Bücher mit dem Tag "insekten"
123 Bücher
- A. G. Howard
Dark Wonderland - Herzkönigin
(436)Aktuelle Rezension von: Jessica-Lang
Ich liebe prinzipiell Bücher, welche mich in eine komplett andere Welt entführen und mich dort wieder als komplett andere Person wieder aufwachen lassen, ganz so habe ich mich in diesem Buch gefühlt!
Alyssa ist mit Alice Liddell verwandt, welche uns doch allen bekannt ist, doch diese Alyssa ist anders, denn sie kann Insekten und Blumen reden hören und sieht diese Eigenschaft nicht gerade als Gabe an, da doch ihre Mutter aufgrund dessen in eine Anstalt eingeliefert wurde.
Nicht nur das Alyssa mit dem alltäglichen Wahnsinn zu kämpfen hat, sie muss auch noch mit Wunderland zurecht kommen.
Getrieben von dem Wahnsinn der Insekten und der ständigen Beeinflussung des Anblickes ihrer Mutter landet Alice dann doch in Wunderland, aber es ist nicht das Wunderland das sie kennt.
Dieses Buch hat mich von Anfang an fasziniert und auch das Cover ist sehr schön, doch eines hat mich doch als Leser stark verwundert, das Wunderland das ich kenne, wurde mehr oder weniger durch dieses Buch "zerstört".
Denn Wunderland ist in diesem Buch nicht Wunderland, angefangen mit dem Kreaturen die dort lauern, den Netherlingen, den beiden Spinnenartigen Schwestern am Friedhof, der Teeparty - welche in einer wilden Verfolgung einer lebenden Ente endet welche verspeist werden soll, ist dieses Buch auf seine eigene Art und Weise faszinierend und erschreckend, doch lesen musste ich es unbedingt.
Was mir sehr gefallen hat in dem Buch, war Alyssa selbst! Ihr Kleidungsstil, ihre leichte Aufsässigkeit, ihre Wortwahl und ihr Durchsetzungsvermögen ist doch ganz anders als die liebe, brave und gut gekleidete Alice!
Auf jedenfall ist das Buch lesenswert egal ob man Alice im Wunderland gelesen hat oder nicht, den diese Alice ist anders...
- Frank Schätzing
Die Tyrannei des Schmetterlings
(176)Aktuelle Rezension von: JosseleDer Roman, mittlerweile der achte des Autors, erschien 2018 und beschäftigt sich im Gewand eines Thrillers mit den Möglichkeiten, Risiken und Gefahren von Künstlicher Intelligenz (KI). Im Geäst eines Baumes über einer Schlucht wird eine Frauenleiche gefunden. Die Ermittlungen führen den Undersheriff Luther Opoku zur „Farm“, einem Gelände, auf dem die Firma Nordvisk mit KI experimentiert. Und was dann passiert, hätte sich der Polizist in den kühnsten Träumen nicht vorstellen können.
Und genau das ist auch ein Problem des Romans: es passieren zu viele Dinge, die man sich in den kühnsten Träumen nicht vorstellen kann, die völlig abwegig sind und die deshalb irgendwie die Spannung zerstören, weil einfach alles möglich ist, bis hin zu unendlich vielen Paralleluniversen. Schätzing geht in seinen Gedankenspielen aus meiner Sicht zu weit. Er spricht das sogar im Buch selbst an, wenn er den Chef-Programmierer Elmar Nordvisk zur neuen Mitarbeiterin Pilar Guzmán über das „Tor“ sagen lässt „Alles, was du bisher gesehen hast, wenn du in deinem Kopf gereist bist – dort ist es real! Plus ein paar Sachen, auf die dein Kopf nie kommen würde.“ (Fischer Tb, Oktober 2019, S. 448) Zwar wird das Klonen von Menschen, das ebenfalls thematisiert wird, vermutlich in naher Zukunft möglich sein und die KI wird Dinge realistisch machen, die man sich jetzt noch nicht vorstellen kann, aber auch mit KI geht eben nicht alles.
Hinzu kommt, dass sich der Roman sehr zäh liest, fast alles, was passiert wird ausführlichst geschildert und breitgetreten, teilweise aber so, dass man sich als Leser nicht wirklich etwas darunter vorstellen kann, was ebenfalls nicht zur Spannung beiträgt, weil es sehr wirr daherkommt.
Schätzing bedient sich stellenweise eines humorvollen, spöttischen Sarkasmus, der mir gefällt. Ein Beispiel: „Die kleine Disponentin wiegt sich in den Hüften, über denen ein knallenger Jeansrock um den Erhalt seiner Nähte kämpft.“ (ebd., S. 461) Das ist ein Pluspunkt.
Leider driftet der Roman dann bisweilen auch viel zu sehr in das Fantasy-Genre ab und aus der realen und zukünftigen KI und ihren Möglichkeiten wird pure Märchenerzählerei.
Insgesamt aus meiner Sicht eines der schwächsten Werke, die ich von Frank Schätzing gelesen habe. Die ausgedehnten Phantasmen im letzten Kapitel haben mir dann den Rest gegeben, auch und gerade, weil die Diskussion zwischen Elmar und Jaron über die Konsequenzen aus der Existenz einer dem Menschen haushoch überlegeneren Maschine furchtbar oberflächlich bleibt. Ein Stern.
- Aimée Carter
Animox 1. Das Heulen der Wölfe
(232)Aktuelle Rezension von: NephilimleserInhalt:
Simon Thorn ist ein schmächtiger 12jähriger, der von seinen Schulkameraden gemobbt wird, weil er mit Tieren sprechen kann. Er lebt bei seinem Onkel, da seine Mutter viel unterwegs ist. Doch eines Tages spricht erst ein Adler zu ihm und dann wird seine Mutter von einer riesigen Menge Ratten entführt. Simon geht zu dem Adler und erfährt, dass dieser sein Großvater ist und er sein Erbe. Simon ist ein Animox und kann sich in ein Tier verwandeln!
Das Buch:
Mein Sohn hat das Buch zuerst gelesen und es hat ihn von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Es hat überraschende Wendungen und ist schnell geschrieben,d.h. der Hauptfigur bleibt kaum Zeit zum Luftholen so schnell geht die Handlung voran. Die Hauptpersonen sind gut beschrieben und man findet einige Charaktere, die man einfach mögen muss.
Uns hat das Buch überzeugt und es ist für ältere als "Die Tierwandler" oder Fans der "Woodwalker-Reihe".
Das Buch ist im Oetinger Verlag erschienen, wir haben die Taschenbuchausgabe die aktuell (März2026) bei 11€ liegt. Wir können das Buch gut empfehlen.
- Emilia Hart
Die Unbändigen
(263)Aktuelle Rezension von: Stefy87Drei Frauen, drei verschiedene Epochen und drei starke Frauen, die tief miteinander verbunden sind: die Weywards. Eine Geschichte über die Kraft der Frauen, die jede auf ihre eigene Weise um ihre Existenz kämpfen mussten.
Man begleitet Violet im Jahr 1942, die mit ihrem Bruder Graham und ihrem Vater lebt, der sie praktisch verabscheut. Ihre tiefe Verbundenheit zur Natur gibt ihr Hoffnung, eine Hoffnung, die sie nie verliert, selbst nicht, als sie eines Tages missbraucht wird. Dann ist da Altha im Jahr 1619, die wegen Hexerei angeklagt wird, und Kate in der Gegenwart, die vor ihrem Ex-Freund flieht.
Jedes Kapitel wird aus der Sicht einer der drei Frauen erzählt und spielt in einer anderen Epoche. Dadurch entsteht eine spannende und tiefgründige Erzählweise, die die Geschichten nach und nach miteinander verknüpft.
Ich fand den Schreibstil angenehm, flüssig und vor allem sehr berührend, trotz der schwierigen Themen, die die Frauen durchleben müssen. Je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto stärker spürt man die Verbindung zwischen den Frauen und die Geheimnisse, die sich bis zum Ende langsam offenbaren. Nach und nach versteht man die feinen Fäden, die sie über Generationen hinweg miteinander verbinden. Vor allem die Verbundenheit durch die Kraft der Natur.
Ich habe das Buch zuerst als Hörbuch begonnen, empfand es jedoch teilweise etwas schwierig, da ich manchmal Mühe hatte zu erkennen, aus welcher Perspektive gerade erzählt wird, vor allem, wenn man das Hörbuch nebenbei hört. Deshalb habe ich es abgebrochen und stattdessen das Buch gelesen, was für mich definitiv die bessere Entscheidung war.
Für mich ist es eine tiefgründige Geschichte über die Stärke der Frauen und den Kampfgeist, der in schwierigen Situationen entstehen kann. Eine Geschichte, die mich vollkommen überzeugen konnte und noch lange nachhallt.
- T. C. Boyle
Blue Skies
(249)Aktuelle Rezension von: T_GruberT.C. Boyle entwickelt am Alltag einer amerikanischen Familie die immer stärker werdende Klimakrise und ihre Folgen. Was zunächst nur am Rande vorkommt, reißt nach und nach immer mehr das Leben der Protagonisten mit sich. Es beginnt mit sterbenden Insekten, Wetterkapriolen am Hochzeitstag, und endet in Sturmfluten und Hitzewellen. Es kommt zu schicksalhaften und dramatischen Ereignissen, die das Leben der Figuren massiv verändern, sie in ihrer körperlichen und psychischen Gesundheit beeinträchtigen. Der Plot ist komplex und doch klar in der Führung, die Figuren sind lebendig und unterschiedlich, die Metaphorik beiläufig eingestreut und immer wieder überraschend schön. Stark an dem Buch ist die Didaktik und die lebendige Darstellung der Lebenssituationen - typisch amerikanisch und doch auch nachfühlbar. Manchmal ist in den inneren Monologen zu viel T.C. Boyle und zu wenig Figurentypisches, die Gedankengänge der Personen unterscheiden sich zu wenig. Stark ist, dass es nie langweilig wird, immer wieder überrascht. Manchmal wirkt die Dramatik aber etwas überzogen, auf dem zweiten Blick kann das alles aber auch nicht dramatisch genug daherkommen, denn das Thema ist dramatisch! Insgesamt eine klare Empfehlung. Sehr lesenswert!
- Verena Reinhardt
Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul
(36)Aktuelle Rezension von: TiraLiFriedrich Löwenmaul ist der einzige in der Familie der kein berühmter Hummelreiter ist. Und er möchte auch keiner werden, denn er mag Hummeln nicht besonders.
Als Friedrich eines Tages dann aber von einer Hummel mit goldenen Streifen in ein fremdes Land entführt wird beginnt für ihn das größte Abenteuer seines Lebens. Im Auftrag der Königin soll er zusammen mit Brumsel herausfinden ob im Norden des Landes ein Krieg geplant ist. Wird es ihnen gelingen den Frieden zu wahren?
Meine Meinung:
Schon das Setting hat mir richtig gut gefallen, eine magische Welt in der Insekten ähnlich wie Menschen leben. Das ist mal was anderes.
Es geht um Friedrich Löwenmaul der zusammen mit der Hummel Hyronimus Brumsel das Land im Norden ausspionieren soll. Die beiden kommen viel im Land herum und müssen unterschiedliche Spionagemethoden anwenden. Dabei müssen sie äußerst clever vorgehen. Denn vieles ist nicht so wie es zu sein scheint und man weiß nie wem man trauen kann. Ich habe die Geschichte gespannt verfolgt und habe mitgegrübelt was da eigentlich vor sich geht. Das Ganze ist wirklich gut durchdacht und überrascht mit einigen unvorhersehbaren Wendungen.
Mit dem Protagonisten musste ich erstmal warm werden. Anfangs ist Friedrich noch sehr verschlossen und trotzig, immerhin wurde er ja entführt. Doch während des Abenteuers wird er immer sympathischer. Er entdeckt neue Seiten an sich, wird offener und mutiger. Diese Entwicklung hat mir sehr gut gefallen. Richtig cool ist die Freundschaft die sich zwischen Friedrich und Brumsel entwickelt. Zuerst sind beide noch ziemlich genervt voneinander und machen daraus auch kein Geheimnis, doch nach und nach werden sie ein immer besseres Team. Die Dialoge der beiden waren oft sehr unterhaltsam. Im Laufe der Geschichte kommen noch andere Figuren dazu die alle sehr liebevoll dargestellt werden und wunderbar schrullige Eigenheiten haben. Die geschickte Mottenmeisterin und ein gewisses schlagfertiges altes Weib haben bei mir am meisten Eindruck hinterlassen. Auch die Raupe Karl Kahlsson ist ein toller Wegbegleiter.
Die Geschichte ist wunderbar flüssig und humorvoll geschrieben. Sie wird nie langweilig und hat mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht oder sogar herzhaft lachen lassen. Begeistert haben mich die originellen Ideen der Autorin, wie zum Beispiel das Valmü welches einen in den 5 Uhr Zustand versetzt oder die „Mythen in Tüten“ mit denen man sich weiterbilden kann. Einfach großartig! Alles wird sehr schön bildhaft beschrieben sodass man es sich gut vorstellen kann.
Obwohl es um einen bevorstehenden Krieg geht, schafft es dieses Buch ohne heftige Gewalt auszukommen. Das hat mir sehr gut gefallen. Trotzdem würde ich es nicht unbedingt als Kinderbuch bezeichnen, da der Protagonist schon erwachsen ist und die Themen eventuell zu anspruchsvoll sein könnten.
Gestaltung:
Das Cover hat sofort meine Neugier geweckt. Die Illustration von Brumsel und Friedrich ist wahnsinnig gut gelungen. Schaut man etwas genauer hin, entdeckt man viele weitere Insekten die im Buch auftauchen. Auch die Wabenstruktur und die Pflanzen passen gut zur Geschichte und ergeben ein wunderbares Gesamtbild. Die Geschichte ist in 3 Teile aufgeteilt die jeweils mit einer farbig gestalteten Doppelseite gekennzeichnet sind.
Fazit:
Eine gut durchdachte Geschichte, die spannend und wunderbar humorvoll geschrieben ist. Man taucht ein in das Reich der Insekten und wird mit originellen Ideen und schrulligen Figuren überrascht. Ich bin begeistert. - Dave Goulson
Und sie fliegt doch
(21)Aktuelle Rezension von: AndreaEwertIch habe dieses Buch in einem Rutsch durchgelesen. Dave Goulson schildert eindrucksvoll das Leben der Hummeln. Alle, denen ich dieses Buch danach geschenkt habe, gestalteten ihren Garten daraufhin hummelfreundlicher. Wieder ein Beweis dafür, dass Wissen, spannend verpackt, Wertschätzung für jedes Individuum bringt. Also bleiben wir neugierig, offen und positiv - wie Dave Goulson!
- Suzanne Collins
Gregor 1. Gregor und die graue Prophezeiung
(263)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneCollins beginnt die Geschichte an einem heißen Sommertag in New York, wo der elfjährige Gregor mit seiner Schwester Boots und seiner Großmutter bleibt, während andere Kinder in den Ferien sind. Das Abenteuer nimmt seinen Lauf, als Boots durch einen Lüftungsschacht fällt und Gregor ihm nachfolgt. Die Handlung zieht sich über 300 Seiten, in denen Leserinnen und Leser in eine spannende Welt mit vielen Überraschungen und Wendungen eintauchen. Die Erzählweise ist schnelllebig, und es gibt zahlreiche komplexe Zusammenhänge, die auch für erwachsene Leser ansprechend sind. Collins' bildhafte, jedoch einfache Sprache macht es der jungen Zielgruppe leicht, der Geschichte zu folgen, wobei einige Szenen für eine jüngere Leserschaft erstaunlich blutig erscheinen können.
Die Welt, die Collins erschafft, ist faszinierend und differenziert, mit einzigartigen Kreaturen, die in einer unterirdischen Höhlenwelt leben. Diese Lebewesen haben eigene Kulturen und Eigenschaften, was das Worldbuilding bereichert. Die Themen Freundschaft, Vertrauen und Familie stehen im Vordergrund, und die Figuren entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter. Besonders Gregor als Protagonist zeigt eine überzeugende Entwicklung, während auch andere Charaktere wie seine Schwester Boots und die Kakerlaken Temp und Tick die Leser in ihren Bann ziehen. Franz Kafka: Die Verwandlung
(91)Aktuelle Rezension von: irmakvakifliWenn man an Franz Kafka denkt, denkt man fast automatisch an Gregor Samsa. Kaum ein literarischer Einstieg ist so berühmt, so ikonisch, so vielfach zitiert und doch in jeder Sprache ein wenig anders übersetzt worden wie: „Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.“ Schon diese erste Zeile öffnet die Tür in eine Welt, die fortan als „kafkaesk“ bezeichnet werden sollte.
Die Geschichte Gregor Samsas ist nicht nur eine absurde Erzählung über eine Verwandlung – sie ist das Fundament eines gesamten literarischen Kosmos. Das „Ungeziefer“, das heute fast sprichwörtlich geworden ist, hat seit der Erstveröffentlichung zahllose Diskussionen, Interpretationen und kreative Auseinandersetzungen ausgelöst. Wer Kafka wirklich verstehen will, muss Gregor Samsa verstehen – seine innere Zerrissenheit, seine psychologische Tiefe und das Verhalten seiner Umwelt ihm gegenüber.
Die Verwandlung ist mehr als nur ein literarisches Werk. Es ist ein soziales, psychologisches und existenzielles Dokument einer Zeit, in der der Mensch zunehmend in der kalten Maschinerie der Moderne unterzugehen drohte. Gregor steht für all jene, die anders sind, die sich nicht einfügen können oder wollen, die „anders geworden“ sind – durch Krankheit, Gesellschaft, Familie oder schlicht durch ihre Wahrnehmung der Welt.
Die Parabel lässt sich auf vielen Ebenen lesen: als Familiendrama, als Kritik am Kapitalismus, als psychologisches Porträt eines Ausgestoßenen. Auch eine freudianische Lesart ist möglich – viele, die sich intensiv mit Kafkas Biografie beschäftigt haben, erkennen hier Spuren seiner konfliktreichen Beziehung zum Vater, seiner Schuldgefühle und seiner Vereinsamung.
Doch das wäre zu einfach. Denn wie bei vielen seiner Werke, entzieht sich auch Die Verwandlung einer eindeutigen Interpretation. Gerade das macht sie so zeitlos und relevant: Jeder Leser findet einen anderen Zugang, eine andere Lesart, eine neue Bedeutung. In Gregor Samsa spiegelt sich nicht nur Kafka, sondern auch wir – in unserer Angst, unserer Fremdheit, unserem Wunsch nach Anerkennung und Liebe, der so oft unbeantwortet bleibt.
Dass dieses Werk, ähnlich wie Der Prozess oder Das Schloss, in den Kanon der Weltliteratur eingegangen ist, überrascht nicht. Es ist eine Geschichte, die nie veraltet, nie vollständig entschlüsselt werden kann und genau deshalb so lebendig bleibt. Kafka, der selbst nie daran glaubte, dass seine Werke für die Nachwelt Bedeutung hätten, hat mit Die Verwandlung ein Licht in die Dunkelheit menschlicher Erfahrung geworfen – und damit eine Transformation geschaffen, die weit über Gregor Samsas Körper hinausgeht.
- Ezekiel Boone
Die Brut - Sie sind da
(241)Aktuelle Rezension von: _jamii_Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell. Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben. In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich. In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht. Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien. Nervenzerrende Spannung – Sie werden das Atmen vergessen!
Der Schreibstil ist meistens gut, manchmal aber nicht ganz so konsistent und ein bisschen seltsam. Man findet aber sehr gut ins Buch. Es werden sehr viele verschiedene Perspektiven und Charaktere geschrieben. Nur von einigen wenigen verfolgt man die weitere Geschichte, alles andere ist ein bisschen lückenfüllend. Die eine oder andere solche Szene mag durchaus sinnvoll sein, hier fand ich es aber ein bisschen zu überbordend und verwirrend.
Die Beschreibung der Spinnen, wie sie sich bewegen und schlüpfen und auch fressen ist sehr detailliert und ganz bestimmt nichts für schwache Nerven. Die Spinnen verbreiten sich immer schneller, so wird die Geschichte immer rasanter.
Viel mehr passiert dann aber eigentlich auch nicht, es ist eher der Aufbau zur Hauptgeschichte, die wohl in Teil zwei stattfinden wird. Somit wirkt dieser Teil manchmal ein bisschen langatmig.
Guter Start, nichts für schwache Nerven.
- Christine Feehan
Wilde Magie
(106)Aktuelle Rezension von: TatjanaVBKlappentext
Auf der Flucht vor einem Feind aus der Vergangenheit versteckt sich die schöne Rachael in der undurchdringlichen Wildnis des Dschungels von Borneo. Doch auch hier lauert so manche Gefahr auf die junge Frau: Schwer verletzt überlebt sie den Angriff eines Leoparden. Der Eingeborene Rio Santana pflegt sie hingebungsvoll gesund und schon bald erwacht ein unstillbares Verlangen zwischen ihnen. Noch ahnt Rachael nicht, dass Rio ein dunkles Geheimnis hütet – ein Geheimnis, das auch ihr eigenes Leben für immer verändern wird ...
Inhalt
Teil 1 (ca. 150 Seiten):
Hier geht es und Maggie Odessa und Brandt Talbot. Außerdem wird man eingeführt in die Welt der Leopardenmenschen.
Teil 2:
Hier kommen wir zum hauptsächlichen Handlungsstrang. Es wird von Rachels Flucht in den Regenwald erzählt und wie sie dabei ihren wahren Gefährten trifft, der sie zunächst für eine Mörderin hält. Doch draußen lauern nicht nur Gefahren und Geheimnisse, sondern auch die Killer, die hinter ihr her sind.
Fazit:
Mit detaillierte und farbenfrohe Beschreibung, schafft die Autorin es uns mit in den Regenwald zu führen. Das war es aber schon, was mir positiv gefallen hat an diesen Roman. Dieses Buch zieht sich, gefüllt werden die Durststrecken mit Erotik und Wiederholungen. Den ersten Teil des Romans (s.o.) hätte man auch getrost weglassen können, da die beiden Protagonisten in der Hauptstory gar nicht mehr auftauchen. Der zweite Teil „Fieber“ ist etwas besser und es kommt hin und wieder vor, dass etwas Spannung aufgebaut wird, die jedoch schnell durch unpassende Erotikszenen und Wiederholungen kaputtgemacht wird. Meine Meinung hätte die ganze Geschichte auch getrost in 400 Seiten erzählt werden könnten statt mit ca. 600 Seiten. Da ich auf der Suche nach eine gute Gestaltwandler-Reihe war, gibt es von mir keine Leseempfehlung.
- Michael Crichton
Micro
(80)Aktuelle Rezension von: einbisschenbuechereiLiebling, ich habe die Kinder geschrumpft…
Diesmal ist es jedoch die Erwachsenenausgabe. Klingt eigentlich ganz spannend, aber letztendlich war es doch eher enttäuschend. Die Handlung war zu einfach und vorhersehbar, ohne jegliche Originalität oder Besonderheiten.
Ich hätte mir mehr Details, eine tiefere Geschichte, mehr technologische und wissenschaftliche Elemente gewünscht. Insgesamt wirkte es nur wie ein oberflächliches Werk, was nicht ganz ausgearbeitet wurde. Crichtons frühes Ableben mag der Grund dafür sein, dass das Buch unvollendet wirkt. Es ist bedauerlich, dass die Story mit so viel Potenzial nicht ihr volles Potenzial ausschöpft. Es war zwar ganz nett zu lesen, aber ich kann es nicht wirklich empfehlen.
- Suzanne Collins
Gregor 2. Gregor und der Schlüssel zur Macht
(166)Aktuelle Rezension von: Nicole_ThoeneGregor kehrt mit seiner Schwester zurück ins Unterland, obwohl er dies nicht unbedingt möchte. Er kämpft noch immer mit dem Verrat von Henry und es gibt neue Herausforderungen wie eine Prophezeiung. Bekannte Charaktere wie Gregor, Boots, Ripred und Luxa treffen auf neue Figuren wie Howard und Twitchtip. Die Autorin, Suzanne Collins, nimmt keine Rücksicht und lässt auch gute Charaktere sterben, was das Buch nicht für Kinder ohne Vorwarnung geeignet macht. Der zweite Teil bietet Verbesserungen in der Spannung und endet mit einem Cliffhanger, der zum Weiterlesen anregt. Wer den ersten Teil mochte, sollte den zweiten Teil unbedingt lesen.
- Jona Sheffield
Projekt Eden
(28)Aktuelle Rezension von: Lody13Die Erde ist nicht wirklich bewohnbar und die letzten Menschen wollen nach Lumera siedeln, doch dort kommt es zwischen den Menschen und der Spezies zum Konflikt. Es droht zu eskalieren!
Der Schreibstil ist sehr flüssig und sehr fesselnd. Absolute Leseempfehlung!
- Alexander Ruth
Das Bee-Team
(233)Aktuelle Rezension von: sheepbeppoWer auf der Suche nach einem wunderschönen Kinderroman über Themen aus der Natur und Tierwelt ist,dem kann ich wärmstens "Das Bee-Team "von Alexander Ruth empfehlen. Der Autor hat mich mit dem tollen Cover schon sehr beeindruckt,aber diese fantasiereiche und sehr lebhafte Geschichte hat mich verzaubert. Dieses Buch gefällt nicht nur Kindern ab acht Jahren,auch Erwachsene werden schnell in den Bann gezogen. Der Schreibstil ist so magisch, flüssig und locker, seine detailierten Beschreibungen sind sehr real, womit er bei mir beim Lesen für wunderschöne bunte und klare Bilder gesorgt hat. Ich wurde ins Tumbawunda-Tal entführt und konnte dort einiges erleben und erfahren. Die Protagonisten Oskar und Romy haben mir sehr gut gefallen, ein sehr symphatisches Geschwisterpärchen. Vieles hat hier auch meine Fantasie angeregt, was mir besonders gut gefallen hat. Auch ernste und nachdenkliche aktuelle Ereignisse und Themen wurden hier sehr gut und kindgerecht mit reingebracht und erklärt. Ich musste oft mitfiebern, zu keiner Zeit wurde es hier langweilig. Das Ende des Romans hat mir richtig klasse gefallen,sodass ich die Geschichte mit einem Lächeln im Gesicht abschließen konnte. Ein sehr gelungener und vielfältiger Roman für gross und klein!
- Carson Ellis
Wazn Teez?
(9)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Mittelpunkt der sehr modern gezeichneten Bildergeschichte ist ein Pflänzchen, das im Laufe der Geschichte wächst und von dem keines der beteiligten Insekten weiß was das nun ist und was man damit macht. Schließlich bauen Käfer und Falter daran ein Baumhaus. Dieses ist nur von kurzer Dauer, denn im Herbst vertrocknet die Pflanze....
Persönlicher Eindruck:
Oh je..... Es fällt mir schwer, meine Empfindung diesem Buch gegenüber in Worte zu fassen. Es ist in meinen Augen ehrlich gesagt rechter Mist und alles andere als anspruchsvoll. Hintergrund und Aufhänger ist der Jahreskreislauf von Werden und Vergehen, was dem Leser anhand des Pflänzchens, das über die Seiten hinweg wächst, deutlich gemacht wird.
Das ist aber auch schon alles Positive. Weitere Protagonisten sind zahlreiche Insekten, die in einer Art Fantasiesprache miteinander kommunizieren. Diese wurde laut Verlagstext eigens für dieses Buch konzipiert und soll die kleinen Leser wohl dazu animieren, sich näher mit dem Gesehenen zu beschäftigen. Ganz ehrlich: selten so einen Schwachsinn gelesen und gesehen. Tut mir leid, aber zwei Dinge stoßen mir dabei sehr negativ auf:
Erstens: das empfohlene Lesealter liegt laut Verlag bei 5-7 Jahren. In meinen Augen absolut daneben, denn keinen Siebenjährigen lockt man heute noch mit so einem banalen Blödsinn. Als ich in diesem Alter war, beschäftigte ich mich bereits mit Karl May und sah damals schon gerne Bonanza und Historienfilme – aber ganz bestimmt nicht Insektenbildchen mit Ausdrücken wie „Ba Baa Knipsis“. Das Buch taugt allenfalls zur Beschäftigung mit Ein- oder Zweijährigen.
Zweitens: sehr bedenklich erachte ich eine derartige Fantasiesprache für (Klein)Kinder. In dem Alter lernt man richtig zu sprechen, und dazu taugt das Machwerk überhaupt nicht. Geht man mal von der Altersvorgabe aus, handelt es sich offiziell um ein Buch für Erstklässler – und denen bringt man dann nichtssagende Babysprache bei? Um Gottes Willen! Die meisten der Textausdrücke lassen sich noch nicht mal mit viel Fantasie „übersetzen“.
Letztendlich hilft es auch nicht, dass die Zeichnungen in reduzierter Farbpalette in modernem Design noch ganz passabel sind. Es ist in meinen Augen nichts weiter als ein Kunstprojekt und auf intellektuelle Weise von Erwachsenen für Erwachsene gemacht, aber keinesfalls pädagogisch nützlich für Kinder.
Fazit: durchgefallen auf ganzer Linie. Würde ich keinem Kind antun.
- Farina Graßmann
True Crime in Nature
(102)Aktuelle Rezension von: CeciliasophieTrue Crime (Podcasts) erfreuen sich ja schon seit Ahren größter Beliebtheit - und auch ich höre solche Podcasts immer wieder ganz gerne. Was ich aber wirklich liebe sind Geschichten aus dem Tierreich beziehungsweise Bücher, die mir auf spielerische Art noch mehr Wissenswertes über Flora und Fauna vermitteln können. Und das beides dann zusammengeschmissen? Das klang so verlockend und spannend, ich musste einfach meine Nase in das Buch (wenn auch digital) stecken.
Die Gliederung der Kapitel ist wirklich gut gelungen. So handelt jedes Kapitel von einer anderen Form des Verbrechens, wie zum Beispiel vom Besetzen des Körpers eines anderen. Und in jedem Kapitel werden in wirklich kurzen Unterkapiteln zum Verbrechen passende Tiere oder Pflanzen behandelt. So lernt man als Leser:in viel über Parasiten, die Schnecken übernehmen oder Nester von anderen Lebewesen plündern, Pflanzen und Tiere, die Symbiosen miteinander eingehen um sich zu schützen und auch Täuschungen, um mit dem Leben davonzukommen.
Die kurzen Unterkapitel, manchmal nur 1-3 Seiten lang, lassen sich leicht weg lesen und das Buch dadurch auch gut pausieren. Weiter aufgelockert wird es durch witzige Überschriften und viele Illustrationen, die unheimlich passend waren.
Der Schreibstil ist sehr humorvoll und vermittelt Wissen auf spielerische Art und Weise. Vieles kannte ich leider schon, ich bin aber auch durch ein (zwar abgebrochenes, aber Zoologie und Botanik habe ich mitgenommen) Biologiestudium voreingenommen. Dennoch konnte ich auch das ein oder andere Neue noch mitnehmen.
Farina Graßmann hat gekonnt die Themen True Crime und Natur miteinander verbunden und einmal vor Augen geführt, dass viele Verbrechen tagtäglich vor der eigenen Haustür begangen werden.
Insgesamt ein wirklich tolles Buch, das mir unheimlich viel Spaß gemacht hat! - Juliane Käppler
Die Schwangerschaft des Max Leif
(45)Aktuelle Rezension von: SanTimeMax Leif ist irgendwie viel "schwangerer" als seine Freundin Maja.
Als Max realisiert, welche vermeintlichen Gefahren das ungeborene Baby bedrohen und was alles ein Risiko für seine Freundin darstellt, beginnt er die Fürsorge und Verantwortung für beide zu übernehmen. Dabei übertreibt er es so maßlos, dass man ständig schmunzeln und lachen muss. Maja hingegen findet das alles gar nicht lustig...
Ein äußerst witziges Buch mit Lachgarantie! - Agga Kastell
Kurz vor Paris
(5)Aktuelle Rezension von: biscoteria85„Kurz vor Paris – Der kuriose Weg zur Freiheit“ von Agga Kastell erzählt von einer ungewöhnlichen Reise in einer postapokalyptischen Welt. 15 Jahre zuvor hat die große Menge der Weltbevölkerung für Erdbeben gesorgt, welche Atomkraftwerke zerstört hat und somit die Atomkraftunfälle. Insekten wurden so groß wie Menschen, liefen auf Beinen und mit Hilfe von Translatorchips hinterm Ohr können alle miteinander sprechen
Der junge Mensch Stinker reist gemeinsam mit der Fliege Flymo und dem Schmetterling Meiling Richtung Paris, um persönliche Träume zu erfüllen. – doch ihre Pläne ändern sich, als sie der schwangeren Wespe Puck begegnen, die vor einer rassistischen Gemeinschaft auf der Flucht ist. Aus dem zunächst skurrilen Roadtrip entwickelt sich eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, sich gegen Ausgrenzung und faschistische Ideologien zu stellen.
Der Roman hat eine originelle Idee und eine ungewöhnliche Figurenkonstellation. Die Beziehung zwischen Menschen und Insekten wirkt überraschend selbstverständlich und verleiht der Geschichte Wärme und Humor. Die Autorin verbindet witzige Dialoge, kuriose Begegnungen und emotionale Momente mit gesellschaftskritischen Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und Verfolgung, ohne dabei belehrend zu wirken.
Besonders die Dynamik zwischen den Hauptfiguren sowie Pucks Entwicklung von Misstrauen zu Vertrauen verleihen der Handlung Herz und Dramatik.
Wir erfahren zwar kleine Infos, wie die speziellen Sitze in der Bahn für Schmetterlinge, Menschen, oder auch breite Sitze für Wespen. Aber darüber hinaus, bleibt leider viel an Informationen zurück, wenn es um die Umwelt geht und die politischen Hintergründe werden nur angerissen und die Gruppe der Nordos hätten mehr Tiefe vertragen können. Wir erfahren zwar am Rande, wie diese Kommune ähnlich einer Sekte handelt, aber dennoch blieb es hier oberflächlich. Ebenso habe ich leider nicht ganz die Satire in der Geschichte gefunden, womit das Buch jedoch wirbt. Ich schaue gerne Politische Satire und weiß daher, wie diese aussieht, hier sind es aber nur minimal Seitenhieb und zu wenig Humor und zu wenig Schlagseite.
Die Geschichte ist mit weniger als 300 Seiten schnell gelesen und es zeigt eine Welt, wo Insekten untereinander genauso Rassismus ausgesetzt sind wie Insekten von Menschen und Menschen Rassismus durch Insekten erfahren. Es bringt aktuelle Themen auf und zeigt das trotz dieser Diversität ein Miteinander möglich ist und man Freunde und Familien darauf aufbauen kann. Ganz ausgereift ist die Geschichte für mich leider nicht gewesen, aber es war dennoch erfrischend neu.
- Petteri Nuottimäki
Rechne immer mit dem Schlimmsten
(35)Aktuelle Rezension von: killmonotony„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ von Petteri Nuottimäki erzählt die Familiengeschichte der Aaltos, die sich, nur um nicht ganz oben im Telefonbuch zu stehen, in „Alto“ umbenennen lassen haben. So skurril das klingt, umso skurriler ist die ganze Familienbande. Dieses Buch beschreibt das Leben Mattis, seine Zeit während des Krieges, seine Beziehung zu seiner Frau und letztendlich auch das Leben seiner Kinder. Von klein auf begleitet man die drei, der vierte kam schon als kleines Kind beim Spielen mit einer Granate ums Leben. Doch so sehr Matti sich für die Erziehung der Kinder eingesetzt und sich bemüht hat, diese zu ehrgeizigen Personen zu erziehen, scheint doch alles aus dem Ruder zu laufen: Raimo häuft Spielschulden an, Elina umgibt sich immer noch mit den falschen Jungs und Antti… nun, der Jüngste der Baggage, Antti, zeigt überhaupt kein Talent für irgendetwas. Doch einem dieser Nichtsnutze muss Matti sein Unternehmen vererben, in das er ein Leben lang sein Herzblut gesteckt hat; besonders jetzt, wo er krank ist, muss jemand den Laden übernehmen. Doch wie soll er sich zwischen diesen Nieten, die seine Kinder sind, entscheiden, um das Unheil noch gering zu halten?
„Rechne immer mit dem Schlimmsten“ ist Petteri Nuottimäkis erster Roman. Der gebürtige Finne erzählt mit einer Riesenportion schwarzem Humor die Lebens- und Leidensgeschichte Mattis. Dieser muss nicht nur schauen, dass sein Geschäft gut läuft, sondern auch dafür sorgen, dass aus seinen nicht gerade ehrgeizigen Kindern noch etwas wird. Und sowieso hat er sie doch anders erzogen, Kämpfer sollten sie sein, die sich gegenseitig übertrumpfen wollen! Doch leider ist dem nicht so. Alle seine Kinder scheinen ihm nur Ärger zu machen. Seitdem einer der Zwillinge, Risto, als kleiner Junge umgekommen ist, ist sowieso alles anders. Ohne es zugeben zu wollen, fühlen Matti sowie Ristos Zwillingsbruder Raimo sich amputiert. Doch für Gefühle ist im Hause Alto keine Zeit: Jedes Jahr zum Geburtstag muss das Geburtstagskind sich vor Mattis Schreibtisch stellen und verkünden, wie seine Zukunftspläne aussehen und was bisher dafür unternommen wurde. Man könnte meinen, dass diese Erziehung zu realistischen Träumen und das ewige „Kleinhalten“ Mattis Kindern nicht gut getan hat. Schließlich ist der Eine eine schlimmere Enttäuschung als der Andere. Als Matti krank wird und sein Unternehmen einem seiner Kinder vermachen muss, greift er daher zu einem ausgeklügelten Plan: Jedem seiner Kinder stehen 100.000 Kronen zu, und jeder darf damit machen, was er will. Der, der aus seinem Geld jedoch das Beste macht und echten Unternehmergeist zeigt, soll Mattis Unternehmen erben. Gesagt, getan. Es beginnt das Chaos, wenn Raimo, Elina und Antti losziehen, um etwas auf die Beine zu stellen, das ihren alten Herrn überzeugen wird…
Matti war es gar nicht wichtig, dass die Kinder viel Geld verdienen oder berühmt werden sollten. Er wollte ihnen nur helfen, in einer harten, unbegreiflichen Welt zurechtzukommen. Er wollte sie nicht zu Menschen erziehen, die am Ende unter die Räder kamen und zurückbleiben mussten.
Die vollständige Rezension findet ihr auf meinem Blog: http://killmonotony.wordpress.com
- Anne Sverdrup-Thygeson
Libelle, Marienkäfer & Co.
(5)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerInsekten, als sogenannte Krabbeltiere oder fliegende Plagegeister, so bezeichnen viele Menschen diese Tiergruppe und viele mögen sie auch nicht. Doch wie könnte ein Welt ohne sie aussehen?
Es gäbe keine Bestäuber mehr. Nachweisbar schmecken Obst und Gemüse besser, wenn die Bestäubung durch Tiere erfolgt. Mistkäfer sorgen dafür, dass der Dung der Tiere wieder dem Nährstoffkreislauf zugeführt wird. Schokolade würde wir nicht essen können, wenn es diese kleine Bestäuber Mücke nicht gebe. Wachs der Bienen wird in der Industrie verwendet, in der Kosmetikbranche. Seide, aus Raupen, aber auch schon aus Spinnen, sorgt für ganz besondere Stoffe. Die Lösung der Ernährung der Weltbevölkerung könnte mit Insekten geschaffen werden.
Die Faszination der Hexapoden liegt aber auch in ihren Fähigkeiten. Bienen sind in der Lage menschliche Gesichter zu erkennen. Termiten dienen als Baumeister mit ihren Belüftungsanlagen als Vorlage für Architekten. Ameisen scheinen Antibiotika zu produzieren, das in Anbetracht von Resistenzen für die Menschheit ein großes Potential bieten würde.Die Passion und Begeisterungsfähigkeit für Insekten, dem Forschungsgebiet der Autorin des Buches überträgt sich hier auf den ersten Seiten auf den Leser. Natürlich fehlen mir Bilder, das hätte das Buch perfekt gemacht. Kleine Zeichnungen finden sich jeweils über den Kapitelabschnitten
Aber ich mochte die Mischung des Buches. Die historischen Abhandlungen, die Vorstellung der Feldforschung, die Aussichten in möglichen Forschungsgebieten. Auch die Anpassungen der Hexapoden an die jeweiligen Umwelteinflüsse, das ist einfach faszinierend.
Im Anhang findet sich perfekterweise ein Register und vor allem ein reichhaltiges Literaturverzeichnis und auch Sachbuchtipps zu unterhaltsamen Weiterlesen im Reich der „Geflügelten Krebse“- wie ich darauf komme- ja das Reich der Insekten birgt einige Geheimnisse, die es lohnen entdeckt zu werden.
Neben der Passion für Insekten, vermittelt das Buch mit einem humorvollen, lebendigen Stil die Leidenschaft der Autorin für die faszinierende Insektenwelt. Im Klappentext des Buches finden sich Autorinneninfos. Sie ist Professorin an einer norwegischen Universität
- Anthony Doerr
Winklers Traum vom Wasser
(56)Aktuelle Rezension von: angies_bücherDieses Buch steht schon sehr lange auf meiner Leseliste und ich habe mich sehr gefreut, es nun endlich zu lesen. Leider ist mir der Einstieg sehr schwer gefallen. Die ersten 100 Seiten waren sehr zäh. Der Schreibstil des Autors ist zwar wunderschön, aber die ganze Atmosphäre ist auch sehr gedrückt und melancholisch und insgesamt ist das Buch sehr schwermütig.
Nach etwa der Hälfte des Buches ist mir Winkler richtig ans Herz gewachsen. Sein Schicksal berührt mich sehr und es tut mir leid, dass er keinen besseren Ausweg für sich findet und niemand seinen Träumen und Ahnung glauben schenkt. Seine Einsamkeit hat mich sehr bewegt. Gleichzeitig hätte Winkler häufiger gerne geschüttelt, weil ich nicht nachvollziehen konnte wie er handelt. Er agiert oft unbedacht oder konfus, wenn er denn handelt. Über weite Teile ist er eher passiv, was mich wahnsinnig gemacht hat. Insgesamt fand ich das Buch über weite Strecken sehr zäh und langatmig und immer wieder hätte ich Winckler am liebsten zu gerufen, dass er endlich handeln soll.
Im letzten Teil des Buches gab es noch ein paar für mich überraschende Wendungen. Das fand ich ganz schön und spannend. Das Ende habe ich nicht ganz verstanden ehrlich gesagt und war leicht enttäuscht. Deswegen schwanke ich auch zwischen null und fünf Sternen und gebe schlussendlich drei. Sprachlich ist das Buch wunderschön und auf der einen Seite ist es auch wirklich ein richtiges Meisterwerk. Es ist sehr ergreifend wie der Autor Winckler und seine Einsamkeit und sein teilweise autistischens Verhalten schildert. Und gleichzeitig war das Buch über weite Strecken einfach zäh und langweilig.
- Carmen Mola
Er will sie sterben sehen
(44)Aktuelle Rezension von: BuecherkaetzchenInhalt
Er hat ihre Schwester ermordet. Jetzt ist sie dran.
Die 22-jährige Susana verschwindet nach ihrem Junggesellinnenabschied spurlos. Was die Polizei vorfindet, als man sie Tage später zum Fundort der Leiche ruft, weckt das kalte Grauen: Die junge Frau wurde ermordet, indem man ihr Löcher in den Schädel bohrte und Würmer einführte, die bei lebendigem Leib das Gehirn fraßen. Dann stellt sich heraus, dass Susanas ältere Schwester auf dieselbe Art und Weise umgebracht wurde – und für diese Tat sitzt ein Mann hinter Gittern. Hat man den Falschen verurteilt und weggesperrt? Oder gibt es einen Nachahmer? Und warum mussten beide Schwestern ausgerechnet am Vorabend ihrer Hochzeit sterben?
Meine Meinung
Die Autorin war mir vorher nicht bekannt, aber die spannende Beschreibung hat mich sofort neugierig gemacht. Ich dachte, als Leser erwarten mich hier blutige Szenen und dieser Gedanke wurde auch nicht enttäuscht.
Der Schreibstil ist flüssig und gut leserlich, auch kann man der Handlung gut folgen. Toll fand ich die kurzen Kapitel, so konnte ich schnell "noch eins" lesen.
Allerdings muss ich leider sagen, dass mich die Geschichte nicht wirklich packen konnte. Der Leser erfährt sehr viele Details über die Ermittlungsarbeit und das Privatleben - die Spannung kam hingegen, bis auf wenige Szenen, für meinen Geschmack zu kurz.
Auch muss ich sagen, konnte ich mich mit der Ermittlerin überhaupt nicht identifizieren und ich bin nicht mit ihr warm geworden: Sie ist zickig, trinkt zu viel Alkohol - einfach nicht das, was man von einer erwachsenen, cleveren Polizistin erwartet.
Fazit
Für mich ist das Buch eher ein leichter Krimi als ein rasanter Thriller. Für zwischendurch eine nette Unterhaltung, aber ohne Gänsehautmomente.
Danke an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.
Von mir bekommt Er will sie sterben sehen 3 von 5 möglichen Sternen.
- Paul Shipton
Die Wanze
(45)Aktuelle Rezension von: Traubenbaer"Die Wanze" von Paul Shipton (erschienen bei Fischer) ist ein Krimi, der komplett aus der Sicht von Insekten erzählt wird. Der Hauptprotagonist ist der Käfer Wanze Maldoon. Er ist ein erfolgreicher Privatdetektiv, was nicht zuletzt daran liegt, dass er der einzige Detektiv im ganzen Garten ist. Als er mit der Suche nach dem Ohrwurm Eddie beauftragt wird, ahnt er noch nicht, dass er in die Angelegenheiten individualistischer Ameisen, verrückter Wespen und hunriger Spinnen gerät.
Der Roman ist durch seine Protagonisten sehr ungewöhnlich: Das hebt ihn ganz klar von anderen Krimis ab. Die Insekten haben zwar ihre eigenen Probleme, fühlen und denken aber wie Menschen. So findet man schnell in die Geschichte rein. Dass der Roman ausschließlich in einem Garten spielt verstärkt das noch. Der Fall ist nicht nur spannend, sondern an vielen Stellen auch witzig.
Mir hat "Die Wanze" sehr gut gefallen und ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer ungewöhnlichen und kurzweiligen Lektüre ist.























