Bücher mit dem Tag "individualität"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "individualität" gekennzeichnet haben.

53 Bücher

  1. Cover des Buches Die Bestimmung (ISBN: 9783570309360)
    Veronica Roth

    Die Bestimmung

    (6.565)
    Aktuelle Rezension von: buecher_wuermchen_

    Altruan – die Selbstlosen. Candor – die Freimütigen. Ken – die Wissenden. Amite – die Friedfertigen. Ferox - die Furchtlosen. Fünf Fraktionen und ein Mädchen, das nicht weiß, wo sie hingehört. Als Tris sich von ihrer Familie und den Altruan abwendet und stattdessen ein Leben bei den Ferox beginnen will, ahnt sie nicht, dass das System, wie sie es bisher kannte, bald sowieso der Vergangenheit angehören wird. Als Unbestimmte, also als Mensch, der keiner Fraktion zweifelsohne zugeordnet werden kann, ist sie damit in großer Gefahr und muss sich ihren Ängsten stellen…

    Ich kannte bisher nur den Film und frage mich mittlerweile, wieso ich so lange damit gewartet habe, dieses Buch zu lesen! Wir bekommen eine gesellschaftskritische Dystopie in der sich die Protagonistin Tris der Frage stellen muss, wer sie ist und wer sie sein möchte. Wir haben wahnsinnig vielschichtige und interessante Nebencharaktere, die man mal liebt, mal hasst und manchmal auch beides. Außerdem gibt’s einiges an Action und ganz viel Spannung! Und für alle Romancegirls und -boys: Ja, es gibt natürlich auch eine kleine Liebesgeschichte, denn zufällig gibt’s da den Ausbilder Four, der zufällig unverschämt gut aussieht und zufällig Interesse an Tris hat. Ein grandioser Einstieg in eine vielfältige und interessante Welt mit tollen Charakteren, der Lust auf mehr macht!

  2. Cover des Buches Letztendlich sind wir dem Universum egal (ISBN: 9783733507404)
    David Levithan

    Letztendlich sind wir dem Universum egal

    (1.328)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreak_M

    "LETZTENDLICH SIND WIR DEM UNIVERSUM EGAL" 🪐✨️ 4/5 Sterne - eine Rezension ohne Spoiler 

    "Letztendlich sind wir dem Universum egal" erzählt die außergewöhnliche Geschichte von A, einer Seele ohne festen Körper. Jeden Tag erwacht A in einem neuen Körper und lebt ein neues Leben. Die Grundidee finde ich total interessant und einzigartig - sowas habe ich noch nie zuvor gelesen! Die Geschichte von A wird gefühlvoll und flüssig erzählt, mir gefällt der Aufbau des Buches sehr, nämlich dass jeder Tag ein neues Kapitel ist. Es ähnelt dem Aufbau eines Tagebuchs wie ich finde. 

    Was mir ebenfalls total gut gefallen hat, ist dass der Autor A in so viele ganz verschiedene Menschen gesteckt hat: Depressionen, familiäre Probleme, Übergewicht, LGBTQ - all das und noch viel mehr hat dabei in dem Buch Platz gefunden. 

    Ziemlich unerwartet für mich war die Tiefe an einigen Stellen des Buches. Ich habe mir tatsächlich einen Marker genommen und ein paar Zitate bzw. Aussagen hervorgehoben, die ich super schön geschrieben fand. Hier ein paar Beispiele:

    ⋆。𖦹° "Wenn ich eins gelernt habe, dann das: Wir alle wollen, dass immer alles okay ist. Wir streben gar nicht so nach so sehr nach phantastisch oder grandios oder hervorragend. Wir geben uns gerne mit okay zufrieden, denn in den meisten Fällen ist okay völlig ausreichend." ⋆❀˖° (Seite 14)

    ♡₊˚ "Ich denke so oft ans Ausbrechen - da ist es echt schön, es tatsächlich mal zu tun. Für einen Tag. Statt ewig aus dem Fenster zu starren, tut es gut, mal auf der anderen Seite vom Fenster zu sein."・₊✧ (Seite 22)

    Einziger Minuspunkt ist, dass ich die Beziehung zwischen A und Rhiannon etwas schnell und unrealistisch fand. A war an einigen Stellen ziemlich voreilig (auch körperlich, er wollte sie echt früh küssen, Händchen halten usw). In Wirklichkeit hätte Rhiannon wohl schon ziemlich schnell das Weite gesucht. Rhiannons Charakter finde ich ebenfalls nicht so gut gelungen. Er ist leider nicht tiefgründig genug beschrieben und sie kommt mir manchmal sehr oberflächlich und unentschlossen vor. Trotzdem war die Liebesgeschichte zwischen den beiden sehr schön und regt zum Nachdenken an: Zählt, wer wir sind - oder wie wir aussehen?

  3. Cover des Buches Die Zwerge (ISBN: 9783492281010)
    Markus Heitz

    Die Zwerge

    (1.146)
    Aktuelle Rezension von: Chronikskind

    Es ist schon länger her, dass ich von Heitz etwas gelesen habe. Die Zwerge haben mich aber neugierig machen können und hat es sich dann doch ergeben, dass ich die Reihe beginnen konnte.

    Den Einstieg fand ich etwas schwerfällig, auch wenn die Ereignisse aus der Vergangenheit als solches durchaus spannend waren. In der Gegenwart hat sich dann schnell ein flotterer Leserhythmus eingestellt, sodass ich durch die vielen Seiten doch recht gut durchgekommen bin.

    Die Sichtwechsel haben definitiv für viel Abwechslung gesorgt. Und gleichzeitig auch für Spannung und Überraschung, weil man natürlich nicht bei allen immer gewesen ist.

    Die Karte des Buches fand ich leider nicht sehr hilfreich. Die großen Reiche sind verzeichnet, aber die kleineren Orte, durch die die Charaktere zu hauf gegangen sind, nicht. So hat sie mir bei der Orientierung leider nicht helfen können und ich hab sie eher ignoriert. Das Personae fand ich dagegen gut, auch wenn ich es ebenso kaum gebraucht habe.

    Die Protagonisten haben mir gut gefallen, wenn ich jetzt auch nicht unbedingt mochte. Aber in ihrem Zusammenspiel waren sie wirklich gut zusammengesetzt und konnten alle über sich hinauswachsen. Mein Liebling ist auf jeden Fall Tungdil mit seiner offenen Art. Aber eben auch die anderen haben auf ihre Weise zu allem beitragen können - und ja, über den ein oder anderen würde ich gerne noch ein bisschen mehr erfahren.

    Die Handlung war definitiv spannend geschrieben und bot einige Überraschung. Gemeinsam mit den Protagonisten haben wir viel von der Welt gesehen und gleichzeitig sind wir dem Ziel näher gekommen. Überrascht hat es mich doch, wie schnell die Handlung voranschreitet - ich hatte eigentlich erwartet, dass uns die aktuellen Gegner über mehrere Bände begleiten, aber dem ist nicht so. Dementsprechend fühlte sich die Handlung recht flott erzählt an.

    Und final eigentlich auch auserzählt. Für mich fühlt sich die Story hier sehr nach einem Ende an. Sicher, es gibt ein paar Andeutungen für zukünftige Gegner/Probleme, aber ehrlicherweise kann ich dem Ende so echt gut leben - habe kein Bedürfnis, einen weiteren Band der Reihe zu lesen. Da interessiert mich aktuell eher die Geschichte der Albae.

    Mein Fazit
     Ein spannender Reihenauftakt mit einigen Überraschungen - und dennoch werde ich die Reihe wohl nicht mehr weiterverfolgen. Der Band hat sich wirklich gut lesen lassen, es ist einiges passiert und ich mochte die Charaktere. Die Geschichte fühlt sich aber auch sehr abgeschlossen an und ich kann mit dem Ende als solches echt gut leben. Schade fand ich, dass die Karte nicht wirklich hilfreich war.

  4. Cover des Buches Narziß und Goldmund (ISBN: 9783518474723)
    Hermann Hesse

    Narziß und Goldmund

    (712)
    Aktuelle Rezension von: Giant7

    Für mich ist Narziss und Goldmund eine wunderschön erzählte Geschichte über zwei mittelalterliche Männer, die auf unterschiedliche Weise nach dem Sinn des Lebens suchen. Sie begegnen sich jung im Kloster und schlagen später getrennte Wege ein: Narziss entscheidet sich für das geistige, spirituelle Leben, während Goldmund in die Welt hinauszieht. Trotz ihrer Gegensätze verbindet sie die gleiche Suche nach Wahrheit.

    Ich schätze Hermann Hesses philosophischen Romane. Auch in diesem Werk greift er zentrale Themen wie Wirklichkeit, Illusion und Erkenntnis auf. Obwohl ich bereits andere Bücher von ihm gelesen habe, empfinde ich dieses als sein gelungenstes – sowohl erzählerisch als auch inhaltlich.

    Besonders beeindruckt hat mich die harmonische Verbindung von Handlung und Philosophie. Die Gedanken über Kunst, Leben und das Zusammenspiel von geistiger und materieller Welt haben mich sehr angesprochen. Für mich ist dieser Roman Hesses bestes Werk, und ich empfehle ihn allen, die Freude an philosophischen Geschichten haben.

  5. Cover des Buches Geheimer Ort (ISBN: 9783596196142)
    Tana French

    Geheimer Ort

    (285)
    Aktuelle Rezension von: P_Gandalf

    Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen.

    Ebene 1 behandelt in einem langen Zeitstrahl Ereignisse, die sich vor der Ermordung von  Chris Harper abgespielt haben.
    Ebene 2 spielt ein Jahr nach der Ermordung und beginnt damit, dass Holly McKay - Tochter des hinlänglich bekannten Frank McKay - eine Karte zur Polizei bringt, auf der steht "ich weiß, wer ihn getötet hat". Der junge Detective Stephen Moran kann die toughe Ermittlungsleiterin Antoinette Conway beginnen erneut in St. Kildas zu ermitteln. Zwei verfeindete Mädchencliquen stehen im Verdacht, aber welches der Mädchen möglicherweise die Täterin ist, gilt es herauszufinden.

    Ebene 2 spielt durchgängig an einem einzigen Tag, was ich als ein interessantes Konzept angesehen habe. In der Ausführung jedoch bin ich in den unsäglichen Beziehungskonflikten zwischen den Cliquen und den einzelnen Mädchen untereinander verloren gegangen. Tana French schreibt gekonnt und souverän und versucht die Untiefen Heranwachsender Mädchen bis ins Letzte auszuloten ... und geht manches Mal zu tief hinab, bis in eine Ebene, wo ich als Leser eigentlich nur noch die Auflösung will und nichts anderes mehr.

    Eindeutig nicht der beste Roman von Tana French und meiner Meinung nach nicht unbedingt lesenswert.

  6. Cover des Buches Gehe hin, stelle einen Wächter (ISBN: 9783328100188)
    Harper Lee

    Gehe hin, stelle einen Wächter

    (146)
    Aktuelle Rezension von: SofiaCuorDiLeone

    Ich persönlich verfasse meine Rezensionen gerne eine gute Weile, nachdem ich manche Bücher gelesen habe. Der Grund dafür ist der, dass ich dann das Gefühl habe, das Gelesene vollständig verarbeitet zu haben und noch einmal Zeit hatte, gründlich darüber nachzudenken, was ich dazu zu sagen habe. Bei diesem Werk von Harper Lee bin ich leider etwas gespalten - an sich liest sich das Buch gut und ich verstehe durchaus seinen Kultstatus (zumindest bis zu einem gewissen Grad), aber leider muss ich sagen: Nach dem lesen ist wenig bei mir hängen geblieben. Damit meine ich keineswegs, dass ich mich nicht an das Buch erinnere (in dem Fall würde ich mich nicht darüber äußern, da ich das unangebracht fände), sondern viel mehr, dass der Inhalt und Sprachstil für mich nicht stark genug waren, um wirklich einen nennenswerten Eindruck zu hinterlassen. Das ist schade, da das Buch keinesfalls schlecht ist - es ist nur für mich persönlich einfach nicht stark genug, um mir anderen Werken mitzuhalten, die sich entweder mit ähnlichen Themen befassen oder aus der gleichen Zeit stammen.

  7. Cover des Buches Sprache und Sein (ISBN: 9783446265950)
    Kübra Gümüsay

    Sprache und Sein

    (128)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Ein Stereotyp ist wie ein Panzer. Doch er beschützt nicht diejenigen, die ihn tragen, sondern die Ignoranz der Außenstehenden. Stereotype sind Panzer der Ignoranz, die die Ignorierten zu tragen haben. Sie wiegen schwer, sie belasten die Träger*innen und zwingen sie in schwachen, menschlichen Momenten in die Knie" s. 69


    Kübra Gümüşay hat mit "Sprache und Sein" ein beeindruckendes, manchmal schmerzhaftes und wachrüttelndes Buch verfasst. 


    Wie beeinflusst Sprache wie wir Unterschiede wahrnehmen, wie manifestiert sich Rassimus und unterdrückung in unserem Sprachgebrauch und welche Schritte und Methoden braucht es um unsere Sprache und somit auch unser Denken zu verändern. 


    Mal wissenschaftlich, mal sehr persönlich erkundet sie die Möglichkeiten die unsere Sprache uns eröffnet aber auch die Grenzen ebendieser. 

    Wie können wir eine Pluralistische Welt schaffen in der alle Erfahrungen und Lebensrealitäten valide sind? 


    "Wie aber würde sich unsere Wahrnehmung dieser Gesellschaft verändern, wenn wir sie ausschließlich mit dem Blick eines von Armut bedrohten Menschen betrachten und beschreiben würden? Wie würden sich unsere Geschichten über uns selbst verändern und infolgedessen unsere Gesellschaft selbst?" S.161

    Was Kübra Gümüşay auf diesen knapp 200 Seiten auszudrücken vermag ist absolut unglaublich, kraftvoll und zum umdenken anregend.

    Ein Buch das beim Erscheinen nicht umsonst große Beachtung erfahren hat und nach wie vor absolut empfehlenswert ist. Ich hoffe dieses großartige Buch erreicht noch einige Köpfe und Herzen mehr. 


  8. Cover des Buches Vaterland (ISBN: 9783453421714)
    Robert Harris

    Vaterland

    (374)
    Aktuelle Rezension von: FelixLibris

    In “Vaterland” von Robert Harris, einem alternativen Geschichtsroman, hat Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen. Die Handlung folgt einem SS-Ermittler, der einen Mordfall aufklärt, während er auf dunkle Geheimnisse des Nazi-Regimes stößt.


    Thematisch erinnert das Buch mich an „NSA“ von Eschbach. Eine unbedingte Leseempfehlung. Besonders an alle „Recht und Ordnung“ Fanatiker.

  9. Cover des Buches Die Möwe Jonathan (ISBN: 9783550202452)
    Richard Bach

    Die Möwe Jonathan

    (225)
    Aktuelle Rezension von: Shimona

    Philosophisch wertvoll und eine Motivation dafür, den eigenen Weg zu gehen, unabhängig von den Meinungen anderer. Den Sinn des Lebens auf liebevolle Art erklärt. Lebenslanges Lernen und Weitergeben des Gelernten als Notwendigkeit. Damit schließt sich der Kreis des Lebens. Das ewige Einerlei steht der Bewegung des Lebens gegenüber.

  10. Cover des Buches Zwischen zwei Sternen (ISBN: 9783596035694)
    Becky Chambers

    Zwischen zwei Sternen

    (136)
    Aktuelle Rezension von: die_pingus_

    Sidra (früher das KI-System der Wayfarer) erwacht nach einem Reboot in einem illegalen Bodykit und muss lernen, als scheinbar menschliche Person in einer komplexen, fremden Gesellschaft zu funktionieren.
    Pepper, eine chaotische Technikerin, nimmt Sidra bei sich auf; parallel erfährt man in einem zweiten Handlungsstrang Peppers Vorgeschichte als „Jane“, ein Klonmädchen, das aus einer Fabrikwelt entkommt.
    Die beiden Zeitebenen – Sidras Gegenwart und Janes Vergangenheit – spiegeln sich thematisch: Was macht ein Selbst aus, wenn man eigentlich nur als austauschbare Ressource oder Werkzeug gedacht war.

    Der Fokus liegt fast ausschließlich auf Sidra und Pepper/Jane. Das Ensemble ist deutlich kleiner als im ersten Wayfarer-Band, dafür emotional näher dran und intimer erzählt.

    Chambers entwirft eine vielfältige, inklusive Zukunft, in der Anderssein nicht exotische Randnotiz, sondern Normalfall ist. Der Ton bleibt trotz harter Biografien durchgehend optimistisch.

    Das Tempo ist langsam, fast kontemplativ: Alltagsszenen, Gespräche, Innenperspektiven bekommen viel Raum, klassische Spannungskurven treten in den Hintergrund.
    Der Stil ist zugänglich, warm und bildhaft, mit deutlichem Schwerpunkt auf Emotionen und zwischenmenschlichen (bzw. zwischenwesenlichen) Beziehungen, weniger auf Technikdetails oder Hard-SF.
    Die Struktur mit den wechselnden Kapiteln zwischen Sidra und Jane/Pepper funktioniert gut. Janes Strang wirkt oft noch packender, weil hier unmittelbare Bedrohung und Überlebenskampf dominieren.

    Wer vom ersten Band vor allem das bunte Ensemble, Humor und das „Roadtrip-im-All“-Gefühl mochte, kann hier ein Gefühl von Reduktion und Enge haben, da die Handlung stärker auf zwei Figuren konzentriert ist.
    Das ruhige Erzähltempo kippt stellenweise in Längen. Manche Alltagsmomente wirken repetitiv, besonders, wenn man primär auf Handlung statt auf Charakterentwicklung liest.
    Die optimistische, politisch klar linke und zutiefst inklusive Haltung des Romans kann je nach Lesererwartung entweder stärkster Pluspunkt oder als „zu sanft“ wahrgenommen werden, gerade wenn man dystopischere SF bevorzugt.

    Empfehlenswert für Leserinnen und Leser, die intime, figurenzentrierte Science Fiction suchen, mit Fokus auf Identität, neurodiversen Perspektiven, KIs als fühlenden Subjekten und Wahlfamilie.
    Weniger geeignet für alle, die sich vom Wayfarer-Universum vor allem rasante Raumabenteuer, große politische Konflikte oder komplexe technologische Problemstellungen erhoffen.
    In Summe ein einfühlsamer, kluger zweiter Band, der nicht die Breite des Auftakts erreicht, aber in Tiefe und Emotionalität überzeugt und lange nachwirkt. 



    Rezensiert von Herr U.

  11. Cover des Buches Scarlet (ISBN: 9780606350976)
    Marissa Meyer

    Scarlet

    (106)
    Aktuelle Rezension von: isas_bookworld

    Wie bereits beim ersten Teil der Reihe war der Schreibstil der Autorin sehr angenehm zu lesen, obwohl ich die Er-/ Sieg-Perspektive eigentlich eher weniger mag. Hier hat sie aber sehr gut zur Geschichte gepasst.

    Auch das Erzähltempo empfand ich als sehr angenehm, da das Buch zu keinem Zeitpunkt langatmig war, gleichzeitig aber alle wichtigen Details ausreichend erklärt wurden.


    Die Idee, bekannte Märchen in einem Sci-Fi-Setting neu zu inszenieren, fand ich, wie bereits in der Rezension zum vorherigen Band gesagt, von Anfang an sehr interessant. Der Aufbau der Welt wird wieder verständlich erklärt und wirkt auch sehr durchdacht. durchdacht. Neben New Beijing entführt uns das Buch nun auch nach Frankreich, wodurch man nochmal eine komplett andere Seite der Welt kennenlernt, die aber mindestens genauso spannend und authentisch wirkt. Auch die Art und Weise, wie die Gesellschaft funktioniert, mit den Androiden und Cyborgs etc. fand ich sehr spannend zu lesen. Hinzu kommt nun noch eine weitere Gruppierung, die ich wirklich unglaublich interessant finde, der Geschichte einen neuen spannenden Twist gegeben hat und die Geschichte wirklich weitergebracht hat.


    Das Buch beginnt ungefähr dort,wo der vorherige Band aufgehört hat, wodurch es direkt spannend weitergeht. Zum einen hat man dabei den Handlungsstrang rund um Cinder, die einen neuen Begleiter findet, auf den ich aber später nochmal genauer eingehen werde. Andererseits ist da Scarlet, die sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Großmutter macht und dabei Wolf begegnet. Im Laufe der Geschichte kreuzen sich dann die beiden Handlungssträng, wobei man aber auch Einblick in Kais Leben bekommt.

    Insgesamt ist die Geschichte deswegen sehr spannend und wirklich actionreich, wobei die Seiten nur noch so dahinfliegen. Ich konnte das Buch kaum zur Seite legen, weil die Geschichte mich einfach so gepackt hat. Man schließt die Charaktere wirklich schnell ins Herz, wobei man gar nicht anders kann als  mit ihnen mitzufiebern. Dabei begegnen sie immer wieder neuen Hindernissen, die einen den Atem anhalten lassen, weil die Situation oft aussichtslos wirken, was die Geschichte aber nur noch spannender macht.

    Das Herz bleibt unter anderem deswegen allerdings auch nicht verschont, die Emotionen fahren Achterbahn. Im Laufe der Geschichte war ich wütend, verängstigt, habe mehrfach (fast) geweint, mit den Protagonisten gehofft und mit ihnen gelacht. Ich habe mich gefühlt als wäre ich Teil der Gruppe und hatte deswegen auch einfach all the feels.


    Das liegt vor allem aber auch an den Protagonisten und Charakteren.

    Cinder ist zurück, noch immer unglaublich stark, kämpferisch und mit einem tollen Humor gesegnet. Sie versucht langsam in ihre neue Rolle hineinzuwachsen und gleichzeitig mehr über ihre eigene Vergangenheit zu erfahren.

    Dabei bekommt sie diesmal Hilfe von Carswell Thorne, der auf jeden Fall zu einem meiner absoluten Lieblingscharaktere geworden ist. Ich liebe seine Art total, diese liebenswürdige Art von "Arroganz", seine humorvolle Art und sein Wille für das gute zu kämpfen.

    Scarlet ist eine sehr aufgeschlossen Person, die nicht direkt allen Vorurteilen glaubt. Gleichzeitig ist sie unglaublich stark und selbstbestimmt, wodurch sie sich auch von niemandem etwas vorschreiben lässt. Allerdings führt mich das aber auch zu einem Problem, dass ich mit ihr - teilweise aber auch mit anderen Charakteren - hatte. Manchmal hat sie meiner Meinung nach sehr unbedacht gehandelt. Manchmal wirkte sie einfach zu naiv. Viele gefährliche Situationen hätten sich bestimmt vermeiden lassen, wenn sie nicht so gutgläubig gewesen wäre.

    Wolf ist ein sehr spannender Charakter. Auf den ersten Blick wirkt er schon gefährlich, ist gleichzeitig aber auch irgendwie "schüchtern", d.h. er weiß nicht wirklich, wie er sich gegenüber anderen Menschen am besten verhalten soll. Das macht ihn mir zumindest sehr sympathisch. Außerdem ist er ein grandioser Kämpfer, allgemein sehr geheimnisvoll und isst hat eine Menge Appetit.

    Allesamt bilden die Charaktere also eine wirklich spannende Gruppe, die man eigentlich nur liebe kann.

      

    Alles in allem handelt es sich bei diesem Buch um einen wirklich tollen zweiten Teil, der auf jeden Fall Lust auf den Rest der Reihe macht, weshalb das Buch 4,5 Sterne von mir bekommt.


  12. Cover des Buches Kinderjahre (ISBN: 9783492059022)
    Remo H. Largo

    Kinderjahre

    (12)
    Aktuelle Rezension von: sheepy
    Es ist kein Buch mit Anleitungen und direkten Tipps zur Kindererziehnung. Aber es ist ein gutes Pädagogikbuch und hilft die Kinder und ihr Bedürfnisse zu verstehen.
  13. Cover des Buches Die Ladenhüterin (ISBN: 9783746636061)
    Sayaka Murata

    Die Ladenhüterin

    (368)
    Aktuelle Rezension von: FairyFlower

    Der Roman „Die Ladenhüterin“ der japanischen Autorin Sayaka Murata ist 2018 im Aufbau Verlag in der deutschen Übersetzung von Ursula Gräfe erschienen. Die eigentliche Geschichte endet bereits auf Seite 145; die restlichen Seiten enthalten eine Leseprobe von Han Kangs „Menschenwerk“. Ich habe infolge meiner Affinität zu asiatischen Schriftsteller:innen bereits einiges über Sayaka Murata gehört, wobei besonders oft von dem „Seidenraupenzimmer“ gesprochen wurde. Aufgrund der Thematik und des Erscheinungsdatums habe ich mich aber zunächst für „Die Ladenhüterin“ entschieden, um einen Zugang zu dem Schreibstil der Autorin zu finden. Japanische Literatur trifft für mich oftmals mit ihrer Kürze und nüchternen, zielsicheren Art genau den wunden Punkt, sodass sie im Kopf bleibt und lange nachwirkt. Genau das habe ich mir auch bei dieser Lektüre erwartet.

    Keiko Furukura bemerkt bereits als Kind, dass sie anders tickt als die anderen. Sie fühlt sich unverstanden und versteht das Verhalten der Gesellschaft ebenfalls nicht. Aus diesem Grund flüchtet sie sich in die klaren Strukturen eines Kombini. Der 24-Stunden-Supermarkt fühlt sich für sie wie eine Parallelwelt an, in der sie in der geschäftigen Atmosphäre völlig aufgeht. Dort beobachtet sie ihre Kolleg:innen und beginnt, die sozialen Verhaltensnormen ihrer Umgebung zu kopieren und zu verinnerlichen. Mit steigendem Alter stellt sie fest, dass sie sich nicht ewig vor den Erwartungen der Gesellschaft verstecken kann…

    Keiko erzählt in der Ich-Perspektive und in der Vergangenheitsform von ihren Erfahrungen im Kombini. Der Roman ist nicht in Kapitel unterteilt, sondern lediglich durch Absätze gegliedert. An einigen Stellen hebt sich der erste Buchstabe farblich ab und markiert beispielsweise den Beginn eines neuen Tages. Insgesamt kommt man schnell durch die Geschichte, da sie nüchtern, klar und minimalistisch gehalten ist.

    Der Charakter der Protagonistin spiegelt dies ebenfalls wider. Während man sich selbst über die Ungerechtigkeiten der Gesellschaft ärgert, lassen sie diese eher kalt. Alles, was sie wirklich interessiert, sind die Arbeitsabläufe des Kombini und ihre eigene Funktionalität, um ihrer Arbeitsstelle bestmöglich zu dienen.

    Man könnte an dieser Stelle eine Kapitalismus-Kritik vermuten, ich denke jedoch, dass die Autorin vielmehr das Spannungsfeld zwischen der Individualisierung der Menschen einerseits und den Gesellschaftserwartungen andererseits aufzeigen möchte. Es geht darum, der Gesellschaft zu „nützen“ und sich ihr nicht einfach zu entziehen. Frauen sollen entweder heiraten oder zumindest einen wertvollen und anspruchsvollen Job für die Gesellschaft übernehmen, wenn sie schon die Aufgabe der Reproduktion ausschlagen. Wie verfestigt diese Vorstellungen sind, merkt die Protagonistin am Beispiel ihrer eigenen Schwester:

    „Eine ,normale‘ Schwester mit ein paar Problemen machte sie weitaus glücklicher als eine ,unnormale‘ ohne Probleme. (S.119)

    Keiko versucht unentwegt, in das gesellschaftliche Bild zu passen, es entzieht sich ihr jedoch mit jedem Versuch wieder und lässt sie unglücklicher zurück als zuvor.

    Mir persönlich hat das Ende des Buches gefallen, da es versöhnlich mit Keiko umgeht und sie ihre „Liebe“ findet. Ich mochte es, wie nüchtern die japanische Gesellschaft und ihre Erwartungshaltungen aufgezeigt werden. An einer Stelle werden Keiko so selbstverständlich Ratschläge über ihre Heirat gegeben, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Der Roman war an diesen Stellen unangenehm realistisch, denn diese gesellschaftlichen Vorstellungen lassen sich in vielen Ländern vorfinden. Man muss allerdings zugeben, dass der Roman handlungstechnisch nicht besonders viel zu bieten hat. Wer jedoch den japanisch-nüchternen Stil kennt und mag, wird hiermit seine Freude haben.

  14. Cover des Buches Edward von Stechowsky (ISBN: 9783751208376)
    Moritz Neumeier

    Edward von Stechowsky

    (30)
    Aktuelle Rezension von: Readingsophie

    „Edward von Stechowsky“ ist für mich eine wirklich entzückende Geschichte, die vor allem durch ihren besonderen Charme überzeugt. Der Schreibstil ist wunderbar humorvoll und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht. Dazu kommen die wunderschönen Illustrationen, die perfekt zur Geschichte passen und das Buch zu einem echten Hingucker machen.

    Besonders die lustige Art, mit der die Geschichte erzählt wird, hat mir richtig gut gefallen. Ein kleines bisschen mehr Handlung hätte ich mir allerdings gewünscht, da mir die Geschichte stellenweise etwas zu kurz kam.

    Trotzdem ist „Edward von Stechowsky“ für mich ein liebevoll gestaltetes und humorvolles Buch, das vor allem mit seinen Illustrationen und seinem ganz eigenen Charme punkten kann.

  15. Cover des Buches Julian ist eine Meerjungfrau (ISBN: 9783957286437)
    Jessica Love

    Julian ist eine Meerjungfrau

    (16)
    Aktuelle Rezension von: MarkusVoll

    „Julian ist eine Meerjungfrau“ ist ein unglaublich wunderschönes Kinderbuch, das auf ganz sanfte Weise zeigt, dass man auch einfach mal anders sein darf und dass wir diese Einzigartigkeit voll und ganz akzeptieren sollten.

    Die Autorin erzählt in wunderschönen, ausdrucksstarken Bildern die Geschichte von dem kleinen Julian und seiner Oma. Als Julian drei faszinierende Frauen entdeckt, die als Meerjungfrauen gekleidet sind, steht für ihn fest: Er wäre selbst auch so gerne eine Meerjungfrau! Er beginnt, sich zu Hause kreativ zu verkleiden. Ob er seinen Traum am Ende verwirklichen kann und wie seine Oma reagiert, müsst ihr unbedingt selbst in diesem zauberhaften Büchlein erfahren.

    Für mich ist es ein absolut herzerwärmendes Werk, das mit wenig Text, aber dafür mit umso intensiveren Bildern eine ganz wichtige Botschaft vermittelt. Dieses wunderschöne Buch hat mich komplett begeistert und bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

    Verdiente 5 von 5 Sternen! 

  16. Cover des Buches Uglies Quartett (ISBN: 9781471121593)
    Scott Westerfeld

    Uglies Quartett

    (37)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Ich habe einen interessanten Zeitpunkt gewählt, um „Uglies“ von Scott Westerfeld zu lesen. Das Buch ist mittlerweile 14 Jahre alt und Auftakt der gleichnamigen „Uglies“-Tetralogie. Es lag recht lange auf meinem SuB, etwa dreieinhalb Jahre, weil meine Begeisterung für Young Adult – Dystopien seit dem Kauf deutlich abflaute. Als ich es im Februar 2019 aus dem Regal holte, folgte ich einer spontanen Eingebung meines Bauches. Das Timing hätte nicht besser sein können, denn während meiner Recherchen zum Autor fand ich heraus, dass Westerfeld im September 2018 begann, eine neue Tetralogie namens „Impostors“ im „Uglies“-Universum zu veröffentlichen, die bis 2021 vollständig erscheinen soll. Wir werden sehen, ob er mich so lange bei der Stange halten kann. Mit „Uglies“ erlebte ich auf jeden Fall einen vielversprechenden Start.

    Alle Menschen wollen schön sein. Die beinahe 16-jährige Tally ist da keine Ausnahme. Nur noch ein paar Wochen trennen sie von ihrem neuen Gesicht und ihrem neuen Ich. Schluss mit ihrem Dasein als Ugly! Sie wird eine Pretty sein, in New Pretty Town leben und nur noch Spaß haben. Es ist so großzügig von der Regierung, allen Einwohner_innen zu ihrem 16. Geburtstag eine umfangreiche Schönheitsoperation zu schenken! Ist es doch – oder nicht? Tallys Freundin Shay hat Bedenken, denn der Eingriff ist keineswegs freiwillig. Kurz vor ihrer OP läuft sie davon, um in der Wildnis zu leben und bringt Tally damit in ernste Schwierigkeiten. Die Regierung stellt sie vor die Wahl: entweder, sie findet Shay und verrät ihre Freundin oder sie wird niemals operiert werden. Tally muss sich entscheiden. Wird sie Shay opfern, um pretty zu sein?

    Ich hatte vor der Lektüre zurückhaltende Erwartungen an „Uglies“. Nur eine weitere Young Adult – Dystopie, nichts Besonderes, glaubte ich. Ich rechnete nicht damit, das Buch zu genießen und war darauf vorbereitet, häufig die Augen zu verdrehen. Deshalb freue ich mich, berichten zu können, dass mich „Uglies“ überraschend gut unterhielt und ich die Botschaft, die Scott Westerfeld vermittelt, sehr wichtig finde. Wie ihr euch sicher anhand der Inhaltsangabe denken könnt, behandelt die Tetralogie das Konzept von Schönheit. Die Geschichte spielt in einer undefinierten Zukunft, vermutlich mehrere Jahrhunderte nach unserer Gegenwart, nachdem eine fatale Katastrophe die Menschheit beinahe auslöschte. Was genau geschehen ist, lässt Westerfeld offen, er deutet allerdings an, dass umweltschädliches, ressourcenverschwendendes Verhalten verantwortlich war, wodurch „Uglies“ gerade jetzt hochaktuell ist. Einige Vertreter_innen der menschlichen Spezies überlebten und gründeten eine Gesellschaft, die die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden versucht und nach Regeln funktioniert, die auf mich skurril und repressiv wirkten. Alle Menschen müssen sich anlässlich ihres 16. Geburtstags einer drastischen Operation unterziehen, die ihr Äußeres perfektioniert. Wir sprechen hier nicht über eine kleine Nasenkorrektur, nein, es handelt sich um weitreichende Anpassungen, die den kompletten Körper betreffen. Alle Makel werden beseitigt – was als Makel gilt, obliegt der Regierung. Die Operation dient nicht nur als physische Optimierung, sie ist ebenso ein Initiationsritus, der den Übergang vom Kind zum Erwachsenen markiert. Aus heranwachsenden, durchschnittlichen Uglies werden bildschöne Pretties, die als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft nach New Pretty Town umziehen. Der gesamte Prozess wird als erstrebenswert propagiert und auch die Protagonistin Tally sehnt sich danach, eine Pretty zu werden. Wozu das Ganze? Offiziell liegt die Annahme zugrunde, dass staatlich verordnete äußerliche Perfektion ein friedliches Zusammenleben garantiert, weil Intoleranz, Diskriminierung und Neid beseitigt werden, wenn alle gleich schön sind. Ein bisschen wie der Effekt, den man Schuluniformen zurechnet. Somit gilt Schönheit als Allheilmittel gegen die Konflikte der Menschheit. Ich sehe darin eine sehr interessante Theorie, die sich zu diskutieren lohnt. Könnte da etwas dran sein? In der Realität von „Uglies“ ist dieses Gedankenspiel natürlich nicht mehr als eine Illusion, die die wahren, perfiden Absichten der Regierung verschleiern soll, was die burschikose, unkomplizierte und sympathische Hauptfigur Tally im Verlauf der Handlung unsanft herausfindet. Obwohl diese einige Logiklöcher aufweist, fühlte ich mich in meinem Lesespaß nicht gestört. Das Buch las sich leicht und angenehm; ich stolperte nicht über Aspekte, die nicht völlig plausibel waren, weil ich die Aussagen, die Scott Westerfeld über Schönheit, Oberflächlichkeit und Individualität trifft, als wesentlich relevanter empfand als die inhaltlichen Entwicklungen. Er geht dabei nicht subtil vor. Im Grunde könnte seine Intention auch in roten Leuchtlettern auf dem Cover stehen, so offensichtlich ist sie. Da wir jedoch über einen Roman für Jugendliche sprechen, finde ich seine Direktheit nicht zu aufdringlich und sogar angemessen. Geht es um Body Positivity, kann man gar nicht explizit genug werden.

    „Uglies“ treibt unsere gesellschaftliche Obsession bezüglich Schönheit auf die Spitze und überraschte mich mit der äußerst konkreten, eindeutigen Botschaft, die der Autor Scott Westerfeld präsentiert. Der Tetralogieauftakt lässt wenig Interpretationsspielraum, den es in diesem Kontext meiner Ansicht nach allerdings auch nicht braucht, weil Westerfeld die Handlung und das Design seiner Dystopie seinem thematischen Schwerpunkt unterordnet. Jede Facette der Geschichte dient dazu, Kritik an übertriebenem Schönheitskult zu üben und dessen Gefahren zu betonen. Das Buch ist aufgrund seiner Unzweideutigkeit lesenswert. Die zielgerichtete Gradlinigkeit von Westerfelds Herangehensweise imponierte mir und überzeugte mich, den Folgebänden eine Chance zu geben. Manchmal ist die Absicht einer Geschichte eben doch essenzieller als ihr Inhalt.

  17. Cover des Buches Die Wellen (ISBN: 9783104904924)
    Virginia Woolf

    Die Wellen

    (34)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Die Wellen brechen sich ein letztes Mal und das war das Ende, der Tod. Ein Sog, ein Rausch, Wellen, die aus einem Meer kommen und zu einem Meer werden. Sechs Personen, Bernard, Louis, Perceivel, Rhonda, Susan und Jinny und ein Leben, das begleitet wird, das auseinanderstrebt und durch das Brechen der Wellen wieder eins wird. Pathetische Ode an was? An die Koexistenz, an das, was uns zu dem macht, was wir sind. Das Zusammenführen der Leben, die schon immer wie ein Organismus, ein Leben waren, wird genial durch die Sprache und das Schriftbild ausgedrückt. Einziger Kritikpunkt: Woolf hätte Platon weniger lesen und besser verstehen sollen, um den Unterschied von Sein und Dasein zu verinnerlichen.
  18. Cover des Buches Meine freie deutsche Jugend (ISBN: 9783104912608)
    Claudia Rusch

    Meine freie deutsche Jugend

    (39)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    "für Irmgard, ganz herzlich, Weimar 16.10.03" lautet die Widmung, dem bleibt eigentlich nichts hinzuzufügen, nur das hier die Lebensgeschichte eines Vorbilds an Zivilcourage anschaulich präsentiert wird. Wäre man selbst so tapfer gewesen, man weiß es nicht, aber durch die Erziehung zum Querdenken durch ihre Mutter und deren Freunde wurden die Energien der kleinen Claudia in die richtigen Bahnen gelenkt. Das DDR-Unrecht wird drastisch angeklagt, so daß kein Platz mehr für Ostalgie und Verklärung bleibt, erst mit der "Wende" wurden die Oppostitionellen zu "echten" DDR-Bürgern, aber aufhalten ließ sich der hier schreibende Wirbelwind nicht. Auch ein Vorbild an Lebensenergie und der Beweis dafür, was man als Individuum erleben kann.

  19. Cover des Buches Julian feiert die Liebe (ISBN: 9783957284716)
    Jessica Love

    Julian feiert die Liebe

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Cluesolo

    Der Held aus "Julian ist eine Meerjungfrau" ist zurück und besucht mit seiner Großmutter eine Hochzeit, auf der er Blumenkind sein darf. Auf der Hochzeit gibt es Blumen, Küsse, Tanz und Torte, aber auch eine neue Freundin - Marisol. Mit Marisol erlebt er einen wunderbaren Tag auf der Hochzeit. 

    Dieses Buch lebt von den tollen Illustrationen und kommt daher auch gut mit dem wenigen Text aus. Die Bilder strahlen so viel Wärme und Phantasie aus, das man auch gern Gast auf dieser tollen Hochzeit sein möchte. Ganz nebenbei und als vollkommen selbstverständlich werden Individualität, Vielfalt und Diversität vermittelt. Es ist ein wahnsinnig tolles Buch!

  20. Cover des Buches Hiyokoi 01 (ISBN: 9783842013230)
    Moe Yukimaru

    Hiyokoi 01

    (76)
    Aktuelle Rezension von: june_london

    Inhalt: Die 15-Jährige Hyorin ist mit ihren 1,40 m extrem klein. Dazu noch sehr schüchtern, schon fast menschenscheu und würde sich am liebsten unsichtbar machen. Ihr Mitschüler Yushin ist das komplette Gegenteil. Mit seinen 1,90 m und seiner herzlichen, offenen Art fällt er überall sofort auf und ist gern unter Leuten. Auf Umwegen werden sie zunächst Freunde und später sogar etwas mehr. Doch kann das überhaupt gut gehen, wenn sie doch so unterschiedlich sind?


    Eindruck: Ich bin als Kind mit Animes aufgewachsen und heute noch ein großer Fan. Doch um Mangas habe ich lange einen Bogen gemacht, keine Ahnung warum. Hyokoi war meine erste Manga-Reihe und seitdem lese ich immer mal wieder welche zwischendurch.

    Die Geschichte um Hyorin und Yushin hat mich sofort angesprochen, weil ich mich mit Hyorin absolut identifizieren kann. Zu klein geraten, ruhig und unsicher im Umgang mit anderen Menschen. Doch sie macht eine tolle Entwicklung durch, die sie immer mutiger und selbstbewusster werden lässt. Unterstützt wird sie dabei von ihren Mitschülern. In der Reihe werden Themen wie Freundschaft, Toleranz angesprochen und Individualität (innerlich wie äußerlich) als durchweg positiv dargestellt. So läuft zB. einmal ein Junge als Mädchen verkleidet herum und keinen stört es. Es geht auch um Selbstliebe und Selbstakzeptanz. Ihre Körpergröße stört niemanden so sehr, wie Hyorin selbst, doch sie lernt damit umzugehen. Die Zeichnungen haben mir sehr gut gefallen, denn die Charaktere wirken alle sehr unterschiedlich. Hyorin sieht mit ihren großen Kulleraugen besonders niedlich aus.

    Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es ein bisschen viel "Friede, Freude, Eierkuchen" ist, um noch als realistische Geschichte durchzugehen. Doch genau das hat mir auch gefallen, denn es passiert schon genug schlimmes auf der Welt und da kommt mir so eine liebenswerte "heile Welt"-Geschichte manchmal gerade recht.

  21. Cover des Buches The Travel Episodes (ISBN: 9783492405003)
    Johannes Klaus

    The Travel Episodes

    (9)
    Aktuelle Rezension von: Buechergarten

    》INHALT:

    Jeden Tag nach den eigenen Wünschen und Vorlieben leben? Die Freiheit, zu bleiben oder zu gehen, wie es einem beliebt? Im eigenen Tempo reisen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen? Diese Autorinnen und Autoren erzählen vom Reisen mit sich selbst und wie es die eigene Wahrnehmung verändert. Denn das Solo-Reisen öffnet verborgene Türen und fremde Herzen, es macht verwundbar, aber auch empfänglich für die Wunder der Ferne. Diese Geschichten zeugen von der Lust, einfach allein loszuziehen und doch nicht einsam zu sein. Für Alleinreisende und all jene, die es werden wollen.

     

    》EIGENE MEINUNG:

    „Es mag abgeschmackt klingen, aber alleine zu reisen hat mein Leben verändert - zum Guten. Und zwar insbesondere, weil es häufig wenig Spaß macht.“ 

     

    Die Gestaltung dieses Buches hat bei mir gleich ein gewisses Fernweh ausgelöst: Das Titelbild macht Lust selbst an der Stelle zu stehen, die Beschriftung ist modern und schlicht, der Buchrücken in Sonnen-(National-Geographic)Gelb gehalten! Toll finde ich auch, die zu Beginn des Buches zweiseitig eingepflegte, Ansicht der Weltkarte – geteilt in Nördliche und Südliche Hemisphäre.

     

    Der 4. Band der Travel Episodes-Reihe beschäftigt sich mit dem Thema Alleinreisen, was ich selbst nicht praktiziere. Mit Vorworten von Christoph Rehage und Johannes Klaus – besonders Ersteres fand ich mit den Worten zu Reisenden vs. Touristen besonders sympathisch – wird man in die Buchmaterie eingeführt. Im Anschluss folgen 19 Reiseberichte, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Sowohl der Stil, als auch Persönlichkeit und bereistes Land des Autoren. Naher Osten, Südkorea, Jamaika, Bolivien und viele weitere Orte konnten mich ebenso begeistern, wie die meisten der Geschichten. Weniger begeistert war ich immer dann, wenn es nicht um die eigenen Eindrücke oder Erfahrungen ging, sondern darum zu werten. Vor allem der erste Bericht ist mir hier eher negativ aufgefallen – vor allem im Vergleich zu den offenen Eingangsworten von Christoph Rehage. Auch nicht alle folgenden Berichte trafen meine Reisegeschmack oder Lebensstil, aber sie waren durchgehend spannend, interessant, lehrreich oder berührend! Ob Wüstentrip, Tage am Flughafen in Kuala Lumpur, Trekkingsreise, Erlebnisse in der Opiumhöhle, Selbsterkenntnis nach dem Jakobsweg oder Abschied in Kenia

     

    Das titelgebende „Alleinreisen“ findet sich in den Erzählungen auf die unterschiedlichste Weisen wider. Manchmal ganz selbstbewusst, manchmal nachdenklich, bewusst, selbstreflektiert, traurig, einsam, gelangweilt, motivierend oder zur Bewältigung der eigenen Lebenssituation. Für mich aber stets authentisch und sehr gut beschrieben. Je nach Geschmack wecken sie Reiselust für das Land – manchmal überraschenderweise für eines welches man gar nicht auf dem Plan hatte, wie bei mir Südkorea.

     

    Der Schreibstil war immer flüssig, der Text durch herausgestellte Passagen angenehm gegliedert und nie zu lang. Vor jedem Bericht finden sich Titel, Reiseort, Autorenname, kurze einleitende Worte und ein Schwarz-Weiß-Bild der Reise. Im Mittelteil des Buches gibt es ergänzend mehrere Seiten mit bunten Fotografien zur Ergänzung. Am Ende werden alle Autoren mit einem kurzen Absatz genauer vorgestellt; oft auch mit Hinweisen auf ihre weiteren Publikationswege, Blogs, etc.

     

    "Diese Vollkommenheit des Augenblicks gehört nur mir. Deshalb reise ich allein. Nur alleine bin ich frei."

     

    1 - Geschichten von Fernweh und Freiheit

    2 - Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer

    3 - Neue Reisegeschichten von allen Enden der Welt

    4 - Über die Lust am Alleinreisen

     

     

    》FAZIT:

    Reiseberichte zum Thema Alleinreisen; sehr ausbalanciert, sowohl was Autoren, Beweggründe, Gefühlslagen, Philosophien und Orte betrifft.  

  22. Cover des Buches Ritter Max von Schabernack (ISBN: 9783752671520)
    Syguda Claudia

    Ritter Max von Schabernack

    (5)
    Aktuelle Rezension von: britt_aelling

    Ritter Max von Schabernack ist anders, als die anderen Ritter. Die Eltern sorgen sich, was aus ihm werden soll, doch er geht unbeirrt seinen Weg. Er spielt, jongliert und arbeitet mit Tieren. Am Ende findet er einen Job beim Zirkus und muss nicht mehr Ritter werden.

    Die liebenswerte und liebevoll gestaltete Reimgeschichte ist auf jeden Fall etwas für die kleineren Kinder. Sie kann gut vorgelesen werden, aber auch Leseanfänger kommen auf ihre Kosten. Durch die Reimform wird das Lesen für sie erleichtert und die Geschichte bleibt in Erinnerung. Das Gefühl für Rhythmus in der Sprache wird gesteigert. Gerade für Kinder, die sich mit Lesen lernen schwer tun ein super Tipp, da die vielen Wiederholungen die Geschichte sehr leicht lesbar machen. Die Kinder bekommen dadurch ein garantiertes Erfolgserlebnis.

    Ganz wunderbar sind auch die von Kindern gefertigten Illustrationen. Ich konnte mich gar nicht satt sehen an den vielen Vorschlägen, wie denn der Ritter Max und seine Eltern so aussehen könnten. Ganz besonders witzig fand ich, dass eine gemalte Version von Max Eltern deutliche Züge eines fernsehbekannten deutschen Designers trug. Kinder sind eben einfach unglaublich und so kann man in dem Buch viele liebenswerte Überraschungen erleben.

    Aber auch die Geschichte hat einiges zu bieten. Denn Ritter Max geht seinen eigenen Weg und das ganz selbstverständlich. Ein tolles Buch, um mit Kindern zu besprechen, dass kein vorgegebener Weg der richtige ist, sondern nur, der zu einem passt und den man selbst wählt. Und dass es niemandem nützt, etwas nur für andere zu tun, weil man seine Stärken so gar nicht entwickeln kann.

  23. Cover des Buches Hier kommt Harry! (ISBN: 9783836960540)
    Simon Philip

    Hier kommt Harry!

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Naomi13

    Harry lebt in einer Gemeinschaft von Hasen, in der alle scheinbar gleich sind. Sie bewegen sich auf die gleiche Art, Essen das gleiche, träumen das gleiche... Außer Harry. Seine Leidenschaft ist tanzen, das macht er anfangs heimlich und tanzt auch im Alltag allmählich mehr und mehr aus der Reihe, bis er alle beim großen Ball mit einer Tanzeinlage überrascht. Erst sind alle überrascht und skeptisch, bis sich einer nach dem anderen traut zuzugeben, dass sie auch andere träume und Vorlieben haben. Zum Ende darf jeder sein wie er/sie ist, ganz individuell und trotzdem als Gemeinschaft.

    Wir lieben dieses Buch und mein 2,5 jähriges Kind ist begeistert von Harry! 

  24. Cover des Buches Unglaublich wie du (ISBN: 9783748800194)
    Rhys Brisenden

    Unglaublich wie du

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Ramgardia

    Farbenprächtig kommt schon das Cover daher. Lustige Zeichnungen, bunt und fröhlich. Das Buch beginnt mit der Überlegung, dass der direkt angesprochene Leser sich, wie der Autor wünschte ein Tier zu sein. So steht das Kind auf den Rücken eines riesigen, fliegenden Vogels. Ein Hund, wäre die nächste Option, eine Katze, die sich den Rücken kraulen lässt, oder lieber ein Fisch, der Algen mag? Nach der Aufzählung anderer Tiere kommt der Autor zu dem Schluss „…bestimmt wärst du am liebsten wie ein Nashorn so stark!“ Aber auch, wenn der Leser sich vielleicht wünscht, viel andere zu sein, so ist er doch unglaublich. Deshalb wird ihm vor Augen geführt, was er alles kann. Besonders gefällt mir da der Satz. „Du kannst Bücher lesen und Welten entdecken. Du kannst Hören und Sehen, Riechen und Schmecken.“ So kommt das Resümee „Du bist super und fantastisch! Es gibt niemanden wie dich. Du bist absolut unglaublich. Vergiss das nicht!“ Und so endet das Buch mit einer Doppelseite, die ähnlich, wie das Cover fröhliche und bunte Gestalten unter einem vierfarbigen Regenbogen abbildet. 

    Das Buch zeigt dem angesprochenen Kind in bunten Farben, mit kurzen Reimen und mit vielen Verstärkern seine Unglaublichkeit.

     

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