Bücher mit dem Tag "invasion"

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55 Bücher

  1. Cover des Buches Der Schwarm (ISBN: 9783462005103)
    Frank Schätzing

    Der Schwarm

    (5.460)
    Aktuelle Rezension von: Dennis_Moeller

    Bei "Der Schwarm" weiß ich gar nicht wie und wo ich anfangen soll. Vermutlich muss ich ein wenig ausholen. 

    1. Eigentlich war ich schon immer eine Leseratte. Als Kind "Das lustige Taschenbuch", "Asterix & Obelix", die Reihe um "Bert's gesammelte Katastrophen", "Komissar Kugelblitz" und viele andere "Klassiker". Nach Jahren der Pause, Fußball und Freunde waren wichtiger, fing ich während meines Studiums, vom Kommilitonen angetrieben, wieder mit (skandinavischen) Thrillern. Da ich über 18 Monate täglich bis zu zwei Stunden in Zügen verbrachte, kam ich hinterher auf eine gute Lesequote. Als ich vom Studium in den Beruf wechselte, verlor ich das Lesen wieder aus den Augen. 

    2. Als ich bei eben diesem Kommilitonen und seiner Freundin Zuhause war, unterhielten wir uns über Bücher. Natürlich musste ich Farbe bekennen und berichtete, dass ich mal wieder lange nichts gelesen hätte. Da sagte seine Freundin zu mir ich solle doch bitte bitte "Der Schwarm" lesen. Es sei soooo gut und sie habe es kaum aus der Hand legen können. Zunächst skeptisch aber schließlich  vertrauensvoll in diesen Tipp, habe ich das Buch bestellt, um mir die knapp 1000 Seiten an einem ruhigen Sonntag reinzuziehen ;-)

    3. Nicht ganz Sonntag, aber der zweiwöchige Urlaub in der Dominikanischen Republik könnte doch ein angemessener Anlass sein. Ja, was war? Überspritzt gesagt lag ich bei 30 Grad zwei Tage am Pool und habe dieses Buch regelrecht verschlungen. Die Seiten sind noch heute vom Wasser leicht angewellt. Der Urlaub war 2021 und seit ich "Der Schwarm" gelesen habe, bin ich wieder Buch addicted. Nicht direkt wie heute 40+ im Jahr, aber der Gedanke, was es für starke Schriftsteller und Geschichten gibt, lässt mich jedes Mal neu in die Buchhandlung gehen. 

    Langes Intro, nun zum Buch. Ich weiß noch genau, wie ich nach den ersten 200-300 Seiten gedacht habe, wie jemand eine derartige Recherchearbeit in Mikro- und Meeresbiologie leisten kann. Wahnsinn Frank Schätzing. Dazu spannend, spannend, spannend ohne plump zu sein, wissenschaftlich korrekt und nachvollziehbare Personen und Personenhandlungen (hat man auch nicht immer) und und und. Die Liste der positiven Eigenschaften ist fast endlos.  

    Passend zur Story gab es zu der Zeit vermehrte Orca- und Walangriffe auf Schiffe sowie Segelboote. Es war also 2021 auch noch brandaktuell - ja, ist es heute auch noch, aber diese Ereignisse machten mein Leseerlebnis nochmal extra besonders. So wie ich hier gerade schreibe, könnte ich es mal wieder zur Hand nehmen. So wie ich auf der Sonnenliege lag, habe ich mich auf eine tolle Verfilmung gefreut á la "The Abyss". Bekommen hat das Buch eine viertklassige ZDF-Serie. Schade.  

  2. Cover des Buches Obsidian 4: Origin. Schattenfunke (ISBN: 9783551321312)
    Jennifer L. Armentrout

    Obsidian 4: Origin. Schattenfunke

    (2.272)
    Aktuelle Rezension von: asome

    Origin – Schattenfunke von Jennifer L. Armentrout dieser Band war für mich der stärkste der gesamten Reihe. Er fesselt und unterhält, auch wenn der Einstieg ein paar kleinere Längen hat. Besonders gefiel es mir, dass die Geschichte abwechselnd aus Katys und Daemons Sicht geschildert wird und man endlich mehr über Daedalus, die Lux und die Hybriden erfährt. Die Origin bringen neue Figuren ins Spiel, die alles spannender machen und frischen Wind hereinwehen.

    Die Romantik zwischen Katy und Daemon kommt nicht zu kurz, und die Beziehung zwischen Dee und Katy verbessert sich wieder. Auch die Neuen wie Archer und Luc – den wir zwar schon aus Band 3 kennen, der jetzt aber öfter vorkommt – tun der Geschichte sehr gut. Insgesamt hat mir dieser Band wieder sehr gefallen; ich konnte mich gut auf die Handlung einlassen. Nach dem schwächeren dritten Band freue ich mich nun auf den fünften und letzten und bin gespannt, wie die Reihe endet.

  3. Cover des Buches Obsidian 5: Opposition. Schattenblitz (ISBN: 9783551321305)
    Jennifer L. Armentrout

    Obsidian 5: Opposition. Schattenblitz

    (1.894)
    Aktuelle Rezension von: asome

    Opposition – Schattenblitz von Jennifer L. Armentrout ist der fünfte und letzte Band ihrer Obsidian-Reihe. Auch dieser Teil ließ sich, wie schon die vorherigen, schnell und flüssig lesen und hat mich ab der ersten Seite gefesselt. Die Handlung knüpft nahtlos an Band vier an und schafft zu Beginn eine angenehm düstere Atmosphäre. Die Spannung bleibt durchgehend hoch, und nach einigen Wendungen findet die Geschichte zu einem stimmigen Abschluss.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, trotzdem bin ich froh, nun endgültig Abschied von Katy, Daemon und den anderen zu nehmen. Als Mittvierzigerin gehöre ich einfach nicht ganz zur Zielgruppe dieser Romantasy-Reihe, und einige Passagen haben mich manchmal etwas genervt. Insgesamt ist die Reihe aber sehr gelungen – und mit Außerirdischen auch mal eine erfrischende Abwechslung zu den momentan allgegenwärtigen Drachen.

    Für Jugendliche ab etwa zwölf Jahren bis hin zu jungen Erwachsenen Mitte zwanzig ist die Obsidian-Reihe ein absolutes Must-Read, das ich uneingeschränkt empfehlen kann. Da die romantischen Szenen nicht allzu spicy oder ausführlich beschrieben sind, hatte ich keinerlei Bedenken, sie meinem fast zwölfjährigen Sohn anhören zu lassen – und er war absolut begeistert. Das zeigt, dass die Reihe nicht nur für Mädchen geeignet ist, sondern auch Jungs ihren Spaß daran haben.

    Band fünf erhält von mir solide vier Sterne und ist ein würdiger Abschluss dieser außergewöhnlichen Reihe.

  4. Cover des Buches Die fünfte Welle (ISBN: 9783442482801)
    Rick Yancey

    Die fünfte Welle

    (1.008)
    Aktuelle Rezension von: FritziS

    Die fünfte Welle zeigt eine Welt nach der Alien-Invasion. Cassie hat fast alles verloren und macht sich auf, ihren kleinen Bruder zu finden. Dabei begegnet sie Evan, der ihr hilft, dem sie aber nicht sofort vertrauen kann. Parallel verfolgt man Ben, der im Militärlager zum Kämpfer wird.

    Cassie ist eine starke Heldin, verletzlich, zynisch, aber immer kämpferisch. Evan bleibt geheimnisvoll und sorgt für Misstrauen, was die Spannung hochhält. Ben bringt eine andere Sichtweise ein und zeigt, wie Jugendliche in einer zerstörten Welt ums Überleben kämpfen.

    Der Schreibstil ist flott und voller Action, einige Passagen wirken jedoch etwas zu lang, besonders im Mittelteil. Die Liebesgeschichte kommt für meinen Geschmack zu schnell, ohne dass sie richtig aufgebaut ist.

    Das Ende bietet Dramatik, Überraschungen und macht neugierig auf die Fortsetzung. Für mich ein sehr guter Auftakt mit kleinen Schwächen

  5. Cover des Buches Das unendliche Meer (ISBN: 9783442485444)
    Rick Yancey

    Das unendliche Meer

    (458)
    Aktuelle Rezension von: FritziS

    Das unendliche Meer setzt direkt nach der fünften Welle an. Cassie, Ben und die anderen haben sich in einem verlassenen Hotel verschanzt, doch die Gefahr ist nie weit. Ringer gerät in Gefangenschaft und muss in einem Lager herausfinden, wem sie vertrauen kann. Geheimnisse um die Others werden vertieft und neue Opfer sind unvermeidlich.

    Cassie bleibt eine Kämpferin, gezeichnet von Verlust, aber entschlossen weiterzugehen. Ringer rückt stärker in den Mittelpunkt, ihre Stärke und Zweifel machen sie zu einer spannenden Figur. Evan kehrt zurück, verletzt und mit vielen Geheimnissen, die neue Fragen aufwerfen.

    Der Schreibstil ist temporeich, die Kapitel sind kurz und wechseln zwischen den Figuren. Das hält Spannung, wirkt aber manchmal überladen. Gerade im Mittelteil gibt es Szenen, die sich ziehen. Trotzdem gibt es genug Momente voller Emotion, die die Handlung tragen.

    Das Ende ist hart, emotional und voller offener Fragen. Es macht Lust auf den dritten Band, ohne wirklich abzuschließen. Für mich ein solider zweiter Teil mit Schwächen, aber auch vielen starken Szenen.

  6. Cover des Buches Revenge. Sternensturm (Revenge 1) (ISBN: 9783551318695)
    Jennifer L. Armentrout

    Revenge. Sternensturm (Revenge 1)

    (430)
    Aktuelle Rezension von: Zarina

    Inhaltsangabe:
    Vier Jahre nach der Invasion durch die Lux leben diese mächtigen Lichtwesen nun sichtbar unter den Menschen. Evie Dasher hat ihren Vater bei der Invasion verloren, doch ihre Faszination für die Lux bleibt. Als sie Luc begegnet, einem geheimnisvollen, außergewöhnlich starken Lux, wird sie in eine Welt gezogen, die voller Gefahren, Misstrauen und Geheimnisse ist.
    Zwischen Evie und Luc knistert es heftig, doch bald muss Evie sich mit dunklen Wahrheiten auseinandersetzen, über Luc, die Lux und vor allem über sich selbst.

    Meine Meinung:
    Auch wenn ich es eigentlich nicht mit Außerirdischen habe, war die Geschichte überraschend spannend. Die Liebesgeschichte war gut geschrieben, auch die Beziehung zur Mutter und die Entwicklung rund um Evies Identität haben mir gefallen.
    Trotzdem: Dieses Sci-Fi-Setting mit den Lux hat mich einfach nicht so abgeholt. Vielleicht war es das Thema, vielleicht die Atmosphäre, es war einfach nicht ganz mein Geschmack. Das Buch ist nicht schlecht, aber für mich war’s eher okay als wow.

    ✅ Fazit:
    Wer Sci-Fi mit romantischer Note mag, ist hier genau richtig. Für mich war das außerirdische Setting der Stolperstein, aber Fans von Armentrout oder der Lux-Reihe werden definitiv ihren Spaß haben.

  7. Cover des Buches Der letzte Stern (ISBN: 9783442487059)
    Rick Yancey

    Der letzte Stern

    (208)
    Aktuelle Rezension von: FritziS

    Der letzte Stern beendet die Trilogie und führt Cassie, Ben, Ringer und Evan an ihre Grenzen. Cassie weiß, dass der Kampf um das Überleben der Menschheit Opfer fordern wird, vielleicht sogar ihr eigenes. Die Welt ist düsterer denn je und der Druck wächst.

    Cassie bleibt die Figur, die man am meisten spürt, mutig, verletzlich und voller Trotz. Ringer überzeugt mit Stärke und innerem Konflikt. Evan ist zurück, zwischen Liebe und Schuld, was neue Spannungen bringt. Ben kämpft weiter, er steht für Zusammenhalt und Menschlichkeit.

    Der Schreibstil ist klar und fesselnd, viele Szenen sind voller Spannung und Emotion. Es gibt jedoch auch ruhige Passagen, die sich ziehen, und nicht alle Wendungen überraschen. Trotzdem tragen die Figuren das Buch und machen es intensiv.

    Das Ende ist tragisch und hoffnungsvoll zugleich, es bringt Opfer, schließt die wichtigsten Fäden ab und wirkt nach. Für mich ein würdiger Abschluss der Reihe

  8. Cover des Buches Wer den Wind sät (ISBN: 9783406817984)
    Michael Lüders

    Wer den Wind sät

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Michael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen  Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.

  9. Cover des Buches Duddits - Dreamcatcher (ISBN: 9783453441880)
    Stephen King

    Duddits - Dreamcatcher

    (501)
    Aktuelle Rezension von: Lulia

    Im Zentrum der Handlung stehen die vier Kindheitsfreunde Gary (Jonesy), Pete, Beaver und Henry, die sich zu einem Jagdausflug in den Wäldern Maines treffen als plötzlich ein völlig verstörter und sichtlich kranker Jäger in ihrer Hütte Zuflucht sucht und ein Kampf gegen die Zeit und ums Überleben beginnt. Die vor allem in der ersten Hälfte sehr atmosphärische Handlung weist eine hohe psychologische Tiefe auf und im weiteren Verlauf einige Ekelhorror-Momente.
    Bei den Protagonisten stehen die vier Kindheitsfreunde im Mittelpunkt der Handlung und werden sympathisch und glaubwürdig dargestellt, die zusammen ein harmonisches Quartett ergeben. Relevante Nebenprotagonisten, wie z.B. Duddits oder Colonel Kurtz, tragen gekonnt zum Facettenreichtum der Geschichte bei und treiben diese voran.
    Wer atmosphärische Geschichten mit einem außergewöhnlichen Genre-Mix und Ekel-Faktor mag, wird hier fündig.
    Der Schreibstil ist detailliert, explizit und voller intensiver Innenperspektiven, die maßgeblich zur Atmosphäre des Buches beitragen.
    Insgesamt kann ich das Buch empfehlen.

  10. Cover des Buches Alles Sense (ISBN: 9783442483778)
    Terry Pratchett

    Alles Sense

    (542)
    Aktuelle Rezension von: NadjaSchwendemann

    Ich liebe die Bücher von Pratchett. Sie sind allerdings Geschmacksache! Entweder man mag sie oder man schüttelt nur mit dem Kopf!

    Ich liebe vor  allem die Bücher,  in denen Gevatter Tod eine Rolle spielt. Wenn ich früher eines seiner Bücher gekauft habe, habe ich immer erst mal geschaut ob Tod eine Rolle hat. :-) Einfach Buchseiten durchblättern und wenn odt und viele Textzeilen mit GROSSBUCHSTABEN sind weiß man Bescheid. Lach!

    Tod wird in Rente geschickt!

    Als BILL Tür sucht er sich einen Job und hilft einer Bäurerin, die von seiner Arbeitsweise sehr angetan ist.

    Dadurch, dass Tod nun aber nicht mehr seinem eigentlichen Gewerbe nachgeht, entstehen so einige Probleme:
    Die Leute nicht mehr sterben, sondern werden zu Untoten. 

    Die Revisoren beschließen einen neuen Tod zu erschaffen der  TOD endgültig töten soll, was natürlich nicht funktioniert!

    Witzig ist dass nun, da Tod durch "Abwesenheit glänzt" es zu einer Anomalie kommt und weitere Tode entstehen!

    Ich persönlich liebe den Rattentod! Der gefällt mir richtig gut :-)

    Mehr wird nun aber nicht verraten! Ihr sollt euch das Buch ja selbst durchlesen!

  11. Cover des Buches Die Brut - Sie sind da (ISBN: 9783596035533)
    Ezekiel Boone

    Die Brut - Sie sind da

    (241)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Etwas lebt. Und es vermehrt sich rasend schnell. Am Amazonas stirbt eine Wandergruppe. Kurz zuvor war ein merkwürdiges Summgeräusch zu hören. In Indien schnellen die Seismographen in die Höhe, doch es folgt kein Erdbeben. In China wird eine Atombombe gezündet. Angeblich versehentlich. In Minneapolis stürzt ein Flugzeug vom Himmel. Im Wrack findet Agent Mike Rich eine verbrannte Leiche aus der etwas Schwarzes kriecht. Biologin Melanie Guyer erhält in Washington eine FedEx-Sendung. Ein mysteriöser Fund von den Nazca-Linien. Nervenzerrende Spannung – Sie werden das Atmen vergessen!

    Der Schreibstil ist meistens gut, manchmal aber nicht ganz so konsistent und ein bisschen seltsam. Man findet aber sehr gut ins Buch. Es werden sehr viele verschiedene Perspektiven und Charaktere geschrieben. Nur von einigen wenigen verfolgt man die weitere Geschichte, alles andere ist ein bisschen lückenfüllend. Die eine oder andere solche Szene mag durchaus sinnvoll sein, hier fand ich es aber ein bisschen zu überbordend und verwirrend. 

    Die Beschreibung der Spinnen, wie sie sich bewegen und schlüpfen und auch fressen ist sehr detailliert und ganz bestimmt nichts für schwache Nerven. Die Spinnen verbreiten sich immer schneller, so wird die Geschichte immer rasanter. 

    Viel mehr passiert dann aber eigentlich auch nicht, es ist eher der Aufbau zur Hauptgeschichte, die wohl in Teil zwei stattfinden wird. Somit wirkt dieser Teil manchmal ein bisschen langatmig. 

    Guter Start, nichts für schwache Nerven. 

  12. Cover des Buches The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding (ISBN: 9783423741064)
    Hank Green

    The April Story – Ein wirklich erstaunliches Ding

    (261)
    Aktuelle Rezension von: jsk

    Diese Buch ist mehr als ich gedacht hatte. Ja ich habe mich dafür interessiert. Klar hat es mich angesprochen, doch das es so eine Wucht ist, damit hätte ich nie und nimmer gerechnet. 

    Was ich so daran mag?

    Es ist witzig. So eine Art trockener Humor begleitet den Leser durch eine Aberwitzige Vorstellung eines Szenarios, welches Möglich jedoch mehr als unwahrscheinlich ist. April, die Hauptfigur, wird über Nacht zur Berühmtheit und nicht nur das sie hat mit Außerirdischen zu tun. Nicht nur ihre Welt sondern die ganze Welt steht Kopf. Doch das ist gar nicht das große Ding, das große Ding ist, dass der Autor es schafft diese Situation so packend darzustellen und dabei die verschiedensten Themen abzuhandeln. Man bekommt ein Gefühl wie es ist, wenn man alles posted. Das diese gläserne Welt in der wir leben vielleicht doch auch ihre Schattenseiten hat. Es ist wirklich ein Meisterwerk und in so eine Rezension gar nicht richtig zu fassen. 

    Ich leg diese Buch allen ans Herz und empfehle einfach jeden sich die Zeit zu nehmen und es selbst zu lesen!

  13. Cover des Buches Guides - Die erste Stunde (ISBN: 9783959670937)
    Robison Wells

    Guides - Die erste Stunde

    (66)
    Aktuelle Rezension von: Der_Buchdrache
    Andere finden Überraschungen in den Buchläden, ich in der Bibliothek. Ganz unerwartet stolperte ich dort über »Guides – Die erste Stunde«, ein Science Fiction Roman von Robison Wells. Auch wenn es sich hier um eine sehr klassische Erstkontaktgeschichte handelte, konnte ich mich doch sehr dafür erwärmen.

    »Niemand weiß, was sich in dem gigantischen UFO befindet, das die Welt nach seinem Absturz in Atem hält. Und Alice ist sicher: Niemand außer ihr Vater, der für die NASA arbeitet, hätte seine siebzehnjährige Tochter jetzt auf ein Internat nach Minnesota gebracht - ausgerechnet mitten ins Zentrum der Katastrophe. Hier kommt Alice der Wahrheit hinter den Nachrichten gefährlich nahe. Doch mit der Wahrheit kommt auch die Angst vor den unbekannten Geschöpfen, die das Raumschiff verlassen …«
    (Quelle: Goodreads)

    Erstkontaktgeschichten gibt es viele, also solche Geschichten, wo es zu einer allerersten Berührung zwischen Menschen und Außerirdischen kommt. Deren liebste sind mir immer noch Arrival und Contact, aber auch »Guides« konnte mich begeistern.

    Dabei muss man eigentlich ganz objektiv sagen, dass »Guides« eigentlich wenig innovativ ist, was diesen Geschichtentypus angeht und doch eher in Richtung Independence Day geht statt Arrival. Der Plottwist am Ende war recht vorhersehbar, und ehrlich gesagt war das Ende ohnehin der schwächste Teil für mich.

    Dennoch: Der Rest hat Spaß gemacht zu lesen. Alice landet auf einem Internat, auf das vor allem Bonzenkinder gehen, also Leute mit ausreichend Geld und Prestige. Aber auch besondere Talente. Das heißt, dass die wenigsten Protagonisten wirklich doof sind und ganz im Gegenteil sogar oft kluge Kommentare zum Geschehen abgeben können und umfangreiches Allgemeinwissen mitbringen. Trotz allem sind sie Teenager und benehmen sich auch wie solche. Nur eben solche mit einem etwas höheren IQ als der Durchschnitt, was einem den einen oder anderen dämlichen Kommentar erspart.

    Alice hat indigene Wurzeln, die vor allem gegen Ende eine Rolle spielen, als sie zu ihrer Großmutter flieht. Ich kann leider nicht wirklich beurteilen, inwiefern dem Autor die Darstellung der indigenen Bevölkerung gelungen ist. Aber auf mich machte alles einen feinfühligen Eindruck und bot zudem einen interessanten kleinen Einblick in diese Lebensweise.

    Streckenweise hat der Roman eine sehr düstere Atmosphäre und dem Autor gelingt es gut, das auch zum Leser zu transportieren und diesem eine Gänsehaut zu bescheren. Besonders gefiel mir, wie die Protagonisten auf die entsprechenden Situationen reagierten, die teils weit jenseits der alltäglichen Erfahrungswelt liegen, und wie sich das auf ihre Psyche auswirkte. Der Schock, der sich mitunter einstellte, wurde realistisch dargestellt.

    Spannend war ebenso das Rätseln, was wirklich hinter der Anfunkt der Guides auf der Erde steht, denn es wird schnell klar, dass da mehr dahinter steht, als die Guides die Menschen glauben machen wollen. Auch wenn ich relativ schnell darauf kam, störte es mich nicht unbedingt, als meine Vermutung bestätigt wurde. Das Drumherum passte immer noch.

    Der Roman mag zwar nicht viel zu all den Erstkontaktgeschichten hinzufügen. Dennoch ist er kurzweilige, spannende Unterhaltung, ein empfehlenswerter Happen für Zwischendurch. Einen kleinen Gruselfaktor gibt es streckenweise ebenso, und Lesern, die mit der Darstellung von Gewalt und Gewaltopfern ihre Schwierigkeiten haben, sei eher von der Lektüre abgeraten. Allen anderen kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen.
  14. Cover des Buches Lost in Strange Eyes (ISBN: 9783551303233)
    Johanna Danninger

    Lost in Strange Eyes

    (68)
    Aktuelle Rezension von: Bjjordison

    Das Buch ist nicht meine erste Geschichte der Autorin und ich war bisher von allen begeistert, so auch von diesem hier.

    Es ist die Geschichte von Meyruka, die immer auf einen möglichen Krieg vorbereitet wurde. Sie steht auf der Seite der Rebellen, die die Erde befreien wollen. Als sie eines Tages trifft sie auf Syn, der zur Gegenseite gehört, allerdings erfährt man erst im Laufe der Geschichte, was es mit ihm auf sich hat und er nicht so ist, wie es scheint.

    Die Handlung empfand ich als wirklich gelungen. Es war wirklich spannend und ich fand es toll, welche Geheimnisse sich während des Lesens lüften. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen, denn es war so fesselnd und ich fand den Spannungsbogen während der ganzen Geschichte gehalten. Wirklich toll.

    Der Wettlauf gegen die Zeit war stellenweise wirklich nervenaufreibend, denn Meyruka will ja die Menschheit und deren Überleben sichern und man merkt, wie knapp es wird. Auch die Sache mit der Untergrundorganisation konnte mich begeistern.

    Meyruka fand ich eine klasse Hauptprotagonistin. Sie war mir auf auf der Stelle sympathisch und ich fand toll, wie stark und mutig sie ist. Sie wirkte auf mich auch sehr authentisch. Auch ihre Tapferkeit konnte mich begeistern. Ich würde sie als besonders bezeichnen, denn trotz ihrer Jugend ist schon sowas, wie ein Anführer und bekommt auch noch von allen Respekt.

    Syn empfand ich als sehr geheimnisvoll, aber zugleich auch interessant. Er ist ja der Captain der Kytharer, was man auch sehr oft merkt, denn diese wurde dazu erzogen, dass sie Befehle befolgen müssen und so war auch zu Beginn seine Art. Allerdings macht er eine tolle Entwicklung durch, denn im Laufe der Geschichte beginnt er zu überlegen.

    Die Schreibweise war wieder sehr flüssig und locker. Das Buch war sehr angenehm zu lesen. Die Geschichte wird aus wechselnder Perspektive der beiden Hauptcharaktere erzählt, was ich dieses Mal wieder richtig klasse fand, denn bekommt als Leser sehr viele Eindrücke von den unterschiedlichen Positionen. Der Handlung kann man auch sehr gut folgen, denn alles war sehr gut verständlich.

    Das Cover ist wieder entzückend und es gefällt mir sehr gut.

    Zur Autorin:

    Johanna Danninger, geboren 1985, lebt als Krankenschwester mit ihrem Mann, einem Hund und zwei Katzen umringt von Wiesen und Feldern im schönen Niederbayern. Schon als Kind dachte sie sich in ihre eigenen Geschichten hinein. Seit sie 2013 den Schritt in das Autorenleben wagte, kann sie sich ein Leben ohne Tastatur und Textprogramm gar nicht mehr vorstellen. Und in ihrem Kopf schwirren noch zahlreiche weitere Ideen, die nur darauf warten endlich aufgeschrieben zu werden!

    Quelle: Verlag

     

    Fazit:

    5 von 5 Sterne. Tolles Buch. Die Story hat mir sehr gut gefallen. Klare Kauf – und Leseempfehlung.

  15. Cover des Buches Krieg der Welten (ISBN: 9783945493861)
    H. G. Wells

    Krieg der Welten

    (50)
    Aktuelle Rezension von: Emmas_Bookhouse
    Krieg der Welten – H. G. Wells
    Verlag: Mantikore
    Taschenbuch: 14,95 €
    Ebook: 9,99 €
    ISBN: 978-3-945493-86-1
    Erscheinungsdatum: 26. Januar 2017
    Genre: Science Fiction / Klassiker
    Seiten: 320
    Inhalt:
    Als sich außerirdische Flugobjekte der Erde nähern, erfahren die Menschen, dass sie nicht allein im Universum sind. Die Fremden sind den Erdbewohnern technisch weit überlegen und machen schnell klar: sie kommen nicht in Frieden. Als die Invasion der Erde beginnt, entbrennt ein Krieg, bei dem nicht weniger auf dem Spiel steht, als das Überleben der gesamten Menschheit…

    Der Krieg der Welten (Original: The War of the Worlds) ist einer der bekanntesten Werke von H. G. Wells. Der erstmals 1898 erschienene Roman über die Invasion der Erde durch Außerirdische ist nach beinahe 120 Jahren immer noch von kultureller und literarischer Bedeutung und beeinflusste zahlreiche fiktionale Werke – angefangen bei Orson Welles‘ berühmtem Hörspiel von 1938 bis hin zu modernen Interpretationen wie Jeff Waynes The Musical Version of The War of the Worlds und Roland Emmerichs Independence Day.
    Mein Fazit:
    Zum Cover:
    Das Cover finde ich schlicht, aber schön. Es muss nicht immer so viel sein, meist wirkt es dann hektisch. Dass es in Rot gehalten ist, gefällt mir auch gut. In der Mitte steht der Titel, da es ein Klassiker ist, finde ich das Cover sehr passend.
    Zum Buch:
    Alle kennen bestimmt den Film Krieg der Welten, doch dazu muss ich sagen, das Buch ist doch ein wenig anders, aber Hollywood muss ja immer übertreiben (lach).
    Wie schon bei der Unsichtbare, haben wir hier wieder ein sehr schönes und informatives Vorwort, was sich wirklich lohnt zu lesen.
    Die Erde wird angegriffen, von Marsianern, aber nicht in unserer heutigen Zeit, sondern zu Zeiten der Kutschen. Eine Zeit die ich persönlich sehr gern mag, das 19. Jahrhundert ist immer sehr interessant geschrieben und beschrieben. Aber die Besucher sind nicht freundlich gesinnt und wollen uns Erdlinge vernichten.
    Der Schreibstil ist hier sehr angenehm, nicht das übliche was man heutzutage alles liest, sondern eher der Zeit in der das Buch spielt angepasst. Es ist recht flüssig, aber auch gewöhnungsbedürftig. Die Spannung kommt hier erst so richtig im zweiten Teil des Buches auf.
    H. G. Wells ist für mich ein Garant für gute Geschichten und das ist hier natürlich auch wieder so. die Protagonisten sind durchweg gut erzählt und es macht Spaß den Weg durch das Buch mit ihnen zu gehen. Gerade auch der Zeit wegen, wo es spielt.
    Was mir besonders gut gefallen hat, sind die Fußnoten und die wunderschönen Illustrationen die wir hier finden. Gerade die Fußnoten sind sehr informativ.
    Bildlich ist alles wirklich gut erzählt, wer schon einmal etwas von H. G Wells gelesen hat, kennt das ja. Mir gefiel das schon bei „ Der Unsichtbare „ und hier ist auch so schön beschrieben alles.
    Mehr gibt es hier eigentlich auch nicht mehr zu schreiben, außer dass es eine klare Lese – Empfehlung von mir gibt. Gerade wer Klassiker liebt, ist hier genau richtig.
    Ich gebe 5 von 5 Sternen, weil ich sehr gut unterhalten wurde.
  16. Cover des Buches The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1): British Fantasy Award Winner 2018 (English Edition) (ISBN: 9781472235169)
    Jen Williams

    The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1): British Fantasy Award Winner 2018 (English Edition)

    (3)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Wenn ich Fantasy-Autor_innen bespreche, berichte ich oft, dass ihre Karrieren maßgeblich von bestimmten Einflüssen geprägt wurden. Namen wie Tolkien fallen in hübscher Regelmäßigkeit, ebenso wie diverse Rollenspiele, vor allem natürlich Dungeons & Dragons. Jen Williams hingegen verdankt ihren Eintritt in die literarische Fantasy einem Videospiel. „Dragon Age“ von EA erneuerte ihre Liebe für das Genre und inspirierte sie, es als schriftstellerische Heimat in Betracht zu ziehen.

    Ihren Durchbruch feierte sie mit der Sword & Sorcery – Trilogie „Copper Cat“. Mit ihrer zweiten Trilogie „The Winnowing Flame“ und deren Auftakt „The Ninth Rain“ wagt sie sich noch tiefer in das Genre und erobert die epische Fantasy.

    Einst galten die edlen Eborianer_innen als Beschützer_innen der Menschheit. Generation um Generation bewahrten sie die Bevölkerung von Sarn vor der Invasion der Jure’lia, des Wurmvolks. In acht Kriegen wehrten sie ihre Angriffe gemeinsam mit den Kriegsbestien ab, die ihnen ihr Baumgott Ygersil schenkte. Doch nach der letzten Schlacht verschwanden die Jure’lia und Ygersil begann zu sterben. 

    Viele Jahre später erträgt es Tormalin der Eidlose nicht länger, sein Volk dahinsiechen zu sehen. Er verlässt Ebora und schließt sich Lady Vincenza „Vintage“ de Grazon an, die in der irreversibel vergifteten Wildnis von Sarn die Überreste der Jure’lia erforscht. Dort begegnen sie der jungen Flammenhexe Noon, deren Kräfte ihnen kurz darauf das Leben retten. Sie sind auf ein Geheimnis gestoßen, das Ebora heilen könnte. Sie müssen so schnell wie möglich in Tors Heimat reisen – denn die Jure’lia sind noch nicht besiegt …

    Was für ein Glück, dass Jen Williams Begeisterung für Fantasy-Videospiele empfindet. Andernfalls wäre uns eine großartige Genre-Autorin entgangen. Sie ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass die High Fantasy von weiblichen Stimmen enorm profitiert. „The Ninth Rain“ ist ein sensationeller Trilogieauftakt voller kreativer, origineller Ideen. Er ist frisch, neu und anders als alles, was ich bisher kennenlernen durfte, vor allem hinsichtlich des Worldbuildings.

    Angriffe einer feindlichen Spezies sind in der High Fantasy keine Seltenheit – Angriffe einer außerirdischen Spezies hingegen schon. Jahrhundertelang wurden Sarn und Ebora periodisch von den Jure’lia attackiert. Im Gegensatz zu dem, was die umgangssprachliche Bezeichnung „Wurmvolk“ vermuten lässt, gruben sie sich jedoch nicht aus dem Boden. Sie kamen von oben. Die Jure’lia stammen nicht vom selben Planeten.

    Demnach betreten wir in „The Ninth Rain“ eine Fantasy-Welt, die ein Science-Fiction-Problem hat: Eine drohende Alien-Invasion. Genau genommen ist „The Winnowing Flame“ daher ein Hybrid beider Genres. Ich liebe es, wenn sich Autor_innen diese Freiheit gestatten, weil es altbekannte Archetypen um aufregende Dynamiken und Konflikte erweitert. Konventionellen Motiven einen neuen Twist zu verleihen, scheint allerdings Williams‘ Spezialität zu sein.

    Über die drei Hauptcharaktere Vintage, Tor und Noon erfahren Leser_innen beiläufig, dass die Historie von Sarn und Ebora hochgradig kompliziert und spannungsgeladen ist. Obwohl die elbenhaften Eborianer_innen die Menschheit wieder und wieder vor den Jure’lia retteten, ist die Beziehung der Völker in der Gegenwart von „The Ninth Rain“ alles andere als harmonisch.

    Williams erläutert früh, warum sich das Verhältnis beinahe irreparabel verschlechterte – glaubt mir, diese Facette der Geschichte räumt jeden Zweifel aus, dass Ebora nicht von stereotypen Elben bevölkert wird. Ich fand dieses Detail äußerst faszinierend und konnte dadurch sehr schnell eine intensive Bindung zu Tor aufbauen, dessen tragische Biografie untrennbar mit dem Niedergang seiner Heimat verknüpft ist.

    Er verbirgt seinen Schmerz hinter Nonchalance und offensiver Oberflächlichkeit, doch da Jen Williams in der personalen Erzählperspektive sehr nah an ihren Figuren bleibt, durchschaute ich seine Maskerade. Ich denke, dass auch Vintage – offiziell seine Arbeitgeberin, inoffiziell seine engste Freundin – sie als solche erkennt. Sie ist zu klug, um sich täuschen und an der Nase herumführen zu lassen.

    Ich feiere Vintage. Frauen wie sie treten in High Fantasy – Geschichten noch immer zu selten in zentralen Positionen auf: Unabhängige, ehrgeizige, selbstbewusste Frauen jenseits der 40. Daher bin ich Jen Williams dankbar für ihre Konzeption und dafür, dass sie Vintage nicht auf ihre Rolle als Forscherin reduziert. Sie ist weder verschüchtert noch weltfremd. Als erfolgreiche Unternehmerin mit einem rentablen Weingut kann sie sich das auch nicht erlauben.

    Ebenso starke Sympathie empfand ich für die junge Flammenhexe Noon. Ich glaube, dass sie für den weiteren Handlungsverlauf entscheidend sein wird, denn das magische grüne Feuer, das sie erzeugen kann, wird „winnowfire“ genannt – die Brücke zum Titel der Trilogie „The Winnowing Flame“ ist fix gebaut.

    Ich fand „The Ninth Rain” spektakulär. Ich hätte gern fünf Sterne vergeben, musste aber einsehen, dass es für die Höchstwertung (noch) nicht reichte. Trotz mitreißender Actionspitzen braucht dieser erste Band eine ganze Weile, bis er in die Gänge kommt. Das sorgfältige Worldbuilding, das mich später befähigte, eigenständig Zusammenhänge herzustellen und Mutmaßungen zu formulieren, frisst zu Beginn eine Menge Zeit. Es dauerte, bis ich in der Handlung ankam – auch, wenn es das letztendlich wert war.

    Jen Williams lässt die weibliche High Fantasy strahlen. Mir gefällt, dass sie als Schriftstellerin einen überzeugenden Trilogieauftakt abliefert, aber es freut mich besonders, dass „The Ninth Rain“ nicht ausgesprochen feminin ist. Für mich ist es ein Zeichen des Fortschritts, dass eine Autorin in der High Fantasy erfolgreich sein kann, ohne ihre Weiblichkeit demonstrativ zur Schau zu tragen. Williams schreibt keine „Fantasy für Frauen“. Sie schreibt Fantasy, Punkt. Und das macht sie verdammt gut.


  17. Cover des Buches Tagebuch einer Invasion (ISBN: 9783709981795)
    Andrej Kurkow

    Tagebuch einer Invasion

    (14)
    Aktuelle Rezension von: Ramie70

    Im Zeitraum vom  29.12.2021 (vor dem Krieg) bis 11.07.2022 wurden die Aufzeichnungen in Form eines Tagebuchs niedergeschrieben. Es zeigt sich, dass die Kriegsgefahr sich schon allmählich vorher anbahnte. Das eigene Leben zu retten ohne Habseligkeiten mitnehmen zu können, ist unfassbar. Es gab viele Informationen, die nicht in den Medien berichtet wurden. So habe ich mehr Details erfahren, die mich traurig gemacht haben. Der Alltag im Kriegsgebiet wurde so detailliert beschrieben, dass ich mir das bildlich vorstellen konnte. Zuflucht im U-Bahn System und die Angst, das der Familie oder Freunden etwas passieren könnte, ist unerträglich. Der Autor erzählt seine Geschichte in Form einer Biografie. Es war wirklich beeindruckend, wie sich die Leute untereinander halfen. Trotz Krieg wurden die Felder bestellt. Das Leben geht weiter. Im Glossar werden Orte und Personen näher erläutert. Das Cover ist besonders gut gelungen. Es zeigt auf einer Briefmarke, wie ein Soldat den Stinkefinger zeigt, am vorbei fahrenden Kriegsschiff. Dieses Buch ist unbedingt weiter zu empfehlen. Ich freue mich auf eine Fortsetzung. 

  18. Cover des Buches Armada (ISBN: 9783596296613)
    Ernest Cline

    Armada

    (125)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ernest Clines Ready Player One war dermaßen großartige Unterhaltung, dass ich mich auf sein zweites Buch Armada riesig gefreut hatte. Allerdings waren die Bewertungen doch sehr unterschiedlich mit einem starken Hang ins Negative. Egal. Was wäre ich denn für ein Buchnerd, wenn ich mich von den Bewertungen abhalten lassen würde. Selber eine Meinung bilden, ist das Motto des Buchrezensenten. Und um es gleich vorwegzunehmen: Armada ist wieder beste Unterhaltung. Ein spaßiger Trip zurück in die 80er und 90er sowie in die eigene Kindheit und Jugend. Im Gegensatz zu Ready Player One gibt es allerdings diesmal auch reichlich kritikwürdiges.

    Die Anspielungen und Reverenzen auf Filme, Bücher, Computerspiele und die Musik der 80er Jahre (aber auch der 90er und der 2000er) sind unzählbar und noch häufiger als in Clines Debütroman. Es beginnt mit dem Namen des Protagonisten Zack Lightman, der den gleichen Nachnamen trägt wie David Lightman aus dem Film „Wargames“, welcher schon in Clines Ready Player One eine herausragende Rolle spielte. Und es endet noch lange nicht bei einer kompletten Musikplayliste „Raid the Arcade“, die zahlreiche (Rock)Hits der 80er vereint.

    Der letzte Sternenkrieger

    Der Inhalt von Armada ist schnell erzählt und wartet tatsächlich weder mit besonderen Überraschungen noch innovativen Ideen auf. Genau genommen ist es eine Hommage an Orson Scott Cards Ender‘s Game bzw. den Film Starfight.

    Letztlich geht es also um Computerspielende Jugendliche, die aufgrund ihrer Fähigkeiten in den virtuellen Welten zu Kämpfern in der realen Welt werden. Ausgelutschtes Thema? Absolut! Und genau darum ging es ja auch schon bei Ready Player One. Es geht nicht darum neue Ideen zu präsentieren, sondern die guten alten Ideen, die guten alten Zeiten in ein neues Gewand zu hüllen und den Spaß wieder aufleben zu lassen. Das ist natürlich alter Wein in neuen Schläuchen und kann somit sicherlich nicht alle überzeugen. Wer mit den 80ern nichts anfangen kann, wer kein Gamer ist, wer mit Nerds und Geeks keinen Spaß hat, wer Science Fiction Filme doof findet, der wird mit Armada auch nicht glücklich werden. Das dürfte dann auch der Grund für die vielen mäßigen Bewertungen sein. Armada entwickelt sein Potenzial nur, wenn man die unzähligen Anspielungen versteht.

    I want to believe

    Noch nie von Time Bandits gehört? Keine Ahnung was ein Flux Kompensator ist? Wing Commander und X-Wing vs. TIE-Fighter sind Böhmische Dörfer? Dann Finger weg. Wer sich aber noch mal zurückversetzen lassen möchte in die Zeit der kindlichen Allmachtsphantasien, wer Enemy Mind und Kampfstern Galactica mochte, wird fantastische Belletristik erhalten. Bereits der erste Satz des Romans weist den Weg für alle Believer:

    „Ich starrte gerade aus dem Fenster des Klassenraums und träumte von Abenteuern, als ich die fliegende Untertasse entdeckte.“

    Ernest Cline ist ein Spezialist darin, die Kindheitsträume zu reaktivieren und sich in die damalige (Gefühls-)Welt zurückzuversetzen.

    „Dazu muss man wissen, dass ich seit dem ersten Tag im Kindergarten auf irgendein völlig unglaubliches, weltveränderndes Ereignis gehofft und gewartet hatte, das die endlose Monotonie meiner Bildungslaufbahn unterbrach.“

    Welchem Teenager wird da nicht aus der Selle gesprochen? Armada ist eine grandios adoleszente Phantasmagorie. Das Buchgewordene kindliche Größenselbst.

    Und das hat leider auch seine Schwächen.

    Nationaler Pathos und Militarismus

    Man könnte es mit dem Independence Day Fiasko vergleichen. Independence Day ist sicherlich einer der besten Science Fiction Filme aller Zeiten und gleichzeitig ist er unerträglich nationalistisch, pathetisch und militaristisch. Und Ernest Cline lehnt Armada ganz deutlich diesem Hollywood-Kitsch und dieser Pentagon Propaganda an. Und so wurden auch von Clines zweitem Buch bereits die Filmrechte verkauft. Während Steven Spielberg Ready Player One verhunzt, würde es mich nicht wundern, wenn Wolfgang Petersen Armada zu einem weiteren US Army Werbevideo verarbeitet. Pathos, Nationalismus und Militarismus gehen an einigen Stellen eine wirklich unangenehme Melange ein, die zeitweilig gar an Trumpismus erinnern. Dieses unkritische Abfeiern, dieses kindliche Bejubeln der militärischen Macht ohne kritische Reflexion, ist selbst des Genres der banalen Unterhaltung unwürdig. Das Militär ist gut, weil es uns vor den Aliens beschützt. Im Englischen wird das Problem deutlicher. Denn Aliens heißt nichts anderes als Fremder.

    Auch muss man nicht alles aus den 80ern (und früher) übernehmen. Der lustige Alltagsrassismus ist eben nicht lustig, sondern rassistisch.

    „Hall-oh“, sagte er [der Chinese] mit starkem Akzent. „Nett, dich kellenzulennen.“

    Das erinnert ganz böse an das Yellowfacing, wie es sehr bitter z.B. in Frühstück bei Tiffanys eingesetzt wurde. Der lustige Chinese. Herausragend wird die Szene in Dragon: The Bruce Lee Story rezipiert.

    Versöhnung

    Die Schwächen in Armada sind schon nicht unerheblich. Aber und das muss abschließend natürlich gesagt werden: der Spaß überwiegt eindeutig. Und man muss eben etwas kritisch lesen, selbst im banalen Unterhaltungsbereich. Und wie ich schon einmal bei einer Rezension zu Daniel Suarez schrieb: Wer Leeroy Jenkins einbaut, hat bei mir immer einen nerdigen Stein im Brett.

    „Sehr ihr, das ist genau der Grund, warum ihr beiden immer in den ersten zwei Minuten draufgeht“, sagte ich. „Weil ihr bei den Einsatzbesprechungen nicht aufpasst.“

    „Nein, du bist der Grund, warum wir immer draufgehen, Leeroy Jenkins!“

  19. Cover des Buches Die Brut - Die Zeit läuft (ISBN: 9783596035830)
    Ezekiel Boone

    Die Brut - Die Zeit läuft

    (113)
    Aktuelle Rezension von: _jamii_

    Sie sind da. Und sie sind nicht aufzuhalten.

     +++ Fleischfressende Spinnen haben Los Angeles, Oslo, Delhi und Rio de Janeiro befallen. +++ Millionen von Menschen sind weltweit gestorben. +++ Da gibt die Wissenschaftlerin Melanie Guyer Entwarnung. Die Spinnen sterben, die Plage scheint überstanden. +++ In Japan wird ein Kokon gefunden, der Spinneneier gigantischen Ausmaßes enthält. +++ In Los Angeles verlassenen Überlebende die Quarantänezone mit Waffengewalt. Weltweit müssen die Regierungen einsehen: Der Ausnahmezustand kann nicht aufgehoben werden. +++ Jetzt muss die Präsidentin der USA mit einer schrecklichen Nachricht an die Presse: Jeder ist auf sich alleine gestellt. +++

    Der zweite Teil der Trilogie knüpft nahtlos an den ersten Teil an. Man ist sofort wieder in der Geschichte drin und bei den Charakteren die man aus Band 1 bereits kennt. Der Schreibstil ist wie gewohnt rasant und auch grausig, kaum was für schwache Nerven.

    Während die ganze Welt im ersten Teil mit der Ankunft der neuen Bedrohung zu kämpfen hat, versucht man in diesem Teil mehr über die Spinnen, ihre Herkunft und ihr Vorgehen zu erfahren. Man erfährt das eine oder andere neue über die Spinnen, gleichzeitig tauchen aber diverse neue Fragen auf, über die man nachdenken kann.

    Die Spinnen scheinen sich verändert zu haben, aber was genau bezwecken sie? Und mit was muss die Menschheit noch rechnen?

    Sehr spannende Fortsetzung mit einem Cliffhanger zu Band 3, sehr empfehlenswert.

  20. Cover des Buches Illuminae Files - Gemina (ISBN: 9781780749815)
    Amie Kaufman

    Illuminae Files - Gemina

    (79)
    Aktuelle Rezension von: Quibb

    Auch die Fortsetzung der Illuminae Files ist ein spannender Pageturner. 

    Mir fiel es ein wenig schwer, Kady und Ezra zu verlassen, aber Hannah und Nic haben mich schnell überzeugen können,  dass sie würdige "Nachfolger" sind.  

    Die Geschehnisse auf Heimdall werde ich natürlich auch nicht spoilern,  aber es war ebenso fesselnd, wie schon der erste Teil. 

    Nun freue ich mich auf das Finale. 

    Bin wirklich mega begeistert! 

  21. Cover des Buches Eternauta (ISBN: 9783945034354)
    Héctor G. Oesterheld

    Eternauta

    (4)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Diese wunderschöne Ausgabe des "Avant-Verlages" präsentiert neben einer Fülle bedrückender Informationen über den Comic-Künstler Héctor German Oesterheld samt Familie und einer ausführlichen Betrachtung des "Zeitreisenden" durch Estela Schindel auch den schön restaurierten bedeutendsten Comic Argentiniens in schwarz/weiß.
    Dieser 1957 entstandene Comic zählt auch zu den wichtigsten literarischen Werken des Landes.

    Vorliegend ist die erste Version des von Oesterheld mit dem Zeichner Francisco Solano López geschaffenen Comics von Ende der 50er Jahre.
    Der deutliche politische Unterton des Comics bringt die beiden Künstler bald in Konflikt mit der argentinischen Regierung, die sie einzuschüchtern versucht. López emigriert daraufhin 1959, Oesterheld verbleibt und veröffentlicht 1969 eine neue - mit weitaus mehr politischen Referenzen versehene - Version unter Mitwirkung des Zeichners Brecchia.

    Die Geschichte beginnt in einer Winternacht 1963, in einem Vorort von Buenos Aires, wo ein seltsamer todbringender Schneefall niedergeht (Anmerkung: es gab im 20. Jahrhundert in Argentinien weniger Schneefälle als Staatsstreiche in dem Land!), der beim geringsten Kontakt alles Lebende vernichtet. Eine Gruppe von Nachbarn überlebt diese Katastrophe. Mit Hilfe von selbst genähten Schutzanzügen und Tauchermasken sind sie in der Lage, in der sie umgebenden Apokalypse zu überleben.
    Der todbringende Schnee ist die erste Stufe einer Invasion von Außerirdischen...
    Nach und nach sammeln Juan Salvo und seine kleine Gruppe immer mehr Informationen über ihre Umgebung und die Aliens und können diese einer kleinen Restarmee der argentinischen Streitkräfte mitteilen. Gemeinsam treten die von Tod und Verderben umringten Menschen den Kampf gegen die übermächtigen Invasoren an...
    Wie bei vielen Comics jener Zeit verarbeitet diese Geschichte allegorisch die atomare Bedrohung im Kalten Krieg und ist eine Reflexion über die virulente kubanische Revolution und des US-Imperialismus jener Tage.

    Dieser hier sehr genau und äußerst spannend geschilderte Untergrundkampf Salvo's und der Seinen nimmt Oesterheld seiner eigenen Geschichte 20 Jahre später vorweg... Seine Töchter und er gehen selbst während der Militärdiktatur in den Untergrund... und verschwinden. Der Verbleib von Oesterheld's Überresten ist bis heute unbekannt...

    Wenn man um diese tragische Geschichte weiß, besticht und fesselt dieser Comic mit seiner detailgetreuen und langsamen Darstellung und Erzählung noch mehr. Man fiebert mit Juan Salvo und seinen Mitkämpfern - freut sich über jede Information, die sie gewinnen und jeden kleinen Erfolg, den sie gegenüber den mächtigen Invasoren erringen... und ist betroffen, wenn es einen herben und verlustreichen Rückschlag gibt.
    Juan Salvo ist kein Superheld, sondern ein Mann, der nur gemeinsam mit seinen Freunden stark ist - ein kleiner Held in der Gruppe.
    Der Comic wird zu einem starken Plädoyer für Solidarität und Humanismus.
    Er ist aber auch eine Parabel auf die politische Lage: Juan Péron wurde 1955 durch einen Militärputsch abgesetzt und eine jahrzehntelang andauernde Instabilität im Lande folgte.

    Ein außerordentliches Werk - eine uneingeschränkte Empfehlung!
  22. Cover des Buches Wintermond (ISBN: 9783404253142)
    Dean Koontz

    Wintermond

    (42)
    Aktuelle Rezension von: lucatrkis

    „Wintermond“ begann sogleich voller Hochspannung mit der im Klappentext erwähnten Schießerei an einer Tankstelle auf den ersten dreißig Seiten. Unbeteiligte Zufallsopfer, Flammeninfernos über der Stadt – nichts musste man missen, sodass die Szene genauso das fulminante Finale hätte sein können.

    Der „dämonische Kult“, welcher um den durchgedrehten Hollywood-Regisseur entstehe, wie es in der deutschen Beschreibung weiter heißt, war dagegen eher nebensächlich, denn die anfängliche Gewaltepisode, bei der Polizist Jack McGarvey schwer verwundet wurde, hatte mit dem eigentlichen Plot kaum zu tun. Die fanatischen Bewunderer des Filmdrehers spielten, abgesehen von der Erwähnung der mit dem zunehmenden Erfolgs seines Werkes eingehenden Umsetzung seines Lebens als Biografiefilm sowie dem Auftreten dreier jugendlicher Schmierfinke als Stellvertreter jener Gemeinde, nie wieder eine Rolle.

    Wieso Koontz sich dazu entschloss, in den Roman mit diesem Vorfall einzusteigen, erschloss sich mir dennoch: Der andere, im frühen Mittelteil deutlich dominierende Handlungsstrang um den Eremiten Eduardo war nämlich eher langsamer, mitunter zäh: (SPOILER) Eines Nachts aufgeweckt durch fremde Lichter im Wald um sein Haus, begab er sich auf die Suche nach dem Ursprung der seltsamen Himmelserscheinung, wobei er auf ein schwebendes Portal stieß.

    Er startete schriftliche Aufzeichnungen über das seiner Meinung nach daraus gekommene Wesen, den „Reisenden“, welcher seine Existenz in den folgenden Wochen durch Kontrolle mehrerer Surrogate, zunächst Waschbären, später Eichhörnchen oder gar Leichen aus dem Privatfriedhof hinter dem Wohnhaus, bewies. Wie diese Eduardo auf Schritt und Tritt verfolgten, immerzu beobachteten, war durchaus schaurig.

    Irgendwann forderte er den Außerirdischen zu sehr heraus, sodass dieser zu seinem Haus kam und einen Herzinfarkt bei ihm auslöste. Bereits dort, etwa nach der Hälfte des Romans erfuhr man die grobe Gestalt des Reisenden, anschließend wartete man nur noch darauf, dass Jack, seine Frau Heather und sein Sohn Toby, die das Grundstück unerwartet erbten, ebenfalls von dem Wesen heimgesucht wurden.

    Für seine Geisteskontrolle suchte sich der Reisende Toby als jüngstes Familienmitglied aus, weil dieser durch sein geringes Alter am empfänglichsten sei: Plötzlich verharrte der Junge vor einem der Gräber auf dem Privatfriedhof des Anwesens, und als Jack sich seines Wohlergehens vergewissern wollte, sprach die Wesenheit durch seinen Sohn. Er durchschaute dies sofort, war er doch bereits von seinem Anwalt auf Eduardos auffällige Todesumstände – die Schrotflinte in der Hand beim Erleiden des Herzinfarkts –, hingewiesen und vor Tieren mit einer merkwürdigen, das Hirn zum Anschwellen bringenden Krankheit gewarnt worden (in Wahrheit der Kontrolle des Außerirdischen), die der alte Mann unter Verschweigen der Hintergründe beim örtlichen Tierarzt abgeliefert hatte.

    Heather sollte zunächst nichts von den beunruhigenden Geschehnissen erfahren, ehe auch sie die Veränderungen bemerkte und die drei fortan als Familie gegen den Außerirdischen ankämpften. (SPOILER ENDE) Mir gefiel die Atmosphäre auf der Ranch enorm, das Setting war traumhaft und es hatte etwas von klassischem amerikanischem Horror des letzten Jahrhunderts (wozu das Buch noch knapp zählt).

    Das Finale wurde dem Vorangegangenen meiner Ansicht nach nicht ganz gerecht, obgleich man Koontz zugestehen muss, dass das Ende immer am schwierigsten zu schreiben ist und er es nicht versäumte, reichlich Kampfszenen zu liefern. Genau dafür scheine ich nicht der Typ zu sein, erst recht nicht bei übersinnlichen, schier unverletzbaren Gestalten. (SPOILER) Der Außerirdische war nicht das erste „Gelatinemonster“ mit Tentakeln bei Koontz (Stichwort: Phantoms), dieses hier entsprach allerdings einen ganz anderen Ansatz und besaß nicht die gleichen Fertigkeiten. (SPOILER ENDE)

    Ferner war das obgligatorische Happy End hier nicht unrealistisch herbeigeführt; wie man das Monster schlussendlich besiegen konnte, fand ich nämlich gut gelöst: (SPOILER) Toby kehrte die Gedankenkontrolle um und hielt den Reisenden in den Mauern der Ranch fest, anschließend steckten seine Eltern das Gebäude mit Unterstützung eines Schneepflugfahrers in Brand. Da seine gesamte Masse nun in Flammen stand, war das Wesen (anders als vorher) nicht mehr gegen das Feuer immun und starb langsam. (SPOILER ENDE)

    Fazit: „Wintermond“ gefiel mir sehr gut. Trotz geringfügiger Längen fanden sich immer wieder Szenen in dem Roman, die ich unglaublich gut geschrieben fand und die mich sogartig in die Handlung hineinzogen.  Das Buch verdient daher knapp fünf Sterne.

    Noch eine kleine Anmerkung: Auf Seite 126 findet sich bei „daß er damit Skeptiker damit überzeugen könnte“ eine Wortdopplung und auf Seite 134 fehlt konträr ein Wort bei „›Nein‹, sagte .“.


  23. Cover des Buches Reset (ISBN: B00RUGFXFY)
    Jens Bühler

    Reset

    (37)
    Aktuelle Rezension von: mallory66
    Ich schaue keinen Tatort, auch sonst nur selten deutsche Krimis. Die Atmosphäre ist mir meist zu ernst, zu nüchtern. Viel lieber mag ich amerikanische Krimiserien, Popcornkino im Stundenformat. So war ich auch nach den ersten Kapiteln des Romans nicht sicher, ob ich dieses Buch weiterlesen soll. Denn tatsächlich beginnt es eher wie ein Tatort, mit einem Komissar bei Polizeieinsätzen, zwei türkischen Kleinkriminellen, die scheinbar jedes Klischee erfüllen, einer Armeekommandantin, die ich auch nicht recht einzuschätzen wusste. Doch dann ging es los...

    »Die Horde kreischte, wie tausend kaputte Kreissägen. Wovor liefen die weg? Demirs Verstand blockierte. Während die Bilder durch seine Augen hindurch ins Nichts liefen, meldete sich ein urzeitlicher Instinkt. Die flohen nicht. Die jagten.«

    Ab diesem Zeitpunkt baut der Autor eine ungemeine Spannung auf, 40 Kapitel voll Flucht, Kampf, Hoffnung, Verzweiflung, Angriff und Gegenwehr, ich habe seit gestern Mittag bis gerade eben fast 500 Seiten verschlungen, nur widerwillig unterbrochen durch ein paar Stunden benötigten Schlaf. Der Autor braucht sich hinter amerikanischen Filmen oder Büchern dieser Art eindeutig nicht zu verstecken, dazu gelingt ihm eine Glaubwürdigkeit, die bei den genannten oft fehlt. Wenn die Helden aus einer scheinbar ausweglosen Situation entkommen, dann, indem sie Opfer bringen, es sterben auch die Guten und es nicht abzusehen wie die Menschheit ihrem Untergang entgehen soll. Der Autor hat extrem gut recherchiert, zumindest für mich als Laie scheint es so, und man wird mit Unmengen von militärischer und wissenschaftlicher Information gefüttert, allerdings fast immer so, dass es interessant bleibt und vor allem verständlich. 
    Der Roman war für mich eine absolute Überraschung, vor allem nach den ersten Kapiteln, die nach einem typisch deutschen Krimi aussahen. Ich kann das Buch nur empfehlen, muss allerdings eine Warnung aussprechen: Das Ende ist deutsch, nicht amerikanisch.
  24. Cover des Buches Invasion: Der Gambler I (ISBN: B074M9B37Q)
    Susanne Gavénis

    Invasion: Der Gambler I

    (11)
    Aktuelle Rezension von: Samaire
    Aliens tauchen plötzlich über der Erde auf und schnell wird klar, sie meinen es nicht gut mit der Menschheit. Nach einem verheerenden Angriff stellt die Erde eine Flotte auf, die sich auf den nächsten Angriff vorbereitet und diesen verhindern soll. Doch schnell wird klar, dass gewöhnliche Menschen nicht gegen die Aliens ankommen werden. Die Menschheit brauche die Hilfe der Gambler, Menschen mit einer genetischen Mutation, die körprlich und geistig zu völlig anderen Leistungen fähig sind. Danny Sims kommt schließlich in die Flotte, um zu helfen und stellt schnell fest, dass der Kampf, den er ausfechten muss, nicht nur gegen Aliens stattfinden wird, sondern auch gegen Vorurteile und Ablehnung.

    Ich mag ab und an mal ein gutes "Raumschiff-Buch", wenn dann auch noch der Kampf gegen Aliens ins Spiel kommt, bin ich eigentlich angetan. Ich muss aber gleich vorweg sagen, die Alienaction im ersten Band hält sich sehr zurück. Vielmehr geht es um die vielen Vorurteile, die Danny ertragen muss. Das ist teilweise harter Tobak und in Zeiten wie diesen ein wichtiger Anteil an der Geschichte.

    Dennoch hatte ich mir ein bisschen mehr Action erwartet. Der wird zweifelsohne in Band zwei kommen und so empfehle ich Band 1 erst mal weiter und hoffe, dass der Kampf dann in Band zwei so richtig loslegt.

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