Bücher mit dem Tag "interviews"
55 Bücher
- Holly Jackson
A Good Girl’s Guide to Murder
(801)Aktuelle Rezension von: Amelie_EngelSpoilerfreie Meinung💕
Das Buch wurde mir als Einstieg in die Krimiwelt empfohlen. Und das war es wirklich! Es ist ein Jugendbuch, das zum Miträtseln einlädt. Es überwiegt die Ermittlungsarbeit der Protagonistin, weniger eine spannende Krimiatmosphäre. Das macht es aber nicht weniger fesselnd. Es werden sehr wichtige Themen angesprochen, die gut eingebunden wurden. Für mich kamen wenig Emotionen auf, aber der Spaß an der Suche des Täters hält einen definitiv am Lesen. Es ist ein Krimi zum Teilhaben. Wenn man gerne True-Crime Podcasts hört und gerne Kriminalfälle verfolgt, wird man viel Freude an diesem Buch haben.
Achtung, ab hier folgen Spoiler❗
Setting⭐⭐⭐,5
Das Setting wurde wenig beschrieben, aber ich konnte mich trotzdem gut zurechtfinden. Dadurch überzeugt das Buch aber wenig durch eine besondere, atmosphärische Stimmung. Die Handlung steht stark im Vordergrund. Während des Lesens erschloss sich mir die Entferungen der Orte und der Welt nicht von alleine.
Charaktere⭐⭐⭐⭐
- Pip
Pip fand ich schnell sympathisch. Ihre Hausarbeit ist für sie in dieser Zeit das Wichtigste und sie versteift sich darauf. Sie erinnerte mich an einigen Stellen sehr an Kim aus den Büchern der drei Ausrufezeichen. Dazu passt für mich auch, dass sie manchmal sehr kurzsichtige Entscheidungen traf, wie sie sich in Nachrichten als jemand anderes (Chloe an Emma) ausgab. Es erschien mir unrealistisch, dass es den beiden ehemaligen Freundinnen nicht auffiel. Sie verabredeten sich beinahe am Ende des Nachrichtenaustauschs. Später bricht sie mit Ravi auch einfach in ein Haus ein, was ohne Konsequenzen blieb. Außerdem bringt sie sich öfter in Gefahr. Dabei hat sie zwar Spaß und verkopft sich sehr in den Ermittlungen, aber manchmal hätte ich mehr Vorsicht erwartet (z.B. dass sie die Drohbriefe meldet)
Pip vertraute Ravi sehr schnell. Sie gab ihm einfach Informationen weiter und fand ihn von Beginn an sympathisch. Auf der einen Seite ging mir das zu schnell, auf der anderen Seite machte es deutlich, dass es sich dabei nicht um polizeiliche Ermittlungsarbeit, sondern "nur" um eine 17-Jährige mit Neugierde handelte. Später im Buch beschlossen Ravi und Pip niemanden mehr direkt zu kontaktieren. Pip schrieb dennoch Rezensenten zum Ivy House an. Das wurde danach nicht mehr aufgegriffen. Für mich stellt das keinen großen Stolperer dar, aber ich bemerkte es.
- Ravi
Ravi stand ich zu Beginn skeptisch gegenüber. Ich vermutete sogar, dass er vielleicht seinen Bruder umgebracht hat. Er wirkte auf mich zu engagiert, zu bemüht, mit Pip die Ermittlungen zu führen. Es geht um seinen Bruder. Aber andererseits ist es schon Jahre her, die Justiz vermeintlich sicher und er lässt sich auf eine kleine Schularbeit mit Pip ein? Man erfährt über sein sonstiges Leben leider auch wenig. Was macht er sonst den ganzen Tag? Trotzdem wurde er mir immer sympathischer. Und ich hoffte immer mehr, dass diese sympathische Nebenfigur bestimmt nicht der Täter se. So kam es zum Glück auch.
Er setzt Pip später eine klare Deadline für ihren Versuch, Naomi zu schützen. Erst war ich darüber nicht glücklich, denn es entspricht dem Klischee, dass der Ältere (hier 20), die Jüngere (17) unter Druck setzt. Aber als er merkte, dass es ihr zusetze, nahm er es zurück. Er baute sie auf und riet ihr, sich erstmal auf ihre Prüfung in Cambridge zu konzentrieren.
Ich war am Ende erleichtert, dass er nicht mit Pip zusammenkam. Dafür ist mir der Altersabstand zu groß, die Freundschaft zu schön.
- Elliot
Zu Elliot fiel mir nur ein Satz ein: Er hatte Angst, dass er für einen Mord verdächtigt werden würde, also beging er einen.
Verwundert war ich aber darüber, dass er Pip sofort alles gestand. Es wirkte unrealistisch, dass er all seine Spuren über Jahre verwischte , aber es einer 17jährigen für eine Schularbeit gestand. Das fiel nicht nur bei ihm auf, sondern bei einigen von Pips Tatverdächtigen. Für mich blieben Emotionen in der Luft hängen, die durch mehr Details vielleicht aufgekommen wären.
- Cara & Naomi
Während ich Cara sehr sympathisch fand, wusste ich anfangs (wie vom Buch gewollt) nicht, was es mit Naomi auf sich hat. Manchmal wünschte ich mir mehr Perspektiven im Buch, auch wenn es vielleicht verwirrend geworden wäre. Was hat sich Naomi bei Pips Ausfragerunden gedacht? Als ihre Auflösung kam, war ich zwar erleichtert. Trotzdem fehlte mir die Reaktion von Cara & Naomi auf Elliots Tat. Es lässt Interpretationsspielräume offen.
Handlung⭐⭐⭐,5
Das Buch spricht einige wichtige Themen an: Rassismus, Sexismus, Drogensüchte und warum es "Ja heißt Ja" braucht. Für mich waren alle Themen sinnvoll eingebunden. Mehrmals habe ich im Internet gelesen, dass es sich um den "White Savior" Trope handeln könnte, da Pip sich unbedingt für die "unterdrückte, schwarze" Familie einsetzen möchte. Dagegen stehen die Argumente, dass gesagt ist, wie problematisch es ist, dass Menschen eher Pip als Ravi zuhören. Ravi ist ein aktiver Teil und wird am Ende auch dafür belohnt. Es ist eine gemeinsame Arbeit, die Pip nicht für sich alleine nutzt.
Durch die schnellen Geständnisse kam die Auflösung relativ unaufgeregt. "Es war dann halt so." Pip hielt später einen Vortrag, aber der Weg von dem sehr spannenden Setting mit Elliot zu dem Einreichen der Schularbeit wurde nicht beschrieben. Dadurch blieben bei mir Emotionen aus. Es wirkte eher wie Fakten, die am Ende feststanden.
Am Ende bleiben einige Fragen für mich offen. Bei ihren Recherchen fällt Pip auf, dass Jason, Andies Vater, seine Frau sowie seine Töchter nicht immer gut behandelt. Nachdem die Tat rekonstruiert wurde und die wahren Täter enthüllt, spielte das für Pip keine Rolle mehr. Außerdem wurde zwar erwähnt, dass Pip sich mit Cara versöhnt hat. Da hätte ich es schön gefunden, wenn ich dieses Treffen lesen hätte können. So wirkte es auf mich sehr abrupt.
Schreibstil-Gefühl⭐⭐⭐,5
Der Schreibstil hielt mich gebannt. An wenigen Stellen wurde "Beweismaterial" im Drehbuch-Stil geschrieben, wo ich mich erwischte, eher drüberzulesen. Es las sich sehr gut, aber Emotionen verbinde ich mit diesem Buch nicht. Dafür fehlten mir die Bezüge. Pip handelte vieles schnell ab, ohne sich näher damit zu beschäftigen.
Unterhaltung⭐⭐⭐⭐
Das Miträtseln im Buch machte mir viel Spaß. Eine große Vorfreude auf Band 2 habe ich noch nicht, da der Fall für mich eigentlich abgeschlossen ist. Aber bestimmt werde ich trotzdem zu Band 2 in näherer Zukunft greifen. Die Serie steht auch auf meiner "Watch List". Ich bin gespannt, wie ich die Welt um Pip da wahrnehme.
- Sophie Passmann
Alte weiße Männer
(163)Aktuelle Rezension von: phoenixfire8Sophie Passmann trifft verschiedene Personen und interviewt sie. Es geht um die Ansichten von "alten weißen Männern" auf Frauen und den Feminismus.
Ich hatte ein Buch erwartet, dass Meinungen von "alten weißen Männern" auslegt und als Beispiel nutzt, warum der Feminismus immer noch so wichtig ist. Oder auch Diskussionen, um den Feminismus auch dieser Gruppe nahezulegen.
Jedoch handelt es sich mehr um Interviews, die nicht richtig diskutiert und ausgelegt werden. Sophie Passmann gibt sich auf jeden Fall Mühe und stellt kluge Fragen, befasst sich aber nicht konkret mit den Aussagen.
Ich würde das Buch nicht wirklich empfehlen - außer man will nur Meinungen von Männern mit Macht lesen.
- Holly Jackson
Good Girl, Bad Blood
(323)Aktuelle Rezension von: melsbooktalk📚 Good Girl, Bad Blood - Holly Jackson
(A Good Girl's Guide to Murder, Band 2)
📖 Worum geht es
Eigentlich hatte Pip versprochen, nach dem abgeschlossenen Schulprojekt und der Aufklärung des Mordes an Andie Bell mit dem Ermitteln aufzuhören. Schließlich hatte sie mit dem Fall nicht nur sich selbst in Gefahr gebracht. Doch dann verschwindet Jamie Reynolds, ein Bekannter aus ihrer Nachbarschaft, plötzlich spurlos. Als sein Bruder Pip um Hilfe bittet, kann sie einfach nicht widerstehen und beginnt erneut, Nachforschungen anzustellen.
🌿 Atmosphäre und Schreibstil
Wie schon im ersten Band konnte mich Holly Jackson auch diesmal mit einigen unerwarteten Wendungen überraschen. Die Geschichte liest sich flüssig und bleibt durchgehend spannend. Mit jedem Band lerne ich Little Kilton ein wenig mehr kennen.
❤️ Was mich überzeugt hat
Die Ermittlungsarbeit hat mich sogar noch etwas mehr gefesselt als im Auftaktband, und irgendwie hat sich alles etwas runder angefühlt. Vielleicht liegt es daran, dass ich die Protagonisten nun bereits kenne und der Interviewanteil dieses Mal etwas kürzer ausfällt.
🤔 Was mir weniger gefallen hat
Die Aufarbeitung des vorherigen Falls hätte zu Beginn des Buches für meinen Geschmack etwas kürzer ausfallen können. Auch die Auflösung des neuen Falls fand ich ein wenig „kurios“. Meinen Lesespaß hat das allerdings nicht gemindert, dafür war ich einfach viel zu neugierig, wie die Geschichte endet. 😅
🍂 Nachklang
„Good Girl, Bad Blood“ endet zwar mit einem abgeschlossenen Vermisstenfall, lässt aber trotzdem noch einige Dinge offen. Ich bin gespannt, ob diese im dritten Teil noch eine Rolle spielen werden.
Ein kleiner Reminder an alle, den ich nach dem Beenden des Buches unbedingt loswerden möchte:
Macht euch von Menschen und Dingen immer euer eigenes Bild und verlasst euch nicht blind auf die Meinung anderer. 😘
- Taylor Jenkins Reid
Daisy Jones and The Six
(388)Aktuelle Rezension von: I-love-NYVor einer ganzen Weile habe ich die TV-Serie gesehen. Sie hat mir sehr gut gefallen. Was am meisten hängengeblieben ist, ist die tolle Musik. Ich weiß noch, dass ich am Ende der Serie erstmal die Band „TheSix“ gegoogelt habe und absolut überrascht war, dass sie gar nicht existiert hat.
Taylor Jenkins Reid erzählt die Geschichte der fiktiven Band „The Six“, die ihre größten Erfolge gemeinsam mit der Sängerin Daisy Jones hatte. Zwischen ihr und dem Bandleader Billy besteht eine magische Anziehung. Doch Billy liebt seine Frau Camila, die nach einem überstandenen Alkoholentzug fest zu ihrem Mann steht. Daisy konsumiert Tabletten, Alkohol und sonstige Drogen.
Also ein Buch ganz nach dem Motto „Sex, drugs and Rock‘n Roll“.
Das Buch hat mich sehr überrascht. Ich hatte einen Roman erwartet, aber es ist im Reportagestil geschrieben, als Aneinanderreihung von Interviews und Erinnerungen der Bandmitglieder und Personen aus ihrem Umfeld. Dadurch verstärkt sich der Eindruck, dass es sich um eine Dokumentation über eine reale Band handelt. Zeitweise fand ich es anstrengend zu lesen, dann wiederum hat es mich so fasziniert, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Das Ende hat bei mir allerdings einige Fragen aufgeworfen.
- Max Brooks
World War Z
(122)Aktuelle Rezension von: rokatAuf der Erde breitet eine Infektion aus: Infizierte beginnen, andere Menschen zu beissen und verbreiten so den Virus weiter. Umgangssprachlich gesagt: Sie mutieren zu Zombies. In der heutigen Welt wo alles so nah erreichbar ist, breitet sich das Virus immer schneller aus, und überall auf der Welt. Die Menschen sind chancenlos: Man weiss anfangs zu wenig über die Krankheit, und mit jedem infizierten Menschen verschiebt sich das Gleichgewicht des Kriegs zu Gunsten der Zombies. Die Führungskräfte der Länder sind zu einem drastischen Schritt gezwungen..
Einfach nur eine weitere Zombiegeschichte? Zum Glück nicht! Vor ein paar Jahren kam ein gleichnamiger Film mit Brad Pitt in die Kinos, der völlig Klischeebeladen war, und anscheinend auf diesem Buch basierte. Darum machte ich immer einen grossen Bogen darum, bis mich eine Kollegin darauf aufmerksam machte: Das Buch hat mit dem Film nicht gemeinsam, ausser dem Titel und dass es tatsächlich um Zombies geht.
Das Buch setzt 10 Jahre nach dem Ende des Kriegs ein. Ein Journalist rollt die Geschehnisse auf, die zu der Katastrophe geführt hat, indem er Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen aus aller Welt führt. Wer hat Patient 0 entdeckt, wie reagierten die Regierungen auf die ersten Krankheitsfälle, wie erfuhren Menschen aus aller Welt davon? Dann bei Ausbruch der Epidemie: Wie reagierte das Militär darauf, wie versuchte man der Epidemie Herr zu werden, woran scheiterte man? Die Lösung: Wer kam auf diese drastische Lösung, wie wurde sie umgesetzt, was waren die Konsequenzen davon? Der Rückschlag: Wie wurde der militärische Rückschlag entschieden, wie ging das an verschiedenen Stellen der Welt vonstatten? Und zum Schluss: Wie sieht die Welt jetzt aus, was haben die Menschen gelernt?
Diese fiktiven Tatsachenberichte ergeben ein interessantes Bild. Dabei stehen nicht mal die Zombies an sich im Vordergrund, eigentlich werden hier viele soziale, politische und gesellschaftliche Normen und Reaktionen, die in unserer jetzigen Zeit allesamt sehr realistisch sind, in den Kontext einer Katastrophe gesetzt, welche aufgrund des Labels „Zombie“ sehr unwahrscheinlich wirkt, aber in Zusammenhang mit „Epidemie“ plötzlich ganz anders betrachtet werden kann.
Ich fand das Buch sehr gut. Einige Protagonisten fand ich unsympathisch, andere schräg, andere echt toll, aber sie waren alle authentisch. Ich hab das Buch sehr schnell durchgelesen. Ich fand es eine interessante Kombination – Zombies lassen gruseln, die Realität macht sehr nachdenklich. Zwei Kritikpunkte: Erstens sind zwei oder drei Tatsachenberichte gegen Ende zu langatmig, und wären kürzer völlig ausreichend gewesen. Zweitens hätte ich gerne noch mehr (fiktive) Wissenschaftler zu Wort kommen lassen, angesichts der Tatsache dass das Ganze ja ein Virus war.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen. Vor einiger Zeit hat eine Kollegin die (englische) Hörbuchversion angefangen und ich stellenweise mitgehört – das war fast noch authentischer, und kann ich ebenfalls empfehlen!
- Fränzi Kühne
Was Männer nie gefragt werden - Ich frage trotzdem mal.
(32)Aktuelle Rezension von: KaitoDas Frauen in Wirtschaft, Politik und im Leben allgemein anders betrachtet und bewertet werden, ist hinlänglich bekannt.
Was Fränzi Kühne, selbst erfolgreiche Aufsichtsrätin und Mutter, und in ihrem Buch mitteilen möchte, ist also nicht vollkommen neu. Aber ihre Art es zu tun ist locker, interessant und unterhaltsam. Denn es gibt sie leider immer noch, die Fragen, die Männern nie gestellt werden. Fränzi Kühne stellt sie trotzdem einfach und ihre männlichen Gesprächspartner reagieren im besten Fall mit Erheiterung, aber auch mit Unverständnis und Verwirrung.
Die Interviews für dieses Buch werden nicht 1 zu 1 wiedergegeben. Die Kernaussagen aller Gesprächspartner werden durch Fakten und eigene Erfahrungen der Autorin ergänzt, aufgearbeitet und eingeordnet. Mann wundert sich und Frau kann einfach nur wissend mit dem Kopf schütteln.
Ich empfand das buch als flüssig, unterhaltsam und gut verständlich. Auch wenn es um ein ernstes Thema geht, bleibt immer wieder Platz für ein Schmunzeln. Aber auch bei mir machte sich immer wieder Unverständnis und Enttäuschung breit.Fazit: Wenn man sich auch nur ein bisschen mit den Themen Gleichberechtigung und Emanzipation beschäftigt, entdeckt man keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse. Trotzdem lohnt sich die Lektüre dieses Buches, denn die Umsetzung ist wirklich gelungen. Vielleicht würde sich so einiges ändern, wenn Männer öfter mal Fragen gestellt würden, die ihnen sonst nie gestellt werden.
- Klaus Farin
Wendejugend
(5)Aktuelle Rezension von: HundertmorgenwaldDie beiden Autoren, Eberhard Seidel und Klaus Farin haben zur Zeit der Wende Jugendliche im Osten und in Berlin interviewt. Darunter überwiegend rechtsradikale Jugendliche, aber auch linksextreme und Jugendliche aus den Einwandererviertel.
Sie wollten deren Ängste und Träume erfahren.
Aus der Generation stammen jene, die am häufigsten AfD wählen und die Wortführer der Pegida-Bewegung.
In ihrer Einführung schreiben die Autoren:
„Wir haben uns in diesem Band dagegen entschieden, die Jugend der Wende in einem aufgearbeiteten Essay zu reflektieren, sondern lassen die Jugendlichen möglichst authentisch selbst zu Wort kommen. Interviews stellen – im Gegensatz zu Essays oder Reportagen – höhere Anforderungen an die Leser*innen. Sie müssen selbst erkennen, wo die Interviewpartner*innen Fragen ausweichen, sich in Widersprüche verwickeln, großspurig ihre Heldentaten übertreiben. Das ist mühevoller, führt selten zu eindeutigen Resultaten (Gott sei Dank), und ist – finden wir jedenfalls – spannender. Und – gerade auch aufgrund ihrer Widersprüchlichkeit, die nicht von einem Autor entsprechend seinem Standpunkt geglättet wurde – erkenntnisreicher.“
In meinen Augen machen es sich die Autoren damit ziemlich leicht.
Ich konnte von dem Buch so gut wie nichts mitnehmen. Sicher, es ist nicht schwer zu erkennen, wo die Jugendlichen sich brüsten. Aber das kann es ja wohl noch nicht gewesen sein.
Es gibt die rechtsextremen Jugendlichen die sagen: „Ausländer sind ja nicht so schlimm, wenn sie keine Verbrechen begehen und gut arbeiten“. Dann gibt es die, die alle Ausländer schlimm finden, weil nur der Deutsche wahrhaftig ist. Es gibt die, die auf die Straße gehen und nur darauf warten, dass sie jemand provoziert, um dann ordentlich drauf hauen zu können.
Also alles nichts Neues.
Ich las die Interviews und dachte jedes mal danach: Ja, und weiter?!
In ihrer Einführung beschreiben sie auch, wie die Politik in den Jahren um 1990 dazu beitrug, die Stimmung gegen Migranten hochzuschaukeln.
„Die cdu und csu, Teile der spd um Oskar Lafontaine und Teile der Medien inszenieren in den Jahren 1990 bis 1993 mit rassistischen Stereotypen garnierte Kampagnen gegen Asylsuchende und „kriminelle Ausländer“, die Geflüchtete und Migrant*innen unter Generalverdacht stellen .„
Für mich liest sich die Einführung fast so, als hätte es vor 1990 keine rassistische Gewalt gegeben.
Ich habe mal bei Wikipedia geschaut und es gab auch schon vor der Wende in Westdeutschland viel Gewalt und Tötungsdelikte gegen Ausländer. Nur wurde es zu dem Zeitpunkt noch nicht systematisch von den Behörden erfasst.
Ich glaube, es ist zu kurz gedacht, dass die öffentliche Diskussion „mit zum Verlust der humanen Orientierung in der Jugend der Wende“ führte und damit dafür sorgte, dass diese Generation die Radikalität ihrer Jugendjahre mit ins Erwachsenenalter genommen hat, wie die Autoren sagen.
Da spielen weit mehr Faktoren rein.
Wenn es einen Verlust der humanen Orientierung gab, dann müsste auch betrachtet werden, wie Westdeutschland Ostdeutschland behandelt hat (und noch immer behandelt).
Mir gaben die Interviews leider gar nichts. Nichts, was man nicht schon weiß, wenn man sich etwas mit der Gesellschaft auseinander setzt. Ich habe mich nach jedem Interview einfach nur mies gefühlt und schlechte Laune bekommen, durch diesen ganzen Hass.
Die Einführung dagegen hat mir gut gefallen, auch wenn ich nicht alles ähnlich sehe. Von diesen Gedanken und Überlegungen hätte ich mir weit mehr gewünscht. Diese Ausführung hat mich zum Nachdenken gebracht.
„Wir denken: Im Zweifelsfall ist das Publikum immer noch selbst klug genug, authentische Darstellungen, beispielsweise von rassistischen Gewalttätern, zu interpretieren – ohne moralische Anmerkungen oder arrogante Sittenwächter, die, würden sie politisch denken, wissen müssten, dass Zensur immer eine Bankrotterklärung ist – für den Zensor. „
Sich einer Analyse und direkten Auseinandersetzung mit den Interviews zu entziehen und zu sagen, der Leser ist schon klug genug, finde ich schon ein bisschen frech. Und eine Auseinandersetzung hat für mich nichts mit Zensur zu tun. Dieses Argument ist doch genau das, was die Rechtsextremen heute immer behaupten. Nur weil man andere Meinung ist, würde man sie zensieren.
Und gerade in der heutigen Zeit ist es doch extrem wichtig, sich zu positionieren und aufzuklären. Da haben die Autoren eine große Chance verpasst.
- Nora Roberts
Erinnerung des Herzens
(55)Aktuelle Rezension von: liebesleserBei „Erinnerung des Herzens“ handelt es sich um einen älteren, aber immer wieder neu aufgelegten Roman von Nora Roberts; vielleicht könnte man sogar von einem „Klassiker“ sprechen. Zeitlos ist er nicht, denn die Achtziger, in denen man sich in Buch, Film und Serie sehr für das Leben der Superreichen, Superberühmten und Superbösen interessierte, haben dieser Geschichte ihren Stempel aufgedrückt.
Abgesehen von Kassetten, schnurlosen Telefonen und Schlagzeilen in gedruckten Magazinen ist die Erzählart auch geprägt von Staunen und Erregung angesichts des ausschweifenden Lebensstils mancher Protagonisten und des selbstverständlichen Luxus, der allgegenwärtig ist. Lesbar und spannend ist der Roman trotzdem, spannend vor allem im letzten Drittel, wenn der Gesellschaftsroman mehr und mehr zu einem Krimi wird.
Auf den dreihundert Seiten vorher „braut sich was zusammen“, man ahnt schon, dass es (abgesehen von der Lovestory) böse endet. So gut wie jeder, der in Eve Benedicts Biografie vorkommen soll, hätte Grund genug, dies verhindern zu wollen. Und fast jeder versucht es, auf seine Weise. Bis zum Mord geht nur eine Person - man fragt sich bis kurz vor Schluss, welche. Wenn man es dann weiß, erscheint es einem doch wie eine recht willkürliche Konstruktion der Autorin.
Die Elemente Liebe, Spannung und Gesellschaftsdrama vermischt Roberts nicht immer stilsicher; die Sexszenen wirken in ihrer schwülstig-schwärmerischen Art eher deplatziert (in einer Erotik-Romanze wären sie besser aufgehoben gewesen), die Spannung kommt nur schubweise, vor allem gegen Ende, und für ein Sittengemälde fehlen dann doch noch ein paar Farben. Aber wie gesagt, der Roman liest sich gut und hat seine großen Momente. Für Roberts-Fans sicherlich ordentlicher Stoff.
- Francesc Miralles
Ikigai
(75)Aktuelle Rezension von: nina11Das Buch ist interessant geschrieben und einfach angenehm zu lesen. Viele Tipps kennt man natürlich schon, trotzdem ist es spannend das Gesamtpaket im Bezug auf Gesundheit und Alter zu sehen. Man liest sich schnell durch das Buch durch und ist danach richtig motiviert ein paar Dinge selbst umzusetzen. Ich werde es bestimmt noch einmal lesen!
- Peter Dausend
„Alleiner kannst du gar nicht sein“
(5)Aktuelle Rezension von: Schwalbe71Dieses Buch ist eine Empfehlung wert. Es eröffnet eine wertvolle Sichtweise auf das Leben, Wirken und Arbeiten der Politiker im Bundestag und den Regeln, denen sie sich unterwerfen (müssen) und die sie in ihrer Zeit im Bundestag aufstellen oder ablehnen.
Ein Buch, das den eigenen gewohnten Blick auf Nachrichten, Bundestagsdebatten und politische Diskussionen fast schon erneuert, mindestens verbessert, aber allemal bereichert und so das eigene Kompetenzniveau diesbezüglich deutlich erhöhen kann.
Außerdem vermittelt das Buch einen realistischen Einblick in das Leben, die Anstrengungen und die Schattenseiten von Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern des Deutschen Bundestages.
Ein durchaus fliessendes Leseerlebnis, bei dem man sich aber immer mal wieder zur Seite setzen muss, um einige Dinge sacken lassen zu können.
Kann ich nur weiterempfehlen.
- Nadine Kegele
Lieben muss man unfrisiert
(12)Aktuelle Rezension von: Ivonne_Gerhard...... Ich erzähl dir meine Sichtweisen und meine Erlebnisse im Laufe meines Lebens ;-) Ein Buch welches wirklich viele schöne interessante und unterschiedliche Geschichten besitzt und jede Geschichte ist so einzigartig und man lernt die Frauen ungeschönht und real kennen :-) die Erzählungen sind lebhaft, standhaft, real und direkt,... Wie erging es Ihnen , wie fühlten sie sich, was haben sie gelernt,... Ein Buch welches zum nachdenken anregt und auch den Werdegang der Frau in der Gesellschaft aufzeigt,... Ein wirklich toll geschriebenes und umgesetztes Buch ;-) jeder hat seine eigene Geschichte , die er erlebt und durchlebt,..... - Iris Radisch
Die letzten Dinge
(4)Aktuelle Rezension von: FederfeeIch hatte es so verstanden, wie mir die Einleitung vorgegaukelt hat, dass sich alte Menschen - hier nur Schriftsteller - zum Alter äußern und dass man aus diesem Buch etwas mitnehmen könnte, weise Gedanken, Anregungen, Überlegungen.
So habe ich es aber nicht empfunden. Friederike Mayröcker sagt: "Wo ich nichts exzerpieren kann, lese ich auch nichts." (126) Demnach hätte ich dieses Buch überhaupt nicht lesen müssen. Um bei der Wahrheit zu bleiben: ab ungefähr der Mitte habe ich die Interviews nur noch überflogen, mache der Befragten als sehr unsympathisch und unglücklich empfunden wie z.B. den Polterer Reich-Ranicki, und habe mich gewundert, dass sie aus ihrer Alterssicht so wenig zu diesem Thema zu sagen haben und dass es bei einigen um Gott und Religion geht. Vielleicht lag es aber auch an den Interviewfragen?
Wer sich für die Äußerungen alternder Schriftsteller interessiert (Grass, Walser, Butor, u.a.), dem mag das Buch etwas bieten. Mir hat es nicht gefallen. Ich dachte: Thema verfehlt. - Friedemann Karig
Wie wir lieben
(47)Aktuelle Rezension von: Kathrin_SchroederGehört dank Netgalley
Wie halten es Paare mit dem Sex und was funktioniert besser als Monogamie. Friedemann Kang erzählt im Wechsel "Beziehungs- bzw. Sexgeschichten" und analysiert den Umgang die Art der Beziehung. Die Geschichten sind nachvollziehbar, auch wenn es manches Mal wesentlich mehr um den Trieb als die Liebe geht.
Die Analysen enthalten geschichtliche Verweise und biologische Hintergründe, Ausflüge zu "Sex and the City" und diverse Anleihen aus diversen Büchern. Dieser Teil ist nicht immer komplett "Hörbuchkompatibel" und gefällt mir deutlich weniger als des Autoren Buch über Erzählende Affen.
Den Anspruch das Ende der Monogamie zu beschreiben, erfüllt das Buch meiner Meinung nach nicht. Es zeigt verschiedenste nicht monogame Lebenserfahrungen auf und verdeutlicht, dass diese genauso viel und genauso wenig Risiko zum Scheitern bergen wie die Monogamie.
Konnte man Hören, war aber für mich eher im Mittelfeld angesiedelt.
#Netgalleyde! #Wiewirlieben #FriedemannKarig #KathrinliebtLesen #Bookstagram #Monogamie
- Mari Lang
Frauenfragen - Männer antworten
(11)Aktuelle Rezension von: svesoMari Lang hat wäührend der Corona-Pandemie ihren Podcast "Frauenfragen" gegründet, in dem sie prominente österreichische Männer mit Interviewfragen konfrontiert, die sonst nur Frauen beantworten müssen. In ihrem Buch fasst sie elf dieser Gespräche zusammen, untermauert sie mit eigenen Alltagserzählungen und Berichten von Frauen als Reaktion auf ihnen gestellten typischen Frauenfragen. Diese beziehen sich beispielsweise auf die Kindererziehung und womöglich dadurch unmögliche Karriere, Klamotten, Gesichtspflege oder generell sexisitische und oftmals banele Themen, die sich in ähnlich einzuordnenden Fragen niederschlagen.
Zugegeben kannte ich bis zur Lektüre keinen der österrichischen Männer und konnte ihre Aussagen daher nicht persönlich in mein Bild von ihnen oder gar den gesellschaftlichen Kontext einordnen. Für die Lektüre und dessen Wirkung war das für mich jedoch recht gleichgültig. Mari lang überzeugte neben ihrem humorvollen, flüssigen und pointierten Schreibstil und die galante Art, auf die sie von den Gesprächen mit den "Frauenfragen" erzählt, sondern auch mit ihrem souveränen Auftritt.
Den Gedanken hinter dem Podcast und Mari Langs Buch finde ich sehr wichtig und innovativ. Die Wirkung auf die Männer hat mich leider etwas enttäuscht und gleichzeitig die Intensität und die Größe des Problems, das Mari Lang hier in den Fokus stellt, perfekt widergespiegelt. Denn während sich die Interviewpartner hier in gewissen Maße durch die Anfrage auf die Art des Gesprächs vorbereiten konnten, sind Frauen diesen Fragen permanent ausgesetzt und werden - gerade die ersten Male - sehr unvorbereitet damit konfrontiert. Außerdem reagierten Männer hier oftmals salopp oder fanden das Interview außergewöhnlich erfrischend, entspannt und abwechslungsreich. Logisch, sonst werden sie ja nur nach wichtigen Themen gefragt, da ist ein Gespräch über Mode oder Gesichtscreme ja ganz abwechslungsreich. Und nach der Erziehung der Kinder fragt ja sonst auch niemand den Mann.
Insgesamt kann ich sagen: Ich bin sehr froh, "Frauenfragen" gelesen - und im Anschluss daran gehört - zu haben, bin vom Inhalt keineswegs überrascht, fühle mich bestätigt und hoffe, dass unser aller Bewusstsein für sogenannte "Frauenfragen" geschärft wird!
- Christine Stemmermann
Soundcheck
(6)Aktuelle Rezension von: Zen-ColaMit »Soundcheck« hat der Diogenes Verlag eine Anthologie zum Thema Musik zusammengestellt, die 19 Geschichten zum Thema vorstellt, dabei aber eine ziemlich wilde Mixtur ist. Nicht nur thematisch (in vielen Texten geht es eher um klassischen Rock, aber nicht nur), sondern auch hinsichtlich der Autoren. Von Haruki Murakami (Geschichte ist ansonsten im Band »Männer ohne Frauen«) über Benedict Wells bis hin zu Truman Capote.
Insgesamt ist die Zusammenstellung gelungen, aber wie es bei Anthologien mit vagem thematischen Rahmen nun mal so ist: Einige gefallen einem gut, andere weniger. Toll ist jedenfalls die große Bandbreite an Stilen. Einige Texte sind übrigens nur Auszüge aus Romanen, dennoch wirken sie nicht lieblos für die Anthologie zusammengeschnitten.
Für Musikliebhaber und Freunde von Kurzgeschichten zu empfehlen.
- Stefan Mey
Darknet
(13)Aktuelle Rezension von: PatriciaJanzenGedacht war das Buch „Darknet“ für mich als erster Einstieg in die Thematik, um mir für eine eigene Arbeit innerhalb des aktuellen Semesters einen tiefergehenden Überblick zu verschaffen. Leider konnte mir Stefan Mey mit seinem Buch nicht unbedingt das bieten, wonach ich gesucht hatte.
Als Journalist sei der Autor selbst schon jahrelang in der Technik-Sparte zuhause, dennoch war mir nicht immer ganz klar, womit Stefan Mey seine besondere Expertise zum Thema Darknet rechtfertigt. Bis auf einige Experteninterviews, welche man auch im Anhang des Buches nachlesen kann, schien sich seine Recherche vorranging auf bereits bestehende Online-Artikel, Vermutungen und halb-gare Statistiken zu beziehen. Nach Quellenangaben im Anhang oder Hinweisen zu weiterführender Literatur, welche meiner Meinung nach unbedingt zu einem Text dieser Art gehören, sucht man vergeblich. Dadurch ist es auch nicht oder nur sehr schwer möglich, die Informationen des Autors wissenschaftlich zu prüfen.
Leser, die allerdings eher einen unterhaltenden Anspruch haben oder sich rein aus persönlichem Interesse in die Thematik Darknet und TOR einlesen möchten, werden sicherlich eher zufrieden mit dem Buch werden. Dies liegt vor allem daran, dass viele verschiedene Informationen aus unterschiedlichen Perspektiven auf gerade einmal 250 Seiten präsentiert werden. Wem eine umfassende Internetrecherche zu aufwändig ist, findet hier eine gute Zusammenfassung des Themas.
Für meinen ganz persönlichen Geschmack war das Buch jedoch auch in einem etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil geschrieben. Manchmal lasen sich die flappsigen und ab und an eher umgangssprachlichen Sätze eher wie ein Spiegel-Online Artikel oder ein Blogpost als wie ein tatsächlich gut recherchiertes Sachbuch. Aus diesen Gründen wird das Buch für meine individuellen Ansprüche leider nahezu untauglich. Dennoch möchte ich es eingeschränkt weiterempfehlen, da besonders auch die Vielfalt an Informationen einen spannenden Einstieg in das Thema liefert.
- Poppy J. Anderson
Wer will schon einen Footballspieler?
(52)Aktuelle Rezension von: NicolerubiEin tolles Cover und eine unterhaltsame, knisterne Geschichte, mit Leidenschaft und Tiefgang. ❤️
Kelly Slade ist ein Badboy und gilt als schwarzes Schaf in der NFL.
Er bekommt von den New York Titans eine zweite Chance, als Ersatzmann für den amtierenden Quarterback. Doch auch hier kommt es zu Spannungen, denn Kelly hat eine Vergangenheit mit dem Quarterback und diese sind kurz davor sich zu entladen.
Kelly versucht sich aus allem Ärger herauszuhalten, wäre da nicht Skyler, eine taffe, sehr hartnäckige Sportjournalistin, die sein Leben aufregender macht und ihn sogar zum Lachen bringt.
Eine emotionale Achterbahnfahrt beginnt...
"War die Frau eine ....? Oder hatte sie es sich einfach nur so aus Spaß zur Aufgabe gemacht, ihn in den Wahnsinn zu treiben?"
Eine wunderbare Geschichte, voller großer Herzen, Teamgeist, Humor und Tiefe.❤️
Kelly und Skyler sind fantastische Charaktere, die einem schon beim ersten Aufeinandertreffen zum Lachen bringen. Ihre Verletzlichkeit macht sie authentisch, sodass man sie nur lieben kann.
Zusammen mit dem Team sind sie ein Teil eines großen Herzen.
Die Handlung hat einen typischen Titans-Charme, viel Humor, neckende Kappeleien und eine Portion Drama.
Einfach abtauchen, mitfühlen, amüsieren, lachen und genießen.
Ein purer Lesegenuss und sehr empfehlenswert. ❤️
- Till Reiners
Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen
(4)Aktuelle Rezension von: Pegasus1989Ich bin nur mittelmäßig begeistert von dieser Geschichte. Die Botschaft dahinter ist klar. Dennoch finde ich die Geschichte reichlich unrealistisch, denn es gibt wohl kaum einen Menschen, der vor absolut gar nichts Angst hat. So eine Sichtweise finde ich ein bisschen zu übertrieben und würde mir die Geschichte daher nicht nochmal durchlesen wollen. Es gibt deutlich realistischere Werke, die in die ähnliche Richtung gehen.
- Arno Luik
Als die Mauer fiel, war ich in der Sauna
(1)Aktuelle Rezension von: WedmaZu den Inhalten dieses Hörbuches musste ich in den letzten Wochen oft genug zurückdenken. Diese Ansammlung von Interviews mit sehr unterschiedlichen bekannten Persönlichkeiten möchte ich vielen Zuhörern/ Lesern ans Herz legen.
Klappentext beschreibt den Inhalt sehr gut: „Arno Luiks Interviews beginnen oft mit provozierenden Fragen, schon mit der ersten Antwort wird der Leser in diese Gespräche hineingezogen – und liest Dinge, die er anderswo nicht gelesen hat. Arno Luik verführt seine Gegenüber von Beginn an zu einer erstaunlichen Offenheit und schafft es, Brisantes aus ihnen herauszukitzeln. Dieser Gesprächsband ist eine faszinierende Zeitreise, in der sich Geschichte auf eine mitreißende Weise entfaltet: anekdotisch, politisch, intim. Sie zeigt, warum wir wurden, wer wir sind: eine zerrissene, eine verstörte, manchmal trotzdem schöne Welt – um die es sich lohnt, zu kämpfen.“
Arno Luik habe ich in guter Erinnerung , seit seinem hervorragenden „Schaden in der Oberleitung“ Buch über die Zustände bei der Deutschen Bahn.
In diesem Buch findet man die Interviews mit bekannten Persönlichkeiten. Luiks Fragen haben es oft in sich. Sie behalten aber immer das Niveau und sind lediglich dazu da, um die Befragten ein wenig aus der Reserve zu locken und die Seiten zu offenbaren, die bis dato unbekannt blieben.
Die Vielfalt an Menschen und Meinungen ist beeindruckend.
Mal sind es tief schürfende Gespräche, mal fallen sie eher lustig und unverfänglich aus.
Es bleibt aber immer etwas, was man für sich mitnehman kann.
Ich habe dieses Hörbuch sehr gern gehört, was ich Euch auch wünsche. Ich glaube, ich hätte es auch gut lesen können.
Gern vergebe ich 5 wohl verdiente Sterne und wünsche mehr von der Art. Schöne, intelligente Unterhaltung.
- Teresa Simon
Die Reporterin - Zwischen den Zeilen
(99)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
München, Anfang der 60er Jahre: Marie Graf möchte gerne Journalistin werden. Ihre Eltern allerdings haben andere Zukunftspläne für sie. Sie soll einmal die gutgehende Drogerie übernehmen und dafür Pharmazie studieren. Aber sie quält sich durch das Studium und bewirbt sich heimlich bei einer Schule. Als diese ablehnt, bewirbt sie sich beim Tag um ein Volontariat.
Die Zeitung ist neu und alles ist noch etwas unsicher, deshalb kann Marie erst nur ein Praktikum absolvieren. Doch ihr Talent wird gesehen und entsprechend gefördert. Privat erlebt sie jedoch eine Tragödie: Ihre Eltern kommen hinter ihre Flunkereien und werfen sie aus der Wohnung.
Marie muss nun fortan für sich selbst einstehen, bekommt dabei ungeahnte Hilfe, muss aber auch Fehlentscheidungen hinnehmen. Ihre Freundin Roxy hat selbst schlechte Entscheidungen getroffen und in der Redaktion liegt auch einiges im Argen.
Mein Fazit:
Das Thema reizte mich. Hätte ich nicht Bürokauffrau gelernt, wäre ich sicher im Journalismus gelandet – mehr oder weniger! Die Welt von brummenden Redaktionen, ständige Wuselei und stets ratternden Nachrichtenschreiber hat mich schon früher fasziniert. Nun ja, heute wird sicher anders gearbeitet – auch die Welt der Zeitungen ist im Wandel.
Die Autorin hat eine wunderbare authentische Geschichte um das München der damaligen Zeit geschrieben. Die Zeitung Tag ist fiktiv, die Promis und Politprominenz sicher nicht. Viele Namen sagen mir heute nichts, ich bin einfach später zur Welt gekommen und das obendrein auch noch in Norddeutschland. Aber der eine oder andere Name war mir durchaus ein Begriff. Das Buch beinhaltet auch die Münchener Lokalkolorit und gibt somit die Zeit wieder, so kurz nach dem Krieg, erzkonservativ und moralisch ziemlich doppeldeutig. Es wurde geraucht und getrunken, was das Zeug hielt! Vieles hat sich bis heute nicht geändert.
Marie ist eine sympathische Figur, ebenso wie ihre Freundin Roxy oder ihr Onkel. Eine Familie und alle Facetten des gesellschaftlichen Lebens werden abgebildet. Das muss man auch erst einmal hinkriegen! An der einen oder anderen Stelle wirkte die Geschichte etwas langatmig, andere Stellen waren packend und ergreifend. Und es gibt einen roten Faden, der am Ende etwas dicker wurde. Eine Ahnung, die mich von Anfang an beschlich, scheint sich zu bewahrheiten. Aber das werde ich wohl erst im zweiten Teil der Reihe erfahren.
Ich freue mich auf den zweiten Band der Reihe. Dieser bekommt fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung!
- Giovanni di Lorenzo
Vom Leben und anderen Zumutungen
(6)Aktuelle Rezension von: gagijuIch habe das Buch geschenkt bekommen und kannte natürlich Giovanni die Lorenzo über die ZEIT, aber diese klugen Interviews haben mir ausnehmend gut gefallen.
Schon vom Cover her ist das Buch schön gestaltet mit Lesebändchen und Schutzumschlag, und einem Foto, das einfach sympathisch wirkt, aufgeschlossen und clever, und sehr gut zu den Texten passt.
Die meisten der Interviews fand ich hoch interessant., gut geführt bei sehr unterschiedlichen und teils sehr schwierigen Gesprächspartnern.
An manchen Stellen war ich erschüttert, wie schnell sich - seit 2022 und 2023 - politische und gesellschaftliche Ereignisse überstürzt und selbst überholt haben, so dass Aussagen und Hoffnungen von vor 1-2 Jahren völlig überholt und nostalgisch wirken / sind.
In jedem Fall ein sehr gut zu lesendes und nachdenkenswertes Buch.
- Claudia Traidl-Hoffmann
Überhitzt
(31)Aktuelle Rezension von: hope_stlpInfos zum Buch
Autor: Claudia Traidl-Hoffmann, Katja Trippel
Verlag: Dudenverlag
Seitenanzahl:
Preis: 20,00 € [Hardcover] 14,99 € [eBook]
ISBN: 978-3-411-75666-7
Erschienen am 17. Mai 2021Erster Satz
Die fünf Kerninfos zum Klimawandel in nur 20 Worten:
1. Er ist real.
2. Wir sind die Ursache.
3. Er ist gefährlich.
4. Die Fachleute sind sich einig.
5. Wir können noch etwas tun.Darum geht es
Was ist real, gesundheitsschädlich, schwer bekämpfbar, aber keine Pandemie?
Hitzekollaps, Ambrosia-Asthma, Tigermücken und Corona – die Auswirkungen der globalen Klima- und Umweltkrise betreffen immer deutlicher nicht nur unser Wetter oder unsere Wälder, sondern ganz unmittelbar auch unsere Gesundheit, körperlich wie seelisch. Allergien nehmen zu, neue Erreger breiten sich aus, immer mehr Menschen entwickeln Ängste angesichts der Veränderungen ihrer Umwelt.
Dieses Buch zeigt zum ersten Mal umfassend die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels auf. Anschaulich und fundiert schildern die Autorinnen Symptome, Ursachen und Behandlungswege. Vor allem aber fragen sie, was getan werden muss, damit wir gesund bleiben. Dazu sprechen sie mit Expertinnen und Experten für Umweltmedizin und Stadtplanung, Hochwasserschutz und Psychologie, mit Landwirten, Architektinnen und anderen Vordenkern, die nach Wegen suchen, wie wir uns wappnen können. Ihnen allen ist klar: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Denn unser Wohl hängt ab von dem unseres Planeten.Wie es mir gefallen hat
Ich habe mich sehr für das Buch interessiert, da das Thema gerade einfach allgegenwärtig ist und dennoch irgendwie zu kurz kommt. Da ich mich selbst mehr darüber informieren möchte, habe ich mich bei dem Gewinnspiel auf Lovelybooks beworben (an dieser Stelle nochmal vielen Dank für das Exemplar!).
Über die Cover Gestaltung
Ich kann mir durchaus besser Cover für dieses Thema vorstellen. Das Rot ist zwar sehr auffällig und erweckt schnell die Aufmerksamkeit, sticht jedoch auch ein wenig in den Augen. Zudem finde ich, der Kontrast zur schwarzen Schrift ist recht gering, was das Lesen etwas erschwert. Sehr gut fand ich die Gestaltung des Titels. Sehr ausdrucksstark. In Kombination mit den Farben wirkt es auch sehr bedrohlich, was auch den Ernst des Themas gut rüberbringt.
Die Gestaltung ist sehr minimalistisch gehalten und auf das wesentliche reduziert. Durch die kleinen Icons weißt es auch schon ein wenig auf den Inhalt hin, ohne zu viel zu verraten.
Für die fachliche Zielgruppe ist das Cover sehr gut geeignet, jedoch finde ich, spricht es weniger die Allgemeinheit an. Bei so einem wichtigen Thema leider etwas schade.
Über den Schreibstil
Sachlich, Fachlich und etwas trocken. Für die gebildete Zielgruppe sehr gut, aber für die Allgemeinheit eher weniger ansprechend. Ich lese ja allgemein mehr Fantasy und Science Fiction, da tu ich mir mit solchen Fachbüchern doch immer recht schwer. Mir würde es gefallen, wenn solche Themen leicht verständlich und vielleicht auch verspielter rübergebracht werden.
Auch wenn mich der Schreibstil nicht packen konnte, muss ich sagen, haben die beiden Autorinnen wirklich gute Arbeit geleistet! Sie brachten die Thematik auf den Punkt und stellten den Ernst unserer Lage dar. Dieses Buch brauchen wir! Da Stimme ich Harald Lesch zu. Sein Zitat unter dem Klappentext lautet:
»Das Buch, das wir wirklich dringend brauchen. Es geht um uns und unsere Welt. Wenn wir gesund bleiben wollen, dann sollten wir uns die Warnungen und Empfehlungen der beiden Expertinnen unbedingt zu Herzen nehmen.«
Erinnern wir uns: Die Tödlichste und mit Abstand am meisten gesundheitsgefährdende klimabedingte Naturgefahr in Mitteleuropa ist die Hitze. Hitzewellen schaden der Gesundheit zehntausender Menschen, fordern jedes Jahr mehrere 1000 Tote – bleiben bislang von Medien und Politik allerdings weitgehend unbeachtet.
– Seite 190Über Layout, Satz und Grafiken
Schlicht und einfach gehalten. Einige anschauliche Grafiken und Diagramme wurden ins Layout integriert. Schön fand ich vor allem die kleinen Icons neben den Seitenzahlen. Auch ausreichend Zwischenüberschriften haben den langen Fließtext strukturiert und für einen guten Lesefluss gesorgt. Ebenso die regelmäßigen Absätze haben bei der Orientierung gut geholfen. Die Grafiken und Zeichnungen haben noch mal für etwas Abwechslung gesorgt und den Inhalt schön widergespiegelt.
Über die Handlung
Ich denke, ich gehöre eher weniger zur Zielgruppe dieses Buchs, daher war ich doch weniger gefesselt und begeistert von diesem Buch. Es ist unbestreitbar sehr interessant und ich finde das Thema auch sehr wichtig für unsere Gesellschaft, aber ich fand es einfach anstrengend zu lesen. Ich kam wenig voran und habe das Buch auch lieber zur Seite gelegen.
Mir hat da einfach etwas gefehlt. Mich hat das Ganze wenig angesprochen. Schlussendlich habe ich das Buch dann wirklich abgebrochen, weil ich mich einfach nicht länger damit herum quälen möchte.
Dennoch lese ich so ab und an nochmal rein, überfliege die Überschriften oder einzelne Abschnitte, die mich doch sehr interessiert haben.
Fazit
Unbestreitbar interessant und wichtig, aber nicht mein Geschmack. Das Buch hat sich meiner Meinung nach nicht schön lesen lassen und war für mich einfach zu trocken. Dennoch möchte ich dieses Buch jedem ans Herz legen, der sich über das Thema Klimawandel informieren möchte!
- Oliver Wurm
dreizehn +13 Gedichte
(1)Aktuelle Rezension von: Trishen77Dreizehn Gedichte (dreizehn + 13 Gedichte) ist eine halbjährlich erscheinende Zeitschrift, in der jeweils 13 "klassische" und dreizehn zeitgenössische Gedichte veröffentlicht werden. Den klasisschen Gedichten werden außerdem Essays zur Seite gestellt, den zeitgenössischen kurze Einleitungen.
Das Thema diesen Sommer war die Freundschaft. 5 der klassischen Gedichte stammen von Frauen und es sind insgesamt auch unbekanntere Stimmen wie Guggenmos, Schwarz und Arendt (als Dichterin, versteht sich – dennoch, man kann es nicht oft genug erwähnen, hatte Arendt ihre Gedichte wohl nicht zur Veröffentlichung vorgesehen) dabei. Bei den Zeitgenoss*innen komme ich auf vier Frauen, was ziemlich mager ist. Sieht man davon ab, ist die Auswahl eine illustre Mischung von offenherzig bis philosophisch.
Toll ist, dass man sich viele Texte per QR-Code auch vorlesen lassen kann.
P. S.: Am Ende gibt es einen Dialog des Herausgebers mit Chat GPT. Wer noch nicht davon überzeugt war, dass derlei keine gute Idee ist, dürfte hier einen zünftigen Beweis vorfinden. Die Begeisterung des Herausgebers für die Antworten (nicht die Antworten selbst) sind dabei das eigentliche Problem.























