichts zu sehen. Die Geschichte fand ich gut aufgebaut, der Schreibstil flüssig. Die Sprecherin hat mir sehr gut gefallen. Ich kann es nicht gut in Worte fassen, auch wenn der Krimi gut war, hat er mich dennoch nicht zu 100% überzeugt. Mir hat etwas gefehlt. Teilweise zog sich die Geschicht etwas in die Länge. Vielleicht lag es daran... Dennoch: zur Abwechslung ein spannender Krimi, der einige unterhaltsame Stunden garantiert.
- Tinka Dippel
Nadja Benaissa - Alles wird gut
(2)Aktuelle Rezension von: TybaltiaLoveIch muss vorab zugeben, dass ich schon in meiner Kindheit ein großer No-Angels-Fan war, mein Musikgeschmack sich seitdem jedoch stark gewandelt hat… dennoch haben diese Frauen mich immer irgendwie begleitet durch all die Jahre.
Nadja erzählt hier mit einer Autorin zusammen ihr Leben, beginnend mit ihrer Verhaftung 2009, dann Stück für Stück ihre Kindheit, Jugend, No-Angels-Zeit… die Kapitel beginnen immer mit Liedzeilen, meistens von ihr.
Sehr einfühlsame und ehrliche Worte wurden verwendet, das Buch liest sich sehr flüssig und hat auch, typisch für eine Biografie, Bilder.Bleibt ein Dauerbewohner meines Bücherregals, der alle paar Jahre mal wieder rausgeholt wird❤️
- Rafael Chirbes
Paris - Austerlitz
(3)Aktuelle Rezension von: Giselle74Dieser posthum veröffentlichte Roman des bekannten spanischen Schriftstellers Rafael Chirbes erzählt eine ganz gewöhnliche Liebesgeschichte. Man lernt sich kennen, zieht noch im ersten Taumel zusammen, der Alltag bricht irgendwann herein, die ersten ernsteren Zwiste folgen und irgendwann trennt man sich wieder. Auch das einer der Liebenden innigere Gefühle hat, eifersüchtiger ist, die Trennung nur schwer akzeptieren kann, gehört, platt gesagt, zum Lauf der Dinge.
Der junge Ich-Erzähler strandet ohne Geld und Unterkunft in Paris, geflohen vor seiner dogmatischen Familie. Künstler möchte er sein, Geschäftsmann soll er werden. Er lernt den erheblich älteren Arbeiter Michel kennen, einen lebendigen, großherzigen Mann, der ihn aufnimmt und mit durchfüttert. In der Phase der ersten Verliebtheit merkt der junge Mann nicht, was der Preis dieser Fürsorge ist: Michel wünscht seine ungeteilte Aufmerksamkeit, die totale Aufgabe aller anderen Kontakte und Wünsche. Nach einem Besuch bei seinen Eltern kommt es zum Bruch, der junge Mann zieht aus. Er erträgt die erzwungene Nähe nicht mehr.
So weit, so altbekannt. Doch nun kommt "die Plage" ins Spiel. Michel erkrankt daran, an eine Rettung ist nicht zu denken. "Die Plage", nie wird diese Erkrankung beim richtigen Namen genannt, aber es liegt nahe, ist AIDS. Chirbes beschreibt den Niedergang, den Verfall Michels. Er erzählt, wie der junge Mann zunächst panisch auf jedes Erkrankungszeichen seinerseits achtet, fest davon überzeugt, er müsse nun auch sterben. Wie er den Anblick Michels, das sich an ihn Klammern einer aufgegebenen Liebe nur schlecht erträgt. Muss man sich im Angesicht eines Todkranken zusammenreißen? Muss man ihn pflegen, ihm helfen, obwohl man sich dazu nicht imstande fühlt? Gibt es Verpflichtungen aus vergangenen Tagen, obwohl die Beziehung beendet ist?
Streckenweise ist es mir schwer gefallen, weiterzulesen. Zu genau kenne ich die Abläufe im Krankenhaus, die notwendigen Hilfestellungen bei Totkranken.Ich kann aber auch verstehen, dass man davor zurück schreckt, die Veränderung eines vertrauten Menschen einfach nicht erträgt.
Chirbes schreibt recht nüchtern, die Fragen nach Moral, nach der richtigen Verhaltensweise muss der Leser sich schon selbst stellen und beantworten. Vielleicht ist das auch der Grund, warum mich diese Geschichte nicht so berührt hat, wie sie sicherlich hätte können. So habe ich das Buch leider recht gleichmütig zugeklappt. Der Gedanke allerdings, was eine Erkrankung wie AIDS mit den Betroffenen und ihrem Umfeld macht, der hat mich lange verfolgt.























