Bücher mit dem Tag "iran"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "iran" gekennzeichnet haben.

328 Bücher

  1. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783570585016)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (5.841)
    Aktuelle Rezension von: nicekingandqueen

    Dieses Buch habe ich vor einiger Zeit gelesen und ich erinnere mich noch heute explizit an so manch eine Szene direkt ohne noch einmal das Buch dafür lesen zu müssen. Solch einen großen Eindruck hat das Werk auf mich gemacht.

    Zudem habe ich wirklich mehrfach laut Auflachen müssen - etwas peinlich, wenn man in der Bahn hockt...aber mir war es egal. Unterhaltung für mich, komische Unterhaltung für die Passagiere. 

    Fazit: Für jeden, der gern lacht sehr, zu empfehlen, falls man es bisher nicht geschafft hat das Buch zu lesen. 

  2. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.164)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Dass sich, wie Wikipedia verrät, einige historische Ungenauigkeiten in den Roman geschlichen haben, sei vergeben. Mich hat es beim Lesen nicht gestört, und hätte ich es nicht an anderer Stelle nachgelesen, wäre es mir überhaupt nicht aufgefallen. Ein bisschen fiktionale Freiheit ist vollkommen okay.

    Für mich stößt Noah Gordon die Tür zum Mittelalter sperrangelweit auf. Die Art, wie er das Leben damals beschreibt, liest sich so authentisch und echt, dass man komplett in diese Zeit versinkt. Schmutz, Dreck, Gestank – das Mittelalter war kein Zuckerschlecken, und das wird schonungslos und detailreich gezeigt. Vor allem das Handwerk des Baders wird spannend geschildert: Hausmittelchen, Quacksalberei und bedenkliche Tinkturen werden ohne tieferes Wissen angewandt in dem Versuch, Menschen vor Krankheit und Tod zu bewahren. Für einen modernen Menschen sind viele Vorgehensweisen total unvorstellbar.

    Später, wenn Rob in Isfahan, eine Stadt im heutigen Irak, ankommt und dort wahre Medizin kennenlernt, werden die damaligen Möglichkeiten der Heilung plastisch und spannend geschildert. Es ist bemerkenswert, wie viel Wissen über die Medizin im 11. Jahrhundert schon bekannt war. Mich hat es total fasziniert, mehr über die Geschichte der Medizin zu erfahren.

    Und Rob ist der perfekte Protagonist, um diese Geschichte zu vermitteln. Seine Gabe, den nahen Tod eines Menschen zu spüren, wird nicht als (unpassendes) Fantasy-Element in den Mittelpunkt gestellt; vielmehr ist es ein Werkzeug, seine Hingabe und seine Leidenschaft für die Heilung noch stärker herauszuarbeiten. Rob Cole ist der geborene Medicus – und ich als Leserin habe sein Leben und seine Reisen begeistert mitverfolgt.

    Auch stilistisch kann „Der Medicus“ von vorne bis hinten überzeugen. In einem leichten, sehr unterhaltsamen Stil beschreibt Gordon die Ereignisse, webt historische Fakten (mal mehr, mal weniger, wie wir schon wissen) ein und lässt das Mittelalter lebendig werden. In dem zweiten Band der Trilogie, „Der Schamane“, springt Gordon übrigens ein paar Jahrhunderte weiter.

    Für mich war, ist und bleibt „Der Medicus“ von Noah Gordon einer der besten historischen Romane, die ich je gelesen habe. Ein bisschen auch, weil es mein erster Erwachsenenroman in diesem Genre war. Aber vor allem, weil Gordon seine Leser auf eine spannende, atmosphärisch dichte und authentische Zeitreise mitnimmt. Und auch heute noch hat dieser Roman eine ganz starke Wirkung auf mich. Das können nicht viele Bücher von sich behaupten.

  3. Cover des Buches Traumsammler (ISBN: 9783596198207)
    Khaled Hosseini

    Traumsammler

     (497)
    Aktuelle Rezension von: Runenmädchen

    Es wurde ein abwechslungsreicher Roman kreiert, der sich temporeich über die Figuren Abdullah und Pari hinaus entwickelt.

    Cover und Titel finde ich gelungen und passend.

    Die Geschichte beginnt mit Abdullah und Pari, den auf dem Klappentext beschriebenen  Geschwistern aus der Nähe Kabuls, Afghanistan, deren Schicksal von Erwachsenen schnell besiegelt wird. 

    Zunächst dachte ich an eine Adaption zu Hänsel und Gretel. Aber es wurde auf andere Art weitererzählt und sogar komplexer als gedacht. Es wurde nicht nur über die Geschwister geschrieben. Der Roman wurde aus verschiedensten Erzählsträngen (diverse Figuren, die in unterschiedlicher Weise miteinander verbunden sind) geformt. Der Roman verfolgt die einzelnen Leben über Jahrzehnte hinweg, was toll ist. 

    Was mir zudem sehr gut gefallen hat, war, dass durch die vielen Figuren, die sehr unterschiedlich ausgearbeitet wurden, ein facettenreicher Blick auf die afghanische Kultur und Historie offenbart wurde, ganz gleich, ob die Figuren in Afghanistan oder im Ausland lebten. 

    Aber dies ist zugleich auch ein Nachteil, denn natürlich fand ich einige Charaktere spannender und interessanter als andere Figuren / Lebensgeschichten. Und einige Figuren und Lebenswege hätten ganz allein einen Roman füllen können, so dass diese in dem Buch einfach zu kurz kamen. 

    Insgesamt hat mir das Buch jedoch gefallen.

  4. Cover des Buches Finstermoos  - Bedenke das Ende (ISBN: 9783785577516)
    Janet Clark

    Finstermoos - Bedenke das Ende

     (79)
    Aktuelle Rezension von: -Coco-

    Nun endlich erfahren wir, was es mit den ganzen Geheimnissen in Finstermoos auf sich hat! Doch finden die Freunde Maschas Mutter? Und kommen sie auch gut davon?

    Meinung:

    Der Schreibstil der vierten Runde in Finstermoos, ist wie auch in den anderen Bänden wirklich gut, jugendlich und schnell zu lesen. Das heißt, man kommt gut voran und kann die Rätsel endlich mit den Protagonisten lösen.

    Dieser Folgeband schließt spannend und nahtlos an seinem Vorgänger an, wobei die Spannung eigentlich immer vorhanden bleibt. Neben traurigen und gefährlichen Ereignisse, Enthüllungen und Erkenntnisse, ziehen die Freunde so gut es geht an einem Strang, um herauszufinden, wer ihnen denn an den Kragen will, und was nun wirklich passiert ist. So begeben sie sich eigenhändig auf Nachforschungen und müssen sich gegen vieles wappnen, das auf sie zukommt.

    Am Schluss überschlagen sich die Ereignisse, es kommt zu einem letzten gefährlichen Kampf und alle verschiedenen Puzzlestücke wurden zu einer ganzen Geschichte zusammengefügt! Menschen die man vorher anders einschätzte, entpuppten sich zu richtige Beschützern und Rettern oder zu den gefährlichsten Ganoven.

    Fazit:

    Ein toller, spannender und gelungener Abschluss der Reihe. Es passierten so viele verschiedene Dinge und es war wirklich toll. Auch die Auflösung fand ich wirklich geglückt und ich kann diese Reihe wärmsten weiterempfehle!


  5. Cover des Buches Zorn und Morgenröte (ISBN: 9783846600641)
    Renée Ahdieh

    Zorn und Morgenröte

     (878)
    Aktuelle Rezension von: Ilona67

    Klappentext

    Sie erzählt um ihr Leben ... Shahrzad hat ihre beste Freundin an den Kalifen verloren, und nun will sie nur noch eins: ihre Freundin rächen. Und so meldet sie sich freiwillig, um den jungen Herrscher zu heiraten, der jede seiner willkürlich ausgesuchten Bräute direkt nach der Hochzeitsnacht hinrichten lässt. Doch Shahrzad hat nicht vor zu sterben. Sie möchte überleben und den Mann töten, der ihr die Freundin genommen hat. Im Angesicht der Morgenröte beginnt sie, ihm eine Geschichte zu erzählen. Und tatsächlich: Shahrzad bekommt einen Tag Aufschub. Doch mit den Geschichten und den Nächten, die vergehen, muss sie erkennen, dass Chalid nicht der Tyrann ist, für den ihn alle halten. Shahrzad fühlt, dass sie dabei ist, sich ausgerechnet in den Mann zu verlieben, den sie so sehr hassen möchte . 


    Shahrzad will ihn hassen und doch schleicht sich nach und nach die Liebe ein und sie muss erkennen das Chalid nicht wirklich das "Monster" ist. Ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, weil es eigentlich durchweg gute Bewertungen hatte und ich muss sagen ich wurde nicht enttäuscht. Das Feeling von 1001 Nacht überfällt einen regelrecht und Shahrzad ist wirklich eine sehr starke Frau die man einfach bewundern muss. Freue mich schon auf Band 2, der mir schon vorliegt.

  6. Cover des Buches Einmal mit der Katze um die halbe Welt (ISBN: 9783833871238)
    Martin Klauka

    Einmal mit der Katze um die halbe Welt

     (58)
    Aktuelle Rezension von: abuelita

    Ich hatte mir eigentlich ein ganz anderes Buch aus der Kategorie „Reisen mit Katzen“ gewünscht – das aber hat mein Sohn zuerst übersehen und mir das hier geschenkt. D.h. letztendlich bekam ich dann beide… 😊

    Martin aus Rosenheim will die – wenigstens halbe – Welt erkunden und zwar mit dem Motorrad und vor allem aber mit seiner Findelkatze Mogli. Hmm. Was sagt man dazu? So tierliebend, dass man die Katze nicht schon wieder alleine lassen will? Aber ist das auch für die Katze gut? Hier bin ich wirklich zwiegespalten. Im Laufe des Buches zeigt sich ja dann auch, dass es wirklich oft nur sehr großes Glück war, dass Mogli nicht „verloren“ ging.

    Vor allem die Fotos im Buch haben es mir angetan. Die Erzählungen fand ich dann weniger prickelnd, oft waren sie eher langweilig. So eine richtige „da bin ich aber dabei“ ! Beziehung konnte ich weder zu Martin Klauka und leider auch nicht zu Mogli aufbauen. Trotzdem fand ich das Buch nicht übel, und „Schriftsteller“ sind die wenigsten, die ein Buch über ihre Reise/n veröffentlichen. Von daher sollte man auch etwas Nachsicht walten lassen.

    Der Autor schildert in einer für mich eher emotionslosen Art und Weise seine Reise durch Europa, die Türkei, den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate. Über Pakistan geht es nach Indien und nach Nepal .

    Ich bin mir gar nicht so ganz sicher, ob die Beiden jetzt wieder zu Hause oder noch unterwegs sind. Corona wird hier wohl auch einiges umgeworfen haben…..

  7. Cover des Buches Das Einstein Enigma (ISBN: 9783946621003)
    J.R. Dos Santos

    Das Einstein Enigma

     (78)
    Aktuelle Rezension von: Dini94

    Der Kryptologe Tomas Noronha wird von der iranischen Regierung beauftragt, Einsteins Dokument - die Gottesformel - zu entschlüsseln. Die CIA bekommt Wind davon und mischt bei diesem Auftrag ordentlich mit. Um Albert Einsteins Werk zu verstehen, muss Tomas sich neues Wissen aus der Physik und diverser Religionen aneignen. 

    Das Buch unterteilt sich, nach meiner Einschätzung, in 60% Erklärungen über Physik/Religion, 30% Haupthandlung (Entschlüsselung der Gottesformel) und 10% Lückenfüller (familiäre Umstände). 

    Aber keine Angst, der Autor erklärt die physikalischen Grundlagen recht simpel. Manche Absätze müssen eventuell zweimal gelesen werden.

    Wer sein Allgemeinwissen ein wenig erweitern möchte und genug von Liebesromane und Co. hat, der wird dieses Buch mögen.

  8. Cover des Buches Die dunkle Seite (ISBN: 9783442458790)
    Frank Schätzing

    Die dunkle Seite

     (299)
    Aktuelle Rezension von: Angel10

    - zweiter Golfkrieg, Fremdenlegion, Söldner, Psychopathen,


  9. Cover des Buches Nicht ohne meine Tochter (ISBN: 9783404608515)
    Betty Mahmoody

    Nicht ohne meine Tochter

     (484)
    Aktuelle Rezension von: Janinezachariae

    Die Geschichte geht sehr tief, wenn man sie von ihrem Standpunkt aus betrachtet. Denn sie ist hier das Opfer. Sie, Betty, die eigentlich nur Urlaub mit ihrem Mann machen wollte. Doch ihre innere Stimme hatte sie schon gewarnt gehabt. Es nagte schon am Flughafen an ihr und als ihr Mann die Reisepässe einsammelte, ahnte sie schlimmes.

    Die ersten Wochen hat sie auch einigermaßen überstanden, bis auf die Kakerlaken und die allgemeine Hygiene bei ihrer Schwägerin. Aber Betty ist mutig und sie versucht es durchzuziehen, bis ihr Mann immer mehr Ausreden hervorbringt und die Heimreise somit verhindert.

    Diese gesamte Tortour geht sehr sehr lange und mittlerweile haben sie auch eine Tochter, Mahtob.

    Man bekommt allerdings nur die Sicht von Betty mit. Wie die Situation im Iran selbst aussah, zu jener Zeit, ist nicht übermittelt. Zumindest habe ich es nicht im Hörbuch erfahren. Ich habe auch die Fortsetzung „Endlich Frei“, die Geschichte der Tochter.

    Was mich beim Hörbuch gestört hat, war das permanente Seufen in der Stimme. Der Film war spannend aufgebaut und Sally Field spielte hervorrand die Betty. Doch im Buch oder Hörbuch war mir der Unterton einfach unfassbar langweilig und doch sehr anstrengend.

    Ab und zu habe ich auch ein Kapitel so gelesen, aber auch das ist schwierig gewesen.

    Was mich aber immer wieder hat aufstoßen lassen, war die Grundhaltung. Betty hat sich bewusst für ihren Mann entschieden, als sie ihn in Amerika kennengelernt hat. Er war Arzt und gebildet. Gutaussehend und liebenswert. Nichts deutete darauf hin, dass er anders ist.

    Als sie im Land ist, gibt es nichts positives mehr an dem Ort. Alles scheint eklig zu sein. Voller Kakerlaken, sogar im Essen und in der Küche. Kinder scheinen keinerlei Erziehung zu genießen und alles ist dreckig und schlecht. Nichts scheint ihr gut genug zu sein.

    War es wirklich so oder hat sie hinterher alles darauf porjiziert? Das kann ich nicht raushören oder rauslesen. Es ist schwierig die Zeiten zu rekonstruieren. 1984/1985?

  10. Cover des Buches Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (ISBN: 9783867177818)
    Jonas Jonasson

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Lesekaiser

    Inhalt:

    Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den 100jährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinander zu bringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen. Mit viel Charme begleitet Otto Sander den schlitzohrigen Allan auf seiner herrlich komischen Flucht durch Schweden und lässt augenzwinkernd die politischen Verwicklungen des 100-Jährigen Revue passieren.

     

    Fazit:

    Das Faszinierende bei dem Buch ist, dass es vollkommenen unrealistisch ist, allerdings durch den witzigen und fesselnden Schreibstil irgendwie real wirkt. 

    Das Buch habe ich schon ein paar Mal gelesen. Einmal sogar auf Englisch (für die Schule). Ich war schon sehr gespannt, wie das Hörbuch dazu sein würde. Vor allem, da es auf drei Stunden gekürzt wurde. Leider war es nicht so ganz mein Fall. Vor allem für Leser/ Hörer, die das Buch noch nicht kennen, dürfte die Geschichte verwirrend sein. 

    Am Ende komme ich zu dem Entschluss, dass man zuerst das Buch lesen sollte, bevor man das Hörbuch anhört. 

  11. Cover des Buches Englischer Harem (ISBN: 9783257239409)
    Anthony McCarten

    Englischer Harem

     (282)
    Aktuelle Rezension von: j_XuPa

    Das Buch verlief anders als ich es beim Kauf erwartet hatte. Die Polygamie spielt eine eher untergeordnete Rolle in dem Buch, was ich zu Nächst enttäuschend fand. 

    Jedoch regt das Buch auf so viele unterschiedliche Weisen zum nachdenken und hinterfragen der eigenen Standpunkte an, dass ich ihm das am Ende sehr zufrieden bin. Über Heimat, über Familie, Liebe und Glauben. Der Autor ermöglicht einen faszinierenden Blick auf die Gesellschaft und ihre Vorurteile und Starrheit in verschiedenen Modellen. Dabei kommen sowohl sozialisierte als auch persönliche Probleme zur Sprache. Über Liebe, Freundschaft, Rassismus, Trauer, Monogamie, Gemeinschaft, Neid, Unwissenheit und Vorurteile. Über die Angst nichts zu tun und die Angst etwas zu tun. 


    Der Autor verbindet hier simplere und ungewöhnliche Charaktere auf eine wundervolle Weise, die den Teil von mir anspricht der sich zu anderen abgrenzt und dabei mit Witz und Gefühl auf die Unsinnigkeit der Vorurteile der Gesellschaft hinweist. 

    Alles in Allem bin ich mit den Charakteren, der Handlung sehr zufrieden. 

    Die Beleuchtung der hintergründigen Themen ist in Teilen sehr differenziert. Jedoch konnte mich der Stil des Autors nur teilweise so fesseln, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Kann mich nicht ganz zu 5 Sternen durchringen, daher 4!

    Trotzdem hat es mir sehr gefallen und ich kann es nur weiterempfehlen!

  12. Cover des Buches Drei sind ein Dorf (ISBN: 9783866482869)
    Dina Nayeri

    Drei sind ein Dorf

     (23)
    Aktuelle Rezension von: Kristall86
    Nilou ist fast 30 Jahre alt. Niemand hätte sich vorstellen können das sie es bis hier hin schafft! Es scheint völlig unglaublig! Denn als Kind musste sie aus dem Iran mit ihrer Mutter fliehen...ihre Heimat verlassen und alles was ihr bis dahin ans Herz gewachsen war. Amerika hat sie verändert, denn das ist nun ihre neue Heimat mit Mann, Familie und Job. Nilous Vater sieht das anders. Ihre Geschichte lebt nochmal neu auf als sie in Amsterdam auf iranische Exilanten trifft. Diese Begegnung bringt alles aus dem Ruder. Dina Nayeri hat mit „Drei sind ein Dorf“ einen unheimlich speziell bewegenden und aktuellen Roman vefasst. Es gibt für mich als Leser nur einen Makel - die Hauptprotagonistin Nilou. Sie ist unheimlich gefühlskalt, eigensinnig, egoistisch und bestimmend. Allein das Verhältnis mit ihrem Vater ist mehr als daneben. Es hat mich oft schockiert wie sie sich verändert hat und das die Geschichte mit ihr irgendwie die Lust nimmt. Die Geschichte an sich ist unheimlich grandios geschrieben. Die Erzählstränge sind harmonisch, der Schreibstil flüssig und gekonnt aber Nilou verdirbt einem den Lesefluss. Mag sein, dass das Berechnung der Autorin war, aber wenn man eine Protagonistin nicht mag, reißt das die gesamte Story irgendwie nieder. Dabei hat Nayeri wirklich ein extrem gutes Gespür und weiß wie sie die Leser auf Trapp hält. Gerade weil das politische Thema heute so brandaktuell ist und die Frage „Was ist Heimat!?“ überall auf uns trifft. Dabei ist diese Geschichte nicht diese typische sondern wir dürfen als Leser hinter die Kulissen blicken....nur eben bei Nilou hat sich diese Kulisse zusehends verändert und zwar zum Negativen. Ihre Gefühlswelt hat mich zum Teil wirklich abgestoßen. Ich hätte ihr so gern mal die Meinung gesagt.... sie ist schließlich nicht der Mittelpunkt der Welt! Jeder Flüchtling aber auch Daheim-gebliebene hat sein Päckchen damit zu tragen und geht anders damit um. Nilou drängt ihre Meinung jeden auf, ob man sie hören will oder nicht. Wie gesagt, die Autorin wird sich etwas dabei gedacht haben, nur ohne Nilou hätte mir diese Geschichte noch besser gefallen. Hier steckt unheimlich viel Potential drin! Nichtsdestotrotz, dieses Buch hallt nach, das glaubt man nicht...selten so eine Geschichte gelesen!
  13. Cover des Buches Du springst, ich falle (ISBN: 9783351050504)
    Maryam Madjidi

    Du springst, ich falle

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Inhalt/ Klappentext:

    In diesem autobiographischen Debüt erzählt Maryam Madjidi von ihrer Kindheit im Iran, vom Kampf der Eltern für den Kommunismus und davon, wie sie ihr Spielzeug an die Kinder im Viertel verschenken musste. Heimlich vergrub sie die Lieblingssachen im Garten und steckte sie später in den Koffer für Frankreich. Hier sollte das neue Leben anfangen – ohne Kampf, ohne Gefängnis. Aber die kleine Maryam fühlt sich fremd, weil alles fehlt: die eigene Sprache, echte Freunde, die geliebte Großmutter. In Paris sind die Hände des Vaters plötzlich nutzlos, die Augen der Mutter müde. Als junge Frau fährt Maryam nach Teheran zurück, verliebt sich und bricht mit allem." Du springst, ich falle" gewann 2017 in Frankreich den Prix Goncourt für das beste Debüt des Jahres. Ein kraftvoller Roman über das, was unsere Zeit bestimmt – die Suche nach Identität und Heimat.

    Persönliche Meinung:

    Es lag jetzt etwas auf meinem  Stapel, es hatte mich interessiert und ich war dankbar es bei LB gewonnen zu haben. Schnell war es gelesen und mich hat auch nichts wirklich gestört, ist die Grundidee hochspannend und dramatisch. Maryam Madjidi hat mich dennoch immer auf Distanz gehalten, auch wenn sie nahe Erlebnisse geschildert hat, sehr persönlich und mit deutlicher Tragik hat sich dieses Gefühl nicht auf mich übertragen. Die Protagonistin kam mir nicht auf emotionaler Ebene entgegen, sonder blieb für mich auf einer sachlichen Betrachtunsweise stehen. Das hätte ich mir persönlich anders gewünscht. Vielleicht liegt es aber auch an der Zerrissenheit der Autorin und es war ein Stilmittel. Dann war es gut gemacht und findet auch genug Leser, die dies zu schätzen wissen. Mir hat es einen kleinen Eindruck in den Iran gegeben und die schwierige Situation sich zwischen den Stühlen zu spüren. Da hätte für mich noch mehr funktionieren können, denn die Story ist absolut hochaktuell.
  14. Cover des Buches Couchsurfing im Iran (ISBN: 9783492310833)
    Stephan Orth

    Couchsurfing im Iran

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Bibliokate

    Stephan Ort reist verbotenerweise als Chouchsurfer durch den Iran, trifft sehr viele faszinierende Menschen, die so gar nicht in das vorurteilsbehaftete Bild vom totalitären Gottestaat das viele westliche Menschen vom Iran haben passen. Er erzählt von seinen Erfahrungen beim Couchsurfing, von Begegnungen mit vielen verschiedenen Menschen. Immer wieder erfährt man interessante Infos zur Geschichte des Iran und da das Buch mit einigen Farbfotos ausgestattet ist bekommt man einen wirklich guten Eindruck dieses Landes.  Sicherlich nicht mein letztes Buch  von Stephan Orth


    Große Empfehlung für alle die sich für den Iran interessieren.

  15. Cover des Buches Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen (ISBN: 9783442455157)
    Siba Shakib

    Nach Afghanistan kommt Gott nur noch zum Weinen

     (112)
    Aktuelle Rezension von: Gartenfee-Berlin

    Inhalt: Auf einer ihrer zahlreichen Reisen nach Afghanistan, dem Land unter dem Hindukusch, begegnet die Dokumentarfilmerin Siba Shakib in einem Flüchtlingslager Shirin-Gol. Sie ist spontan gefesselt von der Kraft und Ausstrahlung dieser Frau, die ihr ihr Leben erzählt - ein Leben, das exemplarisch ist für das Schicksal Tausender afghanischer Frauen. Als Shirin-Gol in einem abgelegenen Bergdorf Afghanistans geboren wird, scheint der Gleichklang ihrer Welt, eingebettet in jahrhundertealte Traditionen, ungestört. Die 'Süße Blume', so die Bedeutung ihres Namens, wächst auf in Armut, Korangläubigkeit und Enge des islamischen Frauenbildes. Doch dann marschieren die Russen in Afghanistan ein, und Shirin-Gols Vater und ihre Brüder ziehen sich in die Berge zurück, um Widerstand zu leisten. Ihre Schwestern aber legen den Schleier ab und verführen russische Soldaten, aber nur, um sie zu ermorden. Verstört kehren sie zurück aus einer Welt, die Shirin-Gol nicht begreift. Aber dann fliehen die Frauen nach Kabul. Hier entdeckt Shirin-Gol eine Freiheit, deren Zauber sie nie mehr vergessen wird und aus der sie die innere Stärke für alles Kommende bezieht - für den Mann, dem sie vom Bruder als Ausgleich für Spielschulden zur Frau gegeben wird, für Verfolgung, Vergewaltigung und Flucht vor dem Taleban-Regime. Immer wieder sucht sie für ihre Familie einen Ort, der ein bisschen Geborgenheit, ein bisschen Wärme und einen Schimmer vom Glück, das Leben heißt, verspricht. 

    Uff, das war kein leichtes Buch! Zum einen, weil es so anders geschrieben wurde (keine Anführungszeichen, z. T. seltsame Begriffe) und zum anderen, weil einfach die beschriebenen Lebenssituationen schwer verdaulich waren. Die Protagonistin hatte wirklich kein leichtes Leben, um sich und ihre Familie durchzubringen. Da scheren wir uns hier lächerlicherweise ums korrekte Gendern und neutrale Toiletten, wo in Afghanistan die Frauen eigentlich der letzte Dreck sind. Zumindest bis 2001, wo das Buch aufhört. Ich bewundere Shirin-Gol und gleichzeitig tut sie mir unendlich leid, weil das Glück, was sie sich mühsam aufgebaut hat, nach kurzer Zeit wieder vorbei war und sie wieder fliehen musste, um ein neues kleines Glück zu finden.

    Das ist kein Buch, welches man in einem Rutsch durchlesen kann, aber es ist auf jeden Fall lesenswert!

  16. Cover des Buches Letzte Spur Berlin (ISBN: 9783750451858)
    Marty Karbassion

    Letzte Spur Berlin

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Anfri1990

    Im biografischen Werk "Letzte Spur Berlin" von Marty Karbassion verarbeitet der Autor das Verschwinden seines Vaters, Mehdi Karbassion, Jahr 1988.

    Er spannt dabei einen Bogen von der Jugend des Vaters im Iran, über die Flucht als politisch Verfolgter bis hin zur Ankunft in Deutschland. 

    Nach einem Zeitsprung von  21 Jahren findet man sich im Berlin der 80er wieder. Mehdi hat sich im Laufe der Jahre, notgedrungen, ein kriminelles Leben aufgebaut. Zeitgleich baut er sich ein Familienleben auf. Nachdem sich jedoch die Polizei an seine Fersen gehängt hat, fällt sein Leben nach und nach auseinander, bis er eines Tages einfach verschwindet.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Marty Karbassion hat es auf sehr einfühlsame Art geschafft, sich diesem wichtigen Thema anzunehmen. Er gibt dem Leser einen guten Einblick in ein Leben, dass alles andere als einfach war. 

    Ich würde das Buch jedem empfehlen, der Interesse an spannenden und bewegenden Lebensgeschichten hat. 

  17. Cover des Buches Das Paradies meines Nachbarn (ISBN: 9783442758692)
    Nava Ebrahimi

    Das Paradies meines Nachbarn

     (26)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Nava Ebrahimi hat mich mit "Das Paradies meines Nachbarn" auf der einen Seite sehr berühren, auf der anderen Seite sehr erschrecken können. Gefallen hat mir besonders der kurze, fast unangenehme Einblick in ein Themenfeld, mit dem ich mich bis dato noch nicht allzu sehr befasst habe: Der Iran-Irak-Krieg.

    Geschickt lässt Ebrahimi die Storylines dreier Protagonisten zueinanderfinden: An das, was Ali-Najjar, ein angeberischer, münchener Produktdesigner mit iranischen Wurzeln, Sina, ein Möchtegern-Perser und Ali-Reza, ein rollstuhlfahrender Kriegsveteran gemeinsam haben, wird sich langsam, ganz vorsichtig, heran getastet. Mit voller Wucht werden dann jedoch Thematiken wie Kriegstraumata, Schuld, Responsibilität, Flucht, Kindersoldatentum, Familienzerrissenheit, Identitätsverlust und -findung in den Ring geworfen und auf unglaublich authentische Weise beleuchtet. Nie ist es davon zu viel, aber immer genug, um aufgewühlt zurückgelassen zu werden. Dieser Roman berührt nicht nur durch schöne, sondern vor allem durch ehrliche und traurige Worte. Immer wieder schimmern dabei gesellschaftskritische Ansätze durch. Immer wieder wird die hemmungslose Arroganz und Gleichgültigkeit des Westens geschildert und in den Fokus gerückt. Damit greift Ebrahimi eine hochaktuelle Thematik auf, die durch die Flüchtlingskrise(n) nicht an Relevanz verloren hat und sich auch z. B. (und in utopischer, krasserer Form) in Vermes satirischem Roman "Die Hungrigen und die Satten" wiederfinden lässt.

    In "Das Paradies meines Nachbarn" steht jedoch nicht die Aufarbeitung politischer Entwicklungen oder die Ausarbeitung einer Utopie im Vordergrund, sondern eine herzzerreißende Geschichte einer Familie, der das Schicksal übel mitspielte. Ebrahimi verwebt die Motive "Identität" und "Schuld" so gekonnt miteinander, dass sie während der rund 200 Seiten auf ganzer Linie mit ihrem Schreibstil überzeugen kann: nüchtern, ernst und treffsicher wählt sie ihre Worte. 

    Punkteabzug gebe ich lediglich für die klischeehafte und teils zu extreme Überzeichnung der Figur Ali-Najjar, die irrelevant und "unergiebige" Sidestory von Sinas Eheleben und zuletzt die (wahrscheinlich so gewollte) Vorhersehbarkeit der Handlung, durch die "Überraschungseffekt" flöten ging. Der hätte meiner Meinung nach jedoch ganz gut getan. 

    4/5 Sterne

  18. Cover des Buches Beschreibung einer Krabbenwanderung (ISBN: 9783832198800)
    Karosh Taha

    Beschreibung einer Krabbenwanderung

     (21)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Dieses Buch  wollte ich schon seit seiner Erscheinung lesen. Die Protagonistin, Sanaa, kam mit ihren Eltern als Kind aus dem Irak nach Deutschland. Sie trennt ihre beiden Lebenswelten, das Hochhaus, in dem neben ihrer noch viele andere kurdische Familien leben, und die Universität und versucht, sich in all den Regeln beider Welten ihren Raum zu nehmen. Auch, wenn ich das Buch nicht lange aus der Hand legen konnte, musste ich an vielen Stellen kurz pausieren, denn die Gedanken und Emotionen der Protagonistin, ihre Frustration, ihre Zerrissenheit und ihre Träume beschäftigen beim Lesen und danach. Trotzdem ist es kein trauriges Buch, die Sprache ist bildgewaltig und an vielen Stellen musste ich über Sanaas Aussagen schmunzeln. Der beigefügte Essay der Autorin verdeutlicht die Relevanz von Räumen innerhalb der Erzählung: Das Hochhaus als Raum, in dem die Herkunftskultur dominiert, die Universität als Raum, in dem Sanaa ankommen möchte, die Träume als Raum, in dem die Ängste der Protagonistin Ausdruck finden.  

  19. Cover des Buches Per Anhalter durch den Nahen Osten (ISBN: 9783959102452)
    Patrick Bambach

    Per Anhalter durch den Nahen Osten

     (14)
    Aktuelle Rezension von: BeiterSonja

    Das Cover gefällt mir.

    Am Anfang gibt es eine Karte, wo man als Leser die Reise mit verfolgen kann.

    Der Schreibstil ist im Tagebuch - Stil. Finde ich persönlich gut, daher hat man das Gefühl mit dabei zusein. Den Mut die Strecke komplett zu trampen und bei Leuten zu übernachten, welche ich nicht kenne - Couchsurfing - finde ich mutig. Gerade in gewissen Ecken auf der Strecke.


    Ich hätte gerne mehr erfahren über manche Orte bzw. von der Bevölkerung, Fotos fehlen auf jeden Fall. Das macht einen guten Reisebericht aus. Es gibt am Ende einige Fotos aber für einen Reisebericht zu wenig. 

  20. Cover des Buches Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren ... (ISBN: 9783770166817)
    Lois Pryce

    Im Iran dürfen Frauen nicht Motorrad fahren ...

     (9)
    Aktuelle Rezension von: Kleeblatt2804
    In London findet Lois eine Einladung an Ihrem Motorrad das echte Iran kennenzulernen. Eine Abenteuerin wie Lois kann die Einladung nicht vergessen. Habib hat den Fremden/der Fremden mit dem Zettel nach Shiraz zu seiner Familie eingeladen. Es dauert nicht lang und der Entschluss steht fest. Sie beantragt ein Visum für den Iran. Das Visum wird bewilligt, aber ohne Motorrad, im Iran fahren keine Frauen Motorrad. Die Reiseroute und die verschiedenen Menschen, die sie trifft sind lesenswert. Mit ihrem Bike bestückt mit Bargeld und dem Benzin im Tank macht sie sich auf, mit dem Ziel das echte Iran zu entdecken, ein Schlafplätze zu finden und eine Tankstelle zu erreichen. Dabei gerät sie neben viel Gastfreundschaft auch in sehr brenzlige Situationen. Allein das Ende endet zu schnell. Die letzten 50 Seiten wurden lieblos so schnell erzählt, der Stoff hätte für zwei weitere Bücher gereicht.
  21. Cover des Buches Sechzehn Wörter (ISBN: 9783442717545)
    Nava Ebrahimi

    Sechzehn Wörter

     (42)
    Aktuelle Rezension von: Buecherfreundinimnorden

    Mona ist eine Wanderin zwischen den Welten: Geboren im Iran, lebt sie inzwischen in Köln, hat dort einen Freund, aber auch einen „Teilzeitgeliebten“  in der alten Heimat. Sie arbeitet in Deutschland, wenn auch nicht in der von ihr beabsichtigten Weise. Sie hat Familie im Iran, empfindet ihre Besuche dort jedoch nicht als große Bereicherung. Es gibt Vieles, was in diesem Leben nicht zusammengeht, Mona spürt das und kann sich doch nicht aus den Widersprüchen befreien, die ihr Dasein prägen. Als ihre Großmutter im Iran stirbt, macht sie sich auf den Weg zu der Beerdigung, zurück in ein Land, das geprägt ist von religiösen Eiferern und Unterdrückung. Ihre melancholische Reise endet mit einer Überraschung, die auch mich fassungslos machte...

    Ein ausgezeichneter Erstling, den ich teilweise kaum aus der Hand legen mochte. Wer sich für die von uns weitgehend abgeschottete Kultur und die Lebenswirklichkeit im Iran interessiert, ist hier richtig. 

  22. Cover des Buches Entlang den Gräben (ISBN: 9783406714023)
    Navid Kermani

    Entlang den Gräben

     (10)
    Aktuelle Rezension von: 101844

    Allein von der Aufmachung, kommt "Entlang den Gräben" sehr wertig und ansprechend daher. Die Landkarte mit verzeichneter Route stimmt schon vor dem Lesebeginn auf die Reise ein und heizt die Neugierde an. Strukturell ist das Buch in Tagen unterteilt. So bekommen die Lesenden einen Eindruck über die Dauer der Aufenthalte.

    Obwohl eine Reportage vorliegt, schafft es der Autor mittels der Ich-Erzählperspektive und seiner ganz eigenen Note, die sich aus forscher Direktheit, Humor und Empathie auszeichnet, eine angenehme und dichte Atmosphäre zu kreieren. Gleich zu Beginn lernen die Lesenden den Autor als einen intelligenten, aufgeschlossenen und mutigen Mann kennen. So setzt er sich zum Beispiel zum Kaffee und Kuchen in eine AFD-Versammlung. Solche Momente gibt es mehrere und sie lassen einen beim Lesen die Luft anhalten. Trotz klar formulierter Kritik bleibt Navid Kermani respektvoll, wertschätzend und verständnisvoll. In diesem Verhalten manifestiert sich der Begriff "Toleranz" in seiner authentischsten Bedeutung und ringt den Lesenden unweigerlich Anerkennung ab.

    Gemeinsam mit dem Autor, stellt man beim Lesen fast, wie fern doch der so nahe Osten eigentlich ist. In unzähligen Gesprächen mit den verschiedensten Personen, erschließen sich auf intensive Weise ganz neue Perspektiven auf die Vergangenheit, Gegenwart und etwaige Zukunft Europas. Gerade die persönlichen Schicksale und Erfahrungsberichte regen zum Nach- und Mitdenken an.

    Der Schreibstil ist so unmittelbar und ehrlich, dass zu keiner Zeit das Gefühl aufkommt, man wäre nicht eine*r der Mitreisenden. Vor allem tabuisierte Themen, kommen schonungslos zur Sprache.

    Die ausgiebigen politischen Sequenzen werden immer wieder durch persönliche Anekdoten, Eindrücke und Beobachtungen entzerrt. Vor allem letztere sind bemerkenswert. Der Autor hat einen Blick für Details und entwirft wortgewandt beeindruckende Landschaftsbilder.


    Vor allem die ersten Stationen der Reise stellen den Lesenden bekannte Schrecken aus der Vergangenheit noch einmal sehr deutlich vor Augen. Allein von Köln bis Litauen hätte der Buchtitel auch "Entlang den Gräbern" lauten können. Man verdrängt den Umfang der Gräueltaten der vergangenen Jahrzehnte bis hinein in die Gegenwart. Und dennoch vermag Navid Kermani es, die Stimmung nicht ins Bodenlose kippen zu lassen. Respektvoll verweilt er an den richtigen Stellen und treibt die Reise dann gekonnt schwungvoll wieder in höhere Stimmungslagen. Kein einfacher Spagat, der ihm hier gelungen ist. Besonders interessant, sind auch die Gespräche mit prominenten Persönlichkeiten, die ich an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte.


    Insgesamt löste "Entlang den Gräben" in mir die ganze Palette an Emotionen aus. Von sprachloser Betroffenheit bis hin zu spontanem Auflachen. Ein Lesegenuss der besonderen Art.

  23. Cover des Buches Ein Teelöffel Land und Meer (ISBN: 9783442481224)
    Dina Nayeri

    Ein Teelöffel Land und Meer

     (54)
    Aktuelle Rezension von: Miia

    Inhalt: 

    Saba ist elf, als die islamische Revolution ausbricht und ihre wohlhabende christliche Familie Teheran verlassen muss, um sich, fern von den prüfenden Blicken der Mullahs, auf ihre Ländereien in der Gilan-Provinz zurückzuziehen. Kurz darauf verschwinden Sabas Mutter und ihre Zwillingsschwester Mahtab spurlos. Ihr Vater und die Nachbarn im Dorf behaupten, Mahtab sei bei einem Bad im Kaspischen Meer ertrunken und die Mutter sei bei dem Versuch, den Iran zu verlassen, festgenommen worden. Doch Saba glaubt ihnen nicht. Für sie ist klar, dass ihre geliebte Schwester jenseits des Ozeans ein neues Leben begonnen hat ...


    Meine Meinung: 

    In diesem Buch geht es um Saba, die im Iran aufwächst. Ihre Mutter und ihre Schwester verschwinden, aber Sabas Erinnerungen sind schwammig. Ist ihre Schwester ertrunken oder nach Amerika geflohen? Niemand scheint wirklich die Wahrheit zu sagen und Saba selbst lässt sich immer wieder neue Geschichten zu dem Leben ihrer Schwester einfallen. Was ist wahr, was ist Lüge?

    Das Buch lebt meiner Meinung nach von der Kultur im Iran. Das Leben im Iran, die Bräuche und Traditionen dort, sind sehr inspirierend und sehr interessant. Ich weiß nicht viel über das Leben und die politischen Zustände im Iran, aber durch das Buch ist mir das Land etwas näher gekommen und ich habe viel interessantes erfahren. Ganz besonders toll, fand ich die Lebensweisheiten, die immer mal wieder in die Geschichte eingeflochten wurden. Das Buch kann einen daher wirklich inspirieren und zum Nachdenken anregen. Das ist meiner Meinung nach aber auch die Stärke des Buches, denn der Rest hat mir leider gar nicht gut gefallen. 

    Saba ist der Hauptcharakter in dieser Geschichte und leider gefällt sie mir gar nicht. Sie ist verwöhnt, eingebildet, egoistisch und meiner Meinung nach auch kaltherzig. Man hat immer das Gefühl, dass sie nur für sich selbst und nie für andere handelt. Das macht es extrem schwer Mitgefühl zu empfinden, obwohl Saba wirklich viel Schlimmes erlebt und auch viel mitmachen muss. Aber Saba ist mir einfach so unsympathisch, dass ich mich weder mit ihr freuen kann, noch jemals mit ihr leiden kann. Mir war daher wirklich egal, wie ihre Zukunft aussehen wird. Dazu fand ichs teilweise wirklich anstrengend, dass sie sich Geschichten über ihre Schwester ausgedacht hat. Mir war das immer zu viel Fantasie, zu wenig Fakt. Hätte da manchmal gerne etwas Schlüssigeres gelesen. Am Lesen hat mich daher nur das Geheimnis um Mahtab gehalten. Ich habe so sehr gehofft, dass da noch eine überraschende Wendung kommt. Ich habe am Ende nur noch quer gelesen, weil mich die Geschichte von Saba nicht interessiert hat, aber ich wissen wollte, was damals mit Mahtab und der Mutter passiert ist. Leider ist die Auflösung mehr als vorhersehbar und absolut nicht überraschend. Ich habe zwar verstanden, worauf das Buch hinaus wollte und finde auch gut, dass insbesondere die Mentalität, die Entwicklung des Lebens und das Aufarbeiten von Geschehnissen bezüglich Saba im Vordergrund stehen, aber irgendwie hatte ich mir trotzdem mehr erhofft, was das Geheimnis um Mahtab angeht. 


    Fazit:

    Ich kann hier leider nur 2 Sterne vergeben, weil die Geschichte mich nicht gepackt hat. Die Stärke des Buches liegt insbesondere in der Aufarbeitung des Lebens und der Kultur im Iran. Man erfährt viel über die politischen Verhältnisse, das Leben dort und es werden einem auch viele Lebensweisheiten nahe gelegt. Das ist wirklich gelungen. Die Hauptfigur Saba ist leider aber sehr eingebildet und unsympathisch. Obwohl sie ein schweres Leben hat, kann man kein Mitgefühl empfinden. Die Auflösung um ihre Schwester und ihre Mutter ist mir persönlich zu vorhersehbar. Ich vergebe gutmütige 2 Sterne für die wissenswerten Details über das Leben und die Kultur im Iran.
  24. Cover des Buches Eine Hoffnung am Ende der Welt (ISBN: 9783404176021)
    Sarah Lark

    Eine Hoffnung am Ende der Welt

     (38)
    Aktuelle Rezension von: Alinchen

    Helena und ihre kleine Schwester Luzyna kommen ursprünglich aus Polen, wurden aber unter den Nazis ins Arbeitslager nach Sibirien deportiert. Dort sterben ihre Eltern. Ihre Mutter nimmt Helena auf dem Sterbebett dass Versprechen ab, sich immer um Luzyna zu kümmern und dafür zu sorgen, dass diese eine bessere Zukunft haben wird. Zusammen werden die beiden Schwestern von den Alliierten befreit und in ein Auffanglager nach Persien gebracht. Und genau dort bietet sich die große Chance für Luzyna: Sie hat die Möglichkeit, mit anderen Kindern und Jugendlichen nach Neuseeland gebracht zu werden. In eine bessere, sichere Zukunft! Helena ist leider bereits zu alt dafür.

    Doch dann ist Luzyna nicht rechtzeitig am Abfahrort und Helena nimmt den Platz ihrer Schwester ein! Mit schweren Gewissensbissen kommt sie bis nach Bombay in Indien. Dort erkennt einer der Betreuer, dass sie eben Helena und nicht ihre Schwester ist. Er verlangt für Ihr Schweigen ein Entgegenkommen auf dem Schiff und vergewaltigt sie regelmäßig. 

    Endlich in Neuseeland angekommen will Helena nur noch eines : Vergessen. Aber dann erfährt sie, dass sie schwanger ist. Bei dem Versuch, eine Fehlgeburt herbeizuführen, lernt sie den jungen Soldat James McKenzie kennen. Dieser wurde erst kurz vorher von seinen Eltern aus dem Krieg in Europa zurückgeholt. James bietet daraufhin Helena an, bei ihm und seinen Eltern auf der Farm Kiward Station unterzukommen. Helena folgt ihm und verliebt sich in ihn. Aber die Schuldgefühle gegenüber Luzyna lassen sie niemals los!

    Als ich das Buch entdeckt hatte, war ich verwirrt. James McKenzie? In den 1940er-Jahren? Müsste der nicht etwa 100 Jahre zuvor aufgebrochen sein?

    Ja, so denkt man wohl, wenn man die Trilogie "Weiße Wolke" gelesen (und geliebt) hat. Bei dem jungen Mann handelt es sich allerdings um den Enkel von jenem James McKenzie, der gut ein Jahrhundert zuvor, der legendären Miss Gwyn den Kopf verdreht. Seine Eltern sind Jack und Gloria McKenzie und auch sonst tauchen ab und zu bekannte Figuren auf. 

    Trotzdem kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse lesen. Vielleicht ist es sogar besser so. Denn im Gegensatz zu den vorherigen Bänden fehlt der Tiefgang. Das merkt man bereits im Umfang des Buchs. In anderen Büchern von Sarah Lark werden parallel die Handlungsstränge verschiedener Personen geschildert. Hier ist es einzig und allein Helenas Sicht. 

    Es ist aber dennoch flüssig geschrieben und leicht zu lesen. Ich habe das Buch innerhalb von kurzer Zeit durchgelesen und ich habe es sehr genossen!

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