Bücher mit dem Tag "israelische literatur"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "israelische literatur" gekennzeichnet haben.

30 Bücher

  1. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  2. Cover des Buches Kommt ein Pferd in die Bar (ISBN: 9783596034024)
    David Grossman

    Kommt ein Pferd in die Bar

     (67)
    Aktuelle Rezension von: Habicht
    Anstatt einer Schenkel klopfenden Stand-up-Comedy-Show erleben die Besucher des Comedians Dovle und somit die Leser dieses brillanten Romans einen fulminanten Seelenstriptease, der mir als Rezipient unter die Haut ging und mich voller Gedanken und Gefühle zurückließ, die mich sicher noch eine ganze Weile beschäftigen, nicht nur mit der düsteren Vergangenheit unserer Geschichte, sondern auch mit persönlichen Reflexionen. Fazit: Grossmanns Roman ist sehr lesenswert und sicher nicht der Letzte, den ich von ihm las!
  3. Cover des Buches Der Besuch (ISBN: 9783833310393)
    Hila Blum

    Der Besuch

     (45)
    Aktuelle Rezension von: schokoloko29

    Nili und Nati sind ein Paar, welches in Israel lebt. Nati hat in die Beziehung seine ältere Tochter mit hineingebracht und Nili ist dann schwanger geworden und hat dann noch eine Tochter von Nati auf die Welt gebracht. Eine klassische Patchwork- Familie mit nicht gelösten Konflikten, welche im Untergrund brodeln. Diese Konflikte kommen durch einen Anruf von Paris zutage. Aks Nati und Nili frisch zusammen waren haben sie mehrere Tage in Paris verbracht. Dort kam es zu einem Eklat, denn Nati hat sein Portemonaie verloren. Dies wurde ihm beim bezahlen in einem sehr teurem Restaurant klar. Ein reiches Ehepaar am Nachbartisch bemerkte die Notlage und half Nati aus. Dieser reiche Mann aus Paris meldet sich nun bei Nati und Nili und will sich in Israel treffen. Es kommen dadurch nicht verheilte Wunden in der Beziehung von Nati und Nili zutage und auch die angst, was bei diesem Besuch aus Paris für "Geheimnisse" ans Licht kommen.

    Für mich war das Leseerlebnis am Ende wirklich enttäuschend. Die Autorin spielt gekonnt mit den Erwartungen des Lesers. Als es dann zur "Auflösung" des Geheimnisses kam, war ich sehr enttäuscht. Denn das Geheimnis war für mich alles andere als schwerwiegend.

    Fazit: Viel Lärm um nichts!

  4. Cover des Buches Eine Frau flieht vor einer Nachricht (ISBN: 9783596184309)
    David Grossman

    Eine Frau flieht vor einer Nachricht

     (41)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Oras jüngster Sohn Ofer hat eigentlich gerade den obligatorischen Militärdienst abgeleistet als er sich freiwillig zu einem Einsatz verpflichtet. Die Mutter versucht ihn noch erfolglos zu stoppen, denn es ist nicht das erste Mal im Leben, dass sie unmittelbar mit den Auswirkungen der Kampfeinsätze konfrontiert wird. Sie hat Angst und um der Todesnachricht zu entkommen, beschließt sie, nach Galiläa zu reisen. Avram, Ofers leiblicher Vater, der zu seinem Sohn jedoch nie eine Beziehung aufgebaut hat, begleitet sie und beim Wandern begeben sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit, ihre gemeinsame Zeit und all die Dinge, die nie gesagt wurden, werden nun 20 Jahre später ans Licht gebracht.

    David Grossman verarbeitet in seinem Roman eine in Israel allgegenwärtige Situation. Wir der Militärdienst noch als notwendiges Übel allerseits akzeptiert und auch unterstützt, ist doch die Angst bei den vielen Einsätzen und unmittelbaren Bedrohungen ein ernstzunehmendes Problem für die Eltern. Die Kinder stehen an den Checkpoints und gehen in den Kampf und setzen sich damit unmittelbarere Bedrohung aus. Dies nicht ertragen zu können, ist mehr als nachvollziehbar – vor dem Hintergrund des Autors, der in ebendieser Situation einen Sohn verloren hat, umso bedeutsamer. Aber nicht nur der gegebene Anlass und die Realitätsnähe können überzeugen, sondern auch das komplexe Verhältnis einer Frau zu zwei Männern, die sie auf ganz unterschiedliche Weise lieben kann und denen sie sich verpflichtet fühlt.

  5. Cover des Buches Liebesleben (ISBN: 9783833309199)
    Zeruya Shalev

    Liebesleben

     (256)
    Aktuelle Rezension von: Cristine

    Zunächst finde ich den Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig: es ist eine atemlose Aneinanderreihung von zahlreichen ganzen und halben Sätzen, was sich etwas holperig liest. Die Protagonistin ist eher eine Antiheldin, mit der ich mich nicht identifizieren kann; deren Leben und Handlungsweise mich abstoßen und gleichzeitig faszinieren. Angewidert lese ich immer weiter und frage mich ständig: "Warum tut sie das???" Eine Frau, die nicht weiß, was sie will, die nur weiss, dass sie so nicht will, wie es ist - auf der Suche nach Sinn, Liebe, Leidenschaft. Sie treibt durchs Leben, planlos, probiert aus, verläßt den sicheren, vernünftigen Pfad in Form eines liebenden aber langweiligen Ehemanns und einer sicheren Dozentenstelle an der Uni, um sich einem egozentrischen alten Mann hinzugeben, der ihr aber nichts geben kann oder besser will. Passiv lässt sie Dinge geschehen, die ihr nicht guttun und beobachtet diese und fühlt, was diese mit ihr machen. In der zweiten Hälfte wird es langsam besser. Irgendwann reicht es ihr und sie nimmt ihr Leben wieder in die Hand. Weltliteratur, die mich leider nicht erreicht. Schade.

  6. Cover des Buches Ein anderer Ort (ISBN: 9783866155213)
    Amos Oz

    Ein anderer Ort

     (9)
    Noch keine Rezension vorhanden
  7. Cover des Buches Judiths Liebe (ISBN: 9783257231199)
    Meir Shalev

    Judiths Liebe

     (32)
    Aktuelle Rezension von: gst
    „Ein komischer Vogel, hieß es von Jakob Scheinfeld im Dorf. Er lebte allein, besaß ein kleines Haus, einen einstmals gepflegten Garten und ein paar leere Kanarienvogelkäfige, Nachlass eines riesigen Schwarms, der bereits in alle Winde zerstoben war." (Seite 19)

    Dieser Jakob Scheinfeld kocht gerne und lädt Sejde in großen Abständen zum Essen ein. Vier Mahlzeiten werden in diesem Buch beschrieben, in dem der Gastgeber viel über das Leben von Sejdes Mutter Judith erzählt. Sie starb bereits, als ihr Sohn zehn Jahre alt war. Als Arbeiterin bei Mosche Rabinowitz war sie so beliebt, dass gleich drei Männer (ein Witwer mit zwei Kindern, ein harmloser Spinner und ein geschäftstüchtiger Schlawiner) den kleinen Sejde als ihren Sohn ansehen.

    Anfangs fand ich das Buch, das mit viel jüdischem Humor gewürzt ist, etwas zäh und gewöhnungsbedürftig. Ich konnte zwar immer wieder schmunzeln und dachte zwischendurch auch an Ephraim Kishon, doch waren so viele Anekdoten und Geschichte miteinander verwebt, dass ich nur kurze Leseabschnitte bewältigen konnte. Das war jedoch kein Problem, da die großen Kapitel in viele kleine Unterabschnitte geteilt sind.

    Das mit zahlreichen jiddischen Einsprengseln versehene Buch zeigte mir das friedlich erscheinende Leben in Israel während des zweiten Weltkrieges. Damit den Leser die unbekannten Worte nicht ausbremsen, wurde der Roman mit einem vierseitigen Glossar und einem Personenregister ergänzt.

    Der 1948 geborene Autor hat Psychologie studiert, was seinen Menschenzeichnungen sehr zu Gute kommt. 1998, als das Buch zum ersten Mal in Deutschland erschien, galt er als einer der beliebtesten israelischen Romanciers. 2006 erhielt er für sein Gesamtwerk den Brenner Prize, die höchste literarische Auszeichnung in Israel.

    Mein Fazit: Ich habe das Buch auf einem Wunschzettel einer lieben Lovelybooks-Freundin gefunden und bin neugierig darauf geworden. Das Lesen hat sich sehr gelohnt, die Geschichte beschäftigt mich immer noch. Diese zahlreichen kleinen Begebenheiten setzen sich wie ein Mosaik aus vielen Steinchen zusammen. Ich bekam einen Einblick in das ländliche Leben in Israel, genoss den jüdischen Humor und lernte außergewöhnliche Menschen kennen.

    Seite 124: „Die Liebe bringt einen auf seltsame Gedanken und gegen Gedanken kann man nichts machen - Der Gedanke sitzt im Kopf gefangen und kommt da nicht raus, aber in seinem Käfig ist er der freieste Vogel und singt, was er will, wann immer er will.“ - Jakob Scheinfeld

  8. Cover des Buches Die Raben (ISBN: 9783518418819)
    Avirama Golan

    Die Raben

     (2)
    Aktuelle Rezension von: WinfriedStanzick



    Der Roman „Die Raben“ der israelischen Autorin Avirama Golan war nach seinem Erscheinen 2004 in Israel ein vieldiskutierter und in breiten Kreisen gelesener und beachteter Bestseller. Vordergründig ist es ein reiner Frauenroman, erzählt er doch die Geschichte zweier Frauen im heutigen Israel, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch ist dieser Roman, ähnlich wie die im gleichen Jahr erschienenen Romane von Eshkol Nevo „Vier Häuser und eine Sehnsucht“ (deutsch 2007 bei DTV) und von Yiftach Ashkenazy „Die Geschichte vom Tod meiner Stadt ( deutsch 2007 bei Luchterhand) ein Kaleidoskop der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft, die zwischen Tradition und Moderne hin und her gerissen, von einer Korruption unerhörten Ausmaßes bis in die Regierung und das Militär hinein bedroht und geschwächt, um ihr Überleben bangen muß. Der letzte desaströse und von der Regierung völlig dilettantisch geplante Waffengang gegen die Hisbollah im Libanon hat der Resignation und der Spaltung in der israelischen Gesellschaft noch einmal weiteren Vorschub geleistet. David Grossmann, der selbst einen Sohn in diesem Krieg verloren hat, hat unlängst davon gesprochen, daß das Schlimmste sei, daß der Terror der Feinde Israels sein Hauptziel eigentlich schon erreicht habe, nämlich die innere und moralische Kraft eines stolzen Volkes zu brechen, es abstumpfen und kälter werden zu lassen.  Wenn dieser Prozeß weitergehe, so Grossmann, gepaart mit der demographischen Entwicklung in Israel, die das jüdische Volk im eigenen Land zur Minderheit werden lasse, dann stehe es um die Zukunft dieser einzigen und letzten Zuflucht verfolgter Juden in aller Welt  schlecht bestellt.

    Avirama Golan erzählt in „Die Raben“ die Geschichte von Genia und Didi. Beide haben zunächst gar nichts miteinander zu tun und erst gegen Ende wachsen die Geschichten und das Leben der beiden Frauen in der Handlung des Buches zusammen, als Didi, eine TV-Produktionsassistentin, über Genia einen Film drehen soll.

    Genia ist eine alte Frau, die Ende der dreißiger Jahre der bevorstehenden Vernichtung der osteuropäischen Juden entkommt und aus einem kleinen Städtchen in der Ukraine nach Palästina einwandert. Sie gehört sozusagen zu den Menschen der ersten Stunde, die helfen, das Land zu roden und urbar zu machen, es zu kultivieren und aufzubauen. Dennoch lebt sie nach wie vor in einer anderen Welt. In einem Interview mit der ZEIT erzählt Avirama Golan, daß sie eine solche Geschichte aus ihrer eigenen Familie kennt. Ihre Eltern stammen aus Galizien. Der Vater ist aus zionistischer Überzeugung in das damalige Palästina eingewandert, die Mutter kam halt mit. „Trotz seiner Ideologie ist er hier aber nie wirklich angekommen. Jedes Mal, wenn er mit seinem europäischen Hut auf dem Kopf zum Flughafen fuhr, sah ich, wie er zu dem Mann wurde, der er eigentlich war.“ Auf den Vorhalt, daß in „Die Raben“ die Vaterfiguren Mitgefühl erregen, die Mütter aber nicht, entgegnet Golan:
    „Die Frau spielt in der jüdischen Kultur eine immense Rolle. Sie gilt als die wahre Stütze des Hauses; wenn der Mann eine gute Frau hat, ist er ein guter Mann, wenn er eine schlechte Frau hat, ist er ein schlechter Mann. Das nenne ich dämonisch.“

    Da auch der Versuch der Kibbuzbewegung gescheitert ist, die traditionelle Verbindung zwischen Eltern und Kindern aufzulösen, hängt auch in Israel, mehr noch als in europäischen Ländern, viel an den Frauen. Sie werden nach wie vor an ihrer Mutterrolle gemessen, vor allem von ihren eigenen, bis in ihre Seelen hinein einflussreichen Müttern, stehen aber dennoch im auch für Frauen verpflichtenden Militärdienst und an vielen gesellschaftlichen Positionen ihre Frau.

    In der Rolle der Didi, jener Fernsehjournalistin, die mit der Lebensgeschichte Genias konfrontiert, sich mit ihrem eigenen Leben, ihrer Kindheit und Ehe auseinandersetzt und alles vor dem drohenden Zusammenbruch zu bewahren sucht, beschreibt Golan diese Mehrfachbelastung.

    Derweil befasst sich Didis Tochter Na`ama, gelehrt von ihrem Großvater, mit den in Israel häufig vorkommenden Raben. Und was dieses Mädchen bei den Raben beobachtet, wird zum Sinnbild des Zustandes eines ganzen Landes, einer Parabel darüber, wie das Land mit seinen Nachkommen und der äußeren Bedrohung durch seine Feinde umgeht und welche tiefe Hoffnung es treibt:
    „Die Raben haben ihr Leben lang denselben Partner. Mitte Februar kommen einige Paare zu ihrem gewohnten Brutplatz zurück, oder sie finden einen neuen, und sie fangen an zu brüten. Nicht alle, weil es nie genügend Plätze für alle Paare gibt. Und sie ignorieren die Eindringlinge. Vor vielen Monaten, vielleicht sogar vor vielen Generationen, haben die Rabenoberen beschlossen, daß es den Eindringlingen erlaubt sein solle, ihre Eier in drei, vier Nester zu legen, um ihre Art zu erhalten. Wer ein Kuckucksei in seinem Nest findet, weiß, daß ein oder zwei seiner Jungen nicht das Licht der Welt erblicken werden. Wahrscheinlich weiß er auch, daß ihm kein noch so heftiger Widerstand helfen wird, wenn das Kuckucksweibchen sich erst einmal dazu entschieden hat, ihr Ei ausgerechnet in sein Nest zu legen, das Kuckuckspaar wird sein Küken vernichten. Deshalb lässt er es geschehen. Der graue Rabe, der auf dem Wipfel sitzt und sein Nest mit den Eiern der Eindringlinge hütet, verteidigt also mit seinem Körper seine dem Tod geweihten Nachkommen, weil der Schwarm beschlossen hat, sie dem Kuckuck zu opfern, damit sie mit ihrem Tod den anderen das Leben ermöglichen.
    Wenn sie so klug sind, dachte Na´ama, wie kommt es dann, daß der Kuckuck nur ihre Nester wählt, um seine Eier hineinzulegen ? Wie kommt es, daß ausgerechnet die Raben, von denen Großvater sagt, daß sie zwischen einem Besenstiel und einem Gewehr unterscheiden können, nicht merken, daß die zusätzlichen Eier zwar hellblau sind mit hell- und dunkelbraunen Sprenkeln, aber kleiner und runder als ihre eigenen ? Und wie kommt es, daß die Raben, die es sogar schaffen, große Vögel zu verscheuchen, nicht in der Lage sind, sich gegen den Schnabel eines Kuckucks zu verteidigen, der die Rabenküken zu Tode quält und sie manchmal noch in der Schale ermordet ? Vielleicht deshalb, weil es auf der ganzen Welt kein Geschöpf gibt, das unverwundbar ist.
    Der Kuckuck greift gerade die starken Rabenpaare an. Für ihren Nachwuchs sind ihnen nur die besten Adoptiveltern genug. Diese starken, überlebensfähigen Raben, die gewohnt sind, Kämpfe auf Leben und Tod durchzustehen, werden schließlich gewinnen, sie werden eine neue Generation von klugen und lebensfähigen Jungen aufziehen. Das weiß auch der Kuckuck.“

    Welch eine unbändige und lebendige Hoffnung spricht aus diesem wunderbaren Bild ! Avirama Golan hat ein eindrucksvolles Buch geschrieben, das man auf jeden Fall in Zusammenhang mit den beiden schon erwähnten Büchern von Eshkol Nevo und Yiftach Ashkenazy lesen sollte.

  9. Cover des Buches Ich, Anastasia (ISBN: 9783833300288)
    Alona Kimhi

    Ich, Anastasia

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  10. Cover des Buches Die weinende Susannah (ISBN: 9783833300271)
    Alona Kimhi

    Die weinende Susannah

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Bella5
    Susannah möchte nicht lieben.Keine Kostümchen tragen und Karriere machen. Sie ist über 30 und lebt bei ihrer Übermutter A. in Israel. Susannah ist so lebensmüde, wie ihre Mutter lebenstüchtig ist. Doch als der Vetter Naor aus Amerika auftaucht, ändert sich Manches. Dieser Roman ist nicht flach und dumm, sondern anrührend und vielschichtig - so kann er auch als eine Art politische Parabel gelesen werden. Darüber hinaus ist er äusserst humorvoll geschrieben und nie ermüdend.
  11. Cover des Buches Nenn die Nacht nicht Nacht (ISBN: 9783518392362)
    Amos Oz

    Nenn die Nacht nicht Nacht

     (5)
    Aktuelle Rezension von: schmoeker-rike
    „als sei sie versehentlich in ein fremdes Zimmer geraten und finde vor lauter Schreck das Fenster nicht. Das offen war und geblieben ist. Und nun schwirrt sie flügelschlagend von Wand zu Wand, bumst an die Lampe, an die Decke, streift an den Möbeln entlang, stößt sich. Und versuch bloß nicht, sie zum Ausgang zu lotsen: Du kannst ihr nicht helfen. Jeder Mucks von Dir kann ihre Angst steigern. Statt nach draußen in die Freiheit könntest Du sie, wenn sie nicht aufpasst, in die hinteren Räume scheuchen, und dort würde sie wieder und wieder mit ihren Flügeln an die Scheibe knallen.“ Wir erleben den Zustand einer Liebesbeziehung in Israel. Die Lehrerin Lea und der deutlich ältere Theo erzählen abwechselnd von ihrem gemeinsamen Leben. Theo und Lea hatten sich vor Jahren im Ausland kennengelernt, leidenschaftlich verliebt und sind auf Leas Wunsch in eine öde Kleinstadt am Rande der Wüste Negev gezogen. Nun leben sie nebeneinander her und finden oft nicht zueinander. Als Lea ein Projekt beginnt - sie will nach dem Tod eines Ihrer Schüler ein Entziehungsheim für jugendliche Drogenabhängige gründen- stößt sie auf viele Widerstände in der Kleinstadt, aber sie will sich nicht von Theo helfen lassen, obwohl das wahrscheinlich vernünftig und erfolgversprechend wäre. Mich hat das Buch fasziniert, weil der Autor sehr sprachgewaltig ist, er kann wirklich gut Situationen schildern und sich in Personen hineinversetzen. Die Schwierigkeit in dieser Beziehung wirkt sehr lebensecht, und beklemmend. Dies Buch ist empfehlenswert für alle, die keine Action erwarten, sondern die Beschreibung eines normalen Lebens in einer normalen Stadt durch einen sehr guten Schriftsteller. Und weil oben Theo zu Wort kam, lassen wir zum Schluss noch Lea über Theo sprechen: „Es ist schwierig, wenn er dann redet und immer genau weiß, was an unserem Projekt falsch ist und was ich wem auf keinen Fall hätte sagen sollen, und noch schwieriger wird es, wenn er stumm zuhört, eifrig bemüht, aufmerksam zu bleiben, wie ein geduldiger Onkel der beschlossen hat, kostbare Minuten zu opfern, um von der Kleinen zu erfahren, was ihre Puppe ängstigt"
  12. Cover des Buches Der eiserne Pfad (ISBN: 9783499241468)
    Aharon Appelfeld

    Der eiserne Pfad

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Mein Michael (ISBN: 9783458731658)
    Amos Oz

    Mein Michael

     (7)
    Aktuelle Rezension von: Henk_Bleu

    Wie es sich schon öfter nach dem Tod eines Autors ergab, ging ich nach der Nachricht von Oz’ Ableben in unsere Bibliothek, um zu überprüfen, ob wir vielleicht ein Buch von ihm haben, das auf Lektüre wartet. Ich bin dann meist neugierig, wenn ich den Schriftsteller bisher nicht aus eigener Lektüre kenne, und die Feuilletons waren voll des Lobes, Oz war sogar der Tagesschau einen Beitrag wert.

     

    Ich fand „Mein Michael“, eine Geschichte über das Scheitern einer Ehe im Israel der 50er Jahre, geschildert aus der Perspektive der Frau. „Der Roman ist nicht nur die Geschichte von Hannah und einer Ehe, die nicht gut gehen konnte. Das Buch ist auch ein Stück israelischer Geschichte, eine spannende Beschreibung der politischen Veränderungen zwischen 1950 bis 60.“ Ich zitiere den Klappentext, leicht gekürzt und orthografisch verändert.

     

    Dass diese Ehe scheitern musste, ist schon nach den ersten Seiten klar. So verschieden sind die beiden Charaktere und so zufällig die Umstände ihres Kennenlernens, dass man nicht das geringste Interesse am weiteren Verlauf hat. Das glättet den Spannungsbogen. Die Beschreibungen von Verwandten und den Verhältnissen in Israel sind von so erlesener Langeweile, dass der Bogen endgültig zu einer Horizontalen geformt wird. Ich brach nach hundertacht Seiten entnervt ab, einhundert Seiten gebe ich jedem Autor.

     

    Das Buch mag in seinen Aufzeichnungen des täglichen Lebens historischen Wert haben. Sie könnten es also lesen, wenn Sie am Israel der 50er Jahre Interesse haben. Abgesehen  davon gibt es keinen vernünftigen Grund, sich dieses Buch zu Gemüte zu führen. Es ist sicher schwierig, sich als Mann in eine Frau einzufühlen. Das hat Oz gut gemacht. Aber wenn die Figur, eine orientierungslose Studentin, uninteressant ist, hilft das nicht. Ob andere Bücher des Autors besser sind, kann ich nicht sagen. „Mein Michael“ hat dafür gesorgt, dass ich es auf einen Versuch nicht ankommen lassen werde.

  14. Cover des Buches Herr Levi (ISBN: 9783518222065)
    Amos Oz

    Herr Levi

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Wo bist du, Motek? (ISBN: 9783548287270)
    Ilan Goren

    Wo bist du, Motek?

     (19)
    Aktuelle Rezension von: RobinBook

    Autor: Ilan Goren

    TiteL: Wo bist du, Motek? - Ein Israeli in Berlin

    Seit "Die Akte ODESSA" von Frederick Forsyth, dem TV-Vierteiler "Holocaust" nach dem Roman von Gerald Green und dem Film "Exodus" nach dem Buch von Leon Uris habe ich sehr viele weitere Bücher zum Geschehen im "Dritten Reich" gelesen, darüber, wie direkt Betroffene es zu verarbeiten versuchen, und auch darüber, wie spätere Generationen ihre Wurzeln zu finden trachten.
    Auch der jüdische Humor ist mir seit Kishon nicht fremd.
    Zu diesem Buch hier konnte ich aber leider nur ganz selten und dann auch nur kurz und nicht besonders intensiv einen "Draht" bekommen. Vielleicht ist es ja auch an ein jüngeres Publikum gerichtet. das Geschehen um die Familie sowohl nach als auch vor 1945 fand ich teilweise kaum und wenn, sehr schwer nachvollziehbar, die vielen Namen in der Jetztzeit verwirrten mich.

  16. Cover des Buches Mosche Chuwato und der Rabe (ISBN: 9783927926240)
    Kobi Oz

    Mosche Chuwato und der Rabe

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bella5
    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, da es humorvoll geschrieben ist, aber nicht albern wirkt.
  17. Cover des Buches Black Box (ISBN: 9780099303831)
    Amos Oz

    Black Box

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Fanatismus ist für Alexander Gideon nicht nur das beherrschende Thema seiner wissenschaftlichen Arbeit, Fanatismus bestimmt auch sein privates Leben. Ein facettenreicher Roman, der die Widersprüchlichkeiten heutiger israelischer Existenz widerspiegelt.Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er gehört zu den großen israelischen Schriftstellern der Gegenwart und unterrichtet hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität in Beesheva. Seit 1986 lebt er mit seiner Familie in Arad in der Negey-Wüste.
  18. Cover des Buches Die Vermisste (ISBN: 9783546004244)
    Yoram Kaniuk

    Die Vermisste

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Die Queen, ihr Liebhaber und ich (ISBN: 9783548605494)
    Yoram Kaniuk

    Die Queen, ihr Liebhaber und ich

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Geschichten aus Tel Ilan (ISBN: 9783518739303)
    Amos Oz

    Geschichten aus Tel Ilan

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Andrei_Mihailescu
    Sieben Kurzgeschichten über ebensoviele Menschen aus Tel Ilan: Menschen, die sich immer wieder begegnen und als Nebenfiguren in den Geschichten der anderen auftauchen.
    Gekonnt und liebevoll geschrieben, drehen sich diese Geschichten um Trauer, Träume und Sehnsucht. Die gelungensten von ihnen lassen noch einen Hauch von dark fantasy spüren, die mich an Roald Dahl errinert hat.
    Warum dann nur 3 Sterne: erstens kann Amos Oz viel mehr, dies ist ein Skizzenheft, aber keines seiner Meisterwerke. Zweitens sind manche der Texte auch etwas langfädig und voraussehbar (z.B. derjenige über das Paar, das musikalische Abende bei sich organisiert). Und drittens sind weder die Hauptfiguren, noch ihre Schicksale eigentlich herausragend oder beeindruckend.
    Meiner Meinung nach also guter Durchschnitt, vor allem etwas für Fans von Amos Oz.
  21. Cover des Buches Freundesfeuer (ISBN: 9783492051613)
    Abraham B. Jehoschua

    Freundesfeuer

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  22. Cover des Buches Der perfekte Frieden (ISBN: 9783518753699)
    Amos Oz

    Der perfekte Frieden

     (7)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Adam Resurrected (ISBN: 9781843549543)
    Yoram Kaniuk

    Adam Resurrected

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Verse auf Leben und Tod (ISBN: 9783518460849)
    Amos Oz

    Verse auf Leben und Tod

     (12)
    Aktuelle Rezension von: BeaMilana
    Wer in dem kurzen Buch nach einer Geschichte sucht, wird enttäuscht werden, denn es gibt keine. Der Schriftsteller, die Hauptperson, sinniert kurz vor Beginn einer abendlichen Kulturveranstaltung bis zu dem darauffolgenden Morgen über verschiedenste Figuren in seiner unmittelbaren Umgebung nach und erfindet für jede eine Autobiografie. 
    Meisterhaft erzählt ist das sexuelle Abenteuer, dass der Schriftsteller mit der einsamen Vorleserin mitten in der Nacht erlebt, doch am Ende scheint auch diese kurze Episode der Phantasie entsprungen?
    So verstehe ich "Verse auf Leben und Tod" von Amos Oz als ein Wechselspiel zwischen Fiktion und Realität, das uns auch einen kurzen Einblick in die Psyche des Schriftstellers gewährt. Es bleibt bei einer kühlen, distanzierten Betrachtung, emotionale Nähe oder ein intellektuelles Aha-Erlebnis stellte sich bei mir nicht ein.

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