Bücher mit dem Tag "ines thorn"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "ines thorn" gekennzeichnet haben.

10 Bücher

  1. Cover des Buches Das Glück am Ende des Ozeans (ISBN: 9783499266980)
    Ines Thorn

    Das Glück am Ende des Ozeans

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Das Glück am Ende des Ozeans" ist das erste Buch aus der Feder der Autorin Ines Thorn, das ich bisher von ihr gelesen habe. Zunächst ist mir die flüssige, sehr leichte Sprache aufgefallen, die es mir ermöglicht hat, das Buch in relativ kurzer Zeit zu lesen. Auch der Einstieg ins Geschehen hat mir wirklich gut gefallen, jedoch muss ich gestehen, dass es einen Punkt gab im Buch, ab den ich es einfach nur noch zu Ende lesen wollte. Alle losen Enden wurden verknüpft, allerdings mit einem unspektakulären Happy end auf der gesamten Linie und das wirkt auf mich auf gewisse Weise konstruiert. Selbst die Nebencharaktere, die anfangs sehr schön eingeführt werden, verlieren an Substanz, je länger sie im Buch auftauchen. Allen voran der Cowboy - aber ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten. 

    Ich werde bei Gelegenheit mal ein anderes Buch der Autorin lesen, um zu sehen, ob das nur an diesem Buch lag, oder ob mir der Stil der Autorin im Allgemeinen einfach zu seicht ist.

  2. Cover des Buches Totenreich (ISBN: 9783499253713)
    Ines Thorn

    Totenreich

     (26)
    Aktuelle Rezension von: SigiLovesBooks

    Ich habe den Eindruck, dass die Autorin sich gesteigert hat: stilistisch und auch im inhaltlichen und dem Spannungsbogen, da es sich bei den von mir gelesenen Werken um "die Verbrechen von Frankfurt" handelt, die teils historisch belegt sind. Nach "Teufelsmond" und "Totenreich" war nun das frühere Werk der Autorin etwas absehbar, die Figuren etwas oberflächlicher gezeichnet, aber mit Lokalkolorit und dem, wie mir scheint, stetigem Bemühen, die Aufklärungsarbeit in der "criminalia" ohne Frauen ad absurdum zu erklären. Dies ist teils gelungen und amüsant beschrieben, teils auch etwas unrealisitisch dargestellt, da es keiner Recherche bedaf, wie die Stellung der Frau im Mittelalter in Deutschland war: ob es in Frankfurt oder einem pfälzischen oder auch hessischen Dorf war - "dem Manne untertan" sicherlich... Dennoch gebe ich gerne 82 Punkte für den "Höllenknecht", da ich das Buch unterhaltsam fand, allerdings eher stilistisch schlicht und das Bemühen um eine mittelalterliche "Emanzipation" und deren Darstellung in Form solch kämpferischer Frauen wie Gustelies, Jutta Hinterer und Hella als positiv empfinde, der emanzipatorische Gedanke zieht sich durch alle von mir bisher gelesenen Bücher der Autorin. 

    (gelesen im September 2012) - Original auf der "Histo-Couch"


  3. Cover des Buches Teufelsmond (ISBN: 9783499256820)
    Ines Thorn

    Teufelsmond

     (21)
    Aktuelle Rezension von: page394
    Hessen im Winter des 16. Jahrhunderts. Pater Fürchtegott wird von seinem Kloster zum Exorzisten berufen und soll untote Nachzehrer, die im Knüllwald hausen, beseitigen. Die junge Karla unterdessen flieht aus ihrem Heimatdorf, weil sie mit dem grausamen Leberecht verheiratet werden soll. Die beiden treffen aufeinander und setzen ihre Reise gemeinsam fort, bis sie im Dorf Alwerode ankommen – wo sie dringend gebraucht werden, denn dort passieren immer wieder Unglücke. Bald merken Pater Fürchtegott und Klara, dass die abergläubische Dorfgemeinschaft, die den benachbarten Michelsmüllern, die angeblich mit dem Teufel im Bunde stehen, für alles die Schuld gibt, selbst einige Geheimnisse hat und nicht unschuldig an den Vorfällen im Dorf ist.

    Teufelsmond war mein erstes Buch von Ines Thorn, aber sicherlich nicht mein letztes. Der Schreibstil der Autorin hat mir extrem gut gefallen – er ist sehr flüssig und man kann sich die Geschehnisse gut vorstellen und beim Lesen das Dorf vor sich sehen (und riechen) und komplett in der Geschichte versinken. Die Sprache ist, dem Zeitpunkt der Geschichte angemessen, etwas altmodisch, aber nicht so sehr, dass der Lesefluss dadurch ins Stocken gerät. An einigen Stellen, beispielsweise wenn jemand auf grausame Art und Weise stirbt, was das ein oder andere Mal vorkommt, hatte ich eine Gänsehaut. Die düstere Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Roman.

    Ein Grund, warum ich so gerne historische Romane lese, ist, dass man beim Lesen automatisch etwas dazulernt und das war auch hier der Fall. Man erfährt viel über das Leben im 16. Jahrhundert und wie es von Religion bestimmt war – aber auch, zu wie viel Angst und Missverständnissen die Unwissenheit über Naturwissenschaft führen kann. Auch die (sehr niedere) Rolle der Frau wird herausgestellt, wobei am Ende die Frauen jedoch zu den heimlichen Heldinnen des Dorfes werden. Hier hat die Autorin einen tollen Mittelweg gefunden, auf respektvolle Weise das Gesellschaftsbild der damaligen Zeit beizubehalten. Auch die Protagonistin Karla fällt des Öfteren aus ihrer Rolle als Frau, sie läuft vor einer ungewollten Heirat weg, ist aufgeschlossen, gewitzt und, zu Pater Fürchtegotts Erstaunen, außergewöhnlich klug. Der Pater hingegen ist zwar streng religiös, aber dennoch für die Wissenschaft offen. Insgesamt sind die beiden ein tolles Team und zwei sehr sympathische Hauptcharaktere, auch wenn mir ein klein wenig der Bezug zu beiden gefehlt hat – der erste, aber winzige Kritikpunkt an
    Teufelsmond .

    Kritikpunkt Nummer Zwei sind die vielen Dorfbewohner – die Männer, ihre Frauen, Mägde, Knechte und Kinder… Ich konnte leider bis zum Ende nicht den Überblick behalten, wer wer ist, was für die Auflösung der Handlung aber recht wichtig ist. Hier hätte die Autorin die einzelnen Charaktere und ihre Geschichten etwas besser ausarbeiten können und ihnen mehr Tiefe verleihen.

    Das Ende und die Auflösung des Spuks sind dann doch leider eher vorhersehbar. Im Laufe der Handlung erfährt man die Geschichte über zwei Generationen von Alwerode und nach und nach kommen der Pater und Karla so hinter das Geheimnis der Dorfbewohner. Das Ende ist nach ungefähr zwei Dritteln des Buches dann doch eher vorhersehbar – Kritikpunkt Nummer Drei. Insgesamt vergebe ich vier von fünf Sternen, weil ich mich dennoch sehr gut unterhalten gefühlt habe und, obwohl ich nicht gläubig bin, einige gute Gedanken aus dem Buch mitnehmen konnte. Der wichtigste ist wohl: Aus Angst vor dem Bösen kann man das Böse erschaffen.
  4. Cover des Buches Wolgatöchter (ISBN: 9783499259388)
    Ines Thorn

    Wolgatöchter

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Buchfink_2793
    In dem Buch geht es um die Familie Reiche, die aus Georg, Ilse und ihren drei Töchtern Annmarie, Aurora und Lydia besteht. Georg ist ein erfolgloser Maler. Seine Frau Ilse hatte als Pfarrerstochter eigentlich eine gesicherte Zukunft vor sich bis sie sich unsterblich in Georg verliebte und ihm ihr Leben widmete. Mit ihren fast erwachsenen Töchtern leben sie eher ein karges Leben und müssen ständig von einem Ort zum nächsten flüchten, da Georg als Kunstfälscher Geld verdient. In Frankfurt ergibt sich eine Chance auf ein neues Leben. Ein Werber der Zarin Katharina der Großen verspricht Georg eine freie und glückliche Zukunft in Russland. Doch das die Versprechen des Werbers nicht in jeder Hinsicht der Wahrheit entspricht merkt die Familie bereits auf der harten und gefährlichen Reise an die Wolga. Dort versuchen sie mit den gegebenen Mitteln und ihren verschiedenen Charakterzügen und Fähigkeiten ihr Glück zu finden und sich eine Existenz aufzubauen.

    Es geht hauptsächlich um die sehr verschiedenen drei Schwestern und ihre Einstellung zur neuen Heimat. Alle drei träumen von unterschiedlichen Dingen und bekommen eine Menge Hindernisse in den Weg gelegt. Das Buch hat keine wirkliche Spannungskurve und schleicht eher vor sich hin. Die ständigen Perspektivwechsel haben mich am Anfang etwas gestört, aber nach etwas Zeit kann man sich daran gewöhnen. Ich fand das Buch solide und interessant. Ich fand die Eindrücke aus dem Alltag sehr gut beschrieben und auch das die Charaktere so unterschiedlich waren trug dazu bei, dass alle geschichten interessant blieben. Für mich ein gutes Buch, das man allerdings nicht unbedingt gelesen haben muss. Für Russlandfans ein guter Einblick in die Kolonistenzeit an der Wolga.
  5. Cover des Buches Die Walfängerin (ISBN: 9783746633275)
    Ines Thorn

    Die Walfängerin

     (96)
    Aktuelle Rezension von: LadyIceTea
    Sylt im 18. Jahrhundert: Die junge Maren lebt als Tochter eines Fischers in Rantum. Ihre Zukunft liegt klar vor ihr: Sie wird Thies Heinen heiraten, mit dem sie aufgewachsen ist. Doch plötzlich hält der mächtigste Mann der Insel um ihre Hand an: Kapitän Rune Boys. Maren wagt das Undenkbare. Sie lehnt ab. Als ihre Familie jedoch nach einem Sturm finanziell ruiniert ist, muss sie ausgerechnet Boys um Hilfe bitten. Er macht ihr einen ungeheuerlichen Vorschlag: Sie soll mit ihm auf Walfang gehen, danach seien alle Schulden beglichen.

    „Die Walfängerin“ von Ines Thorn überzeugt schon auf den ersten Seiten mit einem malerischen und fesselnden Schreibstil. Ich habe mich schnell ins 17. Jahrhundert versetzt gefühlt, als würde ich mit Maren auf Sylt leben und ihre Geschichte miterleben.
    Die Autorin hat einige lebensechte Figuren erschaffen. Ich konnte mir alle gut vorstellen und hatte bei jeder Person das Gefühl, dass sie so auf Sylt gelebt haben könnten.
    Maren macht während der gesamten Geschichte eine unheimlich starke Veränderung durch. Sie wird reifer und stärker und lernt von dem, was das Leben ihr präsentiert.
    Auch bei dem Walfang hatte ich das Gefühl, dass die Autorin viel Zeit und Liebe in die Recherchen investiert hat. Ich wurde ebenso, wie die Seefahrer, von dem Fieber gepackt und konnte mir richtig gut vorstellen, wie der Nervenkitzel sein musste, als die ersten Wale auftauchten.
    Marens Geschichte ist wirklich packend und gefühlvoll. Ich habe mit ihr gefiebert, gelitten, gehofft und mich mit ihr gefreut. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Ebenso die tollen Figuren um sie herum.
    Das ganze Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es jedem, der gerne historische Romane liest, nur ans Herz legen. Wenn ich mir zu diesem Buch etwas wünschen dürfte, würde mir nichts ernsthaftes einfallen, außer dass ich gerne mehr liebevolle Szenen zwischen Maren und dem Kapitän erlebt hätte.
  6. Cover des Buches Die Kaufmannstochter (ISBN: 9783499247668)
    Ines Thorn

    Die Kaufmannstochter

     (40)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele
    Der Titel täuscht. Natürlich spielt auch die Kaufmannstochter Gutta eine wichtige Rolle im Buch. Im Mittelpunkt aber steht Bertram, geboren als Sohn eines Raubritters. Aberglaube führte dazu, dass er gleich nach der Geburt verstoßen wurde, denn der Geburtszeitpunkt (Schlag 12 Uhr zur Jahrhundertwende) und die Geburtslage (Steißgeburt) waren ungünstig. Er wurde von einer Magd versorgt und musste fliehen, als er das Warenlager seines Vaters entdeckte. Im Kloster lernte er Lesen und Schreiben. Als ein junger Kaufmann an die Klosterpforte klopfte, sah Bertram seine Chance gekommen. Er wollte Kaufmann werden und sich "einen Namen machen"... Der Roman beginnt zu Silvester 1499. Die wesentlichen Teile spielen in Frankfurt. Er ist spannend geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Historisch gesehen geht es um die Rolle Frankfurts in der Zeit der Reformation, aber auch um Veränderungen im Beruf des Kaufmanns. Die Stadt kann sich nicht entscheiden, auf wessen Seite sie sich stellen will, für oder gegen Luther. Spannung gewinnt der Roman aber auch durch die Auseinandersetzung zwischen den Kaufleuten. Bertram, der aufgeschlossen ist für das Neue, aber trotzdem eifrig und zielbewusst an seinem Aufstieg arbeitet, steht Ludewik Stetten gegenüber, der sich auf seiner durch Geburt und Reichtum begründeten Stellung ausruht. Beide kämpfen um dieselbe Frau, die Kaufmannstochter Gutta. Meine Sympathie gehört Bertram, der genau weiß, was er will und dafür mit allen seinen Möglichkeiten arbeitet. Bis Gutta und Bertram ganz zueinander finden, müssen sie durch viele Höhen und Tiefen... In den Personen von Gutta und Angelika wird die Stellung der Frau dieser Zeit beleuchtet. Gutta, die alles will, Kaufherrin und Ehefrau - letzteres eher um den Zeitgeist zu gehorchen - hat es schwer, die rechte Balance zu finden. Ein empfehlenswerter historischer Roman!
  7. Cover des Buches Höllenknecht (ISBN: 9783499249426)
    Ines Thorn

    Höllenknecht

     (43)
    Aktuelle Rezension von: SigiLovesBooks

    Ich habe den Eindruck, dass die Autorin sich gesteigert hat: stilistisch und auch im inhaltlichen und dem Spannungsbogen, da es sich bei den von mir gelesenen Werken um "die Verbrechen von Frankfurt" handelt, die teils historisch belegt sind. Nach "Teufelsmond" und "Totenreich" war nun das frühere Werk der Autorin etwas absehbar, die Figuren etwas oberflächlicher gezeichnet, aber mit Lokalkolorit und dem, wie mir scheint, stetigem Bemühen, die Aufklärungsarbeit in der "criminalia" ohne Frauen ad absurdum zu erklären. Dies ist teils gelungen und amüsant beschrieben, teils auch etwas unrealisitisch dargestellt, da es keiner Recherche bedaf, wie die Stellung der Frau im Mittelalter in Deutschland war: ob es in Frankfurt oder einem pfälzischen oder auch hessischen Dorf war - "dem Manne untertan" sicherlich... Dennoch gebe ich gerne 82 Punkte für den "Höllenknecht", da ich das Buch unterhaltsam fand, allerdings eher stilistisch schlicht und das Bemühen um eine mittelalterliche "Emanzipation" und deren Darstellung in Form solch kämpferischer Frauen wie Gustelies, Jutta Hinterer und Hella als positiv empfinde, der emanzipatorische Gedanke zieht sich durch alle von mir bisher gelesenen Bücher der Autorin. 


    (gelesen Oktober 2012) - Original-Rezi auf der "Histo-Couch"

  8. Cover des Buches Weihnachtsglanz - Ein Sack voll Geschichten (ISBN: B005PNOU0I)
    Andreas Eschbach

    Weihnachtsglanz - Ein Sack voll Geschichten

     (1)
    Aktuelle Rezension von: SinjeB
    Zum Buch: Weihnachtsglanz - Ein Sack voll Geschichten ist ein Anthologieprojekt, das von der Literaturagentur Thomas Schlück in Kooperation mit epubli als E-Book realisiert wurde. 21 Bestsellerautoren, die von der Agentur vertreten werden, haben für dieses karitative Projekt Beiträge (Kurzgeschichten und Gedichte) beigesteuert. Um ganz im Sinne von Weihnachten etwas Gutes zu tun, werden sämtliche Erlöse aus dem E-Book-Verkauf zu je 50 % an Writers in Prison und an den Trauer-Fuchsbau gespendet. Weitere Informationen zu Autoren und Beiträgen gibt es auf epubli.de. Meine Meinung: Obwohl wir alle mit kurzen Geschichten und Märchen groß geworden sind, sagen viele, sie mögen keine Kurzgeschichten, weil Kurzgeschichten a) zu kurz seien und man nicht richtig in die geschriebene Welt eintauchen könne und b) die hohe Schule der Erzählkunst seien, die eben nicht jeder beherrsche. Während Anthologien in Kleinverlagen häufig dem Hobbyautor ein gern gesehenes Werkszuhause (und dem Verlag eine Einnahmquelle) bieten, halten sich die großen Verlage mit gedruckten Kurzgeschichtensammlungen zurück, weil schließlich auch der Buchhandel behauptet, so etwas lese keiner. Deshalb scheint das E-Book ein echter Segen zu sein, denn hier lässt sich die Kurzgeschichte preisgünstig an den Leser bringen, ohne dass man auf ausufernden Auflagen sitzenbleibt. Ich lese schon immer gerne kurze Geschichten. Sie eignen sich einfach wunderbar für angenehme Lektüreminuten vor dem Einschlafen. Sie sind kurz, in sich geschlossen, und man ärgert sich nicht schwarz, weil man gerne wüsste, wie es weitergeht, aber nicht weiterlesen kann, weil man ja früh um 6 wieder am Schulbus stehen muss. Selbstverständlich sind Anthologien immer ein buntes Gemisch von Ideen und Stilen, und es ist vorprogrammiert, dass dem Leser nicht alle gleichgut gefallen. Das trifft auch auf die E-Book-Anthologie "Weihnachtsglanz" zu, die in der Tat ein bunter Sack voll Geschichten ist, der sich prima gleich mit dem E-Reader zu Weihnachten verschenken lässt. Wie erwähnt, finden hier 21 Autoren der Agentur Schlück zusammen und bieten ihre Interpretation von Weihnachten. Nicht alle Geschichten sind neu, manche bereits im Internet oder früheren Anthologien erschienen (zudem ist einer der Autoren leider bereits verstorben), aber dennoch bieten sie alle zusammen Lesevergnügen, das vielleicht etwas krimilastig ist, dem es aber keineswegs an schwarzem Humor, Kritik, Fantasie und guter Laune fehlt. Selbst wenn der Gedanke von Weihnachten - das Miteinander, die Hilfsbereitschaft - und auch der festliche Glanz nicht unter den Tisch gekehrt werden, ist "Weihnachtsglanz" erfreulicherweise eben eines nicht: kitschig verschmust. Zum Glück, denn der Gedanke an Friede, Freude, Eierkuchen, lalala, lässt mich nämlich oft von spezieller Weihnachtsliteratur Abstand nehmen. Während die Autoren eher knapp und mit viel Augenzwinkern erzählen, sind die Autorinnen weicher und weihnachtlicher, aber trotzdem nicht weniger mitreißend. Die Auswahl ist gut und bietet eine ordentliche Bandbreite weihnachtlicher Ideen. Insgesamt gibt es von mir zwei Daumen hoch für dieses E-Book, das nicht nur ein tolles Geschenk ist, sondern auch noch Gutes tut. Eine prima Gelegenheit, Autoren kennenzulernen, die man sonst nicht auf der Leseliste hat! Da ich jede Geschichte einzeln bewertet habe und mich nicht jede in gleichem Maße begeistern konnte, komme ich auf einen Gesamteindruck von 4 von 5 Punkten Definitiv eine Weihnachtsleseempfehlung! Näheres zu den einzelnen Geschichten folgt jetzt. Bei 21 Kurzgeschichten ist eine gewisse Länge nicht zu vermeiden, weshalb der geneigte Leser hiermit ausdrücklich gewarnt sei. Ich habe versucht, Spoiler zu vermeiden, sodass die Inhaltsangaben besonders knapp ausfallen. Trotzdem interessiert? Dann hier weiterlesen! Andreas Eschbach "Das schönste Fest" Die Geschichte eines einsamen Mannes mit drögem Job, der sich an Weihnachten selbst Geschenke macht und akribisch seine eingefahrenen Traditionen pflegt. Weihnachten in neuer, alltäglicher Dimension, die den Leser unterhaltsam an der Nase herumführt. 5 Punkte Carla Federico "Weihnachten auf Feuerland" Die Geschichte von Benedict und seiner Frau Rachel, die die Goldsuche von England nach Feuerland verschlägt und die an Weihnachten erkennen müssen, dass es eben nicht Gold ist, das im Leben zählt. Viel fernländisches Flair, in dem die verzweifelten Emotionen zu ertrinken drohen. Eigentlich schade, denn die Geschichte geht wirklich ans Herz. 3 Punkte Marcel Feige "Rettender Engel" Die Geschichte von Alex Brandner, der durch eine feuchtkalte Winternacht auf der Flucht ist und verletzt endlich eine Mitfahrgelegenheit findet. Friede, Freude, Eierkuchen an Weihnachten? Pustekuchen! 5 Punkte Katia Fox "Eine mondlose Weihnachtsnacht" England 1183: Die Geschichte der Schmiedin Ellen, die in der Nacht von Heiligabend lieber ein besonderes Schwert schmieden möchte, anstatt die allseitige Ruhezeit zu nutzen und mit Mann und Kindern zur Messe zu gehen. Aber dann kommt alles anders … Historisches Weihnachtsambiente, in dem der Geist der Weihnacht ganz groß geschrieben wird und der Frauencharakter mir aber einen Tacken zu modern wirkt. 4 Punkte Robert Gernhardt "Weihnachten" 9 Zeilen Gedicht. Unbeschreiblich, aber effektiv! Kurz, aber rund! LESEN! 5 Punkte Anke Greifeneder „O du Fröööhliche …!“ Die Geschichte eines Paares, das Weihnachten mal für sich sein will und keine Lust auf das große Familiendrama hat. Auf geht's also mit dem Flugzeug in die Sonne ... Das hat man nun davon, wenn man mit den Traditionen brechen will. Realistisches, Überspitztes, unweihnachtlich Weihnachtliches zum Mitleiden, Schmunzeln und Seufzen. 5 Punkte Thomas Gsella "Jesus kommt zu früh, macht alles nass und braucht keinHandtuch" oder: Duschen mit Jesus. Ohne Worte. Lesen! 5 Punkte Caroline Hartge "dieser stern lehrt beugen II" Gedicht. Fein kritisch. 5 Punkte Tanja Heitmann "Weihnachtsglanz" Eine weihnachtliche Geschichte um Morgenrot-Protagonist Adam, der zwischen dem Durst seines Dämons und der New Yorker friedlichen Weihnachtsstimmung hin- und hergerissen ist. Sprachlich schön, genretechnisch und thematisch zur Farbigkeit der Anthologie beitragend, aber konnte es nicht eine eigenständige Geschichte ohne Bezug auf ein anderes Werk der Autorin sein? Schade. 3 Punkte Dora Heldt "Weil Weihnachten ist …" Eine Geschichte über fünf Geschwister, die an Weihnachten pflichtbewusst zu den Eltern auf Sylt fahren. Alle Jahre wieder … Eine Geschichte voller Missverständnisse, in der man sich rasch wiedererkennt und die zum Schmunzeln bringt. Allerdings etwas länglich und mit ganz schön viel Personal. 4 Punkte Gunnar Homann "Blutgrauen in den Massakerbergen" Die Geschichte, vom ersten „Weihnachten, das der Marschall, der Bestattungsunternehmer und die Madame miteinander feierten“. In der einsamen Kälte, ohne wirklich was zum Schenken zu haben. Männlich-sarkastisch, augenzwinkernd-satirisch, trotzdem "nicht ganz so meins". 4 Punkte Vincent Kliesch "Der Fremde" Die Geschichte von Paul Krüger, der an Weihnachten von einem Fremden in seiner eigenen Wohnung gefangen gehalten wird. Nichts ist, wie es scheint. Köstlich kritisch. 5 Punkte Gisa Klönne "Frohe Botschaft" Eine Krimigeschichte um Arnd Ruprecht, dem vermeintlichen Aussteiger auf Karpathos, bis ein Schokoladenweihnachtsmann ihn mit einem tödlichen Auftrag aus der ägäischen Ruhe holt. Unerwartete Wendung ganz in weihnachtlichem Sinne, die aber einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. 5 Punkte Sarah Lark "Friede auf Erden" Wenn der Deutsche bei einer Deutschen auf Mallorca Urlaub und der mallorquinische Nachbar Ärger macht. Andere Länder, andere Sitten. Sehr amüsant, aber etwas lang. 4 Punkte Christoph Lode "Nach Jahr und Tag" Geschichte aus dem 12. Jh. um das Sehnen nach Freiheit. Geschenke müssen nicht immer materiell sein. Stimmt nachdenklich. 5 Punkte Laila El Omari "Schwefelhölzer" Eine weihnachtliche Interpretation des Märchens vom kleinen Mädchen mit den Schwefelhölzern im alten, starr-kalten London. Etwas süßliche Geschichte über das Gute im Menschen, das man manchmal gar nicht erst vermuten möchte. 4 Punkte Fran Ray "Copy Checker" Eine Geschichte, die die Psyche der Mörderin Lalita Sager auseinandernimmt. Mir zu undurchsichtig. 3 Punkte Michaela Schwarz "Slow Christmas oder ein Heiligabend mit Kerzenschein" Vierzig, betrogen, verlassen - da will man Weihnachten und seine Neuigkeiten doch mal ganz ruhig angehen. Aber dann steht nicht nur Mutter, sondern auch der Ex vor der Tür ... Brenzlig, amüsant, weihnachtlich großmütig. 5 Punkte Jana Seidel "Zimtsternschnuppen" Die Geschichte von Tanja und dem alten Turban, der im Altersheim partout nichts zu sich nehmen will. Einfühlsam, ohne rührselig zu werden. 5 Punkte Ines Thorn "Der Weihnachtshasser" Die Geschichte von Statistiker Arthur, der Weihnachten ganz und gar mathematisch zu betrachten pflegt, bis der Statistik ein Schnippchen geschlagen wird. Flott-amüsant, mit einem Hauch Romantik. 5 Punkte Claudia Toman "Hering mit Heiligenschein" Ein Tag vor Heiligabend, Verlagsweihnachtsfeier, der Baum brennt … wenn das nur die einzige Bescherung wäre … Feerige, beschwipste Verkupplungsgeschichte, mit galantem Witz erzählt. 5 Punkte
  9. Cover des Buches Der Maler Gottes (ISBN: 9783426638583)
    Ines Thorn

    Der Maler Gottes

     (22)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhaltsangabe:

    von Knaur TB: Er ist von seiner Kunst besessen und kennt keine Kompromisse. Bereits als Kind hat Matthias Grünewald nur ein Ziel: Ein Werk zu schaffen, das Gott und der Schöpfung gerecht wird. Nichts kann ihn von seiner Vision abbringen – nicht sein eifersüchtiger Bruder, nicht die harten Lehrjahre und auch nicht Magdalena, mit der ihn eine innige Liebe verbindet. Heiraten wird er sie nie, denn seine Kunst steht immer an erster Stelle. Doch in seiner berühmten Magdalenenklage setzt er ihr ein unvergängliches Denkmal …

    Mein Fazit:

    Diesem Roman in seiner Gänze gerecht zu werden halte ich für äußerst schwierig. Denn die Autorin hat sehr viel Wissen um die Zeit des Aufbruchs und des Widerstands, also um 1500 nach Christi, in diese Geschichte gepackt. Selbst die Ausdrucksweise stammt wohl aus dieser Zeit.

    Ich tauchte ein in die verschwiedenen Zünften, aber vorangig der Maler und Bildhauer, denn Matthias ist ein Maler, ein Künstler, der sich dazu berufen fühlte, etwas Besonderes zu schaffen, vor dem die Menschen in die Knie gehen, weil es sie bis in ihr innerstes berührt. Eigenbrödlerisch ging er seinen Weg über verschiedene Stationen und suchte immer nach Etwas, was er nicht selbst benennen konnte.

    Seine Gottesfurcht war groß, genauso aber auch seine Zweifel. Jedoch hat er sich nie gegen die Obrigkeit aufgelehnt, das hat er den Bauern überlassen, doch auch das hinterließ bei ihm Spuren. Trotz allem konnte ich mit dem Menschen Matthias nicht wirklich viel anfangen. Es liegt sicherlich an der großen Thematik Religion.

    Da die Geschichte ausschließlich nur von Matthias aus Grünberg erzählt und keine anderen Nebenhandlungen stattfanden, war ich beim Lesen immer schnell ermüdet. Er konnte mich nicht für sich einnehmen und so quälte ich mich durch das Buch, auch wenn der historische Hintergrund durchaus beeindruckend erzählt ist. Es fühlt sich auch gut recherchiert an, das eine oder andere ist ja noch aus dem Geschichtsunterricht hängen geblieben. Die Liebe zu Magdalena, wie sie in der Inhaltsangabe beschrieben wird, ist nur ein sehr kleiner Teil der Geschichte.

    Der Klappentext versprach sehr viel, für mich ist es jedoch eine Enttäuschung. Daher vergebe ich drei Sterne!

  10. Cover des Buches Die Tochter des Buchdruckers (ISBN: 9783499253638)
    Ines Thorn

    Die Tochter des Buchdruckers

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Lyiane
    Der Titel und auch der Klappentext lassen vermuten, dass es sicher hier um nur eine Frau, nämlich Marga, handelt. 
    Aber in diesem Buch wird das Schicksal von vier Frauen erzählt und zwar eben von Marga, die in Leipzig mit ihrem Mann eine Druckerei betreibt und sich gegen ihren Mann, der sie ständig betrügt, und ihrem Sohn durchsetzen muss. 
    Dann Lila, die mit ihrem Mann und ihren Kindern eigentlich ein ganz gutes Leben führt, aber ein Geheimnis verbirgt, das sie einholt. 
    Riecke, die sich unbedingt ein Kind wünscht und dafür alles tun würde. 
    Und zum Schluss Judith, die verwitwet und nun auf der Suche nach einem neuen Mann ist. Sympathisch waren mir alle, außer Riecke, was eindeutig an ihrem egoistischen Handeln und ihrem Neid auf Lila liegt.

    „Die Tochter des Buchdruckers“ ist eigentlich der zweite Teil einer Reihe, aber davon habe ich gar nichts gemerkt. Das Buch kann also ohne Probleme als Einzelband gelesen werden.

    Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen und hat sehr gut zu einem historischen Roman gepasst. Die Worte, die die Protagonisten verwenden, sind der Zeit angepasst und die ganze Geschichte war gut in die historischen Begebenheiten eingepasst. 
    Die Autorin hat sehr authentische Charaktere geschaffen und starke Frauen, die sich in einer von Männern dominierten Zeit durchsetzen müssen.
    Das Ende war für mich zwar sehr überraschend, hat mich aber zufrieden gestellt. 


    Fazit:
    Ein toller historischer Roman mit zum Großteil sympathischen, aber auch authentischen Charakteren und der gut in den historischen Rahmen passt. 
    Für Leser von historischen Romane kann ich dieses Buch nur empfehlen! 
  11. Zeige:
    • 8
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