Bücher mit dem Tag "inquisition"
69 Bücher
- Umberto Eco
Der Name der Rose
(1.631)Aktuelle Rezension von: MH41197Man kann mir mit Recht nachsagen, dass ich historische Romane nicht mag. Das hat seine Gründe - das Genre ist meiner Ansicht nach weder Fisch noch Fleisch, meist trivial, neolibreal dazu auffordernd, sich gleichzeitig an vergangenen Brutalitäten zu ergötzen und dabei dankbar zu sein, heute in der "besseren Welt" (die - Ironie! - natürlich frei von jedem Unrecht ist ... Nicht!) leben zu dürfen, und außerdem überfüllt mit sinnentleerten Gewalt- und Sexszenen.
Mit anderen Worten: Ich hätte vielleicht nicht gedacht, dass ich jemals einem historischen Roman eine volle Punktzahl geben würde, hätte ich Umberto Ecos "Der Name der Rose" nicht gekannt. Denn dieser Roman ist in jeder Hinsicht perfekt - obwohl in vergangenem Setting.
Im Italien des Jahres 1327 reist der englische Franziskanermönch und Ex-Inquisitor William von Baskerville (eine von Ecos humoristischen Anspielungen auf andere Literaten - der Nachname ist klar aus Sherlock Holmes entlehnt) mit seinem jugendlichen deutschen Gehilfen Adson von Melk in eine abgelegene, düstere Abtei in den Appenninen, um dort an einer theologischen Debatte zwischen den zerstrittenen Mönchsorden teilzunehmen. Aufgrund seiner Berühmtheit als früherer Inquisitor - vor allem als einer, der diese Tätigkeit mehr als Richter und Detektiv, denn als Hexenverbrenner verstand -, wird William vom Abt gebeten, den sonderbaren Tod eines jungen Mitgliedes des Klosters aufzuklären. William beginnt zu ermitteln - und stößt dabei schon bald an die Grenzen der Weltbilder seiner Zeit, und zwischen die Machenschaften der Post-Kreuzzugs-Ära der spätmittelalterlichen religiösen Extremisten, die für ihre Überzeugungen zu morden und zu sterben bereit sind und jedem Andersdenkenden keinerlei Existenzrecht zugestehen - sei er Wissenschaftler, Freigeist, kritisch denkender Theologe, Katharer, Jude, Muslim ... oder einfach nur eine Frau zur falschen Zeit am falschen Ort.
Spannend ist dieser Roman allemal - aber nicht im klassischen Stil eines Krimis (der "Der Name der Rose" zweifelsohne ist), dafür ist die Handlung sehr viel dichter gepackt, fast schon eine Milieustudie eines (spätmittelalterlichen) Klosters oder: einer religiös fundamentalistischen (oder wie wir es heute nennen würden: "evangelikalen") Gesellschaft - und damit hat der Roman trotz seines fernen Themas auch noch etwas: Aktualität. Wenn wir die Extremisten in Ecos Kloster über "die Ketzer" reden hören und über den Niedergang der Welt, dann fühlt man sich nicht wenig erinnert an moderne Eiferer, deren Ersatzwort für den Begriff Ketzer "die Woken" geworden sind, wenn man die Selbstherrlichkeit des letztendlichen Antagonisten erlebt, der im Bewusstsein vollkommener Rechtschaffenheit seine Mitbrüder zu einem höheren Ziel tötete und als Kollateralschäden in Kauf nahm, so hat man die Worte von selbstgerechten, brutalen Machtmenschen wie Putin oder Netanyahu im Ohr, und mit dem Selbstmord des Antagonisten und seinem Versuch, dabei alles mit sich zu vernichten, so denkt man unweigerlich an die Selbstmordattentate des ISIS. Umberto Eco hat einen Roman in der Vergangenheit geschrieben, der uns etwas über seine Gegenwart, und aus Ecos Perspektive, der ihn in den 1970er Jahren schrieb, sogar über Ecos damalige Zukunft, die heutige Gegenwart, erzählt. Und darin besteht bereits die Genialität des Namen der Rose - und in seinem Schreibstil: Denn Eco schreibt einen Plot im Plot - macht sich selbst zum zweiten Protagonisten, der im "heute" (oder eben: in den 1970ern) die französische Übersetzung der lateinischen Niederschrift des alten Mönches Adson von Melk ins zeitgenössische Italienische übersetzt - und begibt sich in dieser Eigenschaft dann in die Haut des alten Adson von Melk, der im Rahmen seines mittelalterlich-klösterlichen Weltbildes rückblickend die Geschichte seines jugendlichen Ichs an der Seite von William von Baskerville erzählt.
Der Name der Rose ist ein stilistisch, thematisch, plottechnisch und handwerklich ein Werk der Superlative: Der beste und der EINZIGE historische Roman, der nicht als "Märchen für Erwachsene" daher kommt, sondern einen Plot erzählt, der in tieferer Bedeutung von der erzählten Zeit in die Gegenwart seiner Niederschrift und bis ins Heute übergreift. Der Name der Rose ist kein "alter Schinken". Keine Mittelalterromantik. Er ist relevant - damals wie heute. Und auch morgen - solange es religiösen Extremismus und Machtgefälle in der Welt gibt.
- Luca Di Fulvio
Das Mädchen, das den Himmel berührte
(480)Aktuelle Rezension von: Engel63Luca di Fulvio @lucadifulvio_ hat die faszinierende Geschichte „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ so lebhaft geschrieben, dass ich mich sofort darin eingebunden fühlte. Die Hauptfiguren Mercurio und Giuditta, die einen langen schwierigen Weg gehen, sich immer wieder verlieren und finden, ärmlich aufgewachsen und trotzdem sehr stark und zielgerichtet sind. Knapp 1‘000 Seiten Spannung, kribbeln, Luft anhalten, weinen oder sogar heulen, lachen und schmunzeln. Ich habe dieses herrlich Natürliche geliebt und mich sehr gut in die Figuren hinein fühlen und mit leben können. Bin begeistert wie gut Luca die Zeit aus dem 16. Jahrhundert beschreibt, Rom und Venedig kennt und sein Wissen mitteilt. Ein historischer Krimi kann nicht besser sein. Interessant wie Mercurio sich immer wieder verwandeln kann, Menschen an der Nase herumführt und seine Ziele erreicht. Die Jüdin Giuditta aus Einfachem Spezielles herstellt, das sogar die Reichen haben wollen und so der Neid der Rivalin Benedetta bis ins Unermessliche geht, unvorstellbar. Jede Seite ein Genuss und lesenswert.
- Ildefonso Falcones
Die Kathedrale des Meeres
(527)Aktuelle Rezension von: oldjoe1610Sehr gut recherchiertes Buch. Der Autor hat fundierte geschichtliche Kenntnisse und baut diese zu einem wirklich interessanten historischen Roman aus. Zwischendrin ist er manchmal relativ langatmig aber schlussendlich hätte ich gerne noch weiter gelesen. Nachdem ich schon einige historische Romane gelesen habe, die im heutigen Deutschland spielten war der Schauplatz hier (Barcelona) auch sehr interessant.
- Ken Follett
Das Fundament der Ewigkeit
(245)Aktuelle Rezension von: mesuAuch in diesem Buch beweist der großartige Ken Follet sein Gespür für historische Geschichten. Es ist eine vielschichtige, spannende und monumentale Zeitreise, in deren Zentrum immer die Kathedrale von Kingsbridge steht. Sie trotzt dem ewigen Kampf der Menschen in jeder Epoche und ist ein standhaftes Wahrzeichen für alle Generationen. Eine wunderbare historische Buchreihe, die man unbedingt lesen sollte!
- Virginia Boecker
Witch Hunter
(934)Aktuelle Rezension von: Angellika_BuenzelEin weiteres Buch, das ich zusammen mit meinem Buchclub gelesen habe. Und was soll ich sagen? Selten waren wir uns so einig: Wir fanden es alle nur durchschnittlich, weil alles zu kurz kommt. Das Magiesystem wird nicht erklärt und bleibt oberflächlich. Die Welt bleibt genauso im Verborgenen. Die Figuren und ihre Emotionen werden nur angerissen. Die Handlung kurz und knapp geschildert. Dafür gibt es viele kleinliche Beschreibungen, die die Handlung nicht vorantreiben.
Wie komme ich eigentlich auf Romantasy? Ja, das frage ich mich auch ein wenig. Es gibt eine Liebesgeschichte. Romantik kommt aber nicht auf, und warum die beiden sich verlieben, bleibt unbeantwortet. Es ist ein wenig nach dem Motto: Du bist heiß, also muss es Liebe sein.
- Daniel Kehlmann
Tyll
(317)Aktuelle Rezension von: Hubertus_FeldmannWer bei dem furiosen Auftakt noch gedacht hatte, dass ein solches Niveau wohl nicht durchzuhalten sei, reibt sich am Ende der Lektüre verwundert die Augen: Ist das möglich? Welches vertiefende Lesen, welches Nachdenken über eine längst vergangene Zeit (30-jähriger Krieg) ist erforderlich, um so stilsicher, auf schwierigem Parkett, eine solche Geschichte zu erzählen, die so abstrus wie unterhaltsam, so voller Klamauk, bei immer auch vorhandenem Ernst (wenn auch meist mit einem Augenzwinkern), daherkommt? Wo Tod und Leben so nahe beieinander wohnen, dass sie nur durch eine solche Erzählweise einigermaßen zu ertragen sind. Es wird viel gelitten und viel gestorben in diesem aktuellen Roman von Daniel Kehlmann. Die Liebe wird in dieser Zeit noch etwas anders definiert, sie ist allerdings spürbar – trotz aller Wirrnisse.
Es ist dieser Schreibstiel voller Brillanz, makellos und hinterhältig zugleich, der diesen Roman auszeichnet. Mit dem allerdings Inhalte transportiert werden, die alles andere als elegant zu bezeichnen sind, eher abscheulich bis grotesk, teilweise oberhalb der Schmerzgrenze. Auch wenn damit zum Teil Nachdenkliches mitgeliefert wird und sogar neuere Erkenntnisse der Hirnforschung auftauchen: „Stattdessen [um vor lauter Hunger nicht immer nur an essbare Dinge zu denken] kann man ans Jonglieren denken, das sich nämlich auch in Gedanken üben lässt – man wird dadurch besser.“
Man könnte den Inhalt dieses Buches allerdings auch anders sehen, beispielsweise so. Was passiert mit den historischen Ereignissen, wenn man die Handelnden zu tumben Hampelmännern degradiert, wenn die historischen Ereignisse verballhornt werden, nur um auf Seiten des Lesers Lacher (und damit Anhänger) zu generieren? Der größte Erfolg für denjenigen, der den Zeitgeist unterhaltsam trifft, wenn auch mit tiefsinnigem Nonsens? Zum Glück steht auf dem Buchdeckel „Roman“ und nicht Geschichtsbuch.
(3.4.2018)
- Marie Lu
Young Elites 2. Das Bündnis der Rosen
(244)Aktuelle Rezension von: traumweltenwandererSie hat ihre Schwester gerettet, aber kann sie auch sich selbst retten? Adelina wünscht sich nur eins: Rache an denen, die sie verraten haben. Das ist vor allem die Gemeinschaft der Dolche, aber auch die Inquisition, die sie töten wollte. Doch auf der Suche nach Verbündeten wird die Dunkelheit in ihr durch ihre Rachewünsche immer weiter angeheizt und Adelina droht darin zu versinken.
Meine Gedanken:
Nachdem ich den Anfang des ersten Bands in nicht ganz guter Erinnerung hatte, war ich überrascht wie schnell mich Young Elites hier gepackt hat. Ich war sofort in der Story drin und fand von Anfang an besonders Adelinas Sichtweise sehr spannend. Diese ist hier nämlich merklich düsterer und man merkt richtig wie die Dunkelheit in ihr wächst. Dass man so Einblicke in die Gefühlswelt der Antiheldin bekommt und sie dadurch auch viel besser verstehen kann, fand ich super.
Mit Magiano kommt zusätzlich ein sehr interessanter und humorvoller Charakter hinzu. Die Dialoge wurden durch ihn sehr viel leichter und ich habe alle Szenen mit ihm sehr gemocht.
Im Grunde genommen ist die ganze Zeit etwas Spannendes passiert, doch der letzte Funken hat für mich gefehlt. Die Kapitel waren mir oft zu lang und ich hatte Mühe, wirklich an der Geschichte dranzubleiben. Die Geschichte hat sich an einigen Stellen gezogen und ich konnte leider nie viel am Stück lesen ohne Pausen dazwischen einzulegen.
Alles in allem hat mir der Schreibstil gut gefallen, die Handlung war interessant und die verschiedenen Perspektiven spannend (einige mehr als andere). Das Setting in einer Stadt, die Venedig ähnelt, fand ich toll, hätte nur gerne mehr darüber gelesen.
Adelina ist ein dunkler Charakter und lässt dabei viel Platz für spannende Entwicklungen. Besonders am Ende hat sie mich überrascht und ihr Verhalten macht definitiv Lust auf Band 3.
Fantasy-Fans, die lieber der Antiheldin als dem Good-Girl folgen, werden Young Elites lieben.
- Marie Lu
Young Elites 1. Die Gemeinschaft der Dolche
(652)Aktuelle Rezension von: Mike_LeseratteEs dreht sich um Adelina. Durch das Blutfieber gehörte sie zu eines der wenigen Kinder, die später besondere Kräfte entfalten. Diese zu bändigen soll sie bei der Revolutionistengruppe der Dolche lernen, wäre da nicht ihr Hang zur Dunkelheit.
Es ist interessant und spannend geschrieben. Jedoch habe ich nie den richtigen Bezug zur Protagonistin gefunden, was hauptsächlich daran liegt, dass sie so von Hass, Angst und Wut sich beeinflussen lässt.
Trotzdem passt die Charakterentwicklung sehr gut. Wie sie wegen dem Terror des Vaters und dem ganzen Schmerz als Folge sich so entwickelt.
- Sarah Blakley-Cartwright
Red Riding Hood - Unter dem Wolfsmond
(219)Aktuelle Rezension von: BlutmaedchenIch glaube ich habe meine Sprache noch nicht ganze wiedergefunden. Irgendwie bin ich enttäuscht. "Red Riding Hood" - hochgelobt und tief gefallen. Eine Story, die mehr Potenzial hatte als von den Autoren herausgeholt wurde.
Mir fehlte das Kribbeln, das Mitfiebern, die Emotionen...
Dabei fing alles vielversprechend an: Die hübsche junge Valerie lebt mit ihren Eltern und einer Schwester in einem Dorf namens Daggorhorn. Als es um Opferlämmer und Erzählungen über Werwölfe gibt, erlebt man als Leser den ersten Kick und man denkt das da mehr bei rauskommen könnte. Es ist eine klassische Märchengeschichte, die von einem außergewöhnlichen Mädchen erzählt, dass einem Jungen zur Heirat verprochen wurde und dessen Herz an einem anderen hängt.
Als der Wolf auftaucht und ihre Schwester tötet ändert sich alles. Und Valerie muss erkennen was der Wolf will: Sie!
Eine Hexenjagd beginnt und endet mit dem Tod vieler. Das Ende ist sehr kurz gehalten, wenig überraschend und ohne großen Ooooh-Effekt.
Nachdem ich das Buch beendet hatte, fühlte ich mich komisch. Im Kopf bin ich alles noch einmal durchgegangen, habe den Haken aber auch bis jetzt noch nicht finden können. Es war zu interessant um es wegzulegen, deshalb habe ich es kaum aus der Hand legen wollen - und doch hat die Geschichte für mich nichts gehabt, was sie mir noch einmal schmackhaft machen könnte.
Das Cover ist atemberaubend toll, aber das war es auch schon fast. Normalerweise macht man sich als Leser ein Bild über die Hauptfigur, aber ich konnte mir kein umfangreiches Bild über Valerie machen, außer das sie eine starke Persönlichkeit ist und irgendwie anders - aber wie anders? Da muss die eigene Fantasie einsetzen, was ich schade finde.
Man merkt, dass dieses Buch auf einem Drehbuch basiert, denn die eigene bildliche Entwicklung entstand bei mir nicht. Als wäre es Rohmaterial ohne den letzten Feinschliff.
Erst die letzten fünfzig Seiten waren lesenswert. Der Anfang zog sich einfach zu lang. Ich bekam eine Ahnung worum es ging, aber immer wenn ich es greifen wollte, worüber gesprochen wurde, es zu verstehen versuchte, entglitt mir alles.Fazit:
Wahrscheinlich ist es das erste Mal, dass ich das sage, aber der Film wird das Buch bestimmt übertreffen! Ich habe zu diesem Buch keinen Zugang gefunden, auch wenn das Grundgerüst dieser Geschichte gut ist. Wäre das stabiler und umfangreicher gewesen, hätte ich wahrscheinlich mehr Spaß mit Valerie und ihren Freunden gehabt.
Hinzu kam, dass oft das Wort "Es" durch ein "Er" ersetzt wurde. Zitat: "Er wurde Zeit." Heißt das nicht "Es wurde Zeit"? Leider kam das ein paar mal vor, sodass es sich in meinen Kopf verfestigt hat. Normalerweise schaffe ich es über so etwas hinwegzusehen^^ - T.S. Orgel
Die Blausteinkriege 1 - Das Erbe von Berun
(155)Aktuelle Rezension von: P_GandalfDer erste Band der Blausteinkriege "Das Erbe von Berun" macht trotz ein paar Schwächen Lust auf mehr.
Die Blausteinkriege spielen in einer mittelalterlich geprägten Welt, wie viele andere High Fantasy Geschichten auch. Den Gebrüdern Orgel ist ein eigenständiger Weltenentwurf gelungen, der in sich stimmig zu sein scheint.
Das Kaiserreich von Berun scheint den Zenit seiner Macht überschritten zu haben. Der regierende Kaiser taucht zwar nicht persönlich im Roman auf, wird jedoch als schwach und vergnügungssüchtig beschrieben. So ist es nicht verwunderlich, dass Teile des Reichs, die mit Waffengewalt erobert wurden, unterstützt von anderen Reichen aufbegehren. Nur eine Handvoll Getreuer um die Kaisermutter hat die Kraft und den Willen sich dem entgegen zu stemmen. Zu diesen Personen zählt Henrey Thoren, der Puppenspieler.
Daneben werden Sara, eine junge Metis mit außergewöhnlichen Kräften und Marten ad Sussetz als Hauptcharaktere eingeführt. Während Sara sich im Laufe der Story von Straßenmädchen zu einer Schwertkämpferin wider Willen im Dunstkreis der Kaisermutter entwickelt, wird Marten in eine entlegene Provinz beordert. In wie weit Marten - wie es der Klappentext verspricht - eine der entscheidenden Person im Schicksal Beruns werden soll, ist zum Ende des Bandes noch immer unklar.
Meinung:
+ in sich stimmiger, durchaus eigenständiger Weltenentwurf
+ das Magieprinzip beruht ähnlich wie bei Brandon Sanderson auf der Einnahme von Kristallen, den Blausteinen (Sanderson Metalle)
+ Magie ist nicht das Allheilmittel, wenn sich eine aussichtslose Lage abzeichnet
+ interessante Glaubens-/Religionswelt mit klassischen Ritterorden zur Verteidigung derselben
+ komplexe Interessenslagen aus denen sich verschiedene Handlungsstränge und Intrigen ergeben
+ Charaktere sind vielschichtig und nicht "eingleisig"
+ guten Nebencharaktere z.B. Meister Messer- Charakterentwicklung ist nicht bei allen Personen wirklich gelungen (Sara, Marten)
- an manchen Stellen verliert die Handlung an Spannung und wirkt zäh
- mir zu wenige Hintergrundinformation z.B. über die Reisenden oder die verschiedenen VolksgruppenFazit:
Für alle Fantasy Fans ein Muss
- Wolfgang Hohlbein
Am Abgrund
(380)Aktuelle Rezension von: TanteGhostDer Protagonist ist von Anfang an interessant und weiß nicht einmal selber, was er genau ist. Er gerät unfreiwillig in ein Abenteuer.
Inhalt: Andrej will in das Dorf seiner Kindheit zurück kehren. Er möchte seinen Sohn wiedersehen und die Trauer um seine Frau verarbeiten. Doch im Dorf angekommen sieht er nur noch eine menschenleere Siedlung und im großen Wehrturm findet er die Leichen all jener, die er eben noch vermisst hat.
Einzig ein Junge, ein Familienmitglied, aber eben nicht sein Sohn, hat überlebt und kann ihm erzählen, was passiert ist.
Frederic und Andrej machen sich an die Verfolgung der Entführer und der Dorfbewohner, welche sie mitgenommen haben. Dabei stoßen sie auf ihre Widersacher und Andrej seine Weichheit sorgt später dafür, dass unschuldige Gasthausbesucher in einem höllischen Flammenmeer umkommen müssen.
In Constanta angekommen, scheinen Frederic und Andrej so ziemlich an ihrem Ziel zu sein. Doch sie haben sich mit ziemlich zwielichtigen Leuten eingelassen, die Andrej jetzt in die Pfanne hauen.
Andrej gerät in Gefangenschaft und in den Strudel von Machenschaften mächtiger Leute. Und er lernt etwas wichtiges über sich und seine Familie.
Fazit: Oh man, schon wieder eine Reihe. Ich kann aber auch machen, was ich will. Jedes, aber auch jedes Buch, was mich in irgendeiner Form anmacht, was ich gern lesen wollen würde, ist Teil einer Reihe. - So auch hier. Einziger Vorteil: In diesem Fall handelt es sich um den ersten Band eben dieser Reihe. Und eins ist mal klar, wenn mich der Band hier überzeugt, dann werde ich mir wohl auch die folgenden noch irgendwie holen müssen. Da führt wohl kein Weg daran vorbei *seufz - Kann nicht mal jemand das Erschaffen von immer und immer wieder neuen Reihen einfach verbieten…. das wäre doch mal was. - Alles klar, es werden wohl die die nächsten 9 Folgebände auch noch werden.
Der Start in die Reihe war spannend und authentisch. Hohlbein hat hier kein langes Vorgeplänkel gemacht und ist gleich voll in die Handlung eingestiegen. Gleich zu Anfang bin ich auf den Protagonisten neugierig geworden. Dass er nicht ganz “normal” ist, war mir von Anfang an klar und dass er so auffällig wenig über sich selber wusste, hat die Handlung nur noch zusätzlich aufgepeppt.
Alles an der Handlung war so beschrieben, dass zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkam oder die Handlung gestoppt hätte. Ich hatte die ganze Zeit diesen Andrej vor meinem geistigen Auge, wie er mit seinen langen schwarzen Haaren den Schwarm aller Frauen verkörpert, gleichzeitig aber auch irgendwie naiv und unwissend durch die Welt tappt. - Ich bin wirklich klasse unterhalten worden und bereue die Lektüre in keiner Weise.
Wie schon einmal gesagt, müssen hier unbedingt die Folgebände ran. Mich interessiert einfach, wie es mit diesem seltsamen jungen Mann weiter geht. Was er noch über sich lernt, wie sich sein Körper noch weiter verändert und was mit Frederic, sein kleiner Verwandter, noch wird.
Ich kann dieses Buch wirklich ruhigen Gewissens empfehlen. Es ist zwar schon etwas älter, wenn man nach dem Erscheinungsdatum geht, aber der Leser wird gut unterhalten. Es hat Spannung, es hat Drama und es hat Mystik. Wolfgang Hohlbein hat hier ein Werk abgeliefert, was durchaus mit zu seinen besten gezählt werden kann.
Aber Vorsicht, es handelt sich hier um den Auftakt zu einer Reihe. Ihr lauft Gefahr, da in eine wirklich spannende und umfangreiche Geschichte hinein zu geraten.
- Leigh Bardugo
Der Vertraute
(231)Aktuelle Rezension von: MiiaMeine Meinung:
Ich liebe Leigh Bardugo wirklich. Ich mag wie sie ihre Welten aufbaut, wie sie die Gesellschaft in ihrer Welt zum Leben erweckt und die Figuren perfekt gestaltet. Aber in "Der Vertraute" hat mir all das sehr gefehlt. Auch wenn Bardugo eine interessante Welt erschafft, sind die Figuren für nicht dieses Mal Nichtssagend und farblos. Ich konnte leider keine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen und das Mitfiebern blieb dadurch total aus. Mir ist die Geheimniskrämerei, die Intrigen und die Brutalität dieses Mal wirklich zu wenig und zu unausgereift. Vielleicht hatte ich hier einfach zu hohe Erwartungen, weil ich besseres von ihr gewohnt bin.
Schade, dass diese Geschichte so ein Flop für mich ist :(Fazit:
Ich bin etwas erschrocken, wie wenig mich dieses Buch mitgenommen hat und wie sehr ich anderes von der Autorin gewohnt bin. Ich kann leider nur 1 Stern vergeben.
- Bernard Cornwell
Der Wanderer
(75)Aktuelle Rezension von: Michael_GrayNachdem der König von der Existenz des heiligen Gals erfahren hat, beauftrag er Thomas, dessen Vater der letzte Besitzer war, ihn zu suchen. Thomas reist zunächst nach England und gerät gleich mitten in den Kampf gegen die Schotten. Die Suche führt ihn dann wieder nach Frankreich durch Feindesland und Thomas muss sich mal als Priester und mal als Schotte verkleiden um nicht getötet zu werden. Aber auch seine Feinde haben vom Gral erfahren und sind hinter ihm her.------------- Wieder spannend und blutig geht die Geschichte hier weiter. In diesem Teil geht es jetzt endlich mehr um den Gral aber die Geschichte ist mit diesem Teil noch nicht fertig und ich bin gespannt wie es weiter geht.
- Mikkel Robrahn
Hidden Worlds - Der Kompass im Nebel
(168)Aktuelle Rezension von: RheaWinterMein Geheimtipp für alle Harry Potter Fans:
In "Hidden Worlds" von Mikkel Robrahn entdeckt Elliot in Edinburgh das Merlin-Center, ein Kaufhaus für Magie, und somit den Schlüssel in eine andere Welt. Bald heuert Elliot in der Abteilung für Fabelwesen an und lebt sich ein. Findet er den Kompass, der ihm den Weg nach Avalon weist, trifft er vielleicht auch seine verschollene Mutter wieder, die einst auf einer geheimen Mission verschwand. Leider stellen sich manche Freunde als Feinde heraus und auch die Suche nach dem Kompass erweist sich schwieriger als erwartet. Nur gut, dass Elliot die Elfe Soleil an seiner Seite hat.
"Hidden Worlds" ist ein unterhaltsamer Roman, bei dem man sich an die Welt von Harry Potter erinnert fühlt. Die magische Welt des Merlin Center wird detailreich beschrieben und auch die Charaktere überzeugen. - Nina Blazon
Feuerrot
(121)Aktuelle Rezension von: ButtaIch bin ein großer Fan von Nina Blazon schons eit einigen Jahren und das nicht nur von ihrer Fantasy. Ihr Schreibstil ist spannend und flüssig und die Beschreibungen bildhaft, man kann sich gut in die charactere reinversetzen.
Zeitweise ist dieses Buch etwas schlepppend aber es kommt immer weider Spannung auf und man bekommt guten einblick in die Zeit der Hexenverfolgung.
- Sandra Grauer
Clans of London - Hexentochter
(302)Aktuelle Rezension von: MandthebooksRezension: (kann Spoiler enthalten)
Ich war sehr gespannt, auf das Buch, weil ich auch bereits eine andere Reihe der Autorin bereits daheim habe, die auf mich wartet.Tatsächlich fand ich die Idee mit den Hexen und den Flüchen super cool und Caroline war eine interessante Protagonistin. Ich bin mit ihr gerne in die Welt der Clans eingetaucht und durch London gestreift, um ihr Schicksal abzuwenden.Ich fand nur Ash super anstrengend. Einerseits war er mir erst noch recht sympathisch und ich verstehe auch seine Beweggründe, mir war dieser Zwiespalt zwischen Familie und Caroline aber zu anstrengend. Und das Liebesdreieck, das sich da anteasert, wird in Band 2 hoffentlich nicht präsenter, denn es wäre irgendwie ein wenig schräg. Naja, mal sehen, ob es in Band 2 dann vielleicht doch stimmig ist.Grundsätzlich fand ich die Handlung ja spannend und die Idee gut, auch wenn mir der Love Interest nicht so zusagt, daher bin ich mal gespannt auf die Fortsetzung, vielleicht ist sie ja besser.
3,5 Sterne - Noah Gordon
Der Medicus von Saragossa
(264)Aktuelle Rezension von: NephilimleserInhalt:
1492: Jona Toledano ist der mittlere Sohn des jüdischen Silberschmieds von Toledano. Nachdem ein paar Jahre zuvor sein ältester Bruder ermordet wurde, steht nun die Vertreibung der Juden aus Spanien bevor. Durch verschiedene Ereignisse, ist nur noch Jona übrig. Von nun an beginnt eine abenteuerliche Reise, bis Jona nach verschiedenen Berufen, seine Berufung zum Medicus findet.
Das Buch:
Ich habe die Ausgabe 1999 aus dem Blessing Verlag und damit die schön gestaltete deutsche Erstausgabe.
Meine Meinung:
Das 512 Seiten starke Buch zieht sich sehr in die Länge. Nach einigen Irrungen und Wirrungen von Jona, beginnt sein Interesse daran Heiler zu werden, auf Seite 289. Man hat also ziemlich viele Personen und Begegnungen im Buch, die sich einfach nur ziehen. Einige kommen zwar immer wieder vor, aber auch die langen und wiederkehrenden Beschreibungen über die Inquisiton ziehen sich.Das Buch ist zwar abenteuerlich aber man muss sich gefasst darauf machen, dass es trotz immer wieder spannender Stellen, erst in der 2.Buchhälfte interessanter wird.
- Andrzej Sapkowski
Narrenturm
(53)Aktuelle Rezension von: BeyerlingIch bin voreingenommen. Nicht nur wegen der Hexer-Reihe. Andrzej Sapkowski ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren. Wegen seines ironischen Schreibstils, wegen seiner zutiefst authentischen Charaktere, wegen der philosophischen Grundhaltung, dass sich Gut und Böse schwer trennen lassen und seit dieser Reihe: wegen seiner unglaublich intensiven historischen Recherche. Ich habe viele historische Romane gelesen, die ihre Sache gut machen. Bei Sapkowski erscheint es mir, als wäre er persönlich dabei gewesen. Dabei kommt das Ganze nicht als Sachbuch rüber - man spürt einfach hinter jeder Beschreibung, hinter jedem Dialog, dass Sapkowski ein umfassendes Bild von der Zeit und allen Beteiligten Charakteren hat. Auch den Zeitgeist fängt er ein wie kein anderer. Die pragmatische Grundhaltung vieler Charaktere, die Schroffheit, aber auch den Sprachwitz des einfachen Volkes. Von der Geschichte brauche ich gar nicht erst anzufangen: der Protagonist ist komplex und sympathisch, der Plot spannend und (so viel sei verraten) mystisch. Nicht nur für Hexer-Fans: LEST ... DAS ... BUCH.
- Mandy Gleeson
Königszorn
(14)Aktuelle Rezension von: black_cat595Der erste Teil des Buches wechselt oft zwischen den verschiedenen Ansichten der Hauptcharaktere. Sie werden vorgestellt und man kann sie kennen lernen. Dieser Abschnitt ist recht groß und macht damit schnell klar, dass das bisher nur Band 1 der Reihe ist und der Leser da noch weit mehr erwarten kann.
Ich fand diesen Abschnitt sehr verwirrend, weil man es mit verschiedenen Charakteren aus verschiedenen Kulturen, mit verschiedenen Rassen und komplexen Religionen zu tun hat. Es gibt kaum Erklärungen und der Leser ist da auf sich gestellt durchzublicken. Auch der stetige Wechsel der Perspektiven hat da nicht zur Entwirrung beigetragen. Trotzdem konnte man einen guten Eindruck von der Welt und den Charakteren bekommen.
Wohin allerdings die Handlung gehen würde, war noch nicht abzusehen. Dann im weiteren Verlauf zieht die Spannung an und mehr und mehr entwirren sich die Handlungsstränge. Die Charaktere finden sich zu einer Gruppe zusammen, um einen Bösewicht zu stellen. Fast ein bisschen wie in einem typischen Fantasy-Rollenspiel. Aber die Geschichte wird dadurch nicht vorhersehbar, sondern überrascht immer wieder.
Durch die lange Vorstellung haben die Charaktere einen Tiefgang, der anders vielleicht nicht erreicht worden wäre. Das ist schön und sorgt auch immer mal wieder für Reibereien unter diesen.
Das Buch ist nichts für Einsteiger, die die typischen Rassen und Fantasy-Begebenheiten noch nicht kennen. Es ist komplex und teilweise etwas verwirrend. Aber doch spannend und hat bei mir das Interesse auf Band 2 geweckt.
- Petra Schier
Das Kreuz des Pilgers
(162)Aktuelle Rezension von: gosureviewsEs gibt historische Romane, die ihre Leser mit der eleganten Selbstverständlichkeit eines erfahrenen Wirts an die Hand nehmen, sie an einen holzgetäfelten Tisch setzen und sagen: Hier, nimm Platz, hör zu, ich erzähle dir eine Geschichte. Petra Schier hingegen fordert in Das Kreuz des Pilgers zunächst Geduld und Wohlwollen ein. Ihr Roman öffnet sich nicht sofort, er sperrt sich sogar ein wenig – und genau darin liegt sein Reiz ebenso wie seine Schwäche.
Der Auftakt ist fulminant, beinahe brachial. Ein Überfall, der einen abrupt in eine Welt katapultiert, in der Reliquien nicht nur Glaubensobjekte, sondern soziale Währungen sind, in der Gerüchte schneller reisen als Pilger, und in der Koblenz und Köln sich nicht als pittoreske Kulisse, sondern als vibrierende, mitunter gefährliche Lebensräume präsentieren. Die Figuren treten früh ins Licht: Reinhild, die trauernde, suchende junge Frau; Palmiro, dessen neu erworbenes Kontor weniger belastend ist als das Kreuz, das er hütet wie eine zweite Seele; Conlin, ein Mann gefangen zwischen familiärer Loyalität und persönlicher Kränkung. Sie alle tragen jene Ecken und Kanten, die glaubwürdige Protagonisten ausmachen. Und doch: Man steht ihnen merkwürdig fern. Man sieht sie handeln, man sieht sie ringen, aber man spürt sie nicht.
Das liegt nicht an mangelnder Sorgfalt. Schier schreibt kenntnisreich, ihr Blick auf mittelalterliche Lebenswelten ist präzise, detailbewusst, geradezu liebevoll recherchiert. Die alten Rangordnungen, die sozialen Verwerfungen, das allgegenwärtige Gewicht kirchlicher Institutionen – all das ist greifbar. Zugleich jedoch hemmt diese Ausführlichkeit den Fluss der Erzählung. Was als atmosphärische Dichte intendiert ist, gerät über weite Strecken zu narrativer Viskosität. Die Handlung tritt auf der Stelle, während das Personal sorgfältig arrangiert wird, und das sirrende, ja beinahe übergriffige Kreuz, das als zentrales Motiv fungiert, gewinnt an Bedeutung, bevor die Geschichte selbst ausreichend Traktion entwickelt hat.
Hier zeigt sich die Ambivalenz dieses Romans: Er wagt ein Spiel mit Mystik und Aberglauben, das den historischen Rahmen sprengt. Mal wirkt dieser Zugriff mutig, weil er das mittelalterliche Denken ernst nimmt, statt es museal zu glätten. Dann wieder schiebt sich die Reliquie zu dominant in den Vordergrund, wird zum erzählerischen Motor, dem das erzählte Leben kaum folgen kann. Die Themenvielfalt – Spiritualität, psychische Fragilität, gesellschaftliche Ächtung, versteckte Sehnsüchte – verleiht dem Text durchaus Tiefenschärfe, doch nicht zwingend Spannung.
Sobald die Handlung in der zweiten Hälfte anzieht, zeigt sich, was dieser Roman hätte sein können: ein klug komponiertes Panorama von Freundschaft, Abhängigkeit und moralischen Zumutungen. Doch der Weg dorthin ist lang, für manche Leser zu lang. Die Reise lohnt sich am Ende, aber sie verlangt Durchhaltevermögen.
Das Kreuz des Pilgers ist ein grundsolider, ambitionierter Auftaktband, der Mut zur Komplexität beweist, jedoch an seiner eigenen Ausführlichkeit zu tragen hat. Wer historische Romane mit pointierter Dramaturgie sucht, wird ungeduldig sein. Wer hingegen Lust hat auf ein langsames Eintauchen in die gedämpften Farben des mittelalterlichen Alltags und bereit ist, einem etwas sperrigen Erzählrhythmus zu folgen, wird hier fündig werden. Schier hat ohne Zweifel einen weiten Bogen gespannt – man darf hoffen, dass die folgenden Bände ihn straffer ziehen.
- Elspeth Cooper
Die Lieder der Erde
(56)Aktuelle Rezension von: Irina1612Wie oft bei High-Fantasy-Büchern, gehen die Geschmäcker weit auseinander. Mir gefiel die Geschichte und der Schreibstil.
Die Story wird in mehreren Handlungssträngen erzählt, vorrangig aus Sicht von Gair, der vor den Hexenjägern fliehen musste. Ein Buch, spannend, fesselnd, auch brutal geschrieben. Mich hat es begeistert
- Marlene Beer
Die unwissende Magierin: Magie der Natur 1
(71)Aktuelle Rezension von: Caye14Inhalt
Arah wurde als Kind ausgesetzt und wächst bei einem Pater in einem kleinen Dorf auf. Als ein Exorzist dorthin kommt, wird sie aus ihrer sorgenlosen Welt gerissen, denn der Exorzist ist auf der Suche nach Magiern, um diese umzubringen. Als er Arah beschuldigt, eine Magierin zu sein, muss diese in den Wald fliehen, wo sie erfährt, dass es Magie tatsächlich gibt.
CoverDas Cover finde ich gelungen, da es geheimnisvoll wirkt und die farbliche Gestaltung gut zum Inhalt der Geschichte passt. Ich gehe davon aus, dass es Arah sein soll, die auf dem Cover dargestellt ist, dafür finde ich wirkt die Person aber etwas zu alt, da Arah im Buch 13 Jahre alt sein soll.
Schreibstil
Der Schreibstil ist einer der ersten Punkte, die leider dafür gesorgt haben, dass die Geschichte von ihrem Potenzial eingebüßt hat. An sich lässt sich der Schreibstil recht flüssig lesen, allerdings springt der Erzählstil immer wieder zwischen verschiedenen Formen. Im einen Moment wird man als Leser direkt vom Erzähler angesprochen, dann erlebt man das Geschehen mehr aus Arahs Sicht und kurz darauf befindet man sich wieder in einer außenstehenden Perspektive. Das stört doch sehr beim Lesen und verhindert etwas, dass man richtig in die Geschichte abtauchen kann.Meine Meinung zur Geschichte
Die Geschichte war interessant und es gab einige wirklich gute Ideen. Ich mag es auch, dass die reale Hexenverfolgung hier mit Fantasy verbunden wurde. Hierbei wird eine Welt dargestellt, die an der realen Vergangenheit orientiert ist. Im Klappentext ist von einem mittelalterlichen Dorf die Rede, in dem Arah aufwächst. Im Buch selbst ist noch die Inquisition relevant, genauer wird der Zeitraum nicht eingegrenzt. Hierzu möchte ich aber anmerken, dass der Großteil der Hexenverbrennungen in Mitteleuropa nicht im Mittelalter stattgefunden haben, sondern erst in der Frühen Neuzeit (das Mittelalter endete um 1500, die richtige Hexenverfolgung fing da gerade erst an, der Höhepunkt war zwischen 1550 und 1650). Außerdem war das Hauptziel der Inquisition nicht die Hexenverfolgung, sondern Personen, die von der Kirche abweichende Weltanschauungen und Meinungen hatten. Durch eine kurze Recherche findet man das schnell heraus, das wurde hier anscheinend leider nicht gemacht und so dieser weit verbreitete Irrglauben weiter unterstützt.
Arah selbst ist mir größtenteils sympathisch gewesen, auch wenn man durch den schwankenden Schreibstil nicht immer ganz mit ihr mitfühlen kann. Bei ihren Erlebnissen verhält sie sich größtenteils nachvollziehbar, aber vieles hätte weiter ausgeführt werden können und einige Ungereimtheiten gibt es schon. Beispielsweise nimmt sie auf ihrer Flucht Proviant für einige Tage mit, kann sich nach zwei Tagen aber vor Hunger kaum noch auf den Beinen halten. Solche Momente gibt es immer mal wieder, wo man sich dann fragt, wie es dazu gekommen ist, ohne dass irgendwo etwas erwähnt wird.
An sich hat die Geschichte durchaus Potenzial, sehr spannend zu sein. Es gibt auch immer wieder Momente, die sehr fesselnd sind. Leider werden diese oft sehr schnell abgehandelt oder der auktoriale Erzähler taucht mal wieder auf und nimmt schon etwas vorweg, sodass man schnell weiß, wie es weitergeht, und man nicht richtig von der Handlung gefesselt wird. Hier hätte das Buch mehr Länge und Ausführlichkeit gut vertragen können. Wie eine andere Rezensentin schon vor mir schrieb, liegt eben nicht immer in der Kürze die Würze. Hier wurde sehr viel Potenzial verschenkt, was ich sehr schade finde, weil es deutlich besser hätte genutzt werden können.
Das Ende kam dann sehr überraschend und hat einen geradezu überrumpelt, weil besonders viel auf einmal geschehen ist. Man hatte kaum Zeit, sich in die entsprechende Situation einzufinden, da war schon alles vorbei. Auch hier hätte man das also deutlich ausführlicher machen können.Hinzu kommt, dass ich persönlich mit dem Ende etwas unzufrieden bin, da aus meiner Sicht sehr schnell in schwarz und weiß eingeteilt wurde und die Grautöne dazwischen gar nicht beachtet wurden. Einiges war auch nicht ganz nachvollziehbar. Genauer kann ich das hier leider nicht begründen, da ich sonst potenziellen Lesern alles vorwegnehmen würde.
Gut fand ich, dass die Geschichte in sich soweit abgeschlossen ist, dass man nicht gezwungen wird, die Folgebände zu lesen. Als ich gesehen habe, wie wenig Seiten ich noch vor mir habe, aber wie viel noch offen ist, hatte ich schon befürchtet mitten aus der Handlung geworfen zu werden und den nächsten Band lesen zu müssen, um die nötigen Erklärungen zu bekommen. Das ist dann doch nicht eingetreten, worüber ich froh war, aber wie gesagt wurde dann alles sehr schnell abgehandelt, obwohl es etwas mehr Länge gut vertragen hätte.
Insgesamt ist es also eine Geschichte mit tollen Ideen, die mich auch durchaus unterhalten hat, aber noch einiges an Verbesserungspotenzial aufweist, was die Umsetzung betrifft. Ich finde es wirklich sehr schade, dass hier so viel Potenzial verschenkt wurde.
Ich habe lange überlegt, ob ich zwei oder drei Sterne vergebe, weil die Geschichte wirklich Potenzial hat. Auch mit Blick auf die anderen Bücher, die ich bisher mit drei Sternen bewertet habe, musste ich mich aber für zwei Sterne entscheiden, da es hier noch deutliche Probleme bei der Umsetzung der vielen Ideen gab. Wenn die Autorin weiter an ihrem Schreibstil arbeitet, kann ich mir aber vorstellen, dass sie noch sehr gute Bücher schreiben wird, da sie auf jeden Fall tolle Ideen hat.
Ich würde auch nicht vom Lesen des Buches abraten. Wer Lust auf eine kleine fantasievolle Erzählung hat, kann sich hier durchaus gut unterhalten fühlen. - Hakan Nesser
Elf Tage in Berlin
(52)Aktuelle Rezension von: herrzett"Elf Tage Berlin" von Hakan Nesser ist ein Buch, auf dass ich schon eine Weile lang ein Auge geworfen habe. Es erschien bereits im vergangenen Jahr und kam des häufigeren mal bei einem Besuch in der Buchhandlung in die engere Auswahl. Vielleicht aufgrund des Covers oder da ich Schweden sehr favorisiere oder es einfach ein Nesser ist, wer weiß das schon so genau. Jedenfalls ist es nun in mein Regal gewandert und ich hab's dann auch mal kurz gelesen.
Die Ausgangssituation ist allerdings nicht gerade neu. Der Schwede Arne Murberg, bekommt vom im Sterben liegenden Vater eine Aufgabe oder gar letzten Wunsch mitgeteilt, den er nach dessem Tod erfüllen möchte. Er soll seine Mutter finden, die damals nach Berlin durchgebrannt ist und wahrscheinlich auch noch immer dort lebt. Er soll aber nicht nur seine Mutter kennenlernen, sondern ihr auch eine kleine, verschlossene Schachtel übergeben.
"Man muss es zu einem guten Ende bringen, und es gibt Dinge, die man vorher noch regeln sollte. Verstehst du, was regeln bedeutet?"
Dies wäre vielleicht alles gar kein Problem, denn eine Adresse hat er bereits. Arne verunglückte jedoch in seiner Kindheit bei einem Kopfsprung von einem Felsen und ist daher etwas zurückgeblieben. Doch es hapert nicht nur am Denken, denn mit seinen 34 Jahren ist er noch nie unbehütet gewesen oder konnte große Dinge selbst entscheiden, geschweige denn so einen Ausflug erleben. Mit Hilfe seines Onkels bereitet er sich nun intensiv auf seine Reise vor, lernt die wichtigsten deutschen Worte und erstellt Pläne. Doch dass es dann alles ganz anders kommt, Arne eine falsche Adresse hat, beklaut wird, auf einen ominösen Hypnotiseur trifft und diese Reise sein Leben verändern wird, ahnen sie noch nicht.
"In diesem Moment hatte Arne einen Geistesblitz. Er begriff erst im Nachhinein, dass es einer war, da es sein erster Geistesblitz in dreiundzwanzig Jahren war."
Den Roman "Elf Tage Berlin" fand ich einfach toll, auch wenn er wie bereits erwähnt doch recht klassisch war. Vor allem gegen Ende, wird die Geschichte hin und wieder etwas fragwürdig. Das tut dem Ganzen zwar keinen Abbruch, macht es allerdings auch nicht ganz so rund. Da sich diese 'Stellen' allerdings recht am Ende befinden und somit den Ausgang verraten, möchte ich hierzu auch eher schwammig bleiben. Sprachlich ist es recht angenehm, zwar bleibt die Spannung aus, man hofft jedoch mit Arne, dass alles ein gutes Ende nehmen wird und gerade das treibt einen nahezu durch die Seiten.Insgesamt eine recht niedliche Geschichte und so würde ich sagen, dass es sich hier um ein Buch handelt, dass man gut verschenken kann, wenn man den Beschenkten kaum kennt. Außer eingefleischten Krimi, Thriller und Fantasy-Fans hat fast jeder seine Freude damit und daher kann man eigentlich kaum falsch liegen. - Laura Powell
Witches of London - Vom Teufel geküsst
(52)Aktuelle Rezension von: hooks-books-buecherDas Buch hat mich sehr gut unterhalten .
Ich mag ja besonders Geschichten die in England spielen, da hatte diese Geschichte dementsprechend auch eine tolle Atmosphäre.
Der Schreibstil hat mir sehr gefallen und ich kann dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.























