Bücher mit dem Tag "israelischer autor"

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19 Bücher

  1. Cover des Buches Was Nina wusste (ISBN: 9783446267527)
    David Grossman

    Was Nina wusste

     (60)
    Aktuelle Rezension von: KataRaf

    Aus der Perspektive von Rafael wird die Geschichte um Eva, ihre Tochter und seine große Liebe Nina und die gemeinsame Tochter Gili erzählt.


    Vera, Kind einer wohlhabenden jüdisch - ungarischen Familie verliebte sich in den serbischen Offizier Miloš und erlebte mit ihm trotz der schweren Zeiten die schönsten Jahre ihres Lebens. Auch die Tochter Nina liebte ihren Vater sehr. Als dieser sich als vermeintlicher Stalinist in politischer Gefangenschaft das Leben nahm, wurde Vera von der Geheimpolizei aufgesucht und vor eine ungeheuerlich Wahl gestellt. Entweder sie unterschreibt, dass ihr geliebter Miloš ein Stalinist und Verräter war, oder sie kommt auf die berüchtigte Gefangeneninsel Goli Otok und ihre 6jährige Tochter Nina landet auf der Straße. Ohne zu zögern wählt Vera zweites, unfähig ihren geliebten Mann zu schänden, zerstört sie damit die Kindheit und das Leben ihrer Tochter, die rastlos, wütend durch die Welt zieht, sich missbrauchen und misshandeln lässt, unfähig ist Bindungen einzugehen, unfähig ist, ihrer Tochter Gili eine verfügbare Mutter zu sein. 


    An ihrem 90sten Geburtstag entscheiden Rafael und die drei Frauen nach Goli Otok zu fahren und einen Film zu drehen. Die Geschichte ist schnell erzählt, was sie vielschichtig macht ist die Frage der Auswirkungen und Gedanken zu den Erlebnissen und Entscheidungen. Wir werden auf uns zurück geworfen, was richtig oder falsch ist. 


    Der israelische Autor David Grossman hat die Geschichte von Eva Panić-Nahir genommen und ihr mit Was Nina wusste ein Denkmal gesetzt. Was Nina wusste ist emotional erzählt, poetisch, entrückt, romantisch und hart.


    David Grossman - Was Nina wusste 

    Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer

    Carl Hanser Verlagsgruppe @hanserliteratur 2020



    Ich empfehle sehr die Dokumentationen zu der Eva Panić-Nahir zu schauen, aber damit euch nicht ähnliches wie mir passiert, rate ich dazu, sie erst nach dem Auslesen des Romans zu schauen. 

    Das letzte drittes des Buches habe ich mir selbst vermasselt, begann ich während der Lektüre an einem Abend auf YouTube die Dokumentationen zu Eva Panić-Nahir anzuschauen, sie, ihre Tochter Tiana und Enkeltochter zu erleben und ihre Geschichte zu erfahren. 

    "EVA" von Macabit Abramson und Avner  Faingulernt zeigt sie auf der Reise in die Heimatstadt und nach Goli Otok, sehr nahe und intensiv zeigen sich die Abgründe und Konflikte zwischen Eva und Tiana. Auch wenn Eva eine einnehmend Aura ausstrahlt, Tiana eine wahnsinnige Wut und Haltlosigkeit. So glamourös, wie im Buch sind sie nicht. In der Dokumentation Goli Život von Danilo Kiš aus den 80er Jahren beeindruckt Eva und zeigt, wie sehr sie die Aufmerksamkeit des berühmten Schriftstellers genießt, was mir auch etwas aufstieß. 

    Nach den Dokumentationen empfand ich die für Fiktion völlig legitimen Hinzudichtungen von Grossmann als zu dick aufgetragen und wahrte eine Distanz, die ich nicht mehr zu überwinden mochte. 


  2. Cover des Buches Judas (ISBN: 9783518466704)
    Amos Oz

    Judas

     (53)
    Aktuelle Rezension von: gerda_badischl

    Über den Inhalt haben andere Rezensenten schon genug geschrieben. Ich möchte euch gerne erzählen, wie es mir beim Lesen gegangen ist:


    Die ersten zwei Drittel des Buches waren zäh.

    Trockene und viel zu genaue Beschreibungen eines langweiligen Alltags. (a la: "er tat Zahnpasta auf die Zahnbürste, dann putze er zuerst die Zähne oben links, dann oben rechts, innen putze er etwas ungenauer, weil da kam er mit der Zahnbürste nicht so gut hin, ..." das ist KEIN ZITAT, sondern selbst erfunden, und soll nur mein Gefühl beim Lesen wiedergeben!) 

    Abwechselnd mit Dialogen, die wie Vorträge klingen. Hier ein zufällig aufgeschlagenes Zitat aus einem Gespräch zweier Hauptpersonen:     

    "... Thomas Mann hat an irgendeiner Stelle geschrieben, Hass sei nichts anderes als Liebe, die man mit einem Minuszeichen versehen hat. Das Ausmaß des Hasses ist ein Beweis dafür, dass Liebe dem Hass gleicht, denn in der Eifersucht mischen sich Liebe und Hass. Im Hohelied, im gleichen Abschnitt, wird uns gesagt, die Liebe ist stark wie der Tod und ihr Eifer ist fest wie die Hölle. Ataljas Vater hat geglaubt, Juden und Araber wären dazu geschaffen, einander zu lieben, würde man nur das Missverständnis zwischen ihnen beseitigen. ...

    - übrigens ein recht schönes Zitat, das ich hier zufällig erwischt habe, ich schreibe für euch auch noch ab, wie es weitergeht: "...Zwischen Juden und Arabern gibt es kein Missverständnis, es hat nie ein Missverständnis gegeben. Im Gegenteil. Seit Jahrzehnten besteht zwischen ihnen ein vollkommenes Verständnis: Die einheimischen Araber hängen an diesem Land, weil es ihr einziges ist, sie haben kein anderes, und wir hängen an diesem Land aus genau den gleichen Gründen. Sie wissen, dass wir nie darauf verzichten können, und wir wissen, dass sie nie verzichten werden. Das gegenseitige Verstehen ist also völlig klar. Es gibt kein Missverständnis zwischen uns und hat es nie gegeben."

    Man sieht: schreiben kann er ja gut, der Herr Oz, aber die Romanhandlung schien mir anfangs mehr ein Vorwand zu sein, um ein paar Geschichte-Lektionen gut zu verpacken.


    Und dann - im letzten Drittel, oder vielleicht sogar erst im letzten Viertel - ist etwas mit mir passiert:

    Die Beschreibung eines Zimmers...

    Seitenlang...

     Und ich hab noch daran gedacht, wie langweilig mir die Lektüre ist, als ich plötzlich 

    ... das Zimmer GEROCHEN habe

    ... und das Sofa unter mir GESPÜRT 

    ... und plötzlich WAR ich in diesem Haus in Jerusalem!

    Ich kann verstehen, warum dieses Buch von manchen Rezensenten fünf Sterne bekommt. In der richtigen Stimmung gelesen, mit viel Ruhe und ohne große Erwartungen, dass etwas passiert, kann man diesen unglaublichen Sprung in eine andere Welt machen. Die Frage ist nur, ob es beim Zweitlesen leichter und schneller gehen wird. Ich werde es vorläufig noch nicht probieren. Aber vielleicht ... einmal in der Zukunft?


    Fazit: gute 3 Sterne - eventuell korrigiere ich meine Wertung beim Zweitlesen noch nach oben.


    off topic: Ich habe das auch schon bei anderen Büchern erlebt, dass aus Drei-Sterne-Büchern beim zweiten Lesen glatte Fünfer wurden. Aber selten. Eigentlich nur einmal. Buchtipp: https://www.lovelybooks.de/autor/Max-Frisch/Homo-faber-265111788-w/ 

  3. Cover des Buches Eine Geschichte von Liebe und Finsternis (ISBN: 9783518467268)
    Amos Oz

    Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

     (107)
    Aktuelle Rezension von: Jari
    Eigentlich hatte ich nie vor, dieses Buch zu lesen. Schlussendlich tat ich es trotzdem und zwar für die Weltreise-Challenge. Also liess ich mich von Amos Oz durch Jerusalem und seine Geschichte führen. Es war kein Flop, obwohl ich mich doch etwas durch das Buch quälen musste, und das ist schon mal nicht schlecht.

    Grundsätzlich bin ich nun froh, sagen zu können, dass ich ein Buch von Amos Oz gelesen habe. Dazu auch noch sein wohl bekanntestes. Am meisten gefielen mir die einzelnen Passagen, in denen es um die Literatur und Amos' intellektuelle Familie ging. Also vor allem der Anfang hat es mir doch sehr angetan.

    Doch schlussendlich hat sich das Buch für mich zu sehr verzweigt, aber damit hatte ich schon gerechnet. Vielleicht war meine Lektüre somit eine sich selbst erfüllende Prophezeiung, wobei ich wie schon gesagt, vom Anfang sehr begeistert war. Aber mit der Zeit liess meine Faszination merklich nach und ich blieb eigentlich nur wegen ein bisschen Faktenwissen und der Challenge dabei.

    Sprachlich bewegt sich Oz auf einem Niveau, das seinem Ruf gerecht wird. Ein präziser Schriftsteller, sehr begabt, ein Talent, welches aus seinem familiären Umfeld gewachsen ist. Wer in eine solch akademische Familie hineingeboren wird, dem liegt das Spielen mit den Worten wahrscheinlich im Blut. Dennoch war es ermutigend zu erfahren, dass auch jemand wie ein Amos Oz Mühe hatte. Deshalb war es auch wieder das Ende, das mich nach längerer Durststrecke wieder mitnahm.

    Ich bin froh, dass ich das Buch durch habe. Trotz meines Mühsals war die Lektüre nicht vergebens. Viele schöne Textzeilen warten darauf, niedergeschrieben zu werden. Ausserdem habe ich einiges über die Geschichte Jerusalems und Israels lernen können. Kein Buch ist vergebens und dieses schon gar nicht.

    Bücher wie "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" tun gut, auch wenn man sich durch sie durchkämpft. Auch dann, wenn man die Handlungen der Figuren nicht versteht. Nicht versteht, wie sie oft nicht zufrieden sein können, wenn sie doch ein Leben leben, das ich auch gerne hätte. Aber jeder kämpft mit seinen Geistern, auch das lehrt uns Oz. Manchmal sind sie auch zu stark, dies zeigt das prägende Erlebnis des Todes der Mutter, das an unterschiedlichen Stellen thematisiert wird.

    Ein eindrückliches Buch mit starkem Charakter. Ein Buch, das sich nicht so leicht unterkriegen lässt, trotz aller Unwirtlichkeiten. Deshalb prädestiniert wie kein zweites, um Israel zu repräsentieren.
  4. Cover des Buches Tanzende Araber (ISBN: 9783833300950)
    Sayed Kashua

    Tanzende Araber

     (24)
    Aktuelle Rezension von: irismaria

     „Tanzende Araber“ von Sayed Kashua handelt von einem palästinensischen Jungen, der in Israel lebt. Die Geschichte ist aus seiner Sicht geschrieben und in seinen Erzählungen von Eltern und Großeltern erfährt man vieles über die Geschichte Israels und das schwierige Zusammenleben von Juden und Arabern. Nach der Lösung eines öffentlichen Rätsels, darf der

    Junge ein jüdisches Elite-Internat in Jerusalem besuchen. Als einziger Araber hat er es dort allerdings nicht leicht, erlebt aber die ganz andere Lebenswelt der jüdischen Mitschüler und verliebt sich auch in eine Jüdin.

    Die Thematik ist sehr spannend, doch leider konnte mich der Stil nicht überzeugen. Viele Gedanken und Handlungen der Hauptperson konnte ich nicht nachvollziehen. Nebensächlichkeiten nahmen einen großen Raum ein, während wichtige Aspekte (wie etwa die Geburt der Tochter) nur nebenbei erwähnt wurden.

  5. Cover des Buches Über uns (ISBN: 9783423281317)
    Eshkol Nevo

    Über uns

     (16)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    In „Über uns“ beschreibt Eshkol Nevo das Leben dreier Menschen in Jerusalem, die im selben Haus wohnen. Es geht um Familienfehden, Begierde, den Alltag und Geheimnisse. 

     Aufgeteilt ist das Buch in 3 Teile bzw. 3 Etagen in Anlehnung an Freuds Superego-Theorie, die ein paar Mal erwähnt wird. In jeder Etage erzählt einer der 3 Protagonisten einem Vertrauten seine Geschichte mit allen Abgründen, die sich dabei auftun. Dabei gibt es leichte Verflechtungen der drei Leben am Rande des Geschehens.

    Was sich spannend anhört, plätschert leider oftmals dahin. Aus meiner Sicht hat die Idee viel mehr Potential. An vielen Stellen zog sich die Handlung in die Länge. Auch wenn oft gerade das nicht gesagte einen gewissen Reiz ausmacht, so vermisse ich hier dennoch an vielen Stellen die Brisanz des Geschilderten. 

    Sprachlich bewegt sich das Buch dabei allerdings auf hohem Niveau. Die einzelnen Erzählstimmen sind klar voneinander unterscheidbar und ihren Charakteren angepasst.

     

  6. Cover des Buches Eine Frau flieht vor einer Nachricht (ISBN: 9783596184309)
    David Grossman

    Eine Frau flieht vor einer Nachricht

     (41)
    Aktuelle Rezension von: miss_mesmerized
    Oras jüngster Sohn Ofer hat eigentlich gerade den obligatorischen Militärdienst abgeleistet als er sich freiwillig zu einem Einsatz verpflichtet. Die Mutter versucht ihn noch erfolglos zu stoppen, denn es ist nicht das erste Mal im Leben, dass sie unmittelbar mit den Auswirkungen der Kampfeinsätze konfrontiert wird. Sie hat Angst und um der Todesnachricht zu entkommen, beschließt sie, nach Galiläa zu reisen. Avram, Ofers leiblicher Vater, der zu seinem Sohn jedoch nie eine Beziehung aufgebaut hat, begleitet sie und beim Wandern begeben sie sich auf eine Reise in die Vergangenheit, ihre gemeinsame Zeit und all die Dinge, die nie gesagt wurden, werden nun 20 Jahre später ans Licht gebracht.

    David Grossman verarbeitet in seinem Roman eine in Israel allgegenwärtige Situation. Wir der Militärdienst noch als notwendiges Übel allerseits akzeptiert und auch unterstützt, ist doch die Angst bei den vielen Einsätzen und unmittelbaren Bedrohungen ein ernstzunehmendes Problem für die Eltern. Die Kinder stehen an den Checkpoints und gehen in den Kampf und setzen sich damit unmittelbarere Bedrohung aus. Dies nicht ertragen zu können, ist mehr als nachvollziehbar – vor dem Hintergrund des Autors, der in ebendieser Situation einen Sohn verloren hat, umso bedeutsamer. Aber nicht nur der gegebene Anlass und die Realitätsnähe können überzeugen, sondern auch das komplexe Verhältnis einer Frau zu zwei Männern, die sie auf ganz unterschiedliche Weise lieben kann und denen sie sich verpflichtet fühlt.

  7. Cover des Buches Achtzehn Hiebe (ISBN: 9783442718610)
    Assaf Gavron

    Achtzehn Hiebe

     (18)
    Aktuelle Rezension von: Giselle74
    Witzig. Rasant. Respektlos. Sehr unterhaltsam. Das verspricht der Klappentext des Verlages bei diesem neuen Roman des israelischen Bestsellerautors.
    Witzig ist das Buch stellenweise durchaus, wenn man sich denn Stan und Ollie im modernen Tel Aviv vorstellen kann. Rasant ist es auch, immerhin ist der Protagonist Taxifahrer. Respektlos fand ich es eigentlich nicht, dafür manchmal ein wenig geschmacklos und wenn wir das "sehr" streichen, stimmt der Rest auch.
    Es fällt mir ein wenig schwer, den Finger auf die Wunde zu legen, nicht, weil ich nicht wüßte, wo es schmerzt, sondern, weil der Text sich als Krimi verkleidet hat und es daher unfair wäre, den Inhalt zu breit auszuwalzen.
    Eitan Einoch, genannt "Krokodil" (jaha, daher der wenig einfallsreiche Titel meiner Kolumne) ist Taxifahrer in Tel Aviv und außerdem gescheiterter Hobbydetektiv. Bei einer seiner Fahrten lernt er Lotta Perl kennen, eine charmante ältere Dame, die regelmäßig zum Friedhof gefahren zu werden wünscht. In einem ihrer Gespräche gesteht sie, Angst davor zu haben ermordet zu werden und engagiert Einoch, um in einer privaten Sache Nachforschungen zu betreiben. Dieser kontaktiert dafür seinen ehemaligen Kollegen Bar und wirft sich ins Getümmel.
    Für mich ist Plausibilität wichtig, besonders bei einer Krimihandlung. Leider toben Bar und Einoch derartig naiv durch das Geschehen, dass mir der Spass recht schnell verging. Dazu kommen Handlungsteile, deren Wahrscheinlichkeit an Null grenzen, aber Dreh- und Angelpunkte der Story sind. Die achtzehn Hiebe des Titels sind nämlich reale Peitschenhiebe. Würde man die Person, die für die Verabreichung gesorgt hat, fünfzig Jahre später heiraten wollen, ohne Kontakt in der Zwischenzeit wohlgemerkt?
    Von Seite zu Seite wurden mir die Protagonisten unsympathischer. Nun muss man Romanhelden nicht mögen, hier war es aber wohl eigentlich so angedacht. Vielleicht bin ich aber auch schlicht eine Generation zu alt. Ich fühlte mich an das Spiel "Scotland Yard" erinnert, während ich mit dem Taxi über das Spielbrett, Verzeihung, durch Tel Aviv sauste. Vielleicht hätte ich auch besser ein männlicher Leser sein sollen, der sich für Viagra und schöne Frauen interessiert. Vielleicht...
    Vielleicht ist dieser Roman aber auch einfach trotz der Jubelkritiken mittelmäßig. Oder ich bin zu miesepetrig für den Inhalt. Jedenfalls passen wir nicht zusammen, das Krokodil und ich.
  8. Cover des Buches Monster (ISBN: 9783036961071)
    Yishai Sarid

    Monster

     (26)
    Aktuelle Rezension von: kaelle

    "Monster" ist der fiktive Bericht eines Yad Vashem-Mitarbeiters an seinen Chef. Wer nicht wissen will, weshalb er diesen Bericht schreibts, sollte den Klappentext nicht lesen, denn dieser enthüllt bereits das Romanende.

    Der Ich-Erzähler wurde quasi aus einer Verlegenheit heraus Experte für Holocaust-Forschung. Um seine kleine Familie in Israel ernähren zu können, führt er Schülergruppen (und später auch andere) durch Polens Konzentrationslager. Was er dabei erzählt, wird im Roman detailliert wiedergegeben. Man spürt, dass diese Führungen zunehmend Spuren bei ihm hinterlassen.

    Eine interessante Frage, die der Roman aufwirft, ist, wie weit man beim Monster Erinnerung gehen darf. Was ist erlaubt? Wann überschreitet man eine moralische Grenze?

    Zudem sehe ich eine Verbindung zu Sarids aktuellem Roman "Siegerin". Die Einstellung der Protagonistin dort wird in "Monster" erklärt: Die Israelis wollen nie mehr Opfer sein und nehmen dafür in kauf, auch ein bisschen Nazi zu sein.

    Der Roman liefert definitiv Denk- und Gesprächsstoff.

  9. Cover des Buches Paradies neu zu vermieten (ISBN: 9783784417608)
    Ephraim Kishon

    Paradies neu zu vermieten

     (20)
    Aktuelle Rezension von: Ann-KathrinSpeckmann

    Mein Papa hat dieses Buch und die restlichen der Reihe schon so lange ich denken kann im Wohnzimmer stehen. Hin und wieder hat er mal eine Geschichte vorgelesen oder ich habe mir selbst eine angeschaut. Als ich neulich zu Besuch und dann auch noch krank war, habe ich eines herausgegriffen und endlich mal von vorne bis hinten gelesen.


    Ich habe viel gelacht. Manche Geschichten sind einfach nur lustig (die Geschichte vom rohen Ei ist mir am besten in Erinnerung geblieben). Für andere braucht man ein wenig mehr Lebenserfahrungen, um sie zu verstehen (beispielsweise die Geschichte über die Entstehung eines neuen Wortes). Besonders am Ende geht es aber auch sehr viel um Israel und bekannte Persönlichkeiten. Die Auflage des Buches ist von 1999. Ich bin 1999 und muss zugeben, dass ich nicht allzu viel über Isreal etc. weiß. Das macht die Geschichten logischerweise schwer verständlich. Außerdem ist mir immer wieder aufgefallen, dass eine Anekdote von "den Juden" handelte. Natürlich macht man hier Witze über alle möglichen Länder und Religionen. Aber aufgrund unserer Geschichte höre ich nie jemanden einen über Juden machen. Kishon darf das, denn wenn ich das richtig verstanden habe, ist er selbst einer und er lebt in Israel. Aber trotzdem folgt darauf bei mir immer eine Schrecksekunde. Schon komisch wie beeinflusst wir doch alles von unserer Gesellschaft sind.


    Insgesamt empfehle ich das Buch jedem, der Lachen, aber auch ein wenig ernst sein will (es sind halt Satiren). Und wenn Du dann noch Interesse an Israel hast, ist das Buch perfekt.
  10. Cover des Buches Neuland (ISBN: 9783423280228)
    Eshkol Nevo

    Neuland

     (11)
    Aktuelle Rezension von: serendipity3012
    Auf der Suche nach Altem und Neuem,

    nach dem ganz persönlichen Weg, befinden sich sowohl Dori, als auch Inbar, zwei junge Israelis, die sich zufällig auf dem südamerikanischen Kontinent begegnen. Dori ist auf der Suche nach seinem Vater Meni, der den Tod seiner Frau, seiner erklärten großen Liebe, nicht verkraftet und sich daher auf eine Reise gemacht hat. Zunächst schickt Meni Doris Schwester noch regelmäßig E-Mails. Nachdem sie nichts mehr von ihm hört, beginnt Dori seine Suche, zusammen mit Alfredo, der sich auf das Auffinden von Verschwundenen spezialisiert hat und damit sein Geld verdient. Und der seine ganz eigenen Methoden hat, in die er sich nicht hineinreden lässt. Doris kleiner Sohn Neta und seine Frau, die er innig, aber eher unglücklich liebt, bleiben in Israel zurück.

    Inbar hat einen schweren Schlag verkraften müssen, als ihr Bruder vor ein paar Jahren unter nicht ganz geklärten Umständen starb. Die Beziehung zur Mutter ist schwierig, die zur Großmutter liebevoll und eng. Die Ehe der Eltern ist nach dem Verlust des Sohnes gescheitert. Inbar lebt mit einem Mann zusammen, der offen und herzlich mit ihr umgeht, ihr vertraut – aber sie ist nicht glücklich.

    Wie Dori und Alfredo nach Doris Vater suchen, wie sie auf Inbar treffen, davon – und von noch viel mehr – erzählt Eshkol Nevos Roman „Neuland“ in packender Weise. Schon nach den ersten Seiten fällt auf, dass es Nevos große Stärke ist, in kürzester Zeit und mit wenigen Worten komplexe Charaktere zu schaffen, denen man sich als Leser schnell verbunden fühlt. Nevo beschränkt sich auf ein eher kleines Figurenpersonal – neben Dori, Inbar, Doris Vater Meni und Alfredo kommt noch Inbars Großmutter eine größere Rolle im Roman zu, ferner Inbars Mutter Hanna und Doris Schwester. So konzentriert sich „Neuland“ stark auf das Innenleben vor allem von Dori und Inbar. Dabei geht es um die Beziehungen innerhalb der Familien und zu den jeweiligen Partnern. Und um das „neue Land“, das Menis Ausweg aus seinem Schmerz sein soll.

    Die Existenz eines „Neulands“ aber ist auch eine Art Utopie, eine Wunschvorstellung, denn allen Protagonisten ist es gemeinsam, Nachkommen der Schoah zu sein, sie sind „verwundet“, wie es da immer wieder heißt. Möglicherweise sind dies die Passagen, die am schwersten zugänglich sind für nicht-israelische Leser, andererseits geben sie interessante Einblicke in das Empfinden eines Volkes. Eines, das in gewisser Weise einen Kontrast bildet zu dem deutschen Schuldempfinden, Nachkommen der „anderen Seite“ zu sein.

    „Neuland“ ist eine tiefsinnige, packende Geschichte um Menschen, die die Heimat verlassen, um aus der Ferne und aus einem anderen Blickwinkel auf ihr Land und ihr Leben zu schauen. An der einen oder anderen Stelle vielleicht ein wenig zu ausführlich, manchmal bedrückend, aber auch hoffnungsvoll, ist Nevo dennoch ein kraftvoller Roman gelungen, den man kaum aus der Hand legen kann. 
  11. Cover des Buches Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger (ISBN: 9783257261448)
    Meir Shalev

    Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger

     (24)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Nachdem ich von Meir Shalevs „Zwei Bärinnen“ so begeistert war, wurde mir auch seinen Roman „Meine russische Großmutter und ihr amerikanischer Staubsauger“ empfohlen.

    Meir Shalev erzählt darin Anekdoten aus seiner Familie, allen voran über seine Großmutter Tonia, u. a. die Geschichte über ihren amerikanischen Staubsauger, der unbenutzt in einem unbenutzten Badezimmer sein Dasein fristen muss. Tonia, die aus der Ukraine in einen israelischen Moschaw ausgewandert ist, kann man als Original bezeichnen; eine Frau mit vielen Eigenheiten, die den Hof der Familie am Laufen hält.

    Die Anekdoten laden zum Schmunzeln, manche auch zum Lachen ein und bieten einen Blick auf Israel im vergangenen Jahrhundert. Das Buch weist aber auch einige Längen auf und manches war mir dann doch etwas übertrieben ausgeschmückt, wenngleich der Autor dies bewusst so gestaltet hat.

    An zwei Bärinnen kommt dieser Roman meines Erachtens nicht ran, aber als leichte Lektüre zum Schmunzeln ist er auf jeden Fall geeignet.

  12. Cover des Buches Black Box (ISBN: 9780099303831)
    Amos Oz

    Black Box

     (8)
    Aktuelle Rezension von: Hypochrisy
    Fanatismus ist für Alexander Gideon nicht nur das beherrschende Thema seiner wissenschaftlichen Arbeit, Fanatismus bestimmt auch sein privates Leben. Ein facettenreicher Roman, der die Widersprüchlichkeiten heutiger israelischer Existenz widerspiegelt.Amos Oz, geboren 1939 in Jerusalem, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie an der hebräischen Universität in Jerusalem. Er gehört zu den großen israelischen Schriftstellern der Gegenwart und unterrichtet hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität in Beesheva. Seit 1986 lebt er mit seiner Familie in Arad in der Negey-Wüste.
  13. Cover des Buches Verlangen (ISBN: 9783548602851)
    Yoram Kaniuk

    Verlangen

     (8)
    Noch keine Rezension vorhanden
  14. Cover des Buches Alles paletti (ISBN: 9783630621845)
    Assaf Gavron

    Alles paletti

     (5)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Esaus Kuß (ISBN: 9783257604009)
    Meir Shalev

    Esaus Kuß

     (6)
    Aktuelle Rezension von: Himmelfarb
    Irgendwie kam ich mit diesem Buch nicht klar. Ich liebe "Ein russischer Roman" und "Judiths Liebe" von Meir Shalev, aber alles, was ich an den beiden Büchern so mochte, vermisse ich seltsamerweise in "Esaus Kuß". Der wunderbare Humor Shalevs wirkt hier seltsam schaal, die Figuren beginnen für mich kein einziges Mal zu leben - auch wenn Sara Levi eine wirklich großartige Figur zu sein scheint - und ich bin ziemlich enttäuscht. Manchmal ist man ja für gewisse Bücher nicht bereit und vielleicht war es so bei mir mit diesem Buch. Schade!
  16. Cover des Buches Schweigen (ISBN: 9783630620527)
    Joshua Sobol

    Schweigen

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Drei (ISBN: 9783257245837)
    Dror Mishani

    Drei

     (219)
    Aktuelle Rezension von: Insider2199

    Da das Buch in meiner Voting-Challenge empfohlen wurde, ging ich dementsprechend mit hohen Erwartungen an das Werk ran.

    Und anfangs wurde ich auch nicht enttäuscht, denn der Plot fängt unterhaltsam an und endet natürlich mit einem Cliffhanger. Der ist auch bitter nötig, denn die Spannung flacht im zweiten Teil leider sehr stark ab.

    Der dritte Teil ist dann sehr rasant erzählt, aber das Ende dennoch leider etwas vorhersehbar. Gestört haben mich hier auch die vielen Wiederholungen, wobei ich mir aber nicht ganz sicher bin wie man die hätte vermeiden sollen, da der Leser über den jeweiligen Ermittlungsstand informiert sein muss.

    Es hätte zwar die dreier Erzählstruktur durchbrochen, aber statt dem eher etwas zähen zweiten Teil, der im Grunde die "gleiche Story" von eins in neuer Perspektive wiederholt, hätte ich mir lieber gewünscht über die Motivation von Gil aufgeklärt zu werden, denn die habe ich bis zum Ende einfach nicht verstanden. Sicher ihn reizt das "Sich-Annähern", und er verliert dann schnell das Interesse, aber muss man dann gleich so weit gehen?

    Auch verstehe ich leider nicht, warum der Autor ständig und ohne ersichtlichen Grund die Erzählzeit (Präsens-Vergangenheit) wechselte. Ich kenne dieses Stilmittel nur in dem Zusammenhang, wenn man eine bestimmte Szene hervorheben will. Hier kam der Wechsel zu oft vor, um diese Absicht zu rechtfertigen.

    Fazit: Nach so vielen Kritikpunkten hätte ich eigentlich 3 Sterne vergeben müssen. Ich habe deswegen "aufgerundet", weil ich den Roman trotz allem gern gelesen habe. Vielleicht auch, weil der Krimi einfach anders ist und dadurch den Leser überrascht.


  18. Cover des Buches Ein Russischer Roman (ISBN: 9783257606041)
    Meir Shalev

    Ein Russischer Roman

     (10)
    Aktuelle Rezension von: FlorianTietgen
    ... und das bei einem Friedhofsbetreiber.
    Aber langsam ...
    Baruch wächst nach dem Tod seiner Eltern bei seinem Großvater in einem kleinen Kibbuz der Gründerzeit auf. Er lauscht dessen Geschichten, lässt sich von ihm zu einem kräftigen Mann von 130 Kilo aufpeppeln, der genauso eigenbrötlerisch wird, wie der Opa selbst. Und erst mit dem Tod des Großvaters, mit dessen letztem Willen begründet er auf der hoffnungsfrohen lebendigen Erde den Friedhof.
    Wie beschreibt man ein Buch, das so episodenhaft über das Leben in diesem Dorf erzählt, dessen roter Faden einem nicht immer klar einleuchtet, obwohl er zum Ende so deutlich erscheint? Wie beschreibt man ein Buch, aus dem man sätzeweise zitieren möchte,  nur, um zu merken, jeder aus dem Zusammenhang gerissener Satz würde niemandem vermitteln, welch großartige Geschichte man gerade liest? Es sind die Details, die vielen liebevollen Kleinigkeiten, die Genauigkeit in den Sätzen und der Wortwahl, die Macken der Bewohner, die Exzesse, die Stille, die Trauer, die dieses Buch zum Vergnügen machen. Es sind der Rhythmus und die Melodie, die mich genussvoll lesen und jetzt bedauern lassen, dass dieses Buch zuende ist. Und bei all diesen wundervollen Übertreibungen, die Legenden und Anekdoten so anhaften, befindet man sich immer in einer sinnlichen Fata Morgana, in der man jede Surrealität sofort glaubt und für möglich hält.
    Ich habe kaum noch gewusst, wie toll Bücher sein können. Jetzt weiß ich es wieder.
  19. Cover des Buches Hydromania: Roman (ISBN: 9783641149444)
    Assaf Gavron

    Hydromania: Roman

     (2)
    Aktuelle Rezension von: dominona
    Das Thema der Wasserknappheit und der Privatisierung ist nicht nur interessant, sondern wird immer aktueller, weshalb das Buch hier nur ein erster Versuch sein kann, sich kreativ damit auseinander zusetzen. Leider ist es mehr ein Krimi und kein guter. Letztlich wirkt alles platt und zu den letzten Seiten musste ich mich zwingen. Schade, hätte man sicher anders umsetzen können.
  20. Zeige:
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