Bücher mit dem Tag "irak"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "irak" gekennzeichnet haben.

75 Bücher

  1. Cover des Buches In ewiger Schuld (ISBN: 9783442484669)
    Harlan Coben

    In ewiger Schuld

    (221)
    Aktuelle Rezension von: Buchspinat

    Zum Inhalt:

    Vor drei Monaten hat Maya – ehemalige Militärangehörige – ihre Schwester bei einem Raubmord verloren, nun wurde ihr Ehemann Joe in ihrem Beisein im Park erschossen. Kurz nach der Beerdigung entdeckt Maya ihren Mann auf der Nannycam. Dabei hat sie ihn doch gerade begraben? Ist er überhaupt nicht tot? Maya beginnt zu recherchieren und kommt einem dramatischen Familiengeheimnis auf die Spur….

    Meine Meinung:

    Maya ist tough. Eine Waffennärrin. Und mit Leib und Seele Militärangehörige gewesen. Das vermisst sie sehr.
    Als sie auf der Nannycam jemanden entdeckt, der ihrem Mann Joe wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, glaubt ihre Familie, dass sie Wahnvorstellungen entwickelt. Doch Maya weiß, was sie gesehen hat und fängt selbst an zu ermitteln.

    Maya ist eine Frau, die jede Menge Mut hat und nicht aufgibt, egal wie verfahren die Situation zu sein scheint. Und sie hat gute Freunde, die ihr immer zur Seite stehen und keine Fragen stellen, sondern einfach da sind. Dennoch bleibt sie für den Leser sehr unnahbar und zurückhaltend. Immer auf der Hut und wachsam. In jedem Moment.

    Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und man kann das Buch unmöglich aus der Hand legen. Es geht plötzlich nicht mehr nur um Joe und um Mayas Schwester, auch der tödliche Unfall von Joes Bruder wirft plötzlich Fragen bei Maya auf.

    Maya entdeckt ein korruptes Netz aus den dubiosen Machenschaften der Familie ihres Mannes und gerät selbst in tödliche Gefahr. Auch ihre eigene Vergangenheit, die von einem Whistleblower seinerzeit veröffentlich wurde und Maya ihren Job gekostet hat, spielt eine Rolle.

    Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und hat mich häufig überrascht. Einige der Wendungen habe ich absolut nicht kommen sehen.

    Das Ende fand ich überraschend und tragisch, aber dennoch gut gelöst.

    Für Freunde spannender Unterhaltung auf jeden Fall eine gute Geschichte.

    Der Roman ist (mit einigen Änderungen in der Handlung) derzeit auch als Kurzserie auf Netflix abrufbar.

    Meine Rezension findet Ihr auch auf www.buchspinat.de

  2. Cover des Buches Opfer 2117 (ISBN: 9783423219648)
    Jussi Adler-Olsen

    Opfer 2117

    (234)
    Aktuelle Rezension von: Selfsoul

    In diesem Band der Reihe steht dieses Mal Assad im Mittelpunkt. 

    Im Laufe des Buchs erfährt man mehr über seine Vergangenheit und Geschichte. Insbesondere, dass er eine Familie hat. Seine Frau und beiden Töchter wurden aus Rache an ihm entführt. 

    Als plötzlich ein Foto von seiner Frau und einer seiner Töchter in der Zeitung zu sehen ist, wird ihm klar: sie leben und es muss Rache geben. 

    Sehr spannend! Rose kehrt zum Team zurück. 

    Der zweite Fall ist etwas too much, deshalb einen Stern Abzug. 

  3. Cover des Buches Creepers (ISBN: 9783426509739)
    David Morrell

    Creepers

    (532)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    3,5 Sterne

    Ein altes Luxushotel, das seit 30 Jahren leer steht. Fünf Menschen dringen in das Gebäude ein auf der Suche nach Abenteuer. Es gibt geheime Gänge, die erforscht werden wollen. Doch aus dem Spaß wird bald bitterer Ernst…

    Die erste Hälfte des Buches hat mir am besten gefallen. Ich mochte das Geheimnisvolle an der Geschichte, die Schrecken der Dunkelheit, das Rätsel um den früheren Besitzer…

    Irgendwann hat mich die Geschichte dann aber ein wenig verloren. Es wurde ein bisschen zu seltsam, zu übertrieben, trotzdem aber immer noch interessant und unterhaltsam.

    06.03.2025

  4. Cover des Buches TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern ... (ISBN: 9783423218450)
    Jussi Adler-Olsen

    TAKEOVER. Und sie dankte den Göttern ...

    (113)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Das Original dieses Romans, der vor der Erfindung von Carl Mørck geschrieben wurde, erschien 2008 unter dem Titel „Og hun taggede guderne“, was übersetzt „Und sie dankte den Göttern“ und damit dem deutschen Untertitel entspricht. Dieses „Original“ scheint jedoch eine überarbeitete (?) Version der 2003 erschienenen Urfassung „Firmaknuseren“ („Firmenzerstörer“) zu sein. So jedenfalls deute ich die etwas rätselhaften Angaben zur Veröffentlichungsgeschichte im Buchinneren. Die Protagonisten der Geschichte sind der Geschäftsmann Peter de Boer, Gründer und Chef der Firma Christie N.V., spezialisiert darauf, erfolgreiche Unternehmen im Auftrag der Konkurrenz zu zerstören, und seine frisch eingestellte Trainee Marlene „Nicky“ Landsaat, die aus prekären Verhältnissen kommt, aber extrem ehrgeizig ist.

    Bereits zu Beginn ein seltsamer Widerspruch: da kommt Peter de Boer zu einem Meeting eine Stunde zu spät und niemand sagt dazu ein Wort und nur einer wagt es, ihn anzusehen, obwohl doch ausweislich der Zeilen kurz vorher, weil sich alle lange kennen, „ein entsprechend legerer Umgangston“ herrscht.(dtv Tb, 3. Aufl. 2020, S. 20)

    Leider ziehen sich diese logischen Fehler durch den gesamten Roman. Sie werden nur übertroffen von der Realitätsferne der Handlung. Besonders krass habe ich das erstmals empfunden bei der Einstellung von Nicky bei Christie, was, man muss es so hart sagen, nur der Auftakt zu einer Art Stakkato an Realitätsverweigerung war. Selbst wenn man bei einem Thriller keine allzu hohen Maßstäbe an Logik und Realitätsnähe anlegt, ist dieser Roman schwer zu ertragen, es sei denn, man ist Fantasy-Fan. Aber das ist eigentlich eine andere Literaturgattung. In der Gattung Fantasy ist es wahrscheinlich völlig normal, dass ein Mann seine Mutter nach 10 Jahren erstmals wieder besucht und dabei im Keller stante pede das Familiengeheimnis entdeckt. Alle diese Fauxpas aufzuzählen ist fast eine Lebensaufgabe, denn es folgt einer auf den anderen. Da fällt es schon fast nicht mehr, dass der Leiter der Finanzabteilung, Hans Blok (ebd., S. 26), binnen knapp 200 Seiten zum Vertriebschef (ebd., S. 191) und später wieder zurück mutiert. Ächz!!

    Insofern muss man den Gestaltern des Umschlags einen großartigen Sinn für Humor attestieren, die sich nicht scheuten, darauf die Worte „Ein beängstigend realistisches Schreckensszenario“ zu drucken, denn das in dem Buch enthaltene Szenario ist ungefähr so realistisch wie die bevorstehende Übernahme der Weltherrschaft durch die Reptiloiden. Will sagen: man kann der Story beliebig viele Eigenschaften zuerkennen, aber eine in keinem Fall: realistisch zu sein!

    Ich hätte die Lektüre der Romane des Autors mit dem letzten Teil der Carl Mørck Reihe beenden sollen. Diesen letzten mir noch unbekannten Roman Adler-Olsens auch noch zu lesen, war ein Fehler. Er ist schlicht schlecht! Ein Stern.

  5. Cover des Buches Making Faces (ISBN: 9783736312814)
    Amy Harmon

    Making Faces

    (332)
    Aktuelle Rezension von: Maura99

    "Es ist schwer zu akzeptieren, dass man niemals so geliebt werden wird, wie man geliebt werden möchte." - S.89

    Zwei Menschen so gebrochen, aber sie gehören zusammen.
    Fern ist eine fürsorgliche junge Frau. Liebevoll, sanft aber auch ehrlich und direkt, dazu auch sehr selbstlos.
    Ambrose ist ein gebrochener Mann. Voll von Trauer und einem inneren Kampf. Trotz des schroffen äußeren ist er sehr verständnisvoll, ehrlich und sanft.
    Zu den beiden gesellt sich Bailey und damit das fehlende Glied. Alle drei tragen ihre Bürden und Gewissensbisse.
    Es ging ums finden und gefunden werden. es war eine Höhle emotionale tiefe und viele schwere Themen, die man schön aufgezeigt hat. Es hat mich tief berührt, wie sich alle ins Leben Zurückkämpfen, sich trauen zu leben und Dinge überwindet. Umso mehr habe ich gegen Ende geweint und die kleine Poesie geliebt.
    Klare Empfehlung meinerseits, vor allem wenn ihr Protagonisten liebt die sich gegenseitig heilen.

  6. Cover des Buches Wer den Wind sät (ISBN: 9783406817984)
    Michael Lüders

    Wer den Wind sät

    (45)
    Aktuelle Rezension von: Holden

    Michael Lüders beschreibt, was die amerikanische Außenpolitik (häufig durch die CIA und unter Unterstützung bestimmter Think tanks und Journalisten) im Nahen Osten angerichtet hat. Und dem ja auch häufig folgend leider die Europäische Union und die deutsche Regierung. Oft hat man die ausgestreckte Hand zur Kompromissfindung ausgeschlagen, frühzeitig die Welt in "gut" und "böse" unterteilt und sich pragmatschen  Lösungen verschlossen, oft auf kosten von Zehntausenden Menschenleben. Teilweise wurde eine erfolgreiche Friedensstiftung durch die USA untergraben, auch in Fällen wie der Hamas oder Irans, was daran liegt, daß die USA ein Interesse an dem dauerhaften Krieg haben, in dem wir uns gegenwärtig befinden, man einseitig auf wirtschaftliche Vorteile der US-Wirtschaft setzt (Big Oil und die Motivation zu George W. Bushs völkerrechtswidrigem Angriffskrieg gegen den Irak) oder indem man zu einseitig auf Israel im Nahen Osten schaut. Natürlich fragt man sich, was die gewählten deutschen Politiker zu dem Ganzen gesagt haben, man möchte Namen und konkrete Aussagen wissen, genauso wie das, was gewisse Medien geschrieben haben. Idles singen in "War" von den "stone-faced liars", Brody Dalle trug ein "The CIA"- T-Shirt auf der Bühne (natürlich als Kritik), beides mit Recht. Ein aufwühlendes Buch, zur Pflichtlektüre empfohlen.

  7. Cover des Buches Die Zeit der Ruhelosen (ISBN: 9783548290546)
    Karine Tuil

    Die Zeit der Ruhelosen

    (60)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Als ich den Klappentext dieses Buches zum ersten Mal gelesen hatte, habe ich mir mehr erhofft, denn mich erwartete ein Buch, das viel spannender und interessanter hätte sein können.

    "Die Zeit der Ruhelosen" spricht mehrere wichtige Themen an unter anderem Rassismus, Antisemitismus, Kriegstraumata, Macht und Verrat sowie weitere Themen, die nicht gegenwärtiger sein könnten. Allerdings sind diese Themen viel zu umfangreich, um sie in einem gerade mal 512-seitigen-Buch alle abzuhandeln. Die Themen konnten dadurch teilweise nur oberflächlich angerissen werden. Dies hatte zur Folge, dass mein Interesse an dem Buch schrumpfte. Außerdem ergaben sich vor allem beim Einlesen Verständnisprobleme, indem die Autorin sich des Öfteren der Fachsprache bediente. Somit verlor das Buch für mich auch an Spannung.

    Das einzige Positive ist, dass die Autorin aus einer allwissenden Perspektive die Geschichte erzählt. Daher konnten die Beziehungen zwischen den Charakteren wesentlich besser begriffen werden.

    Letztendlich würde ich das Buch nicht weiterempfehlen.

  8. Cover des Buches Die Attentäter (ISBN: 9783789104565)
    Antonia Michaelis

    Die Attentäter

    (109)
    Aktuelle Rezension von: BookLooker

    Das Jugendbuch handelt von den drei jungen Erwachsenen Margarete, Alain und Cliff, die sehr gut befreundet sind. Doch Cliff scheint nirgendwo hineinzupassen. Er schließt sich verschiedenen radikalen Gruppierungen an, bis er schließlich zum radikalen Islamisten wird. Doch seine Freunde geben die Hoffnung nicht auf, dass er sich nach einem Jahr Ausland geändert hat, bis etwas Schreckliches passiert.

    Das Cover ist sehr gut gestaltet und die Thematik ist sehr aktuell. Trotzdem ist es nicht das einzigste Buch, dass den Terrorismus aufgreift.

    Die ersten paar Seiten der Lektüre haben mich sofort in den Bann gezogen, doch etwa in der Hälfte stand mehr die Beziehung der drei Jugendlichen zueinander, als Cliff selber im Vordergrund. Dadurch ergaben sich lange, sich ziehende Beschreibungen, die den Lesefluss gehindert hatten.
    Obwohl dies ja ein negativer Aspekt ist, hat dieser doch etwas positives, denn sowas hatte ich in der Form noch nicht gelesen. Auch anzumerken ist der außergewöhnliche Schreibstil der Autorin. Man muss sich zuerst daran gewöhnen, doch diesen fande ich sehr positiv.

    Insgesamt ist das Buch von der Autorin ganz gut umgesetzt. Ich würde es nicht noch einmal lesen, bereue es aber nicht es gelesen zu haben.

  9. Cover des Buches Die Akte Rosenthal – Teil 1 (ISBN: 9783492309639)
    Hanni Münzer

    Die Akte Rosenthal – Teil 1

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Neuneuneugierig
    Auch wenn man Seelenfischer nicht gelesen hat, findet man schnell in die Story hinein. Doch würde ich empfehlen, damit nicht zuviel schon vorher bekannt ist, tatsächlich mit Seelenfischer zu starten. 

    Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und damit der Inhalt gut zuverstehen. Wer Verschwörungstheorien liebt, hat noch einen Grund mehr, sich dieser Reihe anzunehmen. Der Liebe, Freundschaft und Feindschaft  wird viel Raum gegeben und auch wenn das ein oder andere zu erwarten ist, so gibt es eben auch die ein oder andere Überraschung. Mein besonderes Highlight Jusus Brief an seine (beiden) Maria, sehr schön geschrieben!
  10. Cover des Buches Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat' (ISBN: 9783328100836)
    Jürgen Todenhöfer

    Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

    (103)
    Aktuelle Rezension von: Frank_Schitty

    Habe das Buch aus Interesse am Islamischen Staat gekauft. Habe zuvor einen Bericht darüber im Internet gesehen.

    Ich war von der Berichterstattung von Anfang an mitgerissen. 

    Man konnte tiefe Einblicke in den Islamischen Staat erhalten, von der Ideologie und von den Menschen die dort leben.

    Es war sehr aufschlussreich und man erfährt Dinge die so nirgends gebracht werden.

  11. Cover des Buches Die große Heuchelei (ISBN: 9783548062327)
    Jürgen Todenhöfer

    Die große Heuchelei

    (46)
    Aktuelle Rezension von: mabuerele

    „...Der Untergang einer Zivilisation beginnt an dem Tag, an dem ihre Werte in der Welt nicht mehr respektiert werden. Und an dem die Mehrheit ihrer Bevölkerung nicht mehr bereit ist, für sie Opfer zu bringen...“


    Der Autor setzt sich in 21 Kapiteln damit auseinander, was die Außenpolitik der westlichen Staaten wirklich antreibt. Dazu begibt er sich an die Stellen von Krieg und Vertreibung und beschreibt sein Erleben. Er denkt Heuchelei und Widersprüche auf.

    Der Schriftstil des Buches lässt sich gut lesen. Allerdings neigt der Autor zum Dozieren. Das wirkt ab und an etwas belehrend.

    Das Buch mit einem Besuch von Mossul. Das Erleben von Krieg und Tod nutzt er, um moralische Werte des Westens zu hinterfragen. Dann führt ihn der Weg nach Gaza. Er listet die Kriegstoten, insbesondere die Zahl der Zivilisten auf beiden Seiten auf.

    Die besonderen Stärken des Autors liegen in der historischen Analyse, die als nächstes Kapitel folgt. Sehr genau geht er auf die Erfolge im Nahen und Mittleren Osten in der Vergangenheit ein. Das geschieht sachlich und fundiert. So zählt er folgende Leistungen auf.


    „...In der Medizin beschrieb sie erstmals den kleinen Blutkreislauf korrekt und erkannte die Versorgung des Herzens durch Koronargefäße. In Mathematik verdanken wir ihr die Einführung der Dezimalzahlen...“


    Außerdem vergleicht er Islam und Christentum anhand von Auszügen aus Koran und Bibel. Für den Niedergang der islamischen Kultur nennt er zwei mögliche Ursachen.

    Jemen, Irak und Syrien sind weitere Themen. Kritisch beleuchtet wird vor allem die Politik Amerikas.

    Viel Raum nimmt das Thema Terrorismus ein. Auch hier weist er darauf hin, dass diese Methode Jahrhunderte alt ist und belegt das mit Beispielen. Den folgenden Satz sollte man sich gut durch den Kopf gehen lassen:


    „...Der Terrorismus des Mittleren Ostens ist die illegitime Antwort auf die illegitimen Kriege des Westens...“


    Die Rolle des Journalismus ist ebenfalls ein Thema des Buches.

    Fotografien ergänzen die Ausführungen. Anmerkungen und ein Sach- und Wortregister schließen das Buch ab.

    Als Leser muss ich nicht an jeder Stelle der gleichen Meinung sein wie der Autor. Das Buch aber zwingt zum Überdenken der eigenen Position und bringt aktuelle Probleme unserer Zeit gekonnt auf den Punkt.

  12. Cover des Buches Am Himmel die Flüsse (ISBN: 9783446280083)
    Elif Shafak

    Am Himmel die Flüsse

    (151)
    Aktuelle Rezension von: Gundolf

    Elif Shafak führt Handlungsstränge aus verschiedenen Zeiten zusammen. Das beginnt in der mesopotamischen Antike, führt aber hauptsächlich ins 19. Jahrhundert und in die Jetztzeit, Durch Keilschrift und das Zeichen für Wasser, Begebenheiten im Zweistromland und die Geschichte der Jesiden ist alles miteinander verbunden.

    Im 19. Jahrhundert wird die Geschichte des Assyriologen George Smith in vielen Details nachgezeichnet, der die Keilschrift entzifferte. Im Buch heißt er allerdings Arthur Smyth und weist auch ein paar fiktionale Züge auf. Mit ihm beginnt der Erzählstrang über die Jesiden, die der breiten Öffentlichkeit wohl erst durch die Massaker des Islamischen Staates (IS, ISIS, Daesch) an ihnen bekannt wurden. Über den Glauben und die Geschichte der Jesiden erfahren Leser*innen dabei sehr viel.

    Shafak erzählt Smyths Geburt und Jugend in bitterer Armut am Ufer der Thames ebenso wie sein Aufstieg im Britischen Museum und seine Reisen nach Mesopotamien, wo er die Jesiden besser kennenlernt und sich in eine mehr oder weniger schamanische Frau verliebt, allerdings ohne dass es jemals zu einer Erfühllung dieser (beidseitig empfundenen) Liebe kommt.

    Die Jetztzeit führt ebenfalls und gleichzeitig ins heutige London zu einer Frau mit mesopotamischen Wurzeln, die aus ihrer Ehe und dem bisherigen Leben ausbricht und ein Wohnboot auf der Thames mietet (ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt), und zu den Jesiden und den beginnenden IS-Massakern. Das ganze Buch ist einerseits wunderschön und mit seinen Liebesgeschichten "bittersüß", andererseits furchtbar tragisch und traurig, und die Schilderungen mancher Ereignisse sind ehrlich gesagt fast nicht zu ertragen. Aber sie sind bzw. waren – leider – Realität!

    There are Rivers in the Sky ist ein wunderschönes und wichtiges Buch der türkisch-britischen Autorin. Sie hat es, wie alle späteren Werke, auf Englisch geschrieben. Und auch ich habe es im englischen Original gelesen, das eine wunderbare, flüssige und poetische Sprache hat. Zur deutschen Übersetzung kann ich aus diesem Grund nichts sagen, weil ich sie nicht kenne.

    Für mich ist dieses Buch ein wertvoller Beitrag zur Weltliteratur. Absolut empfehlenswert. Und eine kleine Warnung: Empfindsame Leser*innen sollten sich einen Packen Taschenbücher bereitlegen …

  13. Cover des Buches Mission Vendetta (ISBN: 9783442380909)
    Will Jordan

    Mission Vendetta

    (17)
    Aktuelle Rezension von: wanderer-of-words

    Das Buch bietet geradlinige Action und eine spannende Story, bei der sich der Autor nicht in Nebensächlichkeiten oder umfangreichen technischen Details verliert. Sprachlich ist das Ganze zwar nicht sehr ausgefeilt, liest sich aber enorm flüssig mit einer sich nach und nach entwickelnden Handlung die mehr bietet als nur aneinandergereihte Action-Szenen. Wie üblich beim Genre stecken die Protagonisten dabei einiges weg, bei Will Jordans Buch hält sich das aber bis auf einzelne Szenen in Grenzen. 

    Fazit
    Die ganz großen Überraschungen gibt es zwar nicht, das Buch hat mich aber durchgängig richtig gut unterhalten. Es gibt noch acht weitere Bände, für Nachschub ist gesorgt.


  14. Cover des Buches Ohrfeige (ISBN: 9783442714902)
    Abbas Khider

    Ohrfeige

    (90)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Von Abbas Khider kenne ich den Roman „Der Erinnerungsfälscher“, der mir sehr gut gefallen hat. Und der Roman „Ohrfeige“ kann durchaus mit diesem Werk mithalten und als eine Art Ergänzung dazu gelesen werden, allerdings ist der Erzählton etwas drastischer und deutlich schonungsloser, darauf muss man im Vorfeld gefasst sein. Und anders als in dem Roman „Der Erinnerungsfälscher“ geht es weniger um die Erinnerungen eines irakischen Flüchtlings an sein Heimatland, sondern mehr um die Beschreibung der schweren Anfangszeit in der neuen Heimat. Die Handlung spielt um die Jahrtausendwende herum.

    Karim Mensy ist die Hauptfigur in diesem Roman und durch ihn erhalten wir als Leser einen Einblick in die „Parallelgesellschaft“. Er informiert uns darüber, wie man einen Schlepper oder Schwarzarbeit findet, wie die Heiratsvermittlung in der Fremde abläuft oder wie man Geld in ein instabiles Land wie dem Irak transferiert. Er beschreibt eindringlich, was für Polizeischikanen er erlebt hat und welchen immer gleichen Vorurteilen er als irakischer Flüchtling in Gesprächen mit Einheimischen begegnet ist. Mit schonungsloser Offenheit berichtet uns Karim, dass er immer wieder auf Leute trifft, die aus der Not eines Flüchtlings Profit schlagen. Und wir leiden mit ihm mit, als er durch den Widerruf seines Asylantrags einen Schock erlebt. Er fühlt sich ohnmächtig, als ihm die Aufenthaltserlaubnis entzogen wird, er weiß nicht, was er tun soll, und als Leser empfindet man Mitgefühl. Mit sehr viel Ehrlichkeit beschreibt Karim darüber hinaus im Rückblick, wie er in Deutschland ankommt, verhaftet wird, eine erniedrigende Behandlung über sich ergehen lassen muss und wie sich sein Leben im Asylheim gestaltet, wo er keiner sinnvollen Beschäftigung nachgehen kann, wo er von Mitbewohnern eine Anleitung dafür erhält, wie man richtig Asyl beantragt, und wo er mit Kriminalität, Prostitution sowie mit anderen menschlichen Abgründen in Berührung kommt. Wir erfahren auch, warum Karim sein Heimatland verlassen hat und verstehen auf diese Weise, wie intolerant die Gesellschaft war, in der Karim zuvor lebte. Der Autor macht am Beispiel von Karim gut nachvollziehbar deutlich, welcher psychische Druck auf Flüchtlingen lastet, weil sie sich bürokratisch schwer verständlichen Verfahren zur Asylbeantragung ausgeliefert fühlen. Folge davon ist ein konfliktreicher Alltag im Asylheim. Der Umgangston in dieser Umgebung ist barsch und direkt. Erschwerend kommt hinzu, dass Karim außer zu einigen wenigen Mitarbeitern der Caritas keinen Kontakt zu Einheimischen pflegen kann, was das Erlernen der fremden Sprache enorm erschwert. Dennoch kämpft er sich durch, lässt sich trotz aller widrigen Umstände nicht unterkriegen. Er nimmt einen Integrationsjob als Müllsortierer an, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und wohnt, weil er keine eigene Mietwohnung findet, in einem Obdachlosenheim, als er vorübergehend Asyl und eine Aufenthaltsgenehmigung erhält. Auch die Auswirkungen der Ereignisse des 11. September 2001 auf sein persönliches Leben schildert Karim. Plötzlich wird er argwöhnisch beäugt und fühlt sich unter Generalverdacht, sogar ein Verhör muss er über sich ergehen lassen. Dabei wird auch einmal eine andere Sichtweise auf den Irakkrieg deutlich, und zwar die Sicht von jemandem, der Familie in Bagdad hat. Mit Betroffenheit liest man Passagen, in denen Karim von einem Freund berichtet, der aufgrund der politischen Ereignisse durchdreht, Wahnvorstellungen entwickelt und in die Psychiatrie eingewiesen wird. Stellenweise erzählt Karim auch von skurrilen Figuren und Begebenheiten, dann wird der Erzählton auch einmal ironisch und bissig-humorvoll, sonst empfand ich ihn meist als sehr eindringlich.

    Die Gefühle Wut und Verzweiflung sind bei Karim allgegenwärtig, was auch die Rahmenhandlung erklärt. So gibt sich Karim der Gewaltfantasie hin, sich an einer Sachbearbeiterin zu rächen, die ihm stets ohne Verständnis begegnet ist. Das fand ich ehrlich gesagt schon grenzwertig in der Darstellung, es verleiht den Emotionen von Karim aber auch eine gewisse Drastik. Auch hätte ich mir etwas mehr Differenziertheit bei der Darstellung der Aufnahmegesellschaft gewünscht, v.a. was die deutsche Polizei betrifft. Was ich aber an diesem Werk schätze ist die schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit, es wird nichts schön geredet. Wohl kaum jemand traut sich so offen über den Alltag in einem Asylheim zu sprechen wie Karim. Und wie schon bei dem Roman „Der Erinnerungsfälscher“, wo die Hauptfigur Said im Mittelpunkt stand, kann das Schicksal von Karim ebenfalls exemplarisch für das anderer Flüchtling in Deutschland stehen. Das macht auch diesen Roman für mich so interessant. Man erhält einen Einblick in die Lebenswelt und in die Erfahrungen eines Flüchtlings aus dem Irak, und das aus der Feder eines Autors, der ebenfalls eine Fluchtgeschichte erlebt hat. Einige biographische Überschneidungen zwischen der fiktiven Figur Karim und Abbas Khider gibt es nämlich (wie schon bei „Der Erinnerungsfälscher“). Und hier stellt sich schon die Frage, wie autobiographisch geprägt auch das Buch „Ohrfeige“ eigentlich ist. Das kann nur der Autor beantworten. Auf jeden Fall leistet der Roman einen Beitrag dazu, Empathie gegenüber Flüchtlingen entwickeln und beibehalten zu können.

     

    Fazit: Ich wiederhole das, was ich schon bei „Der Erinnerungsfälscher“ geschrieben habe. Ein Roman, der dem Leser/ der Leserin einen interessanten Einblick in die Biographie und in die Gefühls- sowie Erlebniswelt eines irakischen Flüchtlings gibt, der zum Nachdenken anregen kann und der einen Beitrag dazu leistet, Empathie gegenüber Flüchtlingen zu entwickeln bzw. beizubehalten. Vom Erzählton deutlich drastischer als „Der Erinnerungsfälscher“.

  15. Cover des Buches Vierundsiebzig (ISBN: 9783499012099)
    Ronya Othmann

    Vierundsiebzig

    (16)
    Aktuelle Rezension von: LeserinLu

    Vierundsiebzig war für mich ein sehr dichtes und zugleich schwer auszuhaltendes Buch - im positiven Sinne. Obwohl das Buch offiziell als Roman bezeichnet wird, kam es mir immer wieder wie ein Sachbuch vor, das eine Vielzahl an Stimmen, Eindrücken und historischen Linien miteinander zu verbinden versucht. Othmann reist immer wieder in die jesidischen Gebiete, besucht Camps, Gedenkorte und Dörfer und spricht mit Menschen, die den Angriffen des IS knapp entkommen sind. Die Autorin schreibt dabei klar und präzise, fast nüchtern, was mir gut gefallen hat.


    Gleichzeitig ist Vierundsiebzig kein reines Buch über die jüngere Vergangenheit. Es geht auch um die lange Geschichte der Verfolgung der Jesiden, den Genozid an den Armeniern, die Verbrechen des Saddam-Regimes oder die Unterdrückung der Kurden. Diese Fülle an Themen hat mich durchaus überfordert und beansprucht. Vierundsiebzig ist also insgesamt kein leichtes Buch, weder thematisch noch von seiner Form her, aber es ist ein wichtiges Buch über Erinnerung und Verantwortung. Für mich war es sehr anspruchsvoll und absolut lesenswert. Mehr Menschen sollten sich insbesondere mit der Geschichte der Jesiden auseinandersetzen, z.B. mit diesem Buch.

  16. Cover des Buches Auf den Feldern der Ehre (ISBN: 9783492264020)
    Jon Krakauer

    Auf den Feldern der Ehre

    (10)
    Aktuelle Rezension von: Tim_Tichatzki
    Das Buch lag lange ungelesen in meinem Schrank, weil ich keine Lust hatte, schon wieder ein Buch über den Krieg zu lesen. Dann habe ich mit Begeisterung den Film „Into The wild“ gesehen, und festgestellt, dass er auf einer Buchvorlage von Jon Krakauer basiert. Ich habe dieses Buch also nur deshalb wieder aus dem Schrank geholt, weil es von Jon Krakauer geschrieben wurde. Ich folge halt gerne Autoren. Und ich wurde nicht enttäuscht. Sehr geschickt verbindet Krakauer die Biografie von Pat Tillmann mit der geschichtlichen Entwicklung, die zum Afganistankrieg geführt hat. Es ist wirklich gut, wie leicht er unterschiedliche Erzälstränge, Perspektiven und Zeitsprünge miteinander verbindet - etwas, dass mich sonst beim Lesen gerne stört. Aber Jon Krakauer schafft es, dieses Stilmittel mit Bravour zu verwenden. Viele Hintergrundinformationen über das Militär, die Taliban und American Football machen das Buch zu einer sehr interessanten Lektüre. Und man stellt als Leser wieder einmal fest, dass es keinen sauberen Krieg gibt. Es ist immer schmutzig. Es wird gelogen und betrogen, und selbst die hochgerüstetste Macht der Welt ist nicht vor menschlichem Versagen gefeit. Krieg ist Scheisse!
  17. Cover des Buches Der Weg nach Oxiana (ISBN: 9783847720386)
    Robert Byron

    Der Weg nach Oxiana

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Liisa
    Bruce Chatwin bezeichnet Robert Byrons "Der Weg nach Oxiana" als Meisterwerk der Reiseliteratur und hat das Buch selber vier Jahrzehnte auf seinen Reisen mit sich geführt, bis es ganz zerlesen und zerfleddert war. Und wirklich, "Der Weg nach Oxiana" ist ansprechende Reiseliteratur. Ein Buch, das den Leser in fremde Welten entführt, die von Byron so detailreich beschrieben werden, dass man meint, sie tatsächlich vor sich zu sehen. Am liebsten möchte man das Buch nehmen und auf seinen Spuren und anhand seiner Texte, diese Reise nachvollziehen, wobei das unter den heutigen Umständen wohl unmöglich sein dürfte. Zugleich beschreibt Byron hier eine Welt und Form des Reisens, die heute so wohl nicht bzw. kaum noch anzutreffen sind. Der Charakter Robert Byron muss ein im wahrsten Sinne "eigenartiger" gewesen sein. Manche Beschreibungen zeugen von großer Beobachtungsgabe und Einfühlsamkeit in Menschen und Situationen, andere habe ich eher negativ empfunden, weil darin rassistische Muster anklingen, z.B. wenn er schreibt "Christopher (sein Reisegefährte) unternahm mit mir eine Runde durch die dritte Klasse. Wären dort Tiere untergebracht gewesen, hätte ein aufrechter Engländer den Tierschutzverein informiert. Aber die Überfahrt ist billig, und da es Juden sind, könnten sie bekanntlich alle mehr bezahlen, wenn sie wollten." Bedenkt man dann noch, dass er das am 4. September 1933 schrieb, stößt das schon unangenehm auf. Zum Glück gibt es nicht allzu viele Äußerungen dieser Art und wenn, sind sie auch nicht ausschließlich auf Juden beschränkt. Insgesamt scheint mir Byron von der inneren Einstellung her noch mit der typischen Haltung eines weißen Europäers mit entsprechenden arroganten Attitüden unterwegs gewesen zu sein, was damals wohl nicht unüblich war. Insgesamt jedoch sind die Personen die im Buch auftauchen eher Statisten, die entweder nur kurz und sachlich erwähnt werden oder über die er sich lustig macht, indem er z.B. absurde Dialoge mit ihnen zitiert. Viel wichtiger sind für ihn die bereisten Länder selbst und dort im besonderen die Architektur, Geschichte und Kunst. Für den Anblick bedeutender Gebäude oder dem, was davon übrig ist, brennt sein Herz, dafür nimmt er Strapazen auf sich und die beschreibt er glänzend. "Der Weg nach Oxiana" von Robert Byron ist in der Anderen Bibliothek erschienen und wurde mit einer Reihe von eingehefteten Landkarten sowie alten Fotos beschriebener Bauwerke ausgestattet. Wer etwas für das Reisen und Reiseberichte übrig hat, der kann getrost zugreifen. Eines ist jedenfalls sicher: es ist ein Buch, das man nicht nur einmal lesen kann, im Gegenteil es ist ein Buch, das immer wieder zur Hand genommen werden will um in Teilen oder ganz erneut gelesen zu werden. Anders kann man die vielen Informationen nur schwerlich erfassen und verarbeiten.
  18. Cover des Buches Babel (ISBN: 9783446261655)
    Kenah Cusanit

    Babel

    (22)
    Aktuelle Rezension von: Hellena92

    1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarmentzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.

    Mein Fazit:

    Verschachtelte Sätze, philosophische Gedanken - all das mag ich eigentlich, aber der Autor kommt nicht zum Punkt und so habe ich abgebrochen, da mir der Sinn hinter allem fehlte 

  19. Cover des Buches Mayada - Tochter des Irak (ISBN: 9783898978323)
    Jean P. Sasson

    Mayada - Tochter des Irak

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Joxanna

    Das Buch handelt von Mayada und den Schattenfrauen in der Zelle 52 im Gefängnis in Bagdad. Mayada entstammt einer reichen und angesehenen Familie. Wie auch die meisten anderen Schattenfrauen wurde sie unschuldig verhaftet und ins Gefängnis gesteckt.

    Mayada hörte schon vor ihrer Zeit im Gefängnis von den brutalen Foltermethoden. In der Haft bekam sie die abscheulichen Taten aus erster oder zweiter Hand direkt mit. Gefangene haben keine Rechte und die Angehörigen wissen oftmals nicht, wo ihre Angehörigen überhaupt sind.

    Das Buch ist nichts für schwache Nerven, da die Methoden und Umstände äußerst detailreich beschrieben sind.
    Nach diesem Buch ist man wieder dankbar in einem anderen Land und zu einer anderen Zeit zu leben.
    Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Mit dem ständigen Hintergedanken, dass es eine wahre Begebenheit ist, ist dieses Buch absolut spannend, mitreißend, schockierend und traurig. 

  20. Cover des Buches Lost Souls - Bis du mich rettest (ISBN: B07LG82113)
    Vinya Moore

    Lost Souls - Bis du mich rettest

    (14)
    Aktuelle Rezension von: peedee
    Jordan Hoxton hatte definitiv keine einfache Kindheit und Jugend: wechselnde Heimaufenthalte, fehlender Schulabschluss, Drogen. Mit 21 Jahren meldet sie sich für die Army: sie will Sanitäterin werden und in den Krieg ziehen. Dane Crossword ist der leitende Arzt und hatte als Chirurg schon mehrere Auslandseinsätze. Er weiss, was Kriegseinsätze aus einem Menschen machen können. Er fühlt sich gleich von Jordan angezogen und will unbedingt verhindern, dass sie in den Krieg zieht…

    Erster Eindruck: Der Steg vor einer grossartigen Naturkulisse, darüber die Erkennungsmarke der Armee, eine schöne Farbwahl und Gestaltung – das Cover gefällt mir sehr gut.

    Die Geschichte wird abwechslungsweise aus Sicht von Dane und Jordan erzählt; ich finde dies sehr gelungen, es wirkt lebendig.
    Jordan scheint ein ziemliches Wrack zu sein; sie hat in ihren jungen Jahren schon mehr erlebt, wofür andere zwei oder drei Leben bräuchten. Sie hat sich aufgegeben; sie ist verloren und es gibt niemanden, der sie rettet. Jetzt will sie die Turbo-Ausbildung als Sanitäterin machen und in den Krieg ziehen. Vielleicht kann sie dort ein Leben retten, auch wenn sie ihres dadurch vielleicht verliert.
    Dane hat in der Armee schon einiges erlebt; es war ihm wichtig, Karriere zu machen. Aber dann hat ein Ereignis alles verändert. Alle Freude ist aus seinem Leben verschwunden, bis er Jordan zum Ausbildungsbeginn begegnet. Sie rührt etwas in seinem Innersten – er kann es gar nicht benennen. Aber er weiss, dass er sie nicht als „Kanonenfutter“ (so werden diese Sanitäter mit der rudimentären Ausbildung nämlich genannt) in den Irak ziehen lassen kann. Aber Jordan hat ihren eigenen Kopf und lässt sich gar nichts sagen…

    „Bitte hör auf, mich retten zu wollen. Ich bin verloren und das schon sehr lange. Dein Anker müsste ein Verlängerungskabel haben.“

    Der Epilog ist für mich etwas unglaubwürdig, nachdem Jordan nicht mal einen Schulabschluss hatte. Aber das ist eben das Märchenhafte an einer solchen Geschichte. Das Potenzial der Geschichte wurde aus meinen Augen nicht ausgeschöpft. Zudem waren es für mich zu viele Wiederholungen bzw. zu grosses Hin-und-Her (sie ist gebrochen, er ist gebrochen; sie ist verloren und will nicht gerettet werden, aber dann will sie doch gerettet werden, er fühlt sich von ihr gerettet, etc.). Am besten gefallen hat mir Aaron, Danes Freund. Er ist all die Jahre an seiner Seite, auch wenn Dane es ihm in seinen schlechten Phasen gar nicht gedankt hat. Das ist eben Freundschaft. Von mir gibt es 3 Sterne.
  21. Cover des Buches Ich bin eure Stimme (ISBN: 9783426789452)
    Nadia Murad

    Ich bin eure Stimme

    (15)
    Aktuelle Rezension von: Buchperlentaucher

    Die jesidischen Männer, wenn man sie fand, wurden umgebracht. Die Mädchen und  Frauen hat man entführt, vergewaltigt und verkauft wie eine Ware. Nadia Murad, selber davon betroffen, beschreibt die schrecklichen Geschichte dieser Menschen. Vom sorgenfreien Leben in ihrer Heimat bis zur ungewissen Zukunft als Sklavinnen. Ich bin immer wieder erschüttert, wie grausam Personen zu ihren Mitmenschen sein können. 

  22. Cover des Buches Der falsche Inder (ISBN: 9783442744602)
    Abbas Khider

    Der falsche Inder

    (20)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Bei „Der falsche Inder“ handelt es sich um den Debutroman von Abbas Khider, von dem ich bereits „Der Erinnerungsfälscher“, „Ohrfeige“ und „Brief in die Auberginenrepublik“ gelesen habe (vgl. frühere Rezensionen). Und es finden sich bereits in diesem Roman viele Themen wieder, die auch in den späteren Romanen eine Rolle spielen werden. Zentral ist das Thema „Flucht aus dem Irak“. Das erzählerische Arrangement ist kreativ. Die Geschichte wird von einer Rahmenhandlung umgeben. Der Fahrgast Habibi, aus dessen Sicht in der Ich-Form erzählt wird, findet im Zug ein herrenloses arabischsprachiges Manuskript. Darin wird die Lebensgeschichte von Rasul Hamid dargestellt, die seiner eigenen gleicht. Die Erlebnisse von Rasul Hamid stellen also eine Geschichte in der Geschichte dar. Sie besteht aus acht Kapiteln und ist ebenfalls in der Ich-Perspektive verfasst. Jedes Kapitel erhält einen eigenen roten Faden, sozusagen eine Art Leitthema, und liest sich dabei wie ein in sich geschlossener Erzählabschnitt. Es wird also kunstvoll mit Genregrenzen „gespielt“, die überschritten werden. „Der falsche Inder“ ist sowohl Roman, (fiktive) Biographie und Kurzgeschichten-Sammlung.  

     

    Zunächst einmal wird deutlich, dass Rasul mit seiner eigenen Identität hadert, aufgrund seiner ungewöhnlichen Hautfarbe wird er in seinem Heimatland, dem Irak, oft für einen Inder gehalten. Er ist Schriftsteller, ist in einer bildungsfernen Familie groß geworden und verliert durch tragische Ereignisse immer wieder sein bisheriges literarisches Schaffen in Form von Manuskripten (welche Ironie!). Er schildert viele humorvolle, aber auch ernste Begebenheiten. Im dritten Kapitel schildert er z.B. die Reize der Frauen und der Erzählton wird frivol. Oft ist der Erzählton aber auch scharfzüngig, sarkastisch-bissig. So z.B. im vierten Kapitel, wo Rasul seine Erinnerungen an Wandaufschriften in verschiedenen Ländern auferstehen lässt. Oft ist Rasuls Blick ungeschönt. So z.B. im fünften oder siebten Kapitel, wenn er über seine Kriegserfahrungen schreibt, über das Gefühl der inneren Leere, seine Fluchterfahrungen oder über seine Gefängnisaufenthalte und Mithäftlinge. Im sechsten Kapitel wiederum ist Rasuls Darstellung wieder hoffnungsvoller. Er berichtet von Wundern, vor allem von Begegnungen mit hilfsbereiten Menschen, die ihn auf seiner Flucht retteten.

     

    Letztlich liest sich Rasuls Geschichte wie eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die teilweise so abenteuerlich wie in einem Action-Film geschildert werden. Er nimmt uns mit auf seine Reise durch Jordanien, Libyen, die Türkei, Griechenland, Italien und Deutschland. Ich konnte nicht aufhören zu lesen, fand die dargestellten Ereignisse unheimlich interessant. Leider war das Buch dann nach ca. 160 Seiten aber doch schon vorbei. Wie schon von den anderen Romanen von Abbas Khider, die ich gelesen habe, bin ich auch von diesem Werk sehr beeindruckt. Mir gefällt der oft sarkastisch-bissige, humorvolle, scharfzüngige Erzählton, der diesen Roman zu etwas Besonderem macht. Ich empfehle die Lektüre und vergebe (wieder einmal) fünf Sterne.

     

    Fazit: Ein Werk, das sich von der Qualität in das übrige literarische Schaffen von Abbas Khider einreiht. Wieder sehr lesenswert und abwechslungsreich! Als besonders gelungen habe ich in diesem Debutroman die erzählerische Gestaltung und den gewählten Erzählton empfunden.

  23. Cover des Buches Von den Kriegen (ISBN: 9783596162482)
    Carolin Emcke

    Von den Kriegen

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Orisha
    ">>Du hast die Sprache, du kannst schreiben<<, sagte Mariam zu mir" (Emcke, 2004:205)

    Der Kosovo, Libanon, Nicaragua, Rumänien, New York/Pakistan/ Afghanistan, Kolumbien und Irak/Nordirak. Krisengebiete. Kriegsgebiete. Armut, Gewalt und der Tod beherrschen den Alltag der Menschen. Sie stehen auf der einen Seite. Auf der anderen steht Carolin Emcke, preisgekrönte Journalistin und Berichterstatterin aus eben jenen Gebieten. 

    In Von den Kriegen. Briefe an Freunde berichtet sie von ihrer journalistischen Tätigkeit und dem Leben in jenen Randgebieten dieser Welt. Sie klärt auf, sie analysiert, sie kommt ins Gespräch. Sie reflektiert ihre Tätigkeit, ihren Status als Europäerin, als Journalistin aus der westlichen Welt. Dabei baut sie die Geschichten der Menschen vor Ort ein. Da gibt es Laurin, der in Rumänien auf der Straße lebt. Mustafa Nasraddin, der bei Erbil um den Frieden der Kurden im Nordirak kämpft. Oder Fanny Ruiz und ihr Mann Martín, die Carolin und ihrem Begleiter in Kolumbien das Leben retten. 

    Emckes Briefe berichten von den Menschen, jenen die von der Weltgemeinschaft vergessen wurden. Von Begegnungen, die trotz vieler Unterschiede, von Gastfreundschaft und Toleranz zeugen. Von Gesprächen, Diskussionen, Missverständnissen, vom Wesen des Journalismus und ihrer Motivation sich immer wieder diesen Gefahren auszusetzen.

    Dieses Buch hat mich tief bewegt, gibt es doch Einsicht in das, was oft unsichtbar bleibt. Emcke findet klare Worte, Worte, die mich berührt haben, die zum nachdenken anregen und die betroffen machen. Kurzum, es ist für mich ein Buch, dass einem die Welt noch einmal von einer anderen Seite zeigt - leider einer Seite, die traurig stimmt.

    Fazit: Emotional schwierige Lektüre, die dennoch absolut empfehlenswert ist. Unbedingt lesen!
  24. Cover des Buches Solothurn tanzt mit dem Teufel (ISBN: 9783740806248)
    Christof Gasser

    Solothurn tanzt mit dem Teufel

    (33)
    Aktuelle Rezension von: Sternenstaubfee

    Dieses ist mein erstes Buch von Christof Gasser. Leider habe ich den Fehler gemacht, mit diesem vierten Band der Reihe zu starten. Es funktioniert zwar, aber ich glaube, man hat mehr Lesefreude, wenn man die Vorgänger auch bereits gelesen hat. Hin und wieder fehlte mir hier doch etwas Vorwissen. 

    Ansonsten war es ein solider, sehr temporeicher Krimi mit mehreren Handlungssträngen. Ich bin neugierig geworden auf weitere Bücher der Reihe. 

    01.08.2024

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