Bücher mit dem Tag "islam"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "islam" gekennzeichnet haben.

895 Bücher

  1. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783453471092)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (2.194)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Vorneweg: Wer Tolkiens „Herr der Ringe“ bereits nach wenigen Seiten gelangweilt abgebrochen hat, der wird höchstwahrscheinlich auch an Gordons „Medicus“ (zumindest anfangs) kaum Gefallen finden, denn wie beim großen Fantasywerk, so nimmt auch hier das Umherreisen reichlich viel Platz innerhalb der Handlung ein. Und wie Tolkien, so nutzt auch Gordon diesen Platz, um seine Protagonisten näher auszuarbeiten und im weiteren Verlauf die Unterschiede der verschiedenen Kulturen, Religionen und Landschaften ausführlicher zu skizzieren. Das wird bei Freunden geradliniger Bücher vielleicht für nur wenig Begeisterung sorgen. Fakt ist aber: Noah Gordon gelingt damit die Wiederbelebung der schillernden Welt des Mittelalters, welche der Leser Seite um Seite mit einem ähnlich kindlichen Staunen betrachtet wie der junge Rob Jeremy Cole. Bader und Gaukler, marodierende Ritter, reisende Kaufleute, pilgernde Christen, Pest, Hungersnöte und blinder religiöser Fanatismus. Der Autor hat in „Der Medicus“ eine einfach stimmige Mischung auf Papier gebracht, welche zwar nur auf wenigen überlieferten Fakten beruht (Gordon gibt dazu im Nachwort eine aufschlussreiche Erklärung ab), dafür jedoch die persönliche Geschichte von Jeremy Cole schlichtweg passend in die damalige Zeit einbettet. Und dieser ist ohne Frage das Zugpferd der gesamten Geschichte. An seinem Schicksal nimmt man, nicht zuletzt wegen seiner nachvollziehbaren, menschlichen Art, ziemlich früh Anteil. Man betrauert familiäre Verluste und berufliche Rückschläge, fiebert beim Werdegang des Waisenjungen mit. Stets in der Hoffnung, er möge eines Tages sein Ziel erreichen und als ausgebildeter Medicus nach England zurückkehren. Bis dahin ist es für Cole und den Leser ein weiter, aber lohnenswerter Weg, an dessen Rand man immer wieder Neues entdecken kann. Für Zartbesaitete könnte dieser Weg allerdings mitunter beschwerlich sein, schildert doch Gordon medizinische Eingriffe und Operationen nicht selten bis in kleinste, blutige Detail (Die blumige Ausdrucksweise dürfte für den konservativen Iny-Lorentz-Leser nur schwer zu verkraften sein). Auch die lange Feindschaft zwischen den Christen und den Juden wird intensiv beleuchtet, wobei hier Gordon (selbst Jude) ein großes Lob für die äußerst moralfreie Betrachtung dieser Thematik auszusprechen ist. Das die differenzierte Darstellung der kulturellen Gegensätze trotzdem bis zum heutigen Tag noch aktuell ist, ist weniger Gordon, als vielmehr der gesamten Menschheit anzulasten, auf welche folgender Ausspruch wohl immer noch am besten passt: „Aus der Geschichte lernen wir, dass wir nichts aus der Geschichte lernen.“ Nach mehr als 700 Seiten schließt das Buch dann mit einem unerwarteten und unkonventionellem Ende, das allerdings gerade deswegen so befriedigend ist und dazu nochmals den Eindruck verstärkt, mit Gordons „Medicus“ ein ganz besonderes Buch gelesen zu haben. Insgesamt ist „Der Medicus“ ein farbenprächtiges und lebendiges Historien-Epos, das Unterhaltung und Tiefgang sehr bemerkenswert in Einklang bringt und dabei sogar die eigene Wissbegierde weckt. Ein Klassiker des Genres, der auch nach einem Vierteljahrhundert immer noch seinen Platz in den Regalen der Buchhandlungen sicher hat.

  2. Cover des Buches Fanatisch (ISBN: 9783649624547)
    Patricia Schröder

    Fanatisch

     (154)
    Aktuelle Rezension von: natural_ranchgirl

    "Fanatisch" war mein erstes Buch dieser Autorin und ich war absolut begeistert.

    Die Handlung hat mich sofort gepackt und ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe einen Thriller in diesem Stil noch nie gesehen, er packt einen mit Klauen und lässt nicht mehr los. Was ich besonders fand ist das ich denke das es auch in echt passieren könnte was dort mit den Mädchen geschieht.


    Eine echte Leseempfehlung von mir, wer sich auf eine überraschende Wendung freut der ist hier genau richtig.

  3. Cover des Buches Sommer unter schwarzen Flügeln (ISBN: 9783789142970)
    Peer Martin

    Sommer unter schwarzen Flügeln

     (132)
    Aktuelle Rezension von: Fantasticfox

    Das Cover ist schlicht und auch der Klappentext eher knapp. Dennoch musste ich das Buch bei der Brisanz des Themas einfach lesen und ich wurde tatsächlich nicht enttäuscht.

    Der Schreibstil ist so fesselnd, dass ich das Buch trotz der vielen Seiten relativ schnell durch hatte - ich konnte es kaum aus der Hand legen.

    Die Geschichte hinter dem Buch ist sehr aktuell und vielleicht auch gerade deshalb so sehr verstörend und wachrüttelnd.

    Der Schreibstil ist sehr intensiv, man kann sich wahnsinnig gut in die Protagonisten hineinversetzen und ist gefühlt mitten in der Geschichte als stiller Beobachter und möchte doch so unendlich viel tun, um Protagonisten davon abzuhalten ins Verderben zu rennen.

    Alles in allem ein sehr krasses und wichtiges Buch, das jeder gelesen haben sollte, zum Nachdenken anregt und noch sehr lange nachhallt.

  4. Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)
    Michel Houellebecq

    Unterwerfung

     (290)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    In Frankreich werden die extremistischen Parteien immer stärker, als im Jahr 2022 die Muslimische Partei gewinnt kommt das Gleichgewicht im Land zum Schwanken.
    Der Professor François hat mit dieser Veränderung zum kämpfen.

    Das Buch hat mich leider überhaupt nicht überzeugen können.
    Mir war der Protagonist und Erzähler total unsympathisch und ich habe ihn und seine Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen können, außerdem hat mich die Handlung auch überhaupt nicht überzeugt.

    Das Buch ist leider keine Empfehlung von mir.

  5. Cover des Buches Die geheime Mission des Kardinals (ISBN: 9783446263796)
    Rafik Schami

    Die geheime Mission des Kardinals

     (115)
    Aktuelle Rezension von: Arius

    Rafik Schamis Erzählung ist nur vordergründig ein Krimi. ... Zwischen den Zeilen analysiert der Autor die Mechanismen von Diktatur und wie ein System die Menschen verändert. Die Handlung ist zweigeteilt. Einerseits ermittelt die Hauptperson, Kommissar Barudi gemeinsam mit seinem italienischen Kollegen Mancini. Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch Tagebucheinträge des syrischen Kommissars. Hier blüht der Autor auf und lässt sein aufgeklärtes Alter Ego in Tagebuchnotizen und Dialogen Kritik am autoritären Islam üben ebenso wie am Pakt der Alawiten mit der Macht und an der Überheblichkeit des römischen Klerus.

    Wir erfahren, wie hochkomplex und explosiv die politische Situation 2010 war. Das Jahr ind er die Handlung spielt.  Der aufrechte, kurz vor der Pensionierung stehende Kommissar verrät in seinem Tagebuch, was öffentlich nicht gesagt werden darf. 

    Kommissar Barudi, ein Christ, soll kurz vor seiner Pensionierung den brutalen Mord an einem italienischen Kardinal aufklären. Dazu muss er erst einmal wichtige Verbündete finden, um in einem Land mit nahezu allmächtigem, raffiniertem Geheimdienst überhaupt ermitteln zu dürfen. Das gelingt ihm, indem er die Botschaften Italiens und des Vatikans mit ins Boot holt. Bald gilt die Aufklärung der Tat als Staatsaktion, schließlich braucht Syrien gute Beziehungen nach Westen. Berlusconis Italien schickt zur Verstärkung (und Absicherung) einen eigenen Kommissar nach Damaskus, den perfekt Arabisch sprechenden Marco Mancini.

    Auch wenn der Plot in Form eines Kriminalromans daherkommt, handelt es sich in erster Linie um einen Roman über das Leben in Damaskus. Rafik Schami lässt es sich nicht nehmen, Syriens Kultur und Lebensweise einfließen zu lassen. Den Gewürzmarkt, der beim Lesen den Geruch von Koriander und Kardamon entwickelt. Der Geschmack der Nachtigallennester, ein Pistaziengebäck, das Leben der verschiedenen Religionen zueinander und die christliche Religion als Minderheit im Land, die ärmlichen Marktgassen, wo keine Touristen hinkommen und vieles mehr. 

    Kommissar Barudi selbst, ist ein melancholischer, unangepasster Typ, der nie in die Partei der Machthaber eingetreten war und daher nie aufstieg, aber er ist damit zufrieden. Er mischt sich politisch nie ein, das würde bedeuten, entweder das Lied der herrschenden zu singen oder im Gefängnis zu verfaulen. So kann er wenigstens gute Polizeiarbeit leisten.

    Kurz vor seinem Ruhestand muss Kommissar Barudi einen brisanten Fall lösen: In einem Fass mit Olivenöl, das an die italienische Botschaft in Damaskus geliefert wurde, befindet sich die Leiche eines italienischen Kardinals, der auf einer geheimen Mission in Syrien unterwegs war. Verdächtige gibt es mehr als genug: 'einfache' Kriminelle, Islamisten, der Geheimdienst, Widersacher in den eigenen Reihen. Und wem kann man vertrauen? Der Geheimdienst hat seine Ohren überall.

    Ein weiteres Thema des Buches behandelt den Aberglauben und die Religion und wie diese Menschen dazu bringen können, die unglaublichsten Dinge zu tun und zu ertragen. Und dies nicht nur im positiven Sinne. Wer nun denkt: 'Na klar, diese zurückgebliebenen Bewohner entfernt liegender Bergdörfer, kein Wunder, dass die Alles glauben.', der irrt. Hierzu ein schöner Satz, weshalb der Aberglaube auch in übersättigten Gesellschaften gedeiht (wenn auch in anderer Form): "Weil die Menschen dort durch nichts mehr Befriedigung finden. Unerträgliche Leere breitet sich in ihrer Seele aus. Deshalb suchen die Menschen in fernen Welten oder Sphären Befriedigung." 

    Das hört sich nun vielleicht Alles ziemlich trist an - ist es aber überhaupt nicht. Rafik Schami schreibt sehr unterhaltsam, wenn auch für meinen Geschmack gelegentlich etwas weitschweifig, was aber wohl den orientalischen Gegebenheiten entspricht. Zudem kommt auch der Humor nicht zu kurz, denn trotz des allgegenwärtigen Geheimdienstes können sich Barudi sowie sein Freund, der Chef der Spurensicherung, ihre spitzen Kommentare nicht verkneifen und der hinzugezogene italienische Kollege hält sich ebenfalls nicht zurück.

    Wer klare, stringente Handlungen mag, tut sich mit diesem Buch vermutlich keinen Gefallen. Denn der Autor nutzt bei jeder Gelegenheit die Chance etwas zu erzählen, was mit der eigentlichen Geschichte nichts zu tun hat. Und so erfährt der Leser irgendwie nebenbei die Lebensläufe fast aller Beteiligten und etliche weitere Anekdoten. Mir hat es gefallen.

  6. Cover des Buches Die Attentäter (ISBN: 9783789104565)
    Antonia Michaelis

    Die Attentäter

     (105)
    Aktuelle Rezension von: DrunkenCherry

    Ich habe das Buch am Erscheinungstag gekauft und tatsächlich drei Jahre gebraucht, um es zur Hand zu nehmen, so schwierig fand ich das verarbeitete Thema. Doch Antonia Michaelis hat mich bisher nie enttäuscht und so habe ich es schließlich doch gewagt.

    Nun muss ich sagen, ich bin doch recht zwiegespalten, was „Die Attentäter“ angeht.

    Die Beschreibung Berlins mit seinen Mietshäusern und den darin lebenden, so gänzlich verschiedenen, Menschen fand ich sehr gelungen. Trotzdem fiel mir der Einstieg in die Geschichte ziemlich schwer. Das liegt wohl auch daran, dass Michaelis hier keinen gleichmäßigen roten Faden gewebt hat. Viel zu oft ändern sich Erzählperspektive und Zeitstrang. Die Autorin spring wie sie es will von Erzählperspektive zum Ich-Erzähler. Das war sehr ungewohnt von ihr und echt verwirrend.

    Die Geschichte an sich war ab dem zweiten Drittel nicht unspannend. Aber durchzogen von unnötigen Längen. Man hatte oft das Gefühl, dass sich dieselben Szenen immer wieder wiederholen.

    Viel zu spät erfährt man, wie sich die Sache mit dem IS entwickelt hat und was einer der Protagonisten vorhat.

    Okay, das Ende ist dann unheimlich spannend und ich habe sogar eine Nachtschicht eingelegt, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bevor ich wusste, wie es nun ausgeht, aber der Weg dahin war einfach nicht optimal.

    Die Protagonisten Cliff und Alain fand ich gut gezeichnet, aber die dritte im Bunde, Margarete, war im Grunde überflüssig. Sie bekam am Ende von Michaelis noch eine bedeutungsschwangere Schlussszene, aber man hätte den ganzen Charakter weg lassen können und es hätte sich nichts an der Story geändert.

    Ich muss auch sagen, dass ich den Schreibstil der Autorin schon mal besser fand. Hier finden sich nicht diese bildgewaltigen und poetischen Umschreibungen, die ich sonst so von ihr liebe.

    Im Fazit behandelt das Buch ein sehr aktuelles und krasses Thema – aber mir ging die Erzählung einfach zu schleppend. Für mich leider nicht das beste Buch der Autorin.

  7. Cover des Buches Der Alchimist (ISBN: 9783257261165)
    Paulo Coelho

    Der Alchimist

     (1.533)
    Aktuelle Rezension von: Miii

    Santiago, ein andalusischer Hirte, hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden liege ein Schatz für ihn bereit. Trotz des Risikos fasst er den Mut, sich auf die Reise ins Ungewisse zu begeben und lernt auf diesem Weg, dass das Leben Schätze bereithält, die wertvoller sind als alle materiellen Besitztümer.

    Ich glaube "Der Alchimist" ist eins dieser Bücher, das früher oder später jeder Mal empfohlen bekommt. Auch ich bin letzten Endes nicht daran vorbei gekommen, das Buch zu lesen und um ehrlich zu sein wünschte ich, dass ich es schon viel früher getan hätte.

    Die kurze Geschichte von Santiago, der immer wieder mal einen Kampf zwischen dem wonach sein Herz sich sehnt und dem, was sein Verstand sagt, führt, berührt auf einer ganz tiefen Ebene. 

    Ein bisschen hat mich die Erzählung an den kleinen Prinz erinnert. Sie ist auf ihre Art sehr unschuldig aber gleichzeitig doch sehr lehrreich. Genau wie Santiago - oder auch der Jüngling, wie man ihn auf seiner Reise genannt hat - muss man erkennen, dass Hindernisse, Schwierigkeiten und auch Rückschläge unumgänglich sind, wenn man seine Komfortzone verlässt. Weder kann man sich vollständig auf sein Herz noch vollständig auf den Verstand verlassen sondern muss in den jeweiligen Situation immer abwägen können.


    Trotz der geringen Länge habe ich eine Weile gebraucht bis ich das Buch durchgelesen hatte und ich bin froh, mir diese Zeit genommen zu haben, denn die Erlebnisse von Santiago berühren auf eine andere Art und Weise, wenn man sie auf sich wirken lässt und auch reflektiert. 


    Klare Leseempfehlung von mir!

  8. Cover des Buches 40 Stunden (ISBN: 9783442381296)
    Kathrin Lange

    40 Stunden

     (137)
    Aktuelle Rezension von: Aurora

    Ich fand das Buch bereits schon vor dem Lesen interessant, was allein an der Tatsache liegt, dass es in Berlin spielt. AUch der Klappentext klang für mich vielversprechend. Als ich jedoch ziemlich zu Beginn des Buches las, dass es in dem Buch auch viel um Religion geht und der Ermittler Faris Iskander zudem der SERV (Sondereinheit für die Ermittlung bei religös motivierten Verbrechen) angehörte, war mein Interesse für einen Moment gedämpft. Denn mit Religion habe ich nun so gar nichts am Hut. Aber dieser Moment verflog ziemlich rasch - genauso wie die Buchseiten. Wahnsinn, wie schnell sich dieser Thriller weglas. Wäre es nicht mein Unterwegsbuch gewesen, hätte ich es noch viel schneller beenden können. Wenn ich im Bus gelesen habe und ab und zu aufsah, war ich erstaunt, wie weit ich schon wieder gefahren bin. Das Buch ist so unglaublich fesselnd, dass man alles um sich herum vergisst.
    Als ich mich der Zielgeraden näherte, flog mir vor Erstaunen die Kinnlade runter und ich MUSSTE weiterlesen.
    Ich bin ziemlich froh, dass das (mal wieder) der erste Band einer Reihe ist. Wenn seine Nachfolger genauso werden, können wir uns auf eine rundum geniale Reihe freuen.
    Ich habe diesem Buch jedoch "nur" 4 Sterne gegeben, weil mein Gefühl mir von 5 abriet - außerdem muss man sich ja noch ein wenig Luft nach oben lassen, wenn die nächsten Bände den ersten noch übertreffen.

  9. Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)
    Yann Martel

    Schiffbruch mit Tiger

     (1.021)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Worum geht's

    Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoodrektors und praktizierender Hindu, Moslem und Christ erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Schiffbruch. Bald stehen sich nur noch zwei gegenüber - Pi und der Tiger

    Cover

    Ein schönes Cover, wobei ich die ältere Ausgabe des Covers schöner finde.

    Meine Meinung

    Eins vorweg: Ich habe dieses Buch bei Seite 280 abgebrochen. Ich hatte so meine Probleme mit diesem Buch, was 1.) daran lag, dass die ersten 120 Seiten nur über Zoo und Religion geredet wird und dadurch 2.) kaum Spannung in diesen ersten 120 Seiten und auch in den folgenden ist kaum Spannung vorhanden. Yann Martel schreibt alles so genau, was mich bei einigen Sachen einfach gar nicht interessiert. Auch seine Vergleiche mag ich nicht.

    Fazit

    Ich empfehle dieses Buch nicht, da sich das Vorgeplänkel einfach sehr lange zieht und der eigentliche Schiffbruch (worum es ja eigentlich geht) eher Nebensache in diesem Buch ist.

    1 von 5 Sternen!


  10. Cover des Buches Kinder des Judas (ISBN: 9783426637685)
    Markus Heitz

    Kinder des Judas

     (684)
    Aktuelle Rezension von: Michelly

    Die "Kinder des Judas" ist der Auftakt einer Vampir-Trilogie und alle drei Bücher gehören zum "Pakt der Dunkelheit". Die Kinder des Judas wird meines Wissens offiziell als Band 3 gehandelt des Paktes der Dunkelheit, ich habe allerdings die anderen Bände vorher nicht gelesen und ich hatte keine Probleme die Geschichte zu verstehen.

    Markus Heitz liefert uns hier einen soliden Vampir-Roman mit viel Spannung, Action und Blutvergießen. Mitunter sind die Szenen recht brutal, aber nicht niveaulos oder billig. Ein hochwertiger Vampirroman ohne den bekannten Kitsch, abwechslungsreich und mit einigen Tempowechseln in der Geschichte. Es gibt einen ordentlichen Spannungsbogen, was die Geschichte sehr kurzweilig macht.

    Die Protagonistin Sia ist sehr gut dargestellt, kann ich das Wort "authentisch" benutzen, obwohl sie eine Vampirin ist? Mir gefällt die Figur ausgesprochen gut, eine mitunter brutale Kämpferin mit sehr schön ausgearbeiteten menschlichen Zügen und überraschend viel Herzwärme. Auch die Figuren um Sia herum sind gut ausgearbeitet und gestalten so eine abwechslungsreiche und fesselnde Geschichte. Der Schreibstil ist locker und flüssig.

    Ich hatte bisher noch keines der Bücher von Markus Heitz gelesen, war aber so begeistert, das ich mir gleich Band 2 und 3 der Trilogie gekauft habe. Wer Vampire mag, dem kann ich den Roman nur ans Herz legen.

  11. Cover des Buches The promises we made. Als wir uns wieder trafen (ISBN: 9783864931574)
    Simona Ahrnstedt

    The promises we made. Als wir uns wieder trafen

     (167)
    Aktuelle Rezension von: blue-jen

    Sam, ein reicher Hotelier erhält Hassbotschaften und wir bedroht, daher wendet er sich an eine Sicherheitsfirma.

    Dort arbeitet Dessie, beide verbindet eine gemeinsame Vergangenheit.


    Also der Schreibstil der Autorin ist sehr gut, man kann es sehr gut lesen.

    Die beiden Protagonisten Sam und Dessie passen auch sehr gut zusammen, beide kämpfen mit einigen Erinnerungen und sind ein tolles Paar.

    Allerdings gefiel mir die Geschichte nicht wirklich, es gab einfach zuviele Abzweigungen, die teilweise nur kurz behandelt wurden, z.B. die Vergangenheit wurde direkt abgehakt, ebenso war plötzlich bei Dessie alles wieder gut anstatt ihre Albträume aufgrund der Türkeigeschichte. Auch hätte ich mir gewünscht, dass sich das Thema Rassismus mehr in den Mittelpunkt stellt.

    Die Wendung am Schluss kam für mich zwar plötzlich aber man konnte es schon an einigen Stellen vorher erahnen, war aber wieder eine Abzweigung zuviel für mich.

    Daher nur 3 Sterne

  12. Cover des Buches funny girl (ISBN: 9783257068924)
    Anthony McCarten

    funny girl

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Callso
    Ein ganz nettes Buch. Eine ganz ordentliche Idee und eine brauchbare Umsetzung. So klingt es halt, wenn einem (oder besser mir) das Buch nur bedingt gepekt udn nur bedingt überzeugt hat. Die Buchtheamtik und Story ist tatsächlich ganz interessant und einzigartig, gleichwohl war dieser Roman nicht das Buch, das mich total von den Socken gehauen hat.

    Eine Muslimne, die die kleinen und großen Comedy-Bühnen erorbert. Dabei kämpft sie innenrhalb ihrer gläubigen und konservativen Familie um jedes Fitzelchen Freiheit.

    Azime, die junge Titelheldin kämpft sich durch Blind-Dates mit Heiratskandidaen, bemüht sich um erste Comedyerfolge und sucht  zugleich einen möglichen Mörder und die große Liebe. Insofern hat das Buch nicht nur leichtes Gepäck, sondern beinhaltet eine Vielzahl an Großthemen.

    Mitunter verliert somit das Buch leider an Glaubwürdigkeit, zudem waren die Witze für mich nur eher selten richtig gut und unterhaltsam.

    Drei Sterne - ein gut durchschnittliches Buch.


  13. Cover des Buches Tausend strahlende Sonnen (ISBN: 9783596030934)
    Khaled Hosseini

    Tausend strahlende Sonnen

     (1.201)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    Nachdem in "Drachenläufer" männliche Figuren im Vordergrund standen, erzählt Khaled Hosseini hier nun von zwei Frauen: Mariam und Laila. Zunächst widmet er jeder der beiden Frauen einen separaten Teil. 

    Mariam wächst als uneheliches Kind eines wohlhabenden Mannes zusammen mit ihrer Mutter am Rande der Gesellschaft auf, wird jedoch immer wieder von ihrem Vater unterstützt, der sie einmal pro Woche besuchen kommt. Doch als die Mutter Selbstmord begeht, wird Mariam, damals 15 Jahre alt, an einen deutlich älteren Mann, Raschid, verheiratet und zu ihm nach Kabul geschickt, weit weg von ihrem Vater.

    Laila wächst hingegen behütet in Kabul auf und plant ihre Hochzeit mit ihrer Sandkastenliebe. Doch als ihr Geliebter nach Pakistan flieht und ihre Eltern bei einem Bombenangriff ums Leben kommen, ist es mit Lailas unbeschwertem Leben vorbei. 

    Das ist der Moment, als sich die Lebensläufe von Mariam und Laila kreuzen, denn Raschid nimmt die nunmehr obdach- und elternlose Laila bei sich auf. Sie wird seine Zweitfrau. Mariam reagiert zunächst eifersüchtig bis feindselig.

    Wenn man die Geschichte von Mariam und Laila liest, dann tut man dies unweigerlich vor dem Hintergrund afghanischer Geschichte. Mit jeder neuen Führung kommt das Land vom Regen in die Traufe. Der Umgang mit Frauen, v.a. unter der Herrschaft der Taliban, ist skandalös. Als der Roman 2007 erschien, schien es mit Afghanistan durch die Präsenz der Amerikaner langsam aufwärts zu gehen; Frauen erhielten schrittweise ihre Rechte zurück. Liest man das Buch heute, nachdem die Amerikaner sich zurückgezogen haben und die Taliban wieder auf dem Vormarsch sind, weiß man auf einmal nur zu gut, was das für die Bevölkerung, v.a. aber für deren weiblichen Teil, bedeutet. Unvorstellbar, dass es so etwas heute noch gibt! 

    Der Roman hat mich berührt und er war packend zu lesen, konnte mich aber nicht so restlos begeistern wie Hosseinis Erstling. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Tempo gewünscht. Durch die klare Fokussierung auf die beiden Frauen gab es keinerlei Nebenhandlungen, was für einen fast 400 Seiten starken Roman doch eher selten ist. 


  14. Cover des Buches Das Einstein Enigma (ISBN: 9783946621003)
    J.R. Dos Santos

    Das Einstein Enigma

     (79)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Der portugiesische Kryptanalyst Tomás Noronha soll ein Geheimmanuskript Albert Einsteins entschlüsseln: „Die Gottesformel“ – die vermeintliche Bauanleitung für eine billige Atombombe.

    Tatsächlich geht es jedoch um die fundamentalen Fragen nach der Entstehung des Universums, dem Sinn des Lebens und Gott. Eine spannende Reise in die Welt von Wissenschaft und Religion. Denn im Rahmen seiner Ermittlungen kommt Tomás einem der größten Rätsel der Welt auf die Spur: dem wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes. 

    Man muss sich auf das Buch einlassen und kann es nicht einfach so nebenbei lesen.

  15. Cover des Buches Der Geruch des Paradieses (ISBN: 9783036957524)
    Elif Shafak

    Der Geruch des Paradieses

     (61)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Jetzt habe ich tatsächlich auch endlich mein erstes Buch von Elif Shafak gelesen. In „Der Gesuch des Paradieses“ erzählt sie die Lebensgeschichte der Türkin Peri, die als Mutter und Ehefrau auf eine Dinnerparty in gehobener Gesellschaft in Istanbul eingeladen ist.

    Während sich die Handlung in der Jetztzeit nur über diesen einen Abend erstreckt, wird in Rückblenden Peris Kindheit beleuchtet sowie ihre Zeit als Studentin in Oxford. Dabei schafft es die Autorin gekonnt, Spannung in allen Erzählsträngen aufzubauen, denn es gibt so einige Spannungsfelder und Wendungen im Leben der Protagonistin. So toll der Spannungsbogen aufgebaut ist, so enttäuscht war ich dann doch von den Auflösungen und dem Ende des Buchs, das sehr parat kommt und extrem offenbleibt.

    Dass Shafak als DIE Stimme der türkischen Literatur gehandelt wird, kann ich dennoch gut nachvollziehen. Ihr Sprachstil ist gewaltig. Sie ist geradezu eine Meisterin der Metaphern. Und auch wenn der Roman einige Längen enthielt, bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Auch die behandelten Themen: Gott, Glaube und Atheismus, Tradition und Moderne, Türkei und Europa und die damit einhergehenden Kontroversen hat sie differenziert erörtert und gekonnt in die Handlung und das Seelenleben ihrer Figuren eingewoben.

    Auf den ersten 500 Seiten konnte mich Elif Shafak sehr überzeugen, mit dem Ende bin ich dann leider nicht so glücklich. Schade, und dennoch hat sich das Lesen gelohnt und es wird sicher nicht mein letztes Buch von ihr sein.

  16. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (182)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher



    *Klappentext*

    Mit kühler Ironie und beeindruckender Prägnanz erzählt Olga Grjasnowa die Geschichte der höchst eigenwilligen jungen Mascha, die keine Grenzen kennt. In ihrer Welt kommen viele Kulturen und viele Traditionen zusammen. Sie könnte überall leben. Doch eine Heimat hat sie nicht.

    (©dtv_verlag )


    *Meinung*

    Wow, dieses kurze Buch beinhaltet so viele Themen. Mascha ist traumatisiert von dem Bürgerkrieg in ihrem Geburtsland Aserbaidschan und erfährt in Deutschland eine Retraumatisierung durch einen schweren Schicksalsschlag. 

    Sie kann fünf Sprachen und hat verschiedene Wurzeln. Sie ist Jüdin, Russin, Deutsche.

    Es geht um Zugehörigkeit und um die Frage, wie sehr wir uns mit unserer Herkunft identifizieren (müssen?) und in wie fern sie uns ausmacht. 

    🌳🌳🌳🌳🌳🌳

    Die Geschichte wurde gegen Mitte etwas zäh und das zog sich bis zum Ende hin. Der Roman lebt nicht davon, DASS die Geschichte erzählt wird, sondern WIE.

    Die Autorin hat es aber sehr gut geschafft, das "Innere" der Protagonisten nach Außen zu bringen und es gleichzeitig geschafft, dass sie uns fern bleibt, weil sie einfach niemanden an sich ran lässt.


    *Fazit*

    Für mich ein gutes Buch, welches wichtige Themen anspricht, mich aber ab der zweiten Hälfte nicht mehr richtig packen konnte.

    Hätte ich es nicht empfohlen bekommen, wäre es mir aufgrund des (meiner Meinung nach) nicht gelungen Covers wohl nicht aufgefallen. 

  17. Cover des Buches Ehre (ISBN: 9783036959320)
    Elif Shafak

    Ehre

     (91)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    In der Hoffnung ein besseres, erfüllteres oder sichereres Leben führen zu können, verlassen viele Menschen ihre Heimat und versuchen sich in einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen. Ein sehr aktuelles Thema – jedoch spielt der Roman in einer früheren Zeitepoche. Wie schwierig eine Migration sein kann und welche kulturellen Unterschiede oft unüberbrückbar sind, zeigt dieses Buch sehr eindrücklich.


    Die Autorin, sie ist selbst Kennerin verschiedener Kulturen, erzählt die Geschichte eines Ehrenmordes. Sie vermag, den dramatischen Inhalt zu dieser archaischen Tradition offen anzusprechen. Der Roman wirkt aber nie anklagend, sondern vermittelt atmosphärisch dicht tiefe Einblicke in den nahöstlichen Kulturkreis, in dem andere Traditionen und Gesellschaftsnormen als in London den Alltag vieler Menschen bestimmen.


    Elif Shafak ist eine kluge und sensible Autorin und ich bin gespannt auf weitere Bücher von ihr.

  18. Cover des Buches Nach der Flut das Feuer (ISBN: 9783423281812)
    James Baldwin

    Nach der Flut das Feuer

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Die 1963 erschienenen Essays, die in dieser Ausgabe neu auf deutsch übersetzt und um ein Vor- und Nachwort ergänzt worden sind, haben leider nichts von ihrer Aktualität verloren.

    Im ersten, kürzeren Essay richtet sich Baldwin an seinen Neffen und appelliert an ihn, zu versuchen, sich nicht zu sehr an den Erwartungen Weißer auszurichten, da Rassismus nicht aufgrund der jeweiligen Persönlichkeit der Schwarzen Person stattfindet, sondern sich gegen das Konzept eines N* richtet, der mit der konkreten Person nichts zu tun hat. Im zweiten Essay verdeutlicht Baldwin, wie umfassend der Rassismus in den USA der 196er ist und wie stark sich dieser auf die Idententitätsentwicklung Schwarzer Menschen auswirkt. Er befasst sich besonders mit der Nation of Islam, einer Bewegung Schwarzer Muslime in den USA, die insbesondere auch als Reaktion auf den weißen Rassismus entstanden ist. Deren Dämonisierung Weißer hält er jedoch für falsch. Es sei nötig, eine Gesellschaft zu schaffen, in der Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe diskriminiert werden und auch, wenn er die Hintergründe der Nation of Islam nachvollzieht und prinzipiell deren religiöse Narrative als logische Umkehr der rassistischen christlichen Auslegungen versteht, sieht er darin Gefahren. Mit einer lebhaften Bildsprache zeichnet Baldwin ein Portrait des Lebens eines Schwarzen Jungen und Mannes in den USA des 20. Jahrhunderts und leider sind viele der in diesem nun fast 60 Jahre alten Werk getroffenen Aussagen auch heute noch aktuell. Gerade, da wir oft dazu neigen, die systemische Komponente des Rassismus zu ignorieren, sollten wir diese Essays lesen. Sie zeigen, wie nachhaltig sich Rassismus auswirkt, wie tief er verwurzelt ist und wie problematisch insbesondere der implizite Rassismus ist, den nicht davon Betroffene selten überhaupt sehen. Im Nachwort wird von der Übersetzerin zudem noch einmal genauer auf das N-Wort eingegangen und dargelegt, warum es in der Neuausgabe anders verwendet und häufig durch die Selbstbezeichnung Schwarz ersetzt wird. 

    James Baldwin war ein bewundernswerter Autor und Intellektueller und auch, wenn seine Analysen gerade die spezifischen Elemente der Diskriminierung Schwarzer Amerikaner*innen darlegen, lassen sich einige seiner Analysen auch auf die heutige Situation hierzulande übertragen.

  19. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.117)
    Aktuelle Rezension von: Vera-Seidl

    Zu meinem Erschrecken gibt es inzwischen Literatur, die lästiges Recherchieren zu Lessings Drama "Nathan der Weise" ersparen und weniger Zeit zur Vorbereitung kosten soll.

    In Anbetracht solcher Worte und da ich seit einundzwanzig Jahren in der Lessingstraße wohne, wird es Zeit, dass ich dem hervorragenden Dichter und Denker ein Denkmal setze.

    Das Buch "Nathan der Weise" habe ich zwei Mal gelesen und mir fünf Inszenierungen auf der Bühne angesehen, wobei mir die des Poetenpacks am besten gefallen hat.

    Wie viel mehr das 1779 erschienende Ideendrama beinhaltet als die Frage, welcher Ring (Religion) der richtige sei, wird deutlich, wenn man das Werk in seinen Kontext einordnet.

    Ein Streit mit dem der lutherischen Orthodoxie angehörenden Theologen Johann Melchior Goeze führte nicht nur zu elf Erwiderungen Lessings mit dem Titel "Anti-Goeze" (1778), sondern auch zur Entstehung der Figur des Patriarchen im Drama, welcher als Antagonist Nathans und Saladins als christlicher Fanatiker dargestellt wird.

    Wenn man sich Lessings religionsphilosophisches Hauptwerk "Die Erziehung des Menschengeschlechts" (1780) anschaut, tritt seine deistische Auffassung noch mehr hervor und zeigt die Intoleranz des für seine Religionstoleranz berühmten Aufklärers gegenüber dem Theismus noch deutlicher.

    Der rational denkende Nathan schärft seiner Ziehtochter, Recha, in Anbetracht ihrer Rettung aus dem Feuer ein, nicht an das Wirken von Schutzengeln zu glauben.

    Ebenso sei die Begnadigung des Tempelritters durch Saladin ein Zufall, möchte der Autor dem Leser glauben machen.

    Nach Untersuchungen mittels funktioneller Magnetresonanztomografie sagte der Neurologe John-Dylan Haynes vom Bernstein Center for Computational Neuroscience in Berlin 2008: "Unsere Entscheidungen sind, lange bevor unser Bewusstsein ins Spiel kommt, unbewusst vorherbestimmt. Anscheinend trifft das Gehirn die Entscheidung vor der Person."

    Wenn es nach der Aufklärung keine Wunder (mehr) gibt, woher hatte dann Gotthold Ephraim Lessing die Ideen für sein Ideendrama? Der Verstand kann ähnlich wie ein Computer nur das wiedergeben, womit er mittels Erfahrung gefüttert wurde. Werden Computer demnächst von sich sagen: "Ich denke, also bin ich", so wie es Descartes irrtümlicherweise getan hat? Waren Lessings Ideen Zufall so wie die Rettung Rechas und des Tempelritters? Ein Zufall ist, wenn einem etwas zufällt. Von wo fällt es denn? Laut Grawitationsgesetz kann es ja nur von oben fallen.
    Schon Platon wusste lange vor Lessing, dass Ideen als eigenständige Entitäten existieren und dem Bereich der sinnlich wahrnehmbaren Objekte ontologisch übergeordnet sind.

    Ohne Lessings Drama "Nathan der Weise" wären meine kritischen Gedanken zu seinem Werk nicht entstanden. Deshalb möchte ich ihn durch folgendes Gedicht ehren.

    Nathan der Weise

    Nathan der Weise
    Spricht leise
    Oder schweigt
    Seiner Tochter zugeneigt
    Seine Vermutungen
    Abwägungen
    Dass seine Ziehtochter
    Viel gemochter
    Die Schwester sei
    Und damit nicht frei
    Für den Tempelritter
    Bitter

     Vera Seidl 

     

  20. Cover des Buches Ich bin Malala (ISBN: 9783426276297)
    Malala Yousafzai

    Ich bin Malala

     (273)
    Aktuelle Rezension von: Elbe1092

    Zu recht ein Bestseller , 

    Es ist kein Geheimnis was in einem Land wie Pakistan und Afghanistan für schlimme Dinge geschehen und das weibliche Geschlecht immer mehr dafür verurteilt wird , das es in dieses Geschlecht hineingeboren wurde. Das so ziemlich alles was wir westlichen Menschen kennen und lieben, für diese Frauen so unerreichbar erscheint.

    Leider bewerte ich das Buch mit nur zwei Sternen, weil es mir teilweise sehr schwer fiel das Buch zu lesen, der ‚Roten Faden‘ zu folgen, der für mich persönlich eine der wichtigsten Dinge sind. Es gibt eine Handlung, in dem Fall die Geschichte , tragisch und dennoch teilweise mit viel Glück gesegnet , eines jungen Mädchens . Ich finde es gut das sie aus ihrer Sicht erzählt , dennoch finde ich viele Informationen, wie eben die Geschichte ihres Volkes aus dem Swat-Tal dennoch für Background-Wissen, was zwar schön ist zu erfahren, dennoch überflüssig. Es hat streng genommen nichts mit ihrem Kampf für ihre Ziele zu tun. Es wirkte auf mich so als müsse sie teilweise versuchen die Seiten irgendwie zu füllen . Zudem musste man oft von einer Zeit in die nächste ‚springen‘, was für mich wie gesagt den Roten Faden zum Verlust hatte.

    Fazit: 

    Dennoch eine wunderbare Geschichte , ein sehr mutiges Mädchen mit so wunderbaren Zielen, die für uns zwar ‚normal‘ sind, da wir in Ländern leben wo wir getrimmt werden einem Beruf nachzugehen der uns glücklich macht. Für diese junge Frau ist das ein Ziel , in einer unmöglichen Zeit der Besetzung eines Landes das tragischerweise nichts anderes kennt als Krieg , Gewalt und Unterdrückung. 

  21. Cover des Buches Der Medicus (ISBN: 9783898303453)
    Noah Gordon

    Der Medicus

     (416)
    Aktuelle Rezension von: Nicola89

    „Der Medicus“ erzählt die Geschichte des Waisenjungen Rob Jeremy Cole, der zu Beginn des 11. Jahrhunderts als Schüler eines fahrenden Baders die Grundkenntnisse der Heilkunst erwirbt. Als er von einer berühmten medizinischen Akademie in Persien erfährt, begibt er sich auf eine abenteuerliche Reise, um sich dort das medizinische Wissen anzueignen und ein anerkannter Medicus zu werden. 

    "Der Medicus" ist ein Buch, das ich schon sehr lange mal lesen bzw. hören wollte.

    Der Sprecher Frank Arnold hat eine sehr angenehme Erzählstimme, der man gut folgen kann.

     Neben der Entwicklung des Arztberufes in Europa lernt man auch noch einiges über Religionen (Christentum, Judentum, Islam).

     Obwohl das Hörbuch eine Hördauer von über 28 Stunden hat und man manche Stellen für meinen Geschmack etwas kürzer hätte halten können, wurde es trotzdem nie langweilig und ich bin froh, mir nun endlich mal die Zeit für diesen Klassiker genommen zu haben.

  22. Cover des Buches Schamlos (ISBN: 9783522305211)
    Amina Bile

    Schamlos

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Freedom4me

    Um mit dem Positiven anzufangen:
    Die Gestaltung des Buches ist wunderschön. Allein das Cover ist schon ein Traum und auch innen ist die Aufmachung sehr hübsch. Die Seiten haben verschiedene Fareben, es gibt viele Bilder, das Layout ist ansprechend und auf einer Doppelseite kann man sogar selbst etwas schreiben. Allerdings führt diese Aufmachung auch dazu, dass weniger drin steht als man vielleicht von einem Buch mit knapp 160 Seiten erwartet.

    Um meine Bewertung einordnen zu können:
    Ich habe keinen muslimischen oder dementsprechend kulturellen Hintergrund. Ich habe das Buch gelesen, um einen Einblick in diese Lebensweise und die Kultur zu bekommen.

    Ich finde an dem Buch schwierig, dass es zwischen sehr oberflächlich und allgemein und plötzlich sehr politisch schwankt. Vieles wusste man schon, anderes war ein Wust an politischen Begriffen, für die man viel Vorwissen braucht, um zu folgen. Dadurch kann ich das Buch weder als wirklichen Einstieg in die Thematik noch als Vertiefung empfehlen.

    Die Geschichten sind leider sehr kurz (1 bis maximal 2 Seiten), den Großteil des Inhalts füllen Gespräche der drei Frauen über die jeweilige Kurzgeschichte. Dabei bleibt mir die Diskussion oft zu abstrakt und es werden Phrasen genannt (sozialle Kontrolle, Patriarchat, Slutshaming), ohne dass es wirklich konkret wird. Inhaltlich fand ich es daher etwas dürftig und hatte mit mehr gerechnet.

    Vielleicht ist das Buch eher etwas, für muslimische Menschen oder Menschen mit einem ähnlichen kulturellen Kontext wie die drei, die sich in den Erzählungen wiederfinden können. Mich konnte es leider nicht wirklich abholen.

  23. Cover des Buches Der Teufelsfürst (ISBN: 9783937357751)
    Silvia Stolzenburg

    Der Teufelsfürst

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Thunderdreamer

    Kein Roman über Vampire und Untote, dafür ein historischer Roman, der im fünfzehnten Jahrhundert angesiedelt ist und die Geschichte des „wahren“ walachischen Fürsten Vlad Draculea erzählt, der wohl als Vorbild des Vampirromans diente. Dieser erlitt in seiner Jugend, als Geisel am türkischen Sultanshof, unglaubliche Brutalität, wurde geschlagen, gefoltert und zum Kriegsdienst gezwungen. Eine Jugend, die ihn prägte und später, als Fürst der Walachei, ebenso grausam handeln ließ.

    Zugleich wird hier die Geschichte der Ulmer Kaufmannstochter Zehra von Katzenstein erzählt, die in ihrer Heimatstadt einer Intrige zum Opfer fällt und daraufhin als Hexe verurteilt und verbannt wird. Auf abenteuerlichen Wegen gelangt sie schließlich an den Hof des Fürsten Vlad  und wird seine Geliebte.

    Ein weiterer Strang der Geschichte widmet sich Zehras Bruder Utz, der als Kaufmann in Ulm und auf weiten Handelsreisen gen Osten, ebenfalls einige Abenteuer zu bestehen hat.

    Die von der Autorin gewählte Erzählweise ist für den Leser ein wenig anstrengend. Ständig springt man vom Sultanshof in der Türkei nach Ulm, von der Walachei nach Transsylvanien etc. Da ist es schon eine Herausforderung, all die handelnden Personen im Blick zu behalten und dem Handlungsstrang zu folgen. Zudem muss man ein gehöriges Maß an Unerschrockenheit mitbringen, um die doch recht detaillierten Schilderungen der verschiedenen Foltermethoden zu ertragen. Man fragt sich manchmal, ob es wirklich sein kann, dass ein einzelner Herrscher derart in seinem Land wütet … Rechnet man einmal die damalige Bevölkerungszahl gegen, müsste Vlad Draculea die ihm gehörenden Ländereien fast entvölkert haben. Aber nur so viel dazu. Sicher, die Zeiten waren vermutlich um einiges härter als das heute der Fall ist. Aber dennoch, da geben ich einem meiner Vorrezensenten Recht, wäre eine etwas weniger detaillierte Schilderung ausreichend gewesen. Nach dem zwanzigsten Pfählen eines Gegners reicht es eigentlich, wirklich vorstellen möchte man es sich nicht.

    Insgesamt vermag die Geschichte durchaus zu fesseln, und wer sich nicht an detaillierten Schilderungen mittelalterlicher Folter stört, bekommt eine historisch recht gut recherchierte Story geboten, die auch sprachlich ausgefeilt ist. Von mir bekommt „Der Teufelsfürst“ vier Sterne …

  24. Cover des Buches Malala - Meine Geschichte (ISBN: 9783596856602)
    Malala Yousafzai

    Malala - Meine Geschichte

     (79)
    Aktuelle Rezension von: andymichihelli

    Den Inhalt erwähne ich jetzt mal nicht mehr, da man den Klappentext überall findet. 

    Meine Meinung dazu ist, dass das Buch sehr toll war. Ich habe zuvor noch nie eine so schöne Biographie gelesen. Diese Frau wurde zu meinem Idol. Ich lese sehr ungern Bücher über Personen, bei diesem war das aber anders. Ich mochte zudem die Auszgüge aus dem Film sehr, Bilder in Büchern zu sehen, ist wie eine Zeitreise zurück in die Kindheit. Definitiv empfehlenswert!

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