Bücher mit dem Tag "internierung"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "internierung" gekennzeichnet haben.

23 Bücher

  1. Cover des Buches Die Überlebenden (ISBN: 9783442479085)
    Alexandra Bracken

    Die Überlebenden

     (420)
    Aktuelle Rezension von: Sonnenwind

    Nach einer Virusepidemie sind fast alle Jugendlichen in den USA gestorben. Doch ein kleiner Prozentsatz hat überlebt - und die haben alle besondere Begabungen auf den unterschiedlichsten Gebieten. Von den Erwachsenen werden sie in verschiedene Gruppen eingeteilt: Blau und Grün sind die Ungefährlichen, die Gelben haben mehr Kräfte, und die Orangenen und Roten sind für die Erwachsenen gefährlich. Deshalb werden sie systematisch abgesondert und umgebracht.
    Ruby ist eine Orangene, aber sie kann das vertuschen und wird als Grüne klassifiziert. Ihre Fähigkeiten hat sie noch nicht ganz entdeckt, aber sie kommt ständig vorwärts. Sie kann die Gedanken von anderen beeinflussen und sie dazu bringen, Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen. Das ist natürlich gefährlich und sie muß darauf achten, daß niemand ihr Geheimnis entdeckt. Und dann verliebt sie sich...
    Ein sehr schönes Buch für Jugendliche, wenn es auch weiter keinen Tiefgang hat. Aber das Lesen hat mir Freude gemacht und ich habe es sehr genossen.

  2. Cover des Buches Der Glanz von Südseemuscheln (ISBN: 9783453418196)
    Regina Gärtner

    Der Glanz von Südseemuscheln

     (79)
    Aktuelle Rezension von: Schlehenfee

    Samoa, 1914: Mathilde Hinrichs wartet auf eine letzte Maschine, um mit ihrem Bruder Fritz endlich die Konservenfabrik für Ananas in Betrieb zu nehmen, die sie auf ihrer Plantage anbauen. Doch der Erste Weltkrieg kommt ihren Plänen zuvor. Mit der neuseeländischen Besatzung verliert die Insel nicht nur den Status als deutsches Hoheitsgebiet, auch die deutsche Bevölkerung verliert nach und nach ihren Besitz und ihre Rechte. Mathilde kämpft aber weiterhin für die Erfüllung ihres Traums.


    Mathildes Cousine Alma ist mit ihrem Mann Joshua nach Sydney gezogen, wo er als Kapitän meist auf See ist. Daher bekommt er zunächst gar nicht mit, dass mit dem Kriegsausbruch eine extrem antideutsche Stimmung in Australien herrscht, die Alma und den Sohn Max vor Schwierigkeiten stellt. Als Joshua schließlich während einer Tour als verschollen gilt, muss Alma ebenfalls mit ungeahnten Widrigkeiten kämpfen.


    Es ist schon mehrere Jahre her, dass ich das Vorgängerbuch „Unter dem Südseemond“ gelesen habe, und ich hatte etwas Sorge, nicht mehr zu den Charakteren und in die Handlung zurückzufinden. Doch Alma und Joshua sind mir in Erinnerung geblieben und die Sorge war unbegründet. Mathilde war ebenfalls ein sehr spannender und interessanter Charakter. Sie ist sehr unabhängig und unternehmerisch, das hat mir imponiert. Überhaupt sind die Frauen hier die Starken. Die Männer sind mit Ausnahme Scott Turners, beinahe ständig unterwegs oder interniert, so dass die Hauptlast der Versorgung bei den Frauen liegt. Das empfand ich als sehr authentisch.


    Man merkt, dass Regina Gärtner wieder sehr gut recherchiert hat, um die Atmosphäre während des Ersten Weltkriegs, sowohl in Australien als auch auf Samoa, einzufangen. Dies ist ihr hervorragend gelungen. In der Schule haben wir damals eher die Auswirkungen als die Details des Ersten Weltkriegs behandelt, daher war es mir zum Beispiel neu, dass deutsche Kriegsschiffe bis in den Indischen Ozean hinein in Kampfhandlungen verwickelt waren. Die Besetzung Samoas durch neuseeländische Soldaten bis hin zum Gewissenskonflikt bei Mathilde, als sie für Turner arbeitet und sich dann in ihn verliebt, sind authentisch und fesselnd dargestellt. 

    Im Gegensatz dazu war Almas Teil oft geradezu gemächlich erzählt. Bei beiden Frauen wünschte ich mir an einem Punkt, dass die Handlung nun den nächsten Schritt tut, sonst wäre es über kurz oder lang zu eintönig. Zum Glück geschah dieser Schritt dann auch kurz darauf.


    In einem Punkt war mir der glückliche Zufall dann etwas zuviel, nämlich als es um den Jungen Patrick und seine Herkunft ging. Daher vergebe ich „nur“ vier Sterne. Das obligatorische Happy End kommt aber sehr stimmig daher, wie ich es von einem Historischen Roman mit Liebesgeschichte erwarte. Insgesamt empfand ich sowohl „Unter dem Südseemond“ als auch „Der Glanz von Südseemuscheln“ als sehr stimmig und atmosphärisch erzählt. Dabei habe ich außerdem noch viel über das Leben in der ehemaligen deutschen Kolonie Samoa gelernt, einen literarischen Schauplatz, den ich bis dato noch nie „besucht“ habe.

    Ich kann die beiden Romane um Alma und Mathilde allen empfehlen!

  3. Cover des Buches Der Apfelbaum (ISBN: 9783548060866)
    Christian Berkel

    Der Apfelbaum

     (160)
    Aktuelle Rezension von: Viviliebtlesen

    Als ich dieses Buch las, hatte ich auf den ersten Seiten Tränen in den Augen. Die Bilder, die im Kopf entstanden, verfolgten einen durch die gesamte Lektüre. Hinzu kommt der Gedanke, dass es nach einer wahren Geschichte erzählt wird. Was ich hierzu aber mitteilen muss, ist, dass ich vermute, dass die Geschichte, die bewegende Erzählung, dieses Buch zu etwas besonderem macht. Leider empfinde ich das nicht unbedingt für die Schreibweise. Hätte der Autor an der Stelle etwas fiktives geschrieben, hätte er diesen Erfolg nicht gefeiert. Ich bin dankbar, dass ich diese bewegende Geschichte lesen durfte, hierbei allerdings um der Geschichte Willen. Dennoch gute Unterhaltung.

  4. Cover des Buches Die Stadt der Blinden (ISBN: 9783442745296)
    José Saramago

    Die Stadt der Blinden

     (542)
    Aktuelle Rezension von: sabatayn76

    Ein Mann wartet mit seinem Auto an einer roten Ampel. Als die Ampel auf grün umschaltet, fährt er nicht los: Er ist plötzlich erblindet.

    Er wird von einem Mann nach Hause gebracht, der sich erst freundlich zeigt, doch dann sein Auto stiehlt, und die Frau des Blinden begleitet ihn in eine Augenarztpraxis, um dieser sonderbaren Blindheit auf die Schliche zu kommen.

    Innerhalb weniger Stunden erblinden nicht nur der Autodieb und die Frau des ersten Blinden, sondern auch der Augenarzt und seine Patienten. Nur die Frau des Augenarztes bleibt verschont.

    Alle Blinden werden in eine leerstehende Irrenanstalt gebracht, wo sie (und die nachfolgenden Blinden) vom Rest der Menschheit isoliert werden. Um bei ihrem Mann zu bleiben, gibt sich die Frau des Augenarztes als Blinde aus, und schafft es so, den Isolierten beizustehen und ihnen Unterstützung zu bieten.

    Ich habe ‚Die Stadt der Blinden‘ vor vielen Jahren zum ersten Mal gelesen und war damals sehr begeistert von dem Roman. Er ist trotzdem der einzige Roman geblieben, den ich von José Saramago gelesen habe, und nun habe ich zur Auffrischung des Hörbuch gehört.

    Im Roman werden weder Personen noch Orte benannt, und auch wann die Geschichte spielt, erfährt der Leser nicht. Stattdessen werden die Personen nach bestimmten Eigenschaften unterschieden, z.B. ‚die Frau mit der dunklen Brille‘ oder ‚der erste Blinde‘, was nicht nur zur Anonymität der Personen führt, sondern auch zu einer gewissen Universalität und Austauschbarkeit beiträgt.

    Saramagos Roman ist anspruchsvoll und von Anfang bis Ende fesselnd, ohne dass der Literatur-Nobelpreisträger des Jahres 1998 ausschweifend, kompliziert oder blumig schreibt. Die Stimmung im Buch ist dabei unheilvoll und düster, wobei der Roman im Verlauf immer gespenstischer und bedrückender wird.

    Saramagos Beschreibungen von Unterdrückung, Entrechtung, Entmenschlichung und Kompromisslosigkeit liegen bisweilen schwer im Magen, was auch daran liegt, dass die Schilderungen durchweg authentisch wirken und man sich gut vorstellen kann, dass eine solche Ausnahmesituation auf die von Saramago wiedergegebene Weise entgleist.

    Ich kann den Roman voll und ganz empfehlen und lese irgendwann sicherlich weitere Romane des Autors, z.B. ‚Die Stadt der Sehenden‘.

  5. Cover des Buches Maus (ISBN: 9783596180943)
    Art Spiegelman

    Maus

     (211)
    Aktuelle Rezension von: Chris666

    Definitiv Hochkultur!!! Dieses Buch braucht sich hinter keinem Klassiker zu verstecken. Wer "Comics" für kinderkram hält, wird hier eines besseren belehrt. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass mir die Schicksale der Juden im zweiten Weltkrieg und ihre Nachwirkungen bis ins Jetzt, besser und eindringlicher vor Augen geführt hat.

  6. Cover des Buches Schnee, der auf Zedern fällt (ISBN: 9783455651430)
    David Guterson

    Schnee, der auf Zedern fällt

     (241)
    Aktuelle Rezension von: Dini94

    Zu Beginn des Buches befindet sich der Leser in einer Gerichtsverhandlung. Der japanischstämmige Amerikaner Kabou Minamoto wird wegen Mordes an einen amerikanischen Bürger angeklagt. Der Einzige der ihm eventuell helfen könnte, wäre der einarmiger Journalist namens Ishmael Chamber. Dieser jedoch befindet sich in Zwiespalt, denn seine Jugendliebe ist jetzt Kabou´s Frau.

    Der Klapptext deutet auf eine spannende Geschichte, jedoch wird der Leser sehr oft in die Vergangenheit zurück versetzt. Der Autor versucht mit den vielen Rücksprüngen, die damalige angespannte Situation zwischen Amerikaner und japanischstämmigen Amerikaner darzustellen.

    Das Gerichtsverfahren und die Mordaufklärung sind eher nebensächlich. Der Mordvorgang klärt sich auf die restlichen 100 Seiten. Tut mir Leid für den Spoiler. 

    Ja, es ist ein historischer Roman und ja, die Grundidee ist gelungen aber der Inhalt könnte etwas anders verpackt bzw. erzählt werden. Wem langwierige Lebensgeschichten gefallen, wird dieses Buch mögen.

  7. Cover des Buches Wie ein Stein im Geröll (ISBN: 9783453352469)
    Maria Barbal

    Wie ein Stein im Geröll

     (69)
    Aktuelle Rezension von: Manuela_Waldmeier

    Dieses Buch erzählt die Geschichte von Conxa, welche früh ihr Elternhaus verlassen musste um bei Onkel und Tante zu leben, welche keine eigenen Kinder haben. Das Buch bleibt sich von Anfang bis Ende treu , es gibt wenige höhen und tiefen was den Schreibstil angeht und lässt sich flüssig lesen. Es erzählt die Geschichte eines langen Lebens , der Abnabelung von zu Hause, eigenen Kindern und Enkeln so wie dem unausweichlichen Tod welcher Conxa in ihrem Leben nicht fern bleibt.  Wie ein einzelner Stein im Geröll ist jeder in irgendeiner Weise , so auch Conxa. Fazit: Eine Lebensgeschichte die erzählt wurde weil sie erzählt werden musste und die den Leser an ein oder anderer Stelle durchaus zum Nachdenken anregt . 

  8. Cover des Buches Keiko (ISBN: 9783833307676)
    Jamie Ford

    Keiko

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Barbara62

    Wenn man ein Lieblingsbuch erneut liest, besteht immer die Gefahr einer Enttäuschung. Bei Keiko, dem Debütroman des US-Amerikaners Jamie Ford aus dem Jahr 2009, ist es mir zum Glück nicht so ergangen, und ich war genauso berührt und gefangen wie beim ersten Lesen vor einigen Jahren.

    Aus der Sicht eines auktorialen Erzählers erfahren wir die Lebens- und Liebesgeschichte des Amerikaners chinesischer Herkunft Henry Lee, der 1986 vor Kurzem nach glücklicher Ehe seine Frau Ethel verloren hat. Bei einem Spaziergang durch Seattle beobachtet er, wie das an der Grenze zwischen chinesischem und japanischem Viertel gelegene und seit Kriegsende aufgegebene Hotel Panama zu neuem Leben erwacht. Seine Gedanken wandern zurück ins Jahr 1942, als er mit zwölf Jahren zum ersten Mal dort war.

    Zu dieser Zeit war Henry der einzige asiatische Stipendiat einer weißen Eliteschule, ein gemobbter Außenseiter. Mit seinen Eltern konnte er nicht darüber reden, zu stolz waren sie darauf, dass ihr Sohn ein echter Amerikaner geworden war, und er war abgrundtief einsam. Das änderte sich, als mit der Japanerin Keiko eine zweite Asiatin an die Schule kam. Die beiden Jugendlichen wurden unzertrennlich, erlebten ihre erste Liebe und streiften zusammen durch die Jazz-Szene Seattles, immer darauf bedacht, die Verbindung vor Henrys Vater, der die Japaner hasste, geheim zu halten. Doch nach dem Angriff auf Pearl Harbor, als die Amerikaner alle Japaner internierten, wurden auch Keiko und ihre Familie in ein Lager gebracht, und so sehr Henry sich auch bemühte, verlor er sie doch aus den Augen.

    Mir ist dieser Roman, der so sensibel und still eine wunderschöne lebenslange Liebesgeschichte und zwei schwierige Vater-Sohn-Beziehungen (zwischen Henry und seinem Vater bzw. Henry und seinem Sohn) erzählt, sehr ans Herz gegangen. Ist er ein wenig kitschig? Wenn ja, so hat es mich in keinem Moment gestört. Vielmehr habe ich Keiko, im Original Hotel on the Corner of Bitter and Sweet, als Zeugnis über ein Leben zwischen verschiedenen Kulturen und über Ausgrenzung gelesen, als zeitgeschichtlichen Bericht aus dem Zweiten Weltkrieg in den USA und als Suche eines überaus sympathischen Protagonisten nach seiner Identität.

     

  9. Cover des Buches Papillon (ISBN: 9783596212453)
    Henri Charrière

    Papillon

     (114)
    Aktuelle Rezension von: Lynn11

    Auch wenn diese Geschichte im autobiographischen Schreibstil verfasst wurde, so mag ich doch sehr daran zweifeln, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Die Story ähnelt einem Abenteuerroman, in welchem sich die Szenerie einige male wiederholt. Für mein Empfinden etwas zu platt, zu künstlich und zu oberflächlich. Ja, als Klassiker sollte man das Buch einmal in seinem Leben gelesen haben. Gehört zu den Abenteuerromanen: Tarzan, Mobby Dick, Robinson Crusoe u.a.

  10. Cover des Buches Die Mitläuferin. Erinnerungen einer Wehrmachtsangehörigen (ISBN: 9783351024864)
    Ilse Schmidt

    Die Mitläuferin. Erinnerungen einer Wehrmachtsangehörigen

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Jens65
    Die Lebenserinnerungen von Ilse Schmidt sind ungewöhnlich in der Art, in der sie ihr Leben während des Zweiten Weltkrieges beschreibt. Es ist eines der wenigen Bücher, die einem ein sehr gutes und autentisches Gefühl für das Leben in Nazi-Deutschland und im Krieg geben. Die Schreibweise erinnert an eine mündliche Erzählung, mit Erinnerungen an Episoden und daran, wie man sich gefühlt und was man in diesem Moment gedacht hat. Ilse Schmidt versucht, uns zu erzählen, was sie erlebt und wie sie gefühlt hat - auch wenn sie sich und dem Leser eben eingestehen muß, daß sie anders hätte handeln müssen oder anders hätte denken sollen. In ihrer Erzählung kann man jedoch gut nachvollziehen, warum sie damals so und nicht anders handelte. Dies Buch hat mir in außergewöhnlicher Weise die Stimmung und das Leben im Dritten Reich und im Krieg nahe gebracht. Ich kann es ohne Einschränkungen empfehlen.
  11. Cover des Buches Der Totenwald (ISBN: 9783518224250)
    Ernst Wiechert

    Der Totenwald

     (4)
    Aktuelle Rezension von: oblomov
    In „Der Totenwald“ dessen Untertitel ursprünglich „Ein Bericht“ lautete, hat Ernst Wiechert den Zusammenbruch seines Nationalbildes beschrieben, „ohne Ausweg anscheinend als den des Märtyrertums“ (S. 12). Mit einer klaren Sprache schildert er seine Gestapo Haft und Internierung in Buchenwald. „Zwar klang der Name „Buchenwald“ schön, aber er hatte schon verlernt, sich von Namen täuschen zu lassen.“ (S. 64) Die präzise Sprache bewirkt, dass der Leser keine Wahl hat, als das, was mit dem Protagonisten geschieht, selbst nachzuempfinden. „Johannes nahm alles wie in einem Spiegel in sich auf. Er wollte nichts übersehen und nichts vergessen.“ (S. 67) „den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Schande, den Kommenden zur Mahnung.“ (S. 138) Dies ist ihm mit verstörender Eleganz gelungen. Durch solche knappen Sätze wie: „der Unzerstörbarkeit aller Kreaturen, die erst mit dem Tod endet.“ und der einhergehenden Darstellung wird das abgelegte Zeugnis lebendig. „Augen aus denen der Sinn des Lebens gewichen war und somit auch der des Todes. Kinder und Tiere in der letzten Todesangst mochten solche Augen haben, wenn das Dunkel schon über ihnen zusammenschlägt und die Tafeln aller Gesetze, auch der einfachsten, klirrend in Scherben zerbrachen.“ (S. 83) In dem Bericht wird deutlich, wie beschwerlich es zu jener Zeit war, menschlich Züge zu bewahren: „Du musst durchgehen durch alles, und erst später … ja, erst später …“ „Wer hier mitleidet, zerbricht.“ (S.85) Dementsprechend wurde dieser Bericht auch erst nach dem Krieg veröffentlicht und Wiechert durfte nach seiner Entlassung aus Buchenwald weiter schreiben und fand ironischer Weise sehr fiel Beachtung im 3. Reich („Das einfach Leben“). Auch wird nachgezeichnet, wie sich der Protagonist immer weiter vom Glauben abwendet: „Über Sternen muß er wohnen“ (S.39) bis er den Glauben schließlich ganz verliert: „Aber es war nicht mehr Gottes Sonne und waren nicht mehr Gottes Wolken. Gott war gestorben.“ (S.84) Die so sachlich geschilderten Grausamkeiten hinterlassen, die von Wichert beabsichtigten Spuren: „Wie er, mit eisigem Hohn übergossen, wieder zurückwankte und der Scharführer, lächelnd, einen kopfgroßen Stein mit voller Wucht in den Rücken des Nichtsahnenden schleuderte, so dass dieser auf seinem Gesicht liegen blieb.“ (S. 82) Das Buch schildert sehr gut, die Atmosphäre der damaligen Zeit und die Konsequenz des kollektiven Wegschauens. „Nur die Blinden schlug das Schicksal“ (S. 39) Sehr zu empfehlen.
  12. Cover des Buches Erinnerungen an Europa (ISBN: 9783942503174)
    Herbert Kalmann

    Erinnerungen an Europa

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Simplicio
    Arno Stern ist bekannt als Initiator des Malspiels, das er seit Ende der vierziger Jahre in Paris entwickelte. Mit „Erinnerungen an Europa. 1933-1949“ gibt er nun einen Sammelband der Prosatexte und Lyrik seines verstorbenen Freundes Herbert Kalmann heraus, mit dem er während des 2. Weltkriegs in einem Flüchtlingslager interniert war. Der Band gibt einen eindrucksvollen Einblick in das Schicksal der Menschen in den Flüchtlingslagern, das Stern und Kalmann mit so vielen Menschen dieser Generation teilen. Beide waren noch Kinder, als Hitler die Macht ergriff. Ihre Familien flüchteten zunächst unabhängig voneinander nach Holland und Frankreich, bevor der Ausbruch des 2. Weltkriegs sie zwang, weiter in die Schweiz zu flüchten, wo sich ihre Schicksale schließlich kreuzten. Glücklich nicht wieder ausgewiesen worden zu sein, verbrachten der von Kunst träumende Arno Stern und der junge Dichter Herbert Kalmann ihre Jugendjahre in einem notdürftig umgestalteten Fabrikgebäude, in dem sie zusammen mit ca. 300 anderen Erkorenen untergebracht waren. Der Arbeitsalltag war streng und die Lebensumstände leidlich, doch diesen Unannehmlichkeiten des Lagerlebens setzte Kalmann seinen unbesiegbaren Optimismus entgegen, den er auch in diesen schweren Zeiten bewahrte. Er schrieb zynisch und humorvoll, aber auch politische Mahnungen schwingen in seinen Werken mit. Nicht zu vergessen sind auch die berührenden Erinnerungen an die Heimat, die den Leser gefühlvoll am Schicksal der staatenlosen Internierten teilhaben lassen. Die Texte Kalmanns sind dabei aber weit mehr, als ein bloßes Tagebuch oder eine Reportage des Lageralltags. Als Komponist hätte er wohl eine Emigrationssymphonie geschrieben, aus deren Klängen und Rhythmen die düstere Abgesondertheit vom wahren Leben in das Gemüt des Zuhörers eingedrungen wäre. So sind auch Kalmanns Prosastücke eindrucksvolle Stimmungswerke, stilistisch originell, so wie es auch seine umfangreiche Lyrik ist. Arno Stern leistet mit der Herausgabe von Kalmanns Schriften einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Gefühlswelt von Menschen in Flüchtlingslagern. Das Buch ist ein bedeutendes Stück deutscher Literatur und eine Reminiszenz an die Blütezeit von Schriftstellern wie Tucholsky, Klabund und Polgar, mit denen sich Kalmann verbunden fühlte.
  13. Cover des Buches New Sol (ISBN: 9783838787046)
    Margaret Fortune

    New Sol

     (1)
    Aktuelle Rezension von: vormi
    Nach zwei Jahren in einem Kriegsgefangenenlager kommt Lia Johansen frei und wird auf die Raumstation New Sol gebracht. Sie hat kaum Erinnerungen an die vergangenen Jahre, was sie auf einen kürzlich erlittenen Stromstoß zurückführt. Doch die Wahrheit ist jenseits aller Vorstellungskraft. Denn plötzlich startet in Lias Kopf ein Countdown: 35:59:59.

    Lia weiß auf einmal: Sie ist eine lebende, genetisch modifizierte Bombe, und sie soll die Raumstation in die Luft jagen. Doch erst muss sie es schaffen, 36 Stunden lang unentdeckt zu bleiben. Ein atemberaubender Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
    Inhaltsangabe auf amazon


    Grundsätzlich hat mir das Hörbuch sehr gut gefallen.
    Eine gut durchdachte Science-Fiction-Geschichte.
    Mir war sie besonders zu Beginn, etwas zu langatmig. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis Spannung aufkam. Am Anfang habe ich eher aus Neugierde weiter gehört. Aber es war interessant genug, um mich von der Story zu überzeugen. Eine Serie, die ich weiter hören würde...
  14. Cover des Buches Dora Bruder (ISBN: 9783150199084)
    Patrick Modiano

    Dora Bruder

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Saralonde

    In einer Zeitungsausgabe aus dem 2. Weltkrieg stößt der Literat Patrick Modiano auf eine Suchanzeige, die von einem jüdischen Ehepaar in Paris geschaltet wurde. Sie suchten ihre fünfzehnjährige Tochter Dora. Dora Bruder. Wer war Dora Bruder und was ist aus ihr geworden? Modiano, den die Besatzungszeit auch im Zusammenhang mit den Erlebnissen seines eigenen, jüdischen Vaters umtreibt, begibt sich auf die Suche.

    Als während der Frankfurter Buchmesse 2014 der Literaturnobelpreis an den französischen Schriftsteller Patrick Modiano vergeben wurde, schaute ich mir am dtv-Stand gleich einmal an, was es so von ihm gibt. Meine Wahl fiel letzten Endes auf dieses Buch, das sich für mich besonders interessant anhörte. Entgangen war mir dabei, dass es sich gar nicht um eine Umsetzung des Themas in Romanform handelt, sondern vielmehr um die Schilderung seiner Spurensuche. Das störte mich jedoch auch nicht, es erschwert höchstens ein wenig die Einordnung des Werkes in eine bestimmte Kategorie.

    Schon auf den ersten Seiten fiel mir ein Aspekt auf, der mich etwas verwirrte: Modiano wechselt scheinbar beliebig zwischen verschiedenen Zeitformen, verwendet in einem Satz das Präteritum, wechselt dann plötzlich in das Präsens, dann in das Perfekt. Während der weiteren Lektüre konnte ich mir eine Theorie aufstellen, was Modiano damit bezweckt, denn sein großes Thema ist die Erinnerung. Ich interpretiere den Wechsel zwischen den Zeiten so, dass Modiano aufzeigen möchte, dass die Vergangenheit in der Gegenwart fortbesteht. So unternimmt er beispielsweise viele Spaziergänge in dem Viertel, in dem Dora Bruder wohnte, und erzählt dabei nicht nur, was er über sie herausgefunden hat, sondern auch, wie er selbst das Viertel in Erinnerung hat, welche Erfahrungen seine Familie in dem Viertel gemacht hat und wie er das Viertel heute wahrnimmt.

    Modiano bestreitet einen Kampf, den Kampf gegen das Vergessen, jedoch in einer so wunderbaren Sprache, dass das Wort “Kampf” fehl am Platze scheint:

    Ich habe den Eindruck, der einzige zu sein, der die Verbindung herstellt zwischen dem damaligen Paris und dem heutigen, der einzige, der sich an all diese Einzelheiten erinnert. Mitunter wird dieses Band schwächer und läuft Gefahr abzureißen, an anderen Abenden erscheint mir hinter der Stadt von heute in flüchtigen Spiegelbildern jene von gestern.” (Seite 52)

    Und gleich auf der nächsten Seite:

    Dieses Gefühl des Unheimlichen gleicht dem, das einen überfällt, wenn man im Traum durch ein unbekanntes Stadtviertel streift. Beim Erwachen wird einem allmählich bewußt, daß die Straßen dieses Viertels von jenen abgepaust waren, die einem im Tageslicht vertraut sind.

    Gegen das Vergessen ankämpfen, die Erinnerung aufrechterhalten, das erscheint mir heute wichtiger denn je. Insofern reicht mir dieses eine Buch, um zu begreifen, warum Modiano mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. (Trotzdem werde ich natürlich weitere Bücher von ihm lesen.)

    In “Dora Bruder” bietet er ein besonderes, ungewöhnliches Leseerlebnis, das mir sehr gefallen hat.

  15. Cover des Buches EN ITALIE IL N'Y A QUE DES VRAIS HOMMES - ONE SHOT: Un roman graphique sur le confinement des homosexuels à l'époque du fascisme (ISBN: 9782505007975)
  16. Cover des Buches Shanghai fern von wo (ISBN: 9783990271261)
    Ursula Krechel

    Shanghai fern von wo

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Pongokater
    Ursula Krechel hat es geschafft, das schwere Thema in eine federleichte, poetische, aber doch unaufdringliche Sprache zu fassen. Mit ihrem Roman bringt sie Licht in ein Kapitel des deutschen Exils, das vielen nicht bekannt ist. Sie zeigt die Kolonie der Juden, die vor den Nazis flohen und keinen besseren Ort fanden als das offene Shanghai. Krechel führt vor, was es hieß, dort über die Runden zu kommen oder, in einigen Fällen, eben nicht über die Runden zu kommen und zu sterben. Krechel zeigt auch, wie später im Roman "Landgericht" noch ausführlich, dass für die Opfer, die nach Deutschland zurückkehrten, nach 1945 die Leiden nicht vorbei waren. Statt in ein nazifreies Deutschland kamen sie in ein Deutschland, in dem an vielen Stellen noch alte Nazis mit alten Einstellungen saßen. Eine bewegend Lektüre, die lange nachklingt.
  17. Cover des Buches Wenn nachts der Ozean erzählt (ISBN: 9783570312155)
    Zana Fraillon

    Wenn nachts der Ozean erzählt

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Meine_Leseliebe
    Ich glaube fest daran, dass es Bücher gibt, die diese Welt besser machen können. Und zu genau diesen Büchern zählt "Wenn nachts der Ozean erzählt".
    Die Geschichte ist auf der einen Seite sehr sensibel erzählt, auf der Anderen aber auch brutal ehrlich, da man sich beim Lesen immer wieder vor Augen führt, dass das Ganze nicht einfach nur Fiktion ist, sondern Realität.

    Zu Beginn der Geschichte wird das Leben im Lager beschrieben und man kann sich sofort das unvorstellbare Leid der Bewohner vorstellen. Für mich war besonders der Anfang sehr berührend und aufwühlend, da ich nicht wusste, dass es diese Art von Flüchtlingslager gibt und nicht glauben konnte, dass man Menschen, die ein neues Leben anfangen wollen, auch in der Realität in einigen Ländern einfach hinter Zäunen einpfercht.
    Die Geschichte ist gut durchstrukturiert und so aufgebaut, dass der Leser zuerst mit der Umgebung des Camps, dann mit den Figuren vertraut gemacht wird und dann eine immer tiefere Beziehung zu den Beiden Hauptfiguren aufbaut.
    Parallel dazu wird eine gewisse Spannung aufgebaut, da man genau weiß, dass etwas passieren wird, auch wenn man nicht weiß, was. Als es dann zu dieser Spannungsentladung kommt, kann man das Buch kaum aus der Hand legen, man hängt einfach an den Figuren und man will, man muss, wissen, was passiert
    Während der gesamten Handlung musste ich das Buch - so komisch das jetzt auch klingen mag - immer wieder zur Seite legen, weil ich nicht glauben konnte, was ich da gerade gelesen hatte.

    Die Hauptfigur des Romans ist der Junge Subhi. Ich konnte mich sehr gut mit ihm identifizieren, da man zwar einiges über ihn erfährt, auf der anderen Seite aber auch noch massenhaft Interpretationsfreiraum hat und ihn so mit Leben füllen kann. Er ist eine sehr sympathische Figur mit nachvollziehbaren Handlungen und Gefühlen, die beim Lesen zum Leben erwacht und mich berührt hat. Gleichzeitig hat er mich häufig zum Schmunzeln gebracht; Alles in allem ist er mir beim Lesen wirklich ans Herz gewachsen.
    Auch Jimmie, die zweite Hauptfigur, war mir sehr sympathisch. Meiner Meinung nach war sie ein guter Gegenpart zu Subhi, da sie sich auf der einen Seite charakterlich sehr gut ergänzt haben und man auf der anderen durch sie immer wieder den Kontrast von Subhis Leben zu Unserem gesehen hat.

    Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und passt zu dem Roman, da er Subhis etwas kindlichen Charakter widerspiegelt und trotzdem Spannung aufbaut.

    "Eines Tages wird Maá erkennen, dass zurückschauen genauso wichtig ist, wie nach vorne zu schauen, ganz egal, wie viel Trauriges damit verbunden ist." Quelle: "Wenn nachts der Ozean erzählt", Zana Fraillon, cbt Verlag 2017

    Fazit:
    "Wenn nachts der Ozean erzählt" ist ein unglaublich berührendes, aber auch aufwühlendes Buch, dass mich sehr gefesselt hat. Ich habe mit ganzem Herzen mit den Figuren mitgefiebert und war immer wieder geschockt über das, was ich dort gelesen habe.
    Auch wenn das Buch für sehr weichherzige Leser vielleicht an der ein oder anderen Stelle etwas zu krass sein kann, möchte ich den Roman eigentlich Jedem empfehlen. Ich denke, dass er bei vielen Menschen verändern könnte, was sie über Flüchtlinge denken und wie sie diese behandeln.

    Für "Wenn nachts der Ozean erzählt" vergebe ich deshalb
    5 von 5 Sterne!!!

    Original-Rezension: https://meine-leseliebe.blogspot.com/2019/08/rezension-zu-wenn-nachts-der-ozean.html?m=1
  18. Cover des Buches Robocalypse (ISBN: 9783785745717)
    Daniel H. Wilson

    Robocalypse

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Niniji
    Cormac Wallace Mil#GHA217 Cormac Wallace und sein Brightboy Squad entdecken kurz nach Beendigung des Krieges gegen die Maschinen, einen würfelförmigen Roboter, in dem Archos der Roboteranführer die Geschichte des Krieges anhand ausgewählter Helden dokumentiert hat. Eine Art Black Box. Cormac macht sich zur Aufgabe diese Geschichte für die Nachwelt aufzuschreiben und erzählt uns damit über den Krieg. Wie es dazu kam - von seinen Vorläufer bis hin zum Ende. Professor: "Wir sind dafür gemacht zu leben!" Archos: "Ihr seid nicht dafür gemacht zu Leben, sondern zu töten." Durch die vielen verschiedenen Berichte und Mitschnitte wird es nie langweilig. Man ist praktisch wie live dabei, was mitunter sehr spannend und dramatisch sein kann. Das ganze ist folgendermaßen aufgebaut: Cormac Wallace gibt vor und nach den Berichten Kommentare ab und dazwischen erfolgt, teilweise in Ich-Erzählweise, die Erzählung der Aufzeichnungen. Erst dachte ich es sei eine Aneinanderreihung verschiedener Berichte unterschiedlicher Helden. Doch nach und nach traf man in der Dokumentation alte Helden wieder. Immer zu einem anderen Zeitpunkt der Geschichte. Dies ergibt einen roten Faden und verbindet die vielen Einzelberichte zu einem großen fortlaufenden Ganzen. Man freut sich von alten Bekannten zu hören und deren Schicksal zu sehen. Da hätten wir, nur um mal ein paar zu nennen: Cormac Wallace und sein Bruder, der bei der Nationalgarde ist, einen indianischstämmigen Polizisten, einen alten japanischen Techniker, einen jugendlichen Computerfreak, eine Mutter mit zwei Kindern und viele mehr. Die Schrittweise Lebendigwerdung der Roboter löst beklemmende Gefühle aus und ich muss gestehen, ich betrachte die Geräte in meiner Umgebung nun deutlich skeptischer. Zwar spielt das Buch in unserer Zukunft, in der viel mehr Robotertechnik als heutzutage verwendet wird und noch mehr vernetzt ist, aber wir sind auf dem Weg dahin. Von daher ist das meiner Meinung nach nicht wirklich unrealistisch. Und eben dies macht das gruselige Gänsehautfeeling aus. Sicher ist die Story "Roboter oder Maschinen übernehmen die Kontrolle" im Grunde nichts neues, was mir aber nichts ausgemacht hat, da die Umsetzung originell und fesselnd war. Gerade zum Ende hin steigerte sich die Spannung noch. Man sollte dich aber im klaren sein, dass es schon einen typisch amerikanisch heroischen Touch hat. Obwohl die Schauplätze weltweit verteilt sind. Alaska, USA, London, Afghanistan usw.. Ich könnte mir das Buch auf jeden Fall auch gut verfilmt vorstellen. Ob Hollywood wohl schon angefragt hat? Das einzige was mich zu Anfang inhaltlich gestört hat, war die dauernde Wiederholung von Cormacs Milnumber. Allerdings hat sich das im Laufe des Hörbuchs relativiert und ich habe mich daran gewöhnt. Wenn man das Buch liest, wird man das wohl eher überfliegen. Teilweise hätte ich mir am Ende noch mehr Bezug zu einigen Helden gewünscht, deren weiteres Schicksal mich interessiert hätte. Die Stimme des Sprechers Rolf Berg ist tief und angenehm. Er betont gut und dem Text entsprechend. Die Stimmen der verschiedenen Personen interpretiert er sehr gut und weiß sie so umzusetzen, dass man teilweise das Gefühl hat man schaut hörenderweise einen Hollywoodfilm. Wirklich sehr beeindruckend. Was mich bei der Hörbuchumsetzung jedoch gestört hat, war die Musik am Anfang oder Ende eines Teilstücks. Sie war zwar passend dramatisch, ging allerdings teilweise zu lange und in den gesprochenen Text mit rein, war zu laut und generell unnötig. Aber ich mag sowieso bei Hörbüchern keine Musik. Meine Empfehlung: Ein Buch mit einem gewissen 'Was wäre wenn? Endzeitcharakter. Für Science Fiction Fans auf jeden Fall, aber auch für alle anderen, denen so ein Thema zusagt, absolut empfehlenswert!
  19. Cover des Buches Der Teufel in Frankreich. Tagebuch 1940. Briefe (ISBN: 9783746650180)
  20. Cover des Buches Warum die Deutschen? Warum die Juden? (ISBN: 9783100004260)
    Götz Aly

    Warum die Deutschen? Warum die Juden?

     (8)
    Aktuelle Rezension von: ChiefC
    Juden und Antisemitismus gab’s von 1933 bis 1945 – dieser Eindruck könnte angesichts des üblichen Schulunterrichts entstehen. Wer mehr erfahren wollte, musste (und muss wohl noch immer) sich weiterführende Informationen außerhalb des Lehrplans zusammenklauben. Das Wort „warum“ kommt gleich zweimal vor in Alys Buchtitel und das Fragenzeichen hinter dem „Warum“ der Judenverfolgung wird sich für den Einzelnen vielleicht nie ganz auflösen lassen, weil sie in ihrer Heimtücke und Brutalität für jeden fühlenden und denkenden Menschen letztlich unfassbar bleibt. Doch Aly leistet mit seinem Buch einen großen Beitrag zu den Hintergründen des deutschen Antisemitismus mit wichtigen Ansätzen: Die Deutschen als verspätete Nation, die sich gegen das vermeintlich Fremde abschotten, um die eigene, unsichere Identität zu stärken. Die – meist von „oben“ initiierten – Umbrüche zu Anfang des 19. Jahrhunderts, etwa die Gewerbefreiheit, die sich im Zuge der industriellen Entwicklung sowieso nicht mehr aufhalten lässt. Vielen etablierten Bürgern, Handwerkern, Händlern macht die neue Freizügigkeit Angst, sie befürchten den Abstieg. Für die Juden hingegen bedeuten die neuen Rechte Chancen, die sie zuvor nicht hatten und diese nutzen sie – was wiederum den Antisemitismus verstärkt, der, wie Aly plausibel anhand vieler Quellen belegt, größtenteils durch Neid hervorgerufen wird. Und, so schreibt Aly, der Neidhammel braucht einen Sündenbock.
    Hoch interessant und nachvollziehbar ist auch, wie Aly mit dem Vorurteil aufräumt, die Nazis hätten vor allem in bestimmtem Milieus Erfolg gehabt, zuvorderst bei den von Abstiegsängsten gepeinigten Kleinbürgern. Er macht deutlich, dass die Nazis bei allen gesellschaftlichen Gruppen Stimmen fangen konnte. Wie sonst wäre ihre Erfolge erklärbar und die Tatsache, dass sie auch den Linksparteien massiv Wähler abjagten? Das Phänomen, dass Tausende von ganz links nahtlos nach ganz rechts umschwenkten, ist zwar seit langem bekannt. Aly unterstreicht aber die Parallelen der Gleichheits(und Gleichmacher-)ideologien so gegnerischer Parteien wie der Nazis, der Kommunisten und der Sozialdemokraten.
    Alys brillant geschriebenes Buch gibt tiefe Einblicke in die Geschichte des deutschen Antisemitismus. Doch sein Werk ist, auf einer zweiten Ebene gelesen, auch ein Manifest für den Liberalismus im besten Sinne, das soll heißen, nicht die schnöde Freiheit VON irgendetwas, etwa von jedweden wirtschaftlichen Einschränkungen, wie sie der Neoliberalismus (wieder) predigt, sondern die Freiheit des Menschen, sich im Rahmen seiner Individualrechte zu verwirklichen. Die Freiheit habe in Deutschland stets hinter der Gleichheit zurückstehen müssen. Aly: „Die Todsünde des Neides, kollektivistisches Glücksstreben, moderne Wissenschaft und Herrschaftstechnik ermöglichten den systematischen Massenmord an den europäischen Juden.“ Als pessimistisches Fazit bietet sich ein zutreffender Satz Brechts an (auch wenn Letzterer ideologisch ebenfalls verblendet war): Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.
  21. Cover des Buches Die Informanten (ISBN: 9783731761303)
    Juan Gabriel Vásquez

    Die Informanten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Thaila
    Der junge Autor Gabriel Santoro veröffentlicht ein Buch über eine alte Familienfreundin. Sara Gutmann mußte als Kind mit ihren Eltern aus Deutschland fliehen und fand in Kolumbien nur schwer eine zweite Heimat. Über diese leidvollen Erfahrungen schreibt Gabriel. Von seinem Vater, ein bekannter Rhetorikprofessor, erwartet er Unterstützung, statt dessen veröffentlicht dieser einen Veriß. Erst Jahre später findet die beiden vorsichtig zueinander. Und erst nach dem Tod seines Vater lernt Gabriel die Beweggründe seines Vaters kennen, ein schmerzhafter Prozess setzt ein, denn Gabriel muss das Bild, das er von seinem Vater hatte, vollkommen revidieren. Indem er die Geschichte seines Vaters erforscht, begibt er sich auch in die Geschichte seines Landes. Im Mittelpunkt des Romans steht die deutsche Gemeinde während des Zweiten Weltkrieges. Da man die Deutschen des Landes pauschal der Sympathien mit den Nationalsozialisten verdächtigte (in der Tat waren viele Anhänger des "neuen Deutschlands"), waren viele Deutsche Repressionen ausgestzt. Schon durch eine Kleinigkeit konnte man auf eine "schwarze Liste" gesetzt werden, was faktisch das Ende der bürgerlichen Existenz bedeutete. Besitztümer wurden konfisziert und Freunde mieden den Kontakt, aus Angst ebenfalls als Nazi aufzufallen. Juan Gabriel Vásquez ist ein wirklich hinreißender Roman gelungen, sprachlich von raffinierter Schlichtheit verbindet er viele große Themen des Lebens: Vater-Sohn-Konflikte, die Frage nach Identitäten und der Rolle, die die Vergangenheit im eigenen Leben spielt, Freundschaft und Verrat. Die verschiedenen Ebenen des Romans werden dabei kunstvoll verschlungen. Hervorzuheben ist auch die feine Übersetzung von Susanne Lange, die mit mehreren Übersetzerpreisen ausgezeichnet wurde.
  22. Cover des Buches Die Kranichbraut (ISBN: 9783732527656)
    Augusta Trobaugh

    Die Kranichbraut

     (5)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    In diesem Buch verlieben sich zwei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Dennoch verspürt der Leser den Zauber, der zwischen ihnen auf so geheimnisvolle Art herrscht, wie ihre Liebe auch geheim gehalten werden muss. Denn wir befinden uns hier in einer Zeit, kurz vor dem Angriff auf Pearl Harbour, in der eine solche Liebe nur wenig Anerkennung in der amerikanischen Gesellschaft finden kann. Ein Roman, für ruhige Regentage, der sich leicht und schnell aus der Hand liest. Die Erzählung erfolgt aus mehreren Perspektiven mit unterschiedlichen Weltansichten, sodass der Leser schnell Vergnügen daran findet, mehr als die Figuren zu wissen. Augusta Trobaugh hat ein unglaubliches Feingefühl und ihr Stil ist zärtlich, mutig und kraftvoll zugleich.
  23. Cover des Buches Die Abenteuer des Ruben Jablonski (ISBN: 9783423138406)
    Edgar Hilsenrath

    Die Abenteuer des Ruben Jablonski

     (4)
    Aktuelle Rezension von: Hillawitchen
    Diese Geschichte hat trotz des ernsten Themas eine gewisse Leichtigkeit um nicht zu sagen sie ist possitiv geschrieben. Man hat ja zu dem Thema "Juden und Verfolgung" immer einen bitteren Nachgeschmack, doch hier folgt man Ruben Jablonski mit neugier durch das Nachkriegs Europa bis ins gelobte Land Palästina. Das "erwachsen werden" unterschied sich früher doch nicht so sehr von heute, auch wenn man das meint, und ist sehr gut beschrieben. Das Buch ist mit Witz geschrieben und lohnt sich wirklich zu lesen.
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