Bücher mit dem Tag "israel"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "israel" gekennzeichnet haben.

890 Bücher

  1. Cover des Buches Drei (ISBN: 9783257070842)
    Dror Mishani

    Drei

     (215)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    Da das Buch in meiner Voting-Challenge empfohlen wurde, ging ich dementsprechend mit hohen Erwartungen an das Werk ran.

    Und anfangs wurde ich auch nicht enttäuscht, denn der Plot fängt unterhaltsam an und endet natürlich mit einem Cliffhanger. Der ist auch bitter nötig, denn die Spannung flacht im zweiten Teil leider sehr stark ab.

    Der dritte Teil ist dann sehr rasant erzählt, aber das Ende dennoch leider etwas vorhersehbar. Gestört haben mich hier auch die vielen Wiederholungen, wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin wie man die hätte vermeiden sollen, da der Leser über den jeweiligen Ermittlungsstand informiert sein muss.

    Es hätte zwar die dreier Erzählstruktur durchbrochen, aber statt dem eher etwas zähen zweiten Teil, der im Grunde die "gleiche Story" von eins in neuer Perspektive wiederholt, hätte ich mir lieber gewünscht über die Motivation von Gil aufgeklärt zu werden, denn die habe ich bis zum Ende einfach nicht verstanden. Sicher ihn reizt das "Sich-Annähern", und er verliert dann schnell das Interesse, aber muss man dann gleich so weit gehen?

    Auch verstehe ich leider nicht, warum der Autor ständig und ohne ersichtlichen Grund die Erzählzeit (Präsens-Vergangenheit) wechselte. Ich kenne dieses Stilmittel nur in dem Zusammenhang, wenn man eine bestimmte Szene hervorheben will. Hier kam der Wechsel zu oft vor, um diese Absicht zu rechtfertigen.

    Fazit: Nach so vielen Kritikpunkten hätte ich eigentlich 3 Sterne vergeben müssen. Ich habe deswegen "aufgerundet", weil ich den Roman trotz allem gern gelesen habe. Vielleicht auch, weil der Krimi einfach anders ist und dadurch den Leser überrascht.


  2. Cover des Buches Bühlerhöhe (ISBN: 9783471351260)
    Brigitte Glaser

    Bühlerhöhe

     (147)
    Aktuelle Rezension von: Yolande
    Brigitte Glaser wurde am 18. März 1955 in Offenburg geboren. Sie studierte Pädagogik an der Universität Freiburg und ist heute als Medienpädagogin in der Erwachsenenbildung tätig. Der erste Roman, für den sie als Co-Autorin verantwortlich war, erschien 1996. Brigitte Glaser schreibt vorwiegend Kriminalromane und Jugendbücher. Sie lebt heute in Köln.
    (Quelle: Wikipedia)

    Inhalt (Klappentext):
    Sommer, 1952. Deutschland diskutiert das Wiedergutmachungsgesetz. Konrad Adenauer reist zur Frischzellenkur in den Schwarzwald. Es gibt Morddrohungen aus verschiedenen Richtungen, auch von einer Extremistengruppe aus Israel. Um den Kanzler zu schützen, schickt der Mossad die junge Rosa Silbermann in das Nobelhotel Bühlerhöhe. Rosa konnte vor dem Holocaust aus Deutschland fliehen. Die Ferien ihrer Kindheit verbrachte sie oft im Schwarzwald, sie kennt die Gegend, ihre Orts- und Sprachkenntnisse zeichnen sie aus.
    Als Agentin betritt sie allerdings Neuland und ihre Mission wird dadurch erschwert, dass ihre versprochenen Unterstützung nicht rechtzeitig eintrifft. 
    Die beschauliche Landschaft des Schwarzwalds kann Rosa nicht beruhigen. Als Adenauer schließlich anreist, dauert es nur wenige Tage, bis der erste Anschlag auf ihn verübt wird.

    Ich habe mir das Buch aufgrund des Klappentextes zugelegt und wusste eigentlich nicht so recht, was mich erwartete. Die Geschichte entpuppte sich dann als ein spannender Roman mit zwei starken Frauenfiguren. Das Attribut "Spionageroman" würde ich vielleicht nicht verwenden, das wäre etwas zu hoch gehängt, es handelt sich eher um ein Gegenspiel zweier Frauen mit völlig verschiedenen kulturellen Hintergründen und Vergangenheiten.
    Die Stimmung und gesellschaftliche Atmosphäre der frühen 50er Jahre in Deutschland wird gut transportiert. Die jahrelange Indoktrination der Nazis war noch fest in in vielen deutschen Köpfen verankert, die Annäherung zwischen Deutschen und Juden war nur sehr zögerlich und gerade in Israel, aus verständlichen Gründen, höchst umstritten. Eine spannende und interessante Zeit, von der ich bisher noch nicht allzu viel wusste. 
    Die jüdische Hauptprotagonistin ist sympathisch und ihre ambivalenten Gefühle gegenüber ihrer alten Heimat werden gut beschrieben. Ihre Gegenspielerin ist nicht ganz so vorteilhaft dargestellt, aber ihre Beweggründe werden ebenfalls einleuchtend erläutert. 
    Insgesamt gesehen handelt es sich um ein faszinierendes Psychogramm zweier starker Frauenfiguren garniert mit einer fesselnden umrahmenden Story.



  3. Cover des Buches Am Ende bleiben die Zedern (ISBN: 9783827013026)
    Pierre Jarawan

    Am Ende bleiben die Zedern

     (124)
    Aktuelle Rezension von: Janine_Napirca

    „Und am Ende? Am Ende bleiben die Zedern. Sie werden dicht beieinanderstehen und auf den Libanon herabblicken. Und vielleicht, wenn der Wind günstig steht und vom Meer heraufseht, wird man es hören. Man wird hören, wie sie einander zuflüstern, dass ich einst in ihrem Schatten saß. Und wie ich hier entlangging, um Vater zu suchen.“


    Auch in ‚Am Ende bleiben die Zedern‘ von Pierre Jarawan haben wie bereits in ‚Ein Lied für die Vermissten‘ Worte und Erzählungen einen so hohen Stellenwert und die Liebe zum Libanon - trotz seiner Imperfektion - wurde erneut sehr magisch und authentisch gezeichnet. 


    Samir lebt mit seinem Vater Brahim, seiner Mutter Rana, seiner Schwester Alina und dem Freund der Familie Hakim und dessen Tochter Yasmin in Deutschland, nachdem die Erwachsenen aus dem Libanon geflohen sind. Als Brahim eines Tages verschwindet, ist nichts mehr so idyllisch und heimelig wie es war. Samir beginnt seinen Vater auf das höchste Podest zu idealisieren und mit ihm seine Vorstellung vom Leben im Libanon, den er jedoch nie betreten hat, während seine Mutter und seine Schwester, die sich kaum noch an ihren Vater erinnern kann, versuchen ihr Leben weiter zu leben. Samirs einzige Chance, mit seinem Schicksal fertig zu werden, ist, auf den Spuren der Vergangenheit seines Vaters in den Libanon zu reisen und möglicherweise dort Antworten auf all seine Fragen zu finden.


    Ich kann mit meiner Rezension dem Roman gar nicht gerecht werden, weil man all die Schönheit, Zerrissenheit und Sehnsucht gar nicht in Worte fassen kann. Es hat mich so sehr berührt und erschüttert, Jarawans Schreibstil ist einfach einzigartig und nebenbei lernt man noch so viel über die Geschichte des Libanons, die Rivalitäten der drei großen Weltreligionen, die verantwortlich für die Spaltung der Gesellschaft sind, ohne dass man das Gefühl hat, die eine oder andere wäre „besser“ oder eher gesagt weniger schlimm, als die andere. Man könnte sich wirklich nur wünschen, dass sämtliche Politiker*innen und Fundamentalist*innen diesen Roman lesen. Vielen Dank für diese so wichtige Aufklärungsarbeit, die Pierre Jarawan auch zusätzlich zu seinen Romanen leistet.

  4. Cover des Buches Während die Welt schlief (ISBN: 9783453356627)
    Susan Abulhawa

    Während die Welt schlief

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

    4,5 Sterne

    Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal beim Lesen eines Romans so viel gelernt habe. Der Nahost-Konflikt war für mich immer einfach nur ein Wort, weit weg von meinem Verständnis, meiner Komfortzone und meinem Interesse. Doch jetzt, nach Beenden dieses Buches, ist es ein gewaltiger Ansturm von Bildern und Gefühlen. Für mich zählt es ganz klar zu den wichtigsten Büchern, die ich je gelesen habe.
    Lieblingszitat: "Es gibt keinen Ort, an den sie fliehen kann in diesem Land, in dem sogar Schatten entwurzelt werden."

  5. Cover des Buches Nur ein kleiner Sommerflirt (ISBN: 9783570308615)
    Simone Elkeles

    Nur ein kleiner Sommerflirt

     (489)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Früher hat Amy Nelson davon geträumt, mehr Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Doch Ron Barak, der College-One-Night-Stand ihrer Mutter, ließ sich schließlich nur noch an ihrem Geburtstag bei ihr blicken. Deshalb ist sie auch sehr reserviert, als er sich plötzlich bei ihr meldet und sie den Sommer über mit nach Israel nehmen möchte, da ihre Großmutter schwer krank ist. Amy ist nicht nur sauer, weil sie eigentlich ins Tennis-Camp wollte und jetzt ihren Freund in Chicago zurücklassen muss, sie hatte auch keine Ahnung, überhaupt Verwandte in der Heimat ihres Erzeugers zu haben. Außerdem hält sie das Land für ein Kriegsgebiet. Ein Kulturschock jagt den nächsten, die Sechzehnjährige findet sich nicht nur in einem Moschaw, einer genossenschaftlichen Siedlung, in einer Familie wieder, überhaupt sind ihr die ganze israelische Mentalität und der jüdische Glaube fremd. Und dann ist da auch noch der achtzehnjährige Avi, der sie ständig auf die Palme bringt.

    Der beste Weg zur Völkerverständigung ist es, fremde Länder kennenzulernen – oder in diesem Fall einfach Simone Elkeles‘ ersten Band ihrer Sommerflirt-Trilogie zu lesen. Durch die Augen der Ich-Erzählerin erfährt man mehr über das normale Leben in Israel – samt Palästinenserkonflikt und Bombendrohungen – als in jeder Nachrichtenmeldung. Die Autorin doziert nicht, sondern schafft es, mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe Details aufzunehmen, die sie dann unterhaltsam und oft humorvoll in ihre Bücher einfließen lässt. Das gilt auch für ihre Darstellung von jugendlichen Protagonisten, für die sie ein ganz besonderes Gespür hat. Amys Sprache und ihre Sicht auf die Welt wirken deshalb absolut lebensnah, ebenso wie das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch, das sie bald bei ihren Gedanken an Avi überkommt. „Nur ein kleiner Sommerflirt“ ist viel mehr als der Titel verspricht, nämlich ein unsagbar schönes Jugendbuch über das Leben, die Liebe, Freundschaft und Familie. (TD)

  6. Cover des Buches Die Analphabetin, die rechnen konnte (ISBN: 9783328100157)
    Jonas Jonasson

    Die Analphabetin, die rechnen konnte

     (689)
    Aktuelle Rezension von: -nicole-

    Die unglaubliche Geschichte von Nombeko Mayeki, die von Südafrika nach Schweden reiste – mit schwerem Gepäck... 

    Mit fünf fing sie an zu arbeiten, mit zehn wurde sie Waise, mit fünfzehn von einem Auto überfahren. Im Grunde deutete alles darauf hin, dass Nombeko ihr Dasein in ihrer Hütte im größten Slum Südafrikas fristen und sehr früh sterben würde. Aber Nombeko war ein Rechengenie – und schon bald lag das Schicksal der Welt in ihren Händen...
    (Quelle: Klappentext – Verlage carl’s books /Penguin


    Inzwischen habe ich alle Romane von Jonas Jonasson gelesen – bis auf „Die Analphabetin, die rechnen konnte“. Das Buch erschien erstmals im November 2013 und war damals der zweite Roman des Autors. Das habe ich nun nachgeholt – das Buch ist genau wie seine anderen Romane: Herrlich skurril mit absolut schrägem Verlauf. Hauptfigur hier ist die anfangs vierzehnjährige Nombeko Mayeki, die in einem Armenviertel in Südafrika aufwächst, als Latrinentonnenträgerin arbeitet und in einer kleinen Hütte lebt. Doch schon bald entdeckt Nombeko, die nie eine Schule besucht hat, ihre Leidenschaft für Zahlen und erstellt in Sekundenschnelle die kompliziertesten Berechnungen. Auch wird sie von der Analphabetin schnell zu einer begeisterten Leserin. Als sie es endlich schafft, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und sich von Soweto auf dem Weg zur Nationalbibliothek von Pretoria macht, wird sie prompt von einem Auto überfahren – und so nimmt das Schicksal schließlich seinen Lauf…

    Ab diesem Moment erlebt Nombeko einiges: Von einem hochgeheimen Projekt, das ein Ingenieur leitet, der eigentlich keine Ahnung hat, über eine Atombombe, die es eigentlich gar nicht gibt bis hin zu der Bekanntschaft von schwedischen Zwillingen, die auch nur zur Hälfte existieren.    

    Von Südafrika geht es für Nombeko zufällig nach Schweden, wo die ehemalige Analphabetin einiges durcheinanderbringt – und etwas im Gepäck hat, was mal eben alles aus den Angeln heben könnte. Auf ihrem Weg begleiten sie u.a. die Holger 1 und Holger 2, die ebenfalls schon ein ziemlich ungewöhnliches Leben hinter sich haben. Und natürlich läuft alles anders als geplant:

     „Wenn erst einmal der Wurm drin ist, dann ist er so richtig drin. Natürlich war die Bombe zum einzigen Schrottplatz auf der ganzen weiten Welt gebracht worden, zu dem sie nicht hätte gebracht werden dürfen.“ 
    – Seite 279


    Wie schon bei „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ mischt auch hier die Hauptfigur - eher unbewusst- in der Weltpolitik mit. Mal mit schwarzem, aber auch ziemlich  trockenem Humor schildert der Autor die aktuelle Lage. Die an sich schon schrägen Charaktere machen hier einiges mit.


    „Nombeko hatte den Fahrerwechsel vorgeschlagen. Schlimm genug, wenn sie mit einer Atombombe auf einem überladenen Anhänger durch die Gegend fuhren. Dann sollte der Fahrer zumindest den Führerschein haben.“ – Seite 284


    Das erste Drittel verlief zeitweise etwas schleppend, mache Ausführungen fand ich hier zu ausschweifend. Als Nombeko dann nach Schweden kommt, wird es interessant. Hier kommt Schwung in die Geschichte mit einigen Überraschungen. Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte und nimmt einen ziemlich verrückten und überraschenden Verlauf, in dem auch berühmte Persönlichkeiten nicht fehlen.

    Mein Fazit: Ein herrlich schräger Roman im typischen Jonasson-Stil. Die skurrile Handlung mit ihren besonderen Charakteren hält einige Überraschungen bereit. Anfangs etwas schleppend, nimmt die Story dann aber an Fahrt auf und entwickelt sich interessant und ziemlich unglaublich. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, da sie schon sehr speziell ist. Doch in dieser Form ist sie gelungen und sehr unterhaltsam!

  7. Cover des Buches Das Jesus-Video (ISBN: 9783404170357)
    Andreas Eschbach

    Das Jesus-Video

     (752)
    Aktuelle Rezension von: Speechless

    Was würde passieren, wenn man die (Nicht-)Existenz von Jesus eindeutig beweisen könnte? Welche Parteien hätten an einer Veröffentlichung eines 2000 Jahre alten Videos Interesse und welche Gruppierungen würden eine solche Veröffentlichung mit allen Mitteln verhindern?

    Ich habe das Buch jetzt nach ein paar Jahren zum zweiten Mal gelesen und bin wieder (oder immer noch) total begeistert. Es fasziniert mich, dass Andreas Eschbach seine Ideen konsequent zu Ende denkt und in die heutige Welt einbettet, sodass einem das Szenario immer direkt vor den Augen steht. Ich freue mich schon darauf das Buch in ein paar Jahren ein drittes Mal hervorzuholen und erneut zu lesen.

    Absolute Leseempfehlung!


  8. Cover des Buches Unterwerfung (ISBN: 9783832163594)
    Michel Houellebecq

    Unterwerfung

     (287)
    Aktuelle Rezension von: schlumpitschi_liebt_buecher

    In Frankreich werden die extremistischen Parteien immer stärker, als im Jahr 2022 die Muslimische Partei gewinnt kommt das Gleichgewicht im Land zum Schwanken.
    Der Professor François hat mit dieser Veränderung zum kämpfen.

    Das Buch hat mich leider überhaupt nicht überzeugen können.
    Mir war der Protagonist und Erzähler total unsympathisch und ich habe ihn und seine Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen können, außerdem hat mich die Handlung auch überhaupt nicht überzeugt.

    Das Buch ist leider keine Empfehlung von mir.

  9. Cover des Buches Papierjunge (ISBN: 9783809026402)
    Kristina Ohlsson

    Papierjunge

     (100)
    Aktuelle Rezension von: katy_and_her_books

    Mein zweites Buch dieser Autorin und auch dieses Mal gelungen. Ich fand das Nuch spannend und gut aufgebaut. Die Ermittlungen laufen in verschiedene Richtungen und enthüllen nach und nach immer mehr Geheimnisse. Und nicht aufmale davon wäre man Von Anfang an gekommen. Mir hat es gut gefallen und ich werde bestimmt auch wieder ein Buch dieser Autorin lesen.

    euch ganz viel Spaß.


    Eure Katy

  10. Cover des Buches Zwischen uns die halbe Welt (ISBN: 9783570308646)
    Simone Elkeles

    Zwischen uns die halbe Welt

     (354)
    Aktuelle Rezension von: NinaBookLove

    Der zweite Teil der Sommerflirt-Trilogie hat mich alles andere als enttäuscht! - Das Buch setzt wunderbare fünf Monate später ein. Dreht sich also um den Winter in Chicago und herabfallende Eiszapfen...


    Während Amy sich dick einpacken und mit Schal und Mütze ausstatten muss, schwitzt Avi unter der heißen, israelischen Sonne.

    Amy versucht die Distanz zu vergessen, zu ignorieren und sich anderen Aufgaben und Problemen zu widmen (wie zum Beispiel die Tatsache, dass ihre Mutter verheiratet ist und ihr armer Vater bis zum Ende seiner Tage allein bleiben wird, wenn sie nicht handelt...), aber es ist zwecklos. Sie denkt jeden Abend an ihren Nicht-Freund, versucht nicht daran zu denken, dass die Mädchen in Israel vielleicht besser aussehen als sie und, dass Avi schon viel zu lange nicht mehr von sich hat hören lassen. Jeden Tag hofft sie auf einen Brief von ihm, damit sie den dann gemütlich im Bett lesen und in Erinnerungen schwelgen kann.

    Bei all dem, was dort vorfällt, kann das gut auch mal in die Hose gehen!


    Vielleicht habt ihr das erste Buch ja bereits gelesen... vielleicht auch nicht. Aber wenn, dann könnt ihr gut nachvollziehen, wie Amy es schafft in jedes einzelne Fettnäpfchen zu treten, in das man nur treten kann - sie nimmt wirklich jedes mit!!!


    Aber auf eine absolut bewundernswerte Art und Weise, die einen einfach nur zum Lachen bringen kann! - wie ihr vielleicht schon herausgehört habt, gefällt mir auch dieser zweite Band einfach unglaublich gut.

    Es gibt wieder alles, wovon man nur träumen kann; Freundschaft, Familie, Liebe und Spannung - und auch die negativen Seiten rücken nicht in den Hintergrund. Während die Familie um Zusammenhalt kämpft, kommt sich Amy ausgestoßen und abgewiesen vor. Ihre Freunde scheinen sie überhaupt nicht mehr richtig zu verstehen und die Schule scheint nur genau das Gegenteil zu machen, was Amy eigentlich will. - All diese Tragödien für Amy sind auf eine bewegende und zugleich humorvolle Art und Weise geschildert worden.

    Die Spannung bahnt sich an und obwohl man durch den Klappentext fast schon erahnen kann, was passiert, hofft man einfach das Gegenteil. Und - ich kann euch versichern, dass das Buch trotz allem alles andere als vorhersehbar ist... Zumindest, was bestimmte Stellen angeht.

    Diese Geschichte besitzt die Leichtigkeit einer Urlaubsromanze - was sie ja irgendwie auch ist. Man kann das Buch schnell weglesen. Nein. Man muss schnell lesen, weil man sonst wahrscheinlich wahnsinnig wird und sich immerzu fragt, wie es weitergeht. Seite um Seite bleibt die Spannung aufrecht, obwohl ich nicht sagen kann, woher sie kommt.


    Ich gebe dem Buch nur 4 Sterne. Klar. Das Buch war einfach klasse. Toll. Fesselnd. Und Faszinierend. Aber wie heißt es doch so schön? Der erste Teil ist immer der beste. Ich habe nichts gegen diesen Band, aber ich finde Geschichten einfach schön, in denen das Liebespaar noch gar kein richtiges Liebespaar ist, sondern erst eines wird. So, wie es im ersten der Fall war.


    Was ich vielleicht auch noch dazusagen sollte ist, dass diese Lücken, die mein Haupt-Kritikpunkt im ersten Buch waren, hier nicht mehr sonderlich hervorstechen. Mir sind sie nicht aufgefallen und schienen hier auch lange nicht so große Zeiträume zu überspannen!


    Ich hoffe also, dass euch dieser zweite Teil genauso gut gefällt wie mir.

  11. Cover des Buches Wir sehen uns am Meer (ISBN: 9783462048612)
    Dorit Rabinyan

    Wir sehen uns am Meer

     (103)
    Aktuelle Rezension von: Lesefee2305

    „Ach, das Meer, das Meer, das Meer ist einzigartig!“

     

    „Wir sehen uns am Meer“ ist ein Roman von Dorit Rabinyan. Er erschien im Januar 2018 im Droemer Knaur Verlag.

    Liat und Chilmi begegnen sich in New York und verlieben sich ineinander. Doch die Liebe, die so perfekt scheint, ist nur eine Liebe auf Zeit, denn Liats Rückflug in die Heimat ist schon gebucht und eine Beziehung zwischen Israelin und Palästinenser sowieso ausgeschlossen… Doch Gefühle halten sich ja bekanntlich nicht immer an Regeln, kann es für die beiden also eine Zukunft geben…?

     

    „Wir sehen uns am Meer“ ist kein typischer Liebesroman. Liat und Chilmi wären sich in Heimat niemals begegnet. Es wäre schlicht und ergreifend nicht möglich gewesen, denn es ist Palästinensern verboten in die Gebiete der Israelis zu kommen. In New York jedoch, ist alles anders und sogar eine Beziehung zwischen Israelin und Araber scheint möglich. Dennoch ist die Beziehung der beiden eine Liebe auf Zeit, denn Liats Rückflug in die Heimat ist bereits gebucht, ein Umdenken kommt für sie nicht in Frage.

    Zudem ist die Beziehung während der gesamten Zeit von Vorurteilen überschattet. Liat schämt sich für Chilmi und leugnet seine Existenz vehement vor Freunden und Familie, was Chilmi fortwährend verletzt und traurig macht.

    Über lange Abschnitte hatte ich das Gefühl zu wenig Kenntnisse über die Situation in Israel zu haben, um die Zusammenhänge und Konfliktpunkte im Roman vollständig zu verstehen. Diese Ahnung bleibt auch nach dem Beenden des Buches bestehen und zurück bleibt das vage Gefühl zu wenig Allgemeinbildung zu besitzen. Trotzdem habe ich einige Einblicke in den Konflikt um Israel gewinnen können und denke, dass die Vorurteile und angesprochenen Sichtweisen sich nicht nur auf dieses Land, sondern auch auf weitere Länder und Völker übertragen lässt. Viel zu oft lassen wir uns von Dingen leiten, die wir einmal gehört haben oder die man uns von klein auf beigebracht hat. Viel zu selten hinterfragen wir die Dinge oder geben Fremden eine wahre Chance.

    Dieses wird im Roman sehr deutlich, denn durch die rückblickende Ich-Perspektive von Liat werden ihre widersprüchlichen Gefühle zu Chilmi sehr deutlich. Auf der einen Seite ist sie bis über beide Ohren verliebt, auf der anderen Seite verleugnet sie die Beziehung und erschreckt ein ums andere Mal über sich selbst und die „Ungehörigkeit“ ihrer „Affäre“. Da die Autorin selbst Israelin ist, gehe ich davon aus, dass Liats Gefühle und ihr Verhalten sehr realistisch und authentisch ist. Ich für meinen Teil fand ihre Gedanken jedenfalls sehr nachvollziehbar und logisch, die Beschreibungen aus ihrer Kindheit erschreckend und Ungleichheit der beiden Völker im selben Land beängstigend. Welten scheinen aufeinander zu treffen mit Sichtweisen, die kaum entgegengesetzter sein könnten und trotzdem doch dasselbe wollen: Frieden, Sicherheit und Heimat.

    Ob Liat und Chilmi eine gemeinsame Zukunft haben oder nicht, ist die Frage, die man sich während des Lesens immer wieder fragt und irgendwie war für mich jeder Ausgang möglich. Dennoch hat mich das reale Ende dann wirklich überrascht und vollständig schockiert. Ich bin entsetzt, erschüttert und sprachlos. Die Verknüpfung zum Buchtitel ist großartig und dennoch kaum zu erahnen, bevor man es nicht gelesen hat. Ich weiß nicht wirklich, was ich davon halten soll und eine endgültige Bewertung fällt mir wirklich schwer.

    Eindeutig weiß ich aber, dass das Buch mich bewegt und berührt hat, mich zum Nachdenken gebracht hat und eindeutig „schwerere Kost“ war, als die Romane die ich normalerweise lese.

     

    Mein Fazit ist daher insgesamt auch positiv und ich vergebe 4 von 5 Sternen. Zwar hatte ich, gerade im letzten Abschnitt Probleme mit der ungewöhnlichen Erzählweise, die plötzlich vom klassischen Ich-Erzähler in einen Ich-Erzähler wechselt, der von „dir“ berichtet und hatte auch über lange Strecken das Gefühl zu wenig informiert für dieses Buch zu sein, trotzdem hat das Buch mich aber berührt und bewegt. Ich glaube, es ist ein großartiger Roman mit wichtiger Botschaft und denke, dass man ihn unbedingt gelesen haben sollte!

  12. Cover des Buches Löwen wecken (ISBN: 9783036959405)
    Ayelet Gundar-Goshen

    Löwen wecken

     (118)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Um dieses Gedankenspiel kreist im Wesentlichen der Roman der israelischen Autorin. Ein angesehener Arzt überfährt nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Heimweg einen Flüchtling. Vom einen auf den anderen Augenblick scheint sich sein Leben zu verändern und er trifft eine folgenschwere Entscheidung. Sein ganzes Lebensgefüge mit Familie und Arbeit gerät komplett aus den Fugen.


    Hätte er sich an besagtem Abend anders entschieden, hätte sein Weg ein anderer sein können. Oft im Leben bestimmen manchmal vermeintlich unwichtige Richtungswechsel über den weiteren Verlauf, ob zufällig, planbar oder von einer höheren Macht vorherbestimmt, kann jeder für sich selbst ausmachen. Eigentlich ein Gedankenspiel das interessante Schlüsse zulässt und einem über das eigene Leben zu sinnieren anregt.


    Die Autorin pflegt einen klugen und schönen Sprachstil. Die Geschichte als solches, war mir persönlich zu überkonstruiert und daher zu unrealistisch. Insofern habe ich das Buch zwar zu Ende gelesen, wirklich gepackt hat es mich jedoch nicht.

  13. Cover des Buches Totengebet (ISBN: 9783442482498)
    Elisabeth Herrmann

    Totengebet

     (66)
    Aktuelle Rezension von: Lesezeichenfee

    Ein Anwalt wacht im Krankenhaus auf und kann sich an fast nichts mehr erinnern, außer an eine schöne junge Frau, die Jüdin ist. Er recherchiert zunächst in Berlin und dann in Israel.

    Von dieser Autorin kannte ich zwar dem Namen nach, aber ich glaube, ich hab noch kein Buch von ihr gelesen. Eigentlich ist es auch nicht mein Thema, aber auf der anderen Seite finde ich Amnesie oder Teilamnesie immer sehr spannend. So habe ich mich auf das Buch, das ich irgendwo ertauscht oder im Second Hand Shop gekauft hatte eingelassen. Es hielt mich von Anfang an gefangen. Auch die Charaktere fand ich sehr interessant und echt, ich hätte nie herausgefunden, wer jetzt der Mörder war. Dabei haben – wenn ich so nachdenke – doch einige Leute den Mörder nicht gemocht. Nun ja, wie dem auch sei. Der Anfang war für mich sehr spannend, die Mitte sehr interessant, weniger spannend und der Schluss wieder spannend mit Highlights. Es ist wohl der 5. Fall einer Serie, wie ich im Internet lesen konnte.

    Also das Buch war wirklich gut, aber am Ende hätte ich dann noch einige Fragen gehabt und ein Buch mit 438 Seiten (ohne Danksagung und Glossar) sollte – meiner Meinung nach – keine Fragen offen lassen. Die Bücher, die ich lese haben normalerweise um die 300 Seiten. Außerdem war das ganze dann doch etwas verwirrend. Zudem kannte ich ja noch keinen Charakter des Buches. Und ich denke, dass das irgendwie mehr so was wie eine Familientragödie war und eher weniger ein Krimi. Ein Thema mit dem ich sonst nichts anfangen kann und trotzdem hab ich das Buch, in etwas weniger als einer Woche, ausgelesen und fand es spannend. Nur, dass da Fragen offen blieben, fand ich sehr schade.

    Ich hab mir bei LB die Rezis angesehen, damit ich mich ein wenig über die Serie informieren konnte. Und da las ich, mit größtem Erstaunen - dass das das wohl der schlechteste Teil der Serie war (bis 2016, denn ich vermute, es gibt weitere Teile). Nun ja, dann brauch ich unbedingt weitere Bücher, denn wenn mich etwas fesselt, was mich sonst niemals interessieren würde, dann muss die Autorin wirklich gut sein.

    Mein – Lesezeichenfees – Fazit:
    Ich werde auf jeden Fall weitere Bücher der Autorin lesen. Es gab bei mir zwar kleinere Kritikpunkte, trotzdem werde ich das Buch mit 4 Sternen empfehlen.

  14. Cover des Buches Bartimäus - Der Ring des Salomo (ISBN: 9783570223048)
    Jonathan Stroud

    Bartimäus - Der Ring des Salomo

     (652)
    Aktuelle Rezension von: Lisaliest_

    Dieser Band der Reihe, ist ein Spinn of Teil, der einen Teil der Vergangenheit von Bartimäus erzählt. Ich wusste lange nicht, dass es ihn gibt und habe mich umso mehr gefreut, als ich es diesen Sommer herausgefunden habe.

    Anfangs hatte ich ehrlich gesagt ein paar Schwierigkeiten mich richtig zurechtzufinden. Jonathan Stroud hat einen ganz anderen Schreibstil, als die Autoren anderer Fantasybücher. Dennoch musste ich direkt nach den ersten paar Seiten schon lachen. Der Humor ist wirklich unvergleichlich. In den verrücktesten Situationen wird die Handlung mit einer zynischen Bemerkung des Protagonisten aufgepeppt. Zudem gibt es oft Anmerkungen am Ende der Seite, bei denen der Dschinn unverblümt seine Meinung darlegt.

    Einige Kapitel wurden von anderen Personen erzählt, diese waren im Vergleich zu den Kapiteln von Bartimäus manchmal etwas eintönig, aber dennoch spannend. Vor allem gegen Ende war es komplett egal, was passiert, weil man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen.

    Der Autor hat ein unglaublich gutes Auge fürs Detail. Er beschreibt die Dinge so genau, dass man gar nicht anders kann, als ein Bild vor Augen zu haben. Selbst Gesten von Wesen, die nicht von dieser Welt kommen, beschreibt er so gut, dass man keine großen Mühen braucht, um es sich vorstellen zu können.

    Jonathan Stroud ist und bleibt ein König der Fantasyromane. Er schafft es ohne aufgebauschte Liebesdramen einen Roman spannend zu gestalten und erobert die Herzen der Leser im Sturm. Schon allein für seine Gabe andere zum Lachen zu bringen.

  15. Cover des Buches Was Nina wusste (ISBN: 9783446267527)
    David Grossman

    Was Nina wusste

     (58)
    Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecher

    Gili hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma Vera und ihrem Vater Rafael. Da ihre Mutter Nina sie mit 3,5 Jahren bei ihrem Vater gelassen hat und verschwunden ist, ist ihre Beziehung zueinander nicht die beste. Gili möchte einen Film über die Vergangenheit ihrer Oma drehen, die unter Tito auf die Gefangeneninsel Goli Otok verschleppt worden ist. Doch das Filmprojekt entwickelt sich zur Familientherapie für alle Beteiligten. Das Thema des Romans - nach der Geschichte der real existierenden Eva Panić-Nahir - ist erschreckend und gleichzeitig inspirierend. Eine mutige Frau, die über den Tod ihres Mannes hinaus eine solche Liebe zu ihm hegt, dass sie für die Gerechtigkeit fast drei Jahre in einem Umerziehungs-/Arbeitslager erträgt und ihre Tochter zurück lässt. Leider bin ich trotz des geschichtlich sehr interessanten Themas nicht wirklich in einen Leseflow gekommen und musste mich immer sehr konzentrieren. Es war mir etwas zu umständlich geschrieben und hat mich nicht ganz abgeholt.

  16. Cover des Buches Der Vorleser (ISBN: 9783257261349)
    Bernhard Schlink

    Der Vorleser

     (5.664)
    Aktuelle Rezension von: lyla_2912

    »Der Vorleser« von Bernhard Schlink hat mir als Taschenbuch sehr gut gefallen. Ich kannte die Geschichte bereits und habe sie zuvor auch schon im Kino gesehen. 

    Es geht um eine zufällige Begegnung, aus weleher Liebe und eine Art Abhängigkeit wird, als diese abrupt endet und sich beide Leben ihren eigenen Aufgaben zuwenden, ahnt keiner von ihnen, dass sie sich erneut begegnen werden, dann jedoch vor Gericht und der Frage, wie viel man von einem Menschen eigentlich wirklich weiß. 

    Die Geschichte ist spannend geschrieben und kann locker an einem Abend oder einem Tag gelesen werden. Der Schreibstil ist spannend und authentisch, regt zum Nachdenken an. 

    Ich kannte den Ausgang der Geschichte schon, war aber beim ersten Lesen auch sehr überrascht über den Verlauf und die sich aus den Entscheidungen der Charaktere ergebenden Konsequenzen. 

    Absolut lesenswert, nicht umsonst eine Schullektüre! 

  17. Cover des Buches Kann das auch für immer sein? (ISBN: 9783570308707)
    Simone Elkeles

    Kann das auch für immer sein?

     (310)
    Aktuelle Rezension von: ilovemalec

    Ich habe das Buch von meiner Freundin bekommen und hätte es von selbst wohl nie in die Hand genommen. Das Cover lässt auf eine Liebesgeschichte schließen, was im Folgenden auch bestätigt wird. Trotzdem bietet das Buch sehr viel mehr als nur das.

    Da die Protagonisten entweder Juden oder Israelis sind, wird auch etwas Politik in die Geschichte mitverwoben. Dies ist jedoch eher nebensächlich.

    Diese Liebeskomödie ist einfach unglaublich lustig und ich hatte konstant ein Schmunzeln auf dem Gesicht und gelegentlich sogar ein lautes Lachen (für meine Familie sicher auch ganz amüsant).

    Mit der Protagonistin Amy hatte ich zunächst so meine Schwierigkeiten, da sie zu Beginn sehr oberflächlich wirkt, doch das gibt sich nach einer Weile, da sie eine unglaublich große Veränderung durchmacht.

    Die Geschichte wird die ganze Zeit aus ihrer Sicht erzählt, was sehr schön ist, da sie als Person wirklich nicht in die Örtlichkeiten des Buches passt und somit viel Spaß schon vorprogrammiert ist.

    Amy wurde mir mit jeder Seite des Buchs sympathischer und ich habe sie am Schluss richtig in mein Herz geschlossen.

    Auch Avi habe ich sehr gemocht, da er als unglaublich attraktiv, sportlich und cool beschrieben wird (gut, dass ich jetzt nicht oberflächlich bin, haha :) ) und ich ihn die ganze Zeit bewundert habe.

    Der Alltag in der israelischen Militärbasis wird sehr gut erzählt, ich konnte mir den Ort echt gut vorstellen und war schon nach kurzer Zeit voll in der Geschichte drin.

    Der Schreibstil ist flüssig, ich konnte die Geschichte locker und leicht durchlesen und habe sie bereits nach einem Tag beendet.

    Ich werde auf jeden Fall die anderen beiden Bände der Trilogie lesen (da sich diese bereits in meinem Bücherschrank befinden, dürfte das ja kein Problem sein ;) )

     

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  18. Cover des Buches Herzsammler (ISBN: 9783548613147)
    Stefan Ahnhem

    Herzsammler

     (176)
    Aktuelle Rezension von: PoldisHoerspielseite

    Fabian Risk, angesehener Ermittler bei der Stockholmer Polizei, ist mit seinen Eheproblemen beschäftigt, das ständige Auf und Ab in seiner Beziehung kostet ihn viel Kraft. Und dennoch muss er den Fokus auf einen politisch äußerst brisanten Fall lenken: Der Justizminister ist nach einer Sitzung im Parlament nicht zu Hause angekommen und gilt seitdem als vermisst. Risk, dem eigentlich strenges Stillschweigen auferlegt wurde, muss die eine oder andere Grenze überschreiten, um den Fall zu lösen…


    Fabian Risk kennt der geneigte Leser bereits aus „Und morgen du“ aus der Feder von Stefan Anhem, mit „Herzsammler“ hat er den zweiten Band der Reihe vorgelegt – und dieser ist zeitlich vor dem anderen Fall angesiedelt. Sicherlich macht das für die eigentlichen Ermittlungen keinen sonderlich großen Unterschied, in der Entwicklung des Privatlebens des Ermittlers und in Bezug auf einige polizeiinterne Angelegenheiten bringt das aber eine interessante Note mit ein. Vieles ergibt nun einen engeren Sinn, zumal es mir viel Spaß gemacht hat, dass näher auf einige Hintergründe eingegangen wird und viele Zusammenhänge klarer sind. Das Privatleben von Risk nimmt stellenweise etwas zu viel Raum ein, die Streitereien mit seiner Frau sind aber treffend und vielseitig dargestellt. Die Darstellung der Charaktere ist sehr gut gelungen, man bekommt einen offenen Eindruck von ihnen und kann Beziehungen mit ihnen aufbauen – insbesondere da Fabian Risk ein recht bodenständiger und normaler Typ ist, der mal ganz ohne psychischen Knacks auskommt.


    Die Handlung ist in zwei verschiedene Stränge aufgeteilt, neben dem Verschwinden des schwedischen Justizministers wird auch der Mord an einer jungen Frau im dänischen Kopenhagen erzählt, in dem die engagierte Polizistin Dunja Hougaard ermittelt. Dem Leser ist natürlich klar, dass es einen Zusammenhang gibt, doch wie sich dieser gestaltet, ist lange Zeit unklar, die Verflechtungen werden aber sehr gekonnt zusammengeführt. Diese dynamische Erzählweise mit seinen recht kurzen Kapiteln und den schnellen Wechseln wird durch Einblicke in die Psyche eines Täters ergänzt, der mit seinen Gewaltfantasien und -beschreibungen schockiert. Das ist schon hart an der Grenze geschrieben und sicherlich nichts für schwache Nerven, durch die Themenwahl bekommt der Roman aber auch eine Schärfe verliehen, die die Spannung merklich erhöht.


    „Herzsammler“ lässt sich auch gut vor dem eigentlichen ersten Teil der Reihe um Fabian Risk lesen und erzählt einen früheren Fall des Ermittlers, der spannend, dynamisch und ziemlich heftig erzählt wurde. Da wird mit Leser wie Charakteren nicht gerade zimperlich umgegangen, was für eine düstere Faszination und viele spannende Momente sowie eine markante Entwicklung der Geschichte sorgt. Heftig, aber auch lesenswert!

  19. Cover des Buches Jaffa Road (ISBN: 9783596703845)
    Daniel Speck

    Jaffa Road

     (65)
    Aktuelle Rezension von: Suszi

    Der Tod von Maurice Sarfati/Moritz Reincke führt drei Menschen familiär zusammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: seine deutsche Enkelin Nina, seine jüdische Tochter Jöelle sowie seinen palästinensischen Sohn Elias. Nach anfänglichem Gegeneinander versuchen sie gemeinsam die Puzzlestücke zusammenzusetzen, um zu erklären warum ihr deutscher Vater und Großvater drei Familien hatte, die voneinander nichts wussten, was wiederrum nach und nach das jeweilige Bild von ihm zum Einstürzen und zu der Frage führt: wer war er wirklich?

     

    Aufmerksam geworden bin ich auf „Jaffa Road“ durch das Cover als auch den Klappentext, der die Story um einen untergetauchten Nazi versprach, aber letztendlich nicht das war, was ich erwartet hatte, sondern viel mehr!

    Ich gebe zu, dass mich die 550 Seiten etwas „abschreckten“ und ich deshalb das Buch länger vor mir hergeschoben habe – doch damit habe ich ihm völlig Unrecht getan und mich beim Lesen immer wieder darüber geärgert. 

    Meines Erachtens ist es Daniel Speck nicht nur hervorragend gelungen, die Lebensgeschichten der unterschiedlichen Akteure stimmig darzulegen, sondern diese gleichzeitig auch noch mit deren schwierigen politischen Ansichten und daraus resultierenden Problemen zu verknüpfen. Ich habe schon oft versucht, den Nah-Ost-Konflikt zu verstehen.  Dank der Schilderungen im Buch habe ich den bis heute schwelenden Konflikt in Israel endlich verstanden, vielleicht auch, weil Schicksale Einzelner plastischer wirken, als die Reduzierung auf die Nationalität/den Glauben.

    In dieser Beziehung ist „Jaffa Road“ nicht nur ein interessantes und lehrreiches Buch, sondern zugleich im Aufbau in mehrere Zeitebenen UND Ansichten doch eher ungewohnt. Und trotz dieser Vielzahl von Aspekten bzw. Geschichten in der Geschichte, welche leicht den Überblick verlieren lassen könnten, zieht sich der rote Faden sicher durch das ganze Buch. 

     

    Ein absolut lesenswertes Buch, was noch Lange in mir nachklingt. Definitiv werde die die Vorgängerbände auch noch lesen!

  20. Cover des Buches Die Schönheitskönigin von Jerusalem (ISBN: 9783351036317)
    Sarit Yishai-Levi

    Die Schönheitskönigin von Jerusalem

     (45)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Dieser Roman, der in Jerusalem angesiedelt ist und die vier Generationen von Frauen in der Zeit ab 1920  umfasst, braucht Leserinnen, die sich auf diese komplexe Familiengeschichte einlassen. 

    Wie es im Judentum üblich ist, suchen die Eltern den jeweiligen Ehepartner für ihre Kinder aus. Gegenseitiges Kennenlernen vor der Ehe oder gar Zuneigung spielen keine Rolle, sondern Abstammung (hier Aschkenasen, dort Sepharden) sowie das entsprechen Vermögen. So kommt es, dass vor allem die Frauen in unglücklichen Ehen gefangen sind, während Männer sich ungestraft Geliebte nehmen können. Und so kommt es, dass unglückliche Mütter unglückliche Söhne und Schwiegertöchter produzieren - sie kennen einfach nichts anderes. Das Durchbrechen alter Traditionen ist im jüdischen Leben nicht vorgesehen. Allerdings, wie das Beispiel von Luna (der Titelgebenden Schönheit) zeigt, ist ein selbst gewählter Ehemann auch kein Garant für eine gute Ehe. 

    Doch zurück zum Roman: 

    Das Drama beginnt, als sich Gabriel Ermoza auf den ersten Blick in eine aschkenasische Frau verliebt. Eine Liebe, die in den Augen seiner strenggläubigen Mutter Merkads nicht sein darf, weil die Ermozas sephardische (also spanische Juden) sind. Deshalb wird der gebildete und empfindsame Gabriel mit Rosa, einem einfachen Mädchen verheiratet. Recht schnell wird klar, dass die „Bestrafung“ Gabriels auch Merkada trifft. Denn bis zu ihrem Tod kann sie Rosa nicht ausstehen und macht ihr das Leben zur Hölle. 

    Dieser Konflikt wird in die nächste Generation weitergegeben. Rosa ist kaum fähig, Gefühle für ihre Töchter aufzubringen. Gabriel kümmert sich nur um den Delikatessenladen und ignoriert Rosa einfach. Nach wie vor spukt seine große Liebe in seinem Kopf herum.  

    Dieser Lebensmittelladen ist neben Reihe der unglücklichen Frauen Merkada - Rosa - Luna - Gabriela, der rote Faden dieses Romans. Die Ermozas sind eine stolze und schwierige Familie. Über Gefühle wird kaum gesprochen, Probleme schweigt man lieber tot oder züchtigt die Kinder, wenn sie sich danebenbenehmen, statt sie verstehen zu wollen.  

    Gabriel übernimmt das Lebensmittelgeschäft seines Vaters in einer schweren Zeit, als die Judenverfolgung in Deutschland und der Zweite Weltkrieg die gesamte Welt erschüttern. Doch das Weltgeschehen scheint die Familie Ermoza nicht wirklich aus ihren Befindlichkeiten herauszureißen. Das ändert sich erst, als der Staat Israel unter heftigen, blutigen Geburtswehen geboren wird. Nun geht es auf’s Ganze und die Existenz steht auf dem Spiel. 

    Meine Meinung: 

    Die israelische Autorin Sarit Yishai-Levi legt mit ihrem Roman "Die Schönheitskönigin von Jerusalem" eine anspruchsvolle wie durchweg packende Familiengeschichte einer sephardischen Familie vor. Wir begleiten vor allem die weiblichen Mitglieder der Familie Ermoza von der Zeit des Endes der osmanischen Herrschaft in Palästina über vier Generationen hinweg - eine sehr spannende Zeit, die uns durchaus auch die Entwicklung des Staates Israel näher bringt. 

    Die Autorin schafft es sehr gut, historische Ereignisse in den Roman einzubetten. Doch der Fokus der Autorin liegt auf ihren Hauptfiguren, die allesamt schwierige Charaktere sind. Heerscharen von Psychotherapeuten hätten hier viel zu tun. An manchen Stellen verdienen die Figuren durchaus mein Verständnis, Sympathien ernten sie jedoch nicht. Am meisten habe ich mich über die überaus egoistische Luna aufgeregt.  

    Einfach zu lesen ist dieser Roman nicht, denn Sarit Yishai-Levi verlangt ihren LeserInnen einiges ab. Dabei sind die über 600 Seiten noch das geringste Problem. Die häufigen Perspektivenwechsel, die Icherzählerin (Gabriela) sowie die sperrigen Charaktere machen es den Leserinnen nicht leicht. 

    Ich gebe zu, anfangs habe ich damit geliebäugelt, das Buch wieder wegzulegen, doch dann hat es eine Sogwirkung entwickelt, die mich weiter- und binnen zwei Tage fertig lesen hat lassen.  

    Gut gefallen hat mir, dass die Spaltung innerhalb des Judentums durch die unterschiedliche Sprache (hier jiddisch dort spaniolisch) symbolisiert wird.   

    Auch über die politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse und Verhältnisse kann man viel lernen. Für Leser, die mit dem jüdischen Leben nicht so vertraut sind, wäre ein Glossar hilfreich. 

    Fazit: 

    Keine einfache, aber eine interessante Lektüre, der ich gerne 5 Sterne gebe. 

     

  21. Cover des Buches Das geheime Versprechen (ISBN: 9783426513736)
    Annette Dutton

    Das geheime Versprechen

     (52)
    Aktuelle Rezension von: Lujoma

    Inhalt (Klappentext):

    Erschüttert liest die Australierin Sarah einen Artikel über die „vergessenen Kinder“. Englische Kinder aus armen Familien, die nach Australien gebracht wurden, oft ohne das Wissen ihrer Eltern. Ein Coup zweier Regierungen – ohne Rücksicht auf Gefühle. Ein Verdacht keimt in Sarah auf: hat auch ihre Vater dieses Schicksal erlitten? Immerhin wuchs er in einem der Waisenhäuser auf, die im Artikel genannt werden. Sarah beginnt zu recherchieren – und erkennt überrascht, dass die Spuren nach Deutschland führen. Sie kann nicht ahnen, dass am Anfang aller Geheimnisse ein Versprechen zwischen zwei verzweifelten Jugendlichen steht, gebrochen und doch für immer bewahrt.


    Meine Meinung:

    Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht. Ich lese gern Romane mit geschichtlichen Hintergrund, gern auch mit zwei Erzählsträngen. Dieses Buch konnte mich aber leider nicht überzeugen. Am nervigsten empfand ich die Zeitsprünge, oft wechselte es in jedem Kapitel und man musste sich immer wieder neu orientieren. Am Ende wird zwar alles gut zusammengefasst, aber der Weg dahin war anstrengend.

    Von den Protagonisten konnten mich Leah und Michael am meisten überzeugen… zwei Jugendliche, mit den Kindertransporten nach England geschickt, und mit dem Auftrag zu versuchen ihre Familien nachzuholen und somit zu retten. Was sie erleben und wie sie darauf reagieren und sich entwickeln ist sehr spannend zu verfolgen.

    Sarah und ihr Vater blieben dagegen blass. Da hätte ich mir mehr Tiefe, mehr Emotionen und Gedanken gewünscht. Bei David erkennt man eine Entwicklung, vom verschlossenen Mann zu einem Mensch, der sucht und findet und sich auf andere einlässt. Sarah dagegen blieb durchweg farblos.


    Fazit:

    „Das geheime Versprechen“ ist ein interessantes Buch über sensible Themen während und nach dem 2. Weltkrieg bis in die heutige Zeit. Ich hätte mir bei manchen Personen mehr Tiefe gewünscht, deshalb vergebe ich nur 3 Sterne.

  22. Cover des Buches Unter der Haut (ISBN: 9783827013750)
    Gunnar Kaiser

    Unter der Haut

     (41)
    Aktuelle Rezension von: lesenstattglotzen

    Gunnar Kaisers Debütroman beginnt in New York 1969. Der eher nachlässige Student der Literaturwissenschaften Jonathan lernt den geheimnisvollen Lebemann Josef Eisenstein (beide deutscher Abstammung) kennen. Eisenstein nimmt sich des unerfahrenen jungen Mannes an und führt ihn von einer amourösen Eroberung zur nächsten. In Eisensteins Wohnung soll Jonathan sich dann mit den Mädchen paaren und seinem Meister hinterher jedes pikante Detail beschreiben. Ansonsten rauchen sie, trinken Portwein und hören Wagner in der mit Bücher vollgestellten Lasterhöhle.

    In Buch Zwei wird die Kindheit und Jugend des Josef Eisenstein erzählt und wir erfahren hier wie er dunkle Neigungen und eine unstillbare Gier nach wertvollen und seltenen Büchern entwickelt.


    Die Protagonisten des Jahres 1969 wirken leider etwas zu eindimensional und überzeichnet.

    Im Jahr 1969, in dem es den beiden Protagonisten nur um Triebbefriedingung zu gehen scheint, ist der Student Jonathan der formbare Klumpen Ton in den Händen des älteren Mannes. Aufkeimender Ungehorsam wird wiederholt dadurch bestraft, dass Eisenstein sich rar macht und den Jungen eine gewisse Zeit nicht mehr zu sich in die Wohnung lässt. Jonathans anfänglicher Ärger darüber verwandelt sich allzu schnell in Verzweiflung und lässt ihn jeden Halt verlieren. Auf der Suche nach seinem Meister irrt er durch die Stadt und legt sich schließlich schluchzend in Embryonalhaltung auf die Fußmatte seines Meisters. Man möchte den Jungen einen rückratlosen Waschlappen schimpfen.


    Der Eisenstein von 1969 scheint nur ziellos durch die Stadt zu schlendern und rauchend, trinkend und vor allem belehrend auf seiner Couch zu lungern, wenn er nicht grade die jungen Leute in seinem Wohnzimmer beim Liebesakt beobachtet. Zwischendurch straft er seinen Adlatus durch geheimnisvolle Abwesenheit. Ein schmieriger Typ, der nicht so richtig zusammenzubringen ist mit dem jungen Eisenstein im Berlin der Dreißiger Jahre, der es in der Kunst des Buchbinders und Gerbers zur Meisterschaft bringt und schuftet, an sich arbeitet und in die exklusive Welt der Buchliebhaber drängt.


    Die Sprache und Erzählweise erinnern an die Thomas Manns. Ich persönlich finde das schön und angenehm zu lesen. Dem einen oder anderen modernen Leser mag das vielleicht ein wenig zu blumig sein. Man könnte vermuten, dass dem Autor ein wenig zu sehr an der äußeren Form gelegen ist — ganz wie Eisenstein, der über die kostbaren Einbände der begehrten Bücher in Ekstase gerät, dem der Inhalt aber fast einerlei ist, sei es Hitlers Mein Kampf oder Ovids Kunst der Liebe.


    Fazit: Die Leidenschaft für alte, seltene Bücher bringt der Autor gut rüber. Auch die Entwicklung des jungen Eisenstein und dessen ambivalentes Ringen mit seinen Leidenschaften und Neigungen, sowie seine Lehrzeit in den schönen Handwerkskünsten ist glaubhaft und einfühlsam geschildert. Man fühlt auch die Liebe des Autors für die Schönheit der deutschen Sprache. 
Für die ansonsten aber flache und chauvinistische Handlung, in der es vornehmlich um die Triebbefriedigung geht, und die allzu überzeichneten Charaktere im New York des Jahres 1969 ziehe ich zwei Sterne ab.

    Trotzdem habe ich Respekt für die Leistung des Autors und danke ihm für spannende und unterhaltende Stunden

  23. Cover des Buches Später Frost (ISBN: 9783462044492)
    Voosen | Danielsson

    Später Frost

     (148)
    Aktuelle Rezension von: Anna_Ressler

    Inhalt:

    Ingrid Nyström wurde gerade befördert und Stina Forss aus Deutschland wurde ihrem Team als Mitarbeiterin zugeteilt. Die beiden haben sich einander kaum vorgestellt als sie zu einem Mordfall gerufen werden. Das Opfer Schmetterlingsforscher Balthasar Frost wurde in seinem Gewächshaus grausam zu Tode gefoltert. Die Frage wer dem alten, zurückgezogen lebenden Mann so etwas antut führt die Ermittler nicht nur in höchste politische Kreise sondern auch an menschliche Abgründe.

    Meine Meinung: Das Autorenduo hat einen ruhigen, angenehm zu lesenden Schreibstil. Nur langsam baut sich etwas Spannung auf. 

    Die Geschichte wird gut erzählt, der Wechsel zwischen mehreren Personen ist für das Verständnis hilfreich - aber erst nachdem man diese auseinanderhalten kann (was mir zugegeben hier recht rasch gelungen ist). Es ist ein eher ruhiger Krimi in einem düsteren Winter Schwedens. Gegen Ende wird das Tempo allerdings angezogen was mir gut gefallen hat. 

    Die Protagonisten waren mir sympathisch und die Andeutungen über ihr "privates" Leben, lassen sie geheimnisvoll erscheinen. Das ein oder andere Detail wird in diesem Buch bereits enthüllt, aber da es eine Reihe ist, gibt es noch genug Geheimnisse für den Folgeband. Ich wünsche mir für alle Protas noch mehr Tiefe, um manche ihrer Handlung besser verstehen zu können. 

    Insgesamt ein wenig mehr Einblick in die ein oder andere Tätigkeit hätte hin und wieder nicht geschadet. Manches blieb mir zu oberflächlich. 

    Mein Fazit: Ein ruhiger Krimi der sich, wenn man einmal drin ist, relativ leicht lesen lässt. 

  24. Cover des Buches Der Russe ist einer, der Birken liebt (ISBN: 9783423142465)
    Olga Grjasnowa

    Der Russe ist einer, der Birken liebt

     (175)
    Aktuelle Rezension von: Catastrophia

    Das Buch hat gerade eine etwas traurige Aktualität,  denn der zurzeit wieder aufgeflammte Konflikt um Bergkarabach war der Grund für die Flucht der Protagonistin. Mascha kam mit ihrer Familie als Kleinkind aus Aserbaidschan nach Deutschland. Sie ist Jüdin, angehende Übersetzerin, spricht verschiedenste Sprachen fließend und möchte eigentlich zur UNO. Dann aber hat ihr Freund Elias einen Unfall, was sie komplett aus der Bahn wirft. Überstürzt fliegt sie nach Israel und muss sich zunehmend mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen.Sie flieht vor sich selbst, vor ihrer Vergangenheit, ihren Ängsten und Wünschen. Die Erfahrung mit früheren Erlebnissen beeinflusst ihren Umgang mit aktuellen Ereignissen.
    Mascha selbst ist nur schwer greifbar. Ich habe ihr gleichzeitig gewünscht, dass sie zur Ruhe kommt, weil ihre Rastlosigkeit auf fast jeder Seite deutlich wird, und doch fiel es mir schwer sie zu mögen. Ihre Flucht in Beziehungen und ihr Blick und Fokus auf Männer hat mich teilweise geärgert, manchmal wirkte sie egozentrisch auf mich, dann wieder vor allem verzweifelt, mal zielstrebig und mal verloren. Der Roman legt es aber auch nicht darauf an, die Protagonistin liebenswert darzustellen, sondern spielt mit dieser Ambivalenz und ständigen Suche. Gerade darin liegt eine ziemliche Stärke des Buchs. Am Ende geht es auch nicht darum, Maschas Umgang mit Trauer zu verurteilen, denn ihr Handeln hat Ursachen und ihr Charakter ist sehr komplex. Lediglich die teilweise stereotype Darstellung mancher Nebenfiguren hat mich etwas gestört.

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