Bücher mit dem Tag "hypochonder"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "hypochonder" gekennzeichnet haben.

37 Bücher

  1. Cover des Buches Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken (ISBN: 9783446259034)
    John Green

    Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

     (625)
    Aktuelle Rezension von: zitronengelbe_buecher

    John Greens Bücher hasse und liebe ich zugleich. Ich liebe sie weil das innerste des Menschen nach außen kehren und dadurch Charaktere und Geschichten erschaffen, die es so realistisch fast nirgendswo sonst gibt. Und ich hasse sie, weil sie mich an meine eigenen Gedanken erinnern. So als würden sie sie einfangen, auf Papier bannen und dann mir auf dem Silbertablette servieren. Viele Gedanken, Meinungen, Eigenarten und Ticks sind mir gar nicht bewusst. Aber wenn ich die dann lese erkenne ich all das wieder. Weil ich es eben schon einmal gedacht habe. 

    Im Grunde geht es in dem Buch um Aza. Ein gewöhnliches Teenagermädchen, dass bei näherem Hinsehen alles anders als gewöhnlich und normal ist. sie bezeichnet sich als "verrückt". Und irgendwie ist sie es auch. Aber auf eine gute Weise. Kann man auf eine gute Art verrückt sein? Nicht wirklich. Aber hier lernen wir aus ihren Ängsten und Gefühlen, merken, dass man die Absurdität seiner Angst erkennt, aber trotzdem nicht dagegen tun kann. Aza geht immer tiefer in ihre Gedanken, verirrt sich in ihren Gedankenspiralen.

    Der Schreibstill ist wie die Gefühle der Protagonistin. Mal laut, mal leise, mal langsam, mal schnell. Es passt immer zum gerade erzählten.  

    Doch wie kannst sie so leben. Mit ihren Gedanken die sich ständig in einer Spirale abwärts bewegen. Aza schafft es irgendwie. Wenn ihr es genauer wissen wollt, lest das Buch. Ihr wärdet es hoffentlich nicht bereuen

    Mein Fazit: Bei einem Buch von John Green ist nicht die Frage ob es gut ist - denn das ist es immer - sondern ob es dir gefällt die Wahrheit zu erfahren. 

  2. Cover des Buches Die sieben Tode des Max Leif (ISBN: 9783426517253)
    Juliane Käppler

    Die sieben Tode des Max Leif

     (118)
    Aktuelle Rezension von: itsbooklover

    [Rezension] - Juliane Käppler - "Die sieben Tode des Max Leif"

    Backcover:

    Max Leif ist ein Überflieger, immer auf der Überholspur, immer ganz vorn. Doch jetzt wird er ausgebremst, vom Tod höchstpersönlich.

    Der holt sich seinen besten Freund, und Max weiß einfach: Er ist der Nächste. Das plötzliche Fieber kann nur eine HIV - Infektion sein, der schmerzende Magen eine exotische Seuche und der Husten erst...

    Die Beteuerungen der Ärzte, die Beruhigungsversuche seiner Freunde, ja selbst die energischen Kommandos seiner russischen Putzfrau Jekaterina helfen nicht gegen die Macht von Max ' Einbildungen.

    In Erwatung seines baldigen Ablebens verkauft er sein Unternehmen und trifft hektisch weitere Vorkehrungen. 

    Denn einfach so sterben ist nicht drin! 

    Zuerst muss er einen Weg finden, die eine Sache zu regeln, die in keinem Testament erscheinen darf...

    Fazit:

    Dieser Hypochonder-Roman hat alles was man sich unter Hypochonder vorstellt. Wenn man überlegt das es tatsächlich solche Menschen gibt die nach jedem Symptom Dr. Google fragen und am Ende kommt dann bei Dr. Google "Zylinderkopfdichtung" raus. Nein Spaß bei Seite. Leider kenne ich auch so eine Person. Die Googelt jedes Symptom von Schnupfen bis hin zu Krebs. Und bei der Person ist es Psychisch die Symptome, denn wenn selbst Ärzte sagen, es ist nichts alle Werte sind super, die CT,-MRT Bilder sind gut, die Sonographie hat nichts gezeigt ist die Person immer noch der Überzeugung sie ist schwer krank!

    Solche Menschen müssten an ihrer Psyche und Angststörung arbeiten, aber es so jemanden klar zu machen ist nicht ganz einfach. 

    Auch wenn Hypochonder ein ernstes Thema ist, muss man auch mal lachen können. Schwarzer Humor haben leider nicht viele Menschen :-) 

    Ich finde das Buch gut und auch das Cover passt wie die Faust aufs Auge!

    5 von 5 Sternen

  3. Cover des Buches Die Schwangerschaft des Max Leif (ISBN: 9783426519745)
    Juliane Käppler

    Die Schwangerschaft des Max Leif

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Leseratte61


     

    Auszug aus dem Klappentext:

    Als Max Leif erfährt, dass seine Maja Zwillinge erwartet, avanciert er zum Schwangerschaftsmanager. Nicht nur vor ungesundem Essen bewahrt er die Frau seines Herzens, sondern auch vor fremdländischen Parasiten und den keimtechnisch riskanten Zuneigungsbeweisen von Hund Hannibal. Selbstverständlich fühlt er auch ihren Ärzten auf den Zahn, unterzieht alle am Markt verfügbaren Babyphone einem Sicherheitscheck und testet die Kurvenlage des Kinderwagens so gründlich wie die der neuen Familienkutsche. Nur eine scheint über seine Hingabe nicht sonderlich glücklich zu sein …

     

    Fazit:

    Als Max erfährt, dass seine Maja schwanger ist, schöpft es aus dem Vollen, um die Schwangerschaft zu managen. Dabei schießt er teilweise weit über das Ziel hinaus und seine Umwelt kann es nicht fassen. Er befragt das Internet, um dann Maja mit seinen neuen und teils seltsamen Erkenntnissen zu konfrontieren, selbst die Ärzte sind vor seinem Wissen nicht sicher und dies sorgt dann schon für heitere Momente. Doch dabei bleibt es nicht, denn Max will es ganz genau wissen. Für seine Kinder ist nur das Beste und Sicherste gut genug. Da wundert es wohl kaum, dass der Kinderwagen fast einen Crashtest überstehen muss und auch die anderen nötigen Utensilien genauestens geprüft werden. 

     

    Locker und voller Humor werden diese aufregenden neun Monate der Schwangerschaft beschrieben. Mir hat es große Freude bereitet Max und Maja in dieser Zeit zu begleiten und die vielen lustigen Situationen brachten mich zum Lachen. Max und Maja waren mir schnell sympathisch und ich konnte mir ihr Leben richtig gut vorstellen. Mein absoluter Liebling ist allerdings die russische Putzfrau von der ich gerne mehr gelesen hätte. Sämtliche Charaktere wirkten auf mich absolut authentisch und überzeugend. 

     

    Max geht in seiner Rolle des werdenden Vaters voll auf, auch wenn Maja ihn oft bremsen muss. Ob ihre Liebe diese Zerreißprobe überstehen kann? Das müsst ihr leider selbst lesen, es lohnt sich.

     

    Der angenehm flüssige Schreibstil sorgte dafür, dass die Seiten regelrecht dahinflogen und ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Neben den vielen lustigen Momenten gab es auch einige Momente zum Innehalten und Nachdenken und welche die traurig waren. Doch auch dazu möchte ich nicht mehr verraten.

     

    Auch wenn ich das erste Buch mit Max nicht kenne, war mir der Einstieg problemlos möglich, da am Anfang eine kurze Zusammenfassung für einen guten Einstieg vorhanden war. Ich wurde sehr gut unterhalten und hatte schöne Lesestunden. Da mir dieses Buch so gut gefallen hat freue ich mich auf weitere Bücher mit Max und seiner Maja.

     

    Von mir eine überzeugte Leseempfehlung an alle Leser, die Humor besitzen und Sinn für Skurrilität. 

  4. Cover des Buches Wurfschatten (ISBN: 9783849300951)
    Simone Lappert

    Wurfschatten

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Michael_Blum

    Von außen betrachtet ist die 25-jährige Ada ein wenig verquer und kämpft mit ihren Ängsten, will ihren Platz als Schauspielerin auf der großen Bühne des Lebens erobern, was sie aber nicht so richtig geregelt bekommt. Wegen eines Mietrückstandes zieht der Sohn des Vermieters in ihre kleine Wohnung; es entwickelt sich eine Liebesgeschichte, die Ada mit ihren Ängsten konfrontiert und sie schlussendlich lehrt, mit ihrem Anderssein leben zu können.

    Der Erstling von Simone Lappert besticht durch die ungeheure Empathie für die Protagonistin und deren Erlebnisweise, durch sorgfältigen Formulierungen und kluge Sätze. 

    "Jeder von ihnen kämpfte auf seine Art um einen Platz, der groß genug war, um eine eigene Geschichte darauf zu errichten."

    "Ada wusste, dass man sich vorübergehend aus einer Traurigkeit winden kann, indem man sich kraftlos weint, weil Erschöpfung eine Form des Vergessens ist."

    Auch nicht schlecht ist: "Wissen Sie", sagte Ada, "meine Mutter sagt, meine ganze Generation sei hoffnungslos verweichlicht. Sie sagt, wir seien eine Horde gelangweilter Allergiker, für die es schon ein Abenteuer sei, Kaffee ohne Milch zu trinken, und dass wir keine Ahnung hätten, was es bedeute, für etwas zu kämpfen, dass wir unserer Freiheit nicht gewachsen seien. Manchmal glaube ich, sie hat recht."

    Oder wie die Autorin das Ende einer Beziehungshoffnung beschreibt: "Sie war nicht vorbereitet auf Schlusspunkte. Erst gestern hatte sie sich in der Nähe eines Doppelpunkts gewähnt."

    Und: "Das kommt immer noch vor, dass ihre Vorhaben sich in ihren Gedanken verheddern." Jetzt habe ich dank Simone Lappert endlich die Worte für ein mir selbst sehr vertrautes Phänomen!! Und einen Tipp von ihr werde ich auch beherzigen - wenn einen unerwünschte Gedanken zu überschwemmen drohen, dann hilft ein herzhafter Biss in eine Chilischote...

    Ein Roman, den man nicht einfach so mal schnell zwischendurch runterlesen kann; dies wäre vertane Zeit, es würde sich den Leser*innen nicht die Welt der Ada erschließen.

  5. Cover des Buches Wirf dein Herz voraus und spring hinterher (ISBN: 9783328103158)
    Anna Paulsen

    Wirf dein Herz voraus und spring hinterher

     (29)
    Aktuelle Rezension von: Bambisusuu
    Mit dem Roman "Wirf dein Herz voraus und spring hinterher" hat die Autorin Heike Abidi unter dem Pseudonym Anna Paulsen ihren zweiten Liebesroman verfasst. Es ist wieder einmal eine sehr schöne und berührende Geschichte.

    Lianes Leben ist mit Ende dreißig alles andere als aufregend. Schuld daran ist ihre Angst zu allem was zu riskant ist. Denn Liane hat große Sorge davor, ihr könnte etwas Schlimmes widerfahren und meidet seitdem alle abenteuerlichen Aktionen. Nach einer Diagnose verändert sich bei Liana plötzlich alles. Es gibt kein Grund mehr vorsichtig zu sein. Egal ob Survivaltraining oder eine Reise. Nichts steht Liane im Weg. Da wäre dann noch eine alter, ungeöffneter Brief ihrer Adoptivmutter. Schafft es Liane ihre Hindernisse beiseite zu schieben und die Lebenschance zu nutzen?

    Anna Paulsens erster Roman "Liebe M." war schon grandios geschrieben und sehr emotional. Auch dieser Roman besitzt bereits nach wenigen Kapitel eine tiefgehende Geschichte, die mich sofort in den Bann gezogen hat.

    Liane ist ein sorgenvolle Person und schreckt vor jeder Tat zurück. Regelmäßige Arztbesuche sind die einzigen Termine, die sie aus dem Haus bringen. Ansonsten würde sich Liane am liebsten nur verkriechen. Ihre Angst reicht weit hinaus und sorgt für Hypochonder- oder Psychopathen-Verhalten. Die Steine legt sich selbst in den Weg. Doch zum Glück erkennt sie früh genug die schönen Dinge im Leben.

    In der Geschichte zeigt die Autorin einen Charakter, mit dem man sich gut identifizieren kann. Liane beweist Stärke und Mut. Die Themen sind tiefgründig und an der ein oder anderen Stelle habe ich mich selbst wiederentdeckt. Das Loslassen der Vergangenheit ist auch eine Rolle in der Handlung. Es sind wichtige Punkte, die das Leben glücklich machen können. Jeder sollte die Chance ergreifen und nach vorne blicken. 

    Die Liebe sehe ich persönlich kaum im Vordergrund. Dadurch ist die Handlung aber auch nicht kitschig und hat ein gesundes Maß an Romantik. Genau so hat es mir gefallen.
  6. Cover des Buches Der Zopf meiner Großmutter (ISBN: 9783462000337)
    Alina Bronsky

    Der Zopf meiner Großmutter

     (166)
    Aktuelle Rezension von: bineira

              Alina Bronsky ist 1978 in Russland geboren und lebt seit Anfang der 1990er Jahre in Deutschland. In ihren Romanen thematisiert sie oft ihre Herkunft, so auch in "Der Zopf meiner Großmutter".

    Tschingis und Margo, beide Anfang 50, sind mit ihrem Enkel Maxim als jüdische Kontingentflüchtlinge von Russland nach Deutschland gekommen und leben nun in einem Wohnheim. Oma Margo war früher eine Tänzerin, ihr langer roter Zopf erinnert an diese Zeit. Sie ist ein zutiefst unglücklicher, misstrauischer Mensch und lässt ihren Frust mit bösartigen Bemerkungen an ihrer Umgebung aus. Am meisten leiden unter ihr der stille Tschingis, der sich redlich bemüht, die Familie zu ernähren und Maxim, den sie wahnhaft für todkrank und geistig zurückgeblieben hält und auch so behandelt. Die beiden ertragen Margo mit einer stoischen Gelassenheit und - man kann es kaum glauben - sie lieben sie, denn sie wissen um ihr gutes Herz.

    Als die junge Russin Nina mit ihrer Tochter Vera in das Flüchtlingsheim einzieht, geschieht etwas Unvorhersehbares: Tschingis verliebt sich in sie.

    Wird die Familie daran zerbrechen?
    Und wo sind eigentlich Maxims Eltern?

    Maxim ist weder krank noch dumm, er ist der Ich-Erzähler dieser Geschichte, erst als Sechsjähriger, später als Teenager. Dadurch erscheinen die grotesken Rituale, mit denen die Oma den Jungen drangsaliert, eher komisch als erschütternd. Er vermittelt zwischen Margo und dem Rest der Welt, und er weiß sich zu helfen, um ihrer absoluten Kontrolle zu entgehen.

    Alina Bronsky schreibt in einem rasanten, sprachgewandten Stil, der mir gut gefallen hat. In den ersten zwei Dritteln des Buches geht es ausführlich um den Alltag der Familie. Im letzten Drittel wird es dann richtig spannend, hier lässt die Autorin leider einiges aus und kommt für mein Gefühl zu hastig zum Ende.

    Über die absurden Einfälle der Oma und die schlagfertigen Dialoge habe ich mich köstlich amüsiert. Zwischendurch hat die Geschichte auch traurige Passagen, so dass sie insgesamt eine gelungene Mischung aus Komödie und Tragödie ist.



  7. Cover des Buches Wahnsinn Wartezimmer (ISBN: 9783959101066)
    Heike Abidi

    Wahnsinn Wartezimmer

     (22)
    Aktuelle Rezension von: sydneysider47

    Wer das Buch

     Wahnsinn Wartezimmer – 28 echt kranke Geschichten

     zur Hand nimmt, denkt im ersten Moment wahrscheinlich, dass es sich hier um vorwiegend lustige Geschichten handelt.

     Denn der Titel klingt „locker-flockig“, und auch das Buchcover lässt auf einen gewissen Humor schließen. Sehe ich doch kranke Menschen, eine Mutter mit ihrem Baby, eine Krankenschwester und einen Arzt, die alle in einem Comicstil gezeichnet sind.

     Dass dieses Buch vorwiegend lustige Geschichten vereint, stimmt nicht ganz. Die 28 Geschichten sind teilweise humorvoll, teilweise ironisch, aber dann auch ernst und zum Nachdenken anregend. Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Schreibstil, ihren ganz eigenen Erzählton. Das liegt daran, dass die Geschichten von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Das sehe ich am Ende des Buches, in dem Autorinnen und Autoren und die beiden Herausgeberinnen genauer vorgestellt werden.

     Ich bekomme in diesem Buch also eine ausgewogene Mischung an Geschichten. Und genau diese Mischung sagt mir zu.

     

     Besonderheiten:

     Das Buch aus dem Verlag EDEN BOOKS ist in sechs Kapitel gegliedert. Jedes dieser Kapitel umfasst Geschichten, die zu diesem Kapitel passen. Sie sind mal aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler), mal aus der Ich-Perspektive, mal aus der Du-Perspektive geschildert.

     In den Geschichten geht es um Patienten, aber auch deren Angehörige. Ebenfalls um Ärzte und Pflegekräfte. Weiterhin sind diverse Auflistungen vorhanden. Beispielsweise von Sprüchen, die Ärzte ihren Patienten gerne sagen. Oder von seltenen Krankheitssymptomen.

     

    Auf einige meiner Favoriten will ich eingehen, ohne zu viel zu verraten.

     Im Kapitel 1 „Symptome“ fiel mir die Geschichte „Aus dem Leben eines möglicherweise Gesunden“ besonders auf. Hier geht es um einen Hypochonder, also eine Person, die der Meinung ist, an gewissen Symptomen und Krankheiten, die behandelt werden sollten, zu leiden.

     Der Ich-Erzähler schildert alles, was er schon durchlitten hat und weswegen er Mediziner konsultierte. Auch das Ergebnis dieser Untersuchungen kommt zur Sprache. Diese Geschichte regt zum Nachdenken an – darüber, dass das Leben doch lebenswert ist und wir viele Dinge, die uns zwicken oder bei uns knacken oder uns sonst wie beunruhigen, locker sehen sollten. Nicht alles, was uns beunruhigt, ist gleich eine Krankheit!

     Im Kapitel 2 „Wartezimmer“ amüsierte mich die Geschichte „Ehrlich wartet am längsten“. Eine Dame, die im Wartezimmer eines Frauenarztes lange warten muss, ersinnt einige kreative Ideen, damit das Wartezimmer schneller leer wird – und sie also eher in die Sprechstunde des Arztes kommen kann.

     Diese Geschichte macht großen Spaß, sie zeigt Unterhaltungen im Wartezimmer – und wohin sie führen könnten. Sicherlich ist diese Geschichte Fiktion und absolut übertrieben – aber genau das macht diese Geschichte lesenswert. Eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt – und die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte, wenn man (mal wieder) lange in einem Wartezimmer warten muss.

     Aus dem Kapitel 3 „Diagnose“ möchte ich die Geschichte mit dem Titel „Mercedes Denz“ erwähnen. Hier handelt es sich um eine ernste Geschichte, die mir besonders gut gefällt, weil sie mit sehr viel Feingefühl geschrieben wurde. Es geht um einen älteren Mann, der immer wieder Sachen und Ereignisse vergisst. Er leidet an Demenz. Das verunsichert ihn. Deswegen geht er auch mit seiner Tochter Dorothee zu Ärzten.

     Dorothee ist oft überfordert mit ihrem Vater, sie versucht, das Beste daraus zu machen. Ihr Vater würde sich gerne an mehr erinnern, um nicht so hilfsbedürftig und abhängig von seiner Tochter zu sein. Aber er kann es nicht.

     Diese Handlung, diese Verzweiflung des alten Mannes und seine Hilfsbedürftigkeit lassen mich nicht kalt. Es ist rührend – aber ich verstehe auch seine Tochter. Sie hat einen stressigen Alltag und nicht viel Zeit. 

     Im Kapitel 4 „Notaufnahme“ hat mich die Geschichte „Auf jede Nacht folgt ein Morgen“ sehr bewegt. Hier lese ich aus der Sicht einer jungen HNO-Ärztin (Ärztin für Hals-Nasen-Ohrenkrnakheiten), wie stressig es ist, Notdienst in einem Krankenhaus zu haben. Man muss ständig erreichbar sein, blitzschnell Entscheidungen treffen, wie man was behandeln sollte.  Die Menschen kommen wegen dringender, aber auch wegen weniger dringender gesundheitlicher Probleme. Dennoch muss man als Arzt Ruhe bewahren und nett zu den Patienten sein.

     Wer schon in einem Krankenhaus in der Notaufnahme war, wird beim Lesen dieser Geschichte eifrig nicken und sagen: „Ja, so ist es!“ Aber auch Leute, die noch nie als Notfall in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, sollten diese Geschichte unbedingt lesen.

     Das Kapitel 5 „Krankenhaus“ bietet weitere Geschichten in einem Krankenhaus – sowohl aus der Sicht von Patienten, als auch aus der Sicht von Pflegepersonal.

     In der Geschichte „Ein Job, den ich liebe“ geht es um eine Krankenschwester, die Nachtdienst auf einer Station mit psychisch auffälligen Patienten macht. Sie erlebt einige „Überraschungen“ – muss beispielsweise plötzlich Leute säubern, aber auch einen Brand löschen, der in einem Papierkorb ausgebrochen ist.

     Ich bewundere diese Krankenschwester. Gleichzeitig aber bin ich froh, dass ich diesen Job nicht ausübe.

     Das Kapitel 6 dreht sich schließlich darum, wenn man „Wieder daheim“ ist. Also Arztpraxen oder Krankenhäuser verlassen hat. Am besten gefiel mir hier die Geschichte „Die weibliche Prostata“. Sie ist humorvoll verfasst, etwas übertrieben, aber genau das macht sie für mich besonders gut. Es geht um eine Frau, die Privatpatientin ist und sich diverser Untersuchungen unterzogen hat. Als sie die Rechnung des Krankenhauses bekommt, fällt sie fast aus allen Wolken. Der Preis ist exorbitant – und nun geht sie Position für Position der Rechnung durch und telefoniert mit dem Krankenhaus. Viele der genannten Positionen sind für sie „Fachchinesisch“ oder nicht nachvollziehbar. Mit viel Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen versucht sie zu klären, wofür sie hier bezahlen soll – und was diese Untersuchungen für ihren Gesundheitszustand konkret bedeuten.

     Diese Geschichte birgt für mich viel Wahrheitsgehalt. Ich bin zwar nicht privat versichert, kenne aber einige Leute, die eine private Krankenversicherung haben. Wenn man da nicht aufpasst und diverse Untersuchungen auf ihre Nützlichkeit hinterfragt, wenn man nicht eine Rechnung genauestens überprüft, kann das ein wahrhaft „teures Vergnügen“ werden!

     

     Und sonst?

     Und sonst gab es auch einige Geschichten, bei denen ich mich ein bisschen wiedererkannt habe. Beispielsweise bei „Ohne Mütze im Wind“ aus Kapitel 3. Eine Frau leidet an Haarausfall und versucht, die Ursache dafür zu ergründen. Sie nimmt eine Odyssee von Arzt zu Arzt vor, sie redet mit Friseuren – jeder hat eine andere Idee, und auch die Frau macht sich ihre Gedanken. Bis sie zum Schluss auf eine erstaunliche Wahrheit stößt…

     Ich leide jetzt zum Glück nicht an Haarausfall, aber an einer chronischen Hautkrankheit. Und die Odyssee von Arzt zu Arzt kenne ich selbst nur zu gut. Deswegen konnte ich mich in die Geschichte dieser Ich-Erzählerin besonders gut hineinversetzen.

     Besonders gut fand ich ebenfalls die Geschichten junger Eltern, wie zum Beispiel „Babys schreien nun mal“ aus Kapitel 6. Wer selbst Kinder hat, weiß, wovon ich rede. Eltern kommen aus dem Krankenhaus, wo der Tag mit dem Baby genau strukturiert war und man sich irgendwie „behütet“ fühlte, nach Hause und sollen den Alltag mit Kind alleine managen. Einige Leute fühlen sich da zuerst überfordert….

     

     Mein Fazit:

     Das Buch „Wahnsinn Wartezimmer“ bietet eine Fülle von Geschichten verschiedener Autoren rund um Ärzte, Krankenhäuser und Krankheiten.

     Die Geschichten sind humorvoll, ernst, sachlich, nachdenkenswert. Ich finde, dass sich für jede Leserin/jeden Leser ein oder mehrere Beiträge in diesem Buch finden, in denen sie/er sich wieder findet und/oder mit dem sie/er etwas anfangen kann.

     Nicht alle Beiträge in diesem Buch haben mir gleich gut gefallen. Das ist aber ganz normal bei einer Sammlung von Beiträgen verschiedener Autoren, die verschiedene Schreibstile haben. Es gab einige Geschichten, die ich besonders gut fand und finde.

     Sicherlich ist dieses Buch interessante Lektüre für Wartezimmer. Ein Buch, das dort sicherlich gerne zur Hand genommen wird. Wer aber einmal hineingelesen hat, wird sich das Buch wohl selbst kaufen. Es gibt viele interessante Beiträge in dem Buch, für die sich der Kauf einfach lohnt – und denen man sich während einer Ruhepause widmen sollte.

     Ich vergebe dem Buch fünf Sterne und empfehle es weiter.

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

  8. Cover des Buches Der eingebildete Kranke (ISBN: 9783518189238)
    Molière

    Der eingebildete Kranke

     (165)
    Aktuelle Rezension von: Sandrica89

    Ein Klassiker, den man wenigstens einmal gelesen haben muss. Dies habe ich jedenfalls des öfteren von einigen Leuten gehört. Nun, bis jetzt habe ich nicht all zu viele Klassiker gelesen, noch weniger französische. War dennoch sehr gespannt, denn es hiess, dass es eine witzige Wendung hat am Ende.

    Argan ist ein typischer Hypochonder, denn er glaubt, er sei krank und braucht ganz viel Medizin. Eines Tages verkündet er seiner Tochter Angelique, dass er sie mit einem angehenden Arzt verheiraten will, damit Argon selbst zu jeder Zeit von einem Arzt behandelt werden kann. Angelique hingegen gefällt das ganze gar nicht, denn sie hat bereits einen Geliebten, Cléanthe. Argan's zweite Frau unterstützt ihren Mann, das Dienstmädchen, Toinette,  hingegen ist auf Angelique's Seite. Zusammen schmieden sie einen Plan, um Argan auszutricksen, damit er seine Meinung ändert.

    Das Stück ist jetzt nichts weltbewegendes, lässt sich aber ganz gut lesen. Zum Teil gibt es Szenen, bei denen ich ein wenig schmunzeln musste, weil es eigentlich total lächerlich ist, aber auf einer lockeren und witzigen Weise. Man liest heraus, dass Molière nicht an die Ärzte und dessen Heilmittel geglaubt hat und zieht es ein wenig ins lächerliche. Argan denkt, ohne die Medizin würde er gleich sterben, das perfekte Opfer eines Arztes, um mehr Geld zu verdienen. Man kann erahnen, in welcher Richtung das Stück geht. Denn das Klischee ist fast schon perfekt: eine etwas rebellische Tochter (zu dieser Zeit), ein zu direktes und freches Dienstmädchen, eine geldgierige zweite Frau, ein langweiliger Verlobter und der romantische Geliebter. Das Ende war, wie bereits erwähnt, fast vorhersehbar, aber dennoch amüsant zu lesen. Wer sich für solche Klassiker interessiert, ist er hier genau richtig.

  9. Cover des Buches Als Schisser um die Welt (ISBN: 9783442158041)
    Jan Kowalsky

    Als Schisser um die Welt

     (87)
    Aktuelle Rezension von: Rebecca95

    Der Schisser hasst Abenteuer, Unordnung, Risiken - eigentlich alles, was sich außerhalb der Komfortzone befindet. Da kommen die von Jahr zu Jahr gleichen Familienurlaube in Dänemark gerade recht. 

    Der erwachsene Schisser würde die Tradition der Eltern nur zu gerne fortsetzen. Wäre da nicht seine Ehefrau. Er liebt sie über alles, nur ihr Drang zu Abenteuern wird ihn irgendwann ins Grab bringen. Davon ist er überzeugt. 

    Seiner Frau zuliebe lässt sich der Schisser zu ständig neuen Fernreisen überreden - Action, Pannen und kulinarische Katastrophen inklusive.

    Aber warum ist der Schisser immer dabei? Für seine Frau? Weil seine Eltern rein gar nichts von der Reiselust ihrer Schwiegereltern halten? Vor dieser Frage steht er immer wieder - sehr zum Leid seines Hausarztes, der vor jeder "gefährlichen" Reise um Rat und nach allen erdenklichen Impfungen gefragt wird. 

    Kann der Schisser seine Ängste überwinden? Sind die Fernreisen am Ende eine Chance, um über sich selbst hinauszuwachsen? 

    Gemeinsam mit dem Protagonisten und seiner Frau reisen die Leser zu den verschiedensten Ecken der Welt. Die Geschichten sind mit viel Witz geschrieben und geben Einblick in die Gedanken und Sorgen des Schissers. Das Buch ist sehr kurzweilig und Weltenbummler finden hier sicher den ein oder anderen Reisetipp :) 




  10. Cover des Buches Unterwegs im Namen des Herrn (ISBN: 9783423142809)
    Thomas Glavinic

    Unterwegs im Namen des Herrn

     (35)
    Aktuelle Rezension von: annlu

    „Ich muss weg. Ich halte das hier nicht mehr aus. Ich halte nichts hier aus. Das ist der schrecklichste Ort an dem ich je war!“

    Thomas Glavinic kennt den Glauben nur aus Büchern und Filmen. Um endlich zu verstehen, was dahinter steckt rekrutiert er seinen Freund Ingo und begibt sich auf Pilgerfahrt: 14 Stunden Fahrt Wien nach Bosnien. Medjugorje und die Jungfrauenerscheinungen warten. Allerdings entwickelt sich die Reise anders, als von ihm erwartet.


    Ich habe das Buch geschenkt bekommen, mit der Widmung „Viel Vergnügen mit dieser bitterbösen Lektüre“. Schon dabei hatte ich mich auf eine Menge Sarkasmus eingestellt. Dass hier nicht nur der Glaube und das Pilgern an sich nicht gut weg kommen wird, kann man sich schon bei der ersten Szene denken. Glavinic besteigt den Bus und kommentiert ungeniert seine Mitreisenden. Dass er sich erstens gar nicht so richtig für sie zu interessieren scheint und das zweitens darin gipfelt, dass jeder einen nicht gerade netten Spitznamen bekommt, hat ihn sehr arrogant erscheinen lassen.

    Böse ist der Rest der Geschichte auch, dabei aber selten witzig. Sehr oft hat mich die Stimmung, die durch seine Beschreibungen entstanden ist, eher deprimiert. Nicht nur die Affenhitze und die Beengtheit des Busses konnte ich mir vorstellen. Erst einmal in Medjugorje angekommen plagt ihn das ein und das andere und ich konnte nicht umhin von dem ganzen Gejammer etwas angenervt zu sein.

    Das Buch hat meiner Ansicht nach den Glauben an sich nicht so sehr in Frage gestellt, als die Institution Religion mit ihren manchmal auf Außenstehende leicht grotesk wirkenden Ritualen. Ein paar der Kritikpunkte konnte ich nachvollziehen nur mochte ich den Kontext drumherum nicht so. Bei einer Reise auf den Balkan hätte ich mir mehr davon erwartet, was für einen Eindruck die Ortschaften dort auf ihn machen und die Einwohner. Leider kommen auch diese nicht gut weg, was mir weniger gut gefallen hat.

    Als die Pilgerfahrt abgebrochen wird und die Reise weiter nach Kroatien geht hatte ich schon Hoffnung, dass sich die Erzählung ändert. Die Ereignisse waren dabei etwas skurril. Dass sich der Erzähler aber in einem dauerzugedröhntem Mix aus Alkohol und Medikamenten befindet hat mich nicht so angesprochen.

    Fazit: Ich habe mir eine Erzählung vorgestellt die sarkastisch und dadurch voller schwarzem Humor ist. Leider kam der entweder nicht bei mir an oder ich habe ihn nicht verstanden. So habe ich in Glavinics Art erst einen arroganten Mann und dann einen Dauermeckerer gesehen – was mir das Ganze nicht so sympathisch gemacht hat.

  11. Cover des Buches Ein mörderischer Sommer (ISBN: 9783442052875)
    Joy Fielding

    Ein mörderischer Sommer

     (191)
    Aktuelle Rezension von: bookish_yvonne

    "Zwanzig Jahre hat Joanne sich nur der Familie gewidmet. Und jetzt läßt ihr Mann sie einfach mit den Töchtern sitzen. Nur langsam erholt sie sich von ihrem Schock und versucht, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Aber als sie endlich glaubt, ihr Gleichgewicht zurückerlangt zu haben, erhält sie plötzlich mysteriöse Anrufe."

    Fielding kann zwar toll schreiben, die Geschichte konnte sie dadurch trotzdem nicht retten. Es fing ziemlich spannend an, aber das Ende war für mich extrem frustrierend. Auf den Täter ist Fielding gar nicht eingegangen, sodass die Leser nichts über sein Motiv erfahren. Die beste Freundin wird psychisch immer kränker, aber auch das wird am Ende nicht mehr erwähnt... 😔 Für mich ein frustrierende und enttäuschende Leseerfahrung.

  12. Cover des Buches A Spot of Bother (ISBN: 9780099506928)
    Mark Haddon

    A Spot of Bother

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Marco_Fleghun
    "A Spot of Bother" ist kurzweilig und auch für Nicht-Muttersprachler auf Englisch recht einfach zu lesen. Es handelt sich um eine Familiengeschichte, in der alle ihre Krisen durchleben. Ich habe den Roman gerne gelesen, fand ihn jedoch stellenweise etwas zu seicht und unrealistisch. Insgesamt jedoch eine unterhaltsame Lektüre.
  13. Cover des Buches Das bin doch ich (ISBN: 9783596298983)
    Thomas Glavinic

    Das bin doch ich

     (120)
    Aktuelle Rezension von: wbetty77
    Die Handlung des Romans „Das bin doch ich“ ist schnell erzählt. Ein Schriftsteller hat einen Roman beendet und wartet darauf, dass seine Agentin einen Verlag dafür findet. Die Zeit des Wartens verbringt er mit Computer spielen, essen gehen und Alkohol trinken. Seine Frau und er leben nicht mit, sondern nebeneinander her. Auch mit seinem kleinen Sohn beschäftigt er sich selten. So etwas wie Familienleben findet in dem Roman nicht statt und man fragt sich, was die Eheleute verbindet oder je verbunden hat. Im Prinzip lebt der Erzähler in den Tag hinein, gibt Geld aus, das er nicht hat und verfolgt die Erfolgsgeschichte, die dem Roman seines Freundes Daniel Kehlmann wiederfährt.
    Manch eine Situation ist in dem Roman charmant erzählt, wer allerdings auf spannende Einblicke in den Literaturbetrieb oder andere Höhepunkte wartet, wird enttäuscht. Der Roman plätschert so vor sich hin. Spätestens ab der Hälfte des Buches war ich genervt von der Oberflächlichkeit des Erzählers ebenso wie von seinen ständigen Trinkgelagen, seinem Hypochonder Getue und seinem verantwortungslosen Umgang mit Geld. Ich habe auch nicht verstanden, warum er ständig Essen gehen muss und seine Zeit nicht seiner Familie widmet.
    Für mich ein langweiliges, zumeist überflüssiges Buch. Meine Erwartungen wurden enttäuscht.
  14. Cover des Buches Der eingebildete Kranke: Molière: Eine Komödie (ISBN: 9783946571636)
    Jean-Baptiste Molière

    Der eingebildete Kranke: Molière: Eine Komödie

     (2)
    Aktuelle Rezension von: PMelittaM

    Argan glaubt schwer krank zu sein und für die richtige Behandlung tut er alles – selbst seine Tochter an einen Arzt verheiraten.

    Der eingebildete Kranke war Molières letztes Stück, der Legende nach starb er kurz nach der Uraufführung in Argans Kostüm, den er selbst dargestellt hatte. Der Text lässt sich gut lesen und man kann sich das Stück gut auf der Bühne dargestellt vorstellen, soweit man es nicht bereits gesehen hat – Lust darauf, es sich auf der Bühne anzusehen, bekommt man alle mal (in meinem Fall es noch einmal anzusehen.

    Da es sich bei meiner Ausgabe um die vollständige Textausgabe mir allen Vor- und Zwischenspielen sowie dem Epilog der Doktorpromotion und einem Kommentar zum Text handelt, gibt es einiges, was nicht direkt zum Geschehen um Argan gehört, ich gestehe, manches Zwischenspiel überlesen zu haben, auf der Bühne ist die Wirkung sicher anders.

    Das Stück ist voller Humor, auch wenn dieser oftmals recht bitter ist. Natürlich ist der Leser immer etwas schlauer als Argan (was nicht weiter schwer ist), das macht einen Teil des Vergnügens aus. Tüchtig lächerlich gemacht werden Medizin und Ärzte, die sich noch dazu selbst viel zu ernst nehmen.

    Ich hatte Spaß am Lesen, so dass ich es gerne weiterempfehle, aber eher als Stück auf der Bühne denn als Lektüre des Textes, obwohl sich auch diese lohnt, wenn man so etwas gerne liest. Besonders interessant ist natürlich der umfangreiche Anhang, durch den man u. a. einiges über den Dichter selbst erfährt.

  15. Cover des Buches Die Pille und ich (ISBN: 9783499621758)
    Clint Witchalls

    Die Pille und ich

     (5)
    Aktuelle Rezension von: mausispatzi2
    Die Pille und ich- ein Mann im Selbstversuch - Clint Witchalls Inhalt: Clint Witchalls nahm an einer klinischen Studie teil, um die "Pille für den Mann" zu testen - und wurde zu einem hormongebeutelten Gefühlswrack. In seinem witzigen Tagebuch erzählt der Pionier für die Gleichberechtigung, was ihm während der halbjährigen Testphase widerfahren ist - und warum er nie wieder über PMS lästern wird. Meine Meinung: Man soll ja immer mit etwas positiven anfangen, bevor man etwas negatives sagt....hm...Ich finde es mutig von Clint Witchalls, dass er an der Studie teilgenommen hat und sich mit dem Thema Verhütung beschäftigt hat. Zum Cover....es sind Tabletten darauf abgebildet und das Buch heisst die Pille und ich, dabei nimmt der Mann garkeine Pille sondern bekommt ein Plastikröhrchen unter die Haut gepflanzt und alle paar Wochen Hormone gespritzt. Er beschreibt ganz gut die Phasen, die er durchmacht und wie er sich fühlt und wie seine Familie damit umgeht. Ein paarmal passieren ihm auch lustige Sachen, ansonsten ist das Buch eher langweilig.
  16. Cover des Buches Der wunde Punkt (ISBN: 9783453433168)
    Mark Haddon

    Der wunde Punkt

     (140)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Ich bin ja ein Fan von Mark Haddons Supergute Tage aber mit diesem Roman wurde ich einfach nicht ganz so warm, wie er es verdient hätte. Dabei kann ichs gar nicht so punktgenau fixieren, was mich gestört hat, denn der Autor kann wunderbar formulieren und auch Geschichten erzählen. Dieser unaufgeregte Stil, dem Leser den ganz normalen täglichen Alltag schmackhaft zu machen, gefällt mir sehr. Es sind die Figuren, die ich diesmal nicht mag - ich kann sie nicht verstehen, und ich glaube das liegt ein bisschen am kulturellen Hintergrund. Wenn in einem nicht britischen Roman ein Familienvater mit Pensionsschock durchknallt, dem das Leben grad komplett zwischen den Fingern zerbröselt, weil ihn seine beste Ehefrau betrügt, dann läuft er Amok, terrorisiert seine family, bringt alle zum Wahnsinn, indem er den Haushalt umorganisiert, sperrt jemanden im Keller ein (die österreichische Variante ;-)...... kurz gesagt er setzt irgendeine nach außen gerichtete Handlung macht etwas Extrovertiertes. Wenn in der britischen Middleclass ein Mann mit Midlifecrisis ob der hereinbrechenden Katastrophen eine kleine geistige Kernschmelze erlebt, dann bleibt er total höflich, entschuldigt sich vielleicht auch noch, schneidet sich Quadrate aus der Haut und beißt sich selbst in die Hand. Manche werden dies großartig und kurios finden, ich stehe dann meist da, schüttle vor Unverständnis den Kopf und wundere mich nur. Dieser typische britische und amerikanische Mittelstand ist mir derartig fremd... Am Ende der Geschichte reagiert der Held dann für mich wieder einigermaßen "normal" prügelt sich und zerstört die Hochzeitsfeier seiner Tochter. Fazit ein guter Roman aber für mich nichts weil ich mit dem britischen Mittelstand noch nie warmgeworden bin - 3,5 Sterne sind's aber für mich auf jeden Fall.
  17. Cover des Buches Einmal gebissen, total hingerissen (ISBN: 9783401800738)
    Mari Mancusi

    Einmal gebissen, total hingerissen

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Melie99
    Das Cover ist wie beim ersten Band sehr schlicht, aber durchaus schön. Man sieht wieder eine Fledermaus und die Schrift, die mit Blut geschrieben ist. "Einmal gebissen, total hingerissen" ist der zweite Band der Blood Coven Reihe von Mari Mancusi.

    Die Geschichte ist wieder sehr lustig und witzig geschrieben, sodass ich sehr oft schmunzeln musste und das Buch gar nicht mehr weglegen wollte. Außerdem hat man den Band auch schnell durch, da er sehr wenige Seiten hat.

    In diesem Band geht es mehr um Rayne als um Sunny. Das Buch ist dieses Mal auch aus der Sicht von Rayne geschrieben. Dies finde ich sehr erfrischend und spannend, da es mal etwas anderes ist. Die Autorin schreibt sehr flüssig und spannend.

    Ich bin schon sehr gespannt, wie sich Rayne in den nächsten Bänden entwickeln wird. Raynes Sicht der Dinge und ihre ganz eigene Geschichte finde ich viel interessanter als die von Sunny. Doch sowie ich das verstanden habe, wird immer ein Band aus Sunnys Sicht sein und einer aus Raynes. Ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass es auch einen Band aus Magnus Sicht geben wird.

    Ich will bald weiterlesen und habe die Folgebände auch schon zuhause. Ich muss jetzt sowieso erst einmal meine Reihen fortsetzen, da ich einfach viel zu viele offene Reihen habe. Die Bände dieser Reihe sind gute Bücher für zwischendurch, die man schnell lesen kann.

    Das Ende ist auch sehr spannend, sodass ich noch neugieriger auf den nächsten Band bin. Ich gebe dem Band 5 Sterne, da er definitiv mit dem ersten mithalten kann.
  18. Cover des Buches Wenn alle Stricke reißen (ISBN: 9783548286471)
    Jennifer Bentz

    Wenn alle Stricke reißen

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Buch_Versum
    Ein Gute Laune Buch!
    Amüsant, charmant & mit vielen Gefühl.
     
    Eine wunderbare Mischung aus Charakteren, die so wundervoll voll Fehler sind und mit Ihrem Charme bezaubern!

    Es ist einfach köstlich, die 3 Frauen kennen zu lernen. Ihre Psyche, Ihre Probleme und dann Ihnen bei den Entscheidungen und Selbsthilfe zu zu sehen.

    Lea, ist einfach köstlich, Charakterstark, erfolgreich im Berufsleben. Leider hat Sie ein grosses Problem mit der Wut.
    Tine ist einfach herzlich und sehr symphatisch. Jedoch hat Sie totale Prüfungsangst.
    Vivien wurde von Ihrem Mann betrogen, hat keine eigenen Zukunftsperspektiven. Sie versucht die Ereignisse mit Vandalismus und Diebstahl zu kaschieren.
     
    Dann treffen sich diese drei Frauen bei Ihrem Psychotherapeuten und das Chaos beginnt.
     
    Der Schreibstil ist einfach wunderbar, man lacht und verzweifelt mit den 3 Frauen. Wünscht Ihnen nur das beste. Ein Gute Laune Buch!
    Die eigenen Probleme werden zur Seite gelegt und man amüsiert und leidet mit den drein.

    Jeder Charakter ist sehr authentisch und liebenswert. Die Autorin schaffen es ohne Zweifel gut zu unterhalten und zeigt uns einen sehr tiefgründigen Lösungsansatz. Das Fazit;mit den richtigen Freunden schafft man alles !

    Das Cover ist wunderschön, verspielt und sehr kreativ.

    Empfehlenswert!
    Vielen Dank für das Lesevergnügen & Rezi Exemplar an die Autorin.
  19. Cover des Buches Die besten Wochen meines Lebens (ISBN: 9783492264440)
    Martin Page

    Die besten Wochen meines Lebens

     (22)
    Aktuelle Rezension von: milasun
    Virgile, ein neurosengeplagter, dreißigjähriger Junggeselle wird per Nachricht auf seinem Anrufbeantworter von einer Frau namens Clara verlassen. Keine Seltenheit in Virgiles bisherigem Leben, "aber im vorliegenden Fall erfuhr Virgile, dass er von einer Frau verlassen worden war, die er gar nicht kannte und mit der er - das lag wohl auf der Hand - niemals eine Beziehung gehabt haben konnte." Fortan macht er sich - bestürzt "von dem Schlag, sich als Objekt einer zurückgewiesenen Liebe zu fühlen" auf die Such nach der geheimnisvollen Clara. Und wir leider Gottes mit ihm! Angelockt von dem bezaubernden Titel, habe ich selten ein Buch gelesen, das mich dermaßen gelangweilt hat und dessen Protagonist so wenig Mitgefühl bei mir hervorgerufen und mich so genervt hat. Mit "Woody Allen trifft Amélie" wird das Buch angepriesen - mir kam es eher so vor, als hätte sich der gelangweilte Holden Caulfield in die Ausweglosigkeit von Kafkas "Der Prozess" verirrt. Eine echte Enttäuschung!
  20. Cover des Buches Jenseits der Nacht (ISBN: 9783960876083)
    Volker Dützer

    Jenseits der Nacht

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Benni91

    Die Story startet mit Lisa Wegener, die eine sehr anerkannte Unfallchirurgin ist und am liebsten jeden Patienten retten möchte, was jedoch nicht immer möglich ist..... Aufgrund ihrer stressigen Schichten greift sie zu Aufputschmitteln, hat jedoch eines Nachts auf der Heimfahrt einen schrecklichen Unfall, bei der eine ihr gut bekannte Person zu Tode kommt..... Verzweifelt gerät sie an den Wissenschaftler Vincent van Dyck, der vom ewigen Leben bzw. der Kyronik besessen ist und lässt sich schon bald auf eine Beziehung mit ihm ein, die sie in größte Gefahr bringt::::

    Gleichzeitig ermittelt der Polizist Jan Wolzow, der vor einiger Zeit seine Frau ebenfalls durch einen Autounfall verloren hat; in diesem Fall und stößt auf unglaubliche Zusammenhänge......

    Insgesamt ist dieses Buch von Volker Dützer ein wahrer Psychothriller, der teils nicht immer ganz realistisch daherkommt, aber dennoch äußerst spannend gehalten ist. Vor allem die Charaktere Lisa Wegener und Jan Wolzow erscheinen dem Leser sympathisch und ebenso kann man sich gut vor Vincent van Dyck als Person fürchten, weshalb man sich gut mit Lisa identifizieren kann.... 

    Das Themen Tod, ewiges Leben und Kyronik sind von zentraler Bedeutung in diesem Thriller bzw. bilden die Schwerpunkte der Story. Die beiden Handlungsstränge um Lisa und Jan werden gut miteinander verwoben und enden im einem äußerst actionreichen Showdown, der mir gut gefallen hat. Mit dem Ende an sich konnte ich dann aber leider nicht so viel anfangen und hätte mir diesbezüglich eine klarere Auflösung gewünscht, vielleicht kann mich in dieser Hinsicht jemand aufklären? 

    Meines Erachtens ein spannender (leicht übernatürlicher) Thriller, den ich insbesondere allen empfehlen kann, die sich für den Forschungsgegenstand des ewigen Lebens begeistern können..... Ich freue mich auf weitere Werke von Volker Dützer! 

  21. Cover des Buches Tränen im Aquarium (ISBN: 9783462023022)
    Harald Schmidt

    Tränen im Aquarium

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Kurzgeschichten von Harald S., häufig hochkulturell, meistens außerdem gaga. Bitte demnächst wieder im Free-TV.
  22. Cover des Buches Manhattan (Nr.225/1) (ISBN: 9783257208214)
    Woody Allen

    Manhattan (Nr.225/1)

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Beagle
    Ich wiederhole mich, wenn ich sage, Woody Allens Humor ist einfach wunderbar. Seine kindische Art, den verdutzten, weltfremden Intelektuellen zu spielen, ist göttlich. So brilliert er auch in der Rolle des Isaac Davis, dem Protagonisten dieses Films. „Manhattan“ ist das Drehbuch zum gleichnamigen Film von und mit Woody Allen. Zwar lese ich persönlich nicht so gerne Theaterstücke (dies ist mein erstes Filmdrehbuch), da die Beschreibungen zu abgehakt, wenn nicht gar weggelassen sind, aber die Komik ist trotzdem vorhanden. Wenn man sich dabei noch Woody Allen in seiner Rolle vorstellt, kommt man aus dem Schmunzeln nicht mehr raus. Isaac Davis (42) ist Autor für Fernsehkomik, zweimal geschieden und durchlebt gerade eine Phase , in der er sich die 17-jährige Tracey angelacht hat. Ihm ist es dabei nicht ernst, doch das Mädchen ist verrückt nach ihm. Ike hat dagegen mit anderen Problemen zu kämpfen. Seine Ex-Frau Nr. 2 hat ein Buch über ihre Scheidung geschrieben und, wie er sie von der Bisexualität in die Homosexualität trieb. Seine Arbeit findet er nur noch grauenerregend, sodass er kurzerhand kündigt. Und dann ist da noch Mary, die Freundin seines besten (zudem verheirateten) Freundes Yale, die sich mit Ike zu trösten meint, wenn Yale mal wieder keine Zeit für sie hat.
  23. Cover des Buches Der See (ISBN: 9783104013190)
    Gerhard Roth

    Der See

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Wolkenatlas
    Der Pharmavertreter Paul Eck wird von seinem Vater nach Jahrzehnten ohne Kontakt zu einem Segelausflug eingeladen. Am Neusiedlersee angekommen, gilt sein Vater als vermisst. Bald selbst verdächtig, nimmt er die Suche selbst auf. Nebenbei hat er rare aber eher skurrile sexuelle Erlebnisse, wird überfallen und quält sich im gemieteten Wohnwagen mit Silberfischlein herum. Auch die Erinnerung an den Selbstmord der Mutter quält ihn. So ganz nebenbei werden ein paar andere Verbrechen, wie ein brutaler Banküberfall und der Mord an einem Urlauber aufgeklärt. Dieses Buch hat (neben gesellschaftskritischen Momenten und Elementen eines Entwicklungsromans) durch das Verschwinden des Vaters natürlich Elemente eines Kriminalromans, ist aber sicher kein Krimi. Ich war vom ersten Satz an gefesselt von der wunderbaren und etwas morbiden Atmosphäre dieses Romans, von der stilistischen Schönheit der Prosa, vom Kunstwerk an sich. Ich freue mich schon auf den nächsten Gerhard Roth.
  24. Cover des Buches Avenue Montaigne (ISBN: 9783462401264)
    Harald Schmidt.

    Avenue Montaigne

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Deutsche? So uncool! Die Doppelausgabe zur Schmidtschen Kolumne im "Focus", 2007 in Bielefeld begonnen und jetzt beendet. Im Rückblick ein toller Überblick über die Politik der Nullerjahre, Riester und Struck, vor AFD und Trump die "gute alte Zeit". Im Kern sind die Deutschen einfach verbissener verglichen etwa mit Franzosen und Italienern, auch wenn diese natürlich übertrieben-klischeehaft dargestellt werde. "Savoir-vivre" und "dolce vita" sind einfach nicht zu übersetzen. "Verbissenheit" eventuell als Alternativtitel? Würd mich freuen, ihn wieder mehr in der Glotze zu sehen.

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