Bücher mit dem Tag "idealismus"
25 Bücher
- Jostein Gaarder
Sofies Welt
(4.495)Aktuelle Rezension von: MyrdynDer Titel verspricht, das Buch handle von der "Welt" eines fünfzehnjährigen Mädchens. Doch über Sofie erfahren wir sehr wenig, über ihre Mutter und ihre Welt fast nichts. Den Autor interessiert seine Figur "Sofie" eigentlich nicht, sie ist nur dazu erfunden worden, einem schrulligen alten Mann namens Alberto als willige Zuhörerin bei seinen Monologen über Philosophie zu dienen und sich den Kopf mit lauter Buchwissen volllabern zu lassen. Alberto seinerseits ist eine Maske des Autors Jostein Gaarder, der unbedingt ein Jugendbuch über Philosophie schreiben wollte, aber sich eine schlüssige Einführung in das Philosophieren (= Philosophie als Aktivität denkender Menschen) für junge Leser nicht zutraute. Philosophieren lernt man jedoch nicht durch einen Spaziergang durch die verwitterten, brüchigen Monumente der europäischen Philosophiegeschichte.
Die Hintergrundstory vom geheimnisvollen Mentor eines hochpubertären und doch braven, leicht manipulierbaren Mädchens, dem er eine neue Welt erschließt, ist schon ohne den verkrampften Sprung ins Metaphysische unglaubwürdig. Wenn Sofie etwa Bücher wie "Die rote Zora und ihre Bande" (von Kurt Held), "Blauvogel - Wahlsohn der Irokesen" (von Anna Jürgen) oder "Yashor - Der Hirt aus Harkin" (von Michael Morgental) gelesen hätte, dann hätte sie über die Einübung in das Philosophieren im praktischen Leben eines jungen Menschen mehr gelernt als durch die aufdringlichen Versuche eines Hobbyphilosophen, der sich fast zwanghaft eine folgsame Rezipientin für seine fast manischen oberflächlichen Expektorationen suchen musste.
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(571)Aktuelle Rezension von: SeitenwindZu den geistig-vertieften ausführlichen Gesprächsrunden kann ich nicht viel sagen. Die sind mir zu verkopft, wenn auch wirklich gut verfasst.
Den Alltag in der Klinik sowie die Ausflüge und Beweggründe von Hans Castorp fand ich aber hervorragend beschrieben. Besonders der Skiausflug bleibt mir aufgrund der Schilderung bestens in Erinnerung. Aber auch der sachliche Monolog über den menschlichen Körper kommt mir wieder in den Sinn.
Leicht hat man es aber insgesamt als Leser nicht und ich würde empfehlen, manche Passagen aufgrund der sehr verkomplizierten, redundanten Cicero-gleichen Nebensatz-Verschachtelungen, die es, wenn man einmal - so empfinde ich es, darüber nachdenkt, garnicht unbedingt - mit Verlaub- braucht, zu überfliegen.
- Erich Kästner
Fabian
(335)Aktuelle Rezension von: LolyZum Inhalt:
Dr. Jacob Fabian ist Germanist und arbeitet als Werbetexter in Berlin. Er stürzt sich in erotische Abenteuer, trinkt mit Reportern und versucht, im stürmischen Treiben der Großstadt an seinen Idealen festzuhalten. Doch die Stadt bewegt sich im Zickzack und die demokratischen Grundlagen der Weimarer Republik geraten zunehmend ins Wanken. Als Fabian die junge Anwältin Cornelia in einem Bildhaueratelier kennenlernt, verändert sich sein Leben und die beiden verlieben sich – doch ihre Liebe soll nicht von Dauer sein.
Mein Eindruck:
Ich habe in diesem Wintersemester ein Seminar zu Erich Kästner belegt und dafür dieses Buch gelesen, doch das Cover ist mir schon eine ganze Weile vorher gelegentlich in der Buchhandlung aufgefallen, weswegen es mich gefreut hat, es auf der Lektüreliste zu finden.
Besonders nach ‚Emil und die Detektive und Emil und die drei Zwillinge‘ und ‚Das fliegende Klassenzimmer‘ war ich gespannt darauf, wie anders Kästner für seine erwachsene Leserschaft geschrieben hat und ein Unterschied war definitiv erkennbar. Wo in seinen Kinderbüchern die Hoffnung und die Kraft des Guten einen großen Raum einnehmen, ist diese in ‚Fabian‘ so gut wie gar nicht zu finden. Mir ist bewusst, dass es sich um eine gesellschaftskritische Perspektive handelt und es gefiel mir, wie unverblümt er manche Umstände und Situationen geschildert hat. Doch irgendwie wurde die triste Atmosphäre, in der selbst die kleinste Flamme der Hoffnung sofort erlischt, nach einigen Seiten langweilig und fade. Sie deprimierte und frustrierte mich, da Fabian kein flacher, schlecht konstruierter Charakter ist. Er hätte die Umstände, die seinen Alltag geprägt haben, definitiv verändern können, wenn er es genug gewollt und die Energie dafür aufgebracht hätte.
Fabian hat interessante Ansichten in Bezug auf das Leben und die Gesellschaft, deshalb war es für mich nicht ganz verständlich, warum er tatenlos zugesehen hat, wo er doch genau wusste, was die Probleme sind. Das hat die Authentizität seiner Ideale für mich aufgehoben, denn er hat sich so verhalten, als wäre die Tatenlosigkeit zu bequem für ihn und die Aussicht auf Besserung seine Energie nicht wert. Es hat den Eindruck erweckt, er würde sich dieser Welt, die er kritisch betrachtet, nicht wirklich zugehörig fühlen – als wäre er ein unbeteiligter Beobachter.
Genau da hat Kästner meiner Meinung nach alles richtig gemacht, denn die Geschichte hat mich mehrmals zum Nachdenken angeregt. Gleichzeitig hat es sich für mich so angefühlt, als hätte er es sich mit diesem Werk zu leicht gemacht und als würde ein bedeutender Teil zur endgültigen Vollendung fehlen. Hier sollte ich erwähnen, dass ich die zensierte Version und nicht ‚Fabian oder Ein Gang vor die Hunde‘ gelesen habe. Vielleicht würde meine Einschätzung anders ausfallen, hätte ich diese Version gelesen – wer weiß.
‚Fabian‘ zu lesen war auf jeden Fall interessant, besonders im Hinblick auf den Kontrast zu seinen Kinderbüchern. Kästners Schreibstil strahlt eine gewisse Intelligenz aus, was mir sehr gut gefällt, doch in diesem Werk hat mir, wie bereits erwähnt, einfach etwas gefehlt, um es genauso gut finden zu können, wie die anderen Bücher, die ich bereits von ihm kenne. An Fans seiner Arbeit würde ich es auf jeden Fall weiter empfehlen.
(https://book-souls.com/2025/05/19/fabian-von-erich-kaestner/)
- Franziska Böhler
I'm a Nurse
(86)Aktuelle Rezension von: bibliophilaraDas Motto für die Lesechallenge im Oktober lautet: „Lies ein Buch, das außerhalb deiner Komfortzone liegt.“ Da ich viel querbeet lese, ist das gar nicht so einfach. Ein Buch in meinem Regal ist mir bei längerer Betrachtung aber ins Auge gesprungen. „I’m a Nurse“ von Franziska Böhler mit Jarka Kubsova hat meine Mutter mir zum Nikolaus 2020 geschenkt, einige Monate nachdem ich selbst den Pflegeberuf verlassen hatte. Zu dieser Zeit habe ich einfach Abstand von diesem Thema gebraucht, deshalb wanderte das Buch irgendwo auf meinen SuB. Doch als ich Ende September von meinem Regal stand, dachte ich: Eigentlich lese ich fast ausschließlich fiktive Geschichten, ein Sachbuch über den Pflegenotstand liegt also wirklich außerhalb meiner Komfortzone! Ich war besonders gespannt darauf, ob ich mich in den Fallbeispielen wiedererkennen würde. Oder ob ich Neues erfahren würde, obwohl ich den Beruf selbst erlernt und darin gearbeitet habe.
Franziska Böhler ist Krankenschwester auf einer anästhesiologischen Intensivstation. Das bedeutet für sie: Nachtdienste, Wochenend- und Feiertagsschichten, Überstunden, Unterbesetzung sowie viel Stress bei ebenso viel Verantwortung. Seit der Einführung des DRG-Systems werden Patienten nach Fallpauschalen abgerechnet. Der Weg hin zu einem profitorientierten Gesundheitssystems hat dieses selbst krank gemacht: Personal wird eingespart und schlecht bezahlt. Immer mehr Pflegekräfte verlassen den Beruf oder haben es ernsthaft in Erwägung gezogen. Was jedoch viele vergessen ist, dass hinter dem Pflegemangel Einzelschicksale stecken. Menschen, die mit Schmerzen stundenlang in überlasteten Ambulanzen liegen. Menschen, deren dringende Operation schon zum zweiten Mal verschoben wurde. Kinder, die auf dem Weg zur weit entfernten Kinderklinik versterben, weil es in der näheren Umgebung kein freies Bett mehr gibt. Und Krankenpfleger, die diesen Beruf nicht länger ausführen können oder wollen.
„Ich bin Krankenschwester.“, ist der erste Satz des Vorworts. Kurz, prägnant, treffend. Er ist aber auch der letzte Satz des Vorworts sowie die Übersetzung des Titels, also ein sogenannter Title Drop. Das Vorwort ist in mehrere Unterkapitel unterteilt. Danach folgen Kapitel mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Böhler beleuchtet die Zustände in Geburts- und Kinderkliniken sowie auf Normal- und Intensivstationen. Das fast 250 Seiten lange Sachbuch endet mit Böhlers Plädoyer, warum sie trotz aller Widrigkeiten Krankenschwester bleibt.
Direkt zu Beginn fällt mir auf: Böhler berichtet nicht nur aus eigener Erfahrung, sondern zitiert Studien, Zuschriften von den Followern ihres Instagram-Accounts @thefabulousfranzi oder zieht die Meinungen von Experten heran. Bei ihr kommen also Ärzte, Altenpfleger, Hebammen, Auszubildende, Patienten und Angehörige zu Wort, die allesamt schildern, wie viel Leid der Kostendruck und der Personalmangel in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verursachen. Und das auf beiden Seiten. An einer Stelle beschreibt Böhler, wie sie im Spätdienst auf ihrer Intensivstation drei Patienten betreut und es einem Mann zunehmend schlecht geht, sodass sie eine andere Patientin, die dringend auf Toilette muss, so lange vertrösten muss, bis die Patientin unter sich macht. Böhler hat ihre Prioritäten richtig gesetzt: Das Überleben des Patienten ist wichtiger als eine Notdurft, aber dass sie so sehr mit dem Notfall beschäftigt war, dass sie der Patientin nicht rechtzeitig auf Toilette helfen konnte, ist für die Patientin demütigend und für die Krankenschwester frustrierend. Mir ist mal etwas ähnliches passiert: Einer meiner Patienten hatte in sein Bett uriniert, weil ich aufgrund eines Notfalls erst nach etwa 10 Minuten ins Zimmer kommen konnte. Es tat mir für den Patienten sehr leid. Ich hatte dadurch, dass ich nun ein Bett frisch beziehen musste, noch mehr Arbeit. Außerdem bin ich mit dem unbefriedigenden Gefühl nach Hause gegangen, dass ich meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht geworden bin.
Böhler nutzt eine zugängliche Sprache und erklärt knapp und präzise alle relevanten Fachbegriffe. Der Stil ist klar, direkt und unkompliziert, weshalb die Seiten geradezu unter den Fingern wegschmelzen. Gleichzeitig hat das Buch auch emotionale Qualität, wenn Böhler oder andere Personen Anekdoten über persönliche Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem erzählen. Auch wenn es meist sachliche Schilderungen sind, sind sie doch sehr ergreifend, da es wahre Geschichten sind. Das letzte Kapitel, das von Tod und Palliativmedizin handelt, hat mir teilweise die Tränen in die Augen getrieben. Man merkt, dass Böhler Unterstützung hatte, eine so ehrliche, ungeschönte und doch starke Atmosphäre aufzubauen. Das Buch ist ein wahrlicher Pageturner! Ich versichere euch, dass man das locker an einem Wochenende weglesen kann.
Es ist so wichtig, dass die Relevanz von Pflegeberufen und die Wertschätzung, die sie verdient haben, in der Literatur abgebildet werden. Und darauf aufmerksam zu machen, dass bestimmte Aussagen, die man immer wieder von Patienten und Angehörigen zu hören bekommt, zwar nett gemeint sind, aber auch die tiefe Abscheu widerspiegelt, die manche Menschen vor der Pflege haben. Sätze wie: „Also ich könnte den Job ja nicht machen“, oder „Zur Krankenschwester muss man geboren sein. Das ist kein Beruf, sondern eine Berufung“, habe ich bestimmt wöchentlich gehört. Was als bewundernde Aussage verstanden werden kann, impliziert aber auch, dass Pflege in den Augen vieler Menschen auf Tätigkeiten wie alte Menschen waschen und ihnen den Hintern abwischen reduziert wird. Und wenn man zu diesem Beruf geboren sein muss, ließe sich der Personalmangel nicht beheben, da ja alle Personen, zu denen der Job passt, bereits in ihm arbeiten. Ich kann euch als Pflexit-Schwester sagen: Ich war auch nicht geboren für diesen Beruf, doch ich habe ihn trotzdem erlernen und ausüben können, weil ich mich in der Ausbildung weiterentwickelt habe. Weil ich gelernt habe, meinen anfänglichen Ekel zu überwinden und auch Dinge zu tun, die unschön sind. Und das können andere Menschen auch, wenn sie es nur wollen. Es fehlen aktuell schlichtweg die Anreize dafür.
Das Sachbuch endet mit Böhlers Plädoyer, warum sie den Job als Krankenschwester trotz aller Schwierigkeiten liebt, und ehrlich gesagt, ist das der größte Schwachpunkt von „I’m a Nurse“. Während man über 240 Seiten gelesen hat, wie belastend der Beruf heutzutage und wie kaputt das Gesundheitssystem ist, gibt es zum Schluss fünf knappe Seiten, die eigentlich keinen guten Grund liefern, sich das als Arbeitnehmer weiterhin bieten zu lassen. Im Gegenteil: Dieses Sachbuch erschien 2020, also gerade zu Beginn der Corona-Pandemie, und seitdem hat sich kaum etwas zum Guten verändert. Nachdem das Buch so eindrucksvoll verdeutlicht hat, wie tief die strukturellen Probleme liegen, sind Aussagen wie: „Trotz allem ist es ein wichtiger Job, den ich mit Leidenschaft ausübe“, wie ein Tropfen auf dem heißen Stein. Mich hat das Buch eher darin bestärkt, dass es die richtige Entscheidung war, aus der Pflege auszusteigen. Ich hatte keine Lust mehr, von Angehörigen beleidigt und von Patienten als inkompetent hingestellt zu werden. Ich hatte keine Lust mehr, einen Dienstplan vorgelegt zu bekommen, der gegen das Arbeitszeitgesetz verstößt. Ich hatte keine Lust mehr, nach zwölf Diensten am Stück am ersten freien Tag angerufen und gefragt zu werden, ob ich nicht einspringen kann. Ich hatte keine Lust mehr, der Geburtstagsparty meiner besten Freundin absagen zu müssen, weil ich dort Nachtdienst habe. Auch, wenn es bitter ist: Ich würde jedem, der zurzeit in Erwägung zieht, Pflegefachkraft zu lernen, davon abraten. Es gibt viele Berufe, mit denen man durch deutlich weniger Aufwand mehr Wertschätzung und Geld verdient. Denn wie Böhler es so treffend schreibt: „Wir [sind] Helden und Menschen zweiter Klasse gleichzeitig.“ (S. 33). Es zeigt so gut, wie ambivalent die Reputation von Krankenpflegern ist, die einerseits täglich Leben retten können, aber andererseits dafür belächelt werden, dass sie Menschen bei Toilettengängen helfen.
Franziska Böhler gelingt mit „I’m a Nurse“ ein eindringliches und schonungslos ehrliches Sachbuch über den Zustand der Pflegeberufe. Sie schreibt klar, direkt und berührend, ohne in Selbstmitleid zu verfallen. Besonders stark ist das Buch, wenn es zeigt, wie strukturell marode das Gesundheitssystem ist und welchen Preis Mitarbeitende dafür zahlen. Die Mischung aus persönlichen Erlebnissen, Stimmen aus der Praxis und wissenschaftlichen Belegen macht das Werk sowohl informativ als auch berührend. Obwohl ich im Krankenhaus gearbeitet habe, habe ich Neues über den Arbeitsalltag von Hebammen und Altenpflegern gelernt. Schwächer fällt dagegen Böhlers Plädoyer aus, das angesichts der zuvor beschriebenen Missstände zu kurz und zu versöhnlich wirkt. Deswegen bekommt das Buch aus dem Jahr 2020 von mir vier von fünf Federn. Vielleicht kann es einen Beitrag dazu leisten, dass mehr Menschen bewusst wird, was Pflegekräfte tatsächlich leisten, damit ihnen endlich verständnis- und respektvoller begegnet wird.
- George Orwell
Animal Farm
(344)Aktuelle Rezension von: CadnessNachdem ich vor kurzem eine Aufführung zu "Farm der Tiere" gesehen habe, wollte ich natürlich auch einmal die entsprechende Grundlage dazu lesen, schließlich steht das Buch schon eine gefühlte Ewigkeit in meinem Regal. Auf 141 Seiten zeigt der Autor, wie schnell sich eine vermeintlich "revolutionäre" Gesellschaft, die auf Freiheit und Gleichheit pocht, innerhalb kürzester Zeit verändern kann. Die Veränderungen fangen klein an und nehmen immer größere Ausmaße an. Zwischendrin fragt man sich immer wieder, wie weit das Ganze noch gehen kann und wie viele Grenzen überschritten werden (können), bevor alles wie ein Kartenhaus in sich zusammenbricht. Besonders gefallen hat mir der Schlusssatz des Buches, der noch einmal eine sehr eindringliche Note inne hatte.
Alles in allem handelt es sich bei "Farm der Tiere" um ein Werk, das auch heutzutage nicht an Aktualität verloren hat.
- Jessica Park
180 Seconds - Und meine Welt ist deine
(273)Aktuelle Rezension von: cxtxi_buecherliebe„180 seconds - und meine welt ist deine“ von Jessica Park stand unfassbar lange auf meiner Wunschliste und endlich habe ich es ergattert und gelesen.
Zugegebenermaßen habe ich was völlig anderes erwartet - was genau kann ich nicht sagen. Der Anfang war für mich ziemlich zäh und irgendwie auch nicht das Wahre. Weil ich aber so lange drum herum geschlichen bin, habe ich durchgehalten und es hat sich wirklich gelohnt.
Allison hat zwar weiterhin ihre Eigenarten, die mich etwas genervt haben, weil es schon etwas klischeehaft war. Esben hingegen war von Anfang an ein Traumtyp. Allerdings habe ich immer auf die für New Adult typische Katastophe gewartet, man kennt es ja.
Die Katastrophe kam auch, aber völlig anders als erwartet. Herzzerreißende Tragik hat sich im letzten Drittel versteckt und ich hatte auf den letzten Kapiteln durchgehend Pipi in den Augen.
Das hat für mich auch das Ruder rumgerissen, warum ich doch noch 4 Sterne gebe.
- Nora Bossong
Schutzzone
(31)Aktuelle Rezension von: reneeEin Buch aus der Longlist des Deutschen Buchpreises von 2019. Kann gut sein. Oder auch nicht. Am Anfang dachte ich nur: Was für eine wirre Schreibe! Immer wieder springt die Handlung recht zusammenhanglos zu verschiedenen Geschehnissen im Leben des Hauptcharakters Mira. Und dann diese Sprache. Ellenlange Schachtelsätze. Schwierig zu lesen. Und insgesamt zu sehr gewollt! Denn diese Gestaltung macht dieses Buch in meinen Augen nicht besser, eher viel schlechter! Dann klang es anfangs so, als würde die UNO in den Himmel gehoben werden. Will ich das hören? Nach den damaligen Geschehnissen in Ruanda! Den zähen Verhandlungen damals in der UNO, wo es einzig darum ging die Geschehnisse in Ruanda jetzt Völkermord zu nennen oder halt nicht !?!?!? Und in Ruanda starben Menschen, viele Menschen! Das macht mich heute noch wütend!!! Aber nach und nach ändert sich das Geschriebene. Das Buch wird zu einem Blick auf die Natur des Menschen und einem Blick auf die UNO und ihre Taten, ein nach dem Sinn fragender Blick. Einerseits steckt ja ein guter Gedanke hinter der UNO, andererseits ist es aber auch ein Aufspielen, man darf ja auch die wirtschaftliche Macht des Westens nicht vergessen. Und dann kommt der mit Fehlern behaftete Mensch dazu und seine fehlerhaften Erinnerungen. Hier noch die Verbindung zu Mira und ihren Gefühlen, ihren Gefühlsverirrungen und -wirrungen zu ziehen, ist ebenso ein kluger Gedanke. Insgesamt ist also das Buch thematisch nicht schlecht gemacht. Allerdings stößt man auf diesen Sinn im Buch erst recht spät, etwas zu spät in meinen Augen. Vorher quält man sich durch eher unwegsames und holpriges Terrain. Dennoch kommt eigentlich nichts wirklich Neues und dann die Longlist ??? Bei diesem wirren Aufbau und dann dieser sehr eigenen Sprache. Nun ja. Einigen gefällt dieses Buch ja, also auch der Aufbau. Denn den Inhalt fand ich nach und nach auch gut, er verdient eigentlich vier Sterne. Aber der Aufbau und die sprachliche Gestaltung minimiert leider diese Bewertung. Denn mehr als drei Sterne werden es bei mir hier leider nicht.
- Meg Wolitzer
Das weibliche Prinzip
(143)Aktuelle Rezension von: eliswaIn diesem knapp 500seitigen Roman wird die strebsame und eher zu Beginn eher ziellos ehrgeizige Greer zur gefeierten und berühmten Feministin.
Das Thema Feminismus wird von unterschiedlichen Seiten umkreist: zum Einen findet Greers Leben durch die Idee des Feminismus ein Ziel und sie selbst auch den Mut ihre innere Stimme auch zu einer äußeren zu machen. Zum anderen verehrt sie Faith Frank, eine Feministin der zweiten Welle der Frauenbewegung auch als Person sehr und reagiert desillusioniert als sie Kratzer und Brüche in Faiths Haltung erlebt. Ihre Verehrung bringt sie dazu, einen Brief ihrer Freundin Zee, die auch bei der von Faith geführten Stiftung "Loci" arbeiten möchte, unterschlägt und nicht weitergibt, weil sie die Arbeit mit Faith Frank nicht teilen möchte. Ein Verrat, ja. Aber auch ein Verrat gegen das "Weilbliche Prinzip"?
Das so benannte Manifest "Faith Franks aus den 70er Jahren postuliert einen Gegensatz zu konkurrenzorientierten, "männlichen" Welt, vermittelt den Wert ovn Stärke in Verbindung mti Anstand und ermutig Männer wiederum zur Sanftheit."Sanft" ist auch das ganze Buch geschrieben (manchmal an der Grenze zur säuselnden Langatmigkeit". In irgendeiner Weise agieren auch viele der Hauptfiguren sanft: Greer und ihre Highschool- Liebe Cory bleiben sich über Jahre ineiner Fernbeziehung innig verbunden. Cory erlebt durch den frühen Tod eines Familienmitglieds den Zusammenbruch seiner beruflichen Träume und seiner Familie. Seine Trauer bringt ihn dazu, jahrelang liebevoll seine Mutter zu pflegen,seine Karriere hintanzuzhalten und ohne Dünkel als Putzhilfe zu jobben statt als Risikomanager Prestige und Vermögen zu ernten.
Das Buch wirft viele Fragen auf: Stell der Verrat, den die Frauen mit ihren großen feministischen Idealen anenander üben auch einen Verrat am Feminismus dar oder diskreditiert er ihn ganz? Bedeutet Feminismus für ein Ende der Gewalt gegen Frauen zu sein und für gleiche Chancen oder Müssen Frauen gleich die besseren Menschen sein und im "weiblichen Prinzip" gleich die Menschheit an sich verbessern? und gilt nur die als glaubwürdige Feministin, die moralisch makellos lebt?
Die langsame Erzählweise mit dem wechselnden Fokus auf unterschiedliche Figuren mit vielen Rückblenden lässt Zeit um über diese Fragen nachzudenken und die Figuren besser kennenzulernen. Das habe ich genossen.
Ein wenig ärgerlich ist die Doppelung, dass Greer, ebenso wie Faith am Schluss des Buchs durch ein Manifest kometenhaft aufsteigt . Über den Inhalt des schmalen Buches wird wenig mehrl als die Aufforderung "Seid laut" gesagt und ich finde die Wendung nicht glaubwürdig;ebensowenig konnte ich hier die Unterschiede zwischen dem "alten" und dem "neuen" Feminismus ausmachen.
- Daphne Caruana Galizia
Sag die Wahrheit, auch wenn deine Stimme zittert
(30)Aktuelle Rezension von: buecherhaiiFangen wir mit dem cover an, das sagt alles soweit aus worum es in dem Buch geht. Schlicht und Aussagekräftig, nicht zu viel und nur das Wesentliche. Ebenso kann ich den Titel nur bestätigen, es sagt auch da alles aus worum es in dem Buch geht. Über ein sehr ernstes Thema welches ich persönlich sehr faszinierend finde.
Kommen wir zu dem Inhalt, das Buch spricht Dinge an die echt heftig sind, der Inhalt ist definitiv nicht für schwache Nerven gemacht. Das Buch hinterlässt Gedanken und schleicht sich auch noch Tage danach in den Kopf. Das Buch ist heftig, erschreckend und gut. Es ist ein wichtiges Buch wie ich persönlich finde.. Die Frau um die es in diesem Buch geht ist mega, Sie heißt Daphne Galizia und leider nicht mehr am Leben, wobei Ihre Aufzeichnungen vieles zum Vorschein bringen was echt "krass" ist. Aufschlussreich. Leider ist sie zu früh gestorben, wer weiß was sie vielleicht noch herausgefunden hätte.
- Brigitte Glaser
Bühlerhöhe
(159)Aktuelle Rezension von: Hekabe-PolyxenaDeutschland unter Adenauer, ein Stück Zeitgeschichte zu dem einem primär mal Wirtschaftswunder und Freßwelle einfällt.
Dass die Nachkriegsprobleme aber deutlich komplexer und herausfordernder waren wird in diesem Buch spannend und unterhaltsam rekapituliert.
Rosa Silbermann ist zu Beginn der Judenverfolgung im dritten Reich nach Israel emigriert und war Teil der Haganah, die das Gebiet mit Waffengewalt kolonialisierte und die Gründung des Staates Israel ermöglichte. In der Gemeinschaft der dem Holocaust entkommenen jüdischen Neu-Israelis gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, wie diplomatisch mit Deutschland umgegangen werden sollte. Während die Einen Frieden mit der BRD schließen wollen um Reparationszahlungen zum Aufbau Israels zu erhalten sind andere der Meinung, dass der Tod von 8 Millionen Juden nicht mit Geldzahlungen gesühnt werden kann.
Rosa wird vom israelischen Geheimdienst in den Schwarzwald in das Hotel Bühlerhöhe entsandt, wo sie verhindern soll, dass ein jüdischer Anhänger der Nakam Adenauer erschießt um die Verhandlungen über die Reparationen zu beenden.
Soweit die Rahmenhandlung. Was den Roman lesenswert macht ist zum einen die Beleuchtung dieses oft vergessenen Kapitels der deutschen Nachkriegsgeschichte wie auch die vielschichtige Zeichnung der im Roman vorkommenden Personen. Rosa und ihre israelischen Gegenspieler, die Leiterin des Hotels, das junge Zimmermädchenmädchen, das eine Verbindung zu Rosa noch aus der Vorkriegszeit hat und viele andere Figuren sind von ihren Erfahrungen im 2. Weltkrieg gezeichnet und müssen sich in der konservativen Gesellschaft im Deutschland der frühen 50er Jahre zurechtfinden.
Die Geschichte Israels und Palästinas ist unglaublich komplex und hier wird ein kleines Puzzleteil auf spannende Weise ausgeleuchtet. Wenn wir die heutige Weltlage verstehen wollen (was nicht gutheißen oder akzeptieren bedeutet!) müssen wir ein geschichtliches Verständnis der Situation entwickeln. Und da sind persönliche Schicksale wie in Romanen und Biographien dargestellt eine meiner Meinung nach unabdingbare Ergänzung zu trockenen Geschichtsdaten.
Dass ich hier ein Buch vorstelle, dass die jüdische Seite darstellt soll bitte nicht als meine Position in diesem aktuellen Konflikt angesehen werden. Es gibt sehr viele andere wichtige Bücher von Palästinensern und Juden, die ihre Erlebnisse in Nakbah und Holocaust schildern. Ich möchte nur ein interessantes Buch vorstellen, dass einen Knotenpunkt der deutschen, israelischen und palästinensischen Geschichte darstellt, der selten beleuchtet wird. Nur das geschichtliche Verständnis aller Seiten kann helfen, Konflikte zu lösen und an einer friedlichen Zukunft zu arbeiten.
- Uwe Timm
Ikarien
(16)Aktuelle Rezension von: kaelleRomane über den Zweiten Weltkrieg gibt es viele. Dieser hier ist keiner davon. Stattdessen werden hier quasi eine Geschichte vor dem Krieg und eine danach erzählt.
Letztgenannte bildet die Rahmenhandlung. Ein Amerikaner wird kurz vor Kriegsende nach Deutschland geschickt, wo er schließlich den Befehl erhält, den Assistenten bzw. Freund eines Rasse-Eugenikers zu befragen. Diese Rahmenhandlung hat mir am besten gefallen, erhält man doch einen ungewöhnlichen Blick auf die Tage kurz vor und kurz nach Kriegsende - und zwar aus der Sicht eines Amerikaners.
Die Gespräche mit dem oben erwähnten Assistenten bilden den zweiten Handlungsstrang. Darin wird versucht zu erklären, wie es so weit kommen konnte, dass besagter Rasse-Eugeniker zum Rasse-Eugeniker wurde. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Kommune Ikarien, deren Ziele beide begeistern. Dort, in der amerikanischen Wildnis, wollten Idealisten die perfekte kommunistische Gemeinschaft errichten. Dieser Handlungsstrang ist im Vergleich zum anderen eher langatmig erzählt. Obwohl er viele spannende Gedanken enthält, hat er mich nicht so stark gepackt.
- Tom Robbins
Buntspecht
(57)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchSo was wie eine moderne, persiflierte Liebesgeschichte - im letzten Viertel des zwanzigsten Jahrhunderts - ist der Ausgangspunkt. Dazu werden essentielle Fragen aufgeworfen, wie zum Beispiel jene, wie man die Liebe zum bleiben bewegen kann, oder was in diesem Jahrhundert noch an Bedeutendes passieren wird und Widersprüche offenbart, die das soziale Engagement in Bezug auf die individuelle Romantik eben hat. Die Protagonisten sind Prinzessin Leigh-Cheri und Bernard Mickey Wrangle, alias der Buntspecht. Daneben haben wir es mit König Max und seiner Frau Tilli vom Geschlecht der Furstenberg-Barcalona, mit Gulietta, der über 80-jährigen Anstandsdame von Leigh-Cheri, dem CIA, sowie unzähligen anderen Personen zu tun. Um was geht es noch in dieser Story? Tja, um Rothaarige, um Außerirdische, um Sex, um Kokain, dem Mond und... nun, eine Menge anderer Dinge.
- Zoë Beck
Die Lieferantin
(105)Aktuelle Rezension von: Aenna612Die Bewertung bezieht sich auf das Hörbuch.
Nachdem ich "Paradise City" von Zoë Beck bereits super spannend fand, hat mich auch "Die Lieferantin" nicht enttäuscht. Die Sprecherin liest in sehr angenehmem, ruhigem Ton.
Das Thema fand ich ebenfalls sehr mitreißend und aktuell. Es fiel mir leicht, mir vorzustellen, dass es im Londoner bzw. Edinburgher Untergrund tatsächlich so zugeht.
Lediglich die verschiedenen Charaktere blieben für mich ein wenig zu blass, und gerade bei den Frauen hat das dazu geführt, dass ich sie bis etwa zur Hälfte nicht gut auseinander halten konnte.
- Arnon Grünberg
Besetzte Gebiete
(18)Aktuelle Rezension von: Jin_nyIch habe gemischte Gefühle. Zum einen war ich restlos begeistert von der lustigen Konstellation zwischen dem sogenannten Psychiater, Kadoke, und all den anderen Menschen mit dem er zu tun hat. Zum anderen haben mich manche Szenen dann doch eher verstört als dass sie meiner Meinung nach tatsächlich für die Story notwendig waren.
Kadoke stolpert von einer irrsinnigen Situation zum nächsten noch groteskeren Moment. Dabei sieht er nicht ein wie er alles in den Sand setzt, alle vor den Kopf stößt und dabei Tabus und Grenzen bricht. Die Geschichte nimmt auch vor nichts Halt, verdreht alle Realitäten und anormalen Tätigkeiten um 180 Grad in selbstverständlicher Leichtigkeit und rüttelt an gefestigten Moralgedanken und Menschenformen. Dabei spielt Kadoke immer die Rolle des Außenseiters, immer unverstanden, in wiederkehrender Unzufriedenheit. Die Erzählweise ist dabei charmant, direkt und wütend, und verliert nie an Schärfe, was ich besonders gut fand. Interessanterweise gibt es auch keine Rolle, die das Ganze versucht ins richtige Licht zu rücken (wenn es denn überhaupt in diesem Buch ein "richtig" gibt). Somit bleibt es dem Leser selbst zu überlassen über Kadoke und die Situationen zu urteilen.
Nach dem Lesen hatte ich jedenfalls das Gefühl, dass man mich wach gerüttelt hat und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr finde ich Gefallen am Buch. Übrigens finde ich die Wahl des Titels "Besetzte Gebiete" höchstinteressant. Bei so vielen Ebenen und Anspielungen in dem Buch gehe ich davon aus, dass man die Besetzungen auf mehreren Ebenen meint, nicht nur die geografische, sondern auch die gesellschaftliche und geistliche. Das Buch bietet mehr als die Kurzbeschreibung erscheinen lässt und ich konnte das Buch nicht von der Hand lassen bis ich am Ende war, vergleichbar wie bei einem Unfall, wo man nicht wegsehen kann. Mir persönlich hat das Buch zwar Spaß gemacht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es nicht für jeden gemacht ist.
** Dieses Buch wurde mir über NetGalley als E-Book zur Verfügung gestellt ** - Agatha Christie
Fata Morgana
(169)Aktuelle Rezension von: HoldenMiß Marple wird von ihrer alten Freundin Mrs. Van Rydock aufgefordert, nach ihrer alten Pensionatsfreundin Caroline Louise zu sehen, irgendwas in ihrem Haus laufe falsch. Diese betreibt mit ihrem zweiten Ehemann eine Erziehungsanstalt für straffällig gewordene Jugendliche und ist sehr vermögend. Jane Marple, St.-Mary-Mead-gestählt und kein menschlicher Abgrund fremd, tut ihrer Freundin den Gefallen und reist nach Stonygates, um ihre alte Freundin zu besuchen, natürlich kommt es bald zum ersten Toten. Wer trachtet der alten Dame nach dem Leben? Die Auflösung konnte man so ein bißchen erahnen, wenn man ein bißchen Krimierfahrung hat, trotzdem spannend und fesselnd.
- Graham Greene
Der stille Amerikaner
(58)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerGraham Greenes erstmals 1955 veröffentlichtes Werk war geradezu visionär. Und wer wissen möchte, warum Greene anschließend bis zu seinem Tode von den US-amerikanischen Geheimdiensten überwacht wurde, kommt an diesem kurzweiligen Lesevergnügen nicht herum.
Greene erzählt im Kern eine klassische Rivalität zweier Männer um eine Frau. Dass der britische Ich-Erzähler Thomas Fowler dabei etwa doppelt so alt ist wie sein Kontrahent der amerikanische Alden Pyle, und dass die Vietnamesin Phuong, Ziel der unterschiedlichen Begierden, gerade einmal 20 Jahre alt ist, ist lediglich eine Variation unzähliger ähnlicher Geschichten. Auch die Kriminalerzählung, die sich durch den Roman zieht, ist aus heutiger Perspektive weder besonders innovativ noch besonders undurchsichtig. Selbst die Protagonisten sind häufig eher Stereotyp und Klischee, denn ausgereifte Persönlichkeiten. So ist die Vietnamesin still und kindlich. Der Amerikaner ist jung, naiv, draufgängerisch und emotional, während der ältere Brite ruhig, distanziert, abgeklärt aber zum Teil auch desinteressiert ist. Was macht dann den „stillen Amerikaner“ so besonders? Wodurch entsteht das kurzweilige Lesevergnügen?
Greenes Roman ist im Vietnam der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Es ist die Zeit des sogenannten Indochinakrieges. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich kämpft gegen die Befreiungsbewegung der Việt Minh („Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“), einem Bündnis aus nationalistischen und kommunistischen Gruppen. Es ist ein brutaler Kolonialkrieg bei dem nicht nur die Franzosen ihre Vorherrschaft verlieren können. Es ist vor allem auch ein vermeintlicher Kampf zweier Systeme. Es geht um die Herrschaft des (kolonialen) Kapitalismus gegen den Kommunismus. Es geht um Fremdbestimmung gegen Selbstbestimmung. Und damit ist der Krieg zu wichtig, als dass die US-Amerikaner ihn den Franzosen überlassen würden.
Zehn Jahre bevor die USA offiziell in Vietnam agieren, beschreibt Greene bereits den Einsatz von CIA-Agenten, von verdeckten Operationen, um die Geschicke Vietnams zu beeinflussen. Dabei schrecken die USA nicht vor Sprengstoffanschlägen zurück, bei denen unschuldige Menschen ermordet werden. Die menschenverachtende Politik US-amerikanischer Geheimdienste wird durch Pyle versprachlicht:
„Das waren doch nur Kriegsverluste“, entgegnete er. „Es war tief bedauerlich, aber man kann nicht immer sein Ziel treffen. Jedenfalls starben die Leute für die richtige Sache. […] In gewissem Sinne könnte man behaupten, daß sie für die Sache der Demokratie gefallen sind.“
Und was die richtige Sache ist, entscheiden natürlich nicht die Menschen selber, das entscheidet der neue Hegemon.
Greenes „Der stille Amerikaner“ wurde (und wird auch teilweise noch heute) als antiamerikanische Literatur gebrandmarkt. In Zeiten in denen die interventionistische Politik der USA in Vietnam der strengsten Geheimhaltung unterlag, wirkte der Roman wie ein Geheimnisverrat. Und es ist dieses Setting, dass sich im Hintergrund der erzählten Geschichte abspielt, dass den Roman so außergewöhnlich macht. Der Roman, dessen Rahmung weltgeschichtliche Relevanz hat, verbleibt immer beim Erleben des Ich-Erzählers. Das subjektive Erleben und nicht die Weltgeschichte strukturiert die Erzählung, die wie nebenbei im Hintergrund verbleibt und dabei doch der eigentliche Protagonist ist.
Die beeindruckende Leistung Greenes ist es einen Kriminal- und Beziehungsroman vorzulegen, der in den Empfindungen des Ich-Erzählers wie beiläufig eine der größten Tragödien der Menschheit (den Vietnamkrieg) ankündigt.
Zeitlos aktuell bleibt dabei auch immer die Frage nach der Positionierung in Konflikten. Auf welcher Seite greift man ein? Wer sind die Guten? Gibt es die überhaupt? Und was geschieht, wenn man interveniert?
Und wenn man „Der stille Amerikaner“ beendet hat, fällt einem plötzlich auf, dass die scheinbar stereotypen Figuren, eine Tiefe entwickelt haben, die so unaufdringlich herbeigeführt wurde, dass man sich wünscht, die Geschichte würde weitergehen. Greene at its best!
Der stille Amerikaner wurde von Phillip Noyce hervorragend und sehr dicht am Buch verfilmt. So wunderbar auch die Verfilmung gelungen ist, so bleibt am Ende doch wieder der ewige Eindruck: Bücher sind die besseren Filme!
- Hanna Poddig
Radikal mutig
(8)Aktuelle Rezension von: HoldenFrau Poddig schreibt über ihr widerspenstiges, freies Leben und es ist eine Freude, alles mitzuerleben. Ich wußte zB bisher nicht, wie sich Castorgegner fühlen und daß es (angeblich) so ist, daß die eingesetzten Polizisten nur so lange freundlich bleiben, soweit die Kameras vor Ort sind. Und wie fühlt man sich, wenn man an ein Schienenstück zwecks Blockade gebunden ist? Informative Einblicke neben einem flammendem Appell zu einem bewußteren und gesünderen leben. Und zusätzlich bietet das Buch an einigen Stellen die Möglichkeit, sich selbst zu hinterfragen, ob man im eigenen voll durchkalkulierten Tagesablauf nicht doch Möglichkeiten hätte, das Richtige zu tun und dagegen zu sein? Angesichts von Trump Gauland usw wünscht man sich natürlich eine Neuauflage, bis dahin sei das Buch allen allen empfohlen. PUNISHER , Der Vollstrecker Bd. 1 , Ausbruch von der Hölleninsel . (Circle of Blood) , 1990, Bastei Marvel Comics.Comic-Magazin
(1)Aktuelle Rezension von: HoldenDer Punisher ist im Knast in Ryker`s Island gelandet, wo er mit den schlimmsten Verbrechern eingekerkert ist, die ihn alle eingeschüchtert beobachten und sich wundern, warum sie selbst noch leben. Der Punisher aka Frank Castle kommt von einem unfreiwilligen Drogentrip zurück, den ihm nur der Knastkoch verabreicht haben kann, und als er diesen einschüchtert, führt der ihn prompt zu "Säge", gesichtsentstelltem Gangsterboss, der sein gutes Aussehen einem Fenstersturz, verursacht durch den P., verdankt. Ein perfekter Männercomic, der in seiner Schwarz-weiß-Optik die Wirkung der krassen Gewaltdarstellungen noch unterstreicht, ebenso wie die Wirkung der männlichen Herkulesbrüste (gibts so auch nur im Comic, habe mich selbst vergeblich abgemüht). Und viele Grüße an den Vollstrecker in der Jürgen-von-der-Lippe-Sendung, war schon sehr lustig damals.Der Bürgerkrieg. Von Lukan. Lateinisch und deutsch von Georg Luck. (= Schriften und Quellen der alten Welt, Band 34).
(1)Aktuelle Rezension von: AdmiralTatsächlich ist das Buch "Lukan. Der Bürgerkrieg" (1985) von Luck eine halbtextkritische Edition mit Übersetzung, die die Seiten 72-505 der insgesamt 564 einnimmt. Das ist also der absolute Großteil. Die letzten 60 Seiten enthalten knappe Erläuterungen und ein Register. Die ersten 70 Seiten gebühren einer Einführung.
Eine ziemlich schematische, bis langweilige Einleitung für meinen Kommentar, oder ? Tja, was soll ich machen. Mir fiel sonst nichts besseres ein. ;D
Jedenfalls hatte diese schematische Einleitung einen Zweck: falls das hier überhaupt jemand liest, soll er wissen, wie das Buch aufgebaut ist und worüber ich GENAU sprechen werde. Ich spreche nämich nur über die ersten 70 Seiten. Die Textedition, die Übersetzung und die Anhänge hinten habe ich höchstens rudimentär gelesen. Mir ging es lediglich um die Einführung zum Thema "Lucan".
Tja, das Thema "Lucan" ist schon so ein Thema für sich: römisch-aristokratischer Dicher des 1. Jh., von dem FAST ALLES im Laufe der letzten 2000 Jahre verloren gegangen ist. Nur dieses eine Werk "Pharsalia" (es ist nicht ganz klar, ob das der richtige Titel ist. Es könnte auch "Der Bürgerkrieg" sein) ist heute noch erhalten. Und das ist unvollendet, da Lukan wahrscheinlich noch während des Schreibprozesses den kaiserlichen Befehl zum Selbstmord erhielt und diesen auch umsetzte (es gibt einen Aufsatz von Berthe Marti, in dem dieses Werk Lucans in vielerlei Hinsicht als "Fehlschlag" bezeichnet wird). Über Lucan an sich ist ziemlich wenig bekannt. Es gibt wohl ein kleines biographisches Gedicht von Statius, einem Zeitgenossen Lucans (von dem ich noch nie was gehört habe und den ich eben auch erstmal googlen musste), eine Biographie eines gewissen Vacca (zu dem ich mit einer kurzen Recherche über das Internet nicht finden konnte) und verteilte Notizen. Viele Informationen über Lucan werden auch aus seinem Werk selbst herausinterpretiert, soweit ich das richtig verstanden habe.
Lucan soll (ich benutze weiterhin Konjunktive und Modalverben, da vieles umstritten ist) eine politische Karriere BEGONNEN haben. Aber er habe sich dann doch unter der Gönnerschaft Neros (den werdet ihr vllt. kennen ? ;> ) und mit seinem eigenem Reichtum (röm. Aristokrat !) der Dichtung gewidmet. Mit 26 sei dann gestorben.
Personell war er ein Freund (?) des Kaisers Nero, mit dem er sich aber wegen eines umstrittenen Ereignisses zerworfen habe: vllt. weil Lucan ein besserer Künstler war oder vvlt. auch weil Lucan in die Opposition trat oder etwas ganz anderes. Das ist bis heute völlig unklar, was eigentlich passierte. Ideell war er evtl. ein Republikaner /Anhänger der alten republikanisch/oligarchischen Idee der aristokratischen Freiheit, wie man sie evtl. noch stärker bei dem Historiker Tacitus 50 Jahre später findet) und evtl. ein Stoiker (eine antike Philosophie für das Verstehen der Welt und zum ethisch richtig Handeln ? Mit Philosophie habe ich mich nie wirklich auseinandergesetzt).
Die 70seitige Einführung hier von Luck thematisiert viele verschiedene Aspekte, die Lucan betreffen: seine Rezeption in späteren Jahrhunderten, die Zeitgeschichte seiner Person, seine Person selbst, sprachliche und literarische Aspekte seiner "Pharsalia" (ihr erinnert euch: der eventuelle Titel seines riesigen Gedichts), stoische, rhetorische und politische Einflüsse auf ihn udn sein Werk, die Zeitgeschichte seines Gedichts (der Bürgerkrieg zw. Caesar udn Pompeius, der etwa 100 Jahre vorher stattfand und schließlich einen Kommentar zur handschriftlichen Kommentar (wie das Werk bis heute überliefert wurde).
Lucks (der Autor/Hérausgeber) Darstellung zu Lucans Leben bleibt ziemlich vage. Das ist natürlich gut zu verstehen, erklärt allerdings noch nicht so gut, wieso die zeitgenössische/kontextbezogene Darstellung so zusammenhanglos nebendransteht. Der Teil über Lucans Zeitgeschichte bezieht sich ziemlich selten auf die Person Lucans. Hier wäre bestimmt trotz der wenigen Quellen mehr darstellerische Verquickung möglich gewesen. Auch die ereignishistorische Darstellung des caesarisch-pompeianischen Bürgerkriegs beschränkt sich zum Großteil auf in Klammern gesetzte Querverweise zum Gedicht Lucans, wo dieses Thema angesprochen wird. Das macht alles in der Hinsicht Sinn (wie Luck selbst sagt), dass der Leser der "Pharsalia" viel Kontextwissen benötigt, um Lucans Werk zu verstehen. Das rechtfertigt mMn aber nur wenig diese Einführung. Für das reine ereignishist. Faktenwissen gibt es andere, längere und ausführlichere, aber auch kürzere und pointiertere Darstellungen. Was meiner Meinung nach aber sehr wissenswert udn gelungen ist, ist der sehr pointierte und einführende Abschnitt zur Rezeption (wenn auch evtl. etwas verschönt, was wäre wohl sonst der Sinn einer Lucan-Ausgabe ?) und das Kapitel zu den Handschriften.
Sprachl. und informativ ist diese Einführung aber sonst ganz okay.- Dan Gordon
Murder in the First
(2)Aktuelle Rezension von: HoldenEine wahre Begebenheit, die traurige Geschichte von William Moore, einen Kleinkriminellen, der aufgrund eines Fluchtversuchs von der Gefängnisinsel Alcatraz ins pechschwarze "Loch" gesteckt wird, drei Jahre in völliger Dunkelheit gehalten wird, und als er aus der Isolationsfolterhaft entlassen wird, den vermeintlichen Verräter Avery Clark brutal vor aller Augen tötet. Sein Verteidiger Henry "Hank" Davidson schreibt Rechtsgeschichte, indem er das menschenunwürdige System Alcatraz anprangert, das Moores psychisches Leiden verursacht hat. Davidson gibt nicht auf, obwohl ihm beruflich und privat alle möglichen Steine in den Weg gelegt werden. Unglaublich, daß es laut Anhang bis 1963 gedauert hat (ca. 20 Jahre nach dem aufsehenerregenden Mordprozeß gegen Moore), bis man das Foltergefängnis endlich geschlossen hat. Direktoren und Wärter hat man wahrscheinlich nicht zur Rechenschaft gezogen, so ist das ja häufig.. "In the first" entspricht vielleicht dem Dolus directus 1. Grades, den man als Strafrechtsstudent kennengelernt hat. Erinnert an "Papillon" und "Die Verurteilten".
- Daniel Mellem
Die Erfindung des Countdowns
(56)Aktuelle Rezension von: Unser_BücherGarten„Alles, was ein Mensch sich heute vorstellen kann, werden andere Menschen einst verwirklichen."
Dieses Zitat stammt von Jules Vernes, der durch seine Romane „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“, „20.000 Meilen unter dem Meer“ sowie „Reise um den Mond“ bekannt wurde. Insbesondere sein Roman „Reise um den Mond“ (1873) inspirierte nicht nur den Science-Fiction-Genre sondern auch den Naturwissenschaftler Hermann Oberth, der Jules Vernes Vorstellung der Mondreise, verwirklichen wollte.
Nur leider wurde er anfangs nicht ernst genommen und musste gegen viele Widerstände ankämpfen, während dessen Ehefrau Tilla versucht, die Familie zusammenzuhalten. Diese Geschichte des Physikers Hermann Oberth erzählt Daniel Mellem in seinem Roman „Die Erfindung des Countdowns“.
Das Buch erzählt die Geschichte von Hermann Oberth aus seiner Perspektive, beginnt in seiner Kindheit und endet mit dem Start der Mondrakete 1969. Das Buch ist in elf Kapitel aufgeteilt und wird gemäß einem Countdown absteigend nummeriert. Bei der Lektüre lernt man nebenbei viel über die Raketenwissenschaft und über die damalige Zeit. Überrascht stellte ich fest, wie viele deutsche Wissenschaftler damals aktiv waren und wie groß deren Einfluss war. Es war eine spannende Zeit. Vieles, was sich die Menschen damals vorstellten, war utopisch und es war für Menschen, wie Hermann Oberth nicht einfach, sich mit diesen Ideen durchzusetzen. Die Widerstände, die Entbehrungen, die er und seine Familie durchmachen mussten, wurden sehr gut dargestellt. Auch seine Nähe zum Nationalsozialismus wird angesprochen. Sehr gut fand ich hierzu das Nachwort des Autors. Beim Lesen des Buches merkt man, dass Hermann Oberth ein Mensch voller Widersprüche war. Einerseits war ich von seiner Intelligenz fasziniert, andererseits erschreckten mich seine politischen Ansichten und dann tat er mir auch wieder leid.
Fazit:
Ich habe durch „Die Erfindung des Countdowns“ viel gelernt. Naturwissenschaft und Geschichte wurden hier perfekt in einen Roman gepackt. Hermann Oberth sagte mir vor diesem Buch nichts. Auch war mir nicht bewusst, wie viele deutsche Wissenschaftler maßgeblich an der Entwicklung der Mondrakete beteiligt waren. Sehr überrascht hat mich auch, wie der Countdown „erfunden“ wurde.
Es war sehr spannend und faszinierend diese Geschichte zu lesen. Sehr empfehlenswert!
- Josefine Rieks
Serverland
(25)Aktuelle Rezension von: Linker_MopsEine Welt ohne Internet? Der Klappentext klang total spannend. Aber leider weiß ich auch nach knapp 170 Seiten nicht, wie es dazu kam geschweige denn was die Autorin uns mit dem Buch sagen wollte.
Das fängt schon mal damit an, dass das Buch weder ein wirklich Anfang noch ein Ende hat. Man wird in die "Story" reingeschmissen und dort dann gefangen halten. Denn eine wirkliche Entwicklung gibt es nicht. Reiner sitzt mit den jungen Menschen in der niederländischen Pampa und zieht von alten Google-Servern Youtubevideos herunter. Mehr passiert die knapp 170 Seiten nicht. Weder erfährt man warum das Internet abgeschalten wurde, noch was das Ziel dieser "Community" ist.
Das einzige was man als Kritik betrachten könnte, ist die Beschreibungen von welchen Videos die Menschen dort angezogen werden. Allesamt Bullshit-Videos mit null Inhalt, wo man sagen könnte warum Menschen so einen Schrott drehen und andere sich das ansehen.
Aber auch die Figuren bleiben alle blass. Ich weiß bis jetzt nicht was Reiners Beweggründe sich der Bewegung anzuschließen, geschweige denn sein Motiv dort zu bleiben oder was er bewegen will. Auch die Nebenfiguren sind eine nur eine verschwimmende Masse, wo man schon 3 Seiten später sich nicht mehr an den Namen erinnern kann.
Mein Fazit: Die Idee des Buches klang wirklich vielversprechend und interessant, was dann aber herauskam war ein großes Nichts. Schade.
- James Gordon Farrell
Die Belagerung von Krishnapur
(10)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchIndien 1857: George Fleury, ein junger Angehöriger der britischen Oberschicht, reist zu dem isolierten britischen Außenposten Krishnapur. Von dort aus soll er über den positiven Einfluss von Zivilisation und Fortschritt auf das vermeintlich rückständige Indien berichten. Gerüchte von Unruhen und Aufständen erreichen die Stadt, das Land ist in Aufruhr, doch die Vertreter der Britischen Ostindien-Kompanie halten Tea Time, fest überzeugt von ihrer militärischen und moralischen Überlegenheit. Als sie tatsächlich unter Belagerung geraten, kämpfen sie in einer zunehmend verzweifelten Lage nicht nur um ihr Leben, sondern auch um jeden Rest von viktorianisch geprägtem Anstand und Würde. Der historische Aufstand der indischen Sepoy-Soldaten Mitte des vorletzten Jahrhunderts bildet den Hintergrund dieser brillanten, von absurdem britischen Humor durchzogenen Erzählung um den wackeren George Fleury.
- Bill Granger
Der Novembermann
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenPeter Devereaux ist Geheimagent bei der Abteilung R, einem amerikanischen Geheimdienst, der darunter leidet, daß er gegenüber der CIA im Schatten steht. Er wird von seinem Vorgestzten, einem Bürokraten, den er wegen dieser Tätigkeit verachtet, nach Schottland geschickt, um zu überprüfen, ob die Infos, die ein Zuträger angeblich verkaufen möchte, die hohe Kaufsumme wert ist. Bevor sich die beiden so recht austauschen können, wird der Informant blutrünstig ermordet, aber Devereaux erfuhr immerhin so viel, daß ein Angriff auf ein Mitglied des englischen Köngshauses geplant ist. Ein wunderbarer Thriller, in dem so viel gepichelt wird, daß man beim Lesen schon ganz dune wird, wo die Konkurrenz aus dem konkurrierenden Geheimdienst eine ebenso große Gefahr wie die eigentlichen Gegner darstellt, und wo ein realistisches Bild der Agententätigkeit gezeichnet wird, und mordsspannend ist es obendrein. Darauf einen Whisky *hicks*!























