Bücher mit dem Tag "hysterie"
23 Bücher
- Vera Buck
Runas Schweigen
(232)Aktuelle Rezension von: Kitty_CatinaEigentlich hat mich dieses Buch nie wirklich interessiert, bis es dieses dann als Mängelexemplar zu kaufen gab und die Buchkaufsucht zugeschlagen hat. Kein Wunder, dass es deshalb auch so lange ungelesen im Regal stand. Nun war es aber Zeit für die Lektüre dieses doch schon besonderen Werkes, welches ich einerseits schon interessant und streckenweise recht spannend fand, welches aber gerade am Anfang leider lange brauchte, um in Fahrt zu kommen und auch ansonsten einige Dinge an sich hatte, die mir nicht so gut gefallen haben.
Man begibt sich mit diesem Roman ins Paris des Jahres 1884, wo der junge Medizinstudent Jori versucht, Heilung für seine heimliche Liebe Pauline zu finden. Ihn begleitet man dann auch größtenteils durch die Geschichte, wobei es sehr medizinisch wird, aber nicht so, wie wir es heute kennen, sondern teilweise auf sehr makabere, teils schon bösartige Weise. Gerade Dr. Charcot war dabei ein Beispiel für Machtgehabe und fehlende Liebe für den Mitmenschen, was mich extrem sauer und traurig gemacht hat, zumal der Roman sich sehr an der Realität entlang schlängelt. Vieles, was man hier erfährt, gab es zu dieser Zeit wirklich und obwohl ich davon bereits wusste, hat es mich teilweise sprachlos gemacht.
Jori ist dabei ein Charakter, von dem ich nicht so richtig wusste, was ich von ihm halten soll. Einerseits will er unbedingt Pauline retten, will wirklich heilen und scheint eigentlich kein schlechter Kerl zu sein. Andererseits scheint er manchmal etwas schwer von Begriff und macht vieles mit, was er eigentlich nicht tun sollte. Dennoch zeigt er wenigstens ein Gewissen und im Laufe der Geschichte entwickelt er sich weiter. Auch zu Runa entwickelt er eine fast schon liebevolle Beziehung.
Doch wer denkt, dass Jori, der eigentlich Johann Richard Hell heißt, die einzige wichtige Person in diesem Buch ist, der täuscht sich, denn dieses wird aus vielen verschiedenen Perspektiven erzählt, allesamt aus der personellen Sicht, bis auf einen Fall, was im Endeffekt eine tiefere Bedeutung hat. Aber kommen wir erst einmal zu den anderen Charakteren.
Da ist zum Beispiel der ehemalige Polizist Lecoq, der sich selbst als Verbrecher betitelt, aber durch einen alten Bekannten auf einen Fall angesetzt wird, der ihn, ohne, dass er es selbst merkt, immer mehr in die Machenschaften rund um Jori, die Salpêtrière und Runa verwickelt. Außerdem gibt es die beiden Kinder Isabelle und Frédéric, die sich mehr oder weniger mit Lecoq anfreunden und ihm helfen. Und dann ist da noch Maxime, der einzige Ich-Erzähler in diesem Buch, der mit der eigentlichen Geschichte gar nicht so viel zu tun hat, aber dennoch im Großen und Ganzen eine wichtige Rolle spielt. Hier will ich aber nicht zu viel verraten.
Am Wichtigsten ist aber die Figur, die hier im Mittelpunkt steht und das ist natürlich Runa selbst, von der man anfangs gar nicht allzu viel erfährt und die mehr wie ein großes Rätsel wirkt. Dieses Mädchen ist besonders, scheint aggressiv und unnahbar, redet nicht und interagiert auch nicht wirklich. Dafür aber gibt es an verschiedenen Orten mysteriöse Botschaften, welche nach und nach mehr und mehr Sinn ergeben und ein Stück weit erklären, warum Runa so ist, wie sie ist. Leider wird aber nie alles ganz aufgeklärt und es bleiben am Ende viele Fragen offen, was ich echt schade fand.
Alles in allem begann dieser Roman sehr langsam. Schon allein, bis Runa tatsächlich auftauchte, dauerte es um die hundert Seiten und selbst dann kam die Geschichte nur allmählich in Fahrt. Irgendwann wurde es allerdings echt spannend und ich habe auf eine allumfassende Auflösung hin gefiebert, was es mit Runa und ihrem Verhalten auf sich hat, was eben nicht so kam, wie erwartet. Dafür war das Buch aber wirklich gut geschrieben und bis auf das Medizinische und die französischen Namen ließ es sich flüssig lesen. Ob ich es empfehlen würde, kann ich aber nicht wirklich sagen, da es eben nicht schlecht war, mich aber auch nicht umgehauen hat. Dennoch wird die Geschichte sicher in meinem Kopf bleiben, weil sie doch recht einprägsam und besonders ist.
- Hans Fallada
Jeder stirbt für sich allein
(318)Aktuelle Rezension von: Sonja_Schmitz1Durch Zufall bin ich auf Fallada und dieses Buch gestoßen.
Es ist eine sehr gut erzählte, tragische Geschichte über den Krieg, Hitler, den Widerstand und die Menschen.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich werde mit Sicherheit weitere Fallada Bücher lesen. - Frances Hodgson Burnett
Der geheime Garten
(544)Aktuelle Rezension von: KaciDiese Ausgabe ist einfach ein Traum. Die MinaLima Edition von Der geheime Garten ist ein kleines Kunstwerk für sich – wunderschön illustriert, liebevoll gestaltet und voller Details, die beim Entdecken richtig Spaß machen. Jede Seite fühlt sich besonders an.
Auch die Geschichte selbst hat mich wieder total verzaubert. Sie ist hoffnungsvoll, warm und zeitlos schön. Trotz ihres Alters lässt sie sich flüssig und angenehm lesen und transportiert eine wundervolle Botschaft über Freundschaft, Heilung und Neubeginn.
Für mich eine perfekte Kombination aus einer großartigen Geschichte und einer außergewöhnlich schönen Buchgestaltung – ein Buch, das man nicht nur liest, sondern erlebt. 🌿✨
- Gudrun Pausewang
Die Wolke
(954)Aktuelle Rezension von: Perse- Details:
Ausgabe: Taschenbuch
Erscheinungsjahr: 1987
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Verlag: Ravensburger
Genre: Jugendliteratur
Seitenanzahl: 223
- Inhalt:
Was niemand wahrhaben wollte, passiert: Deutschland erlebt einen atomaren Unfall. Die 14 Jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und ist auf sich allein gestellt.
- Wie das Buch zu mir gefunden hat:
Das Buch hat mich über ein Verschenke - Regal gefunden. Ich habe damals den Film im Schulunterricht gesehen und wollte schon immer das Buch dazu gelesen haben, jetzt habe ich es endlich getan...
- Meinung:
Das Thema dieses Buches ist nicht ohne. Gudrun Pausewang erzählt klar, hart und authentisch. Ich finde, dass einen beim Lesen der harte Realismus dieser Welt trifft. Es ist nicht alles "Friede, Freude, Eierkuchen" in der Welt, in dieser Gesellschaft und Politik.
- Fazit:
Zu Recht den Jugendliteraturpreis 1988 gewonnen. Dieses Werk gehört für mich zur Pflichtlektüre!
- Empfehlung:
Für alle, die qualitativ hochwertige Jugendliteratur suchen und/oder Fans von Gudrun Pausewang sind.
Eine Kauf- und Leseempfehlung von mir!
- Tipp:
Schaut euch den gleichnamigen Film von 2006 an.
- Lieblingszitate:
"Kein Ton von den Herren, die so gerne reden."
Prolog - Seite 7
"Versagen ist menschlich. Mit Versagen nicht zu rechnen, ist verantwortungslos und unmenschlich.''
Prolog - Seite 9
"»Ruhe ist die erste Bürgerpflicht.«"
Kapitel 1 - Seite 23
"»Handeln Sie mit Verantwortungssinn!«"
Kapitel 2 - Seite 33
"Das also würde der neue Unterschied zwischen Arm und Reich sein."
Kapitel 8 - Seite 127
"»Die Leute fangen schon wieder an zu vergessen«,..."
Kapitel 10 - Seite 153
"»Menschen sind zu allem fähig«,..."
Kapitel 10 - Seite 154
- Patricia Cornwell
Postmortem
(11)Aktuelle Rezension von: HoldenKay Scarpettas erstes Abenteuer, ein Frauenserienmörder geht um, der scheinbar wahllos nachts bei Frauen eindringt, diese fesselt und stranguliert. Bereits zu Beginn leidet Kay unter Alpträumen wegen ihrer Unfähigkeit, den Fall zu lösen, die männlichen Kollegen, mit denen sie zusammenarbeitet, hätten lieber einen Mann an ihrer Stelle, und privat läuft auch fast alles schief: Ihre Mutter hält ihr schweigend vor, daß sie kinderlos geblieben ist, die altkluge Nichte Lucy fühlt sich vernachlässigt, und Schwester Dorothy heiratet mal wider überstürtz und vermutlich wieder den Falschen. Die Haushälterin Bertha hält solange zu Hause die Stellung und Kay den Rücken frei (hoffentlich nicht die "Bertha" aus "Two and a half men"!). Mörderisch spannend und höchst gelungen, wie das komplexe Beziehungsgeflecht um Doc Kay dem Leser präsentiert wird, suchterzeugend und ein echter Pageturner! - Elinor Cleghorn
Die kranke Frau
(18)Aktuelle Rezension von: Lia48„Ärzte haben tatsächlich einmal geglaubt, die Nerven einer Frau seien zu angespannt, als dass sie eine Ausbildung durchhalten könnte, und die Eierstöcke würden sich entzünden, wenn sie zu viel las. Solche empörenden Mythen halten sich aber hartnäckig in einer Welt, in der manch einer immer noch Menstruation und Menopause als Erklärung dafür heranzieht, dass Frauen keine politischen Machtpositionen bekleiden sollten.“
„Nur wenn wir aus der Geschichte lernen, können wir der Kultur aus Mythen und Fehldiagnosen, die der Medizin den Blick auf Frauen verstellt, ein Ende bereiten.“
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INHALT:
Dr. Elinor Cleghorn, promovierte Kulturhistorikerin und Feministin, war jahrelangen auf der Suche nach einer Diagnose für ihre chronische Autoimmun-Erkrankung Lupus.
Sie kennt die Herausforderungen, mit denen Patientinnen in der Medizin bis heute konfrontiert werden. Oft werden sie nicht ernst genommen, teilweise erhalten sie Fehldiagnosen und ihre Beschwerden werden häufig als psychisch bedingt angesehen.
Cleghorn zeigt auf, wie die Medizin tief in patriarchalen Strukturen verwurzelt ist und woher diese Mythen stammen.In ihrem Buch stellt sie die Geschichte der Frauenmedizin in den Vordergrund. Eine Medizin, welche bis heute von gesellschaftspolitischen und kulturell Einflüssen durchzogen ist, die Geschlechterstereotypen und Vorurteile verstärken.
Historisch wurden Frauen aufgrund ihrer biologischen Unterschiede zum männlichen Ideal, als minderwertig und unvollständig betrachtet. Sie galten als das schwächere Geschlecht und wurden auf die soziale Aufgabe der Mutterschaft reduziert. Dadurch wurden ihre Krankheiten oft auf die „Geheimnisse“ der weiblichen Fortpflanzungsorgane zurückgeführt, wodurch Frauen als anfällig für psychische und emotionale Störungen stigmatisiert wurden.
Die diskriminierenden Ansichten wirken bis heute noch nach, was immer wieder dazu führen kann, dass Frauen Fehldiagnosen oder keine angemessene Behandlung für Schmerzen und Erkrankungen erhalten.
Noch stärker davon betroffen sind Frauen aus marginalisierten Gruppen, wie z. B. BIPoC (die zusätzlich unter strukturellem Rassismus leiden).
Zudem sind Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen und Medikamente, die Frauen einnehmen, verhältnismäßig schlecht erforscht.Cleghorn beschreibt jedoch, dass Frauen nicht nur Opfer eines männerdominierten Systems sind, sondern weist auch auf die aktiven Kämpferinnen hin. Denn des Öfteren waren es Frauen, die sich in der Vergangenheit in Gruppen zusammenschlossen haben, sich aktivistisch gezeigt haben und schließlich Veränderungen in der Frauengesundheit und in ihren Rechten bewirken konnten.
Dieses Buch macht deutlich, wie wichtig es ist, die jahrhundertealten Mythen und Vorurteile zu hinterfragen, die Stimmen der Frauen in der Medizin ernst zu nehmen und aus der Geschichte zu lernen, um die medizinische Versorgung von Frauen zu verbessern und ihren Bedürfnissen endlich gerecht zu werden.„Bis in die 1990er-Jahre wurden Frauen von klinischen Studien und Beobachtungsstudien ausgeschlossen, und auch bei Herzkrankheiten, bestimmten Krebsarten und Aids/HIV fehlen Studien dazu, wie sie sich spezifisch auf den weiblichen Körper auswirken. So wurden jahrzehntelang medizinische Fortschritte gemacht, die Frauen nicht berücksichtigten.“
„Bis heute lassen Medizin und Gesundheitssystem Frauen mit ihren Schmerzen, besonders mit chronischen Schmerzen, allein. (…) Frauen erhalten seltener Schmerzmittel und stattdessen häufig schwache Beruhigungsmittel und Antidepressiva. Frauen erhalten nicht so oft eine Überweisung für eine weiterführende diagnostische Untersuchung wie Männer. Und ihre Schmerzen werden eher auf eine emotionale oder psychische als auf eine körperliche oder biologische Ursache zurückgeführt. Frauen leiden besonders häufig an chronischen Krankheiten, die mit Schmerzen beginnen. Doch ehe Schmerzen als Symptome einer möglichen Krankheit ernst genommen werden können, muss das Gegenüber im Behandlungszimmer sie erst einmal zur Kenntnis nehmen und glauben.“
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MEINUNG:
Egal, ob das Chronisches Erschöpfungssyndrom, Fibromyalgie, Lupus, Multiple Sklerose, oder Endometriose – sie alle haben eines gemeinsam: Unter diesen Erkrankungen leiden (vor allem) Frauen, weshalb es bei diesen Krankheitsbildern und den möglichen Medikamenten, immer noch an Forschung fehlt, die tragischerweise jahrelang versäumt wurde.
Die Zusammenhänge zwischen Frauen, Krankheit und Medizin erklärt Elinor Cleghorn ausführlich und eindringlich in ihrem Buch.
Dabei steht vor allem die Medizingeschichte, speziell die Gynäkologie im Fokus. Diese ist sehr detailreich geschildert, ich hätte es gar nicht so ausschweifend benötigt. Dennoch konnte ich viele interessante Punkte für mich mitnehmen. Und um die Hintergründe unserer heutigen Situation in der (Frauen-) Medizin zu verstehen, ist der Blick in die Vergangenheit auf jeden Fall von Vorteil.Das Buch beinhaltet innerhalb der Medizingeschichte u. a. Themen wie die Gynäkologie, Mythen um die weiblichen Fortpflanzungsorgane & Anatomie, Menstruationsbeschwerden, Hexenverfolgung, Umgang mit Schmerzen bei der Geburt, Entwicklung & Einsatz von Hormonpräparaten, Abtreibung & Gesetze, BIPoC, spezifische Erkrankungen von Frauen u. v. m.
Es ist ein Buch, welches immer wieder wütend macht, wie jahrelang mit Frauen in der Gesellschaft und Medizin umgegangen wurde, wie sie benachteiligt wurden und werden und wie sie noch heute so häufig mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen werden.
Aber gleichzeitig zeigt es auch, wie lohnenswert es sein kann, sich mit anderen zusammenzutun, um aufzuklären, Vorurteile abzubauen und für eine bessere medizinische Versorgung und für mehr Rechte zu kämpfen, was leider noch immer notwendig ist!----
FAZIT: Ein lesenswertes Buch, welches vor allem die Geschichte der Frauenmedizin in den Fokus nimmt und aufzeigt, wie diese mit ihren Mythen, Vorurteilen und Stereotypen bis heute nachwirkt. Es macht deutlich, dass in der Forschung von Erkrankungen, die vor allem Frauen betreffen und bei Medikamenten, die Frauen einnehmen, einiges nachgeholt werden muss.
Mir war es ein bisschen zu detailliert und ausschweifend geschrieben und die Gynäkologie nahm mir etwas zu viel Platz ein. Doch ich konnte insgesamt viel Wissenswertes für mich mitnehmen. Leseempfehlung für Interessierte und 4/5 Sterne!----
(C. N.: u. a. Vergewaltigung, Rassismus und Sklaverei, Eugenik und Experimente an Menschen, Misogynie, Ableismus, Abtreibung, usw.)
- Richard Laymon
Das Inferno
(104)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen kurzen Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Laymon - man liebt ihn, oder man hasst ihn....! Dieses Buch ist mal wieder typisch dafür. Wie schon in der Überschrift bemerkt gibt Isa kaum eine Grausamkeit, die der Autor auslässt. Dazu kommen die vielen sexuellen Anspielungen - da wippen haufenweise die Brüste vor den sabbernden Augen der Figuren. Es gibt viele verschiedene Handlungsstränge, die erst zum Finale hin zusammenlaufen. Logik sucht man hier vergebens - aber wer will schon Logik, wenn man einen Laymon liest.
Das Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Aber nach zwei Büchern des Autors in Folge ist jetzt erstmal eine längere Pause angesagt. Von dem Trip muss man dann erstmal wieder runterkommen.....!
- Agnès Martin-Lugand
Glückliche Menschen küssen auch im Regen
(87)Aktuelle Rezension von: VinnyDer Schreibstil war super, genauso die Idee der Geschichte.
Leider hat mich die Geschichte emotional überhaupt nicht abgeholt. Zwar war für mich schon ersichtlich, welche Gefühle rübergebracht werden sollten, aber es wurde für mich nur an der Oberfläche gekratzt. Gerne wäre ich noch tiefer in Dianes Gefühlswelt abgetaucht.
Mich hat auch das ständige Rauchen genervt.
- Elke Thomazo
Die Steinheilerin
(30)Aktuelle Rezension von: Smimo_DoFreising im Jahre 1590
Mehrere Hagelgewitter wüsten über Freising und richten erheblichen Schaden an. Die Bürger sind beunruhigt und vermuten dahinter Hexenwerk.
Eine regelrechte Hexenhysterie bricht aus und mehrere Frauen werden angeklagt. Unter den Beschuldigten ist auch die alte Witwe Brigitta. Die leidenschaftliche Hebamme und Heilerin arbeitet mit verschiedenen Steinen und ist den Apothekern schon lange ein Dorn im Auge.
Doch als auch Gret, die junge Schülerin von Brigitta in Verdacht gerät eine Hexe zu sein, flieht sie und ihr Freund Jacob aus Freising.
Die Geschichte ist sprachlich sehr einfach gehalten und liest sich wie ein Jugendroman. Ich fand das Thema um die Hexenverfolgung und die Arbeit der Hebamme sehr spannend, gerne hätte ich noch mehr über die Kräuterheilkunde und die Wirkung der verschiedenen Steinen gewünscht.
Warum das Buch ausgerechnet den Titel "die Steinheilerin" trägt, ist mir allerdings schleierhaft.
Denn der Focus liegt eindeutig bei dem jungen, naiven aber sehr wissbegierigen Mädchen Gret. Meiner Meinung nach war sie mir für diese Zeit viel zu frech und emanzipiert. An manchen Stellen musste ich mir auch regelrecht ans Hirn klatschten, Kind wie blöd kann man eigentlich sein...
Gret ist keine Hebamme und keine Heilerin, das sagt sie auch selbst und trotzdem schafft sie es alle zu heilen die ihre Hilfe brauchen. Hier kommen die Steine nur sehr spärlich zum Einsatz, was sehr schade ist. Vielmehr geht es um die Flucht von Gret und Jacob.
Als Jugendroman war es schön zu lesen und leicht verständlich. Für einen Erwachsenen Roman fehlte mir hier eindeutig die Tiefe, besonders bei den Protagonisten, da gab es nur die Guten oder die Bösen.
- Sarah Moss
Zwischen den Meeren
(29)Aktuelle Rezension von: BibliomaniaEin wunderschönes Cover, wie es sie immer im mare Verlag gibt. Hochwertig mit Lesebändchen und dem typischen weißen Rand an der unteren Seite des Buches, fühle ich mich einfach immer von diesem Verlag angesprochen. Besonders dieses Cover mit den Farben und dem Motiv erinnert mich an Japan, was auch ein wichtiger Bestandteil des vorliegenden Buches ist.
In Sarah Moss neuer Geschichte erzählt sie von einem jungen, frisch vermählten Ehepaar, Tom und Ally, die schon nach ein paar Wochen Eheleben für längere Zeit getrennt sein werden. Tom baut Leuchttürme und wird nach Japan entsandt. Ally ist Ärztin und interessiert sich besonders für psychisch Kranke. Während Tom in Japan versucht die dortige Welt und deren Menschen zu verstehen, taucht Ally immer tiefer in die Welt der Irrenanstalt zu Hause in Cornwall ein. Beide sind auf ihre Art einsam und versuchen damit klar zu kommen. Ihnen bleibt nichts weiter als Briefe, auf die sie wochenlang warten müssen, um ihre Beziehung aufrecht zu erhalten.
Zwei sehr interessante Erzählstränge, in Japan und in einer Psychiatrischen Anstalt, zwischen denen die Autorin hin und her wechselt. Mir haben besonders die Teile in Japan gefallen, wobei von Toms Arbeit kaum die Rede ist. Das finde ich störend, denn das war der eigentlich Grund für seine Reise. Es geht eher um die Gepflogenheiten und das viele Unverständnis Toms. So denkt er viel über die (Geister-)Füchse nach, die stets negativ für Familien sind. Er möchte das Land verstehen, kennen lernen und die Natur genießen. Er will das Land gar nicht mehr verlassen und wünscht, er hätte Ally gebeten mitzukommen. In Japan ist er nie allein und lernt, dass Essen aus vielen verschiedenen Konsistenzen bestehen kann, anders als in England. Er vermisst seine Frau und will doch nicht weg.
Ally wohnt derweil in ihrem Haus, in dem es nass und kalt und schimmelig ist. Da Tom über das Jahr hinweg in Japan bleiben muss, beschließt sie zu ihrer Mutter zu gehen. Eine Frau, vor der sie Angst hat. Eine Frau, die sich selbst nicht wertschätzt, nichts als arbeitet und sich den ganzen Tag von einem Stück Zwieback ernährt. Und dennoch geht Ally dorthin, sie hofft es hätte sich etwas verändert. Sie hofft es so sehr und hat weiterhin so große Angst vor ihrer eigenen Mutter, dass sie selbst in den Status einer Patientin in einer nervlichen Heilanstalt gerät.
Sarah Moss schreibt in einer tollen Sprache und unaufgeregt. Sie schafft es, dass man besonders mit Ally leidet, die es ihrer Mutter nicht recht machen kann. Ihr Drift in den Verfolgungswahn ist so realistisch beschrieben, dass man die Stimme der Mutter im eigenen Kopf hören kann.
Ein bisschen unzufrieden war ich dann allerdings mit dem Ende, das ich hier natürlich nicht verraten möchte. Für mich war der Epilog überflüssig und hat der eigenen Phantasie alles genommen.
- Wolfgang Wambach
Adam der Affe
(14)Aktuelle Rezension von: YH110BYDer 13jährige Kenny ist gehörlos und wird deswegen in der Schule immer gehänselt. Eines Tages ist ein Zirkus in der Stadt und dort sieht er den Schimpansen Adam, der in einem Käfig eingesperrt ist und auch die Gebärdensprache beherrscht. Als Kenny sieht, dass Adam zu Unrecht für einen Unfall verantwortlich gemacht wird, hilft er dem Schimpansen zu flüchten. Ihr Weg führt sie zu einem Professor in Kieselstadt, der Adam die Gebärdensprache beigebracht hat....Das Kinderbuch ist ganz nett zu lesen, könnte aber etwas ausführlicher abgehandelt werden. Man erfährt nicht viel darüber, was in Kenny und Adam vorgeht und die Geschichte wirkt etwas gehetzt erzählt. Ein Ereignis jagt das Andere. Zum Schluß gibt es noch einige interessante Dinge über Affen zu erfahren und Fotos von verschiedenen Affen. Auf jeden Fall hat das Buch meinem 8jährigen Sohn ganz gut gefallen! - Agatha Christie
Letztes Weekend
(12)Aktuelle Rezension von: HoldenZehn einander Fremde finden sich zu einer Wochenendgesellschaft auf der Afroenglisch-Insel ein, eingeladen bzw. angestellt von einem anonymen Hintermann. Nach und nach sterben besagte Gäste, die sich zuvor alle schuldig gemacht haben, ohne strafrechtlich belangt worden zu sein. Die Todesfälle entsprechen den Toden in "Zehn kleine Schwarzenegger" (sorry Arnie!), und alles wird immer mysteriöser und mysteriöser. Auf youtube findet man komplette Verfilmungen und Trailer zu solchen, die als "Zehn kleine Negerlein" bekannt geworden ist. Very spooky!
- Georges Simenon
Maigret und der gelbe Hund
(39)Aktuelle Rezension von: HoldenKommissar Maigret war zum Aufbau einer Mobilen Brigade nach Rennes geschickt worden, als sich im nahen Concarneau eine bizarre Verbrechensserie abspielt, die ihn mit dem unbedarften Inspektor Leroy im Schlepptau auf den Plan ruft. Ein gelber Hund erscheint an jedem Tatort (beim Film gilt: Nie mit Kindern oder Tieren drehen, hat der Autor offenbar noch nichts von gehört, zumal es mit dem Tier ein böses Ende nimmt). Minimalistisch geschrieben, man begleitet Maigret durch aufschlussreiche und weniger wichtige Gespräche, am Ende werden alle möglichen Verdächtigen in einer Zelle der Gendarmerie versammelt, wo der Schuldige entlarvt wird. Alles sehr rätselhaft und verwirrend, bis der geniale Ermittler (mal wieder) alles entzerrt. Muß sich vor anderen (historischen) Meisterermittlern sicher nicht verstecken.
- Martina Naubert
Massimiliano Verliebt in Bella Italia: Humorvolle deutsch-italienische Liebeskomödie in Italien mit Kater, Geist und Hund (Das Vermächtnis des Penato 2)
(11)Aktuelle Rezension von: mabuerele„...Ich bin mit dem Zug gefahren! Und zwar mit mehreren lokalen Bummelverbindungen, die an jeder Milchkanne halten! Hast du eine Vorstellung davon, wie lange das gedauert hat?...“
Lisa sitzt mit ihrem Freund Marco in einem Restaurant in Neapel. Marco hat immer noch Probleme damit, in Massmiliano mehr als einen Kater zu sehen. Massimiliano kann sprechen und ist für Lisa und Marco in Anzug und Sonnenbrille sichtbar. In dem Körper des Katers steckt ein Jahrhunderte alter römischer Hausgeist.
Die Autorin hat erneut eine humorvolle deutsch-italienische Liebesgeschichte mit besonderen Facetten geschrieben. Die Geschichte wird von Lisa erzählt und schließt zeitnah an den Vorgängerband an. In dem hatte Massimiliano Lisa nach Neapel gerufen, man könnte auch sagen, befohlen.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen und passt sich gut der jeweiligen Situation an. Natürlich tritt Lisa wieder in manch italienisches Fettnäpfchen, denn sie hat immer noch nicht gelernt, erst zu denken und dann zu reden.
Massimiliano hat einen trockenen Humor. Das zeigt schon das Eingangszitat. Seine tausendjährigen Erfahrungen mit der Menschheit lassen ihn zu erstaunlichen Urteilen kommen, wie in dem folgenden Zitat deutlich wird, dass er nach der Betrachtung einer Fernsehsendung fällt.
„...Die Kommunikationsfähigkeit der Menschheit entwickelt sich rückwärts...“
Als Massimilano in den Ruinen von Pompeji seine alten Rezepttafeln findet, überschlagen sich die Ereignisse. Auch zwischen Lisa und Marco gibt es plötzlich Unstimmigkeiten. Massimiliano hat alle Pfoten voll zu tun, um die Geschichte nach seinen Vorstellungen in Ordnung zu bringen.
Gut dargelegt werden Fakten und Erkenntnisse zum Vulkanausbruch in der Stadt. Massimiliano war ja Augenzeuge. Deshalb streut er auch gern antike Zitat ein, zum Beispiel von Seneca.
„...Der Geist muss frisch sein, voll Selbstvertrauen und allen Anfechtungen überlegen...“
Erstaunlich finde ich die Unterschiede zwischen Deutschland und Italien. So wäre ich zum Beispiel davon ausgegangen, dass die Kleidergrößen in Europa einheitlich standardisiert sind.
Zu den stilistischen Höhepunkten gehören die Gespräche zwischen Massimiliano, Lisa und Marco. Dabei gibt es auch tiefer gehende Ansätze, die fast philosophisch klingen. Plötzlich landen sie sogar bei deutschen Märchen. .
Außerdem erklärt Massimiliano, warum er gerade den Körper als Kater gewählt hat und wie schwierig die Prozedur ist.
Interessant fand ich die Reaktion der Italiener auf eine hauchdünne Schneeschicht.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es verknüpft geschickt eine Liebesgeschichte der Gegenwart mit kulturellen Unterschieden und historischen Fakten.
By Katherine Howe Conversion
(1)Aktuelle Rezension von: Darcy'The truth is, I'm not sure when it started. I don't actually think anybody really knows.'
'Colleen is feeling the heat. It's her final year of school, and university applications and deciphering boys' texts have turned life into a pressure cooker. Colleen and her friends are expected to somehow keep it all together - until they can't. The first victim ist gorgeous, popular Clara who starts having loud and uncontrollable tics while her horrified classmates look on. More students follow suit with new symptoms: seizures, body vibrations, violent coughing fits, and hair loss. The media descends as school officials, angry parents and health experts scramble to find something, or someone, to blame. But there is one thing no one has factored in: the school's town was once Salem Village, the site of a similarly bizarre epidemic among teenage girls three hundred years earlier - and it seems history is about to repeat itself.' (blurp)
The story consists of three different narratives: First, there are the happenings at Colleen's elite private school St. Joan's in Danvers, Massachusetts in 2012 concerning the Mystery Illness, which are presented from her point of view. Secondly, there is Ann Putnam, talking about herself experiencing the Salem witchcraft trials as a young girl in 1692 and, thirdly, confessing about the terrible role she played in them to the town minister Reverend Green 14 years later. The events taking place in Salem in 1692 are also subject of Arthur Miller's famous play 'The Crucible', which Colleen studies with her History class. I also read this play last year with my English advanced class and came across an excerpt of this book, it being a part of the A-Levels. Yet there are even more links between Colleen's and Ann's experiences at the two different points of time in history as in both cases hysteria unfolds about a number of girls suffering from strange symptoms for which no natural explanation can be found initially. I liked how the author sometimes made a few tiny details the same for Colleen and Ann, like both of them having the same drink. Most of the characters I found rather likeable and well distinguishable from the start. Colleen as the protagonist maybe comes across a little egoistic as she seems to care most about her grades and college applications instead of her friends. However, I liked that she stayed calm while many of her classmates fell sick to the Mystery Illness and more and more reporters started to besiege the school as the matter received great coverage through the media. Throughout the book I was curious to find out the cause of the Mystery Illness, in the end the solution was convincing though somewhat shocking. It's obvious that Colleen is under a lot of stress and doesn't find enough time at all for the things she'd rather like to do. I really liked the connection that the author made between the Salem witch trials and the Danvers Mystery Illness, which is also based on true events, that is to say the Le Roy Mystery Illness, which Howe shortly explains in an Author's Note at the end of the book. About the events taking place in Salem in 1692 I already knew from reading 'The Crucible', still it was interesting to read about them again as depicted by a different author, thereby learning which details in Miller's play weren't accurate according to history. Again it was horrifying how the group of teenage girls around Abigail Williams and Ann Putnam didn't hesitate to condemn 19 innocent people to death by pretending to be bewitched by them, only for the sake of being in the centre of everyone's attention. Then (as with many other things, too I guess) one might think that something like that wouldn't happen again nowadays, but it did. However, the two occurrences aren't 100% comparable as the girls in Danvers/ Le Roy really suffered from physical symptoms whereas the ones from Salem were just faking. Katherine Howe, author of 'The Lost Book of Salem' and 'The House of Velvet and Glass', was born in 1977 and is a lecturer in American Studies at Cornell University as well as a direct descendant of three of the women accused of being witches at the Salem witchcraft trials. In sum, I recommend this book to everyone who enjoyed 'The Crucible' or is generally interested in the topics of witchcraft trials and mass hysteria. It was both interesting and unsettling to read how something similar can still happen today.
'I feel it. We've begun to believe. We've been performing so well, we're fooling ourselves. We've been pulled into our own play.'
- Sabine Rückert
ZEIT Verbrechen
(32)Aktuelle Rezension von: SternenstaubfeeTrue Crime lese und höre ich sehr gerne. In diesem Fall habe ich das Hörbuch gehört. Es war anders aufgebaut, als ich es von vielen anderen True Crime Hörbüchern kenne, aber ich fand die ausgewählten Fälle sehr spannend und zum Teil auch erschreckend/schockierend. Was mir an mancher Stelle gefehlt hat, waren noch ein paar mehr Infos über die Täter und deren Verurteilungen.
28.03.2025
- Katharina Adler
Ida
(65)Aktuelle Rezension von: BibliokateIn ihrem Buch Ida, erzählt Katharina Adler mit sehr viel Einfühlungsvermögen die Geschichte von Dora, der bekanntesten Patientin von Siegmund Freud. Die Patientin die wegen Hysterie behandelt wurde und die Therapie bei Dr. Freud abbrach, was Freud sein Leben lang belastet. Man erfährt sehr viel über die Frau die, von den einen als schwierig und von den anderen als Heldin bezeichnet wurde, und vor allem zeigt sich eines: Ida Adler war ein mit Vernunft begabter, willensstarker Mensch der sich von nichts und niemandem in eine Schublade oder Kategorie einteilen ließ, schon gar nicht von einem Mann.
Es kommt im Buch auch der, heutzutage häufig kontrovers diskutierte Schwerpunkt Freuds auf die "Triebe" und die Sexualität zur Sprache und natürlich auch Freuds Schwerpunkt auf das Unterbewusst zur Sprache.
Das Buch ist gleichzeitig die Geschichte einer Frau, die um mehr Selbstbestimmung kämpft und gleichzeitig auch die Geschichte von einem der bedeutendsten Psychologen der Geschichte.
Es ist schon länger her das ich das Buch gelesen habe, allerdings hat es mich sehr fasziniert und es beschäftigt mich bis heute immer wieder.
- Camilla Läckberg
Die Eishexe (Ein Falck-Hedström-Krimi 10)
(25)Aktuelle Rezension von: mandalottiIch hatte am Anfang wirklich Probleme dran zu bleiben, es waren zu viele Leute und es liefen 3 Storys gleichzeitig. Die eine davon fand ich sogar grundsätzlich unnötig für die Geschichte an sich.
Zum Ende hin wurde es dann auch spannender und da machte es dann auch Spaß es zu hören, aber bis dahin muss man erstmal dran bleiben.
Die Sprecherin hat mir erstaunlich gut gefallen, ich mag ja selten Frauenstimmen bei Hörbüchern, aber sie hat es wirklich gut gesprochen.
- Playmobil Merchandising
playmobil comic. Goldrausch in Klickytown
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenDie berüchtigte Blacky-Bande hat von dem Goldrausch in Klickytown gehört und überfällt die fleißigen Goldgräber. Als vorbeikommende Indianer das Schürfwerkzeug sehen, gehen sie sofort beim Anblick einer Spitzhacke davon aus, daß die Bleichgesichter das Kriegsbeil ausgegraben haben, und kidnappen kurzerhand die Glückssucher. Sheriff McKlick reitet deswegen stante pede zum Fort Union, um die Kavallerie zu alarmieren und auf einen Angriff auf die Indianer vorzubereiten. Klar, hier wird kein Westernklischee ausgelassen, aber jungen Lesern dürfte der Comic gefallen, ich fand ihn damals jedenfalls sehr spannend und humorvoll. - Jürgen Neffe
Mehr als wir sind
(4)Aktuelle Rezension von: BabschaJanush Coppki heißt der Protagonist des Buches, ein verschrobener und genialer Chemiker unserer Zeit, der sich darüber Gedanken macht, was die Welt im Innersten zusammen hält. Und wie sinnlos doch Schlaf ist, nämlich unnützer Zeitverlust. Also entwickelt er ein Wundermittel, dass so gut wirkt wie geplant. Man bleibt dauerhaft wach....
Tja, und an dieser Stelle hab ich entschieden, dass Buch dauerhaft zuzuklappen. Weil ich eben nicht mehr wach bleiben konnte. Und auch wegen des Zeitverlustes. Den ich leider während des Lesens zunehmend empfunden habe, bis ich mich am Schluss nur noch durch die Seiten gequält hatte und die Reißleine ziehen musste. Schade, das kommt nur alle Jubeljahre mal vor bei mir. Kann man nichts machen. Die Sprache des Buches ist ausgefeilt, wenn auch eher trocken, und lebt von dem Wissen des Autors um die Materie von Chemie und Philosophie. Auch die Idee, das Leben dieses Weltveränderers aus der Perspektive einer Gruppe "analytischer Biografen" Ende des 21. Jahrhunderts "nachspielen" zu lassen, ist gelungen. Und trotzdem: Es ziiiiieht sich alles ungemein und driftet immer wieder in theoretische Gefilde ab, die sich mir einfach nicht mehr erschließen. Die Handlung kriecht im Schneckentempo vorwärts. Schade drum. Aber besser ein Ende mit Schrecken als umgekehrt. So hätte es bestimmt auch Coppki selbst gesehen. Bestimmt.
Trotz allem fairerweise 3 Sterne für ein insgesamt außergewöhnliches Buch. Nur der Schreibstil, eben nichts für mich.
- Silvia Stolzenburg
Die Salbenmacherin und die Hure
(43)Aktuelle Rezension von: Daniela_WeigelÜber Nürnberg liegt eine brütende Sommerhitze, die allen Menschen schwer zu schaffen macht. Alles stinkt, keiner kann mehr schlafen und immer mehr Menschen erkranken an einem rätselhaften Fieber. Als eine grauenhaft zugerichtete Leiche ohne Kopf, Hände und ausgeweidet gefunden wird, geht das Entsetzen um. Die angebliche Sichtung eines Werwolfes greift schnell um sich und löst Panik aus. Olivera und Götz sind bei der Leichenschau dabei, schnell wird klar, dass es sich um die Tat eines Menschen handelt. Doch der Medicus ist anderer Meinung und heizt die Panik um den Werwolf damit weiter an. Olivera und Götz beginnen im Verborgenen einige Nachforschungen und auch Jona und Caspar wollen den Werwolf zur Strecke bringen und stoßen auf Unglaubliches.
Als der vermeintliche Werwolf gefasst und verbrannt wird, geht das Morden weiter, und der Aufschrei ist groß. Ist der Dämon aus dessen Körper gefahren?
Olivera und Götz kommen einfach nicht zur Ruhe, immer wieder müssen sie Feinde fürchten. Doch kann man einfach wegsehen, wenn man überzeugt ist, dass unrecht geschieht? Olivera kann dies nicht und bringt sich damit immer wieder in Gefahr.
Die Geschichte beginnt spannend und wird aus der Sicht von Olivera, Jona und des Werwolfes erzählt. Durch die verschiedenen Handlungsstränge und die kurzen Kapitel wird die Spannung konstant hochgehalten.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und bildlich, ich mag die Einblicke in die Kräuterheilkunst und die Gebräuche der damaligen Zeit sehr.
Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Teil der Reihe, denn ich mag Olivera, Götz und ganz besonders Jona.
Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung
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