Bücher mit dem Tag "homosexualität"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "homosexualität" gekennzeichnet haben.

632 Bücher

  1. Cover des Buches Ein wenig Leben (ISBN: 9783446289666)
    Hanya Yanagihara

    Ein wenig Leben

    (661)
    Aktuelle Rezension von: Charlotte_reads19

    Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara ist ein Buch, das einen still macht.
    Jude, mit all seiner Zerbrechlichkeit, seinem Schmerz und seiner Sehnsucht nach Nähe, bleibt lange im eigenen inneren zurück. Die Freundschaften um ihn wirken wie kleine Lichtpunkte, die versuchen, einen Menschen zu halten, der kaum an sich selbst glaubt.

    Hanya Yanagihara schreibt so menschlich, so zärtlich und gleichzeitig so brutal ehrlich, dass man manchmal den Atem anhält. Manche Seiten tun weh, andere fühlen sich an wie eine Hand, die einem über den Rücken streichelt. Am Ende bleibt ein Gefühl von tiefer Verbundenheit und der Wunsch, Jude hätte ein wenig mehr Liebe für sich selbst gefunden.

    Fazit: Ein Herzzerreißendes, wunderschönes Buch, das man nicht vergisst und das man wenigstens einmal im Leben gelesen haben muss.

  2. Cover des Buches City of Ashes (ISBN: 9783442486830)
    Cassandra Clare

    City of Ashes

    (4.936)
    Aktuelle Rezension von: Buchbahnhof

    Nachdem mich bereits City of Bones begeistert hatte, musste ich natürlich direkt mit City of Ashes weitermachen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil – ich hatte sogar das Gefühl, dass die Geschichte noch einmal an Tiefe gewonnen hat.

    Besonders gut gefallen hat mir, dass sich die Welt der Schattenjäger immer weiter öffnet. Man erfährt deutlich mehr über die verschiedenen Schattenwesen und die Beziehungen zwischen ihnen. Dadurch wirkt die Welt noch lebendiger und komplexer als im ersten Band.

    Auch die Figuren entwickeln sich spürbar weiter. Clary muss ihren Platz in dieser neuen Welt finden, während Jace mit den Folgen der Ereignisse aus dem ersten Band zu kämpfen hat. Besonders Simon hat mich in diesem Band überrascht. Er bekommt wesentlich mehr Raum und entwickelt sich zu einer Figur, die weit mehr ist als nur Clarys bester Freund. Gerade diese Entwicklung hat mir richtig gut gefallen.

    Cassandra Clare versteht es richtig gut, Spannung und ruhigere, emotionale Momente miteinander zu verbinden. Dadurch hatte ich nie das Gefühl, dass sich die Geschichte zieht. Im Gegenteil – immer wieder sorgen neue Wendungen dafür, dass man weiterlesen möchte. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders gut finde ich auch, dass die Figuren nicht nur gegen äußere Gefahren kämpfen, sondern immer wieder mit ihren eigenen Zweifeln, Ängsten und der Frage, gegenüber wem sie sich loyal verhalten wollen oder sollten, konfrontiert werden. Das macht sie menschlich und ihre Verhaltensweisen sehr nachvollziehbar.

    City of Ashes ist für mich eine gelungene Fortsetzung, die den ersten Band nicht übertrifft, sondern wirklich spannend weiter erzählt. Nach dem Ende war für mich sofort klar, dass ich auch den nächsten Band lesen muss.

    Von mir gibt es deshalb wieder 5 Sterne.

  3. Cover des Buches Das Bildnis des Dorian Gray (ISBN: 9783958702905)
    Oscar Wilde

    Das Bildnis des Dorian Gray

    (2.044)
    Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooks

    Erster Satz: „Der Künstler ist der Schöpfer schöner Dinge.“

    Ich kann jetzt auf jeden Fall verstehen, warum Das Bildnis des Dorian Gray als Klassiker gilt. Gleichzeitig war es für mich nicht durchgehend ein Buch, das mich begeistert hat.

    Die Geschichte rund um Dorian Gray hat mir gut gefallen. Ich mochte die Idee rund um das Gemälde. Dorian bleibt nach außen jung und wunderschön, während man auf dem Bild immer mehr sieht, was eigentlich in ihm passiert. Je mehr schlechte Dinge er tut, desto hässlicher wird sein Bild. Dorian selbst verändert sich äußerlich dagegen kaum. Genau dieser Gegensatz hat mir gut gefallen. Nach außen sieht er weiterhin perfekt aus, während das Gemälde zeigt, was aus ihm geworden ist. Seine Entwicklung fand ich interessant. Man sieht, wie er sich immer weiter verändert und wie sehr andere Menschen ihn dabei beeinflussen. Gleichzeitig trifft er seine Entscheidungen aber selbst und muss auch mit den Folgen leben. Gerade diese Seite der Geschichte hat mir gut gefallen.

    Oscar Wildes Schreibstil mochte ich. Seine Sprache ist wirklich schön und ich hatte einige Stellen, die ich sehr gerne gelesen habe. Allerdings gab es auch einige Kapitel, die sich für mich gezogen haben. Teilweise waren sie einfach lang und haben nicht immer zur Geschichte beigetragen, dadurch wurde es zwischendurch langweilig. Das hat mir beim Lesen schon einiges genommen. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen die Geschichte richtig interessant wurde. Es gab ein paar Wendungen, bei denen ich wirklich überrascht war und unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Dadurch hatte das Buch auch immer wieder Stellen, an denen ich richtig drin war.

    Für mich geht es viel um Schönheit und Jugend, aber auch darum, was passiert, wenn man sich immer mehr von seinem eigenen Wahn und dem Einfluss anderer leiten lässt. Dorian kann lange so aussehen, als wäre alles perfekt. Das Gemälde zeigt aber, was sich tatsächlich verändert hat. Diese Idee fand ich wirklich stark.

    Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Die Geschichte hatte für mich eine richtig gute Idee und ich mochte es, Dorians Veränderung zu verfolgen. Die ausschweifenden Kapitel haben mir allerdings etwas die Freude am Lesen genommen. Am Ende sind es für mich 3,5 Sterne geworden. Ich bin froh, diesen Klassiker gelesen zu haben, und kann jetzt auch verstehen, warum er bis heute so bekannt ist. Ganz mein Buch war es leider nicht.

  4. Cover des Buches Someone New: Special Edition (ISBN: 9783736309555)
    Laura Kneidl

    Someone New: Special Edition

    (1.686)
    Aktuelle Rezension von: Christines_lesetagebuch

    Manche Geschichten verlieren auch nach Jahren nichts von ihrer Wirkung – und genau so ging es mir mit diesem Buch. Ich habe es vor über fünf Jahren schon einmal gelesen und auch beim zweiten Mal konnte es mich wieder komplett überzeugen.

    Die Geschichte behandelt ein schwieriges und emotionales Thema, das meiner Meinung nach sehr sensibel und glaubwürdig umgesetzt wurde. Dabei steht nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie schnell wir Menschen urteilen, ohne ihre Geschichte zu kennen.

    Julian und Micah waren für mich zwei unglaublich sympathische Protagonisten. Obwohl sie kaum unterschiedlicher sein könnten, harmonieren sie wunderbar miteinander. Julian ist verschlossen, hält andere Menschen bewusst auf Abstand und lebt sehr zurückgezogen. Anfangs wirkt das vielleicht kühl, doch je mehr man über ihn erfährt, desto verständlicher wird sein Verhalten.

    Micah hingegen kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus, bleibt dabei aber bodenständig, herzlich und offen. Gerade ihre natürliche Art macht sie zu einer Protagonistin, die man sofort ins Herz schließt.

    Besonders schön fand ich die Entwicklung der beiden. Ihre Beziehung wächst langsam und glaubwürdig, und beide entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Das macht ihre gemeinsame Reise umso emotionaler.

    Und dann ist da noch Julians Geheimnis... Damit hatte ich damals genauso wenig gerechnet wie heute. Obwohl ich die Geschichte bereits kannte, hat mich die Auflösung erneut berührt und gezeigt, wie gut die Autorin die Handlung aufgebaut hat.

    Für mich ist dieses Buch auch nach Jahren noch eine klare Leseempfehlung für alle, die gefühlvolle New-Adult-Geschichten mit Tiefgang und authentischen Charakteren mögen. ❤️

  5. Cover des Buches Tschick (ISBN: 9783499013218)
    Wolfgang Herrndorf

    Tschick

    (3.001)
    Aktuelle Rezension von: ENI

    Tschick von Wolfgang Herrndorf, erschienen 2010, ist ein Jugendroman, der weit über seine eigentliche Zielgruppe hinauswirkt. Die Geschichte begleitet die beiden Jugendlichen Maik Klingenberg und Andrej „Tschick“ Tschichatschow auf einer spontanen Reise durch die deutsche Provinz und verbindet Roadmovie-Atmosphäre mit einer berührenden Erzählung über Freundschaft, Identität und das Erwachsenwerden.

    Im Mittelpunkt stehen zwei Aussenseiter, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch zueinanderfinden. Was als verrückte Ferienaktion beginnt, entwickelt sich zu einem Abenteuer voller Begegnungen, Umwege und unerwarteter Erkenntnisse. Dabei erzählt Herrndorf nicht nur von jugendlicher Freiheit, sondern auch von Einsamkeit, Sehnsucht und dem Wunsch, irgendwo dazuzugehören.

    Besonders beeindruckt hat mich die Sprache. Sie wirkt authentisch, lebendig und genau auf die Figuren abgestimmt, ohne jemals künstlich oder übertrieben zu erscheinen. Obwohl ich mit 45 Jahren deutlich älter bin als die Protagonisten, konnte ich mich erstaunlich gut in die beiden Jungen hineinversetzen. Gerade diese Mischung aus Leichtigkeit, Humor und leiser Melancholie hat mich sehr berührt. Vielleicht zeigt sich darin eine grosse Stärke des Romans: Er erzählt zwar von Jugendlichen, spricht aber Erfahrungen an, die viele Menschen unabhängig vom Alter nachvollziehen können.

    Auch die Verfilmung hat mir gefallen. Zwar entsprachen die Darsteller nicht ganz meinen eigenen Vorstellungen der Figuren, dennoch empfand ich die Umsetzung als erstaunlich nah am Buch und seinem besonderen Ton.

    Tschick ist für mich ein zeitloser Roman über Freundschaft, Freiheit und das Gefühl, seinen eigenen Weg zu suchen. Schade, dass Wolfgang Herrndorf so früh verstorben ist – von diesem Autor hätte ich sehr gerne noch weitere Bücher gelesen.

  6. Cover des Buches Lord of Shadows (ISBN: 9783442489008)
    Cassandra Clare

    Lord of Shadows

    (507)
    Aktuelle Rezension von: tines_bookworld

    "Dann brich mir das Herz. Brich es in tausend Stücke. Du hast meine Erlaubnis."

    Für "Lord of Shadows" habe ich wirklich ewig gebraucht und das ist auch mein allergrößter Kritikpunkt in diesem Buch. Ein 850-Seiten-Buch sollte keine 250 Seiten Einstieg benötigen, bevor es mit der Handlung und der Spannung überhaupt losgeht. Ernsthaft, warum sind Clares Bücher alle immer solche Wälzer?! Da muss ich von Anfang an gepackt sein und nicht hingehalten werden. Auch zwischendurch gab es immer mal wieder Längen, so dass ich max. 100 Seiten am Stück lesen konnte. 

    Es war nicht ganz so schlimm wie "Clockwork Prince", denn die Geschichte nahm nach dem ersten Drittel wirklich gut Fahrt auf und an Handlung ist einiges passiert. Die Charaktere haben sich in diesem Buch toll entwickelt und auch an Liebesgeschichten mangelt es nicht. Ich musste grad nochmal nachzählen, wir bekommen hier neben Emma & Julian (die mir in diesem Buch erneut das Herz zerrissen haben, weil sie nicht zusammen sein dürfen, obwohl alles in ihnen nach dem anderen ruft! Immerhin haben sie sich nun endlich die Wahrheit gesagt und können zusammen an einem Strang ziehen...) noch mind. 3 weitere Beziehungsstarts präsentiert und ich bin echt gespannt, wo das Ganze noch hinführt! Tatsächlich empfand ich das nicht als too much, sondern gab den Personen weitere Tiefe und auch eigenständige Handlungsstränge.

    Das Ende war für alle Beteiligte (inklusive mir) absolut beschissen, wenn nicht sogar unnötig für zu viel Drama. Neben dem Trauma wurden noch zwei weitere rote Fäden gestartet, so dass ich wenigstens hoffe, dass sich dieser Figurentod auch gelohnt hat und hier nicht einfach nur geliebte Charaktere gekillt wurden, weil die Autorin es kann.

    "Lord of Shadows" bringt die Gesamthandlung der "Die dunklen Mächte"-Reihe ein ganzes Stück voran, schafft es aber selten, die Spannung zu halten. Ich vergebe 3,5/5 Sterne.

  7. Cover des Buches Die Chroniken des Magnus Bane (ISBN: 9783401508191)
    Cassandra Clare

    Die Chroniken des Magnus Bane

    (744)
    Aktuelle Rezension von: jess_nixx

    Eine tolle Sammlung von Kurzgeschichten aus dem langen Leben von Magnus Bane. Es gibt viele interessante und aufschlussreiche Informationen zu Begegnungen, die in der Hauptreihe nur angeteasert werden. Besonders die ersten Geschichten waren dabei manchmal etwas ausufernd beschrieben, was mir den Lesespaß aber nicht genommen hat. Viele Geschichten sind aber überraschend witzig und haben mich öfters zum schmunzeln gebracht. Typisch Magnus halt. Er zeigt hier all seine Facetten und nicht nur seine fröhliche Seite, was ich sehr gut finde. 

    Insgesamt eine schöne Ergänzung zu den Chroniken und natürlich für alle Magnus Fans perfekt. 

  8. Cover des Buches Letztendlich sind wir dem Universum egal (ISBN: 9783733507404)
    David Levithan

    Letztendlich sind wir dem Universum egal

    (1.328)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreak_M

    "LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL" 🪐✨️ 4/5 Sterne - eine Rezension ohne Spoiler 

    "Letztendlich sind wir dem Universum egal" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von A, einer Seele ohne festen Körper. Jeden Tag erwacht A in einem neuen Körper und lebt ein neues Leben. Die Grundidee finde ich total interessant und einzigartig - sowas habe ich noch nie zuvor gelesen! Die Geschichte von A wird gefühlvoll und flüssig erzählt, mir gefällt der Aufbau des Buches sehr, nämlich dass jeder Tag ein neues Kapitel ist. Es ähnelt dem Aufbau eines Tagebuchs wie ich finde. 

    Was mir ebenfalls total gut gefallen hat, ist dass der Autor A in so viele ganz verschiedene Menschen gesteckt hat: Depressionen, familiäre Probleme, Übergewicht, LGBTQ - all das und noch viel mehr hat dabei in dem Buch Platz gefunden. 

    Ziemlich unerwartet für mich war die Tiefe an einigen Stellen des Buches. Ich habe mir tatsächlich einen Marker genommen und ein paar Zitate bzw. Aussagen hervorgehoben, die ich super schön geschrieben fand. Hier ein paar Beispiele:

    ⋆。𖦹° "Wenn ich eins gelernt habe, dann das: Wir alle wollen, dass immer alles okay ist. Wir streben gar nicht so nach so sehr nach phantastisch oder grandios oder hervorragend. Wir geben uns gerne mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichend." ⋆❀˖° (Seite 14)

    ♡₊˚ "Ich denke so oft ans Ausbrechen - da ist es echt schön, es tatsächlich mal zu tun. Für einen Tag. Statt ewig aus dem Fenster zu starren, tut es gut, mal auf der anderen Seite vom Fenster zu sein."・₊✧ (Seite 22)

    Einziger Minuspunkt ist, dass ich die Beziehung zwischen A und Rhiannon etwas schnell und unrealistisch fand. A war an einigen Stellen ziemlich voreilig (auch körperlich, er wollte sie echt früh küssen, Händchen halten usw). In Wirklichkeit hätte Rhiannon wohl schon ziemlich schnell das Weite gesucht. Rhiannons Charakter finde ich ebenfalls nicht so gut gelungen. Er ist leider nicht tiefgründig genug beschrieben und sie kommt mir manchmal sehr oberflächlich und unentschlossen vor. Trotzdem war die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und regt zum Nachdenken an: Zählt, wer wir sind - oder wie wir aussehen?

  9. Cover des Buches Am Ende sterben wir sowieso (Todesboten #2) (ISBN: 9783038800750)
    Adam Silvera

    Am Ende sterben wir sowieso (Todesboten #2)

    (402)
    Aktuelle Rezension von: Candeexix

    Die Geschichte war emotional, spannend und hat mich bis zum Ende mitgenommen. Besonders gut fand ich das offene und traurige Ende. Es hat sich eben nicht alles zum Guten gewendet, wie es in vielen Büchern am Ende oft der Fall ist – und genau das fand ich hier passend und ehrlich. Das Ende hat noch länger bei mir nachgehallt. 🥹📖


  10. Cover des Buches Die sieben Männer der Evelyn Hugo (ISBN: 9783548069562)
    Taylor Jenkins Reid

    Die sieben Männer der Evelyn Hugo

    (839)
    Aktuelle Rezension von: Thess12345

    Inhalt:

    Evelyn Hugo war einst eine der größten Hollywoodikonen ihrer Zeit. Berühmt für ihre Schönheit, ihre erfolgreiche Filmkarriere und nicht zuletzt für ihre sieben Ehen, hat sie sich inzwischen weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

    Umso überraschender ist es, als sie sich dazu entscheidet, ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Doch für das Interview wünscht sie sich ausgerechnet die eher unbekannte Journalistin Monique Grant. Monique kann sich zunächst nicht erklären, warum Evelyn gerade sie ausgewählt hat, sieht darin aber gleichzeitig die Chance ihres Lebens.

    Während Evelyn von ihrem Aufstieg in Hollywood, ihren Beziehungen, ihren Entscheidungen und den Schattenseiten des Ruhms berichtet, lernt Monique nach und nach die Frau hinter der berühmten Fassade kennen. Dabei wird schnell deutlich, dass Evelyns Geschichte weitaus komplexer ist, als es die Schlagzeilen über sie vermuten lassen.

    Eigene Meinung:

    „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ war für mich ein absolutes Highlight. Ich hatte schon sehr viel Positives über das Buch gehört und trotzdem konnte mich die Geschichte überraschen und vollkommen mitreißen.

    Besonders begeistert hat mich der Schreibstil von Taylor Jenkins Reid. Sie schreibt unglaublich flüssig, bildhaft und lebendig, sodass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Auch die Charaktere sind sehr vielschichtig und glaubwürdig ausgearbeitet. Monique war mir von Anfang an sympathisch. Sie wirkt nahbar und authentisch und macht im Laufe der Geschichte eine sehr schöne Entwicklung durch.

    Evelyn selbst ist dagegen eine deutlich kantigere Figur. Viele ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen und manches fand ich auch moralisch schwierig. Gleichzeitig waren ihre Handlungen innerhalb ihrer Lebensgeschichte so glaubwürdig dargestellt, dass ich oft dachte: Genau so könnte es in dieser Welt von Hollywood, Ruhm und öffentlichem Druck tatsächlich gewesen sein.

    Besonders spannend fand ich den Blick hinter die glamouröse Fassade. Das Buch zeigt, welchen Preis Erfolg haben kann und wie stark das eigene Leben von Erwartungen, Schlagzeilen und gesellschaftlichen Vorstellungen beeinflusst wird.

    Die Geschichte entwickelt dabei einen unglaublichen Sog. Ich wollte immer wissen, wie Evelyns Leben weitergeht und warum sie ausgerechnet Monique ausgewählt hat. Gleichzeitig steckt viel emotionale Tiefe in der Handlung, denn es geht nicht nur um Ruhm und Beziehungen, sondern auch um Liebe, Verlust, Freundschaft, Selbstbestimmung und schwierige Entscheidungen.

    Gerade diese Mischung aus Hollywoodglamour, starken Emotionen und moralischen Grauzonen hat mich vollkommen überzeugt.

    Fazit:

    „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ war für mich ein absolutes Lesehighlight. Taylor Jenkins Reid verbindet einen unfassbar guten und bildhaften Schreibstil mit komplexen Charakteren und einer emotionalen Geschichte, die deutlich mehr Tiefgang besitzt, als ich zunächst erwartet hatte.

    Besonders Evelyn wird mir mit ihrer schillernden, widersprüchlichen Persönlichkeit noch lange im Gedächtnis bleiben. Aber auch Moniques Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Ein Roman über Ruhm, Liebe, schwierige Entscheidungen und die Menschen hinter der öffentlichen Fassade, der mich vollkommen fesseln konnte.

    Für mich ganz klar eine große Leseempfehlung.

  11. Cover des Buches Ein Mann namens Ove (ISBN: 9783442493951)
    Fredrik Backman

    Ein Mann namens Ove

    (856)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Ove mag angeblich jeder, ich leider nicht: Ove ist der Vorortsheriff in einer namenlosen Reihenhaussiedlung, kontrolliert morgens, ob niemand irgendwo eingebrochen ist und die Verbotsschilder noch stehen. Er wurde in den Un-ruhestand versetzt, dabei ist er noch in voller Kraft, auch nach dem Tod seiner Frau. Die Stellen über die Beziehung zwischen Ove und Frau Sonja sind rührend, ebenso wie die Abschnitte über Oves familiäre Herkunft und darüber, daß er an der "modernen" Gesellschaft zweifelt, wo niemand mehr handwerklich etwas herstellt. Aber die endlosen Abschnitte über ungewollte Treffen mit "Katzenviehern", den neuen oder korpulenten Nachbarn sind gar nicht lustig und zögern nur das Ende des Buches raus. Und nur in Hauptsätzen an diesen Stellen zu schreiben, macht das Ganze nicht witziger. Nein danke!

  12. Cover des Buches Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019 (ISBN: 9783608504842)
    Bernardine Evaristo

    Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

    (174)
    Aktuelle Rezension von: Christine_Delf

    ganz ohne Großschreibung am Satzanfang oder Punkte am Satzende zeigt dieser Roman von Bernardine Evaristo, was Stilelemente - oder auch deren Fehlen - alles können 

    die besondere Schreibweise liest sich zunächst irritierend, dann angenehm, denn der Sinn erschließt sich schnell: wir sind im Kopf der Protagonistinnen, und im Kopf denkt es sich nicht in Punkt und Komma, gerade und geschliffen, feinsäuberlich getrennt,

    der Kopf ist rund, der Inhalt chaotisch und genau das wird hier spürbar

    der Inhalt ist wichtig, für jeden von uns, wir springen in das Leben von zwölf Frauen, mal mehr, mal weniger miteinander verwoben, mal generationenübergreifend, aus wechselnden Perspektiven, sodass sich Sympathien und Antipathien fortlaufend verändern; erleben mit ihnen Rassismus, Sexismus, Feminismus, Rückschläge und Erfolge, Liebe, Siege, Verluste, springen dann wieder hinaus aus ihrem Kopf und ihrem Leben und fragen uns dann stets, wie ging es bloß weiter für dich, meine Liebe, wie geht es dir heute?

  13. Cover des Buches Das Lied des Achill (ISBN: 9783961612048)
    Madeline Miller

    Das Lied des Achill

    (475)
    Aktuelle Rezension von: karins_buecherwelt

    Mit „Das Lied des Achill“ gelingt Madeline Miller eine außergewöhnlich einfühlsame und atmosphärische Neuinterpretation der griechischen Mythologie. Erzählt aus der Sicht von Patroklos, begleitet der Leser die Entwicklung seiner tiefen Verbindung zu Achill von ihrer Kindheit bis zu den Ereignissen des Trojanischen Krieges.

    Obwohl die grundlegenden Ereignisse der Sage bekannt sind, schafft es die Autorin, der Geschichte neues Leben einzuhauchen. Die Figuren wirken greifbar, menschlich und vielschichtig, ihre Gefühle und Entscheidungen werden nachvollziehbar und berühren auf besondere Weise. Gerade die Perspektive von Patroklos verleiht der Erzählung eine große emotionale Tiefe und eröffnet einen frischen Blick auf die bekannte Legende.

    Der poetische Schreibstil, die spürbare Liebe zum Detail und die gelungene Verbindung aus Mythologie, Freundschaft, Liebe und Schicksal machen dieses Buch zu einem unvergesslichen Leseerlebnis. Die Handlung entwickelt sich stellenweise ruhig, doch genau dadurch erhalten die Charaktere und ihre Beziehungen die Zeit, die sie verdienen.

    „Das Lied des Achill“ ist eine wunderschöne, herzzerreißende und zugleich epische Geschichte, die noch lange nach dem Lesen nachhallt. Für Fans griechischer Mythologie und emotionaler Geschichten ein absolutes Highlight und somit gibt es von mit eine klare Leseempfehlung.


  14. Cover des Buches Die Mittagsfrau (ISBN: 9783596715152)
    Julia Franck

    Die Mittagsfrau

    (410)
    Aktuelle Rezension von: Lesekatze22

    Ich lese viel, gern und äußerst unterschiedliche Genre, aber dieses Buch "Die Mittagsfrau" von Julia Franck hat mich fast die Flinte ins Korn werfen lassen. 

    Mir fehlen Anführungszeichen und in weiten Teilen finde ich den Roman einfach zu langatmig. 

    Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat. Eine Mutter lässt ihren Sohn am Bahnsteig zurück.  

    Es folgt die Lebensgeschichte der Mutter, die mit ihrer Schwester bei ihrer eigenartigen Mutter aufwächst, während der Vater im 1. Weltkrieg kämpft und später eigentlich nur zum Sterben nach Hause kommt. 

    Man erfährt mehr von den Mädchen, der damaligen Zeit.....

    Es folgt ein Epilog, der sich wieder mit dem zurückgelassenen Jungen beschäftigt. 

    Man findet im Netz einige Informationen zu Beweggründen dieses Buch zu schreiben. 

    Traurig und heftig.

  15. Cover des Buches Der Prinz der Elfen (ISBN: 9783570312803)
    Holly Black

    Der Prinz der Elfen

    (262)
    Aktuelle Rezension von: Kerstin_Lohde

    Bei diesem Roman war ich sehr skeptisch, denn das Cover konnte mich nicht wirklich überzeugen. Von daher habe ich mit sehr wenig Erwartung mit dem Lesen begonnen.

    Doch ich wurde positiv überrascht.

    Denn die Schreibweise ist flüssig und nachdem man mit dem Lesen begonnen hat, ist man schon gleich zu Beginn gefesselt.

    Denn es ist spannend und interessant geschrieben, so dass man es kaum aus der Hand legen kann.

  16. Cover des Buches Kind 44 (ISBN: 9783442481859)
    Tom Rob Smith

    Kind 44

    (780)
    Aktuelle Rezension von: misspider

    Ich bin durchaus hart im Nehmen und nicht zimperlich beim Lesen, aber dieses Buch hat mir doch einiges abverlangt. Selten habe ich mich beim Lesen so oft unwohl gefühlt und tatsächlich auch Pausen eingelegt, weil mich das Gelesene derart mitgenommen hat. Die Atmosphäre kann einen extrem runter ziehen: die Beschreibung der oft ärmlichen und perspektivlosen Lebensumstände, aber vor allem die ständige Überwachung und die Willkür, der die Leute ausgeliefert waren - das ist kaum nachvollziehbar. Und gerade am Schicksal von Leo zeigt sich, dass wirklich niemand davor sicher ist - selbst wenn man doch auf der vermeintlich (!) richtigen Seite des Gesetzes steht. Der Fall von Kind 44 setzt dem ganzen dann noch die Krone auf: man mag einfach nicht glauben, dass die Vorkommnisse so lange Zeit vertuscht werden konnten und nicht in Zusammenhang gebracht wurden. Wie viele Leben man eigentlich hätte retten können - ich mag gar nicht darüber nachdenken.  Für mich war das Buch auf jeden Fall eine Bereicherung, wenn auch nicht unbedingt eine angenehme.

  17. Cover des Buches Love, Simon (Nur drei Worte – Love, Simon) (ISBN: 9783551319951)
    Becky Albertalli

    Love, Simon (Nur drei Worte – Love, Simon)

    (690)
    Aktuelle Rezension von: jo_0147

    Das Buch ist zu einem Film geschrieben worden. Es ist wirklich toll und eine schöne Geschichte über einen queeren Jungen, Simon. Es wird von seiner anonymen Internet "beziehung" geschrieben, Blue. Die Geschichte nimmt ein schönen Lauf. 

    Der Schreibstil und auch Spannungsaufbau sind sehr gut.

    Genauso ein Buch würde ih gerne nochmal lesen.

  18. Cover des Buches Den Mund voll ungesagter Dinge (ISBN: 9783453273658)
    Anne Freytag

    Den Mund voll ungesagter Dinge

    (700)
    Aktuelle Rezension von: bibliophilara

    Das Motto für die Lesechallenge im Mai lautet: „Lies eine queere Geschichte.“ Es ist ein großartiges Motto, denn hier kann man frei wählen, welche queere Repräsentation man bei der Lektüre wählen möchte. Mir ist sofort ein Buch in den Sinn gekommen, das ich im August 2021 während meines Urlaubs im Dussmann Berlin gekauft habe: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag. Bereits vor zwei Jahren habe ich „Mein bester letzter Sommer“ von der Autorin gelesen, was ich sehr mochte. Nun ist also ein weiteres Jugendbuch von ihr an der Reihe. Es erschien 2017 und handelt von einer Teenagerin, die schleichend erkennt, dass sie vielleicht gar nicht heterosexuell ist. Warum das Buch mit dem Thema aber manchmal nicht gut umgeht, verrate ich euch in dieser Rezension. 

    Die 17-jährige Sophie Richter zieht 2016 mit ihrem alleinerziehenden Vater Christian von Hamburg nach München, um mit seiner Freundin Lena und ihren beiden Söhnen Valentin und Leon eine Patchwork-Familie zu gründen. Obwohl sie von ihren neuen Familienmitgliedern liebevoll empfangen wird und ein riesiges Zimmer für sich bekommt, fühlt sie sich nicht heimisch und vermisst ihr Leben in Hamburg mit ihrem besten Freund Lukas. Doch dann beobachtet sie durch ihr Fenster das blonde Nachbarmädchen mit der Zahnlücke und fühlt sich auf merkwürdige Weise zu ihr hingezogen. Als sie erfährt, dass sie mit ihr in dieselbe Jahrgangsstufe des Gymnasiums geht, gibt es für Sophie vielleicht doch einen Grund, sich auf ihr neues Leben in München zu freuen. 

    „Es schüttet.“, ist der erste, knappe Satz des Prologs „Und vor mir das Nichts“. Der starke Regen soll hier die Gefühlslage der Protagonistin Sophie widerspiegeln, die ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Spannend ist: Dieser Prolog ist auch ein späteres Kapitel. Auf Seite 362 steht exakt derselbe Text. Nur die letzten vier Sätze des Prologs sind anders, während später noch zwei Absätze folgen. In der Erzähltheorie ist das ein ganz typischer Einsteig: Im Prolog wird ein kleiner Schnipsel präsentiert, der zukünftige Ereignisse im linearen Handlungsverlauf vorzeitig präsentiert. Germanisten nennen das eine Prolepse, falls ihr mal ein bisschen angeben möchtet. Auf fast 400 Seiten arbeitet sich die Leserschaft also kontinuierlich in kleinen Schritten auf den Handlungszeitpunkt im Prolog hin. Sophies Geschichte beginnt dabei im März 2016 und endet im September desselben Jahres.

    Protagonistin ist die 17-jährige Sophie, die dunkle Haare hat, schlank und laut ihres besten Freundes Lukas „fast schon absurd schön“ (S. 184) ist. Innerlich ist sie aber unsicher und verletzlich. Ihre Mutter hat sie nach ihrer Geburt verlassen, und so wuchs Sophie bei ihrem alleinerziehenden Vater auf. Sie ist nachdenklich und authentisch. In vielerlei Hinsicht habe ich mich bei ihr selbst zurückversetzt gefühlt in die Zeit meiner Teenager-Jahre. Womit ich jedoch meine Schwierigkeiten hatte, war dass sie mit ihren jungen 17 Jahren schon mehrfach betrunken Sex auf Partys hatte. Sie war noch nie in einen Jungen verliebt, hatte noch keinen festen Freund, aber hat sich im Suff dann doch einfach mal flachlegen lassen. Schlimmer noch, ihr bester Freund Lukas nennt sie ständig bei ihrem Spitznamen „Flittchen“ (S. 22), der daher rühren soll, dass Sophie mal eine Phase gehabt haben soll, in der sie roten Lippenstift getragen hat und in Kombination mit ihren dunklen Haaren wie Schneewittchen ausgesehen haben soll. Und natürlich, dass sie in Hamburg den Schlampenruf weg hatte. Grundsätzlich fand ich die Dynamik zwischen Lukas und Sophie schwierig. Sie sind zwar Kindheitsfreunde, aber dass sie sich auf die Wange küssen, gemeinsam kuschelnd in einem Bett schlafen oder auf einer Party so tun, als hätten sie im Badezimmer Sex gehabt, fand ich absolut schräg. Gerade weil Lukas eine feste Freundin hat, die wohl nicht ganz grundlos eifersüchtig ist. Auf mich wirkte Lukas grenzüberschreitend, wie er jeden verzweifelten Versuch unternimmt, aus der Friendzone zu kommen. Auch wenn ich Sophie meistens sympathisch finde, merkt man, dass sie noch in einer Selbstfindungsphase steckt und sich für Anerkennung zu sehr an Typen anbiedert, die es eigentlich nicht gut mit ihr meinen. Sie muss noch lernen, Grenzen zu setzen und sich nicht zu sehr als Pick me-Girl zu inszenieren.

    Freytags Schreibstil ist modern, direkt und stellenweise metaphorisch. Dabei ist die Sprache jugendlich, intensiv und trotzdem unaufgeregt. Das Tempo ist perfekt ausgewogen und man kommt schnell in einen Lesefluss. Der Schreibstil ist wirklich die größte Stärke des Jugendbuchs: Er wirkt mühelos atmosphärisch und wunderschön. Schon bei „Mein bester letzter Sommer“ war ich von der zarten und warmen Atmosphäre begeistert, und auch hier gibt es trotz Streitigkeiten ein wunderbar wohliges Gefühl, das Anne Freytags Bücher zu etwas ganz Besonderem macht. Die Konflikte wirken nachvollziehbar und nicht aufgesetzt. Außerdem gibt es keine Längen, sondern jedes Kapitel ist sprachlich rund und bereitet große Freunde beim Lesen. Auf stilistischer Ebene habe ich also absolut nichts zu kritisieren.

    Dennoch gibt es auch zwei unübersehbare Schwachpunkte in „Den Mund voll ungesagter Dinge“. Einmal sind das medizinische Ungenauigkeiten, die mir bereits bei „Mein bester letzter Sommer“ aufgefallen sind. Hier ist die Protagonistin zwar nicht sterbenskrank, doch sie hat einmalig starkes Fieber und liegt mehrere Tage flach. Laut Lena hat Sophie bis zu 41,8°C Fieber. Einmal zur Einordnung: ab etwa 41°C spricht man von einem lebensgefährlichen Zustand, 42°C sind mit dem Leben kaum noch vereinbar. Bei extrem hohem Fieber steigt das Risiko für Kreislaufversagen, neurologische Schäden oder Krampfanfälle. Sophie beschreibt sogar tagelange Bewusstlosigkeit. Dennoch bringen weder Christian noch Lena sie ins Krankenhaus, um Laborwerte messen, Infusionen geben oder lebensbedrohliche Erkrankungen wie Sepsis oder eine Hirnhautentzündung ausschließen zu lassen. Und das alles, obwohl beide Ärzte sind und ihnen die zwingend notwendige Einweisung bewusst sein sollte. Stattdessen duschen sie Sophie fälschlicherweise kalt ab und lassen sie im Bett liegen. Ich verstehe, dass Sophies Erkrankung auch eine symbolische Bedeutung hat und mit einem inneren Konflikt einhergeht. Aber man hätte sie wenigstens realistischer schreiben können, z.B. mit 39,8°C Fieber. Besonders weil sie mit Ärzten zusammen lebt, fällt diese Szene auseinander wie morsches Holz. Ausreichende Recherchen im medizinischem Bereich sind definitiv Freytags Kryptonit.

    Außerdem ist der Umgang mit Homo- bzw. Bisexualität und dem Coming Out hier stellenweise schwierig. Aus dem Klappentext geht bereits hervor, dass Sophie und Alex anfangen, sich sexuell näher zu kommen. Allerdings hat Alex bereits einen festen Freund: Clemens. Und den verlässt Alex auch nicht, sondern betrügt ihn mit Sophie. Das wird zwar auch thematisiert, aber viel zu lange wird einfach ignoriert, dass eine von ihnen nicht single ist. Außerdem hätte ich mir gewünscht, dass das Coming Out von einem der beiden und dessen Folgen näher beleuchtet werden. Zwar erfährt Sophie teilweise Unverständnis, aber die Folgen scheinen für sie banal und tendenziell positiv zu sein, obwohl negative Reaktionen wie Ablehnung, Mobbing oder Kontaktabbrüche für viele Jugendliche leider sehr real sind. Da hätte ich mir eine differenziertere Auseinandersetzung gewünscht.

    Das Ende hat mir dagegen sehr gut gefallen. Konflikte schaukeln hier noch einmal hoch, und auch, wenn Freytag in der Danksagung geschrieben hat, dass ihr die Streitdialoge sehr schwer gefallen sind, finde ich sie doch gelungen. Beide Positionen sind irgendwo nachvollziehbar, auch wenn Alex für mich unsympathisch bleibt. Lena habe ich dagegen sehr ins Herz geschlossen und sie wird mir als liebste Figur in diesem Buch in Erinnerung bleiben. Auch die Playlists, die im hinteren Buchdeckel zu finden sind, sind typisch für Freytags Jugendbücher. Ich habe sie leicht abgewandelt auf Spotify gehört, und sie war wirklich der perfekte Soundtrack zur Lektüre und ein kleiner, süßer Bonus. Insgesamt kann ich euch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ also ans Herz legen.

    Anne Freytags atmosphärischer, wunderschöner und müheloser Schreibstil trägt „Den Mund voll ungesagter Dinge“ und macht die Geschichte über weite Strecken zu einem echten Lesevergnügen. Alle Figuren wirken glaubwürdig und Sophie ist eine authentische Jugendliche in einer Selbstfindungsphase. Kritisch ist dagegen mal wieder die unrealistische medizinische Darstellung, hier von Sophies Fieber, sowie die etwas oberflächliche Behandlung von Fremdgehen, einem Coming Out und den Folgen. Trotz dieser Schwächen habe ich das Jugendbuch aus dem Jahr 2017 sehr gerne gelesen, weshalb ich ihm vier von fünf Federn gebe. Von Freytag habe ich noch den Thriller „Aus schwarzem Wasser“ auf dem SuB, den ich gerne nächstes Jahr lesen möchte.

  19. Cover des Buches Der Uhrmacher in der Filigree Street (ISBN: 9783608987133)
    Natasha Pulley

    Der Uhrmacher in der Filigree Street

    (201)
    Aktuelle Rezension von: Armillee

    Tatsächlich habe ich den ganzen Monat für die 446 Seiten gebraucht. Dabei liest sich der Klappentext totsal spannend. Gut fand ich auch alle Infos rund um die Telegrafie + wie in England (+ dem Rest der Welt) die einzelnen politischen Abteilungen miteinander kommunizierten. Eine wirklich ganz andere Zeit. Als die Bomben (in London) explodierten + Thaniel (Telegrafist) verletzt den Weg zu Mori (Uhrmacher) fand, das war mega realistisch. Allerdings konnte ich seine Handlungen + Gedanken nicht immer nachvollziehen. Verwirrt hat mich die Erfindung eines mechanischen Oktupuss, der ein Eigenleben hat + Socken klaut. Ich habe mich bemüht zu verstehen, wie Thaniel 'Klänge sehen kann'. Die Vergleiche waren (für mich) oft absurd. Hier nur 2 Beispiele :

    -> Ito, der gerade von einem längeren Amerika-Aufenthalt zurück gekehrt war, hatte dabei kurz aufbegehrende Orangen vor Augen.

    -> Abgelenkt, wie er war, hätte er es fast nicht bemerkt, als sich die oberste Schublade der Kommode öffnete. Der mechanische Oktopus kam heraus und streckte mit klickenden Metallgelenken einen Fangarm aus. (dann eilte er mit Krakenarmen zur Tür hinaus)

    Ich habe mir viel von diesem Buch versprochen, aber evtl. reicht meine Fantasie hier nicht aus.

    2/5 Sterne

  20. Cover des Buches Love to share – Liebe ist die halbe Miete (ISBN: 9783453360358)
    Beth O'Leary

    Love to share – Liebe ist die halbe Miete

    (735)
    Aktuelle Rezension von: thewonderlandofbooks

    Dieses Buch lag viel zu lange auf meinem SuB. Die Idee fand ich cool, aber ich habe es trotzdem immer wieder vor mir hergeschoben. Jetzt bin ich so froh, dass ich es endlich gelesen habe!

    Erzählt wird abwechselnd aus Leons und Tiffys Sicht und genau das hat die Geschichte für mich so besonders gemacht. Beide Figuren haben ihre eigenen Baustellen, ihre Emotionen sind so greifbar und ehrlich. Dieser Perspektivwechsel hat der Story enorm viel Tiefe gegeben.

    Die Ausgangssituation ist super: Zwei Menschen teilen sich eine Wohnung sehen sich aber nie und kommunizieren nur über kleine Zettel. Tiffy ist frisch getrennt und kämpft noch mit dem Liebeskummer Leon ist anfangs noch in einer Beziehung das hat mich zuerst kurz zögern lassen. Ich dachte das fühlt sich vielleicht komisch an. Aber meine Zweifel waren komplett unbegründet. Es war richtig authentisch und hat mich emotional total abgeholt.

    Besonders berührt hat mich Leons Job auf der Palliativstation. Die Nebenfiguren dort und Leons Bruder haben der Geschichte eine tolle Tiefe verliehen. Auch Tiffys Alltag und der Plot mit ihrem Ex habe ich so nicht erwartet das hat die Story nochmal spannender gemacht.

    Am Anfang brauchte ich ein paar Seiten um richtig reinzukommen und es gab ein, zwei ruhigere Stellen die ich nicht unbedingt gebraucht hätte. Aber insgesamt bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

    Die kleinen Zettel die Gesten und das langsame Kennenlernen das war so schön erzählt und hat mich total gepackt. Die Story wird mit jeder Seite besser ernster und auch witziger. Die Nebenhandlungen vor allem rund um Leons Bruder haben mich echt berührt.

    Fazit:
    Eine wunderschöne Liebesgeschichte mit viel Herz und berührenden Momenten. Charmant tiefgründig witzig und emotional ich bin so froh dass ich das Buch eine Chance gegeben habe.

    
4,5/5

  21. Cover des Buches Black Witch - Prophezeiung (ISBN: 9783910522091)
    Laurie Forest

    Black Witch - Prophezeiung

    (268)
    Aktuelle Rezension von: Inis

    Black Witch – Prophezeiung von Laurie Forest hat mich wirklich überrascht. Ich bin sehr schnell in die Geschichte hineingekommen und war schon nach kurzer Zeit komplett in dieser besonderen Welt gefangen.

    Besonders Elloren ist mir im Laufe der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Ihre Entwicklung fand ich unglaublich spannend und auch emotional. Ich mochte es, mitzuerleben, wie sie sich verändert und immer mehr hinterfragt, was sie bisher über ihre Welt und die Menschen um sie herum zu wissen glaubte.

    Besonders beeindruckt hat mich außerdem, wie vielschichtig die Welt und die verschiedenen Charaktere aufgebaut sind. Gerade weil nicht alles einfach nur schwarz oder weiß ist, hatte die Geschichte für mich eine besondere Tiefe. Ich wollte immer mehr über diese Welt erfahren und herausfinden, wie sich alles weiterentwickelt.

    Ich war beim Lesen komplett in der Geschichte drin und habe das Buch wirklich sehr gerne gelesen. Gerade für einen ersten Band hat mich die Geschichte so neugierig gemacht, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht.

    Ich freue mich deshalb schon riesig auf Band 2 und bin gespannt, welche Entwicklung Elloren noch nehmen wird.


  22. Cover des Buches Ari und Dante 1: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums (ISBN: 9783522202909)
    Benjamin Alire Sáenz

    Ari und Dante 1: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

    (268)
    Aktuelle Rezension von: Conzilie

    Ari ist ein einsamer Teenager. Er kann nicht gut mit anderen Menschen umgehen, da ist er lieber alleine und langweilt sich. Das ändert sich, als er Dante trifft. Zwischen den Beiden herrscht sofort eine Verbundenheit.

    Die Geschichte ist komplett aus Aris Sicht erzählt. Er denkt viel nach und ist oft in sich gekehrt.

    Die Handlung hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht so mitreißen. Die Sprache ist einem Jugendbuch entsprechend etwas einfacher, so lässt sich das Buch sehr schnell weglesen.

  23. Cover des Buches They Both Die at the End (ISBN: 9780062457790)
    Adam Silvera

    They Both Die at the End

    (130)
    Aktuelle Rezension von: mimgi

    4,5 Sterne für dieses Meisterwerk.

    Ich bin begeistert. Von der Storyline an sich. Von den Charakteren. Von dem Schreibstil. Von der Lovestory. Aber vor allem, von dem Aufbau dieser ganzen Geschichte. Super interessant, wie die ganzen unterschiedlichen Schicksale miteinander verbunden sind.

    Die Verbindung zwischen Rufus und Matteo ist wirklich besonders. Die Beiden sind so unterschiedlich und doch passen sie so gut zueinander. Man konnte sehen, wie gut sie sich gegenseitig getan haben. Ich hatte die Hoffnung, dass am Ende doch noch alles gut wird und die Beiden noch viele gemeinsame Tage haben könnten. Und doch kam es so, wie der Titel es vorab versprach. Und irgendwie musste es auch so kommen. Das bevorstehende Ende macht die Beziehung der Beiden noch etwas besonderer und dramatischer. Das hat die Geschichte gebracht.

    Ich muss sagen, dass ich jetzt nicht die Motivation habe, den nächsten Teil der Reihe sofort zu lesen. Nicht, weil ich das Buch nicht grandios fand, sondern weil ich so einen großen Gefallen an den beiden Hauptcharakteren gefunden habe und deren Geschichte ist nunmal jetzt vorbei. Die Sorge ist groß, dass andere Storylines enttäuschen werden. Dennoch wird der Tag kommen, an dem ich weiter lese.

  24. Cover des Buches Narziß und Goldmund (ISBN: 9783518476178)
    Hermann Hesse

    Narziß und Goldmund

    (713)
    Aktuelle Rezension von: Giant7

    Für mich ist Narziss und Goldmund eine wunderschön erzählte Geschichte über zwei mittelalterliche Männer, die auf unterschiedliche Weise nach dem Sinn des Lebens suchen. Sie begegnen sich jung im Kloster und schlagen später getrennte Wege ein: Narziss entscheidet sich für das geistige, spirituelle Leben, während Goldmund in die Welt hinauszieht. Trotz ihrer Gegensätze verbindet sie die gleiche Suche nach Wahrheit.

    Ich schätze Hermann Hesses philosophischen Romane. Auch in diesem Werk greift er zentrale Themen wie Wirklichkeit, Illusion und Erkenntnis auf. Obwohl ich bereits andere Bücher von ihm gelesen habe, empfinde ich dieses als sein gelungenstes – sowohl erzählerisch als auch inhaltlich.

    Besonders beeindruckt hat mich die harmonische Verbindung von Handlung und Philosophie. Die Gedanken über Kunst, Leben und das Zusammenspiel von geistiger und materieller Welt haben mich sehr angesprochen. Für mich ist dieser Roman Hesses bestes Werk, und ich empfehle ihn allen, die Freude an philosophischen Geschichten haben.

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks