Bücher mit dem Tag "industrie"

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111 Bücher

  1. Cover des Buches BLACKOUT - Morgen ist es zu spät (ISBN: 9783442380299)
    Marc Elsberg

    BLACKOUT - Morgen ist es zu spät

     (1.401)
    Aktuelle Rezension von: Nora3112

    Blackout – Morgen ist es zu spät (Premium-Ausgabe)

    von Marc Elsberg


     Inhaltsangabe:

    An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt …


     Eigene Meinung:

    Ganz ehrlich, mein erster Gedanke zu Marc Elsberg´s „Blackout“ war: „Was für ein fetter Schinken von Buch!“, mein zweiter: „Was kann man denn zum Teufel 800 Seiten über einen Stromausfall schreiben?“

    Aktuelles Fazit? Ja, man kann! Und das sogar so spannend, dass ich diesen „fetten Schinken“ in wenigen Tagen regelrecht verschlungen habe.

    Der Autor versteht es, den Leser in Angst und Schrecken zu versetzen, angesichts eines gar nicht so realitätsfremden Szenarios. Mittlerweile ist für mich ein globaler Stromausfall gruseliger, als jede Horde Zombies in anderen dystopischen Romanen.

    Die Erzählung ist einmal in die einzelnen voranschreitenden Tage ohne Strom und in Unterkapitel zu den Charakteren und Geschehnissen rund um die betroffenen Länder unterteilt. Mal aus Sicht der handelnden Hauptcharaktere, mal aus der Sicht einzelner Ministerien, Kernkraftwerke und anderen Organisationen. Hört sich erst einmal viel an, wurde aber an keiner Stelle unübersichtlich oder verworren.

    Im Allgemeinen liest sich Herrn Elsbergs Schreibstil sehr angenehm und flüssig. Selbst Fachbegriffe, IT-Wortsalat und andere wirtschaftliche Zusammenhänge werden gekonnt nebenbei erklärt, ohne das man sich dabei wie der letzte Dummie vorkommt.

    Für mich war es absolut erschreckend, wie schnell doch unser gesamtes System zum erliegen kommt, wenn so etwas scheinbar „banales“, wie der Strom nicht mehr zur Verfügung steht. Zu sorglos und unvorbereitet gehen wir eigentlich alle, oder zumindest die meisten Menschen durch den Tag.

    Ob ich mir jetzt einen kleinen Wasser- und Lebensmittelvorrat angelegt habe, verrate ich an dieser Stelle nicht. **hust** Aber auf jeden Fall hat es mein Bild auf die Zerbrechlichkeit unserer Welt nachhaltig beeinflusst und sensibilisiert.


    Fazit:


    Chapeau! an den Autor für dieses unglaublich durchdachte und wahnsinnig gut recherchierte Werk. Tolle Charaktere und eine durchgehend spannende und bewegende Handlung bis zum Schluss.

    In dieser neuen und überarbeiteten Premiumausgabe warten zusätzlich noch eine neue Kurzgeschichte, Interviews und neue Infos und Bilder zur romanbasierenden gleichnamigen TV-Serie mit Moriz Bleibtreu in der Hauptrolle.

  2. Cover des Buches Verblendung (ISBN: 9783453438200)
    Stieg Larsson

    Verblendung

     (6.195)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchklub

    Hier geht's zur vollständigen Buchbesprechung: https://buchklub.podbean.com/e/stieg-larsson-verblendung/

    Vorsicht, Spoiler!

  3. Cover des Buches Schneewittchen muss sterben (ISBN: 9783548609829)
    Nele Neuhaus

    Schneewittchen muss sterben

     (1.790)
    Aktuelle Rezension von: Schneeball

    Man kann das Buch nicht aus der Hand legen.Sehr spannend geschrieben.

  4. Cover des Buches Todsünde (ISBN: 9783442364596)
    Tess Gerritsen

    Todsünde

     (984)
    Aktuelle Rezension von: colour_hunter_books

    𝙸𝚗𝚑𝚊𝚕𝚝:
    In einem kleinen Kloster finden Nonnen zwei ihrer Genossinnen brutal erschlagen auf. Eine von den Toden, ist die junge Novizin , Camille Maginnes. Anhand der Autopsie stellt Isles fest : die junge Frau muss vor ihrem Tod ein Kind auf die Welt gebracht haben. Doch von diesem fehlt jegliche Spur. Parallel zu diesem Fall findet die Polizei eine weitere Frauenleiche - auf das schlimmste entstellt. Beide Fälle scheinen zusammenzuhängen.

    𝙼𝚎𝚒𝚗𝚞𝚗𝚐:
    Hier wird es jetzt persönlich. In dieser Geschichte erfahren wir viel über unsere beiden Frauen der Gerechtigkeit. Sie gewähren uns einen Einblick in ihr Privat- sowie Gefühlsleben. Der persönliche Teil zieht sich durch die gesamte Geschichte,bleibt mal am Rand und verschmilzt im nächsten Moment wieder mit der Story.
    Die Haupthandlung an sich hat mir gut gefallen. Die Kirche, die für Schutz und Liebe steht wird zu einem Tatort. Und natürlich stehen ihre Vertreter auch hier wieder mal im Schussfeld der Kritik. Doch erfüllen diese Menschen die Voraussetzung, derart brutale und abstoßende Taten zu begehen ?

  5. Cover des Buches Die Mädchen von Strathclyde (ISBN: 9783959676656)
    Denzil Meyrick

    Die Mädchen von Strathclyde

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Angy93
    Glasgow, 1986: Constable Jim Daley ist in seinem zweiten Jahr als Streifenpolizist bei der Starthclyde Police. Von der traurigen Berühmtheit Glasgows als Mord-Hauptstadt Europas bekommt er nur wenig mit: Betrunkene Obdachlose, eingeschlagene Schaufenster und rachsüchtige Vorgesetzte bestimmen seinen Dienstalltag. Dies ändert sich schlagartig, als er eine tote Prostituierte auffindet und daraufhin mit DC Brian Scott einen Serienmörder jagt ...

    Nachdem ich mit dem dritten Teil dieser Reihe, dem Paten von Glasgow angefangen habe, wollte ich auch die anderen beiden Bücher lesen.
    Dieses Werk von Denzil Meyrick hat mir dabei gut gefallen. Man erlebt die Geschichte, wie Daley zur Kriminalpolizei kommt. Auch lernt man seine Vorgeschichte mit den Nebencharaktären kennen. 
    Die Geschichte bietet dabei noch einen spannenden Kriminalfall.
    Die Sprache ist einfach und gut verständlich.

  6. Cover des Buches Die Magie der tausend Welten - Die Begabte (ISBN: 9783734160738)
    Trudi Canavan

    Die Magie der tausend Welten - Die Begabte

     (262)
    Aktuelle Rezension von: Chrissi92

    Wie auch die Sonea-Reihe ihren Anlauf braucht, so ist es auch in diesem Auftakt der Reihe "Magie der tausend Welten". Es braucht einfach seine Zeit um rein zu kommen und dennoch ist es - für mich - keineswegs zu langweilig sondern es bleibt immer spannend. Gerade der Wechsel zwischen Tyen und Rielle war zum Ende hin immer aufregende und schneller. Tatsächlich konnte ich der Story von Rielle besser folgen, aber ich bin wirklich gespannt wann und ob und vor allem wie diese zwei Charaktere zueinander finden werden.

  7. Cover des Buches Tiere essen (ISBN: 9783596512850)
    Jonathan Safran Foer

    Tiere essen

     (520)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Um es gleich vorweg klarzustellen: Jonathan Safran Foer liefert in „Tiere essen“ nicht die Lösung für all die Probleme, die die Massentierhaltung mit sich bringt. Er hat nicht diesen einen genialen Einfall, der alle Missstände wie durch Magie aus der Welt schafft. Und viele Fakten, die Foer in seinem Buch zusammenstellt, hat man so oder so ähnlich schon mal irgendwo gelesen oder in Dokumentationen gesehen.

    Und trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass „Tiere essen“ zu den Büchern gehört, die jeder in seinem Leben mal gelesen haben sollte. So komprimiert findet man all diese Infos sonst nirgends – und vor allem so empathisch. Denn Foer hebt nicht mahnend den Zeigefinger oder spielt sich als aktivistischer Veganer auf. Es geht nicht darum, ein schlechtes Gewissen zu erzeugen oder Fleischesser als Monster abzustempeln.

    Foer zeigt in eindringlichen, gut verständlichen Worten, was Massentierhaltung und Aquakultur bedeutet. Was es für die Tiere bedeutet, aber auch, was es für die Menschen bedeutet, die dieses Fleisch kaufen und essen – und diese Maschinerie damit unterstützen. Ich habe beim Lesen oft Pausen gemacht, weil ich über viele Dinge nachdenken musste und bei anderen Infos richtig fassungslos war.

    „Tiere essen“ ist kein Aufruf zu Vegetarismus oder Veganismus. Foer will seine Leser auch nicht erziehen und nach seinen Moralvorstellungen formen. Es ist ein Plädoyer dafür, Tiere nicht wie leblose Waren zu behandeln und verlorene Empathie wiederzuentdecken. Und es ist eine Bitte, nicht die Augen zu verschließen vor dem Leid, das unsere moderne Ernährung den Tieren und unserer Umwelt antut.

  8. Cover des Buches Limit (ISBN: 9783596184880)
    Frank Schätzing

    Limit

     (586)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Das Buch ist ein Thriller und ein SciFi-Roman. Man hätte wohl zwei Bücher draus machen können. Dann wären sie vielleicht auch nicht so dick geworden, was ja gelegentlich Leute vom Lesen abhält.

    Mich hat es nicht abgehalten, was ich nicht bereue. Ich hatte eine gute Zeit mit spannender Unterhaltung mit dem Buch, war im Schanghai der Zukunft und auf dem Mond in einem toll ausgedachten Hotel.

    Kurz zum Inhalt: Ein Privatmann hat Kraft und Ideenreichtum, eine neue Energiequelle nutzbar zu machen, Helium-3. Der Rohstoff ist auf dem Mond zu finden. Der Abbau wird erst wirtschaftlich, als eben jener kühne Unternehmer einen Weltraumaufzug baut und zur Energieerzeugung den passenden Fusionsrektor. Nebenbei erschließt er dabei noch ein neues Zielgebiet für den Tourismus.
    Die etablierte, auf Öl basierende Energieindustrie leidet darunter sehr. In dem Spannungsfeld zwischen alt und neu gibt es genug Stoff für den Thriller, denn man versucht mit allerlei Gewalt, das Neue zurückzuwerfen.
    Die Figuren sind glaubhaft für mich. Privatdetektiv, pfiffige junge Dame, durchgeknallter Terrorist, sehr menschlicher chinesischer Tech-Unternehmer und der bunte Strauß an reichen Leuten, die auf den Mond eingeladen werden und mit mir gemeinsam die tollen Errungenschaften der Zukunft erleben dürfen. 

    Ab und wird mir etwas zuviel zerstört und werden zuviele Leute getötet. Thriller eben.

  9. Cover des Buches Last Haven – Tödliche Geheimnisse (ISBN: 9783492500098)
    Lisbeth Jarosch

    Last Haven – Tödliche Geheimnisse

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Sakle88
    Inhalt:
    Last Haven ist der einzige Ort auf der Welt der Sicherheit und Lebensqualität bietet. Was vor über 200 Jahren als Projekt zur Lösung der Überbevölkerung der Erde gegründet wurde scheint heute gewaltige Risse zu bekommen. Die 18-jährige Aida hat einen Arbeitsunfall mit weitreichenden Folgen. Da sie ihre Tätigkeit nicht mehr aufnehmen kann, muss sie sich nun prüfen lassen. Sie muss ihren Wert unter Beweis stellen. Zum Glück bekommt sie Hilfe von unerwarteter Seite, um dies hinzubekommen. Denn Last Haven ist gnadenlos, wenn du deinen Beitrag nicht leisten kannst.

    Meine Meinung:
    Auch wenn auf dem Cover "Dystopischer Roman" drauf steht, habe ich zuerst an einen Krimi denken müssen. Nichtsdestotrotz finde ich das Cover schön. Es passt sehr gut zum Inhalt.
    Der Schreibstil ist flüssig zu lesen.
    Wir lesen aus der Ich-Perspektive in der Aida uns mit in ihre Welt nimmt.

    Last Haven sowie seine Stärken und Schwächen werden gut beschrieben. Nein natürlich hat Last Haven keine offensichtlichen Schwächen. Denn diese darf es gar nicht geben. Alles was zu schwach, alt oder kank ist, ist es nicht wert zu leben.

    Die Charaktere haben mir nicht alle gefallen. Aber so muss das auch!
    Doch Aida fand ich ganz gut dargestellt. Denn das Leben in Last Haven scheint perfekt und jeder hat seinen Platz. Aber Aida ist alles andere als perfekt. Durch einen Arbeitsunfall verliert sie eben diesen Platz und muss in einem neuen Bereich irgendwie reinpassen. Ihre Entwicklung finde ich wirklich toll. Anfangs noch freundlich und hilfsbereit wird sie nach und nach zickiger. Auch eine gewisse Droge trägt seinen Teil dazu bei, aber ich finde das ganz interessant.

    Die Spannung konnte sich in meinen Augen sehr gut halten und nimmt zum Schluss noch mal ordentlich Fahrt auf.
    Auch eine Art Liebesgeschichte finden wir hier. Doch es ist nicht so wie man es normalerweise kennt. Dies hat mir sehr gut gefallen, denn für so typische Liebesgeschichte oder Romanzen bin ich nicht gerade zu begeistern.

    Das Thema Überbevölkerung finde ich sehr gut auch wenn die Ansätze, um dies in den Griff zu bekommen moralisch nicht vertretbar sind ;)
    Aber so ein Projekt wie Last Haven ist nicht so abwegig. Was wäre wenn wir alle unseren Platz haben und das einzige was gilt, ist diesen so füllen wie es nötig ist? Was wäre wenn wir dann plötzlich krank werden?

    Fazit:
    Mir hat der Auftakt der Last Haven Trilogie sehr gut gefallen. Ich wurde fortgerissen und sehr gut unterhalten, daher gebe ich fünf Sterne und eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

    Vielen lieben  Dank an die Autorin Lisbeth Jarosch und an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar. 
    Dies hat keinen Einfluss auf meine ehrliche und persönliche Meinung!
  10. Cover des Buches Teufelsfrucht (ISBN: 9783462042870)
    Tom Hillenbrand

    Teufelsfrucht

     (210)
    Aktuelle Rezension von: Rose75

    Ich kenne die neueren Bücher von Tom Hillenbrand und da mir die durchwegs gut gefallen haben, war ich neugierig auf seine Xavier-Kieffer Reihe. 

    "Teufelsfrucht"   ist Band 1 und wir lernen hier Xavier und sein Umfeld kennen. Xavier betreibt ein kleines Lokal in Luxemburg mit Schwerpunkt 'gut bürgerliche Küche'. Obwohl Xavier durch sein Talent  Chancen in der gehobenen Sterneküche hätte, hat er sich bewusst für die einfache Gastronomie entschieden. Als ein Restauranttester in seinem Lokal nach der Vorspeise tot zusammenbricht, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln  und kommt dadurch den Machenschaften eines Lebensmittelkonzerns auf die Spur.   Im Verlauf der Handlung erfährt man, dass der Titel des Buches sehr gut gewählt wurde. Es geht um eine Frucht mit 'magischen' Eigenschaften. 

    Der Kriminalfall ist zwar immer präsent, aber nicht im Vordergrund der Geschichte.  Es geht viel ums Essen, Sterneküche und die Stadt Luxemburg. 

    Mir hat der Einstieg in diese Reihe recht gut gefallen und ich werde bei Gelegenheit zum nächsten Band "Rotes Gold" greifen. 

  11. Cover des Buches Die Glücksbäckerei – Die magische Verschwörung (ISBN: 9783596811137)
    Kathryn Littlewood

    Die Glücksbäckerei – Die magische Verschwörung

     (93)
    Aktuelle Rezension von: Maikes_Privatbibliothek

    Vorsicht! Enthält Spoilerspuren zu Band 2


    Rosmarin Glycks Träume waren Wirklichkeit geworden: Sie war die berühmteste Bäckerin der Welt. (...) Sie war das Mädchen, das ihre Heimatstadt erlöst und das magische Rezeptbuch der Familie Glyck gerettet hatte. Warum also um alles in der Welt war sie nicht glücklich?


    Wie ist das berühmt zu sein?


    Rose ist wieder zu Hause in Calamity Falls. Doch kaum angelangt wird sie auch schon von allen Seiten belagert. Rose kann das Haus kaum noch verlassen, ohne fotografiert zu werden. Sie erhält zwar Fanpost von so berühmten Leuten wie Katy Perry aber glücklich wird sie dadurch nicht. Rose fühlt sich zunehmend eingeengt.


    Als sie dem Trubel zu entfliehen versucht wird sie schließlich abgefangen und entführt! Niemand weiß wo Rose steckt. Keiner kann ihr helfen.


    Derweil wird Rose in einem Backkonzern festgehalten und erpresst. Nachdem Tante Lily dort abgehauen ist, brauchen sie eine Zauberbäckerin, welche ihre Rezepte vollendet. Das Ziel ist kein geringeres als die Weltherrschaft.

    Rose muss sich entscheiden. Das Leben ihrer Familie oder das von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt...


    Doch Rose hat einen Plan! Wie der aussieht und ob er gelingt, das dürft ihr selber nachlesen.


    Themen im Buch


    Rose stolpert vom Regen in die Traufe, doch mit viel Talent, Zuversicht und unerwarteten Freunden kann man das Unmögliche möglich machen. Rose muss einem hohen Druck standhalten und ist so unfassbar stark, dass sie daran nicht zerbricht. Diese Heldin ist ein Vorbild!

  12. Cover des Buches Die Tuchvilla (ISBN: 9783734110177)
    Anne Jacobs

    Die Tuchvilla

     (477)
    Aktuelle Rezension von: Azyria_Sun

    Worum geht’s?

    Marie wird aus dem Waisenhaus in der Tuchvilla als Küchenhilfe eingestellt. Dort arbeitet sie sich hoch zur Kammerzofe. Als Sie den Paul, den Sohn des Hauses kennenlernt, ist es um sie geschehen. Auch Kitty, die gesundheitlich labile Tochter der Melzers, findet einen Weg in ihr Herz. Als diese plötzlich verschwindet, führe Maries Wege bis nach Paris.

     

    Meine Meinung:

    „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs ist ein wunderschönes Buch das in den Jahren 1914 und 1915 spielt. Anfangs hatte ich ein bisschen Angst, dass es vielleicht kitschig sein könnte – wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Die Autorin führt die LeserInnen in die Tuchvilla der Industriellenfamilie Melzer nach Augsburg. Das Buch ist emotional, hab aber durchaus auch eine Vielzahl von spannenden Momenten. Die Charaktere werden vor dem inneren Auge lebendig und man wandelt mit Marie & Co. durch die Räume der Tuchvilla, durch Augsburg und sogar durch Paris.

     

    Die Charaktere selbst gefallen mir sehr gut – allen voran Marie, die aus dem Waisenhaus zunächst als Küchenhilfe in die Tuchvilla kommt. Sie ist eine ehrliche, sympathische aber auch stolze Frau, die Respekt beweist aber auch durchaus ihren eigenen Kopf hat und sich nichts vormachen lässt. Im Laufe der Geschichte findet sie nicht nur ihre Wurzeln, sondern auch ihre große Liebe.

     

    An ihrer Seite ist immer die leicht kränkliche Tochter des Hauses, Kitty. Zwischen ihr und Marie entsteht eine Freundschaft, die wirklich innig ist. Kitty setzt sich für Marie ein, fördert sie und fordert sie. Als Kitty mir einer unglücklichen Liebe zu kämpfen hat, findet sie Unterstützung bei Marie. Auch die anderen Charaktere, Paul, der Sohn des Hauses und Elisabeth, die ältere Tochter, sind eigenwillige Personen mit sehr unterschiedlichen Eigenschaften. Gut gefällt mir auch das Personal, die Köchin, die Hausdame, Auguste und wie sie alle heißen. Sie streiten sich, vertragen sich, lauschen und streuen Gerüchte – und man will dort einfach nur gerne für einen Tag Mäuschen spielen.

     

    Die Geschichte selbst hatte mich ebenfalls sehr schnell in ihren Bann gezogen. Was als Roman begann, hatte durchaus spannende Momente und Plot-Twists und man musste unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Beschreibung der Orte, die Reise nach Paris, Maries Reise in ihre Vergangenheit – unglaublich ausdrucksstark wurden alle diese Momente von der Autorin auf Papier gebannt. Einzig der geschichtliche Aspekt hätte noch etwas mehr hervortreten dürfen. Hier hat die Autorin viele Dinge angeschnitten, z.B. der Aufstand der Sozialisten und der Arbeiter, aber das hätte gerne noch mehr sein dürfen und hätte auch gut in den Aufbau gepasst. Aber auch so ein wirklich schönes Buch über Protagonisten, die einem während dem Lesen immer mehr ans Herz gewachsen sind.

     

    Fazit:

    „Die Tuchvilla“ von Anne Jacobs nimmt ihre LeserInnen mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Man ist Teil der Angestellten, sitzt mit diesen am Tisch, wenn sie Gerüchte streuen. Man möchte Maries Freundin sein, Kitty beistehen, Paul helfen. Die Menschen in dem Buch wachsen einem mehr und mehr ans Herz und auch die Geschichte selbst berührt ohne kitschig zu sein.  Der geschichtliche Teil hätte gerne noch etwas intensiver und detaillierter herausgearbeitet werden dürfen. Aber die Orte, die Ereignisse – alles ist absolut lebhaft beschrieben und man hat wirklich das Gefühl, mittendrin zu sein.

     

    4 Sterne für dieses mitreißende, spannende und gefühlvolle Buch, bei dem man gerne Teil der Familie Melzer wäre.

     

  13. Cover des Buches Skinny Bitch (ISBN: 9783442170395)
    Rory Freedman

    Skinny Bitch

     (94)
    Aktuelle Rezension von: bibifashionable

    Der Titels des Buches lässt vermuten, dass es sich hierbei um eine Lektüre geht die einem dazu bewegt seinen inneren Schweinehund zu bekämpfen und sich mehr um seinen Körper "sorgt". Wobei im Verlauf des Lesens herauskommt, dass es sich eher auf zweiteres beläuft.

    In den ersten Kapiteln werden einem sämtliche Fakten zu den verschiedensten Lebensmittelgruppen und auch zu den verschiedensten Nährstoffen unterbreitet, das finde ich grundsätzlich auch nicht schlecht, auch wenn diese Punkte vermutlich jeder bereits 10mal in irgendwelchen Ratgebern oder ähnlichem nachgelesen hat. Immer wieder schwingt in diesen Kapiteln schon das Thema Veganismus mit.

    Ab zirka der Hälfte des Buches erfährt man eine Wendung die nichts mehr mit den Themen Schlanksein, Abnahmen oder ähnliches zu tun hat. Die Autorinnen richtigen sich klar und deutlich gegen den Verzehr von tierischen Produkten und auch die damit verbundene Massentierhaltung ausgesprochen. Diese Punkte werden mit sehr bildlich vermittelt, was für viele bestimmt sehr abschreckend wirkt.

    Da sich im ersten Teil also deutlich gegen verschiedene Nährstoffe und im zweiten Teil gegen tierische Produkte ausgesprochen wir bleibt nur mehr eines übrigen: Veganismus! Genau diese Art der Ernährung möchte durch die Lektüre verbreitet und dem Leser eingebläut werden.


    Ich weiß, dass dieses Buch bereits vor Jahren erschienen ist und einen wahren Hype erlebt hat. Damals hat mich der Hype kalt gelassen, denn lesen war zu der Zeit für mich absolut uninteressant und auch mit dem Thema Ernährung habe ich mich nicht befasst. Nun aber befasse ich mich wohl mit mit meinem eigenen Wohlbefinden und auch damit wie ich mich ernähre und genau deshalb bin ich auf diese Lektüre gestoßen.

    Erwartet habe ich mir eine Art Denkanstoß um mich noch bewusster auf meine Ernährung zu konzentrieren und auch endlich einen Anstoß zu haben meinen faulen Hintern in die Höhe zu bekommen um endlich fitter werden. Habe ich diesen bekommen? Die Antwort ist ein klares NEIN!

    Kurz gefasst handelt es sich hier um ein Buch, dass einem den Veganismus aufdrängt. Man soll Veganer, der im besten Fall all sein Obst, Gemüse und Co. selbst anpflanzt, werden, denn nur das ist die einzig wahre und richtige Möglichkeit um schlank zu bleiben.

    Ich bin zum Glück kein Mensch der auf diese Art Manipulation, anders kann ich es leider nicht beschreiben, anspringt, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es viele gibt die sehr empfänglich für so etwas sind und sich leiten lassen.

    Ich muss zwar zugeben, dass ich die Art wie das Buch geschrieben ist, die Deutlichkeit in der etwas vermittelt wird, nicht schlecht finde, im Gegenteil es hat mir sehr gut gefallen. Was mir aber nicht gefallen hat, dass es für die Autorinnen nur diesen einen Weg gibt um eine Skinny Bitch zu sein und einem diesem aufdrängen. Ebenso wird immer wieder Soja als Alternative zu Fleisch und anderen Lebensmitteln beworben obwohl man mittlerweile weiß, dass Soja absolut keine Alternative sein kann, da es mit unzähligen Hormonen und ähnlichem versetzt ist. Es gibt noch ein paar weitere Punkte beidenen sich die Meinungen der Autorinnen und mir scheiden und ich bin zu einem Entschluss gekommen - ich bin und bleibe Omnivore, mache daraus auch kein Geheimnis, denn ganz ehrlich? - Ich verspeise lieber genüsslich ein leckeres Schnitzel, vom Bauern meines Vertrauens, mit Kartoffeln und Salat, aus dem eigenen Garten, als mir den Veganismus, wie in diesem Buch beschrieben, aufschwatzen zu lassen. Da verzichte ich gut und gerne darauf eine Skinny Bitch zu sein.

  14. Cover des Buches Die große Volksverarsche (ISBN: 9783579066363)
    Hannes Jaenicke

    Die große Volksverarsche

     (31)
    Aktuelle Rezension von: Pharo72
    Der privat schon lange in den Bereichen Umweltschutz und Menschenrecht sehr engagierte Schauspieler Hannes Jaenicke zeigt in diesem Sachbuch diverse Missstände auf, wie der einfache Konsument von Industrie, Medien und Politik im wahrsten Wortsinne verarscht wird.

    Meine Meinung:

    Das Buch ist zwar schon etwas älter, mir aber erst kürzlich in die Hände gefallen. Wenn man sich vorherige Bewertungen ansieht, scheint es die Nation ein wenig gespalten zu haben. Ich kann hier nur mein Empfinden dazu äußern.

    Den Wahrheitsgehalt der beschriebenen Fälle kann ich nicht beurteilen, denke aber, dass Herr Jaenicke sich schon intensiv mit der Materie auseinandergesetzt hat. Vielleicht ist jedoch zwischenzeitlich tatsächlich einiges überholt. Andere Schweinereien sind bestimmt dazugekommen, sodass dies der Wichtigkeit des Buches keinen Abbruch tut.

    Auch nehme ich Herrn Jaenicke sein Engagement und die Betroffenheit zu hundert Prozent ab. Klar ist auch, dass im normalen Lebensverlauf manche Dinge, die z. B. der Umwelt nicht guttun, einfach nicht zu vermeiden sind, aber jeder in der Lage sein sollte, zumindest einen kleinen Beitrag zu leisten. Zumindest das hat das Buch bei mir bewirkt, einfach mal intensiver über einiges nachzudenken und ich meine, das ist schon mal ein guter Anfang.

    Wer nicht völlig blind durch die Welt geht und sich im TV auch mal etwas abseits vom Mainstream ansieht, für den sind einige der angeführten Themen sicher kein Neuland. Anderes wiederum war mir so nicht bewusst und für das Augenöffnen bin ich dem Autor, den ich auch als Schauspieler bewundere, sehr dankbar.

    Dass der Mensch auf dem besten Wege dazu ist, sich durch seine Verhaltensweisen selbst zu vernichten, ist nicht neu. Wenn jeder, der das Buch liest, zumindest einiges für sich ändert, dann ist das auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Von daher gebe ich ganz klar eine Leseempfehlung.
  15. Cover des Buches Was, wenn wir einfach die Welt retten? (ISBN: 9783844543230)
    Frank Schätzing

    Was, wenn wir einfach die Welt retten?

     (13)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3

    Ich will ehrlich sein. Im ersten Moment war ich genervt, als ich diesen Titel sah. Nachdem sich neuerdings Fußballer, Schauspieler und sonstige unqualifizierte Zeitgenossen zu Corona und Impfungen äußern, muss da jetzt ein Thrillerautor ein Sachbuch über den Klimawandel schreiben?

    Ja, er muss! Wer Frank Schätzing kennt, weiß auch, dass dieser Mann für jedes seiner Bücher mit großer Ausdauer und Leidenschaft, ja fast besessen recherchiert. Und dann wiederholt er nicht einfach, was er herausgefunden hat, nein, er baut daraus ein umwerfendes Meisterwerk!

    Frank Schätzing hat nicht einfach nur ein Sachbuch geschrieben, es ist ein spannendes Format, das manchmal zum Thriller und dann wieder zu Science Fiction wird. Absolut genial!

    Die Hörbuchfassung ist großartig, auf die beeindruckende Qualität der Hörverlagproduktionen kann man sich einfach verlassen. Die Stimme von Frank Schätzing geht mir immer wieder unter die Haut, gegen den Strich gebürsteter Samt ist nichts dagegen!

    Stellenweise habe ich das Hörbuch auch meinen Kindern vorgespielt, die auch ganz gebannt gelauscht haben. Und abgesehen von der allgemeinen Bedrohung für die Menschheit ist auch nichts Gruseliges oder anderweitig Kindeswohlgefährdendes zu hören, deshalb kann ich es uneingeschränkt allen wärmstens empfehlen!!!

  16. Cover des Buches Die Essensfälscher (ISBN: 9783596188482)
    Thilo Bode

    Die Essensfälscher

     (84)
    Aktuelle Rezension von: Wolly
    Der Autor Thilo Bode ist Gründer und Direktor der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und als solcher ein kritischer Kopf, wenn es um die Herstellung von Lebensmitteln geht. Dies wird schon auf den ersten Seiten des Buches klar. Kaum ein Lebensmittelriese ist dabei vor ihm sicher. Egal ob es um Inhaltsstoffe, Herstellung, Nährwerte, Klima oder Marketing geht, kein Thema lässt er unausgesprochen. Dabei nimmt er bei all diesen Themen kein Blatt vor den Mund. Mehr als deutlich sagt er, wir wenig er von Nestle und Co. hält. Gerade im Bezug auf die Ehrlichkeit und Transparenz gegenüber dem Verbraucher gibt es viele Kritikpunkte. Werbelügen, Siegeldschungel, fehlende Kennzeichnung, schlechte Nährwerte, alles Dinge mit denen der Konsument täglich zu kämpfen hat.

    Meinung:
    Ich finde es schön, das sich Autoren immer wieder mit diesem Thema beschäftigen. Es heißt nicht umsonst, du bist was du isst. Jeder sollte wissen können was dort auf seinem Teller liegt und was er sich selbst und anderen zubereitet. Dies ist durch den Wust an Produkten mit chemischen Fachchinesisch auf der Rückseite aber nicht immer leicht.
    Umso wichtiger kann ein solches Buch sein. Den Großteil der Informationen des Buches haben Mensch die sich für Ernährung interessieren wohl schonmal gehört, trotzdem finde ich diese Zusammenfassung nicht schlecht. Wer sich noch nicht mit dem Thema befasst hat, kann einiges lernen. Der Tonfall des Autors ist manchmal überzogen, auch wenn ich seine Wut nachvollziehen kann. Gut finde ich auf jeden Fall die Nennung von konkreten Beispielen inklusive Markennamen und nicht nur theoretische Beispiele.

    Fazit: besonders informativ für Laien.
  17. Cover des Buches Die Verwandlung der Welt (ISBN: 9783406614811)
    Jürgen Osterhammel

    Die Verwandlung der Welt

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Andreas_Oberender

    Jürgen Osterhammels Buch "Verwandlung der Welt" unternimmt den Versuch, das in jüngster Zeit in der Geschichtswissenschaft diskutierte Konzept der Welt- bzw. Globalgeschichte von der Theorie akademischer Debatten in die Praxis der Geschichtsschreibung zu überführen. Dieser Versuch erfolgt am Beispiel des 19. Jahrhunderts. Jenseits nationalstaatlicher Blickverengungen und einer einseitigen Bevorzugung des Westens (Europa, USA) eröffnet Osterhammel auf 1.300 Seiten ein gewaltiges historisches Panorama des Zeitalters zwischen Französischer Revolution und Erstem Weltkrieg. Alle Kontinente und Kulturkreise werden berücksichtigt, schwerpunktmäßig werden indes nur Europa, die USA, China, Japan und Indien behandelt. Rußland, Lateinamerika und das Osmanische Reich tauchen gelegentlich auf; die arabische Welt und Afrika kommen am kürzesten weg. Alle Bereiche menschlicher Existenz werden in der einen oder anderen Weise thematisiert, von der Politik- und Wirtschafts- bis hin zur Sozial- und Kulturgeschichte. Es kann sich im Folgenden nicht darum handeln, detailliert auf den Inhalt des Buches einzugehen. Vielmehr soll es hier um einige allgemeine Beobachtungen gehen, die sich während der Lektüre ergeben, und vor allem um die Frage, ob das Buch dem selbstgestellten Anspruch der "Historischen Bibliothek der Gerda-Henkel-Stiftung" gerecht wird, eine "große Leserschaft" anzusprechen.

    Osterhammels enzyklopädischer Ansatz hat gravierende Nachteile. Manche Kapitel sind von stark aufzählendem Charakter und konfrontieren den Leser mit einer sehr dichten Faktenfülle, was bei der Lektüre mitunter rasch ermüdet. Über weite Strecken wirkt das Buch wie ein in Prosaform überführter Zettelkasten. Osterhammel hat sich unzweifelhaft großes Wissen angeeignet, aber müssen dem Publikum wirklich alle Lesefrüchte mitgeteilt werden? Ist wirklich alles gleichermaßen wichtig? Erweist sich die Könnerschaft eines Autors nicht auch im Auswählen und Weglassen, im Abwägen des Wichtigen und weniger Wichtigen? Müssen die Oper und der Walfang unbedingt in ein und demselben Buch behandelt werden, nur weil beide im 19. Jahrhundert eine Blüte erlebten? Einmal mehr drängt sich der Verdacht auf, daß deutsche Lektoren den Gebrauch des Rotstifts verlernt haben, vor allem wenn ihnen Manuskripte von Historikern vorliegen, die sich bereits einen Namen gemacht haben. Streichungen und Kürzungen sind dann offensichtlich nicht mehr zumutbar. Deutsche Lektoren sollten sich ihre britischen Kollegen zum Vorbild nehmen, die viel beherzter in Manuskripte eingreifen - zum Nutzen der Bücher und vor allem der Leser. Ein Buch ist kein Gemischtwarenladen und sollte deshalb nicht mit tausenderlei Dingen vollgestopft werden.

    Kurzum: Das Buch ist viel zu lang und viel zu umfangreich. Es behandelt so viele Themen und Aspekte, es eröffnet so viele faszinierende Perspektiven und gibt so viele Anregungen zum Nachdenken, daß eine einmalige Lektüre gar nicht ausreicht. Wer am Ende des Buches angekommen ist, hat vergessen, was er 1.000 Seiten zuvor gelesen hat. Um es vollauf würdigen und seinen Inhalt durchdringen zu können, müßte man das Buch mindestens zweimal lesen und dabei jedes Kapitel mit dem Bleistift in der Hand durcharbeiten. Aber welcher Leser hat heutzutage genug Zeit, um ein solches Mammutwerk mehrfach zu lesen und gründlich durchzuarbeiten? Unser aller Lebens- und Lesezeit ist begrenzt. Andere Bücher wollen auch gelesen werden. Das sollten jene Historiker bedenken, die das Publikum mit "Ziegelsteinen" von mehr als 1.000 Seiten Umfang beglücken (der gleiche Hang zu Gigantomanie und ungezügelter Weitschweifigkeit ist u.a. bei H.A. Winklers "Geschichte des Westens", Wolfram Pytas "Hindenburg" oder auch den Himmler- und Goebbels-Biographien von Longerich zu beobachten).

    Wie bei so vielen deutschen Historikern ist auch bei Osterhammel unklar, für welches Publikum er eigentlich schreibt. Wäre das Buch in einem Wissenschaftsverlag erschienen, würde sich diese Frage nicht stellen. Es ist aber in einem der bekanntesten deutschen Publikumsverlage erschienen. Einleitung und Nachwort geben jedoch keinerlei Hinweis auf das anvisierte Publikum. Studierende und historisch interessierte Laien dürften von den ständigen Sprüngen von Kontinent zu Kontinent und von Land zu Land bald überfordert sein. Mal geht es um das Osmanische Reich, ein paar Zeilen weiter aber um Japan und auf der nächsten Seite um die USA. Osterhammel bietet wenig ereignisgeschichtliche Kontextualisierung, setzt also ein immenses Vor- und Hintergrundwissen voraus. Für den durchschnittlichen Leser dürfte die Geschichte Lateinamerikas, Chinas oder Japans im 19. Jahrhundert jedoch eine Terra incognita sein. Wer hat hierzulande je vom Taiping-Aufstand gehört, der China um 1850 erschütterte? Wer kennt sich mit der schrittweisen Kolonisierung Indiens durch die Briten aus? Es ist schon schwierig genug, die Geschichte der europäischen Staaten und Rußlands im 19. Jahrhundert zu überblicken. Osterhammel stellt dies nicht in Rechnung. Er sah bei der Niederschrift offenbar einen universell gebildeten Leser vor sich, den es in der Realität natürlich nicht gibt. Bei der Vergegenwärtigung historischer Schauplätze in Ost und West schießt der Autor gelegentlich übers Ziel hinaus. Welchen Sinn hat es, die französische Kolonialarchitektur im vietnamesischen Hanoi zu beschreiben, die kaum ein Deutscher je mit eigenen Augen gesehen hat? Ohne Bildmaterial sind solche Beschreibungen nutzlos.

    Das gesamte Buch ist nicht narrativ angelegt, sondern streng analytisch und problembezogen. Es präsentiert keine Geschichte, wenn man unter Geschichte eine Erzählung versteht, die sich durch die Einheit von Schauplatz, Zeit und Akteuren auszeichnet. Es ist ein typisches "Wissenschaftlerbuch", d.h. es holt den Leser nicht dort ab, wo er steht, sondern thront auf einem hohen Podest, zu dem der Leser sich emporzustrecken hat. Wie jedes "Wissenschaftlerbuch" behandelt auch Osterhammels Buch vieles, das allenfalls für Fachhistoriker, kaum aber für das nichtakademische Publikum von Interesse ist. Das Werden und Vergehen von Imperien, die Entstehung von Nationalstaaten, interkulturelle Transfers, Kolonialismus und Zivilisierungsmissionen, Migration, die Frontier-Problematik, das Konzept der Proto-Industrialisierung - all das sind Dinge, die innerhalb der Geschichtswissenschaft debattiert werden, aber wohl kaum von Laien. Was für das nichtakademische Publikum interessant sein könnte, darüber denken deutsche Historiker generell zu wenig nach. Periodisierungs- und Definitionsfragen, wie sie Osterhammel aufwirft (Wie ordnet man das 19. Jahrhundert in die Neuzeit ein? Was ist eine Revolution? Was ist ein Imperium? Was ist Bürgertum? usw.), vermögen Fachleute zu erregen, sind für Laien aber ohne Belang.

    Fazit: Für Fachhistoriker, die das nötige Rüstzeug mitbringen, um den Inhalt des Buches angemessen verarbeiten zu können, ist Osterhammels Werk eine unerschöpfliche Fundgrube an erhellenden Einsichten und anregenden Interpretationen. Dem auf Europa spezialisierten Fachmann bietet das Buch eine großartige Erweiterung des Horizonts. Die meisten deutschen Historiker blicken noch immer zu wenig über den europäischen bzw. westlichen Tellerrand hinaus. Wer das Buch bewältigt hat, wird die Welt des 19. Jahrhunderts fortan mit anderen Augen betrachten und die zum Klischee gewordene Dichotomie vom fortschrittlichen Westen und dem rückständigen "Rest" überdenken. Ob hingegen historisch interessierte Laien Freude an diesem Buch haben, muß bezweifelt werden. Es ist eben kein "Lesebuch", kein Buch, das einen roten Faden und einen Spannungsbogen besitzt und eine in sich geschlossene Geschichte erzählt. Letztlich ist das Buch doch zu wissenschaftlich, um einen breiten Leserkreis jenseits der Fachwelt ansprechen und unterhalten zu können. Daran ändert leider auch Osterhammels angenehm einfacher und gut lesbarer Schreibstil nichts. 

    (Hinweis: Diese Rezension habe ich zuerst im März 2013 bei Amazon gepostet)

  18. Cover des Buches Das Meer (ISBN: 9783426307076)
    Wolfram Fleischhauer

    Das Meer

     (34)
    Aktuelle Rezension von: GrPieper

    Die Story mag ja interessant und originell sein, aber beim Lesen kam mir das Buch vor eher wie ein Pamphlet einer Umwelt-NGO als ein echter „Thriller“. Ab Seite 100 ist der Plot schon klar: danach gibt’s keine überraschende Wendungen, es kommt keine echte Spannung auf. Die Story zieht sich eher lahm in die Länge, garniert mit den meist überflüssigen autobiographischen Elementen des Autors, der in der Figur des Dolmetschers Adrian durch den Roman zieht. 

    Inhaltlich können die Ansichten zur Fischerei unterschiedlich sein: im Buch halte ich fest dass manche Fakten stimmen, manche aber sind veraltet (nicht allen Beständen geht es schlecht und viele haben sich in den letzten Jahren sogar erholt). Auch die üblichen Klischées über die EU-Flotte kursieren (zB wir fischen den Afrikanern die Fische weg und zwingen sie so, Flüchtlinge oder Piraten zu werden“...). Das sind die Mantras der Oceana, WWF, Pew usw. die man seit 2 Jahrzehnten hört und ziemlich realitätsfremd sind. Bin selbst seit über 12 Jahren im Geschäft und kenne mich ein bisschen aus. Auch die Rolle der „Bösen“ (illegale Fischer und deren skrupellose Hintermänner) sollte besser fokussiert werden: nicht dass es solche Typen nicht gibt, aber welche Akteure sind das echte Problem? Die EU bzw. unsere Fangflotte sind eher ein Teil der Lösung, nicht des Problems! Wenn sich die Fangflotten von China, Taiwan, Russland, Korea u.ä. an unsere EU-Standards halten würden, wäre der Zustand der Fischbestände weltweit deutlich besser. Auch das Schicksal der Fischereibeobachter ist nicht überall gleich: die im Buch zitierten Fälle von Übergriffen fanden in den Meeresgebieten von IATTC und WCPFC statt: dort könnte Teresa wahrscheinlich dasselbe widerfahren... aber im NAFO-Gebiet? Und auf einem spanischen Freezer-Trawler? Wage es zu bezweifeln...

    Zuletzt noch die Aktivisten: deren Plan ist durchaus originell (wer hat schon mal etwas von Ciguatera gehört?) aber ihre Handlung driftet ziemlich bald in eine Fantasy-Ebene ab: soll eine Handvoll verwegener Idealisten es schaffen, aus dem tiefsten Dschungel eines rückständigen Landes ohne Logistik, wie aus Zauberhand, eine globale, perfekt koordinierte Aktion durchzuführen? Und Heerscharen von Idealisten zu rekrutieren und auszubilden, die dafür das Risiko gravierender strafrechtlicher Folgen für sich selbst in Kauf nehmen? Nun ja, schön wär‘s....

    Fazit: gut recherchiert und sprachlich ansprechend, aber inhaltlich etwas zu politisch-belehrend, um ein unterhaltsamer Roman zu sein!

  19. Cover des Buches Watermind (ISBN: 9783426501276)
    M. M. Buckner

    Watermind

     (55)
    Aktuelle Rezension von: Thommy28
    Einlagerungen von Giftmüll, High-Tech Schrott und genetisch veränderten Bakterien lassen in den heißen Sümpfen Louisianas eine völlig neue unbekannte Lebensform entstehen. Die kluge aber excentrische und eigensinnige Wissenschaftlerin CJ Reilly, Tochter eines berühmten Wissenschaftlers untersucht die neue Spezies und macht die Entdeckung, dass die offenbar intelligente Lebensforme durch Musik zu kommunizieren vermag und verseuchtes Abwasser in reinstes Trinkwasser verwandelt. Die neue Lebensform wächst immer größer. Bald gibt es es ein erstes Todesopferpfer in den Sümpfen. Der Millionär Ramon Sacony, Chef der Firma Quimicron, auf deren Gelände das Wesen enstand , will die unheimliche Wesensform loszuwerden - er will "Watermind", wie es inzwischen genannt wird, vernichten. Doch dieses ist mittlerweile in den Mississippi entwichen und wächst immer weiter... ! CJ Reilly möchte das Wesen lieber studieren als umbringen , aber es gibt weitere Tote. Ist die Lebensform eine Bedrohung für die Menschheit? Die Autorin ist durch ihre bisherigen SF-Geschichten nur einem kleinen Fachpublikum bekannt, Trotzdem hat sie sich mit diesem Buch auf das Thema eines Science-Fiction-Wissenschafts-Thrillers eingelassen. Mit nur mässigem Erfolg. Die Protagonisten als auch das Umfeld in dem diese handeln wirkt klischeehaft und wird durch eine recht müde Liebesgeschichte aufgepeppt. Die am Anfang noch vorhandene Spannung verflacht zusehends. Alles in allem eher enttäuschend - und in keinster Weise mit Schätzings "Der Schwarm" zu vergleichen.
  20. Cover des Buches Requiem (ISBN: 9783423249416)
    Eoin McNamee

    Requiem

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Der Fall des 1961 als letztem in Nordirland gehängten Mann Robert McGladdery ist durch den Autor Eoin McNamee sehr interessant aufbereitet worden.

    Damals schon war der Fall quasi ein Skandal, denn McGladdery hatte während der gesamten Ermittlungen sowie während des quälenden Prozesses immer seine Unschuld beteuert. Er habe das 19-jährige Mädchen nicht ermordet.

    Doch einen Tag vor seiner Hinrichtung widerruft er seine Unschuldbekundungen plötzlich...

    Dass der Autor Jura studiert hat, merkt man dem Schreibstil deutlich an, was mir aber sehr gut gefallen hat, denn der Mann weiß, wovon er schreibt und wie er das so aufbereitet, dass auch Jura-Unkundigere alles nachvollziehen können.

    Interessant fand ich, dass der Richter, der eindeutig nicht den Vorsitz hätte führen dürfen, den Prozess überhaupt eröffnen durfte, wenn man so will. Denn durch die Ermordung seiner Tochter war er eindeutig negativ beeinflusst. Heute würde so jemand gar nicht mehr den Vorsitz erhalten, auch nicht in den USA, die ja etwas strengere Maßstäbe an den Tag legen als hier in Deutschland zum Beispiel.

    Auch der Ermittler und seine Arbeit werden dem Leser eindrucksvoll näher gebracht. Der Autor lässt den Leser am Leben fast aller Protagonisten teilhaben und „inszeniert“ die Handlung detailliert aber nicht zu ausschweifend, genauso wie ich es auch gern lese.

    Somit ist „Requiem“ viel mehr als die bloße Aufbereitung eines scheinbar uralten Falles, viel mehr als die bloße Aneinanderreihung von Gerichtsaktenauszügen.
    Eoin McNamee schreibt tiefgründig, authentisch und spannend.

    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen und bei mir bekommt es das Prädikat „besonders wertvoll“ !

  21. Cover des Buches Die smarte Diktatur (ISBN: 9783596035526)
    Harald Welzer

    Die smarte Diktatur

     (17)
    Aktuelle Rezension von: Selket
    Welzer zeichnet auf rund 300 Seiten das Bild einer Gesellschaft, die sich im Wandel befindet, im historischen Umbruch von Moderne zu Postmoderne. Leider ist dieser Wandel ein Rückschritt und kein Fortschritt, denn der Kapitalismus mutiert in der Konsumgesellschaft zunehmend zum Raubtierkapitalismus, weil sich überall 'räuberische Formationen' durchsetzen, die unter dem Vorwand die Welt zu verbessern, die Menschen versklaven und die Umwelt zerstören.
    Die Ideale der Moderne, z.B. die der französischen Revolution, wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind nurmehr Lippenbekenntnisse einiger Politiker geworden, während in Wirklichkeit das 'Recht des Stärkeren' regiert. (Etwas, das sich derzeit an der Ausbreitung der Wirtschaftskriege ums Öl rund um das Mittelmeer anschaulich beobachten lässt. Anm. d. V.) Feudalismus im neuen Gewand und Autokratien kehren auch bei uns wieder zurück.
    Die Crux ist, dass wir alle durch unseren Hyperkonsum, jeder will ein Smartphone, ein Auto, ein Haus, etc. und alles möglichst billig, zugleich Mittäter an der Zerstörung der Welt, zu der wir alle gehören, sind. Kurz: wir zerstören uns selbst und keiner will es wissen.
    Deshalb sind wir wie gelähmt angesichts der Katastrophen, die uns unweigerlich heimsuchen. Denn in Wirklichkeit hat alles zwei Seiten. Das Internet der Kommunikation, das uns verbindet, kann von den Angehörigen der 'räuberischen Formationen' auch zum Ausspionieren gegen uns verwandt werden. Der Energiebedarf der billigen und digitalen Produkte, die unser Leben vorgeben bequem und lustig zu machen, führt zum Raubbau an der Natur und zur Umweltkatastrophe. Digital ist fossil. (Welzer, S. 220) Außerdem führt er zur Versklavung der Arbeiter an den Abbaustätten (z.B. für seltene Erden, Kongo) und zum Vertreiben der Menschen aus ihrer Heimat, weil dort die Wirtschaftskriege ums Öl toben. Die Erde wird auf diese Weise zunehmend unbewohnbar. Wollen wir das?
    Dieser Zusammenhang soll aber nicht in unser Bewusstsein geraten. Deshalb wird von den 'Bewusstseinsindustrien' und in den „(a)sozialen Netzwerken“ möglichst vieles aus dem Zusammenhang gerissen. Wir werden mit fragmentierten Informationen bombardiert und müssen uns selbst einen Reim darauf machen. Womit wir zunehmend überfordert werden.
    Die gute Nachricht ist: Wir müssen dabei nicht mitmachen. Wir müssen lediglich unsere Bequemlichkeit überwinden und mit dem Hyperkonsum unnützer Produkte (wie z.B. Pokemon) aufhören. Wenn das massenhaft gelingt, tun wir der Natur etwas Gutes. Denn unnützer Kram, der nicht mehr nachgefragt wird, wird auch nicht mehr produziert und verbraucht auch keine Energie mehr. Denkt einfach einmal darüber nach.
    Das was euch am Leben hält, ist das, was euch wirklich wichtig ist. Das solltet ihr herausfinden. Das geht aber nur, wenn ihr die „augmented reality“ verweigert, denn sonst werdet ihr nicht mehr wissen, worauf es im Leben ankommt, was für euch in eurem Leben wirklich zählt und darüber euch selbst verlieren. Das ist der Tod.
  22. Cover des Buches Selbs Justiz (ISBN: 9783257215434)
    Bernhard Schlink

    Selbs Justiz

     (102)
    Aktuelle Rezension von: PaulTemple

    Schlink versucht hier, zwei Erzählinhalte miteinander zu verknüpfen, was ihm jedoch nur zufriedenstellend gelingt: 
    Von der Krimihandlung her erwartet den Leser ein bisschen Raymond Chandler, ein bisschen Agatha Christie - die Grundpfeiler der Story sind nicht gerade neu. Immerhin aber nicht uninteressant, da der Hauptprotagonist sympathisch und auch realistisch dargestellt wird. Zudem kommt der 80er-Jahre Flair mit - aus heutiger Sicht - amüsanten Details über Telefaxe, Computersysteme, Smogalarm usw.  

    Zweiter Handlungsstrang:  Dem Detektiv holt seine Vergangenheit als NS-Staatsanwalt ein. Es sind alte Rechnungen zu begleichen und auch sein wohlgesonnener Jugendfreund hat Geheimnisse zu hüten. Ebenfalls eine durchaus interessante Story, die aber unter der Krimihandlung zu leiden hat und nicht zur vollen Blüte entfaltet wird.

    Fazit: "Selbs Justiz" vereint viele gute erzählerische Ansätze,  führt aber leider keinen ausgiebig zu ende. 
  23. Cover des Buches Ein Sommer aus Stahl (ISBN: 9783608938982)
    Silvia Avallone

    Ein Sommer aus Stahl

     (91)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Dieser Roman ist zwar leicht zu lesen, aber wahrlich keine leichte Kost. Er ist verstörend, schmutzig, traurig, brutal, aber auch schön, hoffnungsvoll und poetisch. Es geht um Freundschaft und Liebe, um Kinder und Eltern, um Brüder und Schwestern, um Kindheit, Jugend und das Erwachsenwerden, um Arbeit und Spaß, um Verantwortung und Sorglosigkeit. Kurz: Es geht um das Leben in all seinen Facetten. Dabei ist er so ehrlich geschrieben, dass es manchmal wirklich weh tut. Mich hat er sehr beeindruckt!
  24. Cover des Buches Auf den Schwingen des Adlers (ISBN: 9783404179473)
    Ken Follett

    Auf den Schwingen des Adlers

     (126)
    Aktuelle Rezension von: Friducia
    1978 herrscht im Iran das Chaos. Islamische Revolutionäre stehen kurz davor den Schar von seiner Position zu stürzen. Fast alle US-Firmen sind dabei das Land zu verlassen. Nur die vom Multimillionär Ross Perot gegründete Firma EDS hält noch die Stellung. Der ursprüngliche Auftrag, für das iranische Gesundheitsministerium ein modernes Kommunikationssystem einzurichten, ist so gut wie gescheitert. Nun geht es nur noch darum die verbliebenen Zahlungen einzuholen und die restlichen Mitarbeiter zu evakuieren. Doch aus den rein geschäftlichen Verhandlungen wird Ernst, als das iranische Ministerium die beiden EDS-Manager Bill Gaylord und Paul Chiapparone unter zwielichtigen Behauptungen verhaftet. Kaution: 13 Millionen Dollar. Als auch das amerikanische Außenministerium die Unschuld der Manager in Frage stellt, bleibt Perot nur noch eine Möglichkeit. Er engagiert den Kriegsveteranen Bull Simons als strategischen Anführer eines Befreiungskommandos. Sieben EDS Mitarbeiter, alles ehemalige Soldaten, und ein iranischer Angestellter planen unter Simons Kommando den Gefängnisausbruch von Gaylord und Chiapparone.Doch es kommt anders als geplant. Die Revolutionäre gewinnen die Oberhand im Iran. Die Situation eskaliert und der einstudierte Plan scheitert bereits im Vorfeld. Jetzt gilt es nicht nur das Leben der inhaftierten Manager zu retten, sondern auch das aller im Teheran verbliebenen Mitarbeiter. Mithilfe eines iranischen EDS-Mitarbeiters gelingt es Simons und seinem Team letztendlich doch noch, Bill Gaylord und Paul Chiapparone während der Stürmung des Gefängnisses aus der Stadt zu schaffen. Doch bis zur türkischen Grenze ist es ein langer Weg und Amerikaner sind bei vielen Revolutionären nicht gern gesehen. Realität statt Fiktion “Dies ist eine wahre Geschichte über Menschen, die, da sie krimineller Vergehen beschuldigt wurden, die sie nicht begangen hatten, beschlossen, sich ihr Recht selbst zu verschaffe.” Mit diesen Worten beginnt Ken Follett seinen Tatsachenthriller Auf den Schwingen des Adlers. Zugegeben, der Leser muss sich erst einmal durch die ersten 100 Seiten arbeiten, um eine Übersicht über die Gesamtsituation zu bekommen. Wer dabei völlig unwissend an das Thema herangeht, hat einiges an Informationen zu verarbeiten. Doch unnütz ist dieses Wissen keinesfalls. Und die Mühe lohnt sich, denn spätestens ab der Hälfte wird der Leser das Buch kaum mehr aus der Hand legen wollen. Leser sollten Auf den Schwingen des Adlers nicht mit fiktiven Romanen Ken Folletts, wie die Bestseller Die Säulen der Erde oder Die Nadel vergleichen. Die politische Situation um den Iran Ende der 70er Jahre steht in dem Tatsachenthriller im Vordergrund. Jedoch gehört dieses Wissen mit zu einer wahren Geschichte um eine Befreiungsaktion während einer Revolution. Wer sich also nicht für Politik interessiert, sollte vielleicht lieber die Finger von dem Buch lassen. Über die Philosophie zum Journalisten und Schriftsteller Was viele nicht wissen ist, das Ken Follett zuerst Philosophie studiert hat, bevor er zum Journalismus kam. “Es besteht eine reale Verbindung zwischen der Philosophie und der Belletristik. In der Philosophie beschäftigt man sich mit Fragen, wie zum Beispiel: ‚Wir sitzen an diesem Tisch, aber ist der Tisch auch wirklich?’ Eine blöde Frage, aber beim Studium der Philosophie muss man solche Dinge ernst nehmen und eine über das Gewöhnliche hinausgehende Vorstellungsgabe besitzen. Und dies braucht man auch beim Schreiben von Romanen.” Diese Vorstellungsgabe gepaart mit präzise recherchierten Daten und Fakten macht Folletts Romane zu einer brillanten Mischung aus Unterhaltungs- und Geschichtslektüre. Subjektive Darstellung einer wahren Geschichte Der Titel Auf den Schwingen des Adlers basiert auf dem Motto der EDS-Personalabteilung: “Adler kommen nicht in Scharen, man muss schon jeden einzeln suchen”. Erwähnenswert ist, dass Follett aus Sicht der EDS-Mitarbeiter erzählt. Er arbeitete eng mit Perot und den Männern der Rettungsgruppe zusammen, wodurch ein sehr positives, gar heldenhaftes Bild auf Ross Perot geworfen wird. Das mag einigen Kennern missfallen. Jedoch sind Sichtweisen bekanntlich subjektiv, weswegen man diesem Punkt in Folletts Thriller nicht zuviel Aufmerksamkeit schenken sollte. Fazit Ein weiteres, gelungenes Werk des Autors. Sich zu Anfang durch Personen, Daten und Fakten zu kämpfen ist die Mühe allemal Wert. Und der gewillte Leser lernt unter Umständen auch noch etwas dabei. Bis zum Schluss bleibt es spannend und wie im wirklichen Leben erfährt der Leser auch erst ganz am Ende, ob die Rettungsaktion geglückt ist. Ein Extra in dem Buch sind die beigefügten Fotos von den EDS Mitarbeitern und Schnappschüssen der Rettungsaktion. Zudem werden auf einer Karte am Ende des Buches die Fluchtwege aufgezeigt, so dass sich der Leser diese besser vor Augen führen kann. Taschenbuch: “Auf den Schwingen des Adlers” Autor: Ken Follett Seiten: 539 Verlag: Bastei Lübbe Weiterführende Literatur Die Nadel: Roman, Ken Follett; 416 Seiten; Bastei Lübbe; Auflage: 59 (3. Januar 2012) Die Säulen der Erde: Roman, Ken Follett; 1296 Seiten,; Bastei Lübbe; Auflage: 78 (27. Dezember 2010)

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