Bücher mit dem Tag "hotel"
595 Bücher
- Frank Schätzing
Limit
(601)Aktuelle Rezension von: Malte_HermannFrank Schätzings Roman spielt in einer nahen Zukunft, in der Raumfahrt, Energiehunger und Überwachung ineinandergreifen. Ich begleite eine Reise zum Mond – Prestigeprojekt und Versuchslabor –, während auf der Erde Konzerne, Dienste und Hacker um die Vorherrschaft über Energien ringen. Helium-3 gilt als Heilsversprechen, doch je höher die Visionen steigen, desto sichtbarer werden Abhängigkeiten, Spannungen und Grenzen der Machbarkeit. (Mehr: https://love-books-review.com/de/limit-von-frank-schaetzing/ )
Mich reizt die Doppelstruktur: Lunar-Tour und ein bodennahes Ermittlungsnetz, das über globale Schauplätze führt. Die Kapitel wirken filmisch, mit Beschreibungen von Technik, Interfaces und Räumen; ich spüre die Kälte der Algorithmen und den dünnen Atem der Mondoberfläche. Während Drohnen, Daten und Deals den Takt bestimmen, geraten die Figuren in moralische Engpässe: Wie weit darf Fortschritt gehen, wenn seine Kosten Menschen verschleißen?
Schätzing verbindet Detail und Spannung zu einer Kritik am Glauben an grenzenloses Wachstum. Ich lese darin keine Flucht, sondern Erzählung über Verantwortung: Innovation braucht Regeln, sonst kippt sie in Raubtierlogik. Trotz des Tempos bleibt Raum für Staunen – über Ingenieurskunst und Sehnsucht, die Erde von außen zu sehen. Zugleich empfinde ich Beklemmung, weil Macht in Netzen zirkuliert, die niemand kontrolliert.
Limit hinterlässt mich elektrisiert und nachdenklich: ein Panorama aus Weltraumglanz und irdischer Schattenökonomie, das fragt, wo Fortschritt endet – und Menschlichkeit beginnen muss.
- Sebastian Fitzek
Das Paket
(2.816)Aktuelle Rezension von: libraryoflaura𝐖𝐎𝐑𝐔𝐌 𝐆𝐄𝐇𝐓 𝐄𝐒?
Die Psychiaterin Emma Stein verlässt nach einem traumatischen Erlebnis ihr Haus nicht mehr.
Sie fühlt sich nirgendwo sicher.
Ihr Postbote bittet sie eines Tages, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen.
Ein Nachbar, den Emma noch nie gesehen hat und dessen Name ihr völlig unbekannt ist.
Mit der Annahme dieses Pakets beginnt ein paranoider Albtraum in ihren eigenen vier Wänden, bei dem Emma bald nicht mehr weiß, was Realität ist und was ihr ihr eigener Verstand vorgaukelt.
𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Der Suchtfaktor: Von der ersten Seite an war ich gefesselt. Die Cliffhanger am Ende jedes Kapitels sind so platziert, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann.
• Die Unvorhersehbarkeit: Diese ständigen Wendungen und Plottwists, für die Fitzek bekannt ist, haben mich immer wieder eiskalt erwischt, selbst wenn ich dachte, ich hätte das Rätsel endlich gelöst.
• Das Schock-Finale: Das Ende hat mich sprachlos gemacht. Es war so unerwartet und gleichzeitig geschickt vorbereitet, dass ich regelrecht schockiert war, wie sehr ich der Geschichte auf den Leim gegangen bin.
• Der Spannungsbogen: Fitzek hält das Level durchgehend hoch und führt einen meisterhaft in die Irre.
𝐖𝐀𝐒 𝐌𝐈𝐑 𝐖𝐄𝐍𝐈𝐆𝐄𝐑 𝐆𝐔𝐓 𝐆𝐄𝐅𝐈𝐄𝐋:
• Hier gibt es für mich kaum etwas auszusetzen. Es ist ein typischer Fitzek, auf dessen Logikspielchen man sich einlassen muss und wer das tut, bekommt pure Unterhaltung.
𝐅𝐀𝐙𝐈𝐓:
Ein fesselnder Psychothriller, der beweist, warum Sebastian Fitzek zu den Besten seines Genres gehört.
Perfekt für alle, die aus einer Leseflaute raus wollen, einmal angefangen, gibt es kein Zurück mehr!
- Leigh Bardugo
Das Gold der Krähen
(989)Aktuelle Rezension von: Linahsa„Wie haben sie das bloß wieder geschafft?“, war ein Gedanke, der mir immer wieder in den Kopf gekommen ist, während ich dieses Buch gelesen habe. Wenn man ein Abenteuer mit komplexen Charakteren sucht, ist dieses Buch sicher das richtige!
Fangen wir mit dem Schreibstil an. Er war sehr ansprechend, durchgehend stimmig und hat eine passende Atmosphäre geschaffen, die perfekt zur düsteren, spannungsgeladenen Welt des Buches passt.
Beim Lesen hatte ich ständig das Gefühl, die Autorin – oder vielmehr die Charaktere – seien einem immer einen Schritt voraus. Die Handlung war nie vorhersehbar, und man wurde immer wieder aufs Neue überrascht. Ich liebe einfach das Gefühl zu haben, auf jeder Seite wartet eine Überraschung - ein echtes Abenteuer also!
Dabei war die Geschichte in jedem Moment glaubhaft, die Handlungen der Figuren stets nachvollziehbar, und der gesamte Plot wirkte hervorragend durchdacht.
Die Figuren in dem Buch haben mich vor allem begeistert. Sie wirkten authentisch und auf ihre eigene Weise sympathisch. Jeder hatte seine individuellen Stärken und Schwächen, eine Geschichte, eine Vergangenheit, die ihn oder sie geprägt, geformt oder sogar gequält hat.
Man hat das Gefühl bekommen, dass die Figuren nicht nur eine gemeinsame schwer zu meisternde Mission hatten, die sie alle vereinte - sie hatten auch eine persönliche, teils geheime Herausforderung, die sie meistern mussten. Dementsprechend waren viele tolle Charakterentwicklungen dabei!Das Einzige, was mir ein wenig gefehlt hat, war ein wenig Romantik - aber auch nur ein kleines bisschen. Ich fand es zwar sehr angenehm, dass es weder explizite Szenen noch übertrieben, wenig glaubhafte Liebesbekundungen gab. Die romantischen Momente blieben dezent und zwischen den Zeilen, was gut zur Geschichte gepasst hat. Ein Hauch mehr hätte mich trotzdem gefreut.
Letztendlich ändert es aber nichts daran, dass mir dieses Buch sehr gefallen hat und der Plot und der Schreibstil wirklich grandios waren.Insgesamt also eine eindeutige Empfehlung.
Sternebewertung:
Plot: 5/5
Originalität der Geschichte: 5/5
Charaktere und ihre Entwicklung: 10/5
Schreibstil: 4/5
Gesamtwertung: 5/5 - Stephen King
Shining
(1.741)Aktuelle Rezension von: Darcys_LesestuebchenJack Torrance hat ein ziemliches Problem mit seiner Aggression und durch die gerät er an einen Job als Hausmeister in einem abgelegenen Hotel in den Bergen. Zusammen mit seiner Frau Wendy und seinem Sohn Danny reist er zum Overlook, um sich den Winter über darum zu kümmern. Doch das Overlook hat nicht nur eine berühmt-berüchtigte Geschichte, es dringt auch Tag für Tag mehr in die instabile Psyche von Jack ein und schließlich geht es um Leben und Tod.
Meine Meinung:
Mit manchem Büchern verbindet man besonderes und manche brennen sich einem regelrecht ins Gedächtnis oder zumindest Teile davon. Als ich vor über elf Jahren das erste Mal Shining las, war ich absolut gefesselt und konnte es nicht mehr beseite legen, bis ich damit fertig war. Egal ob auf Arbeit, der Schule oder bei meinem damaligen Freund, der sich irgendwann nicht mehr traute mich anzusprechen, weil ich eh nichts mehr um mich herum mitbekam. Vor allem eine Szene konnte ich niemals vergessen und nun fand ich, dass es Zeit für einen re-read war. Es ist das erste Mal, dass ich auch ein Buch von King erneut gelesen habe und nun weiß ich, warum ich das eigentlich immer vermieden habe. Shining konnte mich vor allem wegen dem Schreibstil wieder sehr fesseln, aber man merkte dem Buch den Zahn der Zeit mehr als deutlich an und manche Dinge fand ich sehr bedenklich; gerade der Umgang mit Frauen, die Gewalt und der Konsum mit Alkohol. Aber dafür ist ein re-read irgendwie auch da und ich finde es immer sehr interessant, wie weit sich meine Meinung von damals mit meiner jetzigen unterscheidet. Ich mochte das Buch dennoch gerne, aber ein Highlight wie damals ist es leider nicht mehr.
Typisch King dauerte es eine sehr lange Zeit, bis man überhaupt ins Overlook reiste und man lernte zunächst Jack und seine Familie kennen, die unter den Stimmungsschwankungen und Agressionen des Vaters litten. Oberflächlich wirkten sie wie eine normale, glückliche Familie, aber durch die Probleme von Jack gab es immer wieder Konfliktsituationen. Durch eine dieser Situationen landen sie im Overlook Hotel, dessen Geschichte voller Skandale und Dramen ist, und wo schließlich alles eskaliert. Ich mochte es gerade wegen der Längen zunächst sehr gerne, weil mich der Schreibstil wieder einmal sehr fesselte. King hat einfach ein Händchen fürs Schreiben und erschuf vor meinem inneren Auge gerade im Overlook eine tolle Szenerie. Ich konnte mir die Heckentiere, die unheimlichen Flure und das besondere Zimmer, vor dem Danny gewarnt wird, so gut vorstellen, dass es echt Spaß machte.
Der langsame Verfall von Jacks Verstand war interessant und stellenweise richtig schön unheimlich, aber irgendwie fesselte es mich nicht mehr wie früher, was vermutlich daran lag, dass ich es noch grob in Erinnerung hatte. Ich meine, es war immer noch packend, aber die großen Wow- Momente waren einfach nicht mehr vorhanden. Dennoch habe ich es sehr gerne gelesen und die Geschichten über das Hotel, seine Leichen, Dramen und Skandale waren ein Highlight für mich, dann verlor ich mich richtig in dem Buch. Allerdings geriet mir das Finale etwas zu langgezogen. Es war zwar durchaus spannend, aber weniger Seiten hätten dem Ganzen durchaus gut getan. Generell gab es immer wieder auch Passagen, die zu sehr ausgeschmückt wurden und dieses Mal störte es mich schon etwas. Genauso die Art, wie über Frauen geredet, bzw, gedacht wurde. Klar, man muss bedenken, dass dieses Buch über 40 Jahre alt ist, aber dennoch fand ich manche Aussagen echt bedenklich und ich sehe es schon kritisch. Damals bemerkte ich das überhaupt nicht, aber nach über elf Jahren fällt es mir umso mehr ins Auge.
Dennoch muss ich auch sagen, dass Wendy eine sehr starke Persönlichkeit war, die gerade zum Ende hin eine Kraft entwickelte, die man zunächst nicht vermutet hätte. Aber auch Danny machte aufgrund seiner Gabe eine Entwicklung durch, die für einen fünfjährigen viel zu schnell voran schritt und manchmal wirkte er auf mich erwachsener als seine Eltern. Eine der Nebenfiguren mochte ich sehr gerne; der Koch war ein toller Mann und die Freundschaft zwischen ihm und Danny war schön. Generell waren die Szenen mit Danny die stärksten im Buch und es gab einige Momentem, wo ich eine fette Gänsehaut im Nacken bekam. Viele andere Figuren tauchten auch nicht mehr auf, wenn man von gewissen Gestalten mal absah und das war ideal, da sich sehr auf die Familie Torrance konzentriert wurde.
Kings Schreibstil ist nicht für jeden etwas, weil er sehr ausschweifen kann. Ich mochte ihn hier sehr gerne und liebte bei einigen Passagen die Detailverliebtheit, bei anderen störte sie mich ein wenig, weil das Geschehen dadurch ins Stocken kam. Dennoch fesselte er mich wieder und trotz gewisser Längen und einem Punkt konnte er mich unterhalten.
Fazit:
Manchmal verändert die Zeit einiges und hier merkte ich es schon stark. Es zog mich nicht mehr in seinen Bann wie früher, aber dennoch habe ich es gerne gelesen. Trotz gewisser Längen war es eine interessante und stellenweise sehr spannende Geschichte, die mich gut unterhielt. Den Umgang/die Gedanken über Frauen finde ich kritisch und es ist auch nicht zeitgemäß, man sollte aber auch bedenken, dass die Geschichte über 40 Jahre alt ist. Das will ich nicht verteidigen, man merkte einfach nur, dass es nicht so gut gealtert ist. Insgesamt mochte ich es aber dennoch, da der Schreibstil mich immer noch begeistern konnte und es gab Momente, die richtig schön unheimlich waren.
4 von 5 Sterne
- Cecelia Ahern
Für immer vielleicht
(2.861)Aktuelle Rezension von: Eni_NoelWie schnell habe ich dieses Buch durchgelesen! Ich liebe Rosie und Alex. Diese beiden muss man einfach mögen. In einer Leichtigkeit und mit witzigen Dialogen u.a. in SMS- oder E-Mail-Form erzählt Cecelia Ahern eine Geschichte vom Suchen und Finden, die mich bis zum letzten Wort gebannt hat. Als Leserin habe ich Rosie und Alex viele Jahre ihres Lebens begleitet und habe mit ihnen gelitten, gehofft, geweint und gelacht. Wie kann man ein halbes Leben auf so wenig Seiten so unglaublich anschaulich und lebendig schildern? Cecelia Ahern macht es möglich und schafft Figuren, die man nie wieder vergessen wird. Ich liebe es! Das besondere I-Tüpfelchen ist die exzellente Verfilmung (Love Rosie) dazu - nach wie vor einer meiner Feel-good-Favoriten.
- Lucinda Riley
Das Orchideenhaus
(2.822)Aktuelle Rezension von: buecher_t1na"Das Orchideenhaus" habe ich mittlerweile schon in 2024 gelesen und bisher leider nicht rezensiert. Weiß gar nicht genau warum 🙈
Dies war mein erstes Buch von Lucinda Riley, inzwischen habe ich auch schon den ersten Teil der "Sieben Schwestern"-Reihe gelesen.
Ich erinnere mich noch, dass mir das Buch gut gefallen hat. Einige andere haben allgemein zur Geschichte schon was geschrieben, daher lasse ich das jetzt hier aus.
Mir hat das alte Tagebuch vom Großvater sehr gut gefallen. Ich betreibe seit ich 18 Jahre bin Ahnenforschung in meiner eigenen Familie, wenn mir ein Tagebuch oder ähnliches in die Hände kommen würde - wow.
Daher fand ich das mit den zwei Zeitsträngen auch wirklich cool. Julias Großmutter berichtet aus der Vergangenheit, während Julia in der Gegenwart mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat.
Ich fand das daher wirklich ein spannendes und interessantes Buch.
Wenn ich mich recht erinnere, war jetzt die Love Story zwischen Kit und Julia für mich auch kein Muss, aber auch nicht schlimm. - Stephenie Meyer
Twilight
(1.435)Aktuelle Rezension von: AlineCharlyWhen she is 17 years old Bella decides to move to her father in Forks, Washington so that her mother can go traveling with her new boyfriend. As she is the new sensation in this small town everybody is drawn to her. Well, almost everybody. The five adopted siblings from the Cullen family hardly ever talk to anyone outside of their family. Especially Edward seems to hate Bella but for some reason she can’t seem to stay away from him. Soon she realizes that Edward is a vampire and therefore indeed more dangerous than she imagined.
Twilight is the first book I’ve ever read in English voluntarily. It has been my teenage guilty pleasure book forever and therefore I will always love it. Rereading it as an adult has shown me that this book is of course not perfect at all. It has its flaws and not all the characters are super likable. However I still feel a strong attachment to characters and the story itself. For me it’s almost like going down memory lane with a strong wave of nostalgia coming my way. I know Bella can be a naive idiot a lot of times and Edward sometimes seems a bit weird but I still owe them my love to reading English books and I will never forget that.
Considering the fact that this book keeps reminding me how much I love reading I can’t rate it any lower than 5 stars. I know not everyone will agree on this but I don’t feel guilty at all. - Kerstin Gier
Wolkenschloss
(1.583)Aktuelle Rezension von: Magdalena_EfrtWenn man bedenkt, wie schnell ich das "Wolkenschloss" verschlungen habe, müsste ich eigentlich volle Punktzahl geben: Ich habe die Lektüre geliebt und mich im Wolkenschloss, dem in die Jahre gekommenen Familienhotel in den schweizer Alpen, sofort wohlgefühlt.
Nicht zuletzt dank Hauptprotagonistin Fanny Funke, Jahrespraktikantin und Schulabbrecherin aus Achim bei Bremen, 17 Jahre alt, keck, clever und sympathisch ab der ersten Seite.
Aber auch dank des illustren Personals im Hotel und der noch illustren Gästeschar, die kurz vor Weihnachten und dem Jahreswechsel eintreffen. Auch das Hotel selbst versprüht einen magischen Charme und bietet unheimlich viel zu entdecken. Erker, Winkel, geheime Treppen und Räume, Keller, Küche, Bibliothek, Ballsaal, Ställe und einen in die Jahre gekommenen Wellnessbereich.
Kurz gesagt, der Roman zieht seinen Erfolg aus Atmosphäre, Kulisse und den Figuren. Es ist winterlich, kuschelig, spannend und heimelig zugleich, man möchte einfach mit Fanny den Hotelalltag und das Hotel und seine vielen Winkel, Zimmer und Geheimngänge entdecken und mehr über seine Geschichte und seine Bewohner erfahren und sich verlieben wie ein junger Teenager.
Von der Handlung her, passiert eigentlich erstmal gar nicht viel und mir war bis kurz vor Ende des Buches überhaupt nicht klar, wohin die Autorin mit der Geschichte will (es hätte eine Dreiecks-Romance-Lovestory, ein Thriller, eine fantastische Geschichte um das Hotel selbst werden können, alles erschien möglich und für alles gab es Anlagen). Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung endlich Fahrt auf und ein unvorhergesehener Plottwist reißt aus dem Hotelalltag. Aber dann geht es auch schon Schlag auf Schlag, endet dann aber leider auch wieder sehr plötzlich, weil die Hauptprotagonistin das große Finale und den Showdown quasi bewusstlos verpasst. Schade eigentlich, irgendwie das Potential nicht entfaltet (das zudem rückblickend ganz schön aufwendig konstruriert wurde und auf vielen Zufällen oder ungeklärten Begebenheiten beruht).
Irgendwie also nicht das, was ich von Kerstin Gier kenne und gewohnt bin - der Handlung fehlt der roten Faden auf weiten Strecken, auch wenn die Autorin weiß, wie sie Spannung aufbaut und Atmosphäre erzeugt und uns die Figuren sympathisch werden lässt und allerlei Andeutungen macht, dass im Wolkenschloss nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Trotzdem bin ich am Ende nicht enttäuscht, habe das Buch verschlungen und genossen und bleibe mit einem warmen Lesegefühl im Bauch zurück - bester Ersatz für einen Hotelurlaub in den schweizer Alpen, den man zu dem Preis finden kann.
- Jennifer Estep
Frostfluch
(1.751)Aktuelle Rezension von: Wauwuschel– Reread nach über 10 Jahren –
Nach dem Desaster im Herbst haben es die Schnitter nun auf Gwen Frost abgesehen und sie wird bis zum Ski-Resort verfolgt. Trotz der Gefahr versucht sie bestmöglich, genauso gut kämpfen zu lernen wie die anderen Schüler und ihre Magie zu meistern, doch nicht immer läuft alles nach Plan.
“Das Schwert grummelte missbilligend und klappte sein Auge zu, während es seinen Strich von Mund schmollend verzog. Und die Leute hielten Jugendliche für launisch. Bitte. Gegen uralte, blutrünstige, redende Schwerter waren wir harmlos.” -Gwen über Vic
Auch der zweite Band der Mythos-Academy liefert ab und mal wieder habe ich die wichtigen Sachen im Leben vernachlässigt, um zu lesen. Zum Setting und dem Hintergrund der Geschichte muss ich nicht mehr viel sagen, das habe ich in meiner ersten Rezension getan und nach wie vor ist es spannend und geheimnisvoll. Leider hat sich der Anfang ein wenig gezogen, weil erzählt wird, was im ersten Band alles passiert ist und mindestens die ersten 50 Seiten nur wiederholende Informationen beinhalten. Aber es war okay und für Jugendliche vielleicht genau das Richtige. Was mich positiv überraschte, waren die zusätzlichen Informationen am Ende des Buches, denn sie waren unterhaltsam, witzig und interessant. So könnten alle Autoren ihre Bücher beenden.
Außerdem bleibt das Tempo langsam und die Geschichte entwickelt sich Stück für Stück. Ich genieße die teilweise langgezogenen Szenen und entweder haben wir eine Situation voller Humor und Lebensfreude, Gefühle und Liebe oder Spannung und Kämpfe. Man möchte die ganze Zeit weiterlesen und wenn man weiß, dass noch vier Bücher auf einen zukommen, macht das alles auch Sinn. Mit Daphne, ihrem Freund und Logan haben wir noch mehr Personen, die in den Vordergrund rücken und mehr Inhalt bekommen. Es macht Spaß, ihnen und Gwen zuzuschauen und man merkt, dass sich die Autorin mit der Gestaltung jeder einzelnen Person etwas gedacht hat. So mag ich die kleinen aber besonderen Merkmale von ihnen, wie beispielsweise Gwens Comicsliebe oder Daphnes Computerwahnsinn.
Des Weiteren bleiben einige Personen auch mysteriös, sodass wir ihren Hintergrund und ihre Gedanken erfahren wollen. Das trifft am meisten auf Logan zu, bei dem irgendwas hinter der Fassade steckt oder auf Oliver oder gar auf die auffällige Person, die sich während des Ausflugs an Gwen ranmacht. Jeder könnte gut oder böse sein und als Leser müssen wir ständig damit rechnen, dass das schlimmste Ereignis eintritt und nicht jeder so ist wie er scheint. Besonders gut hat mir der Aufbau der anbahnenden Liebesstory gefallen, denn zwischen Gwen und Logan knistert es gewaltig und der Slow-Burn hat es in sich. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und es steht immer etwas oder jemand zwischen ihnen und das bringt Spannung in die Handlung. Immerhin kommen wir (weitestgehend, wir sind immer noch in einer Romantasy für Jugendliche) ohne Klischees aus und unsere Protagonistin ist zu sich und der Welt ehrlich und die beiden kommunizieren miteinander, was man von anderen nicht behaupten kann.
Damit ist und bleibt Gwen meine Lieblingsfigur des Buches (und ja, man darf die Protagonistin nehmen; Wenn sie nicht gilt, nehme ich eben unser aller Lieblingsschwert Vic) und ihre Stärke, ihr Mut und ihre Entschlossenheit überzeugen mich komplett. Sie kämpft und trainiert für sich selbst und ihre Aufgabe, während sie sich um ihre Freunde kümmert und sich ihre Magie weiterentwickelt. Hier kann noch viel passieren und ich bin mir sicher, dass wir noch nicht alles über ihre Berührungsmagie wissen, was der ganzen Geschichte den besonderen Kick gibt. Gwen kämpft für andere und mit anderen und wenn sie nicht in der Liebesgeschichte untergeht, kann sie zu einer der stärksten Protagonisten jemals werden. Auch ihre Entwicklung ist realistisch, sodass sie nicht direkt gut kämpfen und mit den anderen mithalten kann, sondern sich noch auf die anderen verlässt und langsam an Kraft gewinnt. Meiner Meinung nach ist das viel besser als die jungen Frauen, die direkt unbesiegbar werden.
Genauso wie der Rest des Buches, kommt auch der Plot langsam in Schwung und wird von Seite zu Seite aufregender. Ging es am Anfang noch um das Schulleben und normale Alltagsaufgaben mit Jugendproblemen (aka Tratsch und Klatsch), wird es schnell ernst und die Gefahr, dass ein Schnitter sie umbringt, wird größer. Zu den richtigen Momenten haben wir Emotionen und an anderer Stelle ist es spannend wie sonst nichts im Buch, wodurch der Lesespaß immer höher steigt und in einem gelungenen Finale endet. Unvorhergesehene Twists und Entwicklungen überraschen sowohl Gwen, als auch uns Leser. Dadurch kann ich beim besten Willen nicht sagen, wie es ausgehen wird, außer dass es irgendwie zu einem Happy End kommt, doch das Wie und Warum ist entscheidend. Ich bin weiter gespannt und hoffe sehnlichst, dass die Buchreihe dieses hohe Niveau halten kann.
Insgesamt ist dieses Buch ein würdiger Folger nach dem Auftakt der Reihe und es bleibt mitreißend!
- Lilly Lucas
New Beginnings
(1.391)Aktuelle Rezension von: AnnettSIzzy ist Snowboardlehrerin in einem kleinen Ort, in den den Rocky Mountens. Als eines Tages hier, ein berühmter Netflix-Star auftaucht, sollte sich ihr Leben ändern. Hier handelt es sich um Cole Jacobs, der sie als Skilehrerin bucht. Anfangs gibt es hier zwischen den beiden, ein paar Diskrepanzen, doch schon bald, kommen die beiden sich näher. Aber im Leben von Izzy, gibt es auch noch Will. Er ist ihr bester Freund, schon seit Kindheitstagen und eigentlich auch die Liebe ihres Lebens, die leider nie erwidert wurde. Doch plötzlich, scheint auch Will Interesse an ihr zu zeigen, denn er reagiert manchmal etwas seltsam. Was steckt hier dahinter? Mehr möchte ich hier nicht verraten. (siehe Klappentext)
Der Schreibstil ist fließend , aber auch atmosphärisch. in die Gedankenwelt von Izzy, kann man sich sehr gut hineinversetzen. Will scheint etwas unbeholfen, wenn es darum geht, seine Gefühle zu zeigen. Die Handlung ist anfangs interessant und spannend, entwickelt sich aber dann auch noch zu einer fesselnden Love-Story. Das Ganze punktet auch noch mit einem außergewöhnlich, gut gelungenem Cover mit passendem Farbschnitt. Außerdem sind wundervolle Illustrationen enthalten.
Insgesamt, ein super gut gelungener Roman, den man sehr gerne weiter empfiehlt. Ein Wohlfühlroman, der mir sehr schöne Lesestunden beschert hat. Es ist eine Geschichte, die im Gedanken zurück bleibt. Die Leser können sich jetzt schon auf einen weiteren Band freuen, der im April 2026 erscheint.
- Ayla Dade
Blackwell Palace. Risking it all
(309)Aktuelle Rezension von: SamisbooksBlackwell Palace – Risking It All hat mich überrascht, berührt und über weite Strecken vollkommen in seinen Bann gezogen. Was dieses Buch für mich besonders macht, ist die Balance zwischen romantischer Intensität, emotionaler Tiefe und einer Prise prickelnder Spannung. Es ist nicht einfach nur ein Liebesroman — es ist eine Geschichte über Mut, Vertrauen, Verletzlichkeit und die Bereitschaft, für Liebe wirklich alles zu riskieren.
Von der ersten Seite an war ich fasziniert von der Welt der Blackwells: glamourös, privilegiert und doch voller verborgener Unsicherheiten. Ayla Dade schafft es, diese Welt so lebendig zu zeichnen, dass man sich direkt hineinversetzt fühlt – zwischen prunkvollen Ballsälen, geheimen Begegnungen und inneren Zerwürfnissen.
Die Charaktere sind das Herzstück dieser Geschichte. Die Protagonist*innen wirken nicht nur emotional echt, sondern entwickeln sich im Lauf der Handlung spürbar weiter. Ihre Gedanken und Gefühle sind klar durchdacht, ihre Entscheidungen oft mehrdimensional. Besonders beeindruckt hat mich, wie gut die Autorin die innere Zerrissenheit der Figuren darstellt: zwischen Verantwortung und Sehnsucht, zwischen Angst vor Verlust und dem tiefen Wunsch nach Nähe.
Die romantischen Momente sind leidenschaftlich, aber nie überzogen. Sie entstehen organisch aus den Begegnungen der Figuren und tragen echte emotionale Kraft. Ich mochte, dass die Beziehung nicht einfach über Nacht entsteht, sondern sich Stück für Stück aufbaut – mit kleinen Gesten, Blicken und Gesprächen, die viel mehr sagen als Worte allein.
Ein weiteres Highlight ist der Spannungsbogen der Handlung: Es gibt nicht nur sanfte romantische Höhepunkte, sondern auch Konflikte, Herausforderungen und überraschende Wendungen, die die Geschichte lebendig halten. Diese Elemente verleihen dem Buch zusätzliche Tiefe und verhindern, dass es in Klischees versinkt.
Der Schreibstil ist geschmeidig und bildhaft, mit einer angenehmen Mischung aus Tempo und Reflexion. Die Perspektiven wechseln sinnvoll und dosiert, wodurch man als Leser*in gleichzeitig Nähe zu den Gefühlen der Figuren gewinnt und einen guten Überblick über die Geschehnisse behält. Nicht selten blieb ich nach einem Kapitel kurz still, einfach weil der Moment nachwirkte.
Blackwell Palace – Risking It All ist eine wunderschön erzählte, emotional starke Romance mit Charakteren, die im Gedächtnis bleiben, und einem Setting, das fesselt. Leidenschaft, Eleganz und Herz — hier stimmt das Gesamtpaket. Eine klare Empfehlung für alle, die mitfühlen, mitfiebern und sich verzaubern lassen wollen. 🖤
- Arno Strobel
Offline - Du wolltest nicht erreichbar sein. Jetzt sitzt du in der Falle.
(1.132)Aktuelle Rezension von: JennysWorldofBooks𝗥𝗘𝗭𝗘𝗡𝗦𝗜𝗢𝗡 📱
𝖤𝗂𝗇𝖾 𝖦𝗋𝗎𝗉𝗉𝖾 𝗃𝗎𝗇𝗀𝖾𝗋 𝖫𝖾𝗎𝗍𝖾 𝗋𝖾𝗂𝗌𝗍 𝖿ü𝗋 𝖿ü𝗇𝖿 𝖳𝖺𝗀𝖾 𝗈𝗁𝗇𝖾 𝖧𝖺𝗇𝖽𝗒 𝗎𝗇𝖽 𝖨𝗇𝗍𝖾𝗋𝗇𝖾𝗍 𝗂𝗇 𝖾𝗂𝗇 𝖺𝖻𝗀𝖾𝗅𝖾𝗀𝖾𝗇𝖾𝗌 𝖡𝖾𝗋𝗀𝗁𝗈𝗍𝖾𝗅.𝖠𝗅𝗌 𝖾𝗂𝗇𝖾𝗋 𝗏𝗈𝗇 𝗂𝗁𝗇𝖾𝗇 𝗏𝖾𝗋𝗌𝖼𝗁𝗐𝗂𝗇𝖽𝖾𝗍 𝗎𝗇𝖽 𝗌𝖼𝗁𝗐𝖾𝗋 𝗏𝖾𝗋𝗅𝖾𝗍𝗓𝗍 𝖺𝗎𝖿𝗍𝖺𝗎𝖼𝗁𝗍, 𝗌𝖼𝗁𝗅ä𝗀𝗍 𝖽𝗂𝖾 𝖾𝗇𝗍𝗌𝗉𝖺𝗇𝗇𝗍𝖾 𝖠𝗎𝗌𝗓𝖾𝗂𝗍 𝗂𝗇 𝖠𝗇𝗀𝗌𝗍 𝗎𝗇𝖽 𝖬𝗂𝗌𝗌𝗍𝗋𝖺𝗎𝖾𝗇 𝗎𝗆. 𝖮𝗁𝗇𝖾 𝖵𝖾𝗋𝖻𝗂𝗇𝖽𝗎𝗇𝗀 𝗓𝗎𝗋 𝖠𝗎ß𝖾𝗇𝗐𝖾𝗅𝗍 𝗆ü𝗌𝗌𝖾𝗇 𝗌𝗂𝖾 𝖾𝗋𝗄𝖾𝗇𝗇𝖾𝗇: 𝖣𝖾𝗋 𝖳ä𝗍𝖾𝗋 𝗂𝗌𝗍 𝗎𝗇𝗍𝖾𝗋 𝗂𝗁𝗇𝖾𝗇 – 𝗎𝗇𝖽 𝗇𝗂𝖾𝗆𝖺𝗇𝖽 𝗄𝖺𝗇𝗇 𝖧𝗂𝗅𝖿𝖾 𝗁𝗈𝗅𝖾𝗇.
🅜🅔🅘🅝🅤🅝🅖
Der Thriller hat mich von der ersten Seite an gepackt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Die Grundidee – ein freiwilliger Digital-Detox in absoluter Abgeschiedenheit – wirkt zunächst wie eine harmlose Auszeit vom Alltag. Doch genau diese selbstgewählte Isolation wird schnell zum Albtraum. Das Gefühl, komplett abgeschnitten zu sein und im Notfall niemanden erreichen zu können, hat mich beim Lesen dauerhaft begleitet.
Besonders beeindruckt hat mich die Gruppendynamik. Die unterschiedlichen Charaktere prallen in der Extremsituation spürbar aufeinander, alte Unsicherheiten und versteckte Konflikte brechen auf. Mit jeder neuen Wendung habe ich meine Verdächtigungen geändert, ständig hinterfragt, wem man noch trauen kann – und genau dieses Miträtseln hat für mich den Reiz ausgemacht.
Die Atmosphäre im abgelegenen Berghotel ist düster, klaustrophobisch und unglaublich intensiv beschrieben. Ich konnte die Kälte, die Einsamkeit und die wachsende Angst förmlich spüren. Gleichzeitig bleibt die Handlung temporeich, ohne konstruiert zu wirken, und die Auflösung war für mich schlüssig und überraschend zugleich.
Ein Psycho-Thriller, der aktuelle Themen wie unsere digitale Abhängigkeit geschickt mit klassischer Hochspannung verbindet. Für mich ein absoluter Pageturner und verdiente 5 Sterne.
- Sarah Sprinz
Infinity Falling - Mess Me Up
(340)Aktuelle Rezension von: aga_lovebooksObwohl die Geschichte interessante Themen behandelt und diese auch authentisch darstellt, war es für mich extrem schwer hier am Ball zu bleiben.
Aber erstmal zur Geschichte.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und das Setting mit dem Filmset und den Reisen zwischen den Filmdrehs war interessant.
Die Themen Essstörungen und Fanatische und übergriffige Fans fand ich gut umgesetzt und hat die Protagonisten im laufe der Geschichte authentisch wirken lassen.
Aber! Und das ist nur meine Meinung!!! Es war alles zu langatmig. Nach den ersten 200 Seiten habe ich mich gefragt ob da überhaupt noch etwas passiert und wohin die Geschichte möchte. So kam ich eher schleppend voran und auch der Wechsel auf das Hörbuch brachte keine Motivation.
Zudem ging mir Aven am Anfang auch extrem auf die Nerven mit ihrer Art. Sie wird im Buch als professionell dargestellt, benimmt sich aber gar nicht so, sondern wirkt mit ihrem bockigen und zickigen Verhalten anfangs eher nervig.
Hayes mit seiner Problematik konnte ich da schon eher fühlen. Es war auch mal schön das dieses „Ess-Problem“ hier nicht auf die Weibliche Protagonistin projiziert wurde. Sehr erfrischend.
Zum Schluss habe ich ich die Geschichte doch etwas genießen können und habe eine kleine emotionale Bindung zu den beiden aufbauen können.
Die Thematik und Grundstory hat in meinen Augen großes Potenzial, doch für mich war die Geschichte sehr langatmig und es fehlte mir an tiefe. Ich werde den nächsten Band aber eine Chance geben und hoffe sehr, das er mitreißender sein wird. - Joss Stirling
Finding Sky Die Macht der Seelen
(1.132)Aktuelle Rezension von: VikiheartsjayIch wollte das Buch schon seit Jahren lesen und da jetzt endlich die Sonne langsam wiederkommt, hab ich meine Chance gesehen. Die Idee ist gut umgesetzt und die Charakter sind so unglaublich liebenswert. Ich liebe die Benedikt Familie und man bekommt beim lesen direkt ein heimeliges Gefühl. Ich hab mich in der Geschichte unglaublich wohlgefühlt und ich kann es nur jedem empfehlen. Ich liebe es. ❤️
- John Irving
Das Hotel New Hampshire
(746)Aktuelle Rezension von: ReadingWitchRezension "Das Hotel New Hampshire"
Zum Abitur schenkten mir meine Eltern nicht etwa ein Laptop oder gar ein Auto, wie es andere bekamen. Nein sie schenkten mir die Sammlung klassischer Literatur des 20sten Jahrhunderts zusammengestellt von der Redaktion der Süddeutschen Zeitung. Nun gut, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Es handelt sich dabei um 100 ausgewählte Romane der Weltliteratur. Hin und wieder hole ich eines davon aus dem Regal und beginne zu lesen.
So kam ich zum Roman "Das Hotel New Hampshire" von John Irving. Der Autor erzählt die Geschichte der Familie Berry, die etwa 1940 mit dem Kennenlernen der Protagonisten Mary und Winslow (Win) Berry beginnt und in den 1970er Jahren endet. Hauptthema ist dabei das Leben der fünf Kinder, Frank, Franny, John, Lilly und dem Jüngsten, Egg, im Schatten der Träume des Vaters. John nimmt die Rolle des Beobachters und Erzählers ein. Aus seiner Perspektive berichtet er zunächst über die erste Begegnung seiner Eltern während eines Ferienjobs im Hotel Arbuthnot im Sommer 1939. Eine Attraktion dieses Hotels ist der Bär State o` Maine, welcher dem österreichischen Juden Freud gehört. Freud macht diesen Bären Winslow Berry zum Geschenk und besteht darauf, dass die zwei Verliebten so schnell wie möglich heiraten. Mit den Auftritten des Bärs finanziert sich Winslow sein Studium und nach der Heirat bekommen er und Mary kurz nach einander ihre Kinder.
Wins Traum ist es ein eigenes Hotel zu führen. Die erste Chance bietet sich ihm, als die Schule an der er nach seinem Studium als Lehrer arbeitet, schließt. Dort eröffnet die Familie ihr erstes Hotel. Diesem werden noch einige weitere folgen. Dabei lässt Irving seine Charaktere vieles durchmachen. Franny fällt einer Gruppenvergewaltigung zum Opfer, bei Lilly wird Kleinwüchsigkeit festgestellt, Frank kämpft mit seiner Homosexualität und Win muss den Tod seiner Frau und seines Jüngsten verkraften.
Es ist eine nicht vorhersehbare Geschichte, in einen interessanten Sprachstil gehalten, in dem mitten im Plot Rückblenden verpackt werden, die nichts mit dem aktuell Erzählten zu tun haben, ohne dass es deplatziert wirkt. Für meinen Geschmack allerdings ist der Autor an manchen Stellen zu detailversessen und in seiner Ausdrucksweise zu vulgär und an anderen Stellen ist die Erzählweise einfach langweilig und langatmig.
Zu Beginn sind die Charaktere tiefgründig und vielschichtig gezeichnet, und ihre Entwicklung im Laufe der Handlung ist bemerkenswert. Doch nach kurzer Zeit überzeichnet der Autor seine Figuren und die Handlung enorm. Ihm gelingt es meisterhaft, die Dynamik und die Beziehungen innerhalb der Familie darzustellen, wobei er sowohl die humorvollen als auch die tragischen Aspekte des Familienlebens einfängt. Was allerdings auffällt, ist das Trauer und Schmerz in dieser Familie nie wirklich ausgesprochen werden. Einzelne Familienmitglieder überstehen folgenschwere Schicksalsschläge, scheinen aber keine nennenswerte psychische Belastung zu verspüren.
Die Handlung ist voller unerwarteter Wendungen und überraschender Ereignisse, aber ohne jegliche Spannung. Die Geschichte plätschert so dahin zwischen skurrilen Personen und absurden Situationen, ohne dass für den Leser ein richtiger Plot ersichtlich wäre. Irving kreiert eine einzigartige Atmosphäre, die sehr mitreißen hätte sein können, aber kurz bevor die Aufregung kommt, wird eine vollkommen verrückte Szene eingeschoben. Beim Humor gab es tatsächlich ein paar Höhepunkte, die mich zum lauten Auflachen brachten, aber diese Augenblicke sind zu selten. Viel auffälliger waren hier die ständigen Wiederholungen gewisser Sätze, wie: "Kummer schwimmt obenauf." und "Bleib weg von offenen Fenstern!".
"Das Hotel New Hampshire" war mein erster Roman von John Irving und nach dem Lesen habe ich mich gefragt, was ich im Text übersehen oder nicht begriffen hab. Den ganzen positiven Kritiken und Rezensionen kann ich mich mit meiner Einschätzung nicht anschließen. Dieser Autor hat einen eigenen unverkennbaren Schreibstil, mit dem er Szenen gut erfasst und anschließend mit ordinären Extremen zerreißt. In meiner Einschätzung kann ich mich nicht so recht entscheiden, ob in diesem Roman "dem amerikanischen Traum" gehuldigt werden soll oder ob es eine satirische Überzeichnung amerikanischer Vorstellungen ist. Schmerz und Verlust werden ignoriert und es wird weiter gemacht, bis man umfällt. Vielleicht war dieses Buch zum Einstieg in Irvings Welt unglücklich gewählt, aber von mir gibt es dafür keine Leseempfehlung.
https://www.readingwitch.com/post/das-hotel-new-hampshire
- Isabel Ibañez
What the River Knows (Geheimnisse des Nil 1)
(306)Aktuelle Rezension von: Roman-TippsBei “Geheimnisse des Nil – What the River knows” von Isabel Ibanez, dem 1. Band einer Dilogie, war ich lange am Hin und Her überlegen, ob ich es lese oder lieber nicht. Das unglaublich schöne Cover, der schöne Buchschnitt und die Vorfreude auf einen Fantasy-Roman, der in Ägypten spielt, entfachten zwar meine Neugierde, aber ein Teil des Klappentextes schreckte mich ab – nämlich der Hinweis, dass die Protaginistin auf “einen gutaussehenden” Charakter trifft. Ich hatte die Befürchtung, dass das ganze Buch über eine belanglose, unverständliche und oberflächliche Liebesgeschichte im Vordergrund stehen würde. Doch ich muss sagen, dass die Autorin mich mehr als positiv überraschen konnte. Und dass dieses Lese-Abenteuer es schaffen konnte, mein Herz zum Schlagen zu bringen, und zu meinem Jahres-Buchhighlight 2025 wurde.
In “Geheminisse des Nil – What the River knows”, welches 1884 spielt, dreht es sich um Inez Olivera, die vom mysteriösen Tod ihrer Eltern in Ägypten erfährt und daraufhin kurz entschlossen sich alleine auf den weiten Weg nach Ägypten begibt, um mehr darüber zu erfahren. Dort hofft sie Antworten von ihrem Onkel Ricardo zu bekommen, welcher mit ihren Eltern zusammen bei archäologischen Ausgrabungen gearbeitet hatte. Doch anstelle von Antworten, häufen sich nur neue Fragen.
Die Geschichte wird aus zwei verschiedenen Perspektiven in Form des Ich-Erzählers erzählt. Zum einen aus der Sicht von Inez Olivera, zum anderen aus der Sicht von Whitford Hayes, dem “Assistenten” von Ricardo – beide sehr tiefgründige Charaktere. Inez fand ich von Anfang an sehr sympathisch. Sie ist beharrlich – wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat, macht sie es auch -, risikofreudig und ideenreich, aber leider auch sehr vertrauensselig. Ganz alleine ist sie mit einer List nach Ägypten aufgebrochen, um herauszfinden, wie ihre Eltern gestorben sind. Es gab nicht selten Situationen, in welchen sie mit diesem Einfallsreichtum glänzt und die Handlung in ungeahnte und abenteuerliche Bahnen lenkt und so manchen erstaunlichen Ausweg aus Schwierigkeiten findet. Was Whit betrifft, so ist er ein Charakter, der zwar anfangs relativ unsympathisch wirkte, aber schnell meine Neugier wecken konnte. Er ist zwar zynisch, in sich gekehrt, schottet seine Gefühle für die Außenwelt ab und hat ein dunkles Geheimnis sowie ein anscheinend unerschöpfliches Reservoir an Waffen und Charme – ein wahrer Abenteurer -, aber es gibt immer mal wieder Momente, wo sich zeigt, dass er ein loyaler Freund ist, auf den man sich in einer lebensbedrohlichen Situation absolut verlassen kann. Und der humorvolle und krasse Schlagabtausch zwischen Inez und Whit ist ja mal einmalig gut!
Neben den beiden gibt es natürlich auch noch weitere Charaktere, wie z. B. Inez’ Onkel Ricardo, der ihr anscheinend so einiges verschweigt, oder dessen Geschäftspartner Abdullah sowie die beiden mysteriösen Charaktere, die von Ricardo zur Sicherung der Ausgrabungsstätte angeheuert wurden. Allerdings erschienen diese ein bisschen blass. Dass hier jedoch jeder Charakter ein Geheimnis hat, verlieh der gesamten Handlung eine schöne Krimi-Note. Und über allem die Frage: Könnte einer von ihnen etwas mit dem Verschwinden ihrer Eltern zu tun haben? Was ist wirklich passiert? In Ägypten kommen Inez jedoch nur immer mehr Fragen, als dass sie Antworten auf diese bekommt. Und ohne es zu ahnen gerät sie in einen gefährlichen und tödlichen Konflikt.
Die Handlung fand ich total spannend, sodass die Seiten nur so dahinflogen und ich es kaum erwarten konnte weiterzulesen. Es gab Momente mit Nervenkitzel, Herzklopfen und Spannung, aber auch Humor. Am Ende wartete ein recht actionreicher Showdown – und ein krasser Cliffhanger. Eine “Liebesgeschichte” ist zwar am Rande vorhanden, aber ich fand diese emotional und nachvollziehbar erzählt, sodass ich auch hiervon mitgerissen werden konnte. Außerdem hat die Autorin hier auch eine wahnsinnig schöne Atmosphäre geschaffen und ein buntes und abenteuerliches Ägypten vor meinen Augen entstehen lassen. Magie ist hier bis zu einem gewissen Maß eingebunden.
Isabel Ibanez’ Schreibstil ist ganz großartig – locker und amüsant. Sie schafft es selbst in den aufregendsten Momenten eine Prise Humor mit einzubringen. Nur sind die Dialoge nicht immer passend zu der Zeit, in welcher die Handlung spielt.
Negative Punkte: Einige Dinge liefen hier zu einfach. Des Weiteren kam es mir gegen Ende vor, als müsste die Handlung mal eben beschleunigt und damit überstürzt zu einem Abschluss gebracht werden, was ich sehr bedauerlich finde. Ein paar Dinge waren auch nicht so gut durchdacht. Der Showdown war ziemlich kurz, schnell und einfach gelöst. Und dann die Ungereimtheiten. So trifft Inez am Ende kurz entschlossen eine Entscheidung, die zu ihrem bisherigen Charakter nicht passt. Und dann (Achtung Spoiler!): Woher wusste Ricardo am Ende, wohin die beiden entführt wurden? Und warum fragte ihn das hinterher keiner? Nun ja.
Insgesamt konnte mich der Auftaktband jedoch begeistern und meine Vorfreude auf die Fortsetzung “Geheimnisse des Nil – Where the Library Hides”, welches ich gleich im Anschluss gelesen hatte, absolut steigern. ^^
Fazit:
Ein ganz wundervoller, atmosphärischer und historischer Fantasy-Krimi mit Nervenkitzel, emotionalen Momenten, Spannung, gefährlichen Abenteuern, vielen Geheimnissen und interessanten Charakteren. Und ein paar Kritikpunkten. Für mich ein ganz tolles Leseabenteuer, mit welchem ich viel Spaß hatte. Buchhighlight!
- Isabel Bogdan
Der Pfau
(625)Aktuelle Rezension von: Daniel_RogerDer Pfau von Isabel Bogdan ist wieder eines dieser Bücher, die einfach Spaß machen. Die Geschichte ist absurd, schräg und voller unerwarteter Momente. Genau das hat mich von Anfang an abgeholt. Die Figuren stolpern von einer peinlichen Situation in die nächste und man kann oft nicht anders, als zu lachen. Trotz all des Humors steckt auch viel Menschlichkeit in der Erzählung. Für mich ist es ein Buch, das man nicht nur liest, sondern genießt. Ich habe es über alles geliebt.
- Thomas Mann
Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull
(320)Aktuelle Rezension von: MarcelloThomas Manns Felix Krull glänzt – wie viele seiner Werke – durch eine hochartifizielle, gewählte Ausdrucksweise. Doch was diesen Roman im Vergleich zu seinen anderen Arbeiten besonders auszeichnet, ist der durchgehend ironische Tonfall. Der feine, mitunter sarkastische Humor ließ mich beim Lesen oft schmunzeln – manchmal sogar laut auflachen.
Der Protagonist und Ich-Erzähler Felix Krull berichtet in einer kunstvoll geschönten, selbstverliebten Sprache über seine „Entwicklung“. Doch diese ist keine klassische Bildungsreise hin zu moralischer Reife oder geistiger Erleuchtung – vielmehr erleben wir die raffinierte Perfektionierung der Täuschung und des Spiels. Felix stilisiert sich dabei auf geradezu absurde Weise zum Genie in allen Lebenslagen – mit einer Selbstsicherheit, die so überzogen ist, dass sie komisch wirkt.
Krull ist ein wahrer Meister der Selbstdarstellung. Er spricht mit charmantem Pathos und nutzt Sprache als Werkzeug der Verführung – elegant, wortgewandt, oft theatralisch. Sein Aufstieg gelingt nicht durch Fleiß oder Tugend, sondern durch Charme, Lüge und ein tiefes Verständnis für die Schwächen seiner Mitmenschen.
Gerade diese Konstellation erzeugt den eigentümlichen Humor des Romans: Der Leser erkennt die Absurdität und Eitelkeit des Erzählers besser als dieser selbst. Diese dramatische Ironie schafft Distanz – aber auch ein leises, durchdachtes Vergnügen.
Der Ton ist über weite Strecken leicht misanthropisch – nie laut, nie verletzend, sondern stets mit Eleganz und feinem Gespür für sprachliche Nuancen. Es ist ein entlarvender Humor, gespeist aus Intelligenz, Formgefühl und ironischer Weltbetrachtung. Besonders reizvoll ist dabei der Sprachwitz, der aus der Gegenüberstellung pseudo-tiefsinniger Reflexionen mit banalen oder lächerlichen Inhalten entsteht.
Der Humor in Felix Krull ist gebildet, ironisch, subversiv und mit einem Hauch sarkastischer Eleganz durchzogen. Thomas Mann nutzt ihn nicht, um bloßzustellen oder zu verspotten, sondern um das Genre des Bildungsromans, die bürgerliche Gesellschaft und die menschliche Identitätskonstruktion auf kluge Weise zu hinterfragen. Das Leben erscheint bei ihm als Bühne – und Felix ist kein Held und kein Schurke, sondern ein Spieler, der die Masken des Daseins mit Lust wechselt.
Ich bin überzeugt, dass man die lange Entstehungsgeschichte des Romans (1910–1954) im Text spürt – sowohl stilistisch als auch thematisch. Der Reifeprozess des Autors spiegelt sich in der Vielschichtigkeit der Sprache und im ambivalenten Porträt des Protagonisten wider.
Ich habe diesen Roman sehr genossen und bedaure, dass Thomas Mann die „Bekenntnisse“ nicht fortgeführt hat. Gerne hätte ich Felix Krulls weitere Reise begleitet.
- Kyra Groh
Fake Dates and Fireworks
(556)Aktuelle Rezension von: Quilla3Wow! Ich muss sagen, dieses Buch wurde mir vielfach empfohlen, aber da mich die Leseprobe nicht umgehauen hat, habe ich eine Weile gebraucht, bis ich es mir vorgenommen habe.. Und ganz ehrlich?! Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht so positiv überrascht!
Es behandelt auf unnachahmliche Weise ein verbreitetes und vielen kaum bewusstes Bindungsphänomen und kommt dabei noch locker und witzig daher. Ich hatte nicht erwartet dass es so emotional und weise wird. Ich möchte nicht spoilern, deshalb halte ich es extra vage.
Ich kann nur sagen, dass mich das Buch wirklich abgeholt hat und dass es sich lohnt weiterzulesen, auch wenn man am Anfang das Gefühl hat, man wüsste, was für eine Art von Story das ist. So viel sei verraten: Sie ist nicht seicht!
Einige haben Beccas Verhalten als anstrengend und nicht nachvollziehbar empfunden. Ich kann auch aus psychotherapeutischer Sicht nur sagen, dass es sehr authentisch und realistisch dargestellt wurde. Natürlich wird in einer RomCom vieles überspitzt, das Problem der Protagonistin zählt meiner Meinung nach hier jedoch nicht dazu. Auch viele der anderen Charaktere sind mir sehr ans Herz gewachsen und ich bewundere die Autorin für ihre Fähigkeit, ein solch gewichtiges Thema in einer angenehmen und sprachlich extrem witzigen Art und Weise zu erzählen.
Große Empfehlung an alle Fans von RomComs mit emotionaler Tiefe und besonders an diejenigen, die selbst schon einmal unter einem Ungleichgewicht in einer Beziehung gelitten haben!
- Jennifer L. Armentrout
Brave – Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
(301)Aktuelle Rezension von: AnnaLovesBooksIch habe diese Reihe einfach geliebt! Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Die Mischung aus Romantik, Spannung und den düsteren Elementen ist einfach perfekt, und die Charaktere sind tiefgründig und packend. Ein guter Abschluss auch wenn es noch zwei weitere Teile gibt, welcheich nur entdeckt habe, weil ich die ersten drei Teile bewertet habe :-)
- Sarah Pearse
Das Sanatorium
(299)Aktuelle Rezension von: Julia92Inhalt: Halb versteckt im Wald und überragt von dunkel drohenden Gipfeln war Le Sommet schon immer ein unheimlicher Ort. Einst diente es als Sanatorium für Tuberkulosepatienten, dann verfiel es mit den Jahren und wurde schließlich aufgegeben. Nun hat man es zu einem Luxushotel umgebaut, doch seine düstere Vergangenheit ist noch immer spürbar. Als Detective Inspector Elin Warner zur Verlobungsfeier ihres Bruders anreist, beginnt der Albtraum: Erst verschwindet Isaacs Verlobte, dann geschieht ein Mord. Schließlich schneidet auch noch ein Schneesturm das Hotel von der Außenwelt ab, und die Gäste sind mit einem Killer gefangen ...
Meinung: Für einen Thriller ist das Werk mit 500 Seiten ein ordentlicher Wälzer. Ich bin gut in die Geschichte rund um das Sanatorium reingekommen, in der Elin Warner die Hauptprotagonistin spielt. Sie kommt mit ihrem Lebensgefährten Will zur Verlobungsfeier ihres Bruders Isaac, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Stimmung ist sehr angespannt, einerseits fühlt sich Elin in dem noblen Hotel nicht wohl, andererseits hat sie mit ihrem Bruder noch eine Rechnung offen, so verdächtigt sie ihn, in ihrer Kindheit ihren Bruder Sam umgebracht zu haben. Die Beziehung der beiden Geschwister ist frei von jeglicher Harmonie, jede Berührung, jedes Wort vermittelt dem Leser ein Gefühl der Bedrohung. Als Isaacs Verlobte verschwindet und kurz darauf eine Leiche entdeckt wird, beginnt Elin zu ermitteln, obwohl sie eigentlich für längere Zeit beurlaubt wurde. Das verschweigt sie jedoch. Der Schweizer Polizei ist es aufgrund der schlechten Wetterbedingungen nicht möglich, vor Ort zu sein, daher bietet Elin ihre Hilfe an und tauscht sich mit der Polizei per Telefon aus.
Elin ist eine sehr anstrengende Protagonistin. Will tut einem als Partner hier schon richtig leid. Er gibt stets sein Bestes und versucht alles, um es Elin recht zu machen, aber sie ist einfach nur depressiv und hängt ihrer Vergangenheit nach. Alles ist wichtiger als ihre Beziehung. Sie stürzt sich kopfüber in Ermittlungen, die sie eigentlich gar nicht anstellen dürfte, vernachlässigt ihren Partner total und wenn er sich in ernsthafter Gefahr befindet, hat sie auch Besseres zu tun. Puh, der Dame hätte ich schon längst den Laufpass gegeben.
Als Ermittlerin ist sie leider auch nicht die Hellste. Sie zieht voreilige, unlogische Schlüsse, spinnt sich hirnrissige Szenarien zusammen, verdächtigt Gott und die Welt und bringt sich und ihre Lieben selbst in Gefahr. Ihre Gedankengänge kreisen oftmals um ihre Vergangenheit und wiederholen sich pausenlos. Das war mir etwas zu anstrengend.
Dass ich Elin nicht sympathisch finde, ist keineswegs ein schlechtes Zeichen. Auch unsympathische Hauptprotagonisten vermiesen mir nicht die Leselust. Ich war sogar sehr angetan von dem Buch, der düsteren Stimmung, dem Fall an sich. Doch ab der Mitte wird es etwas schleppend. Es passiert zwar immer etwas, aber das wirkt auf mich sehr gezwungen, als müsste die Autorin die Seiten füllen. Auch gibt es mehrere Dialoge, die nicht so detailliert hätten beschrieben werden müssen - meiner Meinung nach. Elin kämpft zudem ständig mit ihren Gedanken, irgendwann dreht man sich als Leser selbst mit ihr im Kreis und fragt sich, wann das Ganze denn zu einem Ende kommt.
50-100 Seiten weniger wären absolut ausreichend gewesen.
Die Auflösung ist etwas unglaubwürdig, aber okay. Überrascht hat sie mich auf jeden Fall, für einen düsteren Thriller passt es schon. Über das vorletzte Kapitel musste ich mich tatsächlich ein bisschen ärgern, da es Fragen aufwirft, die auf eine Fortsetzung hindeuten. Geschickt von der Autorin, da man natürlich neugierig wird und sich den Nachfolger holt. Ob der bei mir einziehen wird, ist noch nicht gewiss.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen - ein solider Thriller mit einigen Längen.
- Martin Suter
Der Teufel von Mailand
(359)Aktuelle Rezension von: beccarisDie Geschichte beginnt wirklich ausserordentlich spannend, verflacht aber dann zunehmend. Auch bei mir ist ein wenig der Eindruck entstanden, dass der Autor ab Mitte des Buches selber genug bekommen hat von der Geschichte und dann den Faden verlor. Die Idee mit der Sinnestäuschung erinnert stark an "Die dunkle Seite des Mondes", doch gerät das Thema immer mehr in den Hintergrund und die Konstruktion der Geschichte verliert an Attraktivität.
- Lilly Lucas
A Place to Belong
(342)Aktuelle Rezension von: Ines_BalkowDie Cherry-Hill-Reihe der Autorin gefällt mir richtig gut. So hat mich auch der dritte Band der Serie voll überzeugt. Und meine Lieblingsfigur wird im vierten Teil in den Fokus gerückt - da freue ich mich jetzt schon sehr ☺️
In diesem Band geht es um Magnolia und ihre Geschichte ist sehr spannend. Neben den Familienverwicklungen, mit denen sie sich herumschlägt, verdreht auch noch der verschlossene Finn ihr den Kopf. Und der ist leider sehr misstrauisch, sodass ihre Beziehung durch Höhen und Tiefen geht.
Ich will gar nicht zu viel zum Inhalt sagen. Nur so viel: Fans der Reihe werden wieder voll auf ihre Kosten kommen. Die Handlung findet wieder auf Cherry Hill statt und der Autorin gelingt es jedes Mal, die Atmosphäre und Umgebung so schön zu beschreiben, dass man sich dorthin wünscht 😉
Diese Buchserie ist eine meiner liebsten und ich bin gespannt, ob der letzte Band mit den bisherigen mithalten kann. Für diesen Teil gibt es von mir auf jeden fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung für Fans von Liebesgeschichten.
- Viveca Sten
Blutbuße
(197)Aktuelle Rezension von: _seitenreise_Mit Blutbuße geht die Åre-Morde-Reihe von Viveca Sten bereits in die dritte Runde – und das Lesen fühlt sich schnell ein wenig an wie ein Nach-Hause-Kommen.
Der Einstieg gelingt wieder sehr gut: Man ist sofort mitten im Geschehen und bekommt gleich mehrere mögliche Verdächtige präsentiert. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man ständig „nur noch eins“ lesen möchte. Besonders schön ist das Wiedersehen mit Hanna Ahlander und Daniel Lindskog, deren Zusammenarbeit inzwischen vertraut und eingespielt wirkt.
Zu Beginn werden wichtige Zusammenhänge aus den vorherigen Bänden noch einmal aufgegriffen, sodass auch Neueinsteiger gut folgen können. Trotzdem empfehle ich, die Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Entwicklung der Figuren und ihre persönlichen Geschichten noch intensiver mitzuerleben.
Atmosphärisch überzeugt der Roman auf ganzer Linie: Die winterliche Kulisse von Åre, das verlassene Hochgebirgshotel und die angespannte Stimmung im Dorf sind so stimmig beschrieben, dass man sofort in die Geschichte eintaucht – ohne dass es zu detailverliebt oder langatmig wird. Rückblicke in die Vergangenheit lassen einen zusätzlich rätseln, wie alles zusammenhängt, und sorgen für eine konstant unterschwellige Spannung.
Wie gewohnt erzählt Viveca Sten eher ruhig und unaufgeregt, ohne viel Action. Genau das mag ich an dieser Reihe sehr. Die Handlung baut sich langsam auf, verdichtet sich nach und nach – und mündet schließlich in ein spannendes Finale, das mich nur so durch die letzten Seiten hat fliegen lassen.
Auch über Hanna und Daniel erfährt man wieder mehr aus ihrem Privatleben, sodass die übergeordnete Geschichte der Reihe konsequent weitergeführt wird.
Fazit: Blutbuße ist ein atmosphärischer, stimmungsvoller Krimi mit starken Figuren und einem gelungenen Spannungsbogen. Wer die Åre-Morde mag, wird auch von diesem Band nicht enttäuscht sein.























