Bücher mit dem Tag "hölderlin"
10 Bücher
- Susanna Tamaro
Anima mundi
(33)Aktuelle Rezension von: janaobristIrgendwie tut er mir echt leid, 2 Sterne sind echt nicht viel. Aber wenn ich das Buch nichtmal fertig lesen konnte, sagt das eigentlich schon alles. In dem Buch geht es um einen Jungen, dieser hatte nicht eine einfache Kindheit und musste mit vielen ungeheilten Traumas umgehen. Dann kommen noch Drogenprobleme dazu und so nimmt die Geschichte seinen lauf. Das Buch ist in 3 Teile geteilt: Feuer, Erde, Wind; Die Zeit des Wachsens, Die Zeit der Verführbarkeit durch äusseren Schein und die Zeit der vertieften Einsicht ins eigenen Selbst und das Wesen der Dinge. Ich finde das Konzept tönt mal mega toll. Aber ich habe was komplett anderes erwartet. Ich habe eine Buch erwartet das mir vielleicht etwas beibringt und mir und meinem Selbst weiterhilft oder meiner Persönlichkeitsentwicklung. Stattdessen ist es ein sehr deprimierte und hasserfühlte Geschichte eines Jungen der nie den Sinn zu seinem Leben fand. Das ist wenigstens ehrlich, aber wirklich nicht das was ich in einem Buch suche. Ich sage nicht das es schlecht ist, der Schreibstil hat mich zugebenermasse echt beeindruckt. Aber es war einfach kein gutes Buch für mich. Ich sah keine Hoffnung darin und nichts was mir die Euphorie gibt weiterzulesen. Der 1. und 2. Teil fand ich noch recht angenehm und fast spannend zu lesen. Weil etwas passiert ist und es auch Wechslungen der Gefühlslage gab. Aber im 3. Teil musste ich aufhören. Ich wollte einfach nicht mehr...
- Heinrich Böll
Gruppenbild mit Dame
(61)Aktuelle Rezension von: Marla_HumiZwar drehen sich die Recherchen des "Verfassers" vorrangig um Leni Gruyten/ Pfeiffer, aber die zu Wort kommenden Freundinnen und Bekannten Lenis erzählen selbst auch ihre eigenen Geschichten und berichten von ihrem Über-Leben während des 2. Weltkrieges und in der Nachkriegszeit in Köln.
Böll präsentiert eine Fülle von Episoden und Eindrücken. Indem er die Figuren in ihrer eigenen Sprache reden lässt, werden die unterschiedlichsten Charaktere und Milieus lebendig. Alle vereint die schrecklichen und traumatischen Erfahrungen des Krieges, sei es als sowjetischer Kriegsgefangener oder als versteckte Jüdin, als Zivilisten, die irgendwie die Bombenangriffe auf die Stadt Köln überstehen, als Väter, Mütter, Frauen, die ihre Liebsten betrauern. Geschickt wird dokumentarisches Material eingeflochten.
Aber bei aller Tragik und Trauer werden auch lustige Episoden eingebaut, z.B. der "Tote-Seelen-Skandal", der dazu führt, dass Lenis Vater sein gesamtes Vermögen verliert und nur mit Mühe der Todesstrafe durch die Nazis entgeht.
Der "Verfasser" geizt nicht mit ironischen und unterhaltsamen Kommentaren zu seinen Gesprächspartnern und ihren Marotten, wobei er sich selbst nicht ausnimmt. Allein die stellenweise Neigung zu unnötigen Abkürzungen und Ausuferungen schmälert den Lesegenuss.
Schade, dass Böll vielen nicht mehr bekannt ist.
- Elke Weigel
Wind der Freiheit: Christiane und Wilhelm Hegel - Roman
(11)Aktuelle Rezension von: Buchgespenst„Du musst mir gehorchen“ – das ist die Überschrift zu Christiane Hegels Leben. Als Frau im 18. Jahrhundert waren ihre Möglichkeiten limitiert, gleichgültig wie gebildet oder talentiert sie war. Der Vormundschaft ihres Vaters und Bruders unterstellt, ist ihr Leben auf Häusliches beschränkt – fast. Wilhelm braucht ihre Anwesenheit, um zu lernen und zu arbeiten. Die Gespräche mit Hölderlin und vor allem Gotthold Stäudlin lassen die kluge junge Frau aufblühen, die wegen ihrer Labilität und unkonventionellen Gedanken immer wieder aneckt. Dann bricht die Französische Revolution los und auch in Württemberg begeistern sich die jungen Menschen für den Gedanken von Freiheit und Gleichheit. Dabei geht es zum ersten Mal auch um die Rechte der Frau – ein Gedanke, der Christiane nicht mehr loslässt.
Eine fesselnde Romanbiografie zu einer Frau, über die es kaum Informationen gibt, doch ihre Bedeutung für Wilhelm Hegel ist unbestritten. Elke Weigel nähert sich dieser nebulösen Gestalt und formt das Bild einer Frau, die für ihren Bruder mal liebevolle Schwester, mal Lernpartner und dann wieder nur lästige Haushälterin ist. Gefangen in den strengen gesellschaftlichen Regeln des 18. Jahrhunderts, spürt man in jeder Zeile wie ihr die Flügel gefesselt werden und sie daran immer mehr zerbricht, jedoch nie aufhört zu kämpfen.
Mag vieles in dieser Frauengeschichte aufgrund mangelnder Quellen Fiktion sein, das Buch ist so gut geschrieben, dass man jede Zeile glaubt. Die Ereignisse und Persönlichkeiten sind belegt. Wilhelm Hegels Verbindung zu Hölderlin und Stäudlin, sein Charakter und sein Leben sind dokumentiert und dass Christiane an vielem beteiligt war ebenfalls. So entsteht ein packender, glaubwürdiger Roman, der die Zeit Hegels lebendig werden lässt und seine zu Unrecht vergessene Schwester wieder ins Bewusstsein bringt.
- Mario Giordano
Tante Poldi und die sizilianischen Löwen
(171)Aktuelle Rezension von: BayLissFXWenn man nüchtern Plot und Krimi bewertet, dann wäre es eine solide 3 Sterne Angelegenheit. Aber der Schreibstil, die Wortgewandtheit… gepaart mit der kreativen Erzählperspektive.. dann noch die herrlich skurrilen Charaktere! Herrlich! Einfach nur Freude.
Anfangs mit der Schreibweise gehadert, vor allem weil ich Wolf Haas ja kann, wegen Lokalvorteil. Aber Bayrisch.. Uiuiui.. 4 mal musste ich anfangen, weil ich nicht reinkam. Das ging da irgendwie nicht. Aber - dürstend nach literarischen Sonnenstrahlen.. schon sehr motiviert. Ich wusste, das Buch würde dem Gemüt gut tun. Auch wenn die Hauptperson schon früh als Antiheld hervortritt. Damit kann ich auch ein bisschen schwer. Die düsteren stillen Kommissare aus dem Norden, kein Problem. Viele Probleme, viel Drama im Stillen, damit kann ich. Aber Frau, schrill und so imperfekt… uiui. Wieder eine Hürde. Innerlich. Selbstbild und Selbstwahrnehmung wahrscheinlich. Aber - trotzdem - ab dem 2. Kapitel kein hantiger Heckenklescher mehr, dann schon richtig süffiger Cabernet Sauvignon.
Der Einstieg in die Geschichte rund, die Menge und Komposition der Protagonisten angenehm kuschelig, Charaktere deutlich und schlüssig gezeichnet.. alles in allem - man ist gleich mittendrin und ist dabei im südlichen Lebensgefühl. Überzeichnungen und die 1000 Euro Scheine sorgen für gesunde Distanz. Sonst lädt man sich versehentlich geistig schon im nächsten Urlaub bei Poldi ein, und kommt dann erst drauf… dass sie wahrscheinlich gerade in München auf Ausflug ist :D
- Dorothea Seckler
Hubers Ende
(10)Aktuelle Rezension von: 0Soraya0Zum Inhalt (Klappentext):
Ein neuer Fall verschlägt die Kommissarin Patrizia Hölderlin in eine Kleinstadt am Rande der Schwäbischen Alb. Dort – wo die Welt eigentlich noch in Ordnung sein sollte – muss sie herausfinden, wer Kuno Huber getötet hat. Der Endsiebziger und frühere Schreiner ist nachts in seinem Schuppen bei einem Brand umgekommen. Alle Zeichen stehen darauf, dass der Brand gelegt wurde. Der Tatort weckt in Patrizia schmerzliche Erinnerungen an einen früheren Fall mit tragischem Ende. Aber sie kann die Ermittlungen nicht aus der Hand geben, sonst wird es wieder nichts mit ihrer Beförderung und außerdem wäre sie in den Augen ihres aufdringlichen Kollegen Pfeifle eine komplette Versagerin.
Im Fall Huber wird bald klar, dass verschiedene Leute Rechnungen mit dem Schreiner offen hatten und er kein besonders beliebter Zeitgenosse war …
Meine Meinung:
Allein das Cover fand ich schon sehr ansprechend. Und bereits nach den ersten Seiten fühle ich mich durch den Schreibstil der Autorin bestätigt.
Es liest sich so schön flüssig und die Seiten fliegen nur so dahin. Dazu trägt auch bei, dass man bis zum Ende nicht ahnt, wer es wirklich war. Es tauchen immer wieder neue Hadlungsstränge auf, die letztendlich alle zum unerwarteteten Ende führen.
Innerhalb kürzester Zeit habe ich die Protagonistin ins Herz geschloßen und habe mit ihr mitgefühlt, den sie wirkt wirklich wie aus dem wahren Leben. Bei ihr ist nicht alles super, sondern es läuft nicht alles wie es im Bilderbuchleben wäre. Ihr Lebensgefährte ist unmöglich, der Chef nervt eigentlich nur und mit ihrem Kollege läuft es anfangs auch nicht wirklich so wie es im Team laufen sollte. Genau das finde ich an diesem Krimi so super, dass man eben auch viel über die Protagonistin erfährt und so tiefer in das Buch eintauchen kann.
Fazit:
Der Autorin ist hier in meinen Augen das perfekte Debüt gelungen, welches durch seine spannende und unterhaltsame Art sowie durch die sympatische Kommissarin Lust auf noch viele weitere Fälle macht!
- Bodo Plachta
Dichterhäuser
(5)Aktuelle Rezension von: HEIDIZIch liebe Literatur, Bücher sind mein Leben und so liebe ich es auch, Häuer zu besuchen, in denen Schriftsteller gelebt haben.
Neulich ist mir ein Buch aufgefallen, welches ich in den letzten Tagen gelesen und die Aufnahmen betrachtet habe. Es ist einfach rundherum gelungen - ich möchte euch davon berichten ...
"Dichterhäuser": erzählt von Bodo Plachta mit Fotografien von Achim Bednorz
ist ein Bild-Text-Band, der mich gefesselt hat. Hierin kann man sich Anregungen holen für Reisen zu Dichterhäusern, aber auch Wissen aufsaugen und Fotografien betrachten.
Das Buch ist folgendermaßen gegliedert:
Einleitung
Ruinen und Spurensuche
Der Dichter öffnet sein Haus
Bei den klassischen "Weltbewohnern"
Romantische Lebenswelten
Rückzüge ins Private, Vertreibung aus der Öffentlichkeit
Zwischen Vertiko, Chaiselongue und Schreibtisch
Hartnäckige Villenbesitzer oder die Kunst, schön zu wohnen
Literarische Schauplätze
Rückzugsorte und Zufluchten
Rückkehr und Neuanfang
Erinnerungsort, Archiv und Museum
Anhang
Wundervolle mitunter ganzseitige perfekt wirkende lebendige aussagekräftige Aufnahmen nehmen den Betrachter mit zu den Dichterhäusern von außen und innen.
z. B.: Büchergang in Haus Kreienhoop, dem Wohnsitz Walter Kempowskis, dem Junozimmer in Goethes Wohnhaus mit dem Abguss der römischen Kolossalbüste der Juno Ludivisi, dem Pfarrhaus von Cleversulzbach, Mörikes Amtssitz bis hin zur ehemaligen Oberförsterei in Wolflingen, die jahrzehntelang Wohnsitz Ernst Jüngers war, um nur einige zu nennen.
In Wort und Bild wird man davongetragen zu den Dichtern und ihrem Leben hinter den Mauern, die sie sich ausgesucht haben zum Leben und Arbeiten, die mitunter Museen oder Gedenkstätten beherbergen.
Die Texte und Fotografien ergeben eine untrennbare Einheit. Die Texte sind informativ geschrieben, lesen sich angenehm und nicht trocken, sondern im Gegenteil spannend und aufschlussreich, machen echt Lust darauf, diese Orte live zu erleben.
Dieses Buch ist ein literarischer Rundgang durch die Dichterorte, den man gern irgendwann auch einmal wirklich gehen möchte. Ganz tolles Buchprojekt, perfekt und gelungen - ich empfehle das Buch für Interessierte Leser !!!
- Dirk Ippen
Des Sommers letzte Rosen
(11)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer100 deutsche Gedichte aus einem Zeitraum von fast tausend Jahren (1901 – 1999) hat Dirk Ippen in diesem Band zusammengetragen. Die schönsten Werke berühmter Dichter wie Goethe, Schiller und Heine finden hier ebenso Platz wie die moderne Lyrik von Brecht oder Rilke. So ist eine breite Sammlung beliebter Gedichte entstanden. Des Sommers letzte Rosen wurde in der 11. Auflage 2018 im Verlag C.H. Beck veröffentlicht.
Über den Verlag selbst bin ich auf diesen Gedichtbank aufmerksam geworden und freue mich, so wieder einmal in den Genuss des Lyrischen gekommen zu sein. Im Buch finden sich sehr viele Gedichte wieder, die ich aus meiner Schulzeit kenne, was sicher vielen, die den Band lesen, so ergehen wird. Das Cover ist sehr ansprechend und seinem Titel gerecht werdend gestaltet und gibt dem Ganzen einen romantisch-verspielten Charakter, was sehr mit dem Inhalt harmoniert. Die bunte Mischung macht Des Sommers letzte Rosen für all jene zu einem besonderen Erlebnis, welche Gedichten etwas abgewinnen können.
Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn´Unterlass;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.
Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.
– aus Theodor Storm „Die Stadt“-
Fälschlicherweise von mir angenommen sind die Gedichte nicht die beliebtesten unter der deutschen Bevölkerung, sondern jene, welche am Häufigsten in Anthologien des 20. Jahrhunderts gedruckt worden sind. Der Titel erscheint mir somit etwas sperrig, weil es sich ja nicht zwangsläufig um die populärsten Gedichte handeln dürfte. Nichts desto trotz ist eine doch schöne Sammlung entstanden, die Liebhaber der Lyrik sicher bereichern wird.
Johann Wolfgang von Goethe ist mit den meisten Gedichten vertreten, was aufgrund seiner Bedeutung für deutsche Lyrik sicher nicht weiter verwundern dürfte. Auch ich mag seine Werke sehr. Persönlich hätte ich mir dennoch weitere Dichter gewünscht, die es leider nicht in diesen Band geschafft haben. Darunter z.B. Joachim Ringelnatz. Die elfte Auflage erscheint mir nach dem Sichten seiner Vorgänger besonders reizvoll, vor allem wegen seiner rosigen Aufmachung.
Ein zu großen Teilen gelungener Sammelband deutscher Poesie, der durch ein sehr ansehnliches Cover, sowie anmutige und nachdenkliche Texte besticht.
Ich danke dem C.H. Beck Verlag! - 8
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