Bücher mit dem Tag "homophobie"

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76 Bücher

  1. Cover des Buches Die Novizin (ISBN: B004OL2S8S)
    Trudi Canavan

    Die Novizin

    (2.162)
    Aktuelle Rezension von: sweetsoursummer

    Die Novizin hat für mich die Geschichte aus dem ersten Band richtig gut weitergeführt und dafür gesorgt, dass ich direkt weiterlesen möchte. Besonders Soneas Zeit in der Gilde fand ich unglaublich spannend. Die ständigen Schikanen und das Mobbing haben mich beim Lesen teilweise richtig wütend gemacht und ich habe total mit ihr mitgefiebert. Gerade weil sie sich immer wieder behaupten muss, fiebert man automatisch mit und hofft, dass sich das Blatt irgendwann wendet.
    Gleichzeitig hat mir auch Dannyls Handlungsstrang richtig gut gefallen. Seine Reisen als Botschafter und die Nachforschungen über Magie haben der Geschichte nochmal eine ganz andere Ebene gegeben und die Welt außerhalb der Gilde weiter geöffnet. Genau diese Mischung aus persönlichen Konflikten, politischen Entwicklungen und der stetig wachsenden Magierwelt macht die Reihe für mich so spannend. Es passiert immer etwas, ohne dass die Figuren dabei zu kurz kommen. Das Ende hat natürlich dafür gesorgt, dass ich nun direkt zum nächsten Band greifen muss.

  2. Cover des Buches Heated Rivalry (ISBN: 9783989061194)
    Rachel Reid

    Heated Rivalry

    (207)
    Aktuelle Rezension von: frau_nette

    Ilya ist eigentlich grob, aber in Zweisamkeit unfassbar einfühlsam und zärtlich und achtet wahnsinnig auf Shane und dessen Bedürfnisse und Ängste. 

    Eine unfassbar schöne Geschichte, die zeigt, dass auch Männer mit harter Schale einen unglaublich weichen Kern haben können und dies auch bei dem Richtigen zeigen.


    Ein weiterer toller Punkt an der Geschichte ist, das Kritik an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotchi, an der russischen Politik sowie an der Schwulenfeindlichkeit in Russland zum Ausdruck gebracht wird.


    Ein rundum gelungenes Buch! Es las sich in einem Rutsch und aus meiner Sicht ist der zweite Band definitiv besser als der erste, wobei auch die Geschichte von Scott und Kip sehr süß ist!

  3. Cover des Buches Neunzehn Minuten (ISBN: 9783492959759)
    Jodi Picoult

    Neunzehn Minuten

    (956)
    Aktuelle Rezension von: Katrin1

    Als ich das Buch beendet hatte, musste ich googeln nach der wahren Geschichte, die hinter diesem Buch steckt. Mit Erstaunen stellte ich fest - es gibt keine. Es ist tatsächlich nur eine Geschichte in einem Buch. Tatsächlich hat es sich so gelesen, als wenn es diese Menschen gegeben hätte und ein Überlebender dieses Buch geschrieben hätte. So autentisch geschrieben, dass man absolut mitfühlen kann. 

  4. Cover des Buches Gegen den Hass (ISBN: 9783596522217)
    Carolin Emcke

    Gegen den Hass

    (53)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Wer sich auch nur ein wenig im Internet bewegt, weiß es schon lange: die Menschenfeinde versuchen lautstark, organisiert und hemmungslos ihren Hass als die wahre Meinung des Volkes, die aufrichtige Mehrheitsmeinung zu verkaufen. Dass es diesen rechten bis rechtsextremen Rand in jeder Gesellschaft gibt, ist nichts Neues. Dass diese fanatische Minderheit bis zu 20 Prozent der deutschen Gesellschaft ausmacht, könnte man auch seit Jahren wissen, wenn man die entsprechenden Studien verfolgt hätte. Hier haben die bürgerliche Mitte und die Verteidiger der offenen Gesellschaft schlichtweg zu lange weggeguckt. Die autoritären Charaktere mit ihrer Radfahrermentalität (Erich Fromm), nach oben buckeln und nach unten treten, die preußischen Untertanen, versuchen den Diskurs zu okkupieren und ihre Meinung als mehrheitsfähig in die Mitte der Gesellschaft zu transportieren.

    „Die Sorge erlebt zur Zeit eine erstaunliche Aufwertung. In der Sorge, so die rhetorische Suggestion, artikuliere sich ein berechtigtes Unbehagen, ein Affekt, der politisch ernst genommen und keinesfalls kritisiert werden sollte. Als seien ungefilterte Gefühle per se berechtigt. Als käme unreflektierten Gefühlen eine ganz eigene Legitimität zu.“

    Obsessiver Hass

    Erst mit dem Erstarken von Pegida und AfD wacht die im Konsum erstarrte offene Gesellschaft langsam auf. Erst mit dem Rückfall zahlreicher Deutscher in den völkischen Hass-Habitus schrecken Intellektuelle wie Carolin Emcke oder Harald Welzer auf. Es ist dringend an der Zeit die offene Gesellschaft zu verteidigen und sich klar und deutlich als Mehrheitsgesellschaft gegen den Hass zu positionieren. Emckes Plädoyer trifft den Kern der Debatte, was die Reaktionen der besorgten Bürger (u.a. in Amazon Rezensionen und Kommentaren) eindringlich bestätigen. Der Hass ist obsessiv geworden. Und seit geraumer Zeit werden aus den Worten auch Taten. Was Sarrazin, Pirinçci, Don Alphonso (Rainer Meyer), Höcke und sonstige Protagonisten der Neurechten sprachlich und gedanklich vorbereiten, führen die Hohlköpfe der neuen SA, die Hooligans, Kameradschaften, Freundeskreise und wie sich die rechtsextremen Gewaltaffinen auch nennen mögen, auf den Straßen aus.

    „Den Hass und die Angst schüren nicht zuletzt die, die sich von ihm Gewinn versprechen. Ob die Profiteure der Angst in der Währung der Einschaltquoten denken oder in Wählerstimmen, ob sie mit einschlägigen Titeln Bestseller produzieren oder sich mit griffigen Schlagzeilen Aufmerksamkeit verschaffen – sie alle mögen sich distanzieren von dem sogenannten »Mob« auf der Straße, aber sie wissen ihn ökonomisch für sich zu nutzen.“

    Mehr noch, muss man hinzufügen, sie sind sich in der Sache einig, lediglich die Methoden halten sie für falsch. Es ist diese Allianz der Hetzer mit dem Mob, die das gesellschaftliche Gefüge gefährden und der Menschenfeindlichkeit den Nährboden bieten. Carolin Emcke beginnt „Gegen den Hass“ mit genau solch einer Melange aus Worten und Taten. Clausnitz, wiedermal ein deutscher Ort, nach den überwunden geglaubten 90er Jahren, der zu einem Symbol des Hasses geworden ist.

    „Clausnitz ist nur ein Beispiel für den Hass und die Raster der Wahrnehmung, die ihn vorbereiten und formen, die Menschen unsichtbar und monströs zugleich machen. In Clausnitz traf es einen Bus mit Geflüchteten. In anderen Städten, in anderen Regionen trifft es Menschen mit einer anderen Hautfarbe, einer anderen Sexualität, einem anderen Glauben, einem uneindeutigen Körper, es trifft junge oder alte Frauen, Menschen mit einer Kippa oder einem Kopftuch, Menschen ohne Obdach oder ohne Pass, was immer gerade als Objekt des Hasses zugerichtet wird. Sie werden eingeschüchtert, wie in diesem Fall, oder kriminalisiert, sie werden pathologisiert oder ausgewiesen, angegriffen oder verletzt.“

    Als zweites Beispiel für „Hass und Missachtung“ führt Emcke den institutionellen Rassismus in den USA an. Es ist ein Beispiel, exemplarisch und nicht der Fingerzeig auf andere. Der institutionelle Rassismus ist kein Problem der USA, dort hat er lediglich eine spezifische Geschichte mit einer spezifischen und nicht einfach übertragbaren Ausprägung. Aber die Strukturen des Rassismus, die Missachtung des Lebens, die Menschenfeindlichkeit sind sehr wohl auch bei uns auszumachen.

    Der Mord an Eric Garner und sein Ausruf „This stops today“ ist Warnung, Mahnung und Aufforderung an alle Demokraten sich den Hass entgegenzustellen. Wie Harald Welzer es in „Wir sind die Mehrheit“ schrieb: Die Weimarer Republik scheiterte nicht, weil sie zu viele Feinde hatte, sie scheiterte, weil sie zu wenig Freunde hatte. Ebenso wie Welzer ruft Emcke dem Leser zu: Werdet Freunde der offenen Gesellschaft! Stellt euch gegen den Hass! Wir sind die Mehrheit!

    Der zweite Teil des Buches ist der Versuch den Kern der völkischen Ideologie, wie sie im Rassismus, bei Pegida, AfD und Neurechten gepflegt wird, aufzudecken: Homogen, Natürlich, Rein. Die Dreifaltigkeit der Einfältigkeit. Die Nähe von Neurechten, besorgten Bürgern und Islamisten wird hier besonders deutlich. Die Fundamentalisten sind immer gegen das vermeintlich Unnatürliche, das Unreine, die Biologisierung der eigenen Ideologie, der eigenen Ressentiments. Menschenfeinde sind Menschenfeinde – auch wenn sie es, geblendet von ihrem Hass, nicht erkennen werden.

    Emcke schließt das Buch mit dem dritten Teil, einem Plädoyer für den Pluralismus, die offene Gesellschaft. Hinter allem steht die Mahnung Eric Garners: Es muss heute aufhören! Der Hass muss aufhören.

    Während der erste Teil des Buches im journalistischen Stil geschrieben ist, dominiert im zweiten und dritten Teil ein philosophisch-akademischer Ton. Hierdurch wird meines Erachtens Potenzial verschenkt. Solche Bücher bedürfen einer großen Reichweite. Dass die besorgten Bürger das Buch nicht lesen werden, versteht sich von selbst. Aber die Mehrheitsgesellschaft besteht nicht nur aus Akademikern und Intellektuellen. Das ändert aber natürlich nichts an der Wichtigkeit des Buches und der trefflichen Analyse und Argumentation.

  5. Cover des Buches Auf Erden sind wir kurz grandios (ISBN: 9783442770083)
    Ocean Vuong

    Auf Erden sind wir kurz grandios

    (192)
    Aktuelle Rezension von: Ana80

    “Little Dog“ ist das Kind einer vietnamesischen Eingewanderten in die USA. Sie selbst Tochter einer vietnamesischen Bäuerin und eines amerikanischen Soldaten. Sie kann nicht lesen und doch schreibt ihr Sohn ihr diesen Brief. Er erzählt in seinem Brief von seiner Kindheit und Jugend, dem ständigen Gefühl ein Außenseiter zu sein, erzählt von der mütterlichen Gewalt, der liebenden Großmutter, seiner Queerness und seiner ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen inmitten der Opioidkrise in den USA.

    Ocean Vuong hat hier ein grandioses Debüt geschrieben. Sehr poetisch und bildgewaltig erzählt er von vielen schrecklichen, aber auch schönen Momenten in seinem Leben. Die Geschichte von „Little Dog“ ist fragmentarisch aufgebaut und zunächst hatte ich ein wenig Schwierigkeiten mich zurechtzufinden, was dann aber recht schnell verebbte. Der lyrischen und bildgewaltigen Sprache konnte ich viel abgewinnen, auch wenn mir manche Szenen dadurch beinahe zu nah und zu erlebbar waren. Das war aber mit Sicherheit auch Ziel.

    Ich kann dieses Buch absolut weiterempfehlen , allerdings ist dies kein leichter Roman, darauf sollte man sich einstellen. 

  6. Cover des Buches The Ivy Years - Solange wir schweigen (ISBN: 9783736308060)
    Sarina Bowen

    The Ivy Years - Solange wir schweigen

    (293)
    Aktuelle Rezension von: blue-jen

    Michael Graham ist geschockt, als er erfährt, dass das neueste Mitglied des Eishockeyteams ausgerechnet John Rikker ist - der Einzige, der Michaels größtes Geheimnis kennt. Michael weiß augenblicklich, dass für ihn alles auf dem Spiel steht, was er sich am Harkness College aufgebaut hat. Denn auch nach all den Jahren kann Johns Lächeln allein seine Welt aus den Angeln heben. 

    Die Geschichte beginnt ohne großen Vorlauf, man ist direkt im Geschehen und es dreht sich wieder um ein Mitglied aus dem Eishockeyteam. Sehr schön ist, das man die Protas aus den anderen Büchern an der ein oder anderen Stelle wiedertrifft. Da fühlt man sich quasi als würde man nach Hause kommen. 

    Der aufbau gefiel mir sehr gut, man lernt Graham und Rikker immer besser kennen und kann ihre Gefühle und Handlungen immer besser nachvollziehen. Beide sind tolle charaktere, die jedoch nicht hichgelobt sind odern realistisch dargestellt sind, sodass man sich hier viel besser hineinversetzten kann. Leider hat das Buch auch ein zwei traurige Aspekte. In der heutigen Zeit sollte keiner solche Ängste und Zweifel haben wegen eines Coming- Outs. Die Autorin beleuchtet alle Seiten sehr gut. Das macht das Buch sehr gut lesbar.

    Für mich der bisher beste Teil der Reihe

  7. Cover des Buches All Our Hidden Gifts - Die Macht der Karten (All Our Hidden Gifts 1) (ISBN: 9783551321169)
    Caroline O'Donoghue

    All Our Hidden Gifts - Die Macht der Karten (All Our Hidden Gifts 1)

    (159)
    Aktuelle Rezension von: DianaE

    Caroline O Donaghue – All our hidden Gifts, Die Macht der Karten


    Maeve Chambers, Schülerin und zum Nachsitzen verdonnert, soll ein altes Lager in der Schule aufräumen und findet dabei ein altes Tarotspiel. Plötzlich ist sie beliebt und ihre Mitschüler wollen sich die Karten legen lassen, denn Maeves Vorhersagen treffen allesamt zu.

    Als sie ihrer ehemaligen Kindheitsfreundin ebenfalls die Karten legt und eine besondere Karte zieht "Die Mamsel", verschwindet kurz darauf Lily. Ihr Bruder Roe ist verzweifelt und Maeve gibt sich die Schuld an Lilys verschwinden. Auf der Suche nach Lily kommen sie sich näher.

    Ist es Zufall, dass ausgerechnet jetzt eine sektenartige Gruppe, "Die Kinder Brigids" ihre religiösen Ansichten deutlich vertreten und dabei vor Gewalt nicht zurückschrecken? Ihr charismatische Anführer ist manipulativ. Könnte Lily seinem Charme erlegen sein?

    Gemeinsam mit ihren Freunden Roe und Fiona macht sich Maeve auf der Suche nach Lily und entdeckt, dass es Legenden und Magie tatsächlich gibt.


    Ich habe das Buch schon seit Ewigkeiten in meinem Bücherregal stehen und mir vorgenommen, es dieses Jahr endlich zu lesen. Jetzt weiß ich gar nicht, warum ich so lange gewartet habe.

    Die Autorin hat einen lebendigen, humorvollen und modernen Erzählstil. Die Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Handlung ist gleichermaßend spannend wie mitreißend.

    Da die Protagonisten an der Schwelle zum Erwachsen werden stehen, gibt es manchmal ein bisschen viel Drama, aber das war für mich in Ordnung.

    Die Figuren sind lebendig und vielseitig beschrieben, dabei achtet die Autorin auf ein diverses Figurenensemble und stellt auch gleich mit den "Kinder Brigids" erschwerte Bedingungen dar. Denn die sektenähnliche, religiöse Gruppe, die sich unter dem Deckmantel der freundlich-religiösen Ernsthaftigkeit

    darstellt, schreckt vor Gewalt nicht zurück.

    Im Fokus steht das Tarotspiel und die Magie, dazu die Liebesgeschichte zwischen Maeve und Roe und die ehemalige Freundschaft zu Roe´s Schwester Lily.

    Es gibt eine gute, wenn auch langsame Entwicklung der Figuren und obwohl noch nicht alle Fragen geklärt sind, hätte das Buch auch gut als Einzelband funktionieren können. Ich bin gespannt, was die Fortsetzungen parat halten.


    Die verschiedenen Schauplätze  sind gut ausgearbeitet.

    Die Grundstimmung des Buches ist eher düster und teilweise beklemmend. Irgendwie liegt eine bedrohliche Aura über der Geschichte, was gleichermaßend fasziniert aber auch Grusel-Feeling parat hält.


    Die Story hat mir gut gefallen. Ja, im Großen und Ganzen ist die Geschichte vorhersehbar, auch wenn es einige Wendungen und Überraschungen gab. Dennoch hat mir der Ansatz mit den Tarotkarten, der Mamsel und die verschiedenen Beziehungsstrukturen, die aufgearbeitet werden mussten, gut gefallen. Natürlich gab es ein bisschen viel Drama, aber das war für mich okay und im Kontext auch passend.

    Die Geschichte hat mich neugierig gemacht und so habe ich immer wieder "nur noch ein Kapitel" gelesen, bis da Buch beendet war.

    Die Liebesgeschichte ist eher slow slow, aber gut in die Hauptstory eingebettet. Mir hat die Story gefallen und deswegen gibt es auch eine Leseempfehlung von mir.


    Das Cover gefällt mir gut, weil symbolisch die vier Elemente vertreten sind, die in dem Buch eine Rolle spielen. Außerdem ist das Auge sehr präsent, was sicher für das zweite Gesicht und die hellseherischen Fähigkeiten der Protagonistin stehen soll. Schöner hätte ich tatsächlich gefunden, wenn sich Tarotkarten auf dem Cover befunden hätten.


    Fazit: gute, spannende, eher düstere Fantasy-Geschichte um Magie, Schule, Freundschaft, Liebe und der Preis von Wünschen. 4 Sterne. 

  8. Cover des Buches Serotonin (ISBN: 9783832165482)
    Michel Houellebecq

    Serotonin

    (64)
    Aktuelle Rezension von: K_M_Singer

    Ich mag Houellebecq einfach, auch wenn ich verstehen kann, warum er aneckt. Seine Art zu schreiben, seine abseits der Norm stehenden männlichen Charaktere, die von 08/15-Plots abweichenden Handlungen ... das finde ich zumeist richtig spannend, mitunter fesselnd. Serotonin fügt sich da absolut ein. Wenn man Houellebecq liest, weiß man im Vorhinein schon, was man bekommen wird. Würde ich dieses Genre bzw. die mit seinen Büchern verbundenen Charaktere nicht spannend finden, machte ich einfach einen großen Bogen um seine Werke. Sie zu lesen, um sie dann zu verteufeln, erscheint mir sinnlos. Das ist, als würde ich mir einen Dodge Ram kaufen und mich anschließend über den Verbrauch beschweren. (Und: Nein, ich habe keinen RAM :-) )

  9. Cover des Buches My Policeman (ISBN: 9783956145513)
    Bethan Roberts

    My Policeman

    (70)
    Aktuelle Rezension von: dasEllie

    (Eventuell Spoiler!)


    Auf die Romanvorlage zum Film bin ich wieder erst gestoßen, nachdem ich den Film gesehen hatte. Allerdings muss ich hier bemerken, dass beides mich emotional mitgenommen hat.

     

    Plot: Dieser Roman erzählt, wenn man es genau nimmt, zwei Liebesgeschichten. Zum einen die von Tom und Patrick, die durch Patricks Tagebucheinträge wiedergegeben wird, und zum anderen die von Marion, die sich in einen Mann verliebt hat, der nie ihr allein gehört hat. Und die ihr ganzes Leben ein viel größeres Geheimnis mit sich herumgetragen hat als bloß eine Affäre.

     

    Charaktere: Die Hauptcharaktere, wobei man hier hauptsächlich von Marion und Patrick sprechen muss, sind wundervoll. Bis zur Mitte des Buches wusste ich nicht, mit wem ich mehr Mitleid haben sollte. Und zum Ende des Buches hin, war mir klar: Ich habe mit keinem von beiden wirklich Mitleid. 

    Marions Charakter handelt vor allem von Reue. Zuerst kommt es einem so vor, als würde sie sich dafür entschuldigen, dass sie sich überhaupt in Tom verliebt hat. Danach entschuldigt sie sich auf ihre ganz eigene Art dafür, was sie Tom und Patrick angetan hat. Was mich allerdings am meisten daran stört (und sie in meinen Augen auch etwas sympathischer macht als die anderen Charaktere) ist, dass sich in all den Jahren nie jemand bei ihr entschuldigt hat.

    Patricks Charakter hingegen, trotz auf der einen Seite von Stolz und Unerschrockenheit, aber auch von Feigheit und Hinterlist. In manchen Passagen war ich von seinen Handlungen und Äußerungen derart angewidert, dass ich am liebsten nicht weiterlesen wollte. Mir ist leider auch nach Ende des Buches nicht so ganz klar, ob die Autorin das nicht sogar beabsichtigt hat.

    Von Toms Charakter bekommt der Leser leider am wenigstens mit. Weil alles, dass niedergeschrieben wurde, nur aus Patricks oder Marions Sicht stammt. Durch das, was ich allerdings über ihn lesen konnte, habe ich ihn nicht besonders liebgewonnen. Er handelt sehr eigennützig, egoistisch und mitleidserregend. Mitunter weiß ich nicht so recht, warum Marion und Patrick sich überhaupt ihn verliebt haben!

    Obwohl die Charaktere an manchen Stellen wirklich menschenunwürdig gehandelt haben, mochte ich sie trotzdem. Weil sie eben sehr real gewirkt haben und sich ihr Verhalten konsequent durch den ganzen Roman gezogen hat.


    Setting: Die Geschichte spielt zu einem sehr kleinen Teil in Peacehaven 1999, wo sich aber hauptsächlich auf das Haus von Marion und Tom konzentriert wird und auf Patricks Pflege.

    Die meisten Seiten nehmen die Erzählungen über die 50er ein, die für meinen Geschmack sehr gut und lebendig getroffen sind. Obwohl ich nicht zu dieser Zeit gelebt habe, hat die Autorin mir Brighton in der Mitte des letzten Jahrhunderts so nahegebracht, dass ich mir alles bildlich vorstellen konnte.


    Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach gehalten. Ich möchte sagen, eben weil man in Tagebüchern nicht nach Romanautor klingt. Was mich allerdings ein bisschen gestört hat, waren die Kapitel aus Marions Sicht. Dort wird innerhalb eines Absatzes manchmal so unübersichtlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergesprungen, dass ich Sätze zweimal lesen musste.


    Spaßfaktor: Obwohl man schon nach den ersten Seiten wusste, dass dieser Roman kein klassisches Happyend für einen bereithält, konnte ich ihn trotzdem kaum aus der Hand legen, nachdem ich einmal richtig drinnen war. Die lange Lesezeit ist tatsächlich dem geschuldet, dass ich nach den ersten Seiten erstmal noch ein anderes Werk beenden wollte.


    Fazit: Ich bereue den Kauf und die darin investierte Zeit nicht. Vermutlich würde ich es kein zweites Mal lesen, weil für mich die Geschichte durch ihren einfachen Schreibstil einfach auserzählt ist und ich nicht glaube, dass ich bei nochmaligem Lesen etwas Neues entdecken würde.

    Wertung: ❁❁ ❁ ❁  von ❁❁❁❁❁ 


    Start: 5. März 2024 | Ende: 22. April 2024

  10. Cover des Buches Die verborgenen Stimmen der Bücher (ISBN: 9783746637280)
    Bridget Collins

    Die verborgenen Stimmen der Bücher

    (150)
    Aktuelle Rezension von: martina400

    „Ein Buchbinder kommt einmal im Monat. Ihr müsst doch schon von ihnen gehört haben. Sie binden das Leben der Menschen in Bücher.“ S. 354

    Inhalt:
    Bücher werden verachtet, denn sie sind gefährlich. Warum? Das weiß Emmett noch nicht, als er dennoch in die Lehre zum Buchbinder geschickt wird. Dort erfährt er mehr über seine Gabe und welche Macht die Geschichten haben. Emmett kann Menschen ihre dunklen Erinnerungen nehmen. Doch was ist mit ihm selbst? Wurde ihm noch keine Erinnerung genommen?

    Cover:
    Das Cover ist wunderschön in blau und rot gehalten mit filigranen Blumenornamenten. Man sieht Emmett wie er mit einem Stapel Bücher über eine Wiese geht.

    Meine persönliche Meinung:
    Ich habe mich total auf das Buch gefreut, da der Klappentext vielversprechend klang und ich mir dachte, es könnte eine wirklich interessante Geschichte werden. Ziemlich schnell wurde das dann irgendwie ein wenig gruselig. Fast zu viel Fantasy … und danach war es alles in allem langweilig. Aufschwung gab es 2x, wenn durch einen neuen Teil ein Perspektivenwechsel war. Die Liebelei von Emmett ist ganz nett, aber fühlt sich irgendwie komisch an. Man hat das Gefühl es spielt in einer ganz alten Zeit und dann ist es fast schon erzwungen das Thema Schwul sein und outen einzubringen. Schade, dass es so langatmig war und irgendwie auch ohne Inhalt. Wobei das Thema die Geschichten von Leuten in einem Buch zu binden, ja durchaus mal eine interessante Idee gewesen wäre.

    Fazit:
    Eine interessante Idee, aber insgesamt doch sehr langatmig und ein wenig schräg.

  11. Cover des Buches Heartstopper Volume One (ISBN: 9781444951387)
    Alice Oseman

    Heartstopper Volume One

    (278)
    Aktuelle Rezension von: XGanzkotzx

    Sehr schöne Story über Nick und Charlie. Herzergreifend, erfrischend und tut der Seele gut. Es beschäftigt viele Themen der jetzigen Zeit, handelt um Freundschaften, die entstehen und zerbrechen und Probleme jeder Art. Nachdem ich die Serie schon zum zweiten Mal gesehen habe, musste ich mir den Ursprung anschauen… Toll!

  12. Cover des Buches Die Optimisten (ISBN: 9783961611065)
    Rebecca Makkai

    Die Optimisten

    (76)
    Aktuelle Rezension von: AcEastend

    Selten hat mich ein Buch, in dem es um eine, mir gänzlich fremde Welt geht, so mitgerissen.

    Die Geschichte vom homosexuellen Yale und seinen Freunden beginnt 1985 in Chicago. AIDS verbreitet sich in Boystown und reißt einen jungen Menschen um den anderen, aus dem Leben. 

    Auch den Kunstexperten Yale selbst, der gerade auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen zu sein scheint. 

    Eines der ersten Opfer war sein Freund Nico. 

    Dessen Schwester Fiona reist 30 Jahre später nach Paris, um ihre Tochter zu suchen. 

    Warum diese untergetaucht ist und wie das in Zusammenhang mit Yale und den tausenden Opfern des todbringenden Virus steht, sollte man sich nicht entgehen lassen. 

    Denn auf stolzen 615 Seiten werden die verschiedenen Lebensgeschichten der Protagonisten so ein- und zeitgleich unaufdringlich erzählt, dass man meint, dabei gewesen zu sein. 

    Es sind Geschichten von Liebe und Verlust, von Tod und Leben und der tiefen Bedeutung allen Seins… 


    Ein Pageturner, dessen kunstvolles Ende mich zu Tränen gerührt hat, obwohl mir das sehr selten passiert. Geschrieben wie ein Filmabspann des Lebens vor dem inneren Auge…

    Ich werde es wohl noch ein paar Tage nachhallen lassen müssen, um dem nächsten Buch wirklich gerecht zu werden. 

    Eins der wenigen Bücher, das bleiben darf, um den ein oder anderen Gedankenanstoss  erneut aufzugreifen und es an so viele Menschen wie möglich zu verleihen, von denen ich denke, dass sie es unbedingt lesen müssen!!! Danke Eisele Verlag und Rebecca Makkai für dieses fantastische Buch, das man erst einmal schlucken und verkraften muss…🌈📚🖼️

  13. Cover des Buches Die Sache mit Rachel (ISBN: 9783462009255)
    Caroline O'Donoghue

    Die Sache mit Rachel

    (189)
    Aktuelle Rezension von: Lisa0902marie

    Die Sache mit Rachel war ganz anders, als ich es erwartet habe. Statt einer klassischen Liebesgeschichte geht es viel stärker um gesellschaftskritische Themen, Freundschaft und die erste große Liebe, fast schon wie ein Blick zurück auf eine prägende Lebensphase.

    Der biografieartige Aufbau macht die Geschichte sehr persönlich und authentisch. Besonders die Dynamik zwischen Rachel und James fand ich interessant. Gleichzeitig war das Buch an manchen Stellen etwas zäh zu lesen, weil der Fokus weniger auf Spannung und mehr auf Entwicklung und Themen liegt.


    Insgesamt eine wichtige und nachdenkliche Geschichte über das Erwachsenwerden, das Leben und die Liebe nur nicht unbedingt ein leichtes Buch für zwischendurch. 


  14. Cover des Buches Ein Lied für meine Tochter (ISBN: 9783751774024)
    Jodi Picoult

    Ein Lied für meine Tochter

    (137)
    Aktuelle Rezension von: Elkes_Literaturwolke

    Inhaltsangabe:

    Zoe Baxter ist mit Max verheiratet. Seit vielen Jahren versuchen sie ein Kind zu bekommen. Nur mit Hilfe der künstlichen Befruchtung scheint eine Schwangerschaft möglich, doch auch diese Hoffnung wird ihnen durch eine Totgeburt genommen.

    Max, der sich zunehmend als Samenspender fühlt, löst sich aus der Ehe und lässt Zoe in ihrer größten Not im Stich. Er findet Unterschlupf bei seinem Bruder und verfällt wieder dem Alkohol. Erst durch einen Unfall wird ihm klar, dass sein Leben so nicht weitergehen kann, und er wendet sich an die christliche Gemeinde, in der sein Bruder und die Schwägerin schon seit Jahren sind.

    Vanessa arbeitet als Schulpsychologin in einer Highschool und erlebt Zoes Todgeburt fast hautnah mit. Sie fühlt sich seit jeher zu Frauen hingezogen und im Laufe der Zeit hat sie sich in Zoe verliebt. Doch Zoe bemerkt erst etwas später, dass sich in Vanessa verliebt hat.

    Ihre Liebe wollen sie mit einem Baby krönen und die drei noch verbliebenen eingefrorenen Embryos möchte Zoe Vanessa einpflanzen lassen. Max muss allerdings seine Zustimmung dafür geben. Geschockt von der Eröffnung wendet er sich an den Pastor. Dieser sieht seine Chance auf Ruhm gekommen, denn er kämpft seit Jahren gegen die Homosexualität und hat spezielle Kontakte, die medienwirksam einen Prozess anstreben!

    Mein Fazit:

    Wow, ziemlich schwere Themen! Für uns Europäer eher nicht so, denn wir sind da schon entspannter.

    Aber die radikalen Christen in den USA sehen die Homosexualität teilweise als Krankheit und das ungeborene Leben ist mehr wert als die Frau, die das Kind zur Welt bringen soll. Es ist eine Welt, wo die Frauenrechte immer mehr und mehr beschnitten werden, von den Homosexuellen gar nicht mal zu reden.

    In dieser Geschichte erzählen Zoe, Max und Vanessa jeweils aus ihrer Perspektive und sie erklären ihre Motive für das, was dort passiert. Zoe ist die mit Abstand sympathischste Figur, aber auch Max und Vanessa kann ich nachempfinden, was sie fühlen und welche Zweifel sie plagen. Max ist im Grunde genommen nur ein Instrument der Gemeinde, seine Gefühle und seine hehren Absichten zählen nicht. Seine wirkliche Meinung interessiert die Anwälte nicht und vor Gericht wird viel schmutzige Wäsche gewaschen, was ihm nicht wirklich behagt. Er glaubt zwar an Gott und Jesus, aber er glaubt auch an die Menschlichkeit und die Liebe, die er einmal für Zoe empfand.

    Die Autorin hat die Ereignisse und die Stimmung in ihrem Land gut miteinander verknüpft. Ihre Figuren sind vielschichtig und mitten aus dem Leben, keine abgehobenen Persönlichkeiten, sondern Personen mit Ecken und Kanten. Ein Buch über diese Themen zu schreiben ist schon mutig angesichts der politischen Entwicklungen in ihrem Land. Dabei erhebt sie keineswegs den moralischen Zeigefinger. Die Wertung über die Ereignisse in ihrer Geschichte steht ausschließlich den Lesern zu.

    Ich habe es regelrecht verschlungen und kann es jedem nur empfehlen, der sich intensiver mit den Themen Homosexualität und radikale Christen beschäftigt. Für mich ist es ein fünf Sterne-Buch, das nachhaltig im Kopf bleibt.

  15. Cover des Buches Someday, Someday (ISBN: 9783736315860)
    Emma Scott

    Someday, Someday

    (154)
    Aktuelle Rezension von: Nick_Shadowheart

    Nachdem ich „When you come back to me“ gelesen habe, war mir klar, dass ich auch dieses Buch lesen will. Allerdings hat mich Holdens Geschichte damals sehr stark mitgenommen, und so sind jetzt 2 Jahre? rum, ehe ich mich hier ran gewagt habe. Ich brauchte Zeit um mich dem Thema erneut zu stellen.

    Auch dieses Buch hat mich stark berührt und war so eindringlich, heftig, dass mir mehrfach die Tränen kamen.

    Ich fand gut, dass für Silas und Holden aber zwei unterschiedliche Ansätze gewählt wurden. Beide gehen mit der ganzen Thematik vollkommen anders um. Aber auch wir erleben die Geschichte zu anderen Zeitpunkten. Während wir bei Holden wirklich noch nah an den Geschehnissen dran waren, liegen bei Silas 7 Jahre dazwischen. Was nicht heißt, dass bei Silas und Max alles wieder ok ist. Aber wir sind nicht direkt an ihren schlimmsten Punkten dabei, erfahren aber davon. Ich habe so mit Beiden, Max und Silas, mitgelitten, aber auch gelacht.

    Mich haben beide Familien so wütend gemacht und schockiert. Ich verstehe einfach nicht wie man so etwas seinen Kindern antun kann. Vielleicht ist das Ende zu versöhnlich, aber vielleicht darf es das auch nach all dem Scheiß einfach so sein.

    Eddie und seine Geschichte haben mir auch wirklich gut gefallen.

    Ich finde gut, dass es keine Wunderheilung gibt sobald man mit jemandem zusammen ist, denn so wäre es in echt auch nicht. Obwohl hier dann nach etwas Drama doch alles einen recht schnellen guten Gang geht. Was ich aber für einen Liebesroman manchmal auch nicht zu schlimm finde. Schließlich wollen wir doch irgendwann zu dem Guten und dem Happy End kommen.

    Das Buch hat sich aber sehr gut gelesen und mittlerweile weiß ich ja, dass ich bei Emma Scott bereit sein muss zu leiden. Manchmal brauche ich aber diese Art von Geschichte auch einfach. Sie hat Bedeutung und lässt einen mit dem Gefühl von Hoffnung zurück. Auch wenn ich dann emotional etwas ausgelaugt bin und erstmal etwas Leichteres brauche. Ist doch paradox, ich suchte mir das Buch aus, um etwas zu fühlen, etwas zu haben, das etwas bedeutet, das einen emotional involviert, aber dann braucht man auch irgendwie wieder Erholung. Aus manchen Büchern nimmt man irgendwie ein kleines emotionales Trauma mit. Auch heute noch hält mich Holdens Geschichte gefangen. Vielleicht habe ich Holden intensiver wahrgenommen, weil es meine erste richtige Auseinandersetzung mit dem Thema war. Ich denke ich hab die etwas mehr gespürt. Aber diese Geschichte hier hatte es auch in sich, und wird wohl auch noch nachhallen.

    Aber wenn ich ehrlich bin, möchte ich jetzt keine Geschichte mehr mit dem Thema Konversionstherapie lesen.

    Bei manchen Büchern, die ich lese, stelle ich mir die Frage was ich als nächstes Lesen könnte. Noch während ich es lese. Bei diesem hier kann ich mir gerade gar nicht vorstellen, etwas Neues anzufangen. Ich brauche einfach ein wenig Zeit. Auch wenn ich weiß, dass ich meist dann doch etwas leichteres anfange. Aber das Buch im Hintergrund noch nachhallt.

  16. Cover des Buches Das Ende von Eddy (ISBN: 9783596715084)
    Édouard Louis

    Das Ende von Eddy

    (116)
    Aktuelle Rezension von: Christian_Fis

    Eddy wächst in einem kleinen Dorf in der Picardie auf. Früh merkt er, dass er nicht der Junge ist, der von ihm und seiner Umgebung erwartet wird. Édouard Louis erzählt seine Geschichte bis zum Übertritt ins Gymnasium in Amiens, den Eddy als Befreiung von der dörflichen Enge und seiner dysfunktionalen Familie erlebt.

    Die Figurenzeichnung ist eindimensional und schablonenhaft. In «Das Ende von Eddy» gibt es kaum eine positive Figur, weder in der Familie noch im Dorf. Die Menschen sind keine Individuen, sondern Typen: der Vater, ein ständig trinkender Tyrann; die Mutter, eine empathielose Verräterin; die brutalen Mitschüler; das dumpfe Dorf. Sie handeln nicht aus eigener Persönlichkeit heraus, sondern scheinen nur ein Verhaltensprogramm ihres Milieus abzuspulen.

    Nun mag man einwenden: Louis hat es eben so erlebt. Aber selbst ein autobiografisch geprägter Roman ist keine Zeugenaussage. Der Autor hat Erlebnisse ausgewählt und sprachlich gestaltet. Und er wählt auffallend konsequent das Hässliche, Demütigende und Brutale.

    Dabei bedient er sich eines Erzählverfahrens, das ich als manipulativ erachte: Er stellt eine Behauptung über eine Person oder ein Milieu auf und liefert unmittelbar danach das passende Zitat als Beweis. Der Leser bekommt kaum Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen. Die Äusserungen der Figuren dienen als Beweisstücke für die Anklage.

    Verstärkt wird dieser Effekt durch die Sprache. Der Ich-Erzähler reflektiert auf einem deutlich höheren Sprachniveau als die Menschen, die er zitiert. So entsteht nicht nur ein sozialer, sondern auch ein sprachlicher Abstand. Die Figuren erscheinen dadurch nicht nur moralisch und sozial, sondern auch intellektuell unterlegen.

    Diese Radikalität ist wirkungsvoll, wuchtig und scheinbar ohne jede Beschönigung. Aber gerade darin liegt für mich auch die Schwäche des Romans: Er will nicht erzählen, sondern anklagen. Seine Herkunft erscheint als nahezu geschlossenes System aus Gewalt, Dummheit und Ausgrenzung. Widersprüche, Ambivalenzen und menschliche Zwischentöne lässt er kaum zu.

    «Das Ende von Eddy» ist deshalb für mich eine radikale Anklageschrift – und zugleich eine literarische Vergeltung für den Verrat, den Eddy erfahren hat.

  17. Cover des Buches In all seinen Farben (ISBN: 9783846601280)
    George Lester

    In all seinen Farben

    (138)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    Robin hat einen großen Traum – nach der Schule will er an eine renommierte Schauspielschule. Als er eine Absage nach der anderen bekommt, scheint seine Zukunft in Scherben vor ihm zu liegen. Zudem kämpft er mit der Tatsache, dass sein Freund nur eine versteckte Beziehung mit ihm will. Aus dieser bedrückenden Phase bringt ihn nur eins heraus: seine neue Faszination für Drag Shows. Vielleicht sollte er es doch selbst probieren und zu einer Queen werden?


    Ich habe schon viel Gutes von diesem Buch gehört und wollte mir nun selbst ein Bild davon machen. Robin – der die Geschichte erzählt – fand ich von Anfang an sympathisch. Er neigt zwar dazu, leicht überzudramatisieren aber das sei ihm verziehen. Er hat eine tolle Mutter, mit der er sich gut versteht und gute Freunde. Die braucht er auch, weil vieles eben nicht so läuft, wie er es gern hätte. Seine Beziehung könnte man gut als toxisch bezeichnen, seine Zukunftspläne scheitern für den Moment und er war schon Opfer von homophoben Angriffen. So durchlebt man mit Robin eine Zeit, die nicht einfach für ihn ist. Man erlebt neben den Tiefen – unter anderem auch einige Streits mit den Menschen, die ihm eigentlich nahe stehen – aber auch Höhen, die er bei dem erlebt, was er gerne macht. Zudem schleicht sich ein neuer Junge in sein Leben, sodass die Dragerfahrung nicht das einzige ist, bei dem er Neuland betritt.


    Ich fand Robin sympathisch und auch die Geschichte sehr gut. Nicht immer hat er es leicht – oder war das Buch leicht zu lesen (die Angriffe auf ihn fand ich schlimm) – und doch fand ich diesen coming-off-age Roman sehr ansprechend

  18. Cover des Buches SAMe Love (Band 1): Nur mit dir (ISBN: 9783906829418)
    Nadine Roth

    SAMe Love (Band 1): Nur mit dir

    (70)
    Aktuelle Rezension von: Annabell2704

    An sich eine emotionale und schöne Story ABER es fehlen auf jeden Fall Triggerwarnungen.

    Es geht um Mobbing, Körperliche Gewalt, Sexualisierte Gewalt und Homophobie, ohne Aufarbeitung oder Aufklärung.

    Es fehlen die Thematisierung der traumatischen Erlebnisse, die Aufklärung und die Aufarbeitung.

    Meiner Meinung nach sehr fahrlässig und höchst problematisch!!!!!

  19. Cover des Buches How to Be Gay (ISBN: 9783733500924)
    Juno Dawson

    How to Be Gay

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Bücher_Tini

    Dieses Buch wurde mir empfohlen als ich auf der Suche für Bücher für eine Schulbibliothek war . Ich muss gestehen es ist gut, es ist locker geschrieben und man liest es sehr flott , ohne große Umwege wird erklärt und begrifflichkeiten nahe gebracht. Sowohl für Jugendliche als auch für mich als Mutter ist es ein wirklich gelungenes aufklärendes Buch um sich besser zu verständigen.

    Es ist kein plattes Sachbuch , was nur erklärt , nein hier komm auch betroffene ( das klingt blöd) zu Wort und das ohne ihre Texte umzuschreiben, man merkt das es aus ihnen heraus kommt und das macht es verständlich und nahbar.


  20. Cover des Buches Glücklich die Glücklichen (ISBN: 9783596521050)
    Yasmina Reza

    Glücklich die Glücklichen

    (79)
    Aktuelle Rezension von: luckytimmi

    Der Buchrückentext, dass ein Paar sich im Supermarkt wegen Käse in die Haare kriegt,  hatte mich auf das Buch neugierig gemacht.  Aber dass es witzig und komisch ist, davon habe ich nicht viel gemerkt...

    Wer in diesem Buch eine spannende und zusammenhängende Geschichte sucht, sucht vergebens: das Buch ist quasi eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten,  jeweils von einer anderen Person (insgesamt. 18) erzählt.  Irgendwann stellt man zwar fest, dass diese Personen alle irgendwie zusammengehören. Die Idee des Buches ist nett, aber die Ausführung eher langweilig.  Selten konnte ich mal lachen. 

    Was mich total gestört hat, dass keine Redezeichen gesetzt waren, manchmal wusste ich gar nicht,  wer redet bzw. ob da gerade einer redet.  Und Absätze gab es in den Kapiteln auch nicht; die Sätze waren aneinandergereiht, auch wenn die Situation oder der Ort sich änderte...

    Trotzdem habe ich das Buch komplett durchgelesen,  manchmal auch überflogen...

  21. Cover des Buches You don't look gay (ISBN: 9783959390941)
    Julius Thesing

    You don't look gay

    (19)
    Aktuelle Rezension von: hufflepup_kafka

    Mit „You Don’t Look Gay“ hat Julius Thesing eine kurzweilige und prägnante Auseinandersetzung mit homophober Diskriminierung geschaffen, in der er zuweilen auch sehr privat und persönlich wird. Aus subjektiver aber auch gesellschaftskritischer Sicht erzählt er zum Beispiel vom Kampf mit sich selbst und um seine Sexualität, von der Jugend bis hin zum allgemeinen inneren und äußeren Coming Out und deren Einflüsse, etwa von Familie und Freunden vorgelebte Rollenbilder und Geschlechterklischees zwischen Mann und Frau, in die man sich zunächst einzuordnen versucht, bis man sich letztendlich doch bewusst wird, dass man „irgendwie anders“ ist und aus sich herauskommen, Haut zeigen und Farbe bekennen möchte und nicht so ganz in eine dieser vielen Schubladen passt.

    Julius Thesing gibt den Rat, Erfahrungen auszutauschen und Neues kennenzulernen, damit man in Zukunft nicht mehr aufgrund der eigenen sexuellen Orientierung „drangsaliert“ wird, denn: „Homophobe Sprache hat nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun“, sondern mit konventionellen, normativen und längst überholten Weltbildern, die ausgebessert und erweitert werden müssen für ein gemeinsames Miteinander.

    Für mich war „You Don’t Look Gay“ von Julius Thesing aus dem Bohem Verlag eine provokante aber prägnante Lektüre, die zum Nachdenken und Reflektieren anregt, und ein Erfahrungsbericht, der an die Vernunft, Reflexion, Liebe und Menschlichkeit appelliert. Die schönen rosarot-schwarzen Illustrationen tragen charmant und positiv zu der Aufmachung und Wirkung bei und ich hoffe, dass diese „Own Voice“-Erfahrung andere Stimmen aus der LGBT-Community lauter werden lässt.

  22. Cover des Buches Sister, Sister (ISBN: 9783759600578)
    Emily R. Austin

    Sister, Sister

    (37)
    Aktuelle Rezension von: fm_winkel

    Ein Abschiedsbrief in 300 Seiten - deswegen empfehle ich, die Content Notes zu lesen.
    Sigrid will sich das Leben nehmen oder hat es schon, das erfahren wir zu Beginn nicht, sondern starten mit ihrem Abschiefsbrief, mit Dutzenden Briefen, denn wie genau verabschiedet man sich von seiner Familie, was will man teilen, welche Geheimnisse für immer vergessen, wie macht man es ihnen am einfachsten oder soll man am besten gar nichts sagen und wie kommt man zu dieser Entscheidung?

    Sigrid ist nie so ganz der Tagträumerei ihrer Kindheit entwachsen, kostet ihr Leben aus, liebt es, hasst es und alles dazwischen.
    Wir erleben sie als Kind, Teenager, junge Erwachsene, in einem schwierigen Elternhaus, in einer heimlichen Liebschaft, in ihrem Alltag, bei Eskapismus.

    Manche Briefe sind gelogen, andere wahr, sie umfassen ihr Leben, ihren Schmerz, ihre Angst, ihr ALLES, und dann plötzlich erfahren wir die Wahrheit um diese Briefe. Diesen Twist habe ich nicht kommen sehen, er hat mich so mitgenommen.
    Und es stellt sich die Frage, wer sich eigentlich von wem verabschiedet, wenn jemand entscheidet, aus dem Leben zu treten.

    Trotz der schweren Thematik versucht Sigrid, die Briefe humorvoll zu verfassen und genau das ist ihr gelungen, sodass ich wirklich viel schmunzeln, zT sogar lachen musste, ganz skurril angesichts der Situation, aber das hat die Protagonistin so nahbar und einzigartig gemacht.

    Wäre das Buch anders geendet, hätte es mich zugegebenermaßen noch heftiger mitgenommen, aber ich glaube es musste einfach so kommen, besonders wegen Margo.
    Spannend blieb, dass man die Beweggründe einer Person nie ganz durchschauen kann, so sehr man sich auch bemüht.
    Ein ganzes Menschenleben als Briefroman revue passieren zu lassen, ist einschlagend, emotional, tief berührend. Das Buch ist definitiv bei mir hängen geblieben und ich kann es weiterempfehlen.

  23. Cover des Buches Flucht (ISBN: 9783442471645)
    Patricia Cornwell

    Flucht

    (152)
    Aktuelle Rezension von: Schnattchenx3

    Patricia Cornwells - Flucht ist vormals als als ein Mord für Kay Scarpetta veröffentlicht worden. Die Erstausgabe erschien 1990 in Englisch und 1992 in Deutsch. Damit ist dieses Buch nun mehr als 25 Jahre alt. Dies ist bezüglich der beschriebenen Techniken durchaus zu spüren, was jedoch kein Nachteil ist. 

    Um Dr. Kay Scarpetta handelt es ich um den Chief Medical Examiner in Richmond, Virgina. In einer Welt, die von Männern dominiert ist, ist Kay eine Ausnahme, die immer wieder auf Herausforderungen und Schwierigkeiten trifft.

    Diese Geschichte beginnt mit Briefen des Opfers, Beryl Madison, die ihren Tod bereits vorher sieht. Während sie sich auf der Insel Key West zum schreiben ihres Buches versteckt, schreibt sie auch an die unbekannte Person M. Nach dem Prolog startet der Fall nicht direkt am Tatort mit dem Fund der Leiche, sondern im Leichenschauhaus. Dem Leser wird anschaulich die Verletzungen und Todesumstände von Beryl dargelegt. Diese Stelle ist immer besonders wichtig und charakterisiert die Kriminalromane von Patricia Cornwell: der Mittelpunkt ist eine Chief Medical Examinerin, die mti den Opftern leidet und persönliches Interesse hat den Opfern Gerechtigkeit zu zuführen. 

    Aufgrund diesen persönlichen Hintergrunds ist es auch nicht überraschend, dass uns auf den gemeinsamen Weg mit Kay weitere persönliche Beziehungen und Konflikte begegnen. Zum einen gibt es Marino, ihr Partner der bei der Polizei, der für sich alleine schon ein Konflikt in sich darstellen kann. Durch die verschiedenen Ansichten reiben sich Kay und er immer wieder. Jedoch werden durch ihre kleinen Auseinandersetzungen neue Ermittlungsansätze geboren. In diesem Band taucht auch auf einmal Kays Jugendliebe Mark wieder auf. Das wirft sie aus der Bahn, insbesondere nachdem er irgendwie Teil des Falls wird. Kann Sie ihn trauen?

    Bis zum Schluss bleibt es ein Rätsel, warum Beryl den Mörder in ihr Haus gelassen hat - & warum weitere Personen sterben müssen. 

    In allem ein Buch voller Irrungen und Wirrungen, wo auf den ersten Blick nicht alles so ist wie es scheint.

  24. Cover des Buches Die Lüge (ISBN: 9783455015416)
    Mikita Franko

    Die Lüge

    (67)
    Aktuelle Rezension von: izzy_books

    In "Die Lüge" erzählt Mikita Franko aus der Perspektive eines Jungen, der bei zwei Vätern aufwächst. Mit ruhiger, klarer Sprache beschreibt der Roman eine Kindheit, die zunächst normal wirkt, in der jedoch nach und nach Spannungen und Geheimnisse sichtbar werden. Franko verbindet persönliche Erfahrungen mit einem sensiblen Blick auf Familie, Wahrheit und gesellschaftliche Erwartungen. Eine stille, nachdenkliche Geschichte über Identität und Vertrauen.

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