Bücher mit dem Tag "inklusion"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "inklusion" gekennzeichnet haben.

63 Bücher

  1. Cover des Buches Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick (ISBN: 9783499275388)
    Kelly Moran

    Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick

    (1.251)
    Aktuelle Rezension von: Beelesen

    Avery möchte nach ihrer Scheidung einen Neuanfang – für sich und ihre autistische Tochter Hailey. Da ihre Mutter schon seit einiger Zeit in Redwood lebt und nur Gutes über die kleine Stadt erzählt, beschließt Avery, ebenfalls dorthin zu ziehen. Redwood ist ein typisches Kleinstadt-Setting, in dem jeder jeden kennt und Zusammenhalt großgeschrieben wird. Und natürlich lassen es sich die Bewohner nicht nehmen, Avery mit dem Tierarzt Cade O’Grady verkuppeln zu wollen. 

    Doch ob das wirklich so einfach klappt?


    Ich habe diese Reihe vor Jahren gelesen und damals schon geliebt. Nun dachte ich mir, es wird langsam Zeit für einen Reread. Und was soll ich sagen? Ich liebe die Geschichte immer noch genauso! 🥹❤️


    Ich liebe einfach das Kleinstadt-Setting, Kelly Morans Schreibstil und vor allem ihren Humor. Ich liebe die Protagonisten und die Dynamik zwischen ihnen. Eigentlich liebe ich einfach alles an dieser Geschichte.


    Die Geschichte ist eine emotionale Achterbahnfahrt – von humorvollen und herzerwärmenden Momenten bis hin zu Szenen, die einem wirklich ans Herz gehen.


    Und ganz ehrlich? Ich würde am liebsten selbst nach Redwood ziehen. 🍂 


    Ich habe wirklich jede einzelne Seite genossen und freue mich jetzt schon darauf, die gesamte Reihe noch einmal zu rereaden. 


  2. Cover des Buches Pina fällt aus (ISBN: 9783471370063)
    Vera Zischke

    Pina fällt aus

    (338)
    Aktuelle Rezension von: SusanneSH68

    Dieser Roman erzählt eine Geschichte, die man nicht so schnell vergisst. Eine Mutter fällt aus gesundheitlichen Gründen aus und kann so ihren Sohn mit Einschränkungen nicht mehr versorgen. Zwangsweise springt die Hausgemeinschaft ein, von denen jeder Bewohner auch so seine eigenen Befindlichkeiten hat. Das wird alles sehr nahbar und warmherzig erzählt, man hat förmlich das Gefühl, mit in diesem Haus zu wohnen und wünscht es sich auch fast. Auch zeigt der Roman sehr eindringlich, was in Familien geleistet wird, wo ein Angehöriger zu Hause gepflegt wird. Mich hat das beim Lesen sehr erreicht. Der Schreibstil ist sehr flüssig und ich habe beim Lesen sogar Unterschiede im Tempo gespürt, zuerst kann die Mutter sich noch kümmern, ist vom Alltag getrieben, der Erzählstil war für mich schneller, als hinterher, wo die Mutter ausgefallen ist und die Hausgemeinschaft mühsam nach Wegen sucht, Leo zu betreuen. Ein sehr wichtiges Buch, großartig und warmherzig erzählt, auch von mir eine klare Leseempfehlung.  

  3. Cover des Buches Knochenschrei (ISBN: 9783944676104)
    Catherine Shepherd

    Knochenschrei

    (91)
    Aktuelle Rezension von: UnterDieHaut

    Das Cover ist einfach klasse. Und bei dem Wort „Knochenschrei“ fängt bei mir sofort das Kopfkino an zu laufen.

    Bei dem Buch handelt es sich zwar um den 8. Band der Reihe, aber das störte beim Lesen absolut nicht.

    Schon der Prolog beschert einem totale Gänsehaut und man hat das Gefühl, mit im Raum zu sein. Die Beklemmung ist beim Lesen spürbar. Die Kapitel wechseln sich immer zwischen Gegenwart und der Vergangenheit von vor 500 Jahren ab. Am Anfang hatte ich noch Bedenken, wie das funktionieren würde, aber im Laufe der Geschichte fügte es sich so gut zusammen wie ein Puzzle. Die Geschichte empfand ich zu keiner Zeit als
    langweilig. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht.

    Insgesamt bin ich positiv überrascht worden. Ich habe mir anfangs überhaupt nicht vorstellen können, wie die Geschichten aus zwei unterschiedlichen Zeiten zusammenpassen sollen, bzw. wie die Autorin es schafft, diese im Buch zu vereinen. Trotz viel zeitlichem hin und her konnte ich dem Buch jederzeit gut folgen. Auch der historische Teil der Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Und das, obwohl ich mir genau deswegen im Vorfeld ein wenig Sorgen gemacht hatte, aber das war völlig unbegründet (historische Romane sind normalerweise nämlich nicht so meins). 

    Ich wurde gut unterhalten und an der Nase rumgeführt. Für mich war es das erste Buch dieser Reihe und es konnte mich total von sich überzeugen.
    Nun habe ich wieder eine Lieblingsreihe mehr. Außerdem macht es irgendwie auch Lust, sich Zons mal im wirklichen Leben anzuschauen.


  4. Cover des Buches Meistens kommt es anders, wenn man denkt (ISBN: 9783404191987)
    Petra Hülsmann

    Meistens kommt es anders, wenn man denkt

    (270)
    Aktuelle Rezension von: elycalxa

    In „Meistens kommt es anders, wenn man denkt“ begleiten wir Nele, die von der Liebe endgültig die Nase voll hat. Nach einer Enttäuschung will sie sich eigentlich nur noch auf ihre Karriere konzentrieren und heuert bei einer angesagten Hamburger Werbe- und PR-Agentur an. Doch ihr Plan geht natürlich nicht so ganz auf: Ihr attraktiver neuer Chef Claas bringt ihr Herz ziemlich schnell ins Stolpern. Gleichzeitig sorgt ihr Privatleben für Trubel, denn ihr kleiner Bruder Lenny, der das Down-Syndrom hat, beschließt, dass er flügge werden und in eine eigene Wohnung ziehen möchte. Nele muss sich neu sortieren und feststellen, dass sich das Leben eben nicht immer strikt durchplanen lässt.  
    Nele als Protagonistin ist unheimlich sympathisch und lebensnah gezeichnet. Man kann ihren Hang, es immer allen recht machen zu wollen, und ihre Sorgen gut nachempfinden. Besonders die liebevoll gestalteten Nebenfiguren – allen voran ihr Bruder Lenny und natürlich der aus anderen Büchern bekannte Taxifahrer Knut – sorgen für viel Herz und ordentlich Schwung. Petra Hülsmanns Schreibstil ist wie gewohnt spritzig, locker und lässt sich super flüssig weglesen. Das typische Hamburger Lokalkolorit bringt zudem wieder richtig schönes Flair in die Geschichte.
    Einen Punktabzug gibt es von mir allerdings für die Entwicklung der Handlung: An einigen Stellen zieht sich die Geschichte leider etwas arg in die Länge. Zudem driften mir manche Szenen, gerade was die Liebesgeschichte angeht, doch ein bisschen zu sehr ins Kitschige ab. Hier hätte die Autorin die Story gerne etwas straffen dürfen, um den Schwung durchgehend aufrechtzuerhalten.
    Fazit:
    Trotz kleiner Längen und einer Extra-Dosis Kitsch ist es eine schöne, leichtfüßige Lektüre für zwischendurch. Wer Herzensgeschichten mit familiärem Trubel und Hamburger Charme mag, macht hier wenig falsch. Von mir gibt es daher gute 3,5 bis 4 von 5 Sternen!

  5. Cover des Buches Niemals − Thriller (Jenny Aaron 2) (ISBN: 9783518469408)
    Andreas Pflüger

    Niemals − Thriller (Jenny Aaron 2)

    (125)
    Aktuelle Rezension von: San_Keller

    Auch den zweiten Band der Reihe um die blinde Polizistin Aaron fand ich spannend und gut geschrieben. 

    Mittlerweile habe ich mich mit dem Schreibstil vom Autor vertraut gemacht. Wie bereits im ersten Band wird man mit einer Flut von Infos, Handlungssträngen, Charaktere und Perspektiven konfrontiert. Da ich an der Geschichte dranbleiben und zeitnah zu Band eins lesen konnte, war es kein Problem. Leider hatte ich es nur auf E-Book, was ein zurückblättern (was ich häufiger machen musste um nachzulesen wie was wo war) schwieriger.


  6. Cover des Buches Alles, was ich sehe (ISBN: 9783551560223)
    Marci Lyn Curtis

    Alles, was ich sehe

    (179)
    Aktuelle Rezension von: silversparklingpages

    Manchmal finden sich wirklich Schätze in einem Haufen voll Bücher. Und wo findet man Haufen von Büchern? Richtig, wenn eine Bibliothek ihre ausgeschiedenen Bücher hergibt.

    Bis vor ein paar Jahren, wusste ich nicht, dass Bibliotheken soetwas machen, aber ich konnte bei meinem ersten Mal nicht widerstehen und musste einfach was mitnehmen. Beim zweiten Mal ist es dann eskaliert, aber das ist eine andere Geschichte haha.

    Unteranderem habe ich dieses Buch gefunden, das mich durch den interessanten aber ein wenig schrägen Klappentext gecatched hat. Einige Jahre später habe ich es dann jetzt endlich gelesen.

    Inhalt

    Maggie ist blind geworden und hat wie jede Jugendliche ihre Schwierigkeiten mit der Umstellung. Bei einer Sitzung bei ihrem Psychiater, der sie bei der Umstellung unterstützen soll, lernt sie Ben kennen, den sie als einzigen Mensch seit ihrer Erblindung sehen kann. Auf der Suche nach einer Erklärung warum, währt die Freude über ihr zurückgewonnenes Augenlicht nicht lange. 

    Meine Leseerfahrung

    Aus irgendeinem Grund interessiert es mich immer und immer wieder, wie Protagonisten mit einer körperlichen Beeinträchtigung dargestellt werden. Der Klappentext hat mich also sehr gespannt zurückgelassen, vor allem mit der Implikation, dass Maggie Ben ja sehen kann. Ich war aber nicht auf diesen leichten Hauch Paranormalität vorbereitet. 

    Sehr schnell ist mir aufgefallen, dass ich lange schon nicht mehr zur Zielgruppe dieses Buches gehöre. Die Charaktere sind alle mitten in der Pubertät und Maggies Einstellung, dass sie alles hasst und mit nichts zufrieden ist, hat wirklich genervt. 

    Als sie dann herausfand, dass sie Ben sehen kann, kommt es so rüber, als ob sie ihn ausnutzen würde um ihr altes Leben ein wenig zurückzuhaben. Bens Bruder Mason ist ja generell der Meinung, dass Maggie nur vorspielt blind zu sein, um über Ben an Mason heranzukommen, weil Mason der Sänger einer bekannten Band ist. 

    Schön dargestellt wird, wie sich mit der Zeit eine enge Verbindung zwischen Maggie und Ben entwickelt. Mit der Zeit lernt sie auch mit allem neu umzugehen und knüpft durch gemeinsame Interessen Freundschaften, mit denen sie nie gerechnet hat. 

    Der paranormale Twist in der Geschichte ist ganz interessant und gibt dem Ganzen etwas düsteres, jedoch habe ich die Botschaft dahinter nicht ganz verstanden. 

    SPOILER! (zur Argumentation)

    Es ist ja schon ganz interessant, dass Maggie nur die Menschen sehen kann, die nicht mehr viel Zeit zu leben haben. Aber ich verstehe nicht, welche Botschaft es gleichaltrigen vermitteln soll, außer, dass es einen enormen psychischen Druck auf Maggie ausübt. Es wird dann auch nicht weiter eingegangen, wie sie ihr Leben leben wird. Was zwar eine coole Idee ist, scheint bei weiterem Nachdenken doch nicht mehr so toll zu sein.

    Die Charaktere

    Neben Maggie spielt auch Ben und sein Bruder Mason eine große Rolle. Meine Ansicht zu Maggie habe ich schon erzählt, weshalb ich euch jetzt ein bisschen mehr über Ben und Mason erzählen werde.

    Ben soll, soweit ich mich erinnern kann, um die 10 Jahre alt sein und ist für sein Alter ein sehr eigener Mensch mit einer sehr besonderen Faszination: Lexika. Er kennt unglaublich viele Fakten und teilt diese auch gerne. Er hat auch eine Krankheit, sodass er Krücken braucht, lässt sich davon aber nicht unterkriegen und ist ein sehr positiver Junge.

    Mason ist Bens älterer Bruder und hat auch einen ausgesprochen gut entwickelten Beschützerinstinkt. Anfangs ist er überzeugt, dass Maggie Ben nur ausnutzt, aber mit der Zeit wird auch er zu Maggies Freund. Ob die beiden im Endeffekt ein Paar werden, weiß ich nicht mehr. Mason ist noch bedrückt vom Tod ihres Vaters und ist zerrissen zwischen der Verantwortung und seinem eigenen Leben.

    Fazit

    Für jüngeres Publikum definitiv eine sehr gute Geschichte mit einer guten Message, aber für mich jetzt nicht unbedingt ein Buch, das ich nochmal lesen würde.

  7. Cover des Buches Die 5 Doppelpunkte / Die 5 Doppelpunkte und das verschwundene Skelett (ISBN: 9783752969092)
    Maria Braig

    Die 5 Doppelpunkte / Die 5 Doppelpunkte und das verschwundene Skelett

    (17)
    Aktuelle Rezension von: riraraffi

    Allein der Titel ist ein schöner Verweis auf die berühmten “ Drei ???” und die 5 Doppelpunkte erfüllen sich den Traum, den wohl jedes Kind irgendwann mal hatte: selber einen Kriminalfall lösen. Neben ihren ausgezeichneten detektivischen Fähigkeiten zeichnet sich die Gruppe auch noch in ihrer Vielfalt aus. Ferrari sitzt im Rollstuhl, die Väter der Zwillinge sind schwul, Abdo kommt aus Afrika und Slash lässt sich nicht einfach in ein Geschlecht einordnen. Meine erste Angst, dass durch die Gruppenkonstellation die Geschichte an einem Entwurf von Inklusion und Integration vorbeischlittert, da sich die “Außenseiter”der Klasse zusammentun, hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt. Die fünf wissen vielleicht um ihre Besonderheit, sehen sie aber als normal an und fordern wie selbstverständlich ihre Beachtung im Alltag. Selbstbewusst und schlau, gehen sie auch die Suche nach dem verschwundenen Skelett an. Und auf die Lösung muss man erstmal kommen, da gilt es nicht nur, die Figuren dafür zu loben, sondern auch die Autorin für ihre Kreativität. Eine wirklich schöne Krimigeschichte für Kinder, die ganz nebenbei eine wichtige Botschaft vermittelt. Hoffentlich lösen sie noch weitere Fälle zusammen!

  8. Cover des Buches Kleiner Löwe, großer Mut (ISBN: 9783845837598)
    Tom Belz

    Kleiner Löwe, großer Mut

    (77)
    Aktuelle Rezension von: Lovely_Lila

    * Spoilerfreie Rezension! *

      ~ Für mich ist „Kleiner Löwe, großer Mut“ ein rundum gelungenes Kinderbuch mit schönen Illustrationen, einer tollen Hauptfigur und einer wichtigen Botschaft. Lediglich bei der Darstellung der weiblichen Figuren hätte ich mir hier weniger Klischees und einen moderneren Zugang gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung! ~

     

    Inhalt

    Seit der junge Löwe Tobe ein Bein verloren hat, wird er von den anderen Tieren nicht mehr ernst genommen und unfreiwillig geschont. Dabei will er doch nur ein ganz normales Löwenleben leben! Und dass er das kann, wird er allen beweisen… 

     

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Einzelband
    Altersempfehlung: 4+
    Erzählweise: Figurale Erzählweise, Präsens
    Tiere im Buch: + Im Buch werden keine Tiere verletzt oder getötet.
    Inhaltswarnungen: -
    Frauenfeindliche / gegenderte Beleidigungen: ---

     

    Diese Geschichte solltest du lesen, wenn dir folgende Themen/Dinge in Büchern gut gefallen:

    - Leben mit Behinderung / Inklusion
    - Diversität
    - Mut & Selbstvertrauen
    - Optimismus
    - Freundschaft
     

    Lieblingszitate 

    „Tobe ist ein ganz gewöhnlicher kleiner Löwe.“ Seite 3


    „‚Wir wollen dich schonen‘, antworten seine Freunde.
    Tobe versteht das nicht.
    ‚Wer hat denn gesagt, dass ich geschont werden will?‘, fragt er.“ Seite 4

     

    Meine Rezension

    Nach längerer Zeit war es für mich wieder einmal Zeit für ein Kinderbuch, damit ich für meine zukünftigen Nichten und Neffen gut gerüstet bin. „Kleiner Löwe, großer Mut“ war da auf jeden Fall die richtige Wahl!

    Was mir so gut daran gefallen hat? Fast alles! Unter anderem haben mich der einfache, flüssige und verständlich Schreibstil und die süße Geschichte (für Kinder ab 4) von Tom Belz und Carolin Helm auf ganzer Linie überzeugt. Im Mittelpunkt steht hier ein junger Löwe namens Tobe, der (wie der Autor selbst) ein Bein verloren hat und nun mit dieser Behinderung leben muss. Die anderen Tiere unterschätzen ihn aber ständig, wollen ihn schonen und schützen, obwohl er doch nur ein ganz normales Löwenleben leben, eigene Entscheidungen treffen und ernst genommen werden möchte. Dass er das auch schafft, will er seinen Freund:innen durch eine Mutprobe beweisen – ob es klappt, werde ich an dieser Stelle nicht verraten, hierzu müsst ihr schon selbst das Buch lesen… 😉

    Mit „Kleiner Löwe, großer Mut“ zeigt der Autor (der nicht nur Vereinsfußballer und Schlagzeuger einer Band war, sondern sogar mit nur einem Bein und Krücken den Kilimandscharo bestiegen hat), wie normal und schön ein Leben mit Behinderung sein kann. Der Löwe Tobe kann hier Kindern (und sicher auch Erwachsenen) sowohl als positives Vorbild dienen als auch dabei helfen, Vorurteile über Menschen mit Behinderung abzubauen, weshalb die Geschichte aus meiner Sicht ein sehr wertvolles, empfehlenswertes Kinderbuch zum Thema Inklusion ist! Übrigens tritt Tom Belz auch als Sprecher in Schulen auf – eine wichtige Information für alle Pädagog:innen, die es ermöglichen wollen, dass ihre Kinder einmal einen Autor „hautnah“ erleben können. 

    Sehr gut gefallen haben mir auch die wunderschönen, farbenfrohen Illustrationen von Alexandra Helm und die vielen kleinen Details, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben (z. B. der Gesichtsausdruck der Käfer, wenn der Löwe laut brüllt). Diese Prise Humor war wirklich ein großer Pluspunkt! Interessant fand ich auch die Verbindung aus Natur und Menschlichem: Da gibt es im Buch schon einmal einen Filmeabend mit Popcorn, Sport mit Schutzhelm und eine Punktewertung für den besten Sprung ins kühle Nass. 

    Punkteabzug gibt es von mir nur für die Darstellung einiger weiblicher Figuren. Diese werden recht klischeehaft durch lange Wimpern, Schleifen am Kopf, Röcke, Bikini-Oberteile (bei einem Hasen, ernsthaft?) und einmal sogar durch Tutu und Krone (= Prinzessin) gekennzeichnet. Das geht im Jahr 2024 einfach besser! 

     

    Mein Fazit

    Für mich ist „Kleiner Löwe, großer Mut“ ein rundum gelungenes Kinderbuch mit schönen Illustrationen, einer tollen Hauptfigur und einer wichtigen Botschaft. Lediglich bei der Darstellung der weiblichen Figuren hätte ich mir hier weniger Klischees und einen moderneren Zugang gewünscht. Von mir gibt es trotzdem eine Empfehlung!

     

    Bewertung

    Idee: 5 Sterne ♥
    Geschichte / Inhalt: 5 Sterne ♥
    Ausführung: 4,5 Sterne
    Schreibstil: 5 Sterne ♥
    Hauptfigur: 5 Sterne ♥
    Figuren: 4 Sterne
    Illustrationen: 5 Sterne ♥
    Rollenbilder/Feminismus: 3 Sterne


    Insgesamt:

     ☆★☆★,5 Sterne

     Dieses Buch erhält von mir viereinhalb Sterne!

     

  9. Cover des Buches Als Ela das All eroberte (ISBN: 9783551322630)
    Raúl Krauthausen

    Als Ela das All eroberte

    (53)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Heute ist Ela nicht zu bremsen! Sie ist viel zu aufgeregt. Ein kribbliges Gefühl von Vorfreude verleiht ihr Flügel...“


    Im Rahmen des Ferienprogramm werden die Kinder das Planetarium besuchen. Die Sterne sind Elas Welt.

    Das Autorenteam hat ein inhaltsreiches Kinderbuch geschrieben. Der Schriftstil passt sich der Zielgruppe an. Er ist abwechslungsreich, mal sachlich, wenn es um Fakten geht, und humorvoll, wenn Ela mit ihren Freund Ben unterwegs ist.

    Ela ist sitzt zwar im Rollstuhl, strotzt aber vor Lebensfreude und Zukunftshoffnung. Zusammen mit ihrem Freund Ben sind sie ein prima Team.

    Der Besuch im Planetarium wird sehr anschaulich beschrieben. Die Kinder lernen nicht nur eine Menge über das Weltall und unser Sonnensystem, sie dürfen auch Fragen stellen. Jede wird mehr oder weniger ausführlich beantwortet. Ela weiß eines: Sie will Astronautin werden.

    Doch es gibt Erwachsene, die Zweifel in sie säen. Mit Ben zusammen aber entwickelt sie einen Plan, wie sie sich darauf vorbereiten könnten. Ihre Ideen und deren Umsetzung haben mir sehr gut gefallen. Schön, dass es da noch Onkel Micha gibt, der ihnen hilfreich zur Seite steht.

    Dann aber kommen Ela selbst Zweifel, als eine Sache nicht so klappt, wie sie sich das gedacht hat. Es sind die Worte ihrer Mutter, die sie aufbauen.


    „...Dass nicht sofort alles klappt, heißt nicht, dass du aufgeben musst. Es ist wichtig, dass du an dich selbst glaubst. Ganz egal, was die anderen sagen...“


    Am Ende gibt es nochmals acht Fakten über das All und die Raumfahrt und acht Fragen rund um Ela.

    Viele farbige Illustrationen veranschaulichen die Handlung.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es macht Mut und zeigt den Wert guter Freunde.

  10. Cover des Buches Simpel (ISBN: 9783733507664)
    Marie-Aude Murail

    Simpel

    (380)
    Aktuelle Rezension von: Maza_e_Keqe

    Colbert Maluri ist 17 Jahre alt und will seinen Schulabschluss an einer renommierten Einrichtung in Paris absolvieren. Dafür zieht er mit seinem 22-jährigen Bruder Barnabé in die große Stadt. Glücklicherweise finden sie einen Platz in einer Wohngemeinschaft junger Studenten und einer Studentin. Dass Barnabé, genannt Simpel, geistig behindert und damit auf dem Intelligenzstand eines 3-jährigen Kindes ist, bringt nicht nur den Schüler an seine Grenzen, sondern wirkt sich auch auf das Leben in der neuen Umgebung aus.

    Ich hatte anfangs einige Schwierigkeiten mich durch die Erzählweise in die Geschichte ziehen zu lassen. Das seltsame Verhältnis von „Simpel“ zu seinem Stofftier „Monsieur Hasehase“ empfand ich als irritierend.

    Sehr gut gefällt mir, dass sämtliche Protagonisten mit ihrem Alter vorgestellt werden. Für mich klangen leider die Namen der WG-Bewohner ähnlich, so dass ich sie häufig durcheinanderbrachte (Colbert, Corentin, Emmanuel, Enzo).

    Die Geschichte selbst ist sehr warmherzig erzählt und ich habe mit den Figuren mitgefiebert und -gelitten. Außerdem bewundere ich Colberts scheinbar grenzenlose Geduld, mit der er sich um seinen Bruder kümmert. Es gibt immer wieder einige witzige Szenen und schöne zwischenmenschliche Momente. Genervt hat mich Colberts Hin und Her bei der Suche nach einer Partnerin, obwohl die Wahl doch eindeutiger nicht hätte sein können.

    Als sehr befremdlich und unangenehm empfand ich die Einblicke in die „Klinik“, das Heim, in dem Simpel untergebracht war und dessen Behandlungsmethoden an den Anfang des letzten Jahrhunderts erinnern.

  11. Cover des Buches Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden. (ISBN: 9783499010293)
    Raul Krauthausen

    Wer Inklusion will, findet einen Weg. Wer sie nicht will, findet Ausreden.

    (13)
    Aktuelle Rezension von: charline_liest

    Eigentlich halte ich mich sehr zurück mit generalisierten Empfehlungen wie „Dieses Buch sollte jede*r gelesen haben“, denn Interessen und Geschmäcker sind nun mal unterschiedlich. Aber dieses Buch lege ich wirklich allen ans Herz, gerade Menschen, die – wie ich – bisher noch nicht viele Berührungspunkte mit dem Thema Inklusion hatten.

    Ich habe das Buch hauptsächlich deshalb in die Hand genommen, weil es als nächstes auf der Liste eines Buchclubs stand, den ich sehr schätze, und nicht unbedingt, weil mich das Thema so sehr interessierte. Zu Behinderung, Inklusion und Ableismus hatte ich nur das Halbwissen, das ich mal rechts und links im Internet bei Aktivist*innen aufgeschnappt hatte, aber ich hatte immer den Eindruck, das habe wenig mit mir zu tun. Persönliche Vorurteile abbauen ist das Eine, aber echte Inklusion war für mich immer etwas, das „von oben“ kommen muss (Rampen bauen, Schulsystem anpassen, …). Außerdem habe ich ja selbst selten mit behinderten Menschen zu tun, muss ich mich als nicht-behinderte Person dann überhaupt damit beschäftigen, wo ich auf die meisten Dinge doch sowieso keinen Einfluss habe?

    Die größte Erkenntnis, die mir dieses Buch erst mal verschafft hat, ist die (eigentlich banale) Antwort auf die bisher ungestellte Frage, warum ich in meinem Leben so selten mit behinderten Menschen zu tun habe: Viele von ihnen werden in Sonderräume gedrängt, wie Förderschulen, Werkstätten und spezielle betreute Wohnformen oder Heime. Auf gut nachvollziehbare Weise wird im Buch dargelegt, dass es sich dabei nicht um Schutzräume für die Menschen darin handelt, sondern eher für die nicht-behinderten Menschen draußen, die sich auf diese Weise nicht mit ihnen auseinandersetzen müssen.

    Was mich am meisten überrascht hat, ist die Tatsache, dass die Voraussetzungen für erfolgreiche Inklusion bereits vorhanden sind: Es gibt sie längst, die Studien, die Strategien und andere Länder, die vormachen, wie es funktionieren kann. Es fehlt uns hier in Deutschland lediglich am politischen und gesellschaftlichen Willen, diese Konzepte auch in die Realität umzusetzen. Das finde ich krass, weil ich bisher wirklich über einige Dinge gedacht habe: ‚Na ja, wenn das bisher nicht umgesetzt wurde, dann muss es ja daran liegen, dass es schwierig oder unmöglich ist.‘ Dieses Buch hat mir mit klaren Fakten und guten Argumenten das Gegenteil bewiesen.  

    Dabei erklärt der Autor, selbst bekannter Inklusions-Aktivist, all das nicht allein. Er holt sich für die unterschiedlichen Themengebiete im Buch Menschen ins Boot, die darüber nicht nur aus persönlicher Erfahrung berichten, sondern auch Expert*innen auf ihrem Gebiet sind. Durch die Interviews mit ihnen kommt ein breites Spektrum an Expertisen zusammen, die sich u.a. um bauliche Barrierefreiheit, Schule und Arbeitsmarkt, selbstbestimmtes Leben oder die Rolle behinderter Menschen in den Künsten drehen. Im Text finden sich auch viele Fußnoten, die Möglichkeiten zum Weiterlesen bieten, wenn man sich in einen der Aspekte noch stärker vertiefen will.

    Dabei ist das Buch sehr klar strukturiert: Jedes Kapitel behandelt ein spezifisches Thema, und am Ende eines jeden Kapitels werden noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse daraus als Fazit festgehalten. Das finde ich sehr wertvoll und nützlich, um das Gelesene noch einmal zu rekapitulieren.

    Was ich persönlich nicht gebraucht hätte, sind die ständigen Relativierungen, wenn es um Kritik an Strukturen geht. Wenn der Autor z.B. auf das Machtgefälle zwischen behinderten Menschen und Pflegepersonal in einer Einrichtung oder auf die Ausbeutung in den Werkstätten aufmerksam macht, wird er nicht müde, immer wieder zu betonen, dass ein Großteil des Pflegepersonals sicher einen guten Job macht oder dass es auch behinderte Menschen gibt, die gern in den Werkstätten arbeiten. Andererseits machen diese Einschübe das Buch zugänglicher für Menschen, für die der Unterschied zwischen struktureller und individueller Kritik nicht so offensichtlich ist.

    Insgesamt ein sehr gelungenes Sachbuch, das ich vor allem Menschen empfehlen kann, die sich bisher nur wenig oder gar nicht mit Inklusion beschäftigt haben – denn das Thema geht uns alle an.

  12. Cover des Buches Angry Cripples - Stimmen behinderter Menschen gegen Ableismus (ISBN: 9783701182770)
    Alina Buschmann

    Angry Cripples - Stimmen behinderter Menschen gegen Ableismus

    (18)
    Aktuelle Rezension von: nessabo

    Diese Anthologie habe ich fast in einem Zug gelesen! Das liegt an den wirklich herausragend kuratierten Beiträgen, die sich überwiegend sehr leicht lesen lassen und ein vielschichtiges Bild von den Lebensrealitäten behinderter, chronisch kranker und neurodivergenter Menschen zeichnen. Zwei Beiträge sind in Bildform, der Rest in kurz gehaltenen Texten gestaltet.

    Wie immer und völlig akzeptabel bei Anthologien: Manche Texte haben mich mehr erreicht als andere. Die Beiträge von Chris Lily Kiermeier, Jasmin Dickerson, Irina Angerer und Tanja Kollodzieyski haben mich besonders begeistert.

    Das Buch sollte nicht als ein Einstiegswerk zum Thema Ableismus verstanden werden. Es ist vielmehr eine unglaublich wichtige Ergänzung zum theoretischen Wissen, für das ich bspw. „Behindert und Stolz“ von Luisa L’Audace empfehlen kann. Denn die reine Theorie kann uns als Gesellschaft nicht ausreichend weit bringen, wenn wir unter Ableismus leidenden Menschen in ihrer Vielfalt nicht zuhören. Und genau das schafft dieses Werk auf kurzweilige und eindringliche Art.

    Absolute Empfehlung!

    P.S.: Vom Umgang der Herausgeberinnen mit den Vorwürfen gegen einen der Autoren können sich richtig viele Menschen im Literaturbereich etwas abgucken! Der Betroffenen wurde geglaubt und der entsprechende Beitrag ab der folgenden Auflage sowie dem Hörbuch (das sowieso zu empfehlen ist) gestrichen. So und nur so sollte es sein!

  13. Cover des Buches Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung (ISBN: 9783985952922)
    Robert Ralf Keintzel

    Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung

    (31)
    Aktuelle Rezension von: Nina_Albert

    Mit „Eine Geschichte der Menschen mit Behinderung – Dis/abled in 500–1620“ öffnet Robert R. Keintzel ein oft vergessenes Kapitel der Geschichte und schenkt jenen eine Stimme, die über Jahrhunderte kaum wahrgenommen wurden. Zwischen dunklem Mittelalter, Seuchen, Heilkunst und gesellschaftlichen Machtstrukturen entfaltet sich ein beeindruckend recherchiertes Werk, das historische Fakten mit Menschlichkeit verbindet.

    Keintzel zeigt eindrucksvoll, wie sich Vorstellungen von Krankheit, Normalität und Behinderung im Wandel der Zeit verändert haben und wie eng Ausgrenzung, Glaube, Medizin und soziale Ordnung miteinander verflochten waren. Trotz der wissenschaftlichen Tiefe bleibt das Buch zugänglich und berührend geschrieben. Es liest sich stellenweise wie eine Reise durch die Schattenseiten der Geschichte – erschütternd, nachdenklich und zugleich voller Würde für die Menschen, um die es geht.

    Dieses Buch ist weit mehr als ein Sachbuch: Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Inklusion, Verständnis und Mitmenschlichkeit. Ein Werk, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet.

    👩🏻‍🦽👩🏻‍🦽👩🏻‍🦽👩🏻‍🦽👩🏻‍🦽 | 5


  14. Cover des Buches Schwer behindert / leicht bekloppt (ISBN: 9783905896619)
    Bernd Mann

    Schwer behindert / leicht bekloppt

    (10)
    Aktuelle Rezension von: buchfeemelanie
    Dieses Buch berichtet von vielen Jahren einer ganz besonderen Freundschaft. Berd lernt Christian während seiner Zivi Zeit kennen, wird Pfleger und Freund.
    Die Aufopferung, der Mut und Lebenswille der Beiden hat mich sehr berührt. Solch ein soziales Verhalten findet man viel zu selten.
    Wir begleiten die Beiden auf einer großen Strecke ihres gemeinsamen Lebens.

    Der Schreibstil ist ganz gut, das Buch hochwertig verarbeitet.  Der Leser erfährt viel über dem Kampf mit den Behörden, das Reisen und den tückischen Alltag.

    Allerdings habe ich eine Prise mehr Humor vermisst. Ein paar Fotos hätten mich sehr erfreut und das gelesene ein bisschen aufgelockert.

    Fazit: Ein Buch über zwei besondere Menschen, denen man nur alles Gute wünschen kann.
  15. Cover des Buches Die Endlichkeit des Augenblicks (ISBN: 9783499274237)
    Jessica Koch

    Die Endlichkeit des Augenblicks

    (166)
    Aktuelle Rezension von: november2014

    Inhalt:

    Samantha lernt die beiden Freunde Basti und Josh kennen, die unterschiedlich nicht sein können. Basti ist trotz seines schweren Schicksals, dass ihn an den Rollstuhl kettet, ein fröhlicher und lebenslustiger Mensch. Im Gegensatz dazu leidet Josh an Depressionen und verbreitet immer schlechte Stimmung. Schnell werden Basti und Sam ein Paar. Doch auch Josh findet immer mehr Gefallen an Sam. Was bedeutet das für die Freundschaft von Basti und Josh?

    Meinung:

    Die „Danny-Triologie“ von Jessica Koch hatte mir richtig gut gefallen und auch emotional ziemlich berührt. Leider kann ich das bei diesem Buch nicht behaupten. Das fing schon mit dem Schreibstil an, der überhaupt keinen Tiefgang hatte. Die einzelnen Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Protagonisten geschrieben sind, waren viel zu kurz. Ich konnte überhaupt keinen Zugang zu den Protagonisten finden- Auch viele Handlungsstränge waren für mich nicht nachvollziehbar. Die Charaktere waren mir bis auf „Basti“ unsympathisch.

    Es gab natürlich auch durchaus positive Aspekte. Was mir zum Beispiel richtig gut gefallen hat, waren die Zitate die immer wieder im Buch vorkommen. Vor allem das Zitat am Anfang von Johnny Depp: „Wenn du zwei Menschen zur gleichen Zeit liebst, dann entscheide dich immer für den zweiten, denn er hätte niemals dein Herz erobert, wenn der erste der Richtige gewesen wäre.“ Dieses Zitat hat mich richtig berührt und hat eine Menge an Emotionen versprochen. Leider war dies meiner Meinung nach absolut nicht der Fall. Einige sind trotz allem sehr schön gewesen.

    Fazit:

    Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen und hat mich regelrecht enttäuscht. Von mir daher auch keine Weiterempfehlung. Ich habe noch ein Buch von der Autorin auch meinem Sub und hoffe sehr dass es mir besser gefällt.

  16. Cover des Buches Du + Ich = Liebe (ISBN: 9783955309596)
    Heike Wanner

    Du + Ich = Liebe

    (69)
    Aktuelle Rezension von: Sabrysbluntbooks

    Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben. Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf. Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft. Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg ...

    OMG was für eine Story... ich habe sie geliebt und verschlungen... 

    Dank des fliessenden Schreibstils war ich nach wenigen Seiten in der Story und konnte es nicht mehr weglegen. Die Protagonisten hatten so viel tiefe und das Buch hatte so viel ehrliche Szenen, ach... Ich habe es verschlungen...

    Die Liebesgeschichte bannt sich ganz langsam an, die beiden treffen aufeinander und mögen sich zu beginn nicht recht, dann aber entsteht eine Freundschaft die relativ schnell in eine zarte Liebesgeschichte rübergeht... ich habe mit den Protagonisten mitgefiebert und mitgelitten...

    Mir gefiel auch, wie ehrlich und brutal die Story auch die Behinderung von Ben gezeigt hat und es war in den einzelnen Szenen auch Thema (z.Bsp. das gewisse Tätigkeiten nicht mehr gehen oder nicht mehr reibungslos funktionieren, oder wie die beiden einander erkunden...). Wirklich schöne Umsetzung einer Wundervollen Idee, den Plot Twist hatte ich zwar kommen sehen, trotzdem war das Buch für mich sehr interessant und ich habe mich ein Stuck in die beiden verliebt und bin schon fast traurig, dass ihre Geschichte vorbei ist und ich weiter ziehen muss... 

    Mein erstes Buch der Autorin aber bestimmt nicht mein letzten, kann ich nur weiterempfehlen, man bekommt hier eine wundervolle Liebesgeschichte an die ich noch eine Weile denken werden :)

  17. Cover des Buches Klartext (ISBN: 9783442776498)
    Sara Nović

    Klartext

    (7)
    Aktuelle Rezension von: filipinesbuchclub

    In einem Internat für Gehörlose in Amerika kreuzen sich die Wege von Charlie, Austin und February. Charlie, taub geboren, erhielt mit zwei Jahren ein Cochleaimplantat, das ihr aber kein ausreichendes Hörvermögen verschafft und sie vom Erlernen der Gebärdensprache und damit von normaler Kommunikation ausgeschlossen hat. Austins Vorfahren sind seit Generationen taub, und er gilt als Überflieger in der Gehörlosengemeinschaft. Die Geburt seiner Schwester stellt jedoch seine Welt auf den Kopf. February, die Direktorin des Internats, kämpft sowohl um ihre Ehe als auch um den Erhalt der Einrichtung, die aufgrund finanzieller Schwierigkeiten geschlossen werden soll.


    Die gehörlose Autorin Sara Novic nimmt die Leser mit auf eine Reise in die Welt der Gehörlosen und beleuchtet ihre Herausforderungen, ihre tiefe Verbundenheit und ihren unermüdlichen Kampf um Anerkennung. Das Buch bietet eine Einführung in die Gebärdensprache, geschichtliche Einblicke und beleuchtet medizinische Fortschritte und ihre Tücken. All dies ist in eine fesselnde Geschichte mit liebenswerten und sympathischen Protagonisten eingebettet. Dieses Buch hat alles, was ein großartiges Leseerlebnis ausmacht, und ich konnte es kaum aus der Hand legen.


    Reese Witherspoon beschreibt es treffend als „eine augenöffnende und zu Herzen gehende Geschichte über menschliche Verbindungen und die Schönheit und Widrigkeit, die es mit sich bringt, gehörlos zu sein. Ich liebe dieses Buch!“ Ich könnte es nicht besser zusammenfassen. Dieses Buch ist ein echtes Lesehighlight, das ich jedem wärmstens empfehlen kann.


  18. Cover des Buches Die Pfotenkicker. Zusammen verschieden - gemeinsam stark! (ISBN: 9783451717628)
    Matthias Ginter

    Die Pfotenkicker. Zusammen verschieden - gemeinsam stark!

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_Reinländer

    Klappentext / Inhalt:

    Der Fußballplatz ist heute voller Staub und wildem Durcheinander. Der Seelöwe watschelt dem Ball hinterher, die Häsin schlägt flinke Haken – und der Tausendfüßler versucht verzweifelt, seine vielen Füße zu sortieren. Da kommen Matze Luchs und Chrissi Katze vorbei und motivieren die Tiere, als TEAM zusammenzuspielen. Und plötzlich passiert etwas Erstaunliches: Aus Chaos wird Gemeinschaft. Aus Schwächen werden Stärken. Und alle merken: Zusammen sind sie richtig stark! So treten die Pfotenkicker beim Fußballfest gegen die selbstbewussten Wildschweine von „Rasende Randale“ an. Was als wildes Spiel beginnt, wird zu einer Überraschung für das ganze Dorf. Denn hier zählt nicht, wer am stärksten ist – sondern wer füreinander einsteht.
    Eine fröhliche Bilderbuchgeschichte über Vielfalt und die Kraft des Miteinander.

    Cover:

    Das Cover ist kreativ und bunt umgesetzt und zeigt verschiedene Tiere beim Fußball spielen. Optisch und farblich ist das Ganze sehr schön und zur Thematik passend umgesetzt.

    Meinung:

    Eine tolle Geschichte, nicht nur für Fussballfans. Tierischer Spaß und das Miteinander ist hier wichtig. Jedes der Tiere hat seine ganz eigenen Stärken und erst als Team, in dem jeder seine Stärken zeigen kann, sind die Tiere wirklich stark.

    Inhaltlich möchte ich hier aber nicht mehr verraten und halte mich mit weiteren Details dazu zurück.

    Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich leicht und locker lesen. Die Texte sind kurz und verständlich gehalten. Auch die Botschaft dahinter ist sehr schön und gut verständlich umgesetzt. Auf dem Fussballplatz tobt das Leben und jedes der Tiere ist besonders und hat seine eigenen Stärken. Im Team und beim Miteinander werden diese noch besser und deutlicher herausgebracht, wenn man sich gegenseitig stützt und stärkt und so können die verschiedenen Tiere im Team auch gut gegen die selbstbewussten Wildschweine ankommen. Denn es zeigt sich hier, dass ein Team, welches zusammenhält eine große Stärke entwickeln kann. 

    Die Textabschnitte haben eine gute und angenehme Länge. Die Geschichte lässt sich flüssig und angenehm lesen. Die bunten Bilder runden die Geschichte sehr schön ab und veranschaulichen sehr gut das Gelesene. Eine tolle Geschichte über Zusammenhalt, die Stärke als Team und die Kraft des Miteinanders.

    Ich fand die Geschichte sehr schön und liebevoll umgesetzt. Die einzelnen Charaktere wurden sehr schön in Szene gesetzt und auch die bunten Bilder und Illustrationen setzen das Gelesene sehr gut um. Eine tolle Geschichte für groß und klein und nicht nur für Fussballfans.

    Fazit:

    Das Miteinander im Team und die verschiedenen Stärken unterstützen macht es besonders.

  19. Cover des Buches Valentinas große Fahrt (ISBN: 9783837525731)
    Annabell Behrmann

    Valentinas große Fahrt

    (1)
    Aktuelle Rezension von: Kinderbuchkiste

    Auf euch wartet eine ganz wundervolle 

    und sehr starke Geschichte

     über ein Mädchen mit Down-Syndrom, 

    das ein ganz besonderes Ziel verfolgt.

    Sie möchte bei den

    Special Olympics Weltspielen 

    eine Medaille gewinnen

    Es ist eine Geschichte über das Down-Syndrom, Gefühle, Ziele und Mut und über Ausgelachtwerden.

    Ein Buch voller Lebensfreude und Zielstrebigkeit

    klärt, Mut macht und

    Brücken baut

    ab 4 Jahren

    Valentina ist ein Mädchen mit einem Traum.

    Ein Mädchen mit einem besonderen Ziel.

    Ein Mädchen, das mutig und zielstrebig voller Ehrgeiz ihren Weg geht.

    Ein Mädchen mit dem Herz am rechten Fleck,

    aufgeschlossen und voller Lebensfreude.

    Valentina ist ein besonderes Mädchen.

    "Ein besonders tolles Mädchen", sagen die Eltern

    (und auch wir!!)

    Valentina hat das Down-Syndrom

    aber ist das nicht eigentlich egal?

    Eigentlich sollte es egal sein, ob jemand ein Handicap hat oder nicht.

    Leider ist es in unserer Gesellschaft immer noch so, dass Menschen mit Handicap immer auf ihre "Behinderung" reduziert werden und nicht einfach als ein Mensch wie Du und Ich gesehen werden.


    Annabell Behrmann und Miriam Opresnik erzählen mit diesem Bilderbuch auch ein Stück weit die Geschichte von Valentina Beck.

    Valentina Beck ist eine junge Frau, die mutig und zielstrebig die Herausforderung im Sport sucht. 2017 gewann sie in Ramsau (Österreich) im Schneeschuhlaufen die Gold-, Silber- und Bronzemedaille. 2019 holte sie in Abu Dhabi Gold mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel und jetzt 2023 startet sie bei den Special Olympics World Games in Berlin im Radrennen auf ihrem Dreirad.



    Inspiriert von ihr entstand diese Geschichte, die viel über das Down-Syndrom erfahren lässt, aber noch mehr über etwas, das allen Menschen gleich ist. Einen Traum haben, mutig seinen Weg gehen, ein Ziel verfolgen, dass kann jeder und wer den Mut dazu bislang nicht hatte, wird vielleicht durch Valentinas Geschichte ermutigt.


    Alles beginnt damit, dass Valentina es gar nicht erwarten kann bis der Vater mit ihrem neuen Fahrrad kommt. Voller Vorfreude sitzt sie ungeduldig am Fenster. Die Zeit scheint gar nicht zu vergehen. Einfühlsam beschreibt die Geschichte die emotionale Achterbahnfahrt, die Valentina in der Wartezeit durchlebt. Jeder, der schon einmal auf etwas Schönes gewartet hat wird Valentina nachfühlen können und genau das ist dann auch schon der erste Moment, der uns deutlich macht, dass Gefühle einfach menschlich sind und völlig unabhängig, ob man ein Handicap hat oder nicht. Das Valentina auf Grund ihres Down-Syndroms die Uhr nicht richtig lesen kann bzw. sich schwer mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen tut, ist hier ehr zweitrangig.
    Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie groß die Freude war als der Vater dann endlich ankommt. Das Fahrrad ist noch viel schöner, als Valentina es sich vorgestellt hat und es wird euch auch nicht wundern, dass sie direkt eine Probefahrt machen möchte.
    Und genau das macht sie dann auch.
    Im Park trifft sie auf zwei Jugendliche, die sich über sie und ihr Dreirad lustig machen. Sie meinen, ein Dreirad sei nur etwas für Babys ist nicht aber für Teenies und Jugendliche. Wir wissen das ist großer Quatsch. Valentina hingen versteht nicht, was an ihrem Fahrrad falsch ein soll. Das sie ausgelacht wird macht sie traurig und davon bekommt sie Bauchschmerzen.
    Valentina sieht vielleicht etwas anders aus wie die meisten, sie reagiert mitunter auch anders, vielleicht sagen jetzt einige, dass Menschen mit Down-Syndrom naiver sind. In unseren Gruppengesprächen über das Buch waren wir uns einig, sie sind nicht naiver, sie leben vielleicht aber mit mehr Gefühl und mehr natürlicher Herzlichkeit, vielleicht sind sie auch unbefangener aber naiv oder dumm sind sie absolut nicht. Was an Kinder mit Down-Syndrom anders ist wird in der Geschichte ganz wunderbar erklärt. Hier wird der Vergleich mit Keksbacken herangezogen, wo der Teig bestimmt Zutaten benötigt und wenn eine Zutat zu viel ist, das Ergebnis etwas anders ist.
    Valentinas Radfahrkünste werden immer besser. Sie hat ein großes Ziel vor Augen, für das sie unglaublich intensiv trainiert. Sie will an den Special- Olympics Weltspielen teilnehmen und auf dem Siegertreppchen stehen und tatsächlich darf sie auch mitfahren.
    Für Valentina ist es die erste Reise ohne ihre Eltern. Gemeinsam mit den anderen Teilnehmern fährt sie im Bus nach Berlin, während die Eltern mit dem Auto und ihrem Rad nachfahren.
    In Berlin erlebt Valentina die Eröffnungsfeier der Spiele mit ganz viel Gänsehautgefühlen und Momenten. Die Vorfreude auf ihren Wettbewerb ist riesengroß. Auch in Berlin trainiert sie für das große Rennen und dabei passiert ein dummer Unfall. Für Valentina scheint ein Traum zu platzen, das Fahrrad ist so nicht mehr fahrbar.
    Eigentlich sollte ich hier aufhören zu erzählen, um die Spannung nicht zu nehmen, doch um euch zu vermitteln, wie wichtig und intensiv diese Geschichte ist, verrate ich es doch. Valentina nimmt teil und steht auf dem Siegertreppchen. Sie ist sehr stolz auf ihre Medaille. Als Valentina wieder zuhause ankommt erwartet sie ein großes Empfangskomitee. Alle sind unglaublich stolz auf sie und ob ihr es glaubt oder nicht, da ist doch tatsächlich jemand, der ziemlich dumm aus der Wäsche guckt. Der sich ein wenig schämt und gern ihre Medaille gern einmal anfassen möchte.
    Ahnt ihr, wer es ist?
    Valentinas Geschichte hat viele Botschaften und ist nicht auf eine Zielgruppe festgelegt.
    Kinder ohne Beeinträchtigung erleben, dass Kinder trotz Handicap genauso ticken wie sie selbst. Sie sind ungeduldig, wenn sie wissen, dass etwas Tolles passiert, sie haben Träume und Ziele. Gleichzeitig erfahren sie mehr über das Down-Syndrom und die Gefühle die Valentina durchlebt.
    Jeder ist anders und doch sind wir uns so ähnlich, das zeigt diese Geschichte.
    Kindern (Teens und Jugendlichen) mit Handicap zeigt die Geschichte genau, wie allen anderen Lesern, dass es sich lohnt, Träume und ein Ziel vor Augen zu haben, auf das man hinarbeitet.
    Valentina hat viel trainiert, hat sich nicht unterkriegen lassen und mutig ihr Ziel verfolgt. Das ist "echt stark", sagen die Lesekinder und müssen eingestehen, dass sie auch schon oft Träume hatten, aber diese nicht so ehrgeizig verfolgt haben, weil sie dachten es klappt doch nicht.
    Valentina macht es einfach und genau das ist die Botschaft, die bei allen Kindern ankommt. Macht es, setzt euch Ziele, arbeitet an eueren Träumen.
    Es muss ja nicht immer ein Sieg sein.


    Sabrina Kotzerke fängt die Geschichte und das Geschehen in zauberhaften und sehr ausdrucksstarken Illustrationen ein. Durch die ausdrucksstarke Mimik der Figuren können wir Leser ganz wunderbar miterleben wie was gerade gedacht oder gefühlt wird. So sehen wir nicht nur Valentinas Gefühle, sondern auch das Auslachen der Jugendlichen, die Beschämtheit und die Freude aller.
    Die wundervolle Farbigkeit unterstützt die hoffnungsvolle, mutmachende Geschichte perfekt. Es sind echte GuteLaune-Farben, die einen positiv stimmen und der Geschichte viel Fröhlichkeit und Leichtigkeit verleihen.

    Uns hat das Buch extrem gut gefallen. Sowohl die Kita- und Vorschulkinder als auch die Grundschüler Klasse 1-3 waren richtig begeistert. Es gab viel Gesprächsstoff und den Kindern lag viel daran auch etwas zur Geschichte zu sagen, was nicht immer nach Vorleserunden so ist.
    Gut fanden die Kinder z.B. das hier etwas über das Down-Syndrom erklärt wird, dass Valentina so mutig ist, dass die Geschichte zwar von einem Kind mit Down-Syndrom handelt, aber das das irgendwie im Laufe der Geschichte in den Hintergrund tritt und man einfach das Gefühl hat, dass es eine Geschichte über ein Mädchen mit einem Traum ist, den sie verfolgt.
    Valentina steht nicht nur für Kinder mit Handicap, Valentina steht für alle Kinder und so ist ihre Geschichte auch eine Botschaft an alle.
    Ein Kind sagte:" Von Valentina kann man ganz viel lernen, ich finde sie toll!"
    Genauso ist es.
    Von Valentina kann man ganz viel lernen.
    Valentina ist toll.
    Genauso toll wie jeder andere.
    Jeder ist anders. Jeder ist besonders, und jeder kann etwas besonders gut.
    Und wenn man etwas wirklich will, lohnt es sich sein Ziel vor Augen zu behalten und es zu verfolgen.
    Und an die Erwachsenen hier möchte ich noch sagen, dass es auch wichtig Kind zu unterstützen. Hinter Valentina standen und stehen viele, die an sie glauben und stolz auf sie sind. Das Gefühl trägt und gibt Sicherheit. Sicherheit, die wichtig ist beim sich Ausprobieren.
    Traut eueren Kindern mehr zu, begleitet sie unaufdringlich.



  20. Cover des Buches Die 13te Sonne (ISBN: 9783981692976)
    Rico Gehrke

    Die 13te Sonne

    (2)
    Aktuelle Rezension von: buchwanderer
    »Um aus dem Netz zu entkommen, muss der Fisch drei Voraussetzungen erfüllen. Erstens, er muss springen können. Zweitens, er muss springen wollen und drittens, vor allem muss er im Netz sein.«“ (Pos.276)

    Zum Inhalt:


    Eine weitere ebenso normale wie – bei Licht betrachtet – absurde Schlacht in einem der schon zur Normalität gewordenen Kriege verfeindeter terranischer Interessensgemeinschaften sollte es werden; bis zu dem Punkt auf der Zeitlinie, an dem die Verkettung unwahrscheinlichster Kausalitäten das Gefüge von Raum, Zeit, Realität und dem ganzen Rest in eine Mixtur verwandeln sollte, in der sich keiner der Akteure auf mehr als das – scheinbar reale – Hier und Jetzt zu fokussieren vermag.

    Denn darüber hinausgehend öffnet sich ein Raum von Möglichkeiten Gegenwarten zu erleben, Vergangenheiten zu denken und Zukünfte zu extrapolieren, die weit außerhalb – oder wo auch sonst immer – des Begreifbaren, des Ertragbaren und des Übers(t)ehbaren ein wie auch immer geartetes Dasein einfordern. Fokus der Geschichte ist dabei ein an sich nicht sonderlich „aufregender“ Planet dessen Namen wechselt, je nachdem welche Rasse man nach demselben fragt. Doch Unuto, so der gebräuchlichste der Namen, entpuppt sich als Brennpunkt einer Linse von der niemand mit Sicherheit sagen kann, in welchem Raum, welcher Zeit oder gar welcher Realität in einem schier endlos erscheinenden Multiversum sie sich manifestiert.

    Die Crew der Mercury Pirate wird durch dieses Kaleidoskop an inkohärenten Möglichkeiten gezogen, getrieben, geschleift. Und was sie entdecken kostet nicht nur Leben – wie auch immer man die zu definieren gewillt ist –, es kostet auch den zentralen Fels jeder menschlichen Existenz: den Sicherheit verheißenden Glauben an eine kontinuierliche Verlässlichkeit der umgebenden Gegenwart. Dabei beschränkt sich die Auswirkung der Wellen, welche die Ereignisse auf Unuto und im Rest der Galaxie schlagen nicht etwa nur auf die stets selbstverliebten Terraner, die in ihrer Nabelschau die Möglichkeit einer Koexistenz mit außerirdischem Leben nur selten in Betracht ziehen. Es sind eben diese extraterrestrischen Intelligenzen, Kulturen, Rassen, für die die Erdenabkömmlinge bestenfalls eine vorübergehende Erkältung des Planeten darstellen, jedoch mit den Nachwehen derselben man leben muss.

    Fazit:


    Der Begriff Saga kommt mir nicht allzu häufig über die Lippen resp. die Tastatur, aber in diesem Fall wird er dem über 1000 Seiten starken Wälzer – und v.a. der inhaltlichen Komplexität – am ehesten gerecht. Rico Gehrke hat eine hochkomplexe Geschichte entworfen, die einen erfrischenden Kontrapunkt zu oft drögen Zeitschleifenspielereien darstellt. Man sei gewarnt: einfach zu lesen ist der teils verworren erscheinende Text keinesfalls und nicht selten stellt sich ein Zustand ein, in dem sich einem der eigene Geist darstellt, als hätte man ihn mal eben so durch einen Fleischwolf oder eine Singularität gedreht.

    Lässt man sich auf Erzählstil und Gedankengänge Gehrkes ein, steht nicht erst am Ende ein aufrüttelndes, in Frage stellendes, v.a. aber nachhallendes Leseerlebnis an, welches nicht einfach einzuordnen ist auf der Standardskala zwischen „geht so“ und „bin begeistert“. Ebenso wie die Realität den „Helden“ der Geschichte, entzieht der Text sich im positivsten Sinne einer platten Schubladisierung in Standard-Zeit-Raum-Reise-SF. Neben gesellschaftspolitisch anklingenden Kritikpunkten, bekommt auch wenig versteckt resp. subtil ein in realiter durchwegs präsenter religiöser Wahn „sein Fett weg“.

    Bei alle dem sei noch erwähnt, dass Rico Gehrke dies alles auf einem sprachlich sehr hohen Niveau, mit einer erzählerischen Fertigkeit bewerkstelligt, die ihresgleichen im deutschsprachigen Bereich dieses Genres sucht. Es kann durchwegs als meisterhaft, einfühlsam, bildgewaltig und virtuos bezeichnet werden, wie die Szenarien der Welt rund um und auf Unuto und jene der Charaktere sprachlich gebannt werden. In jedem Fall ist dieses Buch eine klare Leseempfehlung wert.


    (1) Alle Angaben, sowohl Seiten-/Positionsnummern, wie auch technische Details, beziehen sich auf die eBook-Ausgabe des Rezensionsexemplares
  21. Cover des Buches Blaukäppchen und der gute Wolf (ISBN: 9783505150098)
    Nico Sternbaum

    Blaukäppchen und der gute Wolf

    (29)
    Aktuelle Rezension von: angies_bücher

    Meine Tochter ist ein sehr großer Wolf-Fan und ärgert sich immer sehr darüber, dass Wölfe als böse, gemein und gefährlich dargestellt werden. Aus diesem Grund habe ich mich sehr gefreut als ich dieses Buch entdeckt habe. 

    Blaukäppchen findet den Wolf,der ganz traurig ist, weil niemand mit ihm Spielen möchte. Das will Blaukäppchen genauer wissen und geht mit dem Wolf zu den anderen Tieren. Und siehe da, Blaukäppchen kann ganz viele Vorurteile und falsche Vermutungen der anderen Tiere aus dem Weg räumen. Am Ende feiern alle zusammen mit dem Wolf eine Party. 

    Das Buch ist sehr süß und warmherzig geschrieben. Auch die Zeichnungen sind sehr schön und gelungen. Meine Tochter jedenfalls war begeistert und hat sich sehr gefreut, dass endlich mal jemand darüber aufklärt,dass der Wolf eigentlich ganz lieb ist. :-)

  22. Cover des Buches Wir packen das und sagen was (ISBN: 9783551522993)
    Regina Feldmann

    Wir packen das und sagen was

    (5)
    Aktuelle Rezension von: Flaventus

    Ich finde die Idee gut, mit Vorlesegeschichten Kindern Situationen zu zeigen, in denen sich Erwachsene nicht geeignet ihnen gegenüber verhalten. Das Autoren-Duo nimmt sich beispielhaft eine Kindergartengruppe, in denen die Kinder von ihren Erlebnissen erzählen. Die anderen Kinder (der Gruppe) kommentieren die Ereignisse und zeigen somit, ab wann das betroffene Kind etwas hätte sagen müssen.

    Herausgekommen sind neun Geschichten, in denen es jeweils zu unterschiedlichen Situationen gekommen ist, die übergriffig und nicht in Ordnung waren. Das gilt insbesondere dann, wenn Erwachsene solch ein Verhalten unüberlegt an den Tag legen. Innerhalb der Geschichte wird mit einer Sprechblase eine Frage gestellt, um über das Gehörte zu reflektieren. Diese Frage kann man als Vorlesender auch problemlos weglassen.

    Ebenfalls gut sind am Ende die Info-Kästen, die sich an die Erwachsenen richten und nochmals erläutern, was nicht in Ordnung ist. Bis auf die letzte Geschichte, in der es um stressige Situationen geht, sind alle Ereignisse leicht nachvollziehbar, wie z.B. das Streicheln über den Kopf eines Kindes (das gilt übrigens auch für das „behütende“ bzw. „beschützende“ Hand auflegen) oder das ungefragte Umarmen des Kindes.

    Fazit

    Übergriffige Situationen gibt es im Kinderalltag (leider) immer wieder. Da finde ich es wichtig, den Kindern Mut zu machen, sich dagegen zu stemmen und auch einem Erwachsenen Paroli zu bieten. Dieses Buch zeigt über die unterschiedlichen Erzählungen sehr anschaulich, was passiert ist, wie das (eingeschüchterte) Kind reagierte und wie es besser reagiert haben sollte.

  23. Cover des Buches Einfach Sunny (ISBN: 9783522188630)
    Maren Graf

    Einfach Sunny

    (78)
    Aktuelle Rezension von: Zimtstange

    Wir durften "Einfach Sunny" (Teil 1) als Rezensionsebook über NetGalley lesen. 

    Es hat uns deshalb vor allem viel Freude und auch die genau richtige Menge an Spannung bereitet, wenn wir unterwegs waren. Und so verbinden wir Sunny jetzt mit dem Strand, mit dem Zug, aber auch mit kuscheligen Momenten im Bett. 

    "Einfach Sunny" erschien im Januar 2026 beim Thienemann Verlag.

    Eine Sachen-Sucherin, die nicht sehen kann. Unmöglich, denkst du? Von wegen! Aber als Sunny dem ruhigen Ben begegnet, steht sie dann doch vor ihrem kniffligsten Fall - und auch vor neuen Freundschaften.

    Ein wunderbar spielerischer Einblick für Kinder in das Leben mit einer Sehbehinderung - das vielleicht dann doch auch recht normal ist mit seinen Alltagsthemen. 

    Geschrieben wurde das Buch mit viel Gefühl, Ehrlichkeit und Humor. Wir freuen uns schon sehr auf das 2. Sunny-Buch von Maren Graf.

  24. Cover des Buches Kleidung ist für alle da! (ISBN: 9783949315084)
    Susann Hoffmann

    Kleidung ist für alle da!

    (3)
    Aktuelle Rezension von: kleine_buecherwuermchen

    Das Pappbuch zeigt Kinder, die unterschiedliche Kleidungsstücke anhaben. Ein Kind erzählt, was es gerne trägt und warum. Eines mag zum Beispiel Latzhosen, weil die so viele Taschen haben. Dabei spielt das Geschlecht keine Rolle, denn Kleidung ist für alle da!

    Meine Erfahrung/Meinung:
    🤩
    Ich liebe die großen und farbenfrohen Illustrationen. Dass sie noch dazu vielfältig und inklusiv sind, ist noch schöner! Besonders gefreut habe ich mich über die Kinder mit Hörgeräten, da mein Bücherwürmchen auch eines trägt.
    Wir sind, obwohl mein Kind erst 2 1/2 Jahre alt ist, auch schon einige Male mit Geschlechterklischees konfrontiert worden. Erst letztens meinte eine Person am Spielplatz: „Entschuldige dich bei dem Mädchen, äh dem Jungen. Ich weiß nicht, was es ist.“ 😅 Ich dachte mir … EIN KIND! Hab aber nichts gesagt, weil ich damit beschäftigt war, mein Kind zu trösten. Letztens hat sich mein Kind auch etwas in einer bestimmten Farbe ausgesucht und die Verkäuferin hat ihm dann noch zusätzlich das Ding in der „geschlechtsspezifischen Farbe“ gegeben. 🙈
    Genau deshalb finde ich solche Bücher mehr als wichtig! Ich möchte mein Kind dazu ermutigen, es selbst zu sein und Sachen nicht nur deshalb zu mögen, weil das gesellschaftlich so aufgezwungen wird.

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