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22 Bücher

  1. Cover des Buches Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln (ISBN: 9783746739809)
    Thomas Majhen

    Von Nachtschwärmern & Schnapsdrosseln

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Anneja
    Sie wollen einen Drink? Vielleicht sogar einen Cocktail? Tja, dann haben sie zwei Möglichkeiten. Entweder sie mischen sich ihr eigenes Getränk nach einer Anleitung im Internet bzw. Buch oder sie statten einer der vielen Bars in Deutschland einen Besuch ab. 
    Die meisten werden wohl die Bar wählen, da man hier neben leckeren Getränken, auch noch unter Menschen kommt und sich so die ein oder andere Freundschaft bilden kann. 
    Doch Moment, Bar ist nicht gleich Bar. Mögen sie Hotelbars oder Bars in Discotheken oder ehr die Kneipe an der Ecke? Jeder hat seine eigene Vorstellung von dieser Lokalität. 
    Auch ich bin mit einem Bild von "Bar" in dieses Buch gegangen und kam ,überraschenderweise, mit etlichen weiteren wieder heraus. 
    Warum mir dieses Buch dadurch noch eine Weile im Gedächtnis bleiben wird, erfahrt ihr jetzt.

    Wer glaubt das der Beruf des Barkeeper´s, Bartenders oder des Barmann´s ein eintöniger wäre, der wird nach lesen des Buches, anders darüber denken. Denn wie wir eine Bar und das Thekenpersonal wahrnehmen ist ein völlig anderes Bild als wie sie uns sehen. 
    Da es sich bei dem Buch um eine biografisches Werk handelte, erzählte der Autor meist, wie er die Dinge sah und erlebte. Hin und wieder jedoch, schilderte er anhand von Geschichten, was andere Bartender bereits erlebt hatten. Diese hatte meist einen enormen Unterhaltungswert, da sie äußerst kurios waren und eine Welt zeigten, die ich mir so hätte nie denken können.
    Natürlich möchte dieses Buch unterhalten, aber zuallererst steht wohl die Aufklärung über den Beruf des "Bartenders". Wer meint, das es mit dem Mixen von ein paar Getränken getan wäre, der irrt gewaltig, den schon um sich all die Kniffe und Tricks beizubringen verlangt es Geduld und Hingabe. 
    Wer einmal eine Karriere als "Herr der Cocktails und Drinks" beginnen möchte, dem würde ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Nicht nur das Herr Majhen über ausreichend Erfahrung verfügt, er gibt sie auch sehr gerne weiter. Gerade für Anfänger, finden sich im Buch interessante Hinweise, die man bei ernsthafter Erwägung des Berufes annehmen sollte.
    Im Buch wurde wirklich alles erklärt. Die Beschreibung der Schichten, die verschiedenen Art von Bars , welche Rechte ein Barmann hat oder wie er Menschen kategorisch zuordnet. Denn so wie wir einen Bartender bei seiner  Arbeit beobachten, so beobachten diese auch uns und das meist schon beim Betreten eines Lokals. 
    Da ich sonst kein Leser von biografischen Werken bin, waren meine Erwartungen sehr gering. Ich erwartete nix und wurde dann doch überrascht. Denn auch wenn der Autor über sich schrieb, so schrieb er es mit einer Leidenschaft die einen nur faszinieren konnte. Dabei legte er auch noch einen Humor an den Tag, der mich mehr als einmal gewaltig zum Lachen brachte. Gerade seine teils sarkastischen Beschreibungen und Erklärungen sorgten dafür, das ich es kaum schaffte das Buch aus der Hand zu legen. Besonders seine Darstellung von der Evolutionstheorie und der Schöpfungslehre hatte es in sich, da Herr Majhen hier sehr ehrliche Wort nutzte, die wahrscheinlich nicht jedem gefallen würden. Hier heißt es jedoch, "Bitte nicht alles für bare Münze nehmen", den beleidigen möchte der Autor garantiert niemanden. Verstehen sie Spaß ist hier die Devise.
    Mit über 400 Seiten empfand ich das Buch als recht lang, was dazu beitrug das ich anfangs meine Zweifel hatte, ob man mein Interesse auch solange beibehalten könnte. Schließlich las ich das ganze Buch und hätte mir sogar noch ein paar Seiten mehr gewünscht, da mir der Schreibstil einfach zu gut gefiel.
    Das Cover konnte mich leider nicht überzeugen, da es sehr langweilig wirkte. Von außen würde ich nie darauf kommen, das es sich hierbei um ein unterhaltendes und auch lehrreiches Buch handeln könnte. 
    Eine gezeichnete Szene mit einem Barmann und den unterschiedlichsten Gästen wäre ein Hingucker gewesen. Das einfache Blau so wie die 2 Gläser , der Vogel, der Schmetterling und der Mond, richten sich klar an den Titel des Buches. 
    Ich hoffe das es von diesem Buch vielleicht einmal eine Neuauflage gibt, bei welcher man das Cover bearbeitet.
    Die Geschichte eines Barmanns, der seinen Beruf mit viel Witz und Charme erklärt und dabei so einige lehrreiche Tipps gibt. Einzig das Cover konnte mich nicht überzeugen. Ansonsten absolut empfehlenswert.
  2. Cover des Buches Was ist Leben? (ISBN: 9783492974431)
    Erwin Schrödinger

    Was ist Leben?

    (8)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Gibt es einen Grund, heute noch ein über 70-jähriges Buch über das Leben zu lesen, dazu noch geschrieben von einem Physiker? - Ernst Peter Fischer nennt in der Einführung zur 6. Auflage, mehr als vierzig Jahre nach der Ersterscheinung einen: Die moderne Biologie ist nicht das Werk von Biologen. Achten Sie darauf, dass Sie die Ausgabe mit dieser ausgezeichneten Einführung erwischen! Fischer nennt den Mediziner Salvador Luria und den Physiker Max Delbrück, die nachwiesen, dass Bakterien aufgrund einer spontanen Mutation resistent geworden waren. Ausserdem Lurias Schüler James Watson, der zusammen mit dem Physiker Francis Crick die DNA-Doppelhelix entdeckte.

    Es ist kein Zufall, dass Physiker plötzlich biologische Phänomene entdeckten, welche die Biologen nicht kannten. Die moderne Physik, nämlich Boltzmanns auf Atombewegungen aufbauende Thermodynamik und die Quantentheorie führten zu einer grundsätzlich neuen Sichtweise auf die Materie. Schrödingers Werk ist die erste Arbeit, die konsequent ausleuchtet, was diese neue Sichtweise für Lebewesen bedeutet. Insbesondere stellt Schrödinger die Frage, ob sich Leben auf die Physik und die Biologie reduzieren lässt.

    Schrödinger behauptet keineswegs, er könne diese Frage beantworten. Auch die Frage, was Leben ist, beantwortet er natürlich nicht. Aber das Buch befasst sich mit diesen Fragen und es offenbart eine völlig neue Sicht, die auch heute noch für Laien erstaunlich ist. Mir wurde das Buch in einer Biologie-Vorlesung empfohlen als eines von zehn Büchern, die jeder Biologe gelesen haben sollte. Ich hatte es damals allerdings schon gelesen.

    Was hat denn die moderne Physik zum Thema Leben zu melden? – Zum ersten gibt es in der Thermodynamik eine Grösse, die sogenannte Entropie, die etwa als Mass für die Unordnung eines Systems beschrieben werden kann. Diese Entropie nimmt in abgeschlossenen Systemen immer zu. Bei Lebewesen nimmt sie aber ab. Bedeutet dies, dass in Lebewesen eine Kraft aktiv ist, die es in der sonstigen Physik nicht gibt? – Prigogine und Stengers zeigten 1980, dass auch bei Lebewesen die Entropie zunimmt, wenn man nicht nur das Lebewesen, sondern auch seine Umgebung betrachtet. Davon wusste Schrödinger 1943 natürlich nichts. Trotzdem stellte er bereits damals die richtigen Fragen mit ausserordentlicher Klarheit.

    Dies ist ein Charakteristikum von Schrödingers Buch: Die Treffsicherheit und Weitsicht, mit der er bedeutsame Fragen erkennt. Und dies ist auch der Grund, weshalb es heute noch Biologie-Studenten empfohlen wird: Nicht weil es etwas erklärt, sondern weil es grundsätzliche Fragen stellt, die zu einem besseren Verständnis des Lebens führen.

    Eine weitere solche Frage ist, weshalb Lebewesen aus so unvorstellbar vielen Atomen zusammengesetzt sind. Wären nicht auch viel kleinere Lebewesen denkbar? – Die Diskussion dieser Frage wird einem Laien wohl technisch und buchstäblich Lebens-fern erscheinen. Sie beinhaltet aber wieder einige Kernüberlegungen zur modernen Biologie. Schrödinger stellt nämlich fest, dass ein Lebewesen Moleküle enthalten muss, die erstens die gesamte Information über den Aufbau des Lebewesens in sich tragen und die sich zweitens selbst replizieren können. Und drittens müssen die gleichen oder andere Moleküle den vorgeschriebenen Aufbau auch selbst initiieren und steuern können. Schrödinger überlegt sich also, welche Eigenschaften so ein Molekül haben muss, damit es diese Aufgaben erfüllen kann. Er berechnet die Grösse, die ein Gen dazu haben muss. Es darf nämlich nicht zu klein sein, weil es sonst nicht stabil wäre und es darf auch nicht zu gross sein, weil es in grossen Genen zu viele Mutationen geben würde, die in der Mehrheit tödlich wären.

    Von dieser Art sind also Schrödingers Überlegungen. Das Buch ist viel mehr als ein historisches Dokument. Es ist ein ausgezeichneter Einstieg in die Molekularbiologie, weil es Ideen schult, auf die ein Laie wohl nicht von sich aus kommen würde.
  3. Cover des Buches The Darkest Night (ISBN: 9780373775224)
    Gena Showalter

    The Darkest Night

    (12)
    Aktuelle Rezension von: Mimabano
    ACHTUNG! Erster Teil der LORDS OF THE UNDERWORLD-REIHE 🌃 Gesamthaft war der Anfang der Reihe nicht übel.Es gab immer wieder lustige und auch spannende Momente.Aber leider eben auch (dafür gab es einen Stern abgezogen) sehr viele langweilige Hänger,wenn auch nicht für lange.Es war ein Auf und Ab.Die Handlung hat definitiv noch Steigerungspotenzial,wobei das ja beim ersten Teil einer Reihe nicht gravierend ist.Die Charaktere fand ich unterhaltsam,lustig und auch spannend.Da freue ich mich schon auf den zweiten Teil.Da nicht extrem viel passiert und es daher nicht allzuviel zu sagen gibt,kann man anschliessend noch den Klappentext für inhaltliche Informationen lesen.Von mir gibts vier Sterne für dieses Buch ⭐️⭐️⭐️⭐️.KLAPPENTEXT : All her life,Ashlyn has been tormented by voices from the past.To end the nightmare ,she has come to Budapest seeking help from men rumored to have supernatural abilities,not knowing she'll be swept into the arms of Maddox,their most dangerous member - a man trapped in a hell of his own.Neither can resist teh instant hunger that calms their torments...and ignites an irresistible passion.But every heated touch and burning kiss will edge them closer to destruction - and a soul-shattering test of love...
  4. Cover des Buches Das große kleine Buch: Schmetterlinge (ISBN: 9783710400308)
    Matthias Zang

    Das große kleine Buch: Schmetterlinge

    (2)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Die Reihe „Das große kleine Buch“ steckt voller Schätze. Zu fast jedem Thema gibt es hier ein Büchlein, das die wichtigsten Fragen dazu beantwortet. Ich bin ein großer Fan dieser Reihe, auch wenn mir nicht jedes Buch super gut gefällt.

    „Schmetterlinge“ hilft Dummies wie mir, die Namen der herrlichen Insekten irgendwann doch noch zu lernen und hilft, den Garten so zu gestalten, dass sie sich heimisch fühlen. Ganz viele Informationen stecken hier drin, so kompakt, dass man sie rasch auffassen kann. Neben den wichtigsten (in Österreich) heimischen Arten gibt es auch Wissenswertes über Körperbau und Lebenszyklus der Schmetterlinge.

    Nach einer Übersicht der wichtigsten heimischen Arten folgen die tieferen Informationen. So kann man die schönen Falter recht gut identifizieren und wer mag, erfährt noch allerlei über sie. Die Texte sind zwar lehrreich, aber nicht trocken geschrieben. Man lernt auch, sich stark ähnelnde Arten zu unterscheiden. Da das Büchlein so schön handlich ist, kann man es prima mit auf Wanderungen nehmen.

    Wunderschöne Fotos und mit viel Liebe gestaltete Grafiken/Zeichnungen runden das Buch perfekt ab. Von mir gibt das die vollen fünf Sterne.
  5. Cover des Buches Verschrankte Welt (ISBN: 9783527403189)
    Jürgen Audretsch

    Verschrankte Welt

    (1)
    Aktuelle Rezension von: PhilippWehrli
    Verschränkung ist einer der ganz fundamentalen Begriffe unseres Universums. Das kristallisierte sich in den letzten Jahren immer klarer heraus. Leonard Susskind erklärt etwa: „Die Raumzeit wird durch Verschränkung zusammen gehalten.“  Verschränkung ist also nicht nur ein exotisches Phänomen, an dem man sich belustigen kann. Vielmehr ist es möglicherweise der Kernbegriff, um den herum eine Theorie von Allem aufgebaut werden muss – in Kombination mit dem Begriff der Information, der eng mit ersterem zusammen hängt. So ist es sehr erfreulich, von einer Reihe kompetenter Autoren unter der Regie von Jürgen Audretsch über die Hintergründe dieser Begriffe lesen zu können.

    Verschränkungen entstehen immer, wenn zwei oder mehr Quantenobjekte miteinander wechselwirken. Bei der Wechselwirkung bleiben verschiedene Grössen erhalten, etwa die Energie, der Impuls und der Spin. Nach der Wechselwirkung ist aber im allgemeinen nicht mehr klar, wie diese Grössen auf die beteiligten Teilchen verteilt sind. Wir können für diese Verteilung nur Wahrscheinlichkeiten angeben.  Nach der Heisenbergschen Unbestimmtheitsrelation beruhen diese Wahrscheinlichkeiten nicht auf unserem Unwissen, sondern sie sind unausweichlich. Schon bei einem einzelnen Teilchen ist nur entweder der Impuls oder der Aufenthaltsort exakt bestimmt.

    Diese Behauptung führte zu einer berühmten Debatte zwischen Albert Einstein und Niels Bohr, die von Carsten Held im hier besprochenen Buch sehr erfrischend dargestellt wird. Einstein war überzeugt, dass es in der Natur keinen Zufall gibt. Denn nach der von ihm entwickelten Relativitätstheorie ist die Zeit eine Illusion, und ohne Zeit hat auch der Zufall keinen Platz. Deshalb betonte Einstein immer wieder: „Gott würfelt nicht!“ Um zu beweisen, dass die Quantentheorie unvollständig ist, konstruierte er zusammen mit Nathan Rosen und Boris Podolsky das Einstein-Podolsky-Rosen Gedankenexperiment, das den Höhepunkt der Quantenphilosophie bildet und die ganze Seltsamkeit der Verschränkungen zeigt. Es scheint bei diesem Experiment, als würden die zwei verschränkten Teilchen über weite Distanzen irgendwie verbunden bleiben und Information austauschen.

    Diese seltsame Verschränkung und der ungewohnte Begriff der Quanten-Information werden in Quantencomputern ausgenützt. Dies ist das Thema der Kapitel 4 bis 7. Gleichzeitig kriegt der Leser in diesen Kapitel ein Gefühl dafür, was Quanten--Information ist, und wie sie sich von klassischer Information unterscheidet.

    Das Hauptproblem bei Quantencomputern besteht darin, die Teilchen so von der Umwelt abzuschirmen, dass die Verschränkung erhalten bleibt. Denn bei der geringsten Wechselwirkung mit der Umgebung, breitet sich die Verschränkung aus. Wie dies genau vor sich geht, beschreibt die Dekohärenz-Theorie, die von Erich Joos in Kapitel 8 bemerkenswertem philosophischem Durchblick vorgestellt wird.

    Joos zeigt auf, dass die Quantentheorie keineswegs in einen klassischen Grenzfall übergeht, wenn die Objekte grösser werden. Vielmehr gibt es im Formalismus der Quantentheorie keinen Grund, weshalb Schrödingers Trauma nicht wahr sein sollte, dass nämlich eine Katze gleichzeitig tot und lebendig sein kann. Theoretisch müsste sogar jede Katze gleichzeitig tot und lebendig sein und dieser Zustand ist theoretisch sogar experimentell nachweisbar. Das ist eine Kernaussage des offiziellen Formalismus der Quantentheorie, mit dem jeder Quantenphysiker heute täglich rechnet (mit dem Formalismus, nicht mit den lebendig-toten Katzen).

    Die Dekohärenz-Theorie erklärt, weshalb ein solches Experiment in der Praxis völlig unmöglich ist. Wir müssten dazu sämtliche beteiligte Teilchen exakt ausmessen und miteinander verrechnen. Und diese sind sehr rasch über Millionen von Kilometern im Weltraum verteilt, wenn nur z. B. die lebende Katze mehr Wärmestrahlung abgibt, als die tote. Erich Joos rechnet vor, wie die Dekohärenz bei einem Staubkorn abläuft, und wie ein Gravitationsfeld zu Dekohärenz führt. Bereits sehr kleine Objekte sind mit der Umgebung durch so komplizierte Wechselwirkung verbunden, dass die Überlagerungen nicht mehr beobachtbar sind, obwohl sie nach der Dekohärenz-Theorie nach wie vor existieren.

    Wie sieht es aber im Gehirn aus? – Der Beobachter spielt in der Quantentheorie eine besondere Rolle. Mehrere grosse Physiker haben sich deshalb überlegt, ob Quanteneffekte bei der Erklärung des Bewusstseins eine Rolle spielen. Bereits Wolfgang Pauli vermutete, dass eine Synchronizität wie bei verschränkten Teilchen im Gehirn eine Rolle spielt und dass durch solche Effekte gar telepathische Fähigkeiten möglich seien. Esoteriker saugen diese Vorlage wie Schwämme auf, und Quanten sind heute der Schlüsselbegriff für eine breite Palette von Humbug.

    Sehr schön deshalb, dass Joos auch auf diese Ideen eingeht. Der Punkt ist: Im menschlichen Gehirn geschieht gerade das Gegenteil der Abschottung, wie wir sie im EPR Experiment haben. Im Einstein-Podolsky-Rosen Experiment und in Quantencomputern betreibt man grossen Aufwand, um die Dekohärenz zu verhindern. Nur deshalb können wir dort das nicht-klassische Verhalten der Quanten beobachten. Ein  EPR Teilchenpaar verhält sich nur solange synchron, wie es von der Umgebung völlig isoliert ist.

    Im Gehirn dagegen sind Abertausende von Neuronen eng vernetzt. Wenn nur schon ein einzelnes Neuron einen elektrischen Impuls abgibt, sind unzählige Atome beteiligt. Es ist vollkommen undenkbar, dass in diesem Getümmel ein verschränkter Zustand so sauber erhalten bleibt, dass die Verschränkung beobachtbar wäre. Max Tegmark berechnete, dass ein überlagerter Zustand, bei dem ein Neuron gleichzeitig feuert und nicht feuert, nach etwa 0,000'000'000'000'000'000’01 Sekunden verschwindet. Joos notiert: „Das heisst, wir haben gar keine Chance, „seltsame“ Wahrnehmungen zu machen, da obige Superposition viel zu instabil ist."

    Viele Physiker glauben, mit der Dekohärenz-Theorie seien die Interpretionsfragen der Quantenphysik gelöst. Joos zeigt auf, dass diese Probleme nur umso grösser werden, wenn wir grössere Objekte betrachten. Die Dekohärenz-Theorie erklärt, weshalb wir keine überlagerten Katzen sehen können. Sie geht aber klar davon aus, dass die Überlagerungen weiter bestehen. Die Dekohärenz-Theorie beweist, dass wir die Quantentheorie nicht ergänzen müssen. Wir können durchaus annehmen, die Quantentheorie sei vollständig. Das bedeutet aber, dass die Überlagerungen bestehen bleiben, obwohl wir sie nicht mehr beobachten können. Dies ist die sogenannte Viele-Welten Interpretation. Wer damit nicht zufrieden ist, muss der heutigen Beschreibung ein weiteres Element hinzufügen, das die nicht beobachtbaren Welten verschwinden lässt.

    Im Abschlusskapitel diskutiert Michael Esfeld die philosophischen Herausforderungen, die sich durch die Quantentheorie stellen. Und auch er liegt wohl richtig, wenn er nicht die Frage nach dem Zufall in den Fokus rückt, der die Debatte zwischen Bohr und Einstein dominierte. Vielmehr stellt er fest, dass wir uns angewöhnt haben, Systeme in Teile zu zerlegen, während in der Quantenphysik Verschränkungen fundamental sind. Das Ziel muss sein, eine Naturphilosophie der Relationen zu entwickeln. Dies ist übrigens genau, was die Loop-Theorie macht.

    Insgesamt ein inspirierendes Buch zu Aspekten der Quantenphysik, die andere Autoren etwas vernachlässigen. Die verwendete Mathematik ist überschaubar: Man sollte mit komplexen Zahlen umgehen können. Zustandvektoren und Dirac-Klammern (Bra-Kets) werden eingeführt. Vermisst habe ich lediglich ein Kapitel zur Thermodynamik an Horizonten, etwa zur Hawking-Strahlung, bei der Verschränkungen ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt.

    Für Vollblutphysiker empfehle ich von Jürgen Audretsch: ‚Verschränkte Systeme – Die Quantenphysik auf neuen Wegen’.   
  6. Cover des Buches Obsidian Butterfly (ISBN: 0515134503)
    Laurell K. Hamilton

    Obsidian Butterfly

    (17)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Der Auftragskiller Edward ist meine absolute Lieblingsnebenfigur der „Anita Blake“-Reihe von Laurell K. Hamilton. Ich liebe seine Kompromisslosigkeit, seinen tödlichen Pragmatismus und seinen ganz speziellen Sinn für Humor. Vielleicht sollte es mir zu denken geben, wie sehr ich eine Figur, die mühelos als Soziopath durchgeht, mag, aber es beruhigt mich, dass ich mit meiner Sympathie nicht allein dastehe. Edward erfreut sich einer soliden Fanbasis, was die Autorin eingangs überraschte. Dank seiner großen Popularität erfuhr sie, dass ihre Leser_innen sich ebenso sehr für ihn interessieren wie sie selbst. Deshalb widmete sie „Obsidian Butterfly“ allen Edward-Fans, denn der neunte Band rückt ihn ins Rampenlicht.

    Es gibt nur einen Menschen auf der Welt, den Anita Blake fürchtet. Mit seinen babyblauen Augen wirkt Edward wie ein netter Typ, doch Anita kennt sein wahres Gesicht: er ist ein Kopfgeldjäger, ein eiskalter Killer und vielleicht der einzige, der gut genug ist, sie zu töten. Dennoch verbindet sie eine eigenwillige Freundschaft. Deshalb zögert sie nicht, als er sie bittet, ihm bei den Ermittlungen in einer besonders grausamen Mordserie in New Mexico zu helfen. Dort angekommen stößt Anita jedoch bald an ihre Grenzen. Nicht nur belasten sie die grausigen Details des Falls und ihre Ahnungslosigkeit, welches Wesen verantwortlich sein könnte, sie erhält auch unverhoffte, tiefe Einblicke in Edwards Leben, die sie auf eine harte Probe stellen. Kann sie akzeptieren, dass sogar Edward versucht, sich ein Stück Normalität zu bewahren? Vielleicht sind sie sich doch ähnlicher, als sie dachte…

    Wer glaubt, Anitas Beziehung zu Richard und Jean-Claude sei kompliziert, hat sie noch nicht mit Edward erlebt. „Obsidian Butterfly“ beleuchtet ihre unkonventionelle Freundschaft, die stets am seidenen Faden hängt, in aller Detailschärfe. Es ist beeindruckend, wie gut Laurell K. Hamilton ihre Charaktere kennt. Natürlich sollten Autor_innen die Persönlichkeiten ihrer Figuren zuverlässig einschätzen können, aber dieses Maß analytischer Einfühlsamkeit ist definitiv außergewöhnlich. Anitas und Edwards Verhältnis ist haarsträubend komplex und häufig vollkommen widersprüchlich. Sie vertrauen einander, obwohl sie auf ein strenges Konstrukt unausgesprochener Regeln angewiesen sind, um sich nicht gegenseitig umzubringen. In professioneller Hinsicht sind sie ein tödlich effizientes Team, aber privat kollidieren ihre Ansichten ständig. Sie konfrontieren einander mit unangenehmen Wahrheiten, reflektieren sich gegenseitig und projizieren ihre eigenen Wünsche, Ängste und Erinnerungen auf das Gegenüber. Nichtsdestotrotz fürchte ich, Anitas Beziehung zu Edward ist die gesündeste, die sie zurzeit vorweisen kann, weil sie stets weiß, woran sie bei ihm ist, was sich von Jean-Claude und Richard ja nun nicht behaupten lässt. Zumindest wusste sie es bisher. Hamilton bietet in „Obsidian Butterfly“ erfreulich zahlreiche Informationen über Edward, die ihn in meinen Augen menschlicher erscheinen lassen. Ich dachte erstmals darüber nach, wie er überhaupt lebt, dass er über eine Biografie verfügt und seine Besuche bei Anita selbst für ihn nichtrepräsentative Extreme darstellen. Anita findet heraus, dass Edward in seinem eigenen Revier in New Mexico ein weitreichendes Doppelleben führt, was sie zutiefst schockiert. Ich glaube allerdings, ihre Entrüstung stammt nur zum Teil daher, dass er andere Menschen täuscht und gefährdet. Meiner Meinung nach ist sie verärgert, weil ihr klar wird, dass sie im Grunde nichts über ihn weiß und sie seine Farce eines Alltags daran erinnert, wie wenig alltagstauglich ihr eigenes Leben ist. Der Fall betont, wie weit sich Anita und Edward von der Normalität entfernt haben. Deshalb sehe ich die Ermittlung, die ausnehmend grausame und spektakuläre Details beinhaltet, eher als Katalysator für das unorthodoxe Duo, der die Entwicklung ihrer Persönlichkeiten vorantreibt, statt als eigenständiges Handlungselement. Wieder einmal fand ich den Kriminalfall unzureichend durchdacht. Hamilton involvierte viel zu viele Parteien, die die Situation unnötig verwirren und wenig zur endgültigen Auflösung beitragen. Besonders die lokalen Vampire empfand ich als kolossal überflüssig, weil ihre einzige Aufgabe darin besteht, einen Bezug zum antiken Volk der Azteken herzustellen, den die Autorin leider nicht befriedigend ausarbeitete. An ihrem Beispiel hätte „Obsidian Butterfly“ erhellende Einblicke in die aztekische Kultur und Mythologie liefern können, beide Aspekte werden jedoch lediglich oberflächlich angerissen. Wozu vampirische Zeitzeugen etablieren, wenn sie ihre Vergangenheit kaum teilen dürfen? Wozu einen Fall mühsam um eine untergegangene Kultur konstruieren, wenn der Täter dennoch aus dem Hut gezaubert wirkt? Erneut überzeugte mich Laurell K. Hamilton als Psychoanalytikerin, nicht aber als übernatürliche Kriminalistin.

    Eines Tages werden Anita und Edward vermutlich ein für alle Mal klären, wer besser ist. Ich hoffe, dass bis zu diesem Tag noch viel Zeit vergeht, denn es gibt nur zwei mögliche Szenarien: entweder, die „Anita Blake“-Reihe endet mit ihrem Tod durch seine Hand oder Edward stirbt und ist für die Geschichte verloren. Ich weiß nicht, welche Option schlimmer ist. Dank all der intimen Details, die „Obsidian Butterfly“ über Edward bereitstellt, steigerte sich meine Sympathie für ihn ungemein. Mehr denn je nehme ich ihn als vollwertiges Individuum wahr. Edward ist nicht gefühllos. Er ist mehr als ein prototypischer Killer. Diese Erkenntnis wiegt für mich schwerer als der ungelenke Kriminalfall, den ich ohnehin als Mittel zum Zweck einschätze. Wie immer sind Erlebenswelten wichtiger als inhaltliche Entwicklungen. Dass ich die Chance erhielt, in Edwards Erlebenswelt herumzuschnüffeln, weiß ich wirklich zu schätzen. Er mag ein Soziopath sein – aber er bleibt meine liebste Nebenfigur der Reihe.

  7. Cover des Buches Wir retten die Bienen, Igel und Käfer! (ISBN: 9783772484230)
    Susanne Pypke

    Wir retten die Bienen, Igel und Käfer!

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Highlander
    Bei dem kürzlich erschienen Buch "Wir retten die Bienen, Igel und Käfer" aus dem frech-Verlag steht alles, was in unseren Breitengraden so kreucht und fleucht im Fokus. Und das zu Recht! Bienen- und Insektensterben ist in aller Munde. Wie ich aber KINDERleicht doch etwas für mein Lieblingskleintier tun kann, beschreibt dieses Buch. 
    Die Ideen sind ausgefallen, aber doch nicht schwer in die Realität umzusetzen. Beim Durchblättern weiß ich gar nicht mit was ich am besten anfangen soll. Zuallererst eine Schürze aus der alten Jeans oder direkt ans Forschen mit der selbstgemachten Becherlupe... Naja, am Ende hat es nicht lange gedauert und ich habe beides ausprobiert. Die Schürze ist schon für Balkonien gut geeignet und die Becherlupe ist super, wenn ich denn mal ein Insekt finde :-) Die Anleitungen sind sehr verständlich geschrieben. Es geht hier aber keineswegs nur um Insekten. Vögel, Fledermäuse und sogar Igel kommen nicht zu kurz. Tipps zu freundlichem Miteinander mit den Tieren sind sehr zahlreich und kurzweilig geschrieben.

    Ein kleines Manko am Buch ist gleichzeitig eine grundsätzlich sehr gute Idee. Das Buch ist randvoll gepackt mit Wissenswertem zu Hummel, Regenwurm und Co. Das ist für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren sicher perfekt, aber jüngere Kinder können mit den ganzen Details noch nicht so viel anfangen. Vielleicht wären ein paar Bilder die bessere Wahl gewesen. Wobei es davon eigentlich schon sehr viele gibt. Zudem sind die Anleitungen wie gesagt gut geschrieben, aber ohne Hilfe von Erwachsenen reduziert sich das Machbare für ein 5-jähriges Kind doch schnell. Mein persönliches Highlight, das Fledermaushaus, ist schon für mäßig begabte Väter ziemlich schwer und auch die Werkzeugwahl schließt eine Teilnahme der kleineren Kids aus. Insgesamt wäre eine Altersempfehlung ab 7 Jahren zutreffender. Daher von mir "nur" 4 Sterne!

    Nichtsdestotrotz hat mir das Buch viel Freude bereitet und ich habe noch einiges dazugelernt. Insbesondere wie ich dafür sorgen kann, dass meine neuen Insektenheime und Vogelhäuschen auch bevölkert werden. Diese Tipps fand ich wirklich klasse! Dazu kommen noch gute Ratschläge zu eigener Beteiligung am Naturschutz in Vereinen und beim NaJu. 
    Für alle Naturfreunde und Teilzeitinsektenforscher mit Garten oder auch bepflanztem Balkon ist das Buch auf jeden Fall ein Muss!
  8. Cover des Buches The Oversight (ISBN: 9780356502922)
    Charlie Fletcher

    The Oversight

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Newsletter von Verlagen sind ein praktischer Service. Sie liefern mir Informationen zu Werbeaktionen, Sonderangeboten und Neuerscheinungen frei Haus. Besonders gern lese ich den Newsletter von Orbit, in dem ich fast immer neue Lektüre aus Fantasy und Science-Fiction für mich entdecke. So wurde ich auch auf Charlie Fletcher aufmerksam. Das Cover seines Fantasy-Romans „The Paradox“ weckte mein Interesse, also recherchierte ich das Buch und stellte fest, dass es sich dabei um den zweiten Band der „Oversight“-Trilogie handelt. Der gleichnamige Auftakt, „The Oversight“, klang ebenfalls vielversprechend und landete im Februar 2016 auf meiner Wunschliste. Dort blieb es nicht lange. Im Juni zog es bei mir ein; bereits Ende August befreite ich es von meinem SuB. Ihr seht, meine Neugier auf die Geschichte war wirklich gewaltig. ;)

    Seit Jahrhunderten trennt die menschliche und die magische Welt ein schmaler Grat, ein fragiles Gleichgewicht, das strengen Regeln folgt. Es die Aufgabe der Oversight, diese Regeln durchzusetzen und Übertretungen zu bestrafen. Im Verborgenen agierend schützen sie die menschliche Welt, unerkannt und unbemerkt. Doch die Oversight ist nicht mehr das, was sie einst war. Ehemals zahlreich, sind heute nur noch eine Handvoll Mitglieder übrig. Als eines Tages ein schreiendes junges Mädchen in ihr Hauptquartier gebracht wird, glauben sie, dass ihre Gebete nach Verstärkung erhört wurden – nicht ahnend, dass das Mädchen eine Falle ist, dazu gedacht, die Oversight von innen heraus zu zerstören. Mächtige Feinde trachten danach, die Grenze zur Magie zum Einsturz zu bringen und schrecken nicht davor zurück, das Schicksal der gesamten Menschheit aufs Spiel zu setzen. Denn fällt die Oversight, fallen wir alle.

    Wie schade. Wie enttäuschend. Ich war sicher, dass mich „The Oversight“ mühelos begeistern würde. Ich glaubte fest daran, dass dieses Buch genau die richtige Lektüre für mich wäre und das Reinlesen in die Trilogie eine reine Formalität sei. Ich sah die Folgebände bereits in meinem Regal stehen. Niemals hätte ich erwartet, dass mich dieser Auftakt so gar nicht abholen würde. „The Oversight“ hat mich einfach nicht gepackt. Ich liege mit Charlie Fletcher nicht auf einer Wellenlänge. Weder sein Erzähl- noch sein Schreibstil entsprechen meinem Geschmack. Meiner Ansicht nach ist er mit Informationen viel zu geizig; er hortet die Geheimnisse seiner Geschichte eifersüchtig in dem Versuch, Spannung zu erzeugen. Für mich hat das überhaupt nicht funktioniert. Wieder und wieder verlor er mich, weil er zu wenige Erklärungen und zu wenig Konkretes anbot. Wichtige Bestandteile seines Buches zogen an mir vorbei, ohne Eindruck zu hinterlassen, da ich sie nicht verstand. Ich fand keinen Zugang und fühlte mich stets als unwillkommener Zaungast, obwohl ich von der Oversight als Institution grundsätzlich durchaus angetan war. Eine Geheimgesellschaft, die die Grenzen zwischen Menschheit und Magie schützt, ist eine fesselnde Idee und das Setting, das Fletcher für ihre Bemühungen wählte, überraschte mich positiv. Ich habe eine Schwäche für das viktorianische England und fand, dass die Oversight hervorragend in diese Zeit passt. Was jedoch fehlte, war eine nachvollziehbare Aufschlüsselung der Gesetze, die sie durchzusetzen versuchen. Offenbar müssen sich magische Wesen von den Refugien der Menschen fernhalten, doch warum das so ist und eine friedliche Koexistenz nicht im Rahmen des Möglichen liegt, erschloss sich mir nicht. Selbstverständlich sind die Sluagh und der Alp, die die Leser_innen in „The Oversight“ kennenlernen, gefährlich, aggressiv und eindeutig eine Bedrohung, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie die einzigen magischen Wesen in Fletchers Universum sind, genauso wenig, wie ich daran glauben möchte, dass alle nicht-menschlichen Lebensformen prinzipiell feindlich gesinnt sind. Leider impliziert Fletcher diese unrealistische, grundlegende Konkurrenz trotz der Tatsache, dass die Mitglieder der Oversight selbst keine gewöhnlichen Menschen sind. Sie besitzen übernatürliche Kräfte und unterscheiden sich daher gar nicht so sehr von den Wesen, die sie bekämpfen. Die Unterteilung in Gut und Böse erschien mir willkürlich, ebenso wie die Gesetze, unter deren Deckmantel die Oversight agiert. Wer hat die eigentlich aufgestellt? Hätte ich die Historie dieser Gesetze erfahren, hätte ich die Position der Oversight sicher besser verstanden und vielleicht auch begriffen, wieso äußere Mächte große Risiken eingehen, um ihr zu schaden. Die Motive und Ziele ihrer Gegenspieler sind mir ein Rätsel. Am Ende der Lektüre kann ich lediglich behaupten, dass die Oversight mehr Feinde als Freunde hat. Für diese Erkenntnis hätte ich aber keine 500 Seiten gebraucht.

    Ich glaube, dass die Geschichte des Trilogieauftakts „The Oversight“ in Charlie Fletchers Kopf großartig war. Leider hat er diese meiner Meinung nach nicht überzeugend zu Papier bringen können. Das Ergebnis ist ein Buch, in dem sehr viel angedeutet und angeschnitten, aber nur selten etwas konkret benannt oder erklärt wird. Ich verstehe, dass Fletcher die Neugier seiner Leser_innen anfachen wollte, indem er ihnen viele kleinere und größere Köder vor die Nase hält, doch für mich fühlte sich diese Strategie nach unnötiger Geheimniskrämerei an. Das Maß stimmte nicht, wodurch ich wiederholt das Interesse an der Geschichte verlor und mich teilweise sogar zum Weiterlesen zwingen musste. Ich hangelte mich über die Seiten hinweg, ohne jemals in sie einzutauchen. Erschwert wurde die Lektüre darüber hinaus durch den umständlichen, wenig eingängigen Schreibstil, der vermutlich zur viktorianischen Epoche passen sollte, mir allerdings nur weitere Steine in den Weg legte. Ich bin sehr enttäuscht, dass „The Oversight“ ganz offensichtlich nicht das richtige Buch für mich war, weil ich es unbedingt mögen wollte. Die Vorstellung der Folgebände in meinem Regal wird wohl genau das bleiben: eine Vorstellung.

  9. Cover des Buches Ein Keim kommt selten allein (ISBN: 9783548061115)
    Markus Egert

    Ein Keim kommt selten allein

    (61)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte

    Der Autor ist Mikrobiologe und erzählt in seinem Buch alles über die Welt der Keim.

    Mit Humor und einigen Illustrationen erklärt er, welche Keime wirklich gefährlich sind und

    wie man sie vor ihnen schützen kann. Ich fand dieses Buch sehr informativ und leicht lesbar.

    Für einen Laien optimal. Man lernt so einiges und liest Dinge, die man eigentlich nicht so

     genau wissen wollte und etwas ekelig sind. Ein sehr spannendes Sachbuch, dass ich kaum zur Seite 

    legen konnte und wo ich einiges gelernt habe.

  10. Cover des Buches Spiel & Spaß für Katzen (ISBN: 9783440159965)
    Denise Seidl

    Spiel & Spaß für Katzen

    (1)
    Aktuelle Rezension von: MissStrawberry
    Für mich ist dies ein Buch für alle, die zusätzliche Ideen suchen oder noch nie eine Katze hatten. Die Vorschläge sind nett, aber wenig überraschend. Vieles kennt jeder schon, der mit Katzen zusammenlebt. Gerade die Idee mit dem Überraschungsei dürfte definitiv jeder, der Katzen hat und ein Ü-Ei ausgepackt hat, schon gehabt haben. Wenn nicht Mensch, dann Katze!

    Seit Kindheit an lebe ich mit Katzen zusammen. Jede einzelne hatte ihre eigene Art zu spielen und auch ein völlig unvergleichliches Bedürfnis danach. Die eine möchte überhaupt nicht spielen, die nächste so oft es geht, wieder eine andere mit Federwedeln und so ziemlich jede mit Kartons jeder Art. Manche Katzen spielen allein, andere mit dem Menschen oder mit anderen Katzen. Es gibt hier einfach kein Schema – zumal sich Katzen sowieso in keinem Punkt in ein Schema stecken lassen. Nur in einem sind sie alle gleich: Gekauftes Spielzeug wird sehr oft ignoriert! Dafür sind Alltagsgegenstände gern gesehene Spielsachen. Mein Kater klaut beispielsweise zu gern Taschentücherpäckchen und verschleppt sie. Mein Katzenmädchen liebt den Laserpointer (aber Achtung! Niemals in die Augen strahlen!) und alle Bändel an meiner Bekleidung.

    Dennoch mag ich das Buch recht gern. Es vermittelt Grundwissen und steckt voller herrlicher Katzenfotos. Auch wenn es ein bisschen Werbung für den einen oder anderen Hersteller macht, entdeckt man hier und da auch als alter Hase noch die eine oder andere neue Information.

    Insgesamt gefällt mir das Buch optisch und von der Aufmachung her gut. Wirklich sinnvoll ist es aber wohl tatsächlich nur für frischgebackene Katzenhalter. Von mir deshalb leider nicht mehr als drei Sterne.
  11. Cover des Buches Das Arche Noah Gartenjahr (ISBN: 9783706626446)
    Andrea Heistinger

    Das Arche Noah Gartenjahr

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Denise43437
    „Das Arche Noah Gartenjahr“ stammt von Andrea Heistinger. Bei der Arche Noah handelt es sich um einen gemeinnützigen Verein, der sich für den Erhalt und die Entwicklung von Gemüse- und Getreidesorten, Kräutern und Obst einsetzt. Frau Heistinger ist freie Agrarwissenschaftlerin, Beraterin und Supervisorin. Sie war bereits als Lehrbeauftrage an der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) sowie für Methodenseminare und Lehrveranstaltungen am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien tätig.

    Das Buch besticht bereits durch seinen schönen Leineneinband. Auch sind zwei Lesebändchen und ein Gummiband vorhanden, so dass nicht nur zwei wichtige Stellen markiert werden können, sondern auch Zeitungsausschnitte oder ähnliches ins Buch gelegt werden können, ohne dass diese herausfallen. Im Buch befinden sich zu Beginn eines jeden Monats Tipps und Informationen insbesondere zu den in dem Monat anstehenden Tätigkeiten. An diese Monatseinleitung schließen sich die einzelnen Tage des jeweiligen Monats an. Dabei ist für jeden Tag des Jahres eine Seite vorgesehen, so dass viel Platz für eigene Notizen vorhanden ist. Die Tagesseite ist zumeist mit einer schönen Zeichnung von Pflanzen oder Tieren versehen. Außerdem befindet sich auf dieser auch noch eine Frage und/oder ein Tipp der Autorin. Da die Seiten über vorgedruckte Linien verfügen, fällt mir persönlich das Schönschreiben leichter.

    Ich finde die Idee eines eigenen Gartenkalenders sehr gut, da nun meine vorher bestehende Loseblattsammlung zu den verschiedenen, anfallenden Arbeiten im Garten (zum Beispiel wann schneidet man die Hortensien) sowie über die verwendeten Samen und Pflanzen ein Ende hat. In meinem Buch kann ich langfristig nicht nur auf meine eigenen Erfahrungen, sondern auch auf die Erfahrungen und Tipps der Autorin zurückgreifen. Ich kann es jedem mit einem eigenen Garten nur empfehlen sich seinen eigenen Gartenkalender mit Hilfe dieses Buchs zu erstellen. Auch als Geschenk eignet sich dieses Buch wunderbar.

  12. Cover des Buches City of Ruin (ISBN: 9780345520883)
    Mark Ch. Newton

    City of Ruin

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Formell ist Villiren Teil des Imperiums Jamur. In der Realität feiert die Stadt ihre Unabhängigkeit und funktioniert nach eigenen Regeln und Gesetzen. Jeder Hunger, jede Perversion kann befriedigt werden. Diesen Sündenpfuhl muss Brynd Lathraea, Kommandant der Nachtgarde, gegen eine brutale Invasion verteidigen. Nach der Entdeckung der fremdartigen, feindlichen Okun obliegt es Brynd, Villiren auf ihren Angriff vorzubereiten. Verzweifelt versucht er, Autoritäten und Bevölkerung von der Gefahr eines nahenden Krieges zu überzeugen. Ihm begegnen Hass, Unglaube und Ignoranz. Als ein Mitglied der Nachtgarde spurlos verschwindet, wendet sich Brynd an Inquisitor Jeryd, der seit kurzem in Villiren lebt. Jeryd übernimmt die Ermittlungen und findet bald heraus, dass es in der Stadt zahllose ungeklärte Vermisstenfälle gibt. Wird Villiren von einem Serienmörder heimgesucht?
    Währenddessen befinden sich Radur und die Schwestern Eir und Rika auf der Flucht durch die Wildnis. In einem Augenblick größter Not erfahren sie von unerwarteter Seite Hilfe und erhalten wichtige Informationen über die drohende Invasion, die Vergangenheit und Gegenwart des Imperiums in einem neuen Licht erscheinen lassen. Erreichen sie Villiren rechtzeitig, könnten diese Informationen den Ausgang der bevorstehenden Schlacht beeinflussen. Wird Villiren standhalten?

    „City of Ruin“, der zweite Band der „Legends of the Red Sun“ von Mark Charan Newton, verlagert die Handlung in die Hafenstadt Villiren. Mir gefiel dieser Schauplatzwechsel sehr gut, weil Villiren ein Ort morbider Faszination ist. Es ist eine Stadt, die sich außerhalb der allgemeinen Gesetze bewegt. Geld und Macht sprechen Recht; Gerechtigkeit erhält nur, wer über das nötige Kleingeld verfügt. Der Stadthalter fördert die freie Marktwirtschaft, die die alltäglichen Hürden des Kapitalismus verursacht. Es ist eine Stadt der Sünde und des Lasters, in der jedes Bedürfnis befriedigt werden kann. Gangs steigen mit der Politik ins Bett und üben besorgniserregenden Einfluss aus. Jeden Tag kriecht der kriminelle Untergrund weiter an die Oberfläche und vereinnahmt sie.
    Ausgerechnet diese Stadt soll Kommandant Brynd Lathraea verteidigen, in der seine Soldat_innen alles andere als willkommen sind und die dem exotischen Feind kaum etwas entgegenzusetzen hat. Brynds Verzweiflung war deutlich spürbar, ebenso wie die fatale Aussichtslosigkeit des Kampfes gegen die Okun. Ich empfand tiefe Hoffnungslosigkeit und sorgte mich um die Figuren, zu denen ich nun endlich eine stabile Bindung aufbauen konnte. Fluch und Segen zugleich, denn Mark Charan Newton neigt dazu, seine Charaktere äußerst unzeremoniell sterben zu lassen. In einem Moment sind sie noch quicklebendig, im nächsten liegen sie schon mausetot am Boden und man fragt sich, wie das geschehen konnte. Dadurch kippt Newton in unregelmäßigen Abständen die Erwartungshaltung seiner Leser_innen – offenbar legt er Wert darauf, als unberechenbarer Autor wahrgenommen zu werden. Er überrascht und schockiert, ohne allzu geizig mit Informationen zu sein. Der Handlungsstrang von Radur, Eir und Rika erklärt die Hintergründe des Krieges gegen die Okun, die Motivation ihres plötzlichen, aggressiven Angriffs, und gewährt tiefe Einblicke in die umfangreiche, komplizierte Geschichte des Imperiums. Newton brachte mich in eine der Nachtgarde überlegene Position und ließ mich meine erzwungene Untätigkeit verfluchen. Wie gern hätte ich in die Handlung eingegriffen und Kommandant Brynd mitgeteilt, was ich herausgefunden hatte.
    Je mehr ich über die Vergangenheit des Imperiums erfuhr, desto weniger begriff ich jedoch dessen aktuelles Entwicklungsniveau. Obwohl das Imperium Zehntausende von Jahren alt ist, steckt es in einer Art Renaissance fest. Es müsste wesentlich fortschrittlicher sein. Hinweise deuten an, dass sehr viel Wissen verloren ging, aber ich verstehe (noch) nicht, wieso. Was ist passiert? Warum sind Kultisten die einzigen, die sich mit der Technik vergangener Jahrhunderte beschäftigen, mit Relikten, die der Gesellschaft und Kultur Jamurs so weit voraus sind, dass sie wie Magie erscheinen?
    Ich zweifle noch daran, ob es in Newtons Universum überhaupt Magie im traditionellen Sinne gibt, habe aber mittlerweile den Eindruck, dass die bevorstehende Eiszeit keines natürlichen Ursprungs ist. Ich glaube, dass das Auftauchen der Okun und die sinkenden Temperaturen zusammenhängen. Vielleicht müssen die Problematiken nicht separat behandelt werden – vielleicht hängt das Schicksal Jamurs davon ab, dass beide Bedrohungen gemeinsam beseitigt werden.

    „City of Ruin“ ist ein komponentenreicher, gewissenhaft konstruierter High Fantasy – Roman, der besonders mit originellem, vielfältigen Worldbuilding punktet. Dennoch kann ich nicht mehr als drei Sterne vergeben. Die unsägliche Wahrheit ist folgende: das Lesen war eine Qual. Es war dermaßen anstrengend, dass es mich fast zermürbt hätte, obwohl ich durch „Nights of Villjamur“ darauf vorbereitet war, dass die Lektüre kein Zuckerschlecken sein würde. Direkt danach war ich völlig entnervt und fest entschlossen, die „Legends of the Red Sun“ auf ewig von meinem Radar zu verbannen. Mittlerweile bin ich entspannter und empfinde durchaus eine gewisse Neugier hinsichtlich des nächsten Bandes, das grundsätzliche Problem bleibt allerdings bestehen: ich kann nicht definieren, warum mir Mark Charan Newtons Romane solche Schwierigkeiten bereiten. Es gibt kein Detail, das ich als Übeltäter entlarven könnte. Ich kann nur vermuten, dass Newton und ich nicht auf der gleichen Wellenlänge schwingen, weshalb die Kombination der Elemente seiner Geschichte für mich mittelmäßig funktioniert. Jedes Buch ist eben mehr als die bloße Summe seiner Bestandteile. Ich halte es mir offen, ob ich es mit dem Nachfolger „The Book of Transformations“ versuchen werde. Vielleicht siegt die Neugier eines Tages, vielleicht nicht.

  13. Cover des Buches Feuerphönix (Die Phönix-Saga 1) (ISBN: 9783551300775)
    Julia Zieschang

    Feuerphönix (Die Phönix-Saga 1)

    (96)
    Aktuelle Rezension von: Aaron_Weigel

     

    Caro, studiert Jura, weiß nichts von ihren Eltern und lebt mit ihren Mitbewohnerinnen in einer WG. Soweit so unspektakulär – wenn da nicht die plötzlichen Brände wären, die auf mysteriöse Weise etwas mit ihren Emotionen zu tun haben.

    Als sie auf Vincent trifft, erfährt sie, dass sie die Nachfahrin einer uralten Linie von magischen Geschöpfen ist, den Phönixen. Vincent unterrichtet sie in ihren Fähigkeiten, wobei es zwischen den Beiden schnell funkt (und das im doppelten Sinne).

    Doch die Situation ist viel komplizierter, als es Caro lieb ist. Vincent verschweigt ihr etwas und sie ist fest entschlossen, dem Geheimnis um das Verschwinden ihrer Eltern auf den Grund zu gehen.

     

    Obwohl ich beim Lesen schnell festgestellt habe, dass ich alterstechnisch nicht die Zielgruppe dieses Romans bin, hatte ich mit dem ersten Teil von „Feuerphönix“ durchaus Spaß. Die Autorin schreibt flott und flüssig, man kommt gut in die Geschichte rein und identifiziert sich schnell mit Caro.

    Gerade sie, aber auch Vincent, haben Ecken und Kanten, was die Figuren sehr nahbar macht. Die Chemie zwischen den beiden stimmt.

    Die Handlung hingegen ist teilweise etwas dünn, verliert sich mitunter zu sehr in Belanglosigkeiten.

    Julia Zieschang gleicht das aber mit ihrem gekonnten Sprachstil aus. 

    Vor allem das dramatische Ende deutet das noch vorhandene Potential der Geschichte an und ich bin gespannt, wie es weitergeht. 

     

    Fazit: Julia Zieschang überzeugt mit einem guten Gespür für ihre Protagonisten und einem gradlinigen Schreibstil. Ich mochte Caro, ich mochte Vincent und auch die Nebenfiguren waren lebendig.

    Eine Leseempfehlung kann ich für dieses Buch definitiv aussprechen.

  14. Cover des Buches Aktivistmuss (ISBN: 9783956145445)
    Frauke Seeba

    Aktivistmuss

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Samuel

    Es war wichtig für mich dieses Buch zu lesen. Nicht vieles war mir neu, aber es ist schön ein Werk zu besitzen, das so vielfältige Möglichkeiten bietet, sich zu informieren und zu aktivieren. Die Playlist voller politischer Songs, überall Links zu Seiten mit noch mehr Informationen oder Quellennachweisen zu den verschiedenen Themen, kleine Aufgaben, die helfen können, sich intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen. Ein Werk, dass eindeutig antifaschistisch und gegen Desinformation ist, das mir klarmacht, dass auch ich längst Antifaschist*in bin. Die Autoren machen ihre eigene politische Position sehr deutlich, doch ich muss nicht von vornerein alles genauso sehen, wie sie, um aus diesem Buch Wertvolles mitzunehmen. Lest das Buch und gebt es dann eurer Familie, euren Freunden und Bekannten. "Negativ" sind mir nur ein, zwei Tippfehler aufgefallen, die es in den Druck geschafft haben und die Definition von Grooming passt nicht so richtig zu dem, was ich dazu gelesen habe.)

  15. Cover des Buches Ubuntu 14.04 (ISBN: 9783826676413)
    Christoph Troche

    Ubuntu 14.04

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind
    Die Zeiten von Windows sind vorbei, das weiß jeder. Seit einiger Zeit übe ich mit Ubuntu, aber von Auskennen kann keine Rede sein. So wie man sagt: Was man glaubt, über Computer zu wissen, ist meistens nur Windows-Wissen.

    Deshalb habe ich mir dieses Buch nur ausgeliehen: So kann ich testen, ob ich mit den Anforderungen und Informationen umgehen kann. Und es hat mir sehr gut gefallen.

    Weil diese Ausgabe aber schon älter ist, habe ich mir die neuere Version bestellt, und da ist sogar eine Installations-CD enthalten. Was will ich mehr? Die Informationen waren für mich sehr nützlich und ich freue mich auf das neue Buch!
  16. Cover des Buches Die Kraft unseres inneren Ökosystems: Wie das Mikrobiom die Immunantwort steuert und Entzündungen vorbeugt (ISBN: 9783958034402)
    Richard Lucius

    Die Kraft unseres inneren Ökosystems: Wie das Mikrobiom die Immunantwort steuert und Entzündungen vorbeugt

    (18)
    Aktuelle Rezension von: Laurie8

    Inhalt: Unser Mikrobiom verliert seine Artenvielfalt durch unseren Lebensstil mit übertriebener Hygiene, Bewegungsmangel und falscher Ernährung. Auswirkungen sind chronische Entzündungskrankheiten, Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Aber wir können etwas dagegen tun mit Ernährung, Bewegung oder auch einem Bad im See und durch Kontakt mit Waldboden.

    Ich habe mir von dem Buch sehr viel versprochen und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist ein extrem gut geschriebenes Sachbuch über die enorme Rolle des Mikrobioms in Bezug auf chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Multiple Sklerose, Typ 1 Diabetes und Zöliakie.

    Prof. Dr. Lucius schafft es die Mechanismen der Krankheitsentstehung so zu erklären dass man es auch als Laie sehr gut nachvollziehen kann. Des weiteren geht er auf Bakterien und Parasiten ein, die unerlässlich für ein gesundes Mikrobiom sind und deren Wirkweise verdeutlicht dass wir in unserer recht steril gewordenen Welt unseren Kontakt zu ihnen wieder intensivieren sollten, anstatt sie mit übertriebener Hygiene von uns fern zu halten. Er bringt auch ein paar Beispiele von Parasiten die in ihrem Wirt leben ohne ihm zu schaden und diese Beispiele waren teilweise wirklich unglaublich faszinierend. Durch solche Passagen bleibt das Buch stets spannend und interessant!

    Im Zusammenhang mit einem gesunden und intakten Mikrobiom darf natürlich ein Kapitel über Ernährung nicht fehlen. Auch das hat mir gut gefallen und war sehr hilfreich.

    Es ist kein Sachbuch das man in einem Rutsch durchlesen kann. Man sollte tatsächlich Pausen beim Lesen einlegen und das gelernte sacken lassen und verinnerlichen, das ist es nämlich wert!

    Ich habe das Buch gerne gelesen und kann es jedem nur ans Herz legen es auch zu tun - egal ob man an einer chronischen Krankheit leidet oder nicht - es ist in jedem Fall sehr bereichernd.

  17. Cover des Buches Wie Tiere uns gesund machen (ISBN: 9783442772414)
    Rainer Wohlfarth

    Wie Tiere uns gesund machen

    (11)
    Aktuelle Rezension von: birdies_buecherwelt

    Als "Katzen-Mama" hat mich der Titel sofort angesprochen. Ich war bereits vor dem Lesen dieses Buches der Meinung, dass Tiere sich positiv auf unser körperliches und geistiges Wohlbefinden auswirken. Die Fachkundige Meinung des Autorenduos Dr. Rainer Wohlfahrt und Bettina Mutschler hat mich daher umso mehr interessiert.

    Die beiden Experten auf dem Gebiet der Mensch-Tier-Beziehung, beleuchten verschiedenste Aspekte des Zusammenlebens von uns und unseren Haustieren. Wissenschaftlich fundiert berichten sie jedoch nicht nur von Hunden und Katzen, sie holen weit aus und gehen evolutionsbiologisch viele Jahre zurück. 

    Was verbindet uns Menschen mit der Natur? Wie viel Natur steckt noch in uns? Wie wirkt sich ein Haustier auf uns und ganz besonders auf Kinder und deren Entwicklung in frphen Jahren aus?

    Dieses Sachbuch ist sehr angenehm und flüssig zu lesen, bei den vielen Informationen und wissenschaftlichen Studien, hätte ich mir jedoch mehr Beispiele aus dem Alltag gewünscht. Dies hätte noch mehr Abwechslung in den doch teils etwas trockenen Text gebracht.

    Für Haustierbesitzer*innen ist dieses Buch auf jeden Fall eine Bereicherung. Für alle anderen Personen, würde ich eine eingeschränkte Leseempfehlung aussprechen, denn es geht nicht nur um Haustiere sondern auch um uns Menschen und die Natur.

  18. Cover des Buches With Every Breath: A Slow Burn Novel (Slow Burn Novels) (ISBN: 9780062410177)
    Maya Banks

    With Every Breath: A Slow Burn Novel (Slow Burn Novels)

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Mimabano
    ACHTUNG! 4.Teil der Slow Burn Reihe Achtung das Buch ist auf deutsch noch nicht erschienen! Dieser Teil ist mit Abstand der beste der ganzen Reihe.Endlich mal eine Protagonistin die zwar auch mit ihren Dämonen zu kämpfen hat aber trotzdem nicht wie ein Häufchen Elend daher kommt.Wade hat mir ja schon im letzten Band gut gefallen weil sein Charakter definitiv Ecken und Kanten hat.Die erste Hälfte des Buches ist sagen wir mal eher mit Gefühl , während der zweite Teil,bzw.das Letzte Drittel des Buches in Richtung Romantic-Thriller geht.Nebenprotagonisten von anderen Teilen kommen dezent vor.Gesamthaft kann ich das Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen und ich finde man muss die Vorgänger nicht unbedingt gelesen haben.Klappentext: As a vulnerable teenager,eliza cummings was the target of a predator who cultivated her need for love and approval.until she found the courage to fight back and help put him away. Years later, she works with deveraux security services and devotes every hour to taking down the very thingthat nearly destroyed her.but now the killer has been set free,and eliza knows its only a matter of time before he comes for her,and the people she loves...
  19. Cover des Buches Mustertitel pink (ISBN: 9783455009446)

    Mustertitel pink

    (2)
    Aktuelle Rezension von: j125
    Meine Meinung:
    Ich liebe Geografie und hatte daher sofort Interesse an dem Buch, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Lange bin ich drumherum geschlichen, aber irgendwann konnte ich nicht mehr widerstehen. Zum Glück habe ich den Kauf nicht bereut.

    Die gezeigten Karten decken eine große Bandbreite an Informationen ab. Es gibt politische Karten, gesellschaftliche Karten, geografische Karten, komische und unterhaltsame Karten… es ist wirklich (fast) alles dabei. Natürlich hat das auch zur Folge, dass man als Leser*in einige Karten weniger sinnvoll findet als andere. Die auf dem Cover abgebildete Karte finde ich beispielsweise sinnlos. Es ist vielleicht ein ganz netter Fakt, weil man sich noch nie Gedanken darüber gemacht hat, dass man sich vom Südpol nur nach Norden bewegen kann, aber dafür brauche ich keine Karte.

    Der Großteil der Karten gefiel mir sehr gut und auch die kurzen Begleittexte waren größtenteils informativ. Ein, zweimal habe ich den Zusammenhang zwischen Text und Karte nicht verstanden bzw. wusste nicht, was die Karte mir sagen soll. Aber auch das kam selten vor.

    Leider habe ich erst am Ende festgestellt, dass das Buch ein Quellenverzeichnis enthält. Hätte ich das mal eher gewusst. Bei einer Karte oder dem Begleittext war ich mir nämlich nicht sicher, ob die Informationen so stimmen. Manchmal gibt es je nach Quelle unterschiedliche Angaben, weshalb es natürlich gut gewesen wäre, wenn ich mir die Quelle gleich hätte anschauen können. Leider habe ich auch vergessen um welche Karte es sich handelte, weshalb ich wohl einfach die Informationen der Autoren hinnehmen muss.

    Möchtet ihr wissen, welche Karten mir besonders gefallen haben? Es handelt sich hierbei um eine Auswahl, weil manchmal die Titel einfach nicht aussagekräftig sind:
    Länder, in die das Vereinigte Königreich nie einmarschiert ist (sehr wenige!)
    Länder, in die Deutsche ohne Visum einreisen können (sehr viele!)
    Nicht anerkannte Staaten und Autonomiebewegungen in Europa (auch viele)

    Fazit:
    Absolute Empfehlung für Sachbuchliebhaber, Blätterfreunde und Geografiefans.
  20. Cover des Buches Mittelalter: 100 Bilder - 100 Fakten: Wissen auf einen Blick: 100 Bilder, 100 Fakten (ISBN: 9783815578032)
  21. Cover des Buches Edinburgh (ISBN: 9783770165186)
  22. Cover des Buches Benja & Wuse (ISBN: 9783962382469)
    Wenke Heuts

    Benja & Wuse

    (2)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Eine eindrucksvolle, fantasievolle Geschichte mit einer sehr klaren Botschaft:

    Kauft bewusst ein,

     verschwendet kein Essen, 

    nicht alles was alt aussieht ist alt,

    wie kann man Essen retten

    für Kinder ab 4-5 Jahren

    Vorab, es geht hier um den Bewussten Konsum von Lebensmitteln, aber wer der Buch in die Hände nimmt, der wird noch etwas anderes bemerken. Es ist im Grunde herrlich geschlechtsneutral.

    Zwar wird Benja im Text mit "er" erwähnt, doch sieht man sich Benja an, so finden wir hier keinerlei Anhaltspunkte dafür, ob Benja ein Junge oder ein Mädchen ist. Die Haare sind weder kurz noch lang, die Kleidung  mal ein rosa oder lila Regenbogen Shirt, mal rot weiß, oder orange/gelb geringelt oder uni grün und auch die Gesichtszüge oder Körperproportionen sind unisex.  Ich weise darauf hin, weil ich weiß, dass viele genau nach solchen Bilderbüchern suchen, deshalb erwähne ich es hier einfach vorab. 

    Benja ist ein sehr lebhaftes, neugieriges Kind, das sehr genau beobachtet und auch wenn im Kinderzimmer, das typische Kinderzimmer-Chaos zu herrschen scheint, behält Benja im Grunde immer den Überblick. Doch als er seinen geliebten orangefarbenen Buntstift, den er zum Nachdenken braucht, nicht finden kann, und sich daran erinnert, das auch Papas Socke und Mamas angekatschte Kaffeetasse sich plötzlich in Luft aufgelöst hatten wird er stutzig. Das kann nicht mit rechten Dingen zu gehen. Gibt es vielleicht eine "Sockenhexe" oder einen "Tassentroll". Was da noch niemand ahnt, so ganz unrecht hat Benja nicht, denn unter ihrem Fußboden hat es sich eine ganz besondere Familie gemütlich gemacht, die aber auf keinen Fall von den Menschen entdeckt werden wollen, aus Angst dann in einen Käfig eingesperrt zu werden.

    Es ist die Lupa-Familie. Mama, Papa und 9 Kinder, darunter Wuse, die es liebt alte Dinge, die die Menschen wegschmeißen einzusammeln um ihnen neues Leben einzuhauchen. Sehr zum Leidwesen der Eltern, schleppt Wuse ständig etwas Neues an, aus dem sie dann etwas Neues bastelt. 

    Wenn ihr euch die Bilder anseht, werdet ihr so Manches entdecken, was euch in irgendeiner Weise bekannt vorkommt. Nur diese Streifzüge sind gefährlich. Wenn Wuse von den Menschen entdeckt würde, nicht auszudenken, was dann passieren würde.

    Doch Wuse liebt nicht nur die alten Dinge, als Lumpa kann sie es überhaupt nicht leiden, wenn  Menschen so achtlos mit ihren Lebensmitteln umgehen. Das vieles einfach weggeworfen wird nur, weil sie meinen es ist schon zu alt, oder sie zu dumm sind es richtig zu lagern, ärgert sie ungemein. Als sie beobachtet wie Benja und ihr Papa,  Äpfel und Bananen von ihrem Einkauf in eine Obstschale zu verfrachten ist sie entsetzt. "Wie dumm die Menschen doch sind. Wissen die denn nicht, das Äpfel und Bananen nicht zusammen liegen dürfen?  "Äpfel machen Bananen ganz reif. Wollt ihr etwa braune Matschbananen?" 

    Das kann sie einfach nicht so hinnehmen und so schleicht sie sich, trotz des elterlichen Verbotes, am Abend heimlich in Benjas Küche um die Äpfel von den Bananen zu trennen. Keine leichte Aufgabe für ein so kleines Wesen. Doch Wuse macht noch mehr um Benja und die Eltern zum Nachdenken anzuregen. Was das ist, verrate ich natürlich noch nicht, doch es bleibt nicht unbemerkt und so wird Benja und ihren Eltern, (und sicherlich auch viele Leser), das erste Mal bewusst, das es keine so gute Idee ist Bananen neben Äpfeln zu lagern.

    Wuse beobachtet noch einiges mehr. Als sie sieht, das Brötchen weggeworfen werden, nur weil  sie hart sind, wird sie richtig wütend. Trotz des elterlichen Verbotes beschließt sie die Brötchen zu retten und es kommt wie es kommen muss, sie wird von Benja entdeckt. 

    Keine Sorge, Wuse wird nicht in einen Käfig eingesperrt. Die beiden freunden sich an. Wuse erklärt Benja was sie so alles macht und, wie schlimm sie es findet, wenn Lebensmittel weggeworfen werden. Benja kann dies zunächst nicht verstehen, schließlich kann man ja im Supermarkt einfach alles neu kaufen. Das denkt sicher nicht nur Benja, sondern sehr viele Menschen und so ist es wirklich gut, das es Wuse und diese Geschichte gibt, in der sie nicht nur Benja sondern auch die Leser mit in ihre Welt nimmt. Anschaulich und eindrücklich erklärt sie, wieso wir Lebensmittel mehr Wert schätzen müssen. Dank des Zaubermondes kann Wuse ihrem neuen Freund zeigen, wie viel Arbeit es bedarf, bis z.B. eine Erdbeere in seinen Mund wandern kann. Der Zaubermond entführt sie auf ein Erdbeerfeld in dem sie köstliche Erdbeeren naschenkönnen. Erdbeeren, die zuvor gepflanzt, gehegt und geflegt werden, damit sie gut wachsen. Es bedarf vieler Arbeitsschritte (nicht nur von Menschen) bis  die Erdbeeren in den Supermarkt  oder auf den Markt kommen. Das zu sehen ist schon sehr beeindruckend. Menschen und Insekten haben viel dafür getan, damit Benja zuhause eine Erdbeere essen kann. Das muss Wert geschätzt werden. Da schmeißt man nicht einfach eine weg, nur weil sie vielleicht nicht mehr ganz so schön aussieht. Jedes Lebensmittel hat einen langen Weg hinter sich bevor es bei uns auf dem Tisch landet,  das wird Benja dank Wuse klar, und damit auch, dass man auf keinen Fall etwas wegschmeißen sollte, nur weil es unansehnlich oder hart geworden ist. Aus vielem kann man noch etwas machen. Das und noch viel mehr lernt Benja von Wuse. Bei einem Besuch auf dem Mond erklärt sie ihm wie viel Tonnen Lebensmittel die Menschen jedes Jahr wegwerfen und, wie viel das ist wenn man daraus einen Essensturm bauen würde. Ein beeindruckendes, anschauliches Bild, das deutlich macht, dass wir einfach sorgsamer mit allem umgehen müssen. Und da Wuse ja ein schlaues Köpfchen ist zeigt sie Benja und uns auch noch, was man mit alten Brötchen oder nicht mehr so schönen Bananen leckeres zu Essen machen kann. 

    So wird Benja zum Essensretter. Noch einmal wird bei ihm kein hartes Brötchen mehr weggeworfen, denn jetzt weiß er, das er daraus ganz leicht kleckere Brotchips machen kann.

    Damit auch die Leser schlauer werden, hat Wuse für euch noch ein paar ganz tolle Ideen und Informationen.

    Obst und Gemüse muss nicht immer perfekt aussehen. Auch krumm Gewachsenes oder kleine Flecken ändern nichts daran, das es lecker schmeckt. Man kann auch mal eine unschöne Stelle wegschneiden und den Rest noch essen. Das man dabei auf Schimmel und faule Stellen achten muss ist wichtig, denn bei aller Lebensmittelrettung geht es natürlich nur darum, das was noch gut ist zu retten. Wusel hat zahlreiche Tipps, wie man Essensmüll vermeiden kann, wenn man bei der Zubereitung, dem Essen und der Lagerung einiges beachtet und er kennt eine Adresse die noch viel mehr Tipps für euch hat, denn genau aus dieser Ideenschmiede kommt dieses wundervolle Bilderbuch. "Restlos Glücklich e.V engagiert sich für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln und setzt sich gegen Lebensmittelverschwendung ein.

    Dank Wuse wissen jetzt auch wir Leser über dieses Thema Bescheid und sind bestimmt inspiriert unser eigenes Verhalten in Bezug auf Lebensmittelverschwendung einmal zu hinterfragen.

    Diese sehr informative und inspirierende Geschichte ist Teil eines KinderSachBilderbuchs der besonderen Art. Hier trifft Fantasie und Fiktion auf Information und Fakten. Spannend, abenteuerlich, lustig und vor allem auch zauberhaft illustriert. Durch die vielen sehr lebendigen Zeichnungen bekommen die Kinder sehr anschaulich vor Augen geführt wieviel Arbeit es bedarf bis Obst und Gemüse bei uns auf dem Tisch stehen. Geichzeitig entführt Inka Vigh  ihre kleinen Leser mit den Bildern in ein fantasievolles Abenteuer. Der Spagat zwischen Information und Fiktion ist hier perfekt gelungen. Dazu die hinreißenden Mienenspiele der kleinen Wuse, in denen man ihr entsetzten wunderbar visualisiert bekommt. 

    Wer möchte hier nicht einmal Besuch von einer Lupa Familie, insbesondere von Wuse bekommen?

    Wie viel Anregungen die Geschichte für Gespräche liefert darauf muss ich angesichts des Themas wohl nicht weiter eingehen.

    Wertschätzung für Lebensmittel ist ein wichtiger Baustein zur Vermeidung von Lebensmittel-Müll. Wer weiß wie viel dafür getan werden muss, damit wir Erdbeeren, Möhren, Kartoffeln, Äpfel aber auch Fleisch und Getreideprodukte  essen können, der isst nicht nur bewusster sondern kauft vielleicht auch überlegter ein, kocht andere Mengen und Pflegt einen anderen Umgang mit Lebensmitteln, die vielleicht nicht mehr so schön sind, denn eines ist klar, auch wer noch so bewusst einkauft, lagert, kocht etc. hat mal etwas, das vergessen oder übersehen wird. 

    Die Wertschätzung für Lebensmittel vermeidet Biomüllberge, doch es gibt noch mehr was wir in Bezug auf ein gutes und bewusstes ökologisches Verhalten tun können. Bewusst und umweltfreundlich Einkaufen ist hier das Stichwort. Verpackungsmüllberge vermeiden. Unverpackte Lebensmittel kaufen. Hier gibt es ein weiteres tolles Bilderbuch aus dem Oekom Verlag, das ich euch ans Herz legen möchte.

    "Frieda im Unverpackt-Laden" von Katharina König mit wundervollen Illustrationen von Laura Tschorn, erzählt vom Einkaufserlebnis im Unverpacktladen, wo alles in Gläsern und lose gekauft werden kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass man, wenn man im Unverpackt-Laden einkauft meist öfter kleinere Mengen kauft und somit nicht soviel weggeschmissen wird. So schließt sich der Kreis zur Geschichte von Benja und Wuse. 

    Wer möchte hier nicht einmal Besuch von einer Lupa Familie, insbesondere von Wuse bekommen?

    Wie viel Anregungen die Geschichte für Gespräche liefert darauf muss ich angesichts des Themas wohl nicht weiter eingehen.

    Wertschätzung für Lebensmittel ist ein wichtiger Baustein zur Vermeidung von Lebensmittel-Müll. Wer weiß wie viel dafür getan werden muss, damit wir Erdbeeren, Möhren, Kartoffeln, Äpfel aber auch Fleisch und Getreideprodukte  essen können, der isst nicht nur bewusster sondern kauft vielleicht auch überlegter ein, kocht andere Mengen und Pflegt einen anderen Umgang mit Lebensmitteln, die vielleicht nicht mehr so schön sind, denn eines ist klar, auch wer noch so bewusst einkauft, lagert, kocht etc. hat mal etwas, das vergessen oder übersehen wird. 

    Die Wertschätzung für Lebensmittel vermeidet Biomüllberge, doch es gibt noch mehr was wir in Bezug auf ein gutes und bewusstes ökologisches Verhalten tun können. Bewusst und umweltfreundlich Einkaufen ist hier das Stichwort. Verpackungsmüllberge vermeiden. Unverpackte Lebensmittel kaufen. Hier gibt es ein weiteres tolles Bilderbuch aus dem Oekom Verlag, das ich euch ans Herz legen möchte.

    "Frieda im Unverpackt-Laden" von Katharina König mit wundervollen Illustrationen von Laura Tschorn, erzählt vom Einkaufserlebnis im Unverpacktladen, wo alles in Gläsern und lose gekauft werden kann.

    Die Erfahrung zeigt, dass man, wenn man im Unverpackt-Laden einkauft meist öfter kleinere Mengen kauft und somit nicht soviel weggeschmissen wird. So schließt sich der Kreis zur Geschichte von Benja und Wuse.

    Was haben wir mit den Kindern nach der Vorlesestunde gemacht?

    Ganz viel!

    Wir haben aus alten Brötchen Brotchips gemacht, die einfach köstlich waren. Wir haben überlegt, was man mit alten Brötchen noch machen kann und kamen auf erstaunlich viele Ideen.

    Wir haben verschiedene Milchshakes gemacht aus Banane, Erdbeeren, Blaubeeren & co, die nicht mehr so schön waren.

    Wir haben bei Besuchen auf dem Wochenmarkt, dem Hofladen und beim Bauern nach Obst und Gemüse gefragt, das zwar noch gut war, aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr verkauft sondern weggeschmissen werden sollte. Wir haben gefragt wieso sie weggeschmissen werden sollten, was mit solchen "Abfällen" geschieht und haben gelernt, das es ganz viel gibt, das wir bislang weggeschmissen haben, weil wir gar nicht wussten, das man es essen kann. So haben wir Pesto aus Möhrengrün und Radieschenblättern gemacht, wo wir vorher dachten, das ist Kaninchenfutter. Wir haben gelernt, das man die Blätter vom Kohlrabi und Radieschen zu einem tollen Gemüse verarbeiten kann und das man Obst und Gemüse auf die verschiedensten Arten konservieren und haltbar machen können, ohne sie einzufrieren. Wir haben gelernt das man mit beim Essen übrig gebliebenen Speisen von etwas Neues machen kann. Aus Obstsalat wird Tutti-Frutti-Marmelade, Nudeln und Gemüse wird am nächsten Tag zum Auflauf, aus Gemüse eine Gemüsesuppe oder die Füllung für Nudeln.....

    Was wisst ihr so alles, was wissen die Kinder schon? Was ist bei euch davon schon zur Lebensmittel-Routine geworden?

    Unsere Kinder wissen jetzt nicht nur, das man viel weniger weg schmeißen muss, als man denkt. Sie haben gelernt Obst, Gemüse und Kräuter vielfältig zu verwerten und sie wissen jetzt, das man schon beim Einkauf ganz viel Geld sparen kann.

    Fragt doch auch mal beim Bauern, im Hofladen und auf dem Markt, nach Obst und Gemüse, das nicht mehr so schön ist. Wenn ihr einen Kartoffelbauern in der Nähe habt könnt ihr fragen ob ihr nach der Ernte auf dem Acker die restlichen Kartoffeln aufsammeln dürft. Ist werdet erstaunt sein wie reich euere Beute sein wird und das kostet euch gar nichts!

    Mit den Grundschulkindern haben wir übrigens ein kleines Buch mit Rezepten und Spartipps angelegt, das genau solche Sachen beinhaltet.

    Resteverwertung ist hier nur ein Thema von vielen.

    Also, werdet auch ihr zu Lebensmittel-Rettern!

    Auf gehts!

    ps. Wuse, lässt schön grüßen und ausrichten, das er sich sehr über euere Bemühungen freut!

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