Bücher mit dem Tag "ich-stärkung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ich-stärkung" gekennzeichnet haben.

80 Bücher

  1. Cover des Buches Mollys Flug zum Mond (ISBN: 9783734820717)
    Duncan Beedie

    Mollys Flug zum Mond

     (12)
    Aktuelle Rezension von: kinderbuchschatz

    Originaltitel: Molly’s Moon Mission

    Titel: Molly’s Flug zum Mond

    Von: @duncandraws77 

    Übersetzung: @kristinakreuzerwoerter 

    Verlag: @magellanverlag 

    Seitenanzahl: 40

    Empfohlenes Lesealter: 3-6 Jahre

    Preis:14€

    ISBN: 978-3734820715


    Inhalt: Zum Mond fliegen. Für eine kleine Motte viel, viel, viel zu weit weg, denken Molly’s Mama und die anderen Tiere. Doch Molly trainiert und hat ihren Plan fest im Visier. Und dann ist es soweit: 5 - 4 - 3 - 2 -1 START! Molly landet auf etwas hellem, Gelben. Aber es ist nicht der Mond, sondern nur eine Glühbirne. Ob Molly jetzt aufgibt?


    Meine Meinung: Eine Motte ist ja vielleicht zuerst nicht grade ein Publikumsliebling, wie man meinen könnte. Aber weit getäuscht, wir fliegen auf Molly. Eine kleine Motte zeigt, was in ihr steckt. Allein das finde ich ja schon so eine schöne Metapher. In der Geschichte geht der bunte Falter konsequent seinen Weg, auch wenn er viele Zweifler hat. Ist es nicht auch so im wahren Leben? Was mir ausserdem noch gut gefallen hat ist, dass Molly sich auf ihre Weltraummission vorbereitet hat. Ohne Fleiß keinen Preis hat schon einen wahren Kern, besonders wenn man mit Leidenschaft dabei ist. Der erzählende Text wird durch viel wörtliche Rede aufgelockert und die Illustrationen sind eine tolle Kombination aus Licht- und Schattenspielen. 


    Fazit: Ein wunderschönes Bilderbuch über Träume, und wie man sie erreicht, auch wenn sie noch so groß sind. 


  2. Cover des Buches Elli und Felli (ISBN: 9783522185257)
    Anke Girod

    Elli und Felli

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Eine fantasievolle, einfühlsame, lustige Geschichte 

    unterteilt in 9 Kapitel

    über einen Umzug, Neuanfang, verrückte Ereignisse, ganz viel Freundschaft

    aber vor allem auch um Angst, Unsicherheit und wie man es schafft damit umzugehen


    zum Vorlesen ab 4 Jahren

    und etwas geübte Selberleser



    Um es vorwegzunehmen, natürlich ist dieses Vorlesebuch auch für Selberleser geeignet, zumal die Druckschrift und der Zeilenabstand angenehm groß gewählt wurden und der Bildanteil recht hoch. Zu bedenken ist jedoch, dass es sich bei der Protagonistin um ein Kindergartenkind handelt. Nicht jedes Schulkind mag Geschichten lesen, in denen es um jüngere Kinder geht, wenn gleich die Story wirklich unglaublich lustig und ereignisreich ist und Schulkinder von den Handlungsereignissen durchaus ansprechen würde. Mehr noch, sie finden sich und ihre Ängste und Unsicherheiten (nach eigenen Angaben) hier wieder.


    Kapitelüberschriften wie:

    "Der Vanille-Blumenschrank"

    "Oberwaschbärenmäßig nützlich!" 

    oder

    "Der Ritt auf dem Staubisaurus"

    machen glaube ich schon deutlich, dass es hier um Geschichten geht, die überhaupt nicht altersabhängig sind.


    Hier geht es um einen Umzug, ein neues Zuhause, Altes Vermissen, Neuanfang und neue Freundschaften schließen und das alles gepaart mit fantasievollen und zuweilen (recht vielen) sehr witzigen Ereignissen.


    Elli ist mit ihren Eltern gerade erst in ein neues Haus gezogen. Besser gesagt in ein neues altes Haus. In ihrem Zimmer steht ein großer alter Bauernschrank von den Vorbesitzern, den sie der Familie geschenkt haben. Elli ist begeistert von dem mit Blumen bemalten Schrank, der so groß ist, dass man ihn als Kind auch für ein Minizimmer halten konnte.

    Ellis Papa ist ein Staubsauererfinder, was zur Folge hat, das ständig im Haus gesaugt wird, vorzugsweise von einem Staubsaugerroboter, der völlig selbstständig saugte, nur leider auch all die Dinge, die er gar nicht einsaugen sollte. Um Ruhe vor ihm zu haben und damit nicht noch mehr unangenehmes an Ellis erstem Tag passiert verzieht sie sich in ihren neuen schönen großen Schrank, der wirklich wie eine gemütliche Höhle für sie ist. 

    Ellis erster Tag im neuen Kindergarten war schon eine Katastrophe, Ausgerechnet an ihrem ersten Tag ist ihr etwas ganz Doofes passiert. Mehr Negatives konnte sie einfach nicht gebrauchen.

    Der Schrank war da gerade der richtige Rückzugsort für ihren Kummer. Ihre Lieblingsjacke hin bereits dort. Sie roch nicht nur wunderbar nach Vanille, der sie an ihre Oma erinnerte, sondern ließ Elli auch gleich an ihr Lieblingstier den Waschbären denken da sie so einen weichen Fellkragen hatte.

    Die Kleine seufzte. Ihre Oma fehlte ihr und irgendwie hatte sie das Bedürfnis ihr gleich von ihrem Kummer zu berichten. Von dem blöden Tag im Kindergarten. Sie begann eine Art Gepräch doch mehr als ein "... wenn du wüsstest..." kam dann doch nicht heraus, schließlich war die Oma ja nicht da.

    Doch was dann passierte konnte Elli erst gar nicht glauben. Plötzlich hörte sie eine Stimme, die fragte was denn passiert sei.  

    Was die Kleine zunächst als akustische Täuschung abtat entpuppte sich wenig später als ein kleines weiches Wunder. Ihre Jacke begann zu sprechen und kurz drauf kletterte ein Waschbär mit genau der Maserung ihrer Jacke aus dem Schrank. Elli verstand schnell, dass der Waschbär zu ihr gekommen kam, weil sie traurig war und Hilfe gebrauchen konnte.

    Felli Waschbär war für sie da.

    Ich möchte hier jetzt gar nicht die ganze Geschichte erzählen, die so herrlich ist, dass man möglichst wenig im Vorfeld verraten sollte. 

    Anke Girod erzählt mit so viel Einfühlungsvermögen und unglaublich viel Sprachwitz, dass es geradezu eine Sünde wäre, hier eine Art Nacherzählung zu starten. Die Handlung und die Botschaft der Geschichte ist schon toll, aber ihr Erzählstil ist es was es ausmacht und der ist einfach nur wundervoll und mitreißend ist. So mitreißend, dass man gar nicht mehr aufhören möchte zu lesen. So intensiv, so ausschmückend und verbildlichend, mit so viel Sprach- und Wortwitz das man trotz aller innerer Auseinandersetzung der kleinen Elli, immerfort Schmunzeln lässt. Waschbär Felli mit seiner einfühlsamen , aber auch frech-witzigen, zuweilen Forschen Art schafft es Elli zu erklären, wieso sie so reagiert wie sie reagiert und er schafft es, das Elli begreift, dass es ihre Unsicherheit, ihre Angst ist, die sie rot werden lässt, die sie plötzlich Summen lässt obwohl sie es gar nicht möchte und Elli sieht plötzlich, dass es anderen genauso geht. Dass andere genauso unsicher sind, doch sich das bei ihnen anders ausdrückt. Einer spricht nicht, ist lieber still als etwas falsch zu machen, andere drehen vor Unsicherheit oder Verlegenheit mit dem Finger in den Haaren und wieder andere.... .

    Anke Girod erzählt davon so plastisch, dass man direkt Bilder im Kopf hat und mitunter ein Aha-Erlebnis. 

    Nicht allein mit einem Problem zu sein, das ist gut zu wissen und zu erleben und genau das hat Elli gebraucht, um ihre eigene Unsicherheit zu akzeptieren und auch ein Stück weit zu verlieren.

    Aber da ist nicht das Einzige, was Elli und die Leser erleben. Elli findet eine neue Freundin, die sie versteht und auch einen tierischen Begleiter hat und wenn wir eines nach der Geschichte, die in mehrere Kapitel unterteilt ist, wissen ist, dass tierische Begleiter immer für eine Überraschung gut sind.

    Ja und dann ist da ja noch Ellis Staubsauger-Erfinder-Papa mit seinen Staubsaugererfindungen. Mit dem Turbostaubsauger, der ein Eigenleben entwickelt und macht, was er will, und dann ist da auch noch.....

    So genug verraten, genug erzählt.

    Wenn ihr Lust auf eine lustige Geschichte habt, die noch dazu Mut macht dann lernt Elli und ihrer neuen Freundin Shaja , Felli und Lämmli kennen. Taucht ein in eine Geschichtenwelt mit herrlichen Illustrationen, die Kummer und Sorgen ganz klein werden lassen.


    Ich kann es immer nur wieder erwähnen und betonen:

    Die Geschichte ist wirklich schon wundervoll aber die Art und Weise, wie Anke Girod erzählt ist es was einen einfach nur begeistert. So liebevoll, so warmherzig, so einfühlsam, so mitfühlend, sooo .......


    Neben der erzählenden Geschichte darf man aber auch die originellen, witzigen, einfühlsamen Illustrationen von Caroline Opheus nicht außer Acht lassen. Sie lassen die Handlung noch einmal anders erleben. Gerade die Emotionen, aber auch die Situationskomik wird hier wunderbar über die Bilder transportiert und lädt Selberleser darüber hinaus ein eine kleine Lesepause zu machen um einen Moment im Bild zu Verweilen. Aber auch fürs Vorlesen sind diese kleinen "Bildpausen" wichtig, um die Aufmerksamkeit der Zuhörer immer wieder neu zu fokussieren. Die Zeichnungen sind nicht nur Visualisierer des Geschehens, sondern erzählen auf ihre Weise. Besonders schön können die Kinder hierin die jeweiligen Gefühle der Kinder erleben und mit ihren eigenen Erfahrungen andocken. 


    So wie die Kinder sich in der erzählenden Geschichte wiederfinden können, so können sie es bestimmt auch in dem ein oder anderen Bild. Das gepaart mit ganz viel witzigen Momenten macht das Leseerlebnis perfekt.


    Euch erwartet Lesespaß pur und bitte liebe Eltern und Schulkinder, stört euch nicht daran, dass Elli ein Kindergartenkind ist, denn sie könnte genauso in die Schule gehen und in der Schule gibt es weitaus mehr Situationen, die Kinder erleben und genauso zu Ellis Geschichte passen.

    Ich würde sogar sagen, Schulkinder finden sich hier in Bezug auf Ängste, Unsicherheiten etc. sogar noch etwas mehr wieder wie Kindergartenkinder, was mir eigentlich auch erst über die Rückmeldungen der Grundschulkinder, mit denen ich das Buch gelesen habe, bewusst geworden ist.

    Unter den Grundschulkindern waren eigentlich alle schon einmal mit einer ähnlichen Situation konfrontiert. Sei es, dass es das vor der Klasse etwas erzählen müssen, an die Tafel gehen oder auch Vorturnen im Sportunterricht. 

    Unsicherheit, Ängste, Angst etwas falsch zu machen, ausgelacht zu werden, das kennt jeder. Zu erleben, zu erfahren und zu wissen, dass man damit nicht alleine ist, dass es anderen auch so geht, das stärkt und macht Mut, ganz gleich wie alt man ist.


    In diesem Sinne, habt viel, viel Freunde mit Elli, Felli, Shaja, Lämmli und dem unbändigen, eigenwilligen Staubsauger.

  3. Cover des Buches Kleiner Löwe, großer Mut (ISBN: 9783845837598)
    Tom Belz

    Kleiner Löwe, großer Mut

     (76)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_Reinländer

    Klappentext / Inhalt:

    Ich bin ein Löwe, also brüll ich!
    Tobe ist ein ganz gewöhnlicher kleiner Löwe. Er hat eine blonde Löwenmähne, spitze Löwenzähne und drei starke Löwenbeine. Ein Bein hat Tobe nämlich verloren. Trotzdem will er weiterhin all die Dinge machen, die Löwenkinder so lieben: um die Wette brüllen, Fangen spielen und Wasserbomben machen. Doch seine Freunde behandeln ihn plötzlich ganz anders. Also beschließt er, allen zu beweisen, dass er immer noch ein mutiger kleiner Löwe ist. Gemeinsam mit seinem besten Freund macht er sich auf den Weg, um den höchsten Berg zu erklimmen ...
    Ein löwenstarkes Mutmachbuch
    "Geht doch!", sagt der kleine Löwe Tobe, als seine Freunde endlich einsehen, dass er immer noch derselbe ist. Gemeinsam mit der Autorin Carolin Helm erzählt Tom Belz, der im Alter von 8 Jahren sein linkes Bein an Knochenkrebs verlor, eine Geschichte, die Kindern Mut macht – ganz besonders jenen, deren Lebenssituation sich ganz plötzlich verändert. Alexandra Helm hat Tobes Geschichte einfühlsam und humorvoll illustriert.
    Inspiriert von einer wahren Geschichte: Tom Belz bestieg 2018 mit nur einem Bein und zwei Krücken erfolgreich den Gipfel des Kilimandscharo
    Starke Botschaft: Tobes Geschichte ermutigt Kinder dazu, selbstbewusst zu kommunizieren, was ihnen guttut und was nicht
    Großes Identifikationspotenzial: Die liebenswerte Figur des kleinen Löwen sowie seine Sorgen und Ängste sind nah an der Lebenswelt der jungen Leser
    Kindnah erzählt: Durch die alltagsnahe Sprache und die farbenfrohen Bilder eignet sich das Bilderbuch zum Vorlesen für Kinder ab 4 Jahren
    Extra-Motivation: Zu diesem Buch gibt es ein Quiz bei Antolin.

    Cover:

    Das Cover zeigt einen Löwen, mit drei Pfoten, der sich stolz und mutig präsentiert und sehr fröhlich und glücklich erscheint. Auch einige Vögel drumherum sind erkennbar und das gesamte Cover macht einen sehr positiven und liebevollen Eindruck. 

    Meinung:

    Eine starke Mutmachgeschichte, von einem kleinen Löwen, der sich nicht unterkriegen lässt.

    Die Geschichte ist sehr liebevoll erzählt und handelt von dem kleinen Löwen Tobe, der einfach nur die Welt entdecken und erleben möchte. Tobe hat nur drei Beine, denn eines hat er verloren, seine Freunde behandeln ihn deshalb manchmal merkwürdig, aber das möchte Tobe eigentlich nicht, denn er möchte eigentlich einfach alles nur genauso machen, wie seine Freunde und nicht anders behandelt werden, daher will er es allen beweisen und den höchsten Berg erklimmen.

    Doch zu viel sei hier inhaltlich noch nicht verraten, denn ich möchte nicht Spoilern, sondern ermutigen diese tolle Geschichte zu entdecken.

    Die Geschichte wird sehr liebevoll und gut nachvollziehbar erzählt. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Man begleitet den kleinen Löwen Tobe bei seiner Geschichte. Diese wird aus seiner Sicht, in der erzählenden Perspektive der dritten Person, wiedergegeben. 

    Tobe habe ich schnell sehr lieb gewonnen. Ein sehr starker und mutiger Charakter. man kann sich sehr gut in diesen hineinversetzen und es wird alles sehr herzerwärmend und liebevoll erzählt.

    Die Geschichte selbst enthält einige tolle Botschaften, über Freundschaft, Stärke und Mut. Der sehr lebendige Erzählstil ermöglicht ein gutes Folgen der Geschichte und man es bleibt stets spannend und interessant. 

    Auch das Text-Bild Verhältnis ist hier sehr gut gewählt und der Altersgruppe entsprechend. Die Textlänge ist okay und überfordert die Kleinsten nicht. Die einzelnen Textabschnitte lassen sich gut lesen.

    Wundervoll sind auch die großen Zeichnungen, diese geben die Ereignisse sehr gut wieder. Die Bilder setzen die vorherigen Handlungen gut um und man kann auf den einzelnen Bildern viel entdecken. Auch werden die Emotionen der Tiere in den Bildern und Gesichtern dieser gut erkenntlich gemacht. Die Bilder sind sehr liebevoll gestaltet und runden das Buch perfekt ab.

    Eine tolle Mutmachgeschichte, für alle, um an sich selbst zu glauben und wie wichtig Freundschaft dabei ist. 

    Diese wundervolle Kindergeschichte berührt auf einer wahren Geschichte, die berührt und am Ende auch kurz mit beschrieben ist, daher lohnt es sich auch die Kommentare bzw. die Widmung am Schluss zu lesen. 

    Fazit:

    Eine starke Mutmachgeschichte, von einem kleinen Löwen, der sich nicht unterkriegen lässt.

  4. Cover des Buches Bär und Maus - Jeden Tag und für immer (ISBN: 9783570179925)
    Christopher Cheng

    Bär und Maus - Jeden Tag und für immer

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste


    Eine unglaubliche tiefe, sehr berührende emotionale Geschichte 

    über die bedingungslose Freundschaft (Liebe), die alles mitmacht und alles trägt

    für Kinder ab 4 Jahren 

    und jeden der Bücher liebt


    Bücher können so, so wunderschön sein!

    So tief berühren, das einem fast schwindelig wird.


    Genau so ein Buch ist "Bär und Maus - Jeden Tag und für immer" von Christopher Cheng mit Bildern von Stephen Michael King mit einer fantastischen Übersetzung von Knut Krüger, der es geschafft hat, die Tiefe und Emotionalität der Geschichte auch ins Deutsche zu transportieren, ohne das etwas von der Faszination verloren geht.

    Als ich für eine Themenreihe "Freundschaft" nach Geschichten suchte fiel mir dieses Buch in die Hände, das schon durch das Cover zu mir sprach. Nun ist es ja so, dass nicht alles was Erwachsenen gefällt auch Kindern gefällt, also machte ich es wie immer (oder besser gesagt, wie schon so oft), ich legte das Buch einfach gut sichtbar auf einen Tisch und beobachtete die Reaktionen der Kinder. Und was soll ich sagen, das Buch lag keine zwei Minuten dort und weitere drei Minuten später hockten die ersten 4 Kinder im Alter zwischen 4 und 6 Jahren gemeinsam zusammen und entdeckten die Bilderwelt mit ihrer ganz eigenen wundervollen, fast selbsterklärenden Bildsprache. Später kam ein Kind zu mir und sagte:"...Du die haben sich aber sehr lieb, stimmt's?...."

    Ja, Pandabär und Maus haben sich sehr lieb. Wie lieb und wie tief diese bedingungslose Liebe/Freundschaft allerdings ist, das erleben wir erst über die erzählende Geschichte. Wir alle kennen die Geschichte von der Hasenmutter und ihrem Kind, in der die Mutter dem Kind erklärt wie lieb sie es hat. "Von hier bis zum Mond....". Unzählige Male ist sie in abgewandelter Form zu Papier gebracht worden und immer und immer wieder wird sie erzählt. 

    Hier ist es anders, denn hier wird diese tiefe Verbundenheit mit ganz viel Inhalt gefüllt.  Es ist nicht nur eine Aufzählung sondern ein Fragen und Antworten. Die Maus stellt dem Bären Fragen, die in die Zukunft gehen. "Meinst du, wir werden uns immer noch an den Händen halten- auch wenn wir schon alt und grau sind..." , Hälst du meine Hand während....., auch wenn......", und der Bär antwortet mit einer Selbstverständlichkeit und Intensität, das kein Zweifel daran besteht, das er nie von ihrer Seite weichen wird. Immer und immer wieder stellt die Maus neue Fragen, fast schon als suche sie nach einer negativen Antwort, aber dem ist nicht so. Sie will einfach nur hören, das egal was passiert, der Bär zu ihr steht, für sie da ist. Das sie nie allein ist. Und mit jeder Antwort, die der Bär gibt, wird beim Leser das Gefühl stärker, dass es etwas gibt, das alles trägt, das alles verzeiht, das so stark ist, das man immer aufgefangen wird. Das da jemand ist, der für einen da ist. Das man nie allein ist. Und auch wenn sich die Geschichte zwischen Bär und Maus abspielt, wird sie beim Vorlesen zu einer Geschichte zwischen dem Vorlesenden und dem, dem man vorliest. In einer 1:1 Situation ist dieses Gefühl stärker, als in einer Gruppe, doch auch in einer Gruppe empfinden die Kinder es so, was eine Leserunde mit Grundschulkindern zu Tage brachte. Das Kind fühlt sich angesprochen, rutscht in die Rolle der Maus, weil sie Fragen stellt, die sich viele selbst schon in ähnlicher Form gestellt haben. "Wirst du meine Hand halten auch wenn....?", steht im Grunde für "..hast du mich auch noch lieb wenn...?". Auch wenn ich schlecht gelaunt bin, auch wenn ich Fehler mache, auch wenn ich mal nicht nett zu dir bin...? Jeder von uns kennt dieses Gedankenspiel, jeder von uns, und gerade die Kinder haben schon einmal zumindest in Gedanken solch eine Frage formuliert. Sie beantwortet zu bekommen, bringt Sicherheit. Sicherheit, die ein Kind braucht um zu wachsen, um unbeschwert und ohne Angst durchs Leben zu gehen. Die ein Kind stärkt. Und genau das ist es was der Autor möchte. Geschichten erzählen, die Kinder stärken. Das der Bär mit so viel Tiefe, Klarheit und Selbstverständlichkeit antwortet bringt der Maus diese Sicherheit und in unseren Leserherzen empfinden wir genau das auch. 

    Eine entscheidende Stelle der Geschichte kommt fast zum Schluß. Die Maus fragt:

     "Aber wenn ich irgendwohin gehen muss und du nicht mitkommen kannst, was dann?"

    Sich das vorzustellen fällt schwer, aber die vielen Antworten, die der Bär gibt beantworten auch diese, alles entscheidende Frage. Es sind ganz individuelle Antworten die er zum Ende in einem Satz zusammenfast.

    "Dann hätte ich dich immer bei mir.............Jeden Tag..... für immer."

    Stephen Michael Kings wundervollen Zeichnungen unterstützen die Geschichte in dem er das Geschehen visualisiert, sichtbar macht. Zwar kommen einem vor dem inneren Auge bei jeder Frage und jeder Antwort selbst Bilder in den Kopf, doch seine Illustrationen zeigen mehr als nur das Geschehen. Sie lassen mitempfinden, mit spüren. Durch sie wird einem bewusst wie tief diese Freundschaft, diese Liebe ist.

    Die Kombination aus Bild und Text ist es, was unser Herz so tief berührt und die Botschaft beim Leser so intensiv ankommen lässt.


    Ja, es ist ein Bilderbuch, das berührt, tief berührt.

    Es ist aber auch ein Buch das stärkt und Sicherheit geben kann.

    Kindern, genauso wie Erwachsenen.

    Ich wurde einmal gefragt für wen nun dieses Buch sei. Es sei doch ein Bilderbuch, also für Kinder. Und es ging weiter, das dieser Jemand in Frage stellte, das Kinder es verstehen. Ja, Kinder verstehen es. Vielleicht sogar besser als Erwachsene, denn sie können sich noch relativ unbefangen auf die Geschichte einlassen. Sie sind offen für Emotionen, Fragen und Antworten. Zuerst sind es die Figuren, die sie neugierig machen, dann sind es die Fragen, die sie sich vielleicht auch schon einmal gestellt haben. Sie durchleben die Geschichte weil sie sich mit ihr in irgendeiner Weise identifizieren können.

    Erwachsene müssen oft erst abschalten lernen um sich auf eine Geschichte einlassen zu können. Ist man aber als Erwachsener in der Lage sich auf die Geschichte einzulassen wird man erkennen, was für eine tiefe Liebeserklärung da gemacht wird. Und so ist es ein Bilderbuch für jeden. Ich verschenke es gerne, auch an Erwachsene, gleich welchen Alters. Es ist ein tolles Geschenk für alle Liebenden, vielleicht zur Hochzeit, zum Hochzeitstag. Es ist ein tolles Geschenk für Kinder, die aus dem Haus gehen, es ist ein tolles Geschenk, für alle die jemanden verloren haben, denn gerade das Ende macht Mut.

    Christopher Cheng hat die Geschichte seiner Frau gewidmet und jeder der es verschenkt, verschenkt damit seine eigene Botschaft, denn  die Worte des Autors sprechen uns aus der Seele. Er hat für uns Erklärungen formuliert, wo uns vielleicht die richtigen Wörter gefehlt haben.

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    p.s. Neulich habe ich eine Rezension zum Buch gelesen, die mich sprachlos gemacht hat. Da schreibt jemand, die Bilder wären nicht bunt genug und dem Buch fehle es an Tiefe.... . Mir ist wirklich fast der Atem weg geblieben. Mein erster Gedanke war, hat der/die Schreiber/in das Buch überhaupt gelesen?

    Ich nahm daraufhin das Buch noch einmal mit in meine Lesegruppen und wir sprachen über diese Rezension im Kontext mit dem unmittelbaren Blick ins Buch und das Hören der Geschichte. Sowohl die Kinder im Alter zwischen 4 und 7 Jahren, als auch die Grundschulkinder und die Senioren im Seniorenprojekt  waren sich einig. Dem Buch fehlt es nicht an Farbe. Die Illustrationen sind lebendig, einfühlsam und sie zeigen genau das was die Geschichte warm ums Herz macht.

    Die Botschaften der erzählenden Geschichte sind so wundervoll. Hier werden Fragen gestellt und ausführlich (aber nicht zu lang), sehr klar und mit dem besonderen Gefühl der Sicherheit, der Bedingungslosigkeit, beantwortet. Die Geschichte macht stark!! Sie löste in allen ein Gefühl des sich aufgehoben Fühlens aus. Wieviel Tiefe kann es denn noch geben?

    Wir finden mehr geht nicht.

    Gut, jeder empfindet anders. Jeder hat einen anderen Illustrationsgeschmack. Also, wieso soll es nicht jemanden geben, dem das Buch nicht gefällt. Wir, 53 Buchverliebte zwischen 4 und 86, sind jedoch der Meinung: Dieses Buch ist einfach wundervoll!!



  5. Cover des Buches Pfui Spucke, Lama! (ISBN: 9783480235025)
    Katalina Brause

    Pfui Spucke, Lama!

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Ramgardia

    Auf dem Cover sitzt ganz brav das Lama, doch die anderen Tiere haben einen offenen Regenschirm mit Spuckeflecken.

    In einem netten kleinen Dorf steht das Lama, bekleidet mit einer südamerikanisch anmutenden Satteldecke, vor dem Ankündigungsplakat für eine Kirmes. Wie gerne würde es da mitmachen. Als er am nächsten Tag zum Kirschbaum kommt, sitzen dort das feine Schwein, das Huhn und der dicke Hund und blasen Ballons auf. Als das Lama seine Hilfe anbietet, kommen „winzige Spucketröpfchen“ aus seinem Mund. „Pfui, Spucke!“

    Auch der Versuch am nächsten Tag scheitert und am Tag vor der Kirmes habe die Tiere vorsorglich ihre Schirme aufgespannt. Das Lama ist furchtbar traurig und das Bild, mit dem das Lama mit hängendem Kopf zu sehen ist, bringt das hervorragend rüber. Die ganze Zeit wird immer wieder eine geheimnisvolle Maschine erwähnt und als diese in der Nacht gestohlen werden soll, wird das Lama zum Helden. Es gibt viele Möglichkeiten, bei der die Spuke von Nutzen sein kann und so wird das Lama ein geachtetes Mitglied des Dorfes.

    Die Bilder sind sehr stimmungsvoll gemalt und die Texte sind kurzgehalten, auch die Moral der Geschichte ist schon kleinen Kindern klar. Ich befürchte nur, dass der Ekelfaktor bei einigen Vorlesern zu groß ist, um das Buch mit Freude vorzulesen. 

  6. Cover des Buches Klingeling (ISBN: 9783551518507)
    Günther Jakobs

    Klingeling

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Fernweh_nach_Zamonien
    Inhalt:

    Emil Ente und Henry Schwan sind die allerbesten Freunde.
    Deshalb hat Henry ein kleines rotes Fahrrad besorgt, damit Emil bei den Radtouren nicht mehr hinten im Anhänger mitfahren muss.
    Doch Emil stürzt beim ersten Versuch vom Rad und traut sich dann nicht mehr zu fahren.

    Doch so schnell gibt Henry nicht auf und zeigt seinem Freund, wie entenleicht Radfahren sein kann.

     

    Illustrationen:

    Das Buch ist farbenfroh vom Autor selbst illustriert.
    Die Illustrationen füllen fast immer die ganze Seite, so dass es beim Vorlesen für den Zuhörer jede Menge zu entdecken gibt.
    Blau und rot (Helme, Lauf- und Fahrräder) dominieren und rücken dank der grasgrünen Umgebung immer wieder in den Vordergrund.

    Das beste Bild ist am Buchende zu finden, denn Emil braust kreuz und quer mit wildem "Klingeling" auf seinem Fahrrad durch die Gegend während Henry im unteren Bildrand genervt zur Seite blickt.


     

    Altersempfehlung:

    ab 3 Jahre

     

    Fazit:

    Das Buch eignet sich prima für alle kleinen Fahranfänger, die vielleicht schon die eine oder andere Bruchlandung erlebt haben.

    Henry und Emil fahren beide vorbildlich mit Sturzhelm (erster Kommentar vom Kind zu den beiden) und zeigen Schritt für Schritt wie man zunächst mit einem Laufrad (in blau) und dann nochmal mit dem Fahrrad (in rot) vorwärts kommt.

    Die Texte sind kurz und knapp, leicht verständlich und rücken bei den lustigen Illustrationen in den Hintergrund. Das Kind "liest" das Buch anhand der Bilder mittlerweile selbst.


     
    ...
    Rezensiertes Buch: „Klingeling - Fahrradfahren ist entenleicht" aus dem Jahr 2018
  7. Cover des Buches Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen (ISBN: 9783958541528)
    Kathryn Cristaldi

    Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Marleen_Schwarz

    Ich lieb dich bis die Kühe fliegen ist ein tierisch süßes Kinderbuch, welches versucht auf lustige Art und Weise zu erklären wie lieb man sich eigentlich hat. Denn wer kann seinem Kind schon sagen wie lieb unendlich ist? Da ist doch die Beschreibung „bis die Hirsche steppen“ eine unter welcher sich Kinder viel mehr vorstellen können 🦌 . 

    Bei dem Versuch die Liebe in Worte zu fassen werden die unterschiedlichsten Szenarien von reisenden 🧳 Yaks bis zu feiernden Ameisen 🐜 🎉 vorgestellt und gekonnt illustriert von Kristyna Litten. So fantasiereich wie die Illustrationen sind auch die Situationen die in schönen kurzen Reimen beschrieben werden und immer enden mit dem Satz „ich lieb dich bis…“ 💓. 

    Am Schluss schlummern alle Tiere friedlich ein weswegen es eine tolle Gute-Nacht-Geschichte ist, welche die Kinder mit dem schönen Schlusssatz „ich lieb dich bis die Kühe fliegen“ auch ins Land der Träume bringen kann ✨. 


    Meine Altersempfehlung sind 3 Jahre und zum anschauen auch schon früher da so viele Tiere 🐺gezeigt werden. Danke an den Mixtvision Verlag und Kathryn Cristaldi für dieses wunderschöne Buch 📕.

  8. Cover des Buches Kleiner Bär, großer Bär und ich (ISBN: 9783219118124)
    Margarita del Mazo

    Kleiner Bär, großer Bär und ich

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Leseabenteuer

    Einen Bären zu haben ist toll. Aber ich habe gleich zwei, einen großen und kleinen. Mit dem kleinen kannst du viele Dinge entdecken und der Größe ist immer für dich da. 

    Es ist eine sehr niedliche Geschichte übers Liebhaben und für einander dasein. 

    Auf einer Doppelseite steht immer ein Satz, der viel aussagt. Die Illustrationen und Zeichnungen sind sehr schön und in tollen Farben dargestellt. Es ist nicht zu bunt und grell. 

    Ein Bilderbuch ab 3 Jahren. 

  9. Cover des Buches Billy mit den Bambusbeinen (ISBN: 9783747800096)
    Erhard Dietl

    Billy mit den Bambusbeinen

     (33)
    Aktuelle Rezension von: JennysKinderbuchwelt

    Das Cover zeigt die Hauptfigur Billy und man wird direkt neugierig was einem in diesem Buch so erwarten wird. 


    Der Text lässt sich super flüssig lesen. Der Autor bekannt von den Olchis hat einen ganz eigenen Schreibstil den man auch in diesem Buch wieder erkennt.


    Billy ist bereit für seinen ersten Ausflug. Er trifft auf seiner Reise eine Menge andere Insekten und jede dieser Insekten zeigt Billy wie toll sie sind. Dann wird Billy bewusst das er selbst nichts tolles hat oder kann. Er sitzt niedergeschlagen herum, bis ein Käfer zu ihm kommt und seine tollen Beine bewundert. Nun ist Billy ganz stolz den ihm wird klar jeder ist auf seine Art besonders.


    Eine Geschichte über Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Mobbing und Selbstbewusstsein. All diese Themen gereift die Geschichte auf. 


    Das Buch eignet sich perfekt als Sozialtraining in der Schule.


            

  10. Cover des Buches Der kleine Drache Ignatus (ISBN: 9783765558405)
    Laurence Bourguignon

    Der kleine Drache Ignatus

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste


    Thema Mut / Angst/ Hilfsbereitschaft
    Ich-Stärkung

    für Kinder ab 4 Jahren

    Kleine Drachen können noch kein Feuer speien, doch irgendwann ist es an der Zeit auch dieses zu lernen. Doch bevor es los gehen kann muss das innere Feuer entzündet werden.
    Wie das geht?
    Die kleinen Drachen müssen in einen Blitz beißen.
    Das ist gar nicht so einfach, erst recht nicht wenn man Angst vor Gewitter hat, so wie unser kleiner Ignatus.
    Liebevoll bereitet der Vater seinen kleinen Drachensohn auf diesen Moment vor. Er erzählt ihm was zu tun ist und wie es sich anfühlt. Dabei verschweigt er auch nicht, dass es ganz kurz etwas unangenehm kribbelt. Mit diesem Wissen fliegen die beiden nun in das nächste Gewitter. Ignatus hat furchtbare Angst, hält sich die Augen zu um dann doch mutig in den Blitz zu fliegen, doch grade als er zubeißen sollte überkommt ihn erneut die Angst. Das Gewitter trifft ihn und reißt ihn in die Tiefe. Ignatus fällt und landet mitten im Wald wo er von einer Hasenfamilie gefunden wird, die sich ihm sehr herzlich annehmen.
    Alle Tiere des Waldes sind in dieser Nacht auf dem Weg zur Lichtung wo es ein großes buntes Feuerwerk geben wird. Ein Feuerwerk kennt der Drache nicht, unter den Erklärungen des Hasenvaters kann Ignatus sich erst einmal wenig vorstellen. Als es anfängt zu böllern hat er wieder Angst doch er erkennt, dass er vor dem wunderschön anzuschauendem Feuerwerk keine Angst haben muss. Das Eis ist gebrochen. Ignátus wird mutig. Fliegt ins Feuerwerk hinein und schluckt einen blauen Stern. Die Tiere schauen von unten begeistert zu und applaudieren laut.
    Nun ist auch Ignatus Feuer entfacht und er kann wie alle anderen Drachen Feuer speien. Nur sein Feuerschweif ist blau und nicht rot.
    Wieder zuhause wird er freudig vom Vater begrüßt, der der Erzählung seines Sohnes freudig lauscht und zeigt wie stolz er auf seinen kleinen Ignatus ist. Das der Feuerschweif blau ist stört ihn nicht und so ist der kleine Drache auch nicht mehr traurig darüber.
    *
    Es ist eine fantasivolle, spannende Geschichte, die einen kleinen Drachen in seiner Entwicklung zum Großwerden begleitet. Auch wenn Menschenkinder nicht Feuer spucken können müssen verstehen sie die Botschaft der Geschichte meist recht schnell. Zum einen ist es wichtig, das man Eltern hat, die einen begleiten und auch nicht böse sind wenn es mal nicht so klappt wie es eigentlich sollte. Das man Eltern hat, die zuhören und die Ängste und Nöte ihrer Kleinen ernst nehmen und versuchen ihnen die Angst zu nehmen. Dies wird durch die Rolle des verständnisvollen Drachenvaters sehr deutlich.
    Zum anderen erfährt Ignatus Hilfsbereitschaft von der Hasenfamilie und den Waldtieren. Durch ihre Unterstützung verliert er einen Teil seiner Angst wird mutig.
    Und auch Ignatus selbst lernt etwas. Auf sich zu vertrauen. Sich etwas zu zutrauen.
    Resilienz ist hier das Oberthema.
    *
    Eigentlich ist es eine Geschichte für Kinder ab 43 Jahren. Da sie aber zu großen Teilen in der Dunkelheit spielt und die Bilder dementsprechend dunkel gehalten sind ( Gewitterstimmung und Nacht) und darüber hinaus turbulente Gewitterszenen illustriert wurden würde ich hier eine Altersstufe ab 4 Jahren empfehlen.
    *
    Unsere Lesekinder fanden die Geschichte wirklich schön. Kontrolliertes Angst haben und etwas Gruseln inbegriffen.
    Einige der kleineren Mädchen fanden die Bilder nicht so schön während die Jungen total begeistert waren.
    Vielleicht ehr ein Buch für Jungen?
    Vielleicht. Vor allem ist es aber für Dino Fans denn die Drachen ähneln den Dinos sehr.
    Unter unseren Lesekindern hat das Buch eine große Fangemeinde weil es nicht so bunt und kitschig wie viele andere Bücher gezeichnet ist.
    Und wirklich vom Illustrationsstil und der verwendeten Farben hebt sich dieses Buch sehr von anderen ab, was allein vom Coverbild her nicht gleich vermutet wird.
    *
    Ein schönes Buch mit viel Potential für anschließende Gespräche


  11. Cover des Buches Das kleine Stinktier Riechtsogut (ISBN: 9783845833033)
    Britta Sabbag

    Das kleine Stinktier Riechtsogut

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Lovely_Lila

    ~ Ein einfacher, leicht verständlicher Schreibstil, ein niedlicher Protagonist (der Genderstereotypen bricht), ein wichtiges Thema und liebevoll gemalte Illustrationen – lediglich die Botschaften, die das Buch vermittelt (man muss sich den Normen anpassen, muss sein Anderssein vor den Eltern verheimlichen, einmal in der Woche waschen reicht), fand ich fragwürdig und nicht überzeugend. Schade finde ich auch, dass das abgedruckte Lied nicht frei zugänglich ist und sich nicht von den Eltern und ihren Kindern angehört werden kann. Eine Empfehlung kann ich dieses Mal deshalb leider nicht aussprechen. ~

     

    Inhalt

     

    Stinktiere haben schon immer gestunken und werden auch immer stinken. Da scheinen sich alle Tiere einig zu sein. Doch das kleine Stinktier Riechtsogut sieht das anders: Es lieb es nämlich, sich zu waschen und sauber zu fühlen! Dafür erntet es viel Unverständnis.

     

    Übersicht

     

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Altersempfehlung: 3-5
    Erzählweise: Figuraler Erzähler
    Tiere im Buch: + Im Buch werden keine Tiere verletzt oder getötet.
    Triggerwarnung: -

     

    Warum dieses Buch?

     

    Der Titel hat mich in Kombination mir dem süßen Cover neugierig gemacht. Zudem mochte ich schon die „Bommel“-Reihe der Autorin und war gespannt, was sie sich hier wieder einfallen lassen hat.

     

    Meine Meinung

     

    Schreibstil (4 Lilien)

     

    Dieses Kinderbuch ist in einem einfachen, leicht verständlichen Schreibstil verfasst, der auch für Kinder ab 3 Jahren gut geeignet ist. Es gibt zwar keine schwierigen Wörter, aber teilweise waren mir die Sätze ein wenig zu lang für diese Zielgruppe und manche Seiten wirkten durch den (recht umfangreichen) Text ein wenig überladen. 

     

    Geschichte / Inhalt (2,5 Lilien)

     

    „‘Ein richtiges Stinktier stinkt doch für sein Leben gern!‘
    ‚Ich wasche mich aber für mein Leben gern‘, wehrt sich das
    kleine Stinktier.“ Seite 2

     

    In Britta Sabbags Kinderbuch geht es um ein Kind, in diesem Fall ein Stinktier, das anders ist als die anderen und deshalb von der Gesellschaft und seinen Eltern schief angeschaut wird. Sehr gefallen hat mir, dass hier wichtige Themen wie Anderssein und Individualität angesprochen werden. Trotzdem konnten mich die Botschaften des Buches leider nicht ganz überzeugen. Erstens weil die Eltern lange nicht einmal versuchen, ihr Kind zu verstehen, und es alles vor ihnen verheimlichen muss. Und zweitens weil der Sprössling am Ende „praktischerweise“ entdeckt, dass er doch gerne stinkt und seine Individualität zugunsten von gesellschaftlicher Akzeptanz ein Stück weit aufgibt. Er stinkt also 6 Tage die Woche, am siebten gibt es einen Waschtag für alle Waldtiere – immerhin scheinen diese dann auch gefallen daran zu finden. Das ist mir allerdings eine zu einfache Lösung für den Konflikt, der mit dem Anderssein einhergeht! Mir hätte es besser gefallen, wenn die anderen Tiere das Stinktier einfach so akzeptiert hätten, wie es ist, und ihm trotzdem Liebe und Zuneigung gezeigt hätten. Für mich hat man hier die Gelegenheit verpasst, Kinder wissen zu lassen, dass es okay ist, anders zu sein, dass man trotzdem geliebt wird und dass Vielfalt etwas Schönes ist. 

     

    Drittens finde ich es in dieser Altersgruppe problematisch, das Stinken als etwas Positives darzustellen, da viele Kinder sich nicht waschen wollen und dieses Buch sie wohl darin bestätigt – nach dem Motto: Sich einmal in der Woche zu waschen ist mehr als genug! Die Zähne wollen aber jeden Tag geputzt, die Haare jeden Tag gebürstet werden etc. Ich finde die Botschaften, die das Buch vermittelt also insgesamt etwas fragwürdig und würde das Buch daher eher nicht weiterempfehlen. 

     

    Schade finde ich auch, dass das Lied, das am Ende im Buch abgedruckt ist, nicht (z. B. auf Yout…) frei zugänglich ist, wie es bei den „Bommel“-Büchern war. Hier müsste man sich das Hörbuch mit dem Song dazukaufen, was einfach zu teuer ist. Was sollen Eltern und Kinder also mit dem abgedruckten Text ohne Melodie anfangen? Hier hoffe ich, dass für das nächste Buch wieder eine bessere Lösung gefunden wird.

     

    Figuren (4 Lilien)

     

    Wie schon bei der „Bommel“-Reihe der Autorin steht auch dieses Mal ein sehr niedliches Tier im Mittelpunkt, das man nur gernhaben kann. Die Nebenfiguren (die Eltern, andere Tiere) fand ich insgesamt in Ordnung, auch wenn sie recht flach bleiben. 

     

    Illustrationen (5 Lilien ♥)

     

    Die Illustrationen von Igor Lange konnten mich auf ganzer Linie überzeugen! Sie wurden offensichtlich mit viel Liebe gemalt und enthalten viele Details, die man gemeinsam mit dem Kind entdecken kann. Unter anderen hat das Stinktier einen kleinen Vogel zum Freund, den man auf jeder Seite suchen muss, was dem Zielpublikum sicher Spaß macht. 

     

    Geschlechterrollen (4 Lilien)

     

    Ich habe das Stinktier als männlich gelesen (obwohl das Geschlecht nicht ganz eindeutig erkennbar ist). Gefallen hat mir hier, dass Geschlechterstereotypen gebrochen werden, indem das Stinktier sich gerne pflegt, wäscht und einparfümiert. Problematisch finde ich hingegen, dass dieses Buch den Bechdel-Test nicht besteht und dass die Mutter immer ein kleines bisschen „hysterischer“ (ich benutze das Wort hier absichtlich) dargestellt wird als der Vater. 

     

    Mein Fazit

     

    Ein einfacher, leicht verständlicher Schreibstil, ein niedlicher Protagonist (der Genderstereotypen bricht), ein wichtiges Thema und liebevoll gemalte Illustrationen – lediglich die Botschaften, die das Buch vermittelt (man muss sich den Normen anpassen, muss sein Anderssein vor den Eltern verheimlichen, einmal in der Woche waschen reicht), fand ich fragwürdig und nicht überzeugend. Schade finde ich auch, dass das abgedruckte Lied nicht frei zugänglich ist und sich nicht von den Eltern und ihren Kindern angehört werden kann. Eine Empfehlung kann ich dieses Mal deshalb leider nicht aussprechen.

     

    Bewertung

     

    Idee: 4 Lilien
    Geschichte / Inhalt: 2,5 Lilien
    Ausführung: 3 Lilien
    Schreibstil: 4 Lilien
    Figuren: 4 Lilien
    Illustrationen: 5 Lilien ♥
     Rollenbilder: 4 Lilien

     

    Insgesamt:

     

    ❀❀❀ Lilien

     

    Dieses Buch erhält von mir drei Lilien!

  12. Cover des Buches Mein bester Freund ist Unsichtbär (ISBN: 9783401710525)
    Annette Herzog

    Mein bester Freund ist Unsichtbär

     (4)
    Aktuelle Rezension von: MsChili

    Silas zieht mit seiner Familie um und alles ist groß und neu: Mamas dicker Bauch, das Haus, sein Bett. Und auch Bär, der eines Tages aus dem Umzugskarton auftaucht. Doch Bär passt auf Silas auf und spielt mit ihm, ist immer für ihn da. Doch dann ist Bär eines Tages verschwunden.

     

    Dieses Buch hat mir sofort gefallen. Die Aufmachung ist sehr kinderfreundlich, bunt und fröhlich. Die Geschichte selbst ist einfach und schnell gelesen, es ist nicht sehr viel Text dabei. Dafür sind die Bilder umso detaillierter und so hat mein kleiner Sohn (1,5 Jahre) gleich viel entdecken können. Die Illustrationen erzählen ihre eigene kleine Geschichte und ohne diese wäre der Text manchmal etwas holprig, kurz gesagt man hat stellenweise das Gefühl es fehlt eine Seite oder man hat etwas überlesen. Im Zusammenspiel passt es aber einfach perfekt. Die Geschichte deckt viele Themen ab, die so fast jedes Kind schon kennengerlernt hat: ein Geschwisterchen, ein Umzug, der neue Kindergarten und überhaupt die ganze Unruhe in der Familie wegen den ganzen Änderungen.

     

    Von mir gibt es eine absolute Empfehlung. Gemeinsam mit dem Kind anschauen und vorlesen. Dieses Buch ist ein kleiner Mutmacher und hat mich sofort begeistert.

  13. Cover des Buches Timo lernt Nein sagen: Bilderbuchgeschichten für unser Erzähltheater. Entdecken. Erzählen. Begreifen. Kamishibai BIldkartenset. (ISBN: 4260179514166)
    Lydia Hauenschild

    Timo lernt Nein sagen: Bilderbuchgeschichten für unser Erzähltheater. Entdecken. Erzählen. Begreifen. Kamishibai BIldkartenset.

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine Bilderbuchgeschichte zum Thema Nein sagen
    Ich- Stärkung  /Prävention Gewalt
    für Kinder ab 4 Jahren

    Das Kinder "NEIN" sagen können wenn sie etwas nicht möchten ist ein ganz wichtiger Prozess in ihrer Entwicklung. Viele Kinder trauen sich nicht nein zu sagen, aus Angst keine Freunde zu finden oder Freunde zu verlieren, als böse oder unverschämt zu gelten.
    Genau so geht es auch Timo. Bis er Isabel kennenlernt.
    Isabel kommt neu in den Kindergarten. Timo findet, dass sie nett aussieht aber zu ihr gehen, das traut er sich auch nicht.
    Einige Zeit später bekommt er mit, wie der frechste Junge der Gruppe zu Isabel geht um ihr das Bilderbuch, in dem sie gerade liest weg zu nehmen, doch Isabel reagiert anders als es Timo machen würde. Isabel sagt "NEIN!" bietet dem Jungen aber gleichzeitig an mit in das Buch zu schauen. Der ist so perplex über die taffe Reaktion, dass er verschwindet. 
    Als Isabel kurz darauf zu Timo geht um mit ihm zu spielen traut er sich ihr zu sagen, wie mutig er es findet, dass sie nein gesagt hat, das wiederum findet Isabel seltsam, denn für sie ist es völlig selbstverständlich, dass man "NEIN!" sagt wenn man etwas nicht möchte. Behutsam unterstützt sie Timo in verschiedenen Situationen den Mut zu haben auch Nein zu sagen. Beim ersten Mal, als er von einem Freund gefragt wird ob er mit Fußball spielen will, aber eigentlich keine Lust hat kommt das Nein noch recht leise heraus, aus Angst der Junge ist dann nicht mehr sein Freund. Als dieser jedoch einfach das Nein akzeptiert erkennt Timo, dass es gut ist zu sagen was man möchte.
    Mit der Zeit werden Timos NEIN's fester, entschiedener, selbst vor größeren Mädchen traut er sich mit Isabels Unterstützung Nein zu sagen.
    Als dann ein Mann am Zaun vom Kindergarten steht und freundlich versucht sie zum mit gehen zu bewegen indem er verspricht ihnen Katzenbabys zu zeigen. Bekommt auch er eine Abfuhr wenn gleich ein kleines Mädchen zunächst noch einmal neugierig zurück fragt. Die Erzieherin  hatte die Situation ebenfalls bemerkt, freut sich über die Reaktion der Kinder und erklärt ihnen gleich darauf wie gefährlich es sein kann mit Fremden mit zu gehen.
    *
    Ein ereignisreicher Tag an dem Timo viel gelernt hat und jetzt wo wir Timos Geschichte kennen, kann jeder einmal überlegen wo er gerne/ lieber Nein gesagt hätte aber es nicht getan hat. Die Kinder im Kindergarten machen es vor und wir können es auch.
    *
    Diese Geschichte veranschaulicht mit wundervollen, sehr fokussierten und dennoch detailreichen Bildern ein wichtiges Thema.
    Die Bilder und die Geschichte orientieren sich in allen Bereichen unmittelbar an der Erfahrungswelt der Zielgruppe, die sich in jedem Bild wieder finden und ihre eigenen Erlebnisse mit den Bildern verbinden können.
    *
    Eine wundervolle, sehr eindrucksvolle Geschichte mit klarer Botschaft
     

  14. Cover des Buches Der kleine Tiger und seine Freunde (ISBN: 9783401707730)
    Marina Krämer

    Der kleine Tiger und seine Freunde

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Ein Bilderbuch zum Thema Selbstvertrauen  Ich-Stärkung

    Der kleine Tiger Max wohnt zusammen mit seinen Freunden
    dem Igel  Benni,
    Emil,dem Hasen
    Eichörnchen Mia
    Nick,  Waschbär
    und den
    Biberbrüder Tim und Tom,
    Marika Wildschwein ´
    und
    Bruno Bär
    im Wald.
    Eines Tages , die Freunde sind gerade dabei Verstecken zu spielen da fängt es an zu Regnen. Erst nur ein paar Tropfen doch als es auch noch beginnt zu Gewittern suchen sie nach einem trockenem, sicheren Plätzchen.
    Bruno Bär wohnt in der Nähe und hat bestimmt Platz für sie.
    Doch Brunos Höhle ist gar nicht so groß wie alle dachten. Nur mit viel Mühe passen alle hinein.
    Bruno erklärt ihnen, dass er gern eine größere Höhle gebaut hätte nur fehlte ihm immer die Zeit.
    Zum Glück zieht das Gewitter schnell vorüber. Alle sind froh, dass Bruno so gastfreundlich war.
    Da er am nächsten Tag Geburtstag hat überlegen alle wie sie ihm eine Freude machen können
    .Jeder hat eine Idee und ist mit Feuereifer dabei etwas vorzubereiten. Nur Max unser kleiner Tiger, der hat keine Idee. Er meint er kann nichts. Aber helfen könnte er den anderen. So bietet er seine Hilfe an, die auch immer gern angenommen wird. Doch wem er auch hilft ständig passiert ihm etwas und die ganze Geburtstagsüberraschung misslingt.
    Jetzt fühlt sich Max noch schlechter. Nicht nur das er selbst kein Geschenk für Bruno hat, durch seine Fehler sind auch alle anderen Geschenke misslungen und nun hat keiner eins.
    Mehr noch alle sind sauer auf ihn.
    Betrübt und ratlos sitzen sie da, als der kleine Tiger plötzlich eine geniale Idee hat.
    Am nächsten Morgen ziehen sie mit  sehr viel Werkzeug zu Brunos Höhle.
    Als der gerade seine Höhle mit einem großen Kuchen verlässt staunt er nicht schlecht.
    Alle waren gekommen um ihm seine Höhle auszubauen.
    Jeder packt an und macht das was er kann auch Tiger Max und am Abend kann Bruno in seine wunderschöne neue ,alte Höhle einziehen.
    Und dann hat Max auch noch eine Überraschung.
    Was das ist wird hier noch nicht verraten.

    *
    Die Geschichte wird von wunderbaren Illustrationen begleitet, die die Autorin selbst gezeichnet hat.
    Sehr einfühlsam und ausdrucksstark verleiht sie den Tieren ihre Charaktere.
    So guckt der Igel ständig etwas grimmig, der Hase ängstlich, die Biberbrüder forsch.
    Marina Krämer geht auf Situationen ein und visualisiert eindrucksvoll die Sorgen und Nöte insbesondere des kleinen Tigers, der sich im Laufe der Geschichte immer schlechter fühlt.
    Aber auch die anderen Tiere mit ihrer Vorfreude, Wut, Ratlosigkeit und auch Freude sind individuell und lebendig.
    Fast hat man das Gefühl man betrachtet nicht eine Bilderbuchseite sondern sieht einen Film. Die Illustrationen leben in ihrer dynamischen, gefühlvollen Darstellungsweise. Sie erzählen einen großen Teil der Geschichte und liefern weitere Details, die sehr bereichernd wirken.
    *
    Die Handlung orientiert sich sehr am Alltag der Kinder. Sie alle kennen das Gefühl wenn etwas nicht so klappt wie man es sich vorgestellt hat.
    Gut wenn man Freunde hat, die einem nicht lange böse sind.
    Und es ist auch gut, dass Gefühl zu haben nicht nutzlos zu sein.
    *
    Die Geschichte zeigt uns, dass wenn alle zusammen halten, alle für einander da sind viel erreicht werden kann.
    ***
    Nachtrag:

    Unsere Lesekinder fanden die Geschichte ganz toll. Besonders fasziniert waren sie von der Idee Bruno die Höhle auszubauen wenn gleich sie der Meinung waren, dass man da auch schon viel früher auf die Idee hätte kommen können.
    Die Gedanken, mit denen sich die Kinder immer wieder auseinander setzten ist schon erstaunlich.
    Mira ( 4J.) und Jona (5 J.) hatten jedoch eine Frage, die ich so ohne weiteres nicht beantworten konnte.
    O-Ton der Kinder:
    "Wieso hat der kleine Tiger diese komische Zeichnung auf der Stirn. Das sieht irgendwie komisch aus. Das stört beim Angucken. Irgendwie sieht das böse aus egal ob er traurig oder glücklich ist."

    Ich antwortete den Kindern, dass die Maserung eines Tigers sehr individuell ist und Tiger ja nun auch eigentlich gefährlich sind. Bei Hauskatzen sieht man ja auch die unterschiedlichsten Zeichnungen.
    Und selbst Menschen die ganz lieb sind erscheinen manchmal grimmig und böse, weil die Augen oder Mund einfach so stehen.
    *
    Die Kinder wollten dann wissen woran man erkennt ob jemand wirklich lieb ist. Fanden dann aber im Gespräch mit anderen eine Lösung, die sie auch im Buch fanden. Man muss auf die Augen achten
  15. Cover des Buches Heute bin ich grummelig! / Heute bin ich fröhlich! (ISBN: 9783751400541)
    Jule Ambach

    Heute bin ich grummelig! / Heute bin ich fröhlich!

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Mit den Gefühlen ist das so eine Sache, das erlebt (vor allem) auch der kleine Biber Bente in dieser Wendebuch Geschichte.

    Sie wacht schon mit furchtbar schlechter Laune auf. Eigentlich möchte sie gar nicht aufstehen. Das Essen, was ihr sonst so gut schmeckt, schmeckt nicht und überhaupt war alles doof. Sie baute ein kleines Zelt aus Ästen um sich darin zurück zu ziehen, doch auch das misslang, obwohl Biber ja eigentlich Baumeister sind. An diesem Tag jedoch war einfach alles anders. Einfühlsam und sehr leicht nachvollziehbar erzählt Jule Ambach die "Leidens"Geschichte der kleinen Bente, die gar nicht so recht weiß, wieso sie so fühlt. Da hören wir von einem kleinen, "heiß drückendem Gefühl, das sich in ihrem Bauch breit machte. Einem doofen Gefühl". Sie versucht das Gefühl weg zu bekommen, in dem sie sich auf den Bauch legt, aber alles war "unbequem und doof". Die Eltern bemerken Bentes Verhalten, das von Unglücklichsein und Grummeligkeit geprägt ist, doch sie erreichen ihre Kleine nicht mit ihren Hilfsangeboten. Immer wieder versucht das kleine Bibermädchen sich abzulenken, aber das Gefühl verstärkt sich sogar noch. Das dem Grummeln  im Bauch wurde mehr. Zum Ärger um ihre schlechte Laune, von der sie nicht wusste wieso sie sich breit machte kam natürlich noch irgendwann der Hunger. Ihr Lieblingsspielzeug war auch nur doof. Sie schmiss es wütend in die Kiste zurück, trat mit voller Wucht noch gegen die Kiste. Alles war einfach doof. Selbst als sie sich aufrafft und nach draußen geht wird es nicht besser. Die Sonne schien ihr zu hell und die frischen Äste an denen sie versuchte zu knabbern schmeckten auch nicht. Als zwei kleine Füchse sie zum Spiel einladen macht sie erst mit, doch erlebt gleich die nächste Niederlage. Mit zwei flinken Füchsen Fangen zu spielen, ist keine so gute Idee, wenn man gewinnen möchte. Bente war im Wasser schnell, aber an Land nicht schnell genug für die Füchslein. Vielleicht hätte ihr das an einem anderen Tag nicht so viel ausgemacht, aber an diesem doofen Tag, war nun mal alles doof. Das an diesem, eigentlich sehr schönen Tag, den Bente wegen des doofen Gefühls in ihrem Bauch einfach nicht wahrnehmen und genießen konnte, noch etwas Schönes passieren könnte, ist für das kleine Bibermädchen in dieser Phase unvorstellbar.

    Dank der sehr ausdrucksstarken Illustrationen von Julia Weinmann erleben die Leser Bentes Leidensweg hautnah mit. Sie können sich nicht nur ein Bild von der schwere der Gefühle machen, sondern auch von den einzelnen Situationen. Mit viel Liebe zum Detail schafft sie eine Bilderwelt, deren Bildsprache sofort verstehen lässt was geschieht und wie Bente fühlt. Die innere Zerrissenheit genauso wie die kleinen zaghaften Versuche doch etwas zu verändern.

    Und es verändert sich auch noch was, denn parallel zu der Geschichte des kleinen Bibermädchens gibt es da noch die Geschichte des kleinen Frischlings Fiete, der mit super guter Laune aufwacht. Während die anderen Geschwister noch müde in ihrer Schlaf-Kuhle verweilen ist er schon hellwach und bereit den Tag zu genießen. Das Essen schmeckt köstlich, das Wetter ist toll ..... . Fiete startet komplett anders in den Tag als Bente, Was Fiete alles erlebt und wie er das Leben genießt ist Teil seiner Geschichte, die die Leserherzen höher schlagen lässt. Die Fröhlichkeit des kleinen Wildschweins steckt an, was vor allem auch an der herrlichen Mimik der Figuren liegt. Hier erlebt der Leser so viele tolle Momente mit, das einem einfach warm ums Herz wird und man Bentes Geschichte fast vergessen könnte. Was Fiete so alles erlebt und wen er dabei trifft, verrate ich hier natürlich noch nicht, nur so viel, irgendwann trifft Fiete auf Bente bzw. Bente auf Fiete. Das Buch ist als Wendebuch aufgebaut. So erleben wir von der einen Seite Fietes Geschichte "Heute bin ich fröhlich!" und von der anderen Seite  Bentes Geschichte "Heute bin ich grummelig" und in der Mitte des Buches treffen die beiden Protagonisten aufeinander und ob ihr es glaubt oder nicht, sie haben auch noch eine gemeinsame Geschichte. Fietes und Bente überlegen, was sie gemeinsam anstellen könnten und finden nach einigen Überlegungen ein Projekt, das beiden Spaß machen könnte. Sie wollen ein Floß bauen. Es stellt sich heraus, das jeder so seine Stärken und Schwächen hat und jeder mit seinen Stärken dazu beiträgt, das die Mission Floß ein voller Erfolg wird. Auch hier ist für Bente erst einmal nicht alles toll. Sie muss erkennen, das sie nicht alles kann, aber mit Fietes Hilfe gelingt ihr dann doch mehr als sie dachte. Gemeinsam und mit Freunden ist eben alles viel leichter und macht viel mehr Spaß. Und wie viel Spaß des den beiden mit ihrem Floß macht, das können wir, genau wie alle anderen Situationen in den tollen Bildern miterleben. Ihr Floßerlebnis sogar im Panoramaformat, denn die rechte und linke mittige Seite lässt sich aufklappen. Hier trifft die eine auf die andere Geschichte und auf das "Happy End". So wird aus Bentes miesem Start in den Tag doch noch ein schöner Tag mit einem guten, glücklichen Gefühl im Bauch.


    Gefühle, vor allem wenn man gar nicht so recht weiß, wieso man so fühlt, können nicht nur schlechte Laune machen, sondern auch Angst. Mit Bentes Geschichte erleben die Kinder genau solch ein Gefühl, das sie vielleicht in ähnlicher Form auch schon einmal hatten. Sie erleben aber auch, dass auf ein schlechtes Gefühl auch ein gutes Gefühl folgt. Und wer weiß, wenn sich beim nächsten Mal das schlechte Gefühl versucht breit zu machen, erinnert sich das Kind an Bentes Geschichte und weiß, das das Gefühl blöd ist, aber keine Angst machen muss. Mit schlechten Gefühlen, die uns runter ziehen, von denen wir gar nicht wissen, wieso sie plötzlich da sind, können wir lernen umzugehen und genau dazu trägt dieses Buch bei. Bente hatte Glück. Sie hat in Fiete einen Freund, der sie an die Hand genommen hat und so kann man nur jedem Kind wünschen, das es einen Freund*in hat, die für einen da ist. Auch das ist eine Botschaft, die durch die Geschichten vermittelt wird. Füreinander da sein.

    Ein tolles Bilderbuch zu diesem so wichtigen Thema Gefühle. Im Ellermann Verlag erscheint noch ein weiteres Buch in gleicher Wendebuchaufmachung das sich mit der Angst beschäftigt. Es ist genauso intensiv wie das gerade vorgestellte Bilderbuch. Hier trifft der Tiger, der gar nicht weiß wieso er so ängstlich und  traurig ist, auf das übermütige, "wilde" Äffchen.

    Und schon bald (im August 2022) wird es eine weitere Geschichte in diesem Format geben, auf die wir uns jetzt schon freuen dürfen. Dort wird es um Lebensfreude und Langeweile gehen.

    Die Bücher haben 48 Seiten und werden sehr einfühlsam und ausdrucksvoll erzählt. Das bedeutet aber auch, das es für ein Bilderbuch relativ viel Text gibt. Hinzu kommt, dass es ja wirklich zwei Bilderbuchgeschichten sind, die in der Mitte aufeinander treffen, was wiederum bedeutet, zwei recht intensive Geschichten verbinden sich zu einer dritten kleineren gemeinsamen Geschichte. Was im Grunde bedeutet, dass wir beim Vorlesen viel Zeit einplanen sollten. Zuhause mit dem Kind, genauso wie in der Kita. In einer Gruppe mit Kindern empfiehlt es sich auf jeden Fall eine kleine Pause einzulegen und das Gehörte zu reflektieren. Beim Vorlesen mit ein oder zwei Kindern, kann man leichter und individueller auf das Kind / die Kinder eingehen und das Buch so etwas anders wirken lassen. Auf keinen Fall sollte man die Geschichten einfach Geschichten sein lassen. Ein Gespräch, eine Reflektion, die meist sogar vom Kind ausgeht sollte hier immer begleitet werden. Das schöne an den Büchern ist, das sie alle durch Illustrationen begleitet und erzählt werden, die über eine so intensive Bildsprache verfügen, das die Kinder sich die Geschichten auch erst einmal alleine ansehen können, bevor es an das Vorlesen geht. So haben sie erste Eindrücke, die später mit einer ausführlichen Geschichte gefüllt werden können. Gibt es ein Kind, das gerade genau in so einem Gefühlstief steckt wie Bente, kann diese Geschichte eine wunderbare Hilfestellung hinaus aus dem doofen Gefühl sein, denn  etwas, was in einem vor geht, in einer Geschichte wiederzufinden und zu erkennen, anderen geht es genauso, ist oft hilfreich. Zum anderen ist von Außen betrachtet eine Situation viel leichter anzunehmen und mit der eigenen Problematik zu verbinden. Bei allen Gefühlen, die Kinder in ihrer Entwicklung durchleben, sollte uns Erwachsenen bewusst sein, wir kennen diese Gefühle schon, wissen im besten Fall, auch damit umzugehen. Die Kinder, insbesondere die kleinen Kinder, müssen diese Erfahrungen erst nich machen. Sie müssen erst einmal erleben, durchleben. Bilderbücher wie dieses können die Angst vor den Gefühlen nehmen und Kinder darauf vorbereiten. Und genau deshalb sollte man sich die Zeit nehmen, sie mit den Kindern intensiv und in Ruhe zu lesen.

  16. Cover des Buches Das alles sind Gefühle (ISBN: 9783845846026)
    Michael Engler

    Das alles sind Gefühle

     (16)
    Aktuelle Rezension von: katikatharinenhof

    Lars ist wütend, auf sich selbst und auf seine Mama. Warum ? Er hat das Glas mit Marmelade fallen lassen, dann ist es auf den Fiesen zersprungen und Mama hat ihn ordentlich ausgeschimpft. Ganz rot vor Zorn rennt Lars in den Garten, denn so,wie er gerade ist, will er eigentlich gar nicht sein. Doch ein kleiner Gartenbewohner erklärt ihm, dass Gefühle zu uns gehören und wichtig sind...


    Ich mag normalerweise die Bücher von Michael Engler, denn sie gehen auf unverkrampfte, liebevolle Weise Themen an, die Kinder interessieren und ihnen Werte wie Achtsamkeit und Selbstfürsorge vermitteln. Doch mit dem vorliegenden Buch "Das alles sind Gefühle" bin ich nicht ganz so glücklich.

    Zwar bekommen Kinder durch den Maulwurf die Möglichkeit, ein paar der unterschiedlichsten Gefühle, die in ihnen wohnen, kennenzulernen. Aber warum katalogisiert der Autor in "gute" und "blöde" Gefühle ? Warum werden von ihm Wut und Angst negativ dargestellt und suggerieren so den Kindern, dass sie, wenn sie eben jene "negativen" Gefühle empfinden, ganz schnell etwas dagegen tun müssen, um wieder ein "gutes " Gefühl zu erleben ?

    Hier wird leider keine Beziehung zu den Kindern hergestellt und das Kind kann nicht nachvollziehen, warum die Wut plötzlich da ist. Viel hilfreicher wäre hier der Hinweis gewesen, dass Wut nur eine der Facetten auf der Gefühlsskala ist. Sie kommt und geht wie alle anderen Gefühle. Das Buch hingegen suggeriert den Kindern, dass Wut etwas ist, was sie negativ beeinflusst. 

    Das Buch ist zwar schön illustriert, bietet aber in meinen Augen nur bedingt eine Möglichkeit, mit Kinder entspannt über die eigenen Gefühlswelt ins Gespräch zu kommen und sie zu ermutigen, ihre eigenen Gefühle offen auszuleben.

  17. Cover des Buches Zuhause gesucht! (ISBN: 9783407823359)
    Wieland Freund

    Zuhause gesucht!

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Thema ICH-Stärkung
    Du bist gut so, wie du bist

    ab 2 Jahren

    Der kleine Drache lebt im Tierheim. Es ist schon sehr außergewöhnlich, dass es im Tierheim Drachen gibt.
    Auch wenn ihn alle interessant finden am Ende gehen die potentiellen neuen Besitzer immer mit einem anderen Tier nach hause.
    Das Mädchen mit der Brille möchte ein kuscheliges Tier. Drachen sind in ihren Augen nicht kuschelig sondern stachelig und schuppig. Das ordentliche Ehepaar sucht ein Tier das keinen Dreck macht. Für sie ist ein Fisch das richtige.
    Ein schüchterner Mann sucht ein Tier vor dem er sich nicht fürchten muss und vor Drachen fürchtet man sich. Und unser Drache, der wird immer trauriger.
    Doch dann kommt eine vierköpfige Familie in der jeder eine andere Erwartung an sein neues Haustier hat. Natürlich ist es schwer ein Haustier zu finden, das alle vier Kriterien erfüllt. Doch als die Vier unseren kleinen Drachen sehen, das sind sie sich plötzlich sofort einig.
    "Der ist genau richtig!"
    Liebe auf den ersten Blick!!!
    Ja, so etwas gibt es und unser kleiner Drache ist nun auch gar nicht mehr traurig, denn er hat ein neues Zuhause gefunden in dem ihn alle mögen, genau so wie er ist.
    *
    Eine wunderschöne kleine Geschichte mit hinreißenden, lebendigen und sehr einfühlsamen Bildern, die die Stimmungen und Gedanken der Figuren wunderbar herausarbeiten und transportieren.
    Reduziert und fokussiert aber dennoch detailreich erzählen sie die Geschichte mit.
    Selbst sehr kleine Kinder verstehen sie und fühlen mit dem kleinen Drachen mit.
    Sehr wichtig bei Bilderbüchern ist aber auch mit der richtigen Betonung vorzulesen.
    Grade hier können mit der richtigen Stimmlage wunderbar die Gefühle und Gedanken vermittelt werden.
    *
    Ein schönes Buch mit klarer Botschaft.
    Egal was andere vielleicht sagen, "du bist genau richtig, so wie du bist!"


  18. Cover des Buches Hexenfee (ISBN: 9783959390477)
    Brigitte Minne

    Hexenfee

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine Geschichte nicht nur für Kinder!
    Auch in der Seniorenarbeit wunderbar einsetzbar !


    Hexenfee


    Eine außergewöhnliche Geschichte mit außergewöhnlichen Illustrationen erwarten den Leser und Betrachter dieses Buches.
    Viele mögen es bereits kennen und sagen, wieso Neuvorstellung die Geschichte gibt es doch schon länger und auch mit den gleichen Illustrationen.
    Richtig!
    Der Bohem Verlag hat sich dieser Geschichte von Brigitte Minne neu angenommen.
    Der Bohem Verlag steht für hochwertige, kunstvolle Bilderbücher. Kindern Kunst näher bringen eine der Intentionen des bereits 1973 in der Schweiz gegründeten Verlages.
    Seit 2014 auch mit Sitz in Deutschland. Wolfgang Hölker mit den Verlagen Coppenrath  und Hölker stützt nun den Bohem Verlag in Deutschland .
    Hexenfee ist eines der Anfang Januar 2017 erscheinenden Bilderbuchtitel des Bohem Verlages, dass schon von der äußeren Aufmachung den Anspruch des kunstvollen erfüllt.
    Hält man es in der Hand fühlt man Links den weichen Textileinband der Rechts in eine glatte Struktur übergeht. Den Schriftzug eingeprägt , die Farben wohl gewählt am Thema der Geschichte orientiert. Innen feste Seiten in angenehmen Cremton lassen den Eindruck erwecken in längst vergangene Zeiten einzutauchen, wenn gleich die Geschichte neu ist.
    Eine gute Geschichte in einem Bilderbuch zu erzählen bedarf auch guter Illustrationen, die die Geschichte in Bilder übersetzten und dabei noch genügend Raum für eigene Phantasien des Betrachters lassen. Carll Cneut ist bekannt für seine phantasievollen, kunstvollen Illustrationen, die den Betrachter immer auf eine solche Phantasiereise mitnehmen.
    Auch hier fasziniert er den Betrachter mit ungewöhnlichen, charakterstarken, teilweise etwas skurril anmutenden, tiefen Bildern. Nimmt einen mit in eine Zauberwelt. Eine Hexenwelt, eine Feenwelt und erzählt so die, aus der Feder von Brigitte Minne stammende, Geschichte der Hexenfee auf seine ganz eigene Art.


    Nun aber zur Geschichte.
    Eine Mädchengeschichte?
    Ja, man könnte es meinen doch die Intention dieser Geschichte gilt gleichermaßen für Mädchen und Jungen, vor allem aber ist sie an die Eltern gerichtet.
    Lasst die Kinder, Kinder sein. Verbiegt sie nicht. Zwängt sie nicht in ein völlig veraltetes Korsett von Klischees.
    Unabhängig von der Intention, die man durchaus versteht, sollte man dieses Buch jedoch einfach als ein wunderschönes Buch betrachten, dass nicht nur Kindern Freude bereitet.
    Die kleine Zauberfee möchte viel lieber eine kleine Hexe sein.
    Sie mag  es nicht ,in feinem rosa Kleidchen den Tag zu verbringen, vornehm und stets auf Sauberkeit und Ordnung bedacht.
    Sie möchte viel lieber Rollschuhlaufen oder Boot fahren, doch das ist für kleine Feen zu gefährlich und schickt sich nicht. 
    Immer wieder gerät sie wegen ihrer Wünsche, Ideen und auch dem Wiederstand, mit ihrer Mutter aneinander, die sich einfach nur ein liebes Feenmädchen wünscht.
    Es kommt wie es kommen muss, der Mutter gehen die Argumente aus und es bleibt ihr nichts anderes übrig als ihre Tochter vor die Wahl zu stellen. Entweder sie benimmt sich wie eine kleine Fee oder sie muss gehen.
    Genau das macht die kleine Fee dann auch. Sie packt ihre Koffer und fliegt in den Hexenwald.
    Die Mutter ist sich sicher, dass ihre Tochter sehr schnell wieder zurück ist doch das Gegenteil ist der Fall. Der kleinen Fee gefällt es im Hexenwald sehr. Sie kann dort all das tun was sie gerne möchte und die Hexen sind auch sehr nett zu ihr. Sie unterstützen sie bei der Umsetzung ihre Ideen, bringen ihr das Fliegen auf dem Besen bei und sogar ein wenig Zaubern.
    Als es Nacht wird legt sie sich auf ihr Mooslager im Baumhaus und schläft zufrieden und ruhig ein.
    Sie fliegt aber auch zum Luftschloss um ihre Mutter zu besuchen. Die ist zwar froh über die vermeidliche "Rückkehr" ihrer Tochter drängt sie aber auch sofort wieder ihren Platz als Fee einzunehmen, sich zu waschen etc.
    Die kleine Fee entflieht dieser Enge und kehrt zurück zu den Hexen.
    Doch die Mutter vermisst ihr Feenmärchen und macht sich auf in den Hexenwald. Sie legt sich zu ihrer Tochter ins Moosbett und ist froh sie beschützen zu können. Sie hat erkannt was wichtig für ihre Kleine ist.
    Von da an darf die kleine Fee auch Hexe sein, wann immer sie möchte. So schläft sie in ihrem Baumhaus im Hexenwald, lernt von den Hexen und wann immer ihr danach ist kommt sie ins Luftschloss. Die Mutter begleitet ihre Tochter denn ohne ihre kleine Hexenfee möchte sie nicht sein.
    Eine wunderschöne Mutter -Tochter Geschichte, die aber auch Mutter und Sohn, Vater und Tochter oder Vater und Sohn sein könnte.


    Unabhängig von dem "pädagogischen" Aspekt sollten wir aber versuchen nicht jedes Bilderbuch in eine pädagogische Kategorie einzuordnen und einfach so zu genießen.
    Ein wundervolles Bilderbuch in Illustration und Text, dass nur durch die Kombination beider Elemente zu dem wird was es ist  ein fantastisches, kunstvolles, verzauberndes, traumhaftes Bilderbuch, das einen für kurze Zeit in diese Welt mitnimmt und verzaubert.

    Vielleicht ein wenig ungewöhnlich die Darstellung der einzelnen Figuren. Etwas skurril, nicht nur die Gesichter auch die Farbgebung lässt Raum für Interpretation. Die ein oder andere Illustration mag auf den ersten Blick Duster erscheinen jedoch hebt die Geschichte aus dieser Stimmung fast magisch heraus. Solche Stimmungen können nur entstehen wenn Bild und Geschichte ineinandergreifen, sich gegenseitig stützen und ergänzen. Genau das ist hier in Perfektion gelungen.
    Einfach fantastisch, kunstvoll.
  19. Cover des Buches Der kleine Dachs hilft seinen Freunden (ISBN: 9783765569821)
    Suzanne Chiew

    Der kleine Dachs hilft seinen Freunden

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Thema Hilfsbereitschaft / Freundschaft / Neuanfang / Positiv sein
    eine Geschichte für Kinder ab 3 Jahren


    Wieder einmal hat der Brunnen Verlag ein Buch herausgegeben, das schöner kaum sein könnte.
    Voller Gefühl und mit unglaublich vielen Botschaften, die Kindern bei ihrer Entwicklung helfen, sie stärken und Erwachsene daran erinnern das das Leben schön ist.

    Der kleine Dachs lebt mit vielen Freunden zusammen im Wald. Unter einer alten Eiche hat er sein Zuhause. Die alte Eiche war immer schon das Zuhause vieler Tiere darunter auch von Dachsen. Richtig gemütlich hat es sich der Dachs dort gemacht.
    Als sich ein Sturm ankündigt sind alle Tiere sehr verängstigt. Ob ihre Nester, Bauten und Höhlen sicher genug sind um den Sturm zu überstehen?
    Zu jedem Einzelnen geht der Dachs mit seiner großen blauen Werkzeugtasche, die erhaben aus dem Bild heraus sticht und die sich wunderbar weich und samtig anfühlt.
    Den Kaninchen zimmert er ein Tor vor ihren Bau. Die Gemüsepflanzen des kleinen Igels schützt er mit Blumentöpfen. Um das Nest der Drossel baut er einen Kasten, damit das Nest nicht weg fliegen kann und der Maus fixiert er die Leiter zu ihrem Haus mit einem Seil. Grade noch rechtzeitig wird der Dachs fertig, doch dann kommt der Sturm so schnell, das er den Heimweg nicht mehr schafft. Das Kaninchen holt ihn in die Höhle wo er gemeinsam mit den Kaninchenkindern einen wunderschönen Abend verbringt.
    Doch am nächsten Morgen ist die Welt trotz aller Sicherungsmaßnahmen nicht mehr so wie sie vor dem Sturm war denn der hatte die alte Eiche mit dem Dachsbau umgerissen.
    Nun war der Dachs obdachlos.
    Alle Tiere sind sehr bestürzt, wollen ihn gleich bei sich aufnehmen, doch ein Dachs würde weder in ein Vogelnest noch eine Mäusehöhle passen. Während alle traurig und ratlos sind, ist der Dachs nur kurz geschockt, atmet dann tief durch und hat gleich darauf auch schon einen Plan.
    Gemeinsam mit seinen Freunden räumt er all sein Hab und Gut aus der umgestürzten Eiche um aus ihr ein neues Haus zu bauen. Eindrucksvoll und sehr emsig wird gezeichnet, geplant und dann gewerkelt. Dabei dürfen wir ihnen über die Schulter schauen. So entsteht ein neues, wunderschönes Haus vor dessen Tür bald eine neue Eiche wachsen wird denn .....
    *
    Eine gefühlvolle Geschichte mit noch viel gefühlvolleren Bildern, die das Geschehen so wunderbar illustrieren, dass man das Gefühl hat mitten drin zu sein.
    Trotz aller Ängste, Unwegsamkeit und auch trauriger Momente sprüht das Buch vor Positivem. Farbenfroh, lebendig voller Natürlichkeit wird den jungen Lesern gezeigt, wie schön Hilfsbereitschaft, Miteinander leben in einer Gemeinschaft, für einander da sein, Freundschaft und positives Denken, für ein gutes Leben und zufriedenes Leben sein kann. Hierbei rückt natürlich in erster Linie der Dachs in den Fokus des Betrachters da er derjenige ist, der allen hilft und dem das Schicksal übel mit spielt. Trotzdem gerät keines der Tiere, bei der Geschichte und in den Bildern,  ins Hintertreffen. Gerade in den Illustrationen - aber auch in der Geschichte- wird deutlich, wie wichtig jeder einzelne, egal wie klein oder schwach er auch sein mag, ist.
    Bewundernswert die positive Haltung des Dachs, der mehr oder weniger gleich die Ärmel hochkrempelt und neu anfängt. Ein Neuanfang kann sehr positiv sein und es kann etwas viel Schöneres daraus entstehen als zuvor, man muss es nur anpacken.
    Ich bin mir ziemlich sicher, das viele Eltern, Großeltern, erwachsene (Vor-) Leser hier, auch erkennen, das auch für sie diese Botschaft Bedeutung haben sollte.
    All zu oft finden sich Erwachsene zu schnell mit etwas ab, leider oder resignieren lieber als in die Hände zu spucken und neu zu beginnen.
    Kinder sind in dieser Hinsicht wesentlich spontaner. Intuitiv suchen sie nach Wegen wenn sie bemerken, dass der eingeschlagene Weg nicht zum Ziel führt. Es sind positiv denkende Wesen voller Spontanität. Diese wundervolle Geschichte stärkt somit auch ihr Verhalten, in dem sie erkennen, das der Dachs genauso handelt wie sie es vielleicht auch tun würden.
    *
    Das besondere an vielen Bilderbücher, so auch diesem, ist, dass sie viel vermitteln ohne das der pädagogische Zeigefinder erkennbar ist.
    Es bedarf keiner großen Gespräche und Analysen mit den Kindern so klar sind die Botschaften. Und so rate ich jedem Bilderbücher, wie dieses hier nicht immer zu zerpflücken um Botschaften expliziert heraus zu arbeiten sondern eine schöne Geschichte einfach auch mal eine schöne Geschichte sein zu lassen.
    Oft wirkt das nicht ausgesprochene, nicht gesagte intensiver als das was wir darüber reden.
    Wer dennoch gern etwas mehr mit dem Buch in einer Gruppe oder mit den eigenen Kindern machen möchte dem empfehle ich auf die letzte Botschaft der Geschichte ein zu gehen und den ausleitenden Gedanken weiter zu führen.
    Aus einer kleinen Eichel wird mit der Zeit, im Laufe der Jahre, eine neue, starke, große Eiche.
    Wir können mit den Kindern Eicheln und Samen anderer Bäume sammeln und einpflanzen. Uns über Bäume informieren, in den Wald gehen. Wir können recherchieren welchen Tieren ein Baum Schutz und Zuhause bietet und was unter der Erde, unter dem Baum lebt.
    Hierzu gibt es eine Reihe wundervoller Bücher.
    Für jeden Baum der gefällt wird, der stirbt und umfällt kann und sollte ein neuer gepflanzt werden. 


  20. Cover des Buches Elli, das kleine Yak 1: Elli, die Kleinste von allen (ISBN: 9783522459624)
    Lu Fraser

    Elli, das kleine Yak 1: Elli, die Kleinste von allen

     (3)
    Aktuelle Rezension von: EmmyL

    Eigentlich sieht Elli genauso aus wie alle Yaks in ihrer Herde. Sie hat ein schönes dichtes Fell, vier kräftige Hufe und kann problemlos auf den Gletscher steigen. Leider ist sie die Kleinste und das passt ihr überhaupt nicht. Sie möchte endlich genau so groß und erwachsen sein wie alle anderen. Natürlich hilft der Trost ihrer Mutter überhaupt nicht, denn wer will schon ewig warten bis er endlich erwachsen ist. Doch egal was Elli auch unternimmt, das Wachstum lässt sich einfach nicht beschleunigen. Als sie jedoch eines Tages nur wegen ihrer Größe um Hilfe gebeten wird, merkt Elli dass wahre Größe von innen kommt. 

    Doppelseitig vollflächige, einseitig vollflächige und einzelne eingestreute farbige Illustrationen erzählen abwechslungsreich die Geschichte des niedlichen Yakmädchens. Der Text ist zum Teil direkt in die Illustrationen integriert oder ergänzt sie passend daneben. Text und Bild erzählen gemeinsam eine Geschichte, ergänzen sich harmonisch und lassen für die Fantasie der Leser:innen genügend Spielraum. Alle Szenen sind dynamisch, witzig und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Der einfache Text ist in eingängigen Paarreimen verfasst. Die Reime ermutigen Kinder, den Inhalt der Seiten selbst vorzutragen. In den farbigen Illustrationen dominiert weiß und blau das Bildgeschehen, so wird die kalte Umgebung auf den Gletschern und im Schnee der Anden gut nachfühlbar. 

    Groß kann man auf unterschiedliche Arten sein und nicht immer ist die körperliche Größe tatsächlich entscheidend, denn wahrer Mut hat mit körperlicher Größe nichts zu tun. Das erkennt auch Elli und bringt es mit ihrem letzten Satz in dieser wundervollen Geschichte perfekt auf den Punkt: „Ich bin nämlich ich und wie groß ist nicht wichtig.“

    Die niedliche Geschichte macht Mut, stärkt das Selbstvertrauen, fördert das Selbstbewusstsein und bietet zahlreiche Gesprächsanlässe.

    Die übersichtlichen Illustrationen ermöglichen auch die Präsentation vor einer Kindergruppe. Das Buch ist für Kinder ab drei Jahre sehr zu empfehlen. Auch bei wiederholter Betrachtung, wird die Geschichte nicht langweilig, denn es können immer wieder neue Dinge Entdeckt werden. Die große Schrift lädt auch Leseanfänger dazu ein, selbständig zu lesen. Gerade kleine Lesemuffel lieben den Erfolg ein ganzes Buch allein gelesen zu haben auch wenn es sich dabei um ein Bilderbuch mit wenigen Worten handelt. 

  21. Cover des Buches Fitz, der Findehase (ISBN: 9783451713422)
    Iris Schürmann-Mock

    Fitz, der Findehase

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Eine Ostergeschichte in Reimen

    Die Einleitung in Bild und Text lässt viel versprechen und animiert die Geschichte zu entdecken.  Da heißt es: "Alles, was ihr hier entdeckt, ist in diesem Buch versteckt:......"
    Die Geschichte in Reimform erzählt von Fitz dem Hasen, der zum Leidwesen seiner Eltern, so gar nicht nach der Art der Osterhasen geraten ist.
    Während sich die anderen Osterhasen auf ihre Aufgaben besinnen streift Fitz durch die Gegend und sammelt ein, was ihm so alles auf dem Weg begegnet. Alles kann er noch gebrauchen. Sein Vater ermahnt ihn sich auf die Dinge zu konzentrieren, die sich für einen Osterhasen ziemen und so steht Fitz wenig später im Ostereier Atelier um seine Ostereiermalprüfung zu bestehen. Leider hält sich Fitz nicht an die Regeln und malt eigenwillig, originell seine eigenen Motive.
    Da dieser Versuch aus Fitz einen richtigen Osterhasen zu machen erst einmal gescheitert ist soll der nun bei der Großmutter in die Lehre gehen, die Schokoladenhasen gießt und sie hübsch einpackt.
    Ob das wohl ehr was für Fitz ist bleibt zu bezweifeln. Was Fitz noch so alles anstellt und damit die Nerven der anderen gehörig strapaziert, davon erzählt diese wunderbare Geschichte.
    Aber damit nicht genug müssen zum Schluss der Geschichte doch alle einsehen, das Fitz ein super guter Findehase ist und das nicht nur weil er die Brille der Großmutter wiederfindet sondern auch noch seine kleine Schwester, die in der Osternacht.... .
    Nein mehr verrate ich hier nicht etwas Spannung soll ja bleiben.

    Dies ist nicht nur in der Osterzeit eine wunderbare Geschichte.
    Die Reime fließen beim Vorlesen leicht von den Lippen. Dabei vermitteln  sie sehr dynamisch und harmonisch die Geschichte. Die Reime vermitteln den Rhythmus des Erzählten ideal.
    Die Illustrationen greifen diese Dynamik auf und beleben die Geschichte mit sehr vielen zusätzlichen kleinen Details. Es ist auch für das Auge eine wahre Entdeckungsreise nicht zuletzt da wir schon zu Beginn der Geschichte zum Suchen animiert wurden.


    Eine Geschichte, die auch deutlich macht, dass Erwachsene mehr ihren Kindern vertrauen sollten und ihnen mehr Entfaltungsmöglichkeiten / Freiraum bieten sollten.


  22. Cover des Buches Pirat Jan Wolf (ISBN: 9783843609487)
    Natalie Quintart

    Pirat Jan Wolf

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste
    Eine phantasievolle Reim-Geschichte über das Gefühl von Angst und wie man sie überwinden kann

    Thema Ich-Stärkung

    Für Kinder ab etwa 4 Jahren

    Schwach, schlapp, schlaff, flau, das sind Gefühle, die Jan Wolf häufig überkommen, in denen sich seine Angst bemerkbar macht wenn z.B. der Lehrer ihn an die Tafel holt, sich eine Fliege auf seine Nase setzt oder wenn ihn ein Mädchen in die Augen schaut.
    Aber wenn er sich zuhause als Pirat verkleidet und Piratenlieder über ihre Heldentaten singt dann fühlt er sich gut, "so hart wie Stein".
    Eines nachts ( wir gehen davon aus er schläft und träumt) wird Jan Wolf von vom "legendären Piratenkapitän Drake auf sein Schiff entführt, weil dieser erbost darüber ist, dass er in den Liedern nicht vor kommt.
    Vor Angst schlottern dem kleinen die Knie und auch seine Stimme versagt. Nur noch stotternd kommen die Worte heraus.
    Jan kennt Kapitän Drake und seine Heldentaten nicht wie soll er dann darüber singen? Das kann man ändern denkt sich der Piratenanführer. Als ihnen ein Schiff begegnet sieht Drake seine Chance. Er lässt seine Piraten angreifen und schleppt Jan mit auf Deck um sich das Spektakel an zu sehen.
    Jan beeugt ängstlich das Geschehen und er fühlt sich wieder ganz schwach.
    So schwach wie "ein Puddingteilchen mit Erdbeeren". Es wird noch schlimmer. Der Kapitän des gegnerischen Schiffes entdeckt ihn, will ihn gefangen nehmen doch Kapitän Drake greift ein. Schon findet sich der kleine Wolf sich zwischen den beiden wieder. Jeder zehrt an einer Seite an ihm. Jetzt fühlt sich Jan noch schwächer "wie ein Klecks Zahnpasta.
    Der Kampf ist vorbei, Drake hat gewonnen. Eine Heldentat über die Jan nun singen soll, doch Jans Stimme ist weg.
    Ängstlich überlegt er was er tun kann, schnappt sich einen Zettel und schreibt einen Entschuldigungszettel für die Piraten. Was er nicht weiß der heldenhafte Piratenanführer kann wie auch die anderen nicht lesen. Um sich jedoch nicht die Blöße zu geben erfindet er kurzer Hand etwas. Eine Beweihräucherung auf sich selbst und das Jan erst vier Prüfungen bestehen muss bevor er in der Lage ist zu singen.
    Jan kann es nicht glauben, der Kapitän kann nicht lesen.
    Die vier Prüfungen machen ihm wieder Angst. Das Gefühl von Schwäche in unterschiedlichsten Formen stellt sich wieder ein.
    Schlapp ,flau, Schlaff und lasch wie Seesternpüree.
    Doch er übersteht alle Prüfungen heldenhaft. Die Piraten verlieren das Interesse an ihm widmen sich ihrer Beute. Es scheint als hätten sie den Kleinen vergessen.
    Die bestandenen Prüfungen und das Desinteresse der Bande scheinen  Jan gestärkt zu haben denn plötzlich fängt er aus Leibeskräften an zu singen.
    Doch er singt nicht von den Heldentaten sondern von der Jämmerlichkeit. Auch als der Kapitän  wütend auf ihn los geht hört er nicht auf zu spotten.
    Das beeindruckt Drake so sehr, dass er Jan Wolf zum Piratensänger adelt und ihm anbietet bei ihnen zu bleiben, als bester Freund des legendären Piratenkapitäns Drake.
    (  der Traum ist zu Ende?)
    Wenn Jan jetzt in die Schule geht schauen ihn alle respektvoll an und auch hier singt er nun Lieder von Stärke. Da fühlt er sich "wie ein Fels" wenn der Lehrer ihn zur Tafel ruft und ......
    *
    Eine einfühlsame Geschichte, die durch die wunderbaren Illustrationen von Philippe Goossens so richtig lebendig wird.
    Einfühlsam und in warmen, klaren, bunten Farben, spielt er mit Größe,Ausdruck und sogar den Buchstaben im Text, die sich je nach Handlung und Gefühle herausheben und auch schon mal bedrohlich wirken können.
    Es sind Bilder in die man hineinschaut und das Gefühl hat dabei zu stehen. Gut kann man die Gefühle von Jan Wolf erkennen und nachvollziehen.
    *
    Die Geschichte ist in Reimform geschrieben. Die Reime kommen einen leicht von den Lippen. Schnell ist man im Rhythmus drin, der dann auch das Erzähltempo vorgibt und dabei auch die jeweiligen Gefühle transportiert.
    *
    Der Verlag spricht eine Altersempfehlung von 5 Jahren aus.
    Ich würde hier auf Grund unserer Erfahrungen mit unseren Lesekindern deutlich herunter setzten.
    Wir haben gerade bei freien Lesungen immer wieder auf kleinere Kinder dabei. So auch bei den letzten Lesungen mit dieser Geschichte .Hier waren Kinder ab 3 Jahren dabei, die er Geschichte genauso interessiert folgten und sie auch verstanden haben.
    In den späteren Gesprächen konnten sie im Rahmen ihrer sprachlichen Möglichkeiten sehr gut mit reden und taten dies auch mit Begeisterung .
    Sicherlich, sie haben es als tolle Piratengeschichte wahrgenommen ohne
    jetzt genauer auf die Gefühle ein zu gehen, aber es wurde ganz deutlich, dass sie empathisch mit Jan mitgefühlt haben und sich in den Kleinen hinein versetzten konnten.
    *
    Im Übrigen muss ich hier noch mal erwähnen, dass eine Geschichte nicht immer eine pädagogisch-psychologische Botschaft vermitteln muss. Sie kann auch "einfach" als tolle Geschichte für sich stehen, an der man Spaß hat.
    Und die hat man mit diesem Buch sowohl durch die Sprache, die Reimform als auch durch die tollen Bilder.
    *
    Ein Buch, dass bestimmt ein Lieblingsbuch wird

    ******

  23. Cover des Buches ICare (ISBN: 9783899018448)
    Sandra Boltz

    ICare

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Erdpoetin

    Die äußere Aufmachung:

    Das Buch im praktischen Handtaschenformat ist im Verlag J. Kamphausen erschienen und umfasst 178 Seiten.

    Es beinhaltet neben einem 30tägigen Programm für Achtsamkeit und Glück  ein SaiSin Band sowie einen Zugangscode zu einer Online-Challenge mit der Autorin.

     Meine Empfehlung:

    Ich bin zuerst durch die Online-Challenge auf „ICare“ aufmerksam geworden, die im Frühjahr 2014 vom Verlag Kamphausen und der Autorin Sandra Boltz angeboten wurde. Das war eine sehr spannende und wertvolle Zeit für mich, während der ich mich intensiv mit dem Thema „Selbststärkung“ und „Achtsamkeit“ beschäftigt habe und durch den regelmäßigen Austausch mit Frau Boltz einen persönlichen Zugang zu ihrem Buch erhalten habe, das dann im September erschienen ist.

    Ich kann sowohl Buch als auch Challenge wärmstens empfehlen (im Buch ist ja ein Zugangscode zur Challenge enthalten).

    Und warum?

    Das Buch verspricht, in 30 Tagen zu mehr Glück und Achtsamkeit zu finden – und wenn man es wirklich angeht, klappt das auch.

    Für jeden Tag findet man eine kleine Aufgabe, die es zu „bearbeiten“ gilt. Dabei meine ich mit „Arbeiten“ nicht „Ackern“, sondern schlicht „daran denken“ und seine Wahrnehmung entsprechend auszurichten. Dabei hilft das SaiSin (ein Bändchen), das man am Arm trägt und durch das man jeden Tag an die „Tagesaufgabe“ erinnert wird.

    Die 30 Tage sind in vier Wochen aufgeteilt, die jeweils ein Thema beinhalten:

    Die Woche der Dankbarkeit, der Selbststärkung, der Vorstellungskraft und der Anziehungskraft.

    Zu jedem Oberthema gibt es dann sechs tägliche Einzelaufgaben. Am Ende der Woche (Tag 7) wird das Erreichte reflektiert.

    Die Aufgaben sind sehr motivierend verfasst und zum Teil durch kleine Bilder und passende Gedanken oder Sprüche aufbereitet. Es sind knackig-kurze Impulse für ein besseres Lebensgefühl, die jedoch auch durch Hintergrundwissen erklärt werden.

    Eindrucksvoll fand ich beispielsweise die Übung zu Tag 2 in der „Woche der Dankbarkeit“, die „Kraft der Fünf“. So empfiehlt die Autorin, an den fünf Fingern fünf Dinge abzuzählen, für die man dankbar ist und jedes Mal für eine oder mehrere Dinge zu danken, wenn man auf das SaiSin schaut.

     Meine Erfahrung:

    30 Tage für ein Mehr an Glück und Achtsamkeit ist ein zeitlicher Umfang, den man schaffen kann. Dazu ist das Buch praxisbezogen und motivierend aufbereitet.

    Ich bin kein Fan von irgendwelchen „Programmen“, aber dieses Buch hat mich überzeugt. Es ist durch eigene Beispiele der Autorin sehr persönlich geschrieben, ohne esoterisches Blabla und ohne den „Think-Pink- und wir sind ja alle so happy-“-Ansatz, sondern durchweg lebenspraktisch und bodenständig.

     Auch nach den 30 Tagen kann man immer wieder etwas nachlesen oder auch das ganze Programm nach einer gewissen Zeitspanne wiederholen. Bei mir hat sich wirklich etwas zum Positiven verändert, ich bin entspannter und achtsamer geworden im Umgang mit mir selbst und mit anderen. Das SaiSin trage ich noch immer und das allein ist ein positiver Anker für mich geworden.

     

     

  24. Cover des Buches Kleines Einhorn Funkelstern. Schön, dass wir Freunde sind (ISBN: 9783401708249)
    Mila Berg

    Kleines Einhorn Funkelstern. Schön, dass wir Freunde sind

     (9)
    Aktuelle Rezension von: buecherwuermchen_lau

    Eine Kinderbuch/Bilderbuch Reihe die ich sehr gerne habe ist einfach "kleines Einhorn Funkelstern". Schon mein allererstes Band hat mich verzaubert. Diese wunderschönen Illustrationen mit ihren Glitzer Elementen und die schönen Geschichten bringen einen zum Träumen. 

    Es ist einfach eine traumhafte Kinderbuchreihe, die wichtige Botschaften kindgerecht verpackt haben..

    In diesem Band geht es um Freundschaft und das Anders sein. Denn unser Funkelstern ist zwar ein zauberhafte Einhorn, aber kann nicht nicht alles bzw ist anders. Einige Fähigkeiten sind dem kleinen Einhorn  nicht gegeben und dadurch fühlt es sich schlecht und nicht zu den anderen passend. Dabei ist Anders doch ganz und gar nicht schlecht, eher wundervoll und wertvoller. Die kleinen Freunde das Koboldmädchen Trixi und die Fledermaus Kalle lassen keine Minute aus um es dem kleinen Einhorn zu zeigen und durch ein Zufall, erleben sie zusammen etwas tolles und das Einhorn sieht wie wertvoll es ist. 

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