Bücher mit dem Tag "istanbul"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "istanbul" gekennzeichnet haben.

75 Bücher

  1. Cover des Buches Inferno - Filmbuchausgabe (ISBN: 9783404174317)
    Dan Brown

    Inferno - Filmbuchausgabe

    (1.530)
    Aktuelle Rezension von: Liviaa

    Ich hatte mich auf Inferno gefreut, aber ich bin dann doch nicht reingekommen. Der Anfang in Florenz war stark, geheimnisvoll, spannend, schnell mitten im Geschehen. Auch die Schauplätze sind wieder ein Highlight. Man merkt, dass der Autor sich auskennt und Lust auf Details hat.

    Trotzdem hat mich das Buch nicht so gepackt wie die früheren. Die Struktur ist dieselbe wie in den Vorgängern. Das funktioniert grundsätzlich, aber diesmal hat es sich für mich zu vertraut angefühlt. Ich wusste, was als Nächstes passiert, und dadurch ging Spannung verloren.

    Der Mittelteil zieht sich. Manche Erklärungen über Dantes Göttliche Komödie, Kunst und Biotechnologie fand ich interessant, andere haben mich eher ausgebremst. Ich hatte immer wieder den Eindruck, dass die Figuren vor allem gebraucht werden, um Informationen zu liefern, nicht, um emotional zu tragen.

    Was bleibt, ist ein gutes Buch mit guten Ideen, einem spannenden Thema (Überbevölkerung, Ethik, Wissenschaft) und schönen Bildern im Kopf,  aber ohne die Intensität, die Sakrileg oder Illuminati für mich hatten.

  2. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

    (459)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Es ist eine Binse und dennoch bestimmt diese unser Leben: Letztlich sind es die Zufälle und die daraus entstehenden Möglichkeiten, die unser weiteres Leben bestimmen. Man kann noch so ein begnadeter Künstler sein, wenn dieses Talent nicht entdeckt und gefördert wird, versandet es im Ungefähren. Diese Zusammenhänge werden in diesem Roman auf eine interessante und gleichwohl in Teilen traurig stimmende Weise dargestellt. Wie sich schlussendlich doch alles fügt, da Erfahrenes, Erlebtes eben nicht spurlos an einem vorüberzieht und immer wieder neue Chancen entstehen sind die tröstenden Gewissheiten, die durch dieses Buch gespeist werden – auch wenn es gilt Träume mit der Realität zu konfrontieren und Abschiede in ihrer Konsequenz oft brutal und schmerzhaft sind. Schlussendlich sind es die Erinnerungen, die darüber entscheiden, ob man sein Leben nicht verschwendet hat: „‘[…] Wenn ich alt bin, werde ich mir davon [Erinnerungen] leider nichts kaufen können. Jedenfalls nichts, was mich noch glücklich machen könnte, wenn ich – mal pathetisch gesagt – im Rollstuhl sitze oder im Bett liege. Das Einzige, was ich dann noch habe, sind meine Erinnerungen. Und, tut mir leid, aber wenn ich tatsächlich irgendwann mal meinen Enkeln von meinem Leben erzählen sollte, dann will ich nicht die Geschichte eines Mannes erzählen, der nur deshalb Lehrer gewesen ist, weil es halt so bequem und sicher für ihn war.‘“

    Keine Bange, so getragen geht es in diesem Roman nicht nur zu. Es sind auch zahlreiche spaßige Elemente darunter, die in Verbindung mit den Fragen an das Leben dieses Buch zu einem besonderen Buch machen: es unterhält, ohne banal zu sein. Dafür sind die zentralen Punkte zu sehr am Leben orientiert: Es geht ums Altern, um den Sinn des Lebens, um Ziele und Träume, um Chancen und Entscheidungen – und darum, an diesen Fragen nicht zu scheitern. Dies alles wird in eine Geschichte gebettet, die zwei große Themen miteinander verbinden: Musik und Liebe. Und was in diesem Zusammenhang passieren kann, wird hier an menschlichen Beziehungen dargestellt, die es in sich haben: ein Lehrer, der lieber Musiker geworden wäre, ein Farbiger, der an seinen Gefühlen (ver)zweifelt, ein Heranwachsender, der die Musik im Blut hat, aber der Liebe hinterherläuft – und eine Fahrt durch den halben Kontinent, in der diese verschiedenen Charaktere mit ihren unterschiedlichen Befindlichkeiten enger zueinanderfinden und doch auch immer wieder auseinandergerissen werden.

    Aus diesem Wechselspiel der Gefühle ergibt sich ein stimmiges Bild aus Lebensentwürfen, die an ihren jeweiligen Realitäten gemessen werden. Dies geschieht in stimmungsvollen Episoden und zahlreichen Repliken auf die Musikszene. Und wie hier Musik beschrieben und hörbar gemacht wird, ohne sie hören zu können, gehört mit zum Besten, was ich je gelesen habe. Und wie hier der Autor quasi eine Statistenrolle übernimmt und zum Gesprächspartner (in zeitlicher Distanz) wird, ist sowohl in ihrer Anlage als auch Ausführung brillant.

    (21.3.2025)

  3. Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783423148818)
    Fatma Aydemir

    Dschinns

    (385)
    Aktuelle Rezension von: izzy_books

    „Dschinns“ von Fatma Aydemir erzählt vom plötzlichen Tod eines Vaters, der eine deutsch-kurdische Familie in Istanbul zusammenführt. Aus verschiedenen Perspektiven werden verdrängte Konflikte, Traumata und Fragen nach Identität sichtbar. Der Roman überzeugt durch emotionale Tiefe und vielschichtige Figuren. Insgesamt ein kraftvoller Familienroman.

  4. Cover des Buches Schnee (ISBN: 9783446252318)
    Orhan Pamuk

    Schnee

    (163)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Herr Pamuk hat zu recht den Literatur-Nobel-Preis bekommen. Er scheint mit klarer, aber sehr ausdrucksstarker Sprache und entfalltet Geschichten die einen nicht mehr los lassen. In Schnee geht es um einen Journalist der in die Türkei geschickt wird, um über eine außergewöhnliche Mordserie zu berichten. Junge Mädchen werden gezwungen ihre Kopftücher abzulegen und bringen sich dann aus scham selbst um. Spannend, sehr tiefgreifend und nah am Leben.

  5. Cover des Buches Für Polina (ISBN: 9783257073355)
    Takis Würger

    Für Polina

    (312)
    Aktuelle Rezension von: parden

    KEINE GEWÖHNLICHE LIEBESGESCHICHTE...

    Als er vierzehn ist, verliebt sich Hannes Prager in das Mädchen Polina. Um ihr seine Liebe zu zeigen, komponiert der wundersam begabte Junge eine Melodie, die Polinas ganzes Sehnen und Wünschen umfasst. Doch sein Leben nimmt eine unvorhergesehene Wendung, Hannes hört auf, Klavier zu spielen und seine und Polinas Wege trennen sich. Nach Jahren, in denen er nichts als Leere fühlt, erkennt Hannes: Er muss Polina wiederfinden. Und das Einzige, womit er sie erreichen kann, ist ihre Melodie. (Verlagsbeschreibung)


    ...an einem toskanischen Sommerabend, der so warm und satt war, als könnte man ihn in Scheiben schneiden... 


    Der Roman beginnt schon vor Hannes Geburt, als seine Mutter Fritzi für einige Monate durch Italien reist, dort einen älteren Marmorhändler kennenlernt und eine Nacht mit ihm verbringt. Eine Nacht mit Folgen, und als Hannes zur Welt kommt, ist gleich klar, dass er anders ist. Er schreit nicht, entwickelt sich auch anders, doch seine Mutter findet einen Weg, wie er und ebenso sie selbst einfach sein können wie sie sind. Fritzi  mietet sich bei einem alten Kauz (Heinrich) in einer renovierbedürftigen Villa im Moor ein, bald schon kommt eine Freundin mit ihrer Tochter dazu. Und so wachsen Hannes und Polina gemeinsam auf, getragen von der Natur, der Liebe der Erwachsenen und der unverbrüchlichen Zuneigung zueinander.

    Dabei sind die Kinder grundverschieden. Hannes ist sehr in sich gekehrt, spricht kaum, fühlt sich am wohlsten abseits von Menschen, wirkt nahezu autistisch. Polina dagegen sprüht vor Energie und Neugierde, wirkt unerschrocken und nimmt sich was sie braucht. Doch es steckt auch eine tiefe Traurigkeit in ihr, die sie manchmal niederdrückt, und eine Leerstelle, die sie umtreibt: nicht zu wissen, wer ihr Vater ist. 

    Hannes entdeckt bald schon seine Liebe zur Musik, und als er zum ersten Mal auf dem alten und verstimmten Klavier der Villa spielt, erkennt auch der alte Heinrich sein Talent. Er erteilt dem Jungen Unterricht, und Hannes vermag nun über die Musik auszudrücken, wofür er niemals Worte finden könnte. Als er vierzehn Jahre alt ist begreift er, dass ihn mit Polina mehr verbindet als nur Freundschaft. Er komponiert eine Melodie für sie, die von ihr selber handelt, von ihrem Wesen, ihrem Innersten, ihrer Seele. Polina ist tief berührt, und doch entwickeln sich ihre Leben durch Schicksalsschläge und die Entscheidungen anderer auseinander. Doch Hannes hört niemals auf, sich nach Polina zu sehnen...

    Takis Würger präsentiert hier keine gewöhnliche Liebesgeschichte. Er stellt spröde Charaktere in den Mittelpunkt seiner Erzählung, reiht weitere eigentümliche Personen ein, und schafft so gleichzeitig eine Distanz zu ihnen wie auch eine tiefe Zuneigung. Er wählt dafür einen sehr klaren, schnörkellosen und doch geschliffenen Schreibstil, der mich sehr angesprochen hat. 

    Der Roman bleibt sehr bei Hannes, weshalb man Polinas Anteil nur bruchstückhaft mitbekommt - und zwischendurch auch ein wenig aus den Augen verliert. Und doch sind es die Sehnsüchte und heimlichen Wünsche, die hier die Antriebsfeder der Handelnden sind - und beim Lesen verfolgt man gebannt, ob dies ausreichen wird, um Hannes und Polina letztlich doch noch zusammenzubringen.

    Ein sehr schöner, entschleunigender Roman, der mich berühren konnte und mir angenehme Lesestunden bescherte. Sehr gerne gebe ich hier eine klare Leseempfehlung!


    © Parden

  6. Cover des Buches Rot ist mein Name (ISBN: 9783446252301)
    Orhan Pamuk

    Rot ist mein Name

    (113)
    Aktuelle Rezension von: Stephanus

    Istanbul 1592. Mitten in der nachlassenden Blütephase des Osmanischen Reichs geschieht auf den Straßen ein Mord. Ein Mann wird in einen Brunnen gestürzt und stirbt. Aus der Perspektive des Toten wird der Mörder erzählt und dessen Motiv. Hinter der vermeintlich einfachen Tat steckt eine große Verschwörung gegen den Sultan und das ganze Osmanische Reich einschließlich der Kultur. Die Fäden führen zu den Buchmalermeistern bei denen der Sultan ein großes Werk mit zehn Bänden in Auftrag gegeben hat und die die Kunst nicht mehr so perfekt beherrschen wie die Vorfahren. Durch Ausschweifungen und Krieg inkl. Zerstörung ist Wissen verloren gegangen und die einzelnen Zeichnungen auch aus alten Büchern sprechen. Durch die Zeichnungen und die große Kunst kommt es zu einer Aufdeckung der Verschwörung.

    Meisterhaft schafft der Autor den Spagat mit einer Geschichte, die vor fast 500 Jahren spielt, eine Parallele zur Gegenwart herzustellen. Die ungewöhnliche Erzählperspektive wird großartig verknüpft mit der Geschichte und der Krimi und seine Fäden werden gekonnt zusammengeführt. Eine Liebesgeschichte und die wirkmächtige Sprache der Bilder werden zusammengefügt zu einem modernen Roman. Ein absoluter Lesegenuss von der ersten bis zur letzten Seite.


  7. Cover des Buches Das Mädchen, das in der Metro las (ISBN: 9783832165000)
    Christine Féret-Fleury

    Das Mädchen, das in der Metro las

    (273)
    Aktuelle Rezension von: herr_hygge

    Sobald Juliette auf dem Weg zu ihrem langweiligen Makler-Job in die Metro steigt flüchtet sie sich in die bunte Welt der Bücher, oder beobachtet die Menschen um Sie herum. Da ist die Dame mit dem Kochbuch oder der Mann mit dem grünen Hut, der immer in eine Insektenfibel vertieft ist.
    Eines Tages, als sie beschließt zwei Stationen vor ihrem eigentlichen Ziel auszusteigen, begegnet Sie Soliman und seiner Tochter Zaïde, die zwischen unzähligen Bücherstapeln in einem Lagerhaus wohnen. Soliman ist fest davon überzeugt, dass jedes Buch die Kraft hat ein Leben für immer zu verändern, wenn es nur an die richtige Person vermittelt wird. Dafür beauftrag er spezielle Kuriere, welche die kostbaren Güter unter die Leute bringen, die es tätig haben. Juliette wird zu einer solchen Botin und erlebt am eigenen Leib wie Bücher ein Leben verändern können.

    Eine nette kleine Geschichte die Christine Furet-Fleury in ihrem Roman „Das Mädchen, das in der Metro las“ niedergeschrieben hat. Allerdings wird dieses Buch mein Leben nicht verändern, denn mehr als die Eigenschaft „nett“ kann ich der Handlung nicht zugestehen.
    Eigentlich mag ich Geschichten, die leise vor sich hin plätschern sehr gerne, aber diese war mir dann doch etwas zu leisen. Ich kam nicht richtig rein und es fiel mir schwer zu verstehen was die Figuren in ihrem Handeln antreibt. Alles wirkte etwas farblos und wie eine ausführliche Lektüren-Liste um die eine Geschichte gewoben wurde. Es gab wirklich gut geschriebene Szenen, allerdings befürchte ich, dass diese nicht ausreichen werden, damit mir dieses Buch in Erinnerung bleibt.

  8. Cover des Buches Der Architekt des Sultans (ISBN: 9783036959467)
    Elif Shafak

    Der Architekt des Sultans

    (86)
    Aktuelle Rezension von: carathis
    "Die Wahrheit fällt nicht vom Himmel. Sie entspringt der Erde, entspringt harter Arbeit." 

    Diesem Sinnspruch folgend, begleiten wir Sinan, den Hofarchitekten im Istanbul des 16. Jahrhunderts und seinen Schülern in diesem Roman. Elif Shafak erzählt nuancenreich vom Elefantenführer Jahan und seinem Elefanten Chota, wie sie in den Sultanspalast kommen und sich dort emporarbeiten. Diese beiden liebenswerten Hauptfiguren, erleben einige unangenehme Prüfungen und stolpern von einer kuriosen Aufgaben zur nächsten. Sie erleben Krieg, prachtvolle Auftritte, aber auch stolze Momente als Erbauer historischer Monumente.

    Jahans Naivität lässt ihn oft tollpatschig wirken, doch seine Ehrlichkeit und sein offenes Herz leiten ihn. Dieses Herz fügt ihm gleichzeitig Schmerzen zu. Die emotionale Tiefe lässt sich gut anhand eines Zitats darlegen, welches Jahans Mutter ihm mitgab: 

    Was immer du tust, füge nie jemandem Leid zu und lass dir selbst von niemandem wehtun. Sei weder ein Herzensbrecher noch lass dir dein Herz brechen." 

    Nun, ich überlasse es euch selbst herauszufinden, ob er dem Rat seiner Mutter gefolgt ist. 

    Die Geschichte beginnt ruhig und sanft. Doch sollte man sich nicht über die leisen Stiche hinwegtäuschen. Ein feines Netz aus Intrigen wird gesponnen, dessen Ursprung sich erst am Ende zeigt. 

    Shafak erzählt die Geschichte Istanbuls über fast 100 Jahre entlang des Lebens von Jahan und Chota, das die Herrschaft dreier Sultane überspannt. Die Stadt war und ist ein buntes Sammelsurium von Menschen unterschiedlichster Herkünfte und Religionen. Diese leben mal mehr, mal weniger friedlich miteinander. Es zeigt sich, dass bereits früher gern Sündenböcke für diverse Katastrophen gesucht wurden, die zum Beispiel Schuld daran sein sollen, dass die Pest wütet. 

    Neben diesen eher grausamen Episoden in der Geschichte und auch im Leben der Hauptfiguren, spielt die Kunst, die Architektur und die Meisterwerke Sinans und seiner Schüler eine gewichtige Rolle. Trotz offensichtlichem Drang nach Perfektionismus hinterlässt er doch in den fertigen Bauwerken immer einen Fehler, "denn nur Gott kann perfekt sein". Der Roman zeigt, dass durch hingebungsvolle und harte Arbeit gewaltiges, Jahrhunderte Überdauerndes geschaffen werden kann. Vielleicht wird in Summe die Errichtung eines Bauwerks zu viel dargestellt, wodurch es zu ein paar wenigen Längen kommt.

    Die letzten hundert Seiten spannen abschließend noch einen erkenntnisreichen und atemraubenden Bogen über die Erlebnisse des Jahan. Sodass mir am Ende nur zu sagen bleibt, dass es sich lohnt, diesen bildgewaltigen Roman zu lesen. Schon allein viele literarische Weisheiten zu sammeln.

    Wenn du etwas aus ganzer Seele tust, spürst du einen Fluss in dir, eine Freude.         
  9. Cover des Buches Über die Berge und über das Meer (ISBN: 9783836992244)
    Dirk Reinhardt

    Über die Berge und über das Meer

    (29)
    Aktuelle Rezension von: 99Hermione99

    Um was die Geschichte handelt: 

    Soraya lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen. Jeder nennt sie Samir. Ja, sie wird nicht nur mit einem Jungennamen gerufen, sondern sie zieht sich auch so an und verhält sich wie ein Junge. Und das aus gutem Grund: Soraya ist die 7. Tochter ihrer Familie und somit noch immer nicht der erhoffte Sohn. Als Junge kann sie jedoch frei herumlaufen, und muss nicht wie alle Mädchen und Frauen, den ganzen Tag im Haus sitzen. Ausserdem dürfen diese das Haus nur in Begleitung  von männlichen Personen verlassen. Doch nun mit 14 Jahren ist Soraya alt genug, um sich "umzuwandeln" in das Mädchen, das sie eigentlich ist. Das finden auch die Taliban, eine streng religiöse, gewalttätige Gemeinschaft. Ein ähnliches Schiksal trifft Tarek, ein Kuchi, ebenfalls aus Afghanistan, der mit seiner Familie in den Bergen herumzieht. Die Taliban wollen, dass er ihnen beitritt, da er ein sehr guter Schafhirte und Spurenleser ist. Tarek und Soraya geben sich unabhängig voneinander auf den Weg der Flucht, durch brenzlige und lebensgefährliche Situationen, oft ganz alleine, viele Kilometer von ihrer Familie, ihrem Bekanntenkreis und ihrer Kultur entfernt. 

    Nun aber zu meiner Meinung: 

    Ich finde, man kann sich unglaublich gut in die zwei Protagonisten hineinversetzen und flüchtet mit ihnen. Gerade, weil das Thema (Flüchtlinge und Taliban in Afghanistan) so aktuell ist, habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen. Die Kapitel berrichten immer abwechslungsweise aus der Sicht von Tarek und Soraya. Manchmal bin ich durcheinandergekommen, was jetzt wem passiert ist. Aber das konnte ich dann schnell nochmal nachlesen. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist realistisch, soweit ich das beurteilen kann. Mit diesem Roman kann man nachvollziehen, was Flüchtlinge alles durchleben müssen. Das Buchcover finde ich persönlich wunderschön. Ausserdem befindet sich eine Karte hinten im Biuch, auf der die Fluchtwege von Soraya und Tarek eingezeichnet sind, sehr praktisch. 

    Ich kann es nur empfehlen. Einfach lesen!! :-)

  10. Cover des Buches Der Geruch des Paradieses (ISBN: 9783036959702)
    Elif Shafak

    Der Geruch des Paradieses

    (81)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Es gibt zig Möglichkeiten sich den Fragen des Lebens zu nähern, um so sein Weltbild und seine Stellung in der Welt nach und nach zu verfeinern, respektive zu stabilisieren. Trotz aller Bemühungen wird es immer nur ein Fragment bleiben, eine allgemeingültige Wahrheit gibt es nicht. Ich habe selten ein Buch gelesen, dass elementare Fragen des Lebens mit einer derartigen Tiefgründigkeit bei gleichzeitiger Leichtigkeit der Darstellung abbildet wie dieses. Man wird durch die vielseitige und spannend dargebotene Geschichte getragen, beim Hadern und Ringen mit den Dingen dieser Welt nicht fallengelassen, und bei all dem bleibt ein weiter Raum für Rückblicke in das eigene Leben sowie möglich Zukunftsszenarien. 

    Die Rahmengeschichte ist so gewählt, dass die Extrempositionen (die Pole) menschlichen Denkens und Handelns deutlich werden und quasi nach einem ausgleichenden Weg rufen lassen. Man kann sich sehr leicht in die jeweiligen Positionen hineindenken, ihnen folgen, zustimmend oder ablehnend – oder eben nach den zahlreichen Graustufen Ausschau haltend, die ebenfalls möglich sind, ohne sein bisheriges (Erfahrungs-)Wissen über Bord werfen zu müssen. Man ringt mit den verschiedenen Personen um Erkenntnis und um den bestmöglichen Weg. Dabei ist die Geschichte spannend erzählt, hat einen gekonnten Handlungsbogen und versöhnt insofern, dass … Nun ja, spätestens hier sollte man seiner eigenen Neugier folgen. Von der ursprünglichen Skepsis gegenüber dem grundlegenden Thema (religiöses Gedudel annehmend …) ist jedenfalls nichts übriggeblieben; es gibt eben viele Wege der Erkenntnis.

    Die Geschichte spielt hauptsächlich in zwei Zeitabschnitten an zwei verschiedenen Orten. Von dem aktuellen in Istanbul spielenden Teil (der innerhalb eines Tages abläuft) erfolgen die Rückblicke in die Vergangenheit, die im Wesentlichen in Oxford angesiedelt ist. Beide Handlungsstränge laufen aufeinander zu und sorgen damit für eine außergewöhnliche Intensität des Geschehens. Es gibt hier nicht die einfachen, die naheliegenden Lösungen, sondern es ist dieses bereits genannte Ringen um Erkenntnis, um Aufmerksamkeit, um die Stellung in der Welt, letztlich um Liebe, die diesen Roman zu einem ganz außergewöhnlichen Werk macht.

    Ironie, Persiflage, Sarkasmus, auch Zynismus werden nicht ausgespart, Bandagen zwischen den handelnden Personen erscheinen oft notwendig und machen traurig, wenn die Mittel ungleich verteilt sind und das „Böse“ scheinbar die Oberhand gewinnt (u.a. durch das Stilmittel der indirekten Namensgebung gefördert: der mächtige wahlweise konservative Zeitungsunternehmer bzw. Zeitungsmogul, der amerikanische Hedgefondmanager, der Schönheitschirurg, die Innenarchitektin usw.). Divergierende Lebensentwürfe, scheinbar unauflösliche Gegensätze und ein Versuch diese Gegensätze in einem „Experiment“ zu überwinden usw. usw. Man kann diesem Roman mit einer Beschreibung nicht gerecht werden. Auch hier gilt: Es kann nur bei einer Auswahl (einem Fragment) der Darstellung bleiben. 

    Natürlich ginge es auch kürzer: Drei junge Frauen suchen, zusammen mit ihrem Professor, nach dem wahren, dem aufrichtigen, dem unverfälschten Leben – kann das gelingen?

    (1.10.2017)

  11. Cover des Buches Die Spur des Geldes (ISBN: 9783740804992)
    Peter Beck

    Die Spur des Geldes

    (51)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Spur des Geldes

    Herausgeber ist  Emons Verlag; 1. Auflage (21. März 2019) und hat 432 Seiten. 

    Kurzinhalt: In einem Schacht beim Tegeler See wird ein grausam gefolterter Mitarbeiter der Berliner Wasserwerke gefunden. Schnell zeigt sich: Er war in dubiose Bankgeschäfte verwickelt. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, folgt der Spur des Geldes und hört sich in den Wasserwerkenvon London, München und Zürich um. Der Fall führt ihn bis ins russische Krasnodar und ein gnadenloserWettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Meine Meinung: Es war nicht schlecht zu lesen, nur leider manchmal etwas langatmig und ohne roten Faden. Irgendwie kam es mir vor, als wenn der Autor nicht wusste, was Tom Winter nun finden soll. Er konnte sich nicht entscheiden. Und manchmal fand ich es komisch, dass er manchmal total taff war und dann wieder wie ein Anfänger gehandelt hat. Irgendwie unglaubwürdig. Das Ende war irgendwie vorhersehbar und relativ fade, so wie eigentlich das ganze Buch, es passierte selten etwas neues und es wurde sehr langatmig geschrieben. Es hätte ein tolles Buch werden können, wenn es zwischendurch mal etwas Spannung gehabt hätte. Aber ich wollte doch wissen, wie es weitergeht, deswegen habe ich es zu Ende gelesen. Es war aber auf alle Fälle spannend, was alles passieren kann, wenn man ins Trinkwasser etwas mischt, was leider heutzutage doch nicht mehr so abwegig ist.

    Mein Fazit: Man kann es lesen, zwischendurch wäre etwas Spannung gut gewesen und leider manchmal etwas langatmig zu lesen. Ich vergebe 4 gute Sterne und kann es trotzdem weiter empfehlen. Die Idee vom Buch ist gut.

  12. Cover des Buches Ziemlich mitgenommen (ISBN: 9783499239502)
    Mia Sassen

    Ziemlich mitgenommen

    (36)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Das Cover hat mich vom ersten Moment angesprochen und versprach einen kurzweiligen und witzigen Roman. Für meinen Geschmack war die Handlung schon ein wenig überzogen und völlig realitätsfern, trotz alledem habe ich mich gut unterhalten. Isabell ist fünfundvierzig Jahre alt, verheiratet, Mutter einer pubertierenden Tochter und hat gerade ihren Job verloren, nachdem ihr Auto sein Dienst aufgibt, steigt sie als Anhalterin zu einer älteren Dame und reist mit ihr in die Türkei. Unterwegs haben die beiden Frauen viele Abenteuer und sogar lebensbedrohliche Situationen zu meistern. Ein bisschen weniger hätte dem Buch durchaus gut getan, doch wer es gerne turbulent liebt, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Wer das Buch aufmerksam liest, wird am Ende des Romans keine großen Überraschungen erleben, denn die Autorin hat genügend Hinweise gestreut.

    Wer nach ein wenig Motivation sucht, das Leben noch einmal herauszufordern und dem langweiligen Alltag zu entfliehen, dem wird dieses Buch sicher gut tun.

    Warum man dieses Buch lesen sollte:
    1. Weil man Roadtrips liebt
    2. Man turbulente Geschichten liebt
    3. Man selber davon träumt, alles stehen und liegen zu lassen
  13. Cover des Buches Wolkenkuckucksland (ISBN: 9783442772117)
    Anthony Doerr

    Wolkenkuckucksland

    (126)
    Aktuelle Rezension von: reading_josephine

    Wolkenkuckucksland von Anthony Doerr nimmt uns mit auf eine epische Reise durch Zeit, Raum und Geschichten selbst und geht dabei tief ins Herz.

    Anfangs hab ich mich tatsächlich etwas schwer getan: die vielen Handlungsstränge mit Figuren aus unterschiedlichen Jahrhunderten, zwischen Mittelalter, Gegenwart und Zukunft, deren Zusammenhang sich noch nicht wirklich erschließen ließ, haben mich etwas verwirrt. Doch am Ende lohnt es sich so sehr, dranzubeiben, wenn sich alles zu einem großen, faszinierenden Ganzen fügt, und ich war ehrlich beeindruckt von der schlauen Komplexität dieser Geschichte.

    Doerr verknüpft das Schicksal seiner Figuren über Jahrhunderte hinweg – durch ein mysteriöses, altes Buch, das von Sehnsucht, Hoffnung und Fantasie erzählt. Es geht darum, was Geschichten mit uns machen, wie sie uns verbinden, trösten, am Leben halten. Ein kluges, gefühlvolles Buch für alle, die sich gerne ganz im Plot verlieren und schließlich wiederfinden.

    Starke Punkte:
    - poetische Sprache und beeindruckende Erzählstruktur
    - tiefgründige Themen über Menschlichkeit, Erinnerung und Hoffnung
    - eine Liebeserklärung an Bücher

    Kleiner Minuspunkt:
    Der Einstieg erfordert Geduld. Doch wer dranbleibt, wird reich belohnt

    Für Fans von:
    - literarisch anspruchsvollen Romanen mit geschichtlichem Hintergrund
    - vielschichtigen Erzählungen mit Herz
    - Büchern, die lange nachhallen

  14. Cover des Buches Diese Fremdheit in mir (ISBN: 9783596521548)
    Orhan Pamuk

    Diese Fremdheit in mir

    (31)
    Aktuelle Rezension von: DirkSchulte

    Mevlut Karatas, der Joghurt- und Boza Verkäufer als kleiner Mann, durchläuft die Straßen und jüngere Geschichte Istanbuls wie es Forrest Gump mit dem Amerika der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts gemacht hat. Vielleicht etwas weniger naiv, aber mindestens so sympathisch und gutgläubig wie dieser. Sehr lesenswert!

  15. Cover des Buches Räuberhände (ISBN: 9783938539873)
    Finn-Ole Heinrich

    Räuberhände

    (67)
    Aktuelle Rezension von: Applesreading

    [Klappentext: In seinem Debütroman »Räuberhände« erzählt Finn-Ole Heinrich die Geschichte von Janik und Samuel, deren Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wird. Alles, was sie bisher verbunden hat, scheint durch wenige Minuten in Frage gestellt zu sein. Zusammen wollten sie sich in Istanbul auf die Suche nach einem freien und selbstbestimmten Leben begeben. Dabei lässt ihre Herkunft sie auch in der Ferne nie ganz los: Janiks liberal-bürgerliches Elternhaus und Samuels alleinerziehende Mutter, die am Rand der Gesellschaft lebt. In Istanbul hofft Samuel, seinen unbekannten Vater zu finden. Doch ist das nach allem, was geschehen ist, überhaupt noch möglich? ] 

    Der Klappentext klang super interessant und die Idee dahinter fand ich auch super, aber leider war es überhaupt nicht, was ich erwartet habe und es hat mich leider enttäuscht. In viele Dinge und Entscheidungen der Charaktere konnte ich mich nicht hineinversetzen. 

    Das Buch ist in mehreren Zeiten verfasst. Mal in der Gegenwart und mal in der Vergangenheit. Was mir am Ende des Romans aufgefallen ist, war das am Anfang der Kapitel die Zukunft nach dem Ende des Romans ist und im Roman auch mehrere Zeitebenen aus Janiks Leben vorkommen. Aber das ist mir eben erst danach aufgefallen, was zwar ein schönes Detail war, aber während des Lesens einfach verwirrend. 

    Die Charaktere haben mir nicht gefallen. Insbesondere Janik. Ich verstehe seine Obsession mit der Mutter seines besten Freundes nicht und fand es tatsächlich eher abstoßend. Was Janik mit Lina gemacht hat, hat mich auch sehr verärgert. Das Ende hat an sich gepasst, aber ich hätte mir ein anderes gewünscht.


    Zusammenfassend war es leider überhaupt nicht meins, auch wenn ich die Idee, die ich aus dem Klappentext bekommen habe, sehr gut gefunden habe.

  16. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

    (100)
    Aktuelle Rezension von: Seitenmusik

    Was bleibt, wenn der Tod nur der Anfang ist?

    So beginnt dieser außergewöhnliche Roman – mit dem Ende. Denn Tequila Leila ist tot. Ermordet. Und während ihr Körper in einer Mülltonne liegt, rauschen die letzten Minuten ihrer Hirnaktivität durch ein ganzes Leben: Erinnerungen an Kindheit, Trauma, Gewürzduft und große Liebe.

    „So sehr Leila es auch dreht und wendet: Sie wurde ermordet.“ – Schon dieser Satz lässt ahnen, wie eindrucksvoll Elif Shafak sich dem Thema Feminizid nähert. Aber sie bleibt nicht bei der Gewalt stehen. Sie gibt Leila – und mit ihr all jenen, die in unserer Gesellschaft übersehen, vergessen, zum Schweigen gebracht werden – ihre Stimme zurück.

    In „Unerhörte Stimmen“ entfaltet sich eine zutiefst berührende, melancholisch-schöne und zugleich schmerzhafte Geschichte, die zwischen Istanbul, Kindheitserinnerungen, religiösen Riten und patriarchalen Systemen pendelt. Es geht um Freundschaft, Prostitution, Macht, Gewalt, Liebe, Geschlechterrollen – aber vor allem geht es darum, wie Menschen am Rande der Gesellschaft überleben. Und was es heißt, gesehen zu werden. „Sie konnte noch nicht wissen, dass das Ende der Kindheit nicht mit den körperlichen Veränderungen während der Pubertät einherging, sondern mit der plötzlich einsetzenden Fähigkeit, das eigene Leben mit den Augen eines Außenstehenden zu betrachten.“ (S. 69)

    Auch stilistisch ist der Roman ein Erlebnis: voller Sinnlichkeit, voller Kontraste. Der Geschmack von Ziegeneintopf, der Geruch von Kardamomkaffee, das Flirren zwischen Tod und Leben – Shafaks Sprache ist atmosphärisch dicht und poetisch, ohne je überladen zu wirken. Zugleich scheut sie sich nicht, Gewalt und Machtmissbrauch zu zeigen – aber nie voyeuristisch, nie sensationsheischend. Und immer mit Empathie. Für Leila. Für ihre Freund:innen. Für jene, die an den Rändern leben. „Ich bin oft mit dem Körper eines Mannes in Berührung gekommen. Oder ist der Onkel kein Mann?“ (S. 154)

    5 Gründe, warum dieses Buch gelesen werden muss:
    🔹 Weil Elif Shafak es schafft, Marginalisierten eine Stimme zu geben – und das voller Würde.
    🔹 Weil die Freundschaft zwischen Leila und ihren Weggefährt:innen zeigt, dass Familie nicht immer Blutsverwandtschaft braucht.
    🔹 Weil die Geschichte Istanbul nicht als exotisches Klischee malt, sondern als pulsierenden Ort voller Widersprüche.
    🔹 Weil Literatur uns dazu bringen kann, anders hinzusehen – tiefer, mitfühlender.
    🔹 Weil es keine Stimme gibt, die „zu klein“ ist, um gehört zu werden.

    Fazit
    Unerhörte Stimmen ist mehr als ein Roman – es ist ein Mahnmal für jene, die zu früh gegangen sind, deren Leben ausgelöscht wurde, deren Geschichten verdrängt wurden. Und es ist ein zutiefst menschliches, eindrucksvolles Buch über das, was bleibt: Erinnerung. Liebe. Würde.

    Ein Buch, das wehtut – und genau deshalb gelesen werden sollte. Danke, Elif Shafak, für diese Stimme.

  17. Cover des Buches Hippie (ISBN: 9783257245042)
    Paulo Coelho

    Hippie

    (160)
    Aktuelle Rezension von: Reisebaeren

    Paulo und Karla lernen sich 1970 in Amsterdam kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Gemeinsam starten sie mit dem "Magic Bus" nach Nepal. Doch unterwegs mit lauter Gleichgesinnten lernen sie viel über sich selbst, über den Anderen und über das Leben. 

    Aufgrund des Autors Paulo Coelho und dem spannenden Thema der Hippie- Phase habe ich dieses Buch ausgewählt. Doch es hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Die Geschichte plätschert so vor sich hin, wobei es auch gar nicht viel Geschichte gibt. Die philosophischen Weisheiten, die sich auf einzelnen Seiten verstecken, wirken für mich deplatziert. Auch den Figuren bin ich nicht nah gekommen, zu verworren war mir ihr Innenleben und zu wenig wurde von ihren Gedanken erzählt. Was mir gefallen hat, war die Darstellung der Hippie- Zeit. 

    Es gibt deutlich bessere Bücher von Paulo Coelho als dieses.

  18. Cover des Buches Gangland (ISBN: 9783426513972)
    Howard Linskey

    Gangland

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Holden
    Was ist so bescheuert an "SitOnMyFacebook"? Peter Dean war ein Genie. Und ich will nicht wissen, was Joe Kinane mit den Newcastle-United-Spielern anstellt, nachdem sie aus der Premer League abgestiegen sind. Aber dazu vielleicht in einem späteren Buch....David Blake ist der Gangsterboss, der alles in Newcastle kontrolliert und sich vor aufmüpfigen Untergangsterbossen schützen muß, die ihm seinen Thron streitig machen wollen. Am Bedrohlichsten für ihn ist aber vielleicht der Umstand, daß seine Lebensgefährtin nicht weiß, daß er ihren Vatter umbringen mußte. Der Mittelteil einer Romanserie, der aber auch Spaß macht, wenn man die anderen Teile nicht kennt. Eine echte Entdeckung, ich hoffe von Lisnkey noch viel zu hören!
  19. Cover des Buches Istanbul Istanbul (ISBN: 9783442757008)
    Burhan Sönmez

    Istanbul Istanbul

    (6)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar
    Der erste Satz: »›Eigentlich ist es eine lange Geschichte, aber ich mache es kurz‹, fing ich an.«

    Vier Männer im Knast von Istanbul - ein Student, Demirtay, ein Doktor, der Barbier Kamo und ein alter Mann namens (Onkel) Küheylan Dayr. Sie sitzen tief im Keller, hin und wieder gibt es schauderhafte Nahrung. Langeweile tritt ein, Angst vor den Verhören drückt ihnen die Luft zum Atmen weg. So beschließen sie, sich Geschichten zu erzählen. Vorsichtig tasten sie sich aneinander heran. Wer sitzt hier zusammen, politisch Inhaftierte, Gauner, Spitzel? Politische Verfolgung, Willkür, Folter, die Türkei kennt das seit Jahrhunderten. Die Zeit wird nicht benannt. Ob nun nach 1980, nach dem Militärputsch, oder heute unter Erdogan, das Spiel der Kerkermeister ist immer gleich. Absätze klappern auf den Treppen, schwere Schritte, man hofft, dass sie bitte eine andere Tür öffnen mögen, jemand anderen zum Verhör zerren. Geschichten erzählen, Erlebnisse aus dem eigenen Leben, alte Mythen, Parabeln, Rätsel, ablenken von diesem schrecklichen Ort.

    »Der Schmerz hält die Zeit an und löscht das Gefühl für die Zukunft aus. Die Realität verschwindet, das gesamte Universum besteht nur noch aus deinem Körper. Der Augenblick wird zur Ewigkeit, eine andere Zeit würde es nie wieder geben.«

    Istanbul ist der zentrale Punkt vieler Geschichten und Istanbul ist irgendwo da oben in der Oberwelt. Die Zeit löst sich auf und verliert ihre Wichtigkeit, hier unten ist ein Ort, dort oben ein anderer, was dort geschieht, ist hier untern zunächst unwichtig. Wer sind diese Männer und was haben sie angestellt? Es gibt einen Pakt untereinander: Nichts erzählen, was ein anderer von uns unter der Folter ausplaudern könnte … Wir erfahren auch nicht genau, was in den Verhören passiert, wenn einer abgeholt wird. Hat die Oberwelt die Gefangenen längst vergessen?

    »Istanbul glich den Wassern des Bosporus, die Oberströmung fließt von Norden nach Süden, die Unterströmung aber in umgekehrte Richtung. Lebensläufe, die gleichzeitig aber unterschiedlich, parallel zueinander aber in unterschiedlichen Epochen verlaufen, beweisen, dass der Raum die Zeit beherrschen und die Zeit sich wie ein Strudel an unterschiedlichen Punkten konzentrieren kann.«

    Burhan Sönmez schreibt poetisch mit viel Empathie im typisch arabischen Erzählstil, Melancholie und Humor reichen sich die Hand. Die arabische Kultur bedient sich gern ihrer Mythen. Und trotzdem ist der Roman mit den Geschichten in den Geschichten politisch. Die Verhöre sind gegenwärtig, die Macht der Diktatur, lässt den Leser frösteln, sobald die Stiefel hallen und der Leser ist froh, sich hier nicht ins Detail lesen zu müssen. Ein wundervolles Buch voll poetischer Kraft, man spürt die Liebe zu Istanbul, zu Land und Leuten.

    Burhan Sönmez stammt aus Anatolien und wuchs zweisprachig, kudisch-türkisch, auf. Der Jurist war Mitglied des türkischen Menschenrechtsvereins IHD und Gründungsmitglied der demokratischen Stiftung TAKSAV. Bei einem brutalen Übergriff der Polizei wurde er 1996 schwer verletzt und deshalb in England behandelt, lebte 10 Jahre in Cambridge. Er unterrichtet an der Middle East Technical University in Ankara, schreibt für verschiedene unabhängige Medien und ist aktives Mitglied des türkischen und englischen PEN. Burhan Sönmez lebt heute mit seiner Familie abwechselnd in Istanbul und Cambridge. Seine preisgekrönten Romane erscheinen inzwischen in über zwanzig Ländern. Für Istanbul, Istanbul erhielt er in 2018 den EBRD Literature Prize, zusammen mit dem Übersetzer Ümit Hussein

    Der Autor berichtet über seine eigene Haft in den Achtzigern: »Der Ort, an den man mich brachte, lag drei Etagen unter der Erde, eine Zelle von 1 x 2 Metern, genannt ›das Dunkel‹. Es gab eine Eisentür. An manchen Tagen war man allein, an anderen waren zehn und mehr Menschen darin. Niemand konnte sich hinlegen, jeder saß oder stand – tagelang.«
  20. Cover des Buches Die leuchtenden Tage am Bosporus (ISBN: 9783458364931)
    Lucy Foley

    Die leuchtenden Tage am Bosporus

    (26)
    Aktuelle Rezension von: Betsy
    "Die Minarette erheben sich in ihrer bleichen Eleganz bis in die Wolken hinauf. Die Stadt wirkt, als läge sie in einem Dornröschenschlaf."

    Istanbul 1921: Auch nach Ende des Krieges ist die Stadt noch immer von den siegreichen Entente-Mächten besetzt und die Einwohner haben sich notgedrungen mehr oder weniger damit arrangiert. Mittendrin die junge Nur, die aus wohlbehüteten Verhältnissen entstammt und fließend Englisch spricht, nun aber ihr Dasein gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter, sowie einem von ihr aufgenommenen verwaisten Jungen, in einer kleinen Wohnung fristet und sich neben dem Unterrichten mit Näharbeiten durchschlägt. Ihr Mann ist im Krieg gefallen, ihr geliebter Bruder verschollen und ihr ehemaliges Zuhause nun ein britisches Militärkrankenhaus. Als der Junge jedoch schwer krank wird, springt sie über ihren Schatten und bringt ihn zum leitenden britischen Arzt George, der nun in ihrem alten Zuhause lebt. Obwohl Nur in ihm den Feind sieht und nur Verachtung für ihn und seinesgleichen übrig hat, entspinnen sich dennoch nach und nach zarte Bande zwischen ihnen, die eigentlich nicht sein dürfen.

    "Die Finger, die die Zigarette halten, sind geschmeidig, elegant. Und doch, erinnert sie sich selbst, sind es die Hände von einem Menschen der nicht viel besser ist als ein Schlachter. Sie hat Augen, sie sieht die Uniform; er mag Arzt sein, aber er ist auch Soldat. Sein Titel ist nur ein eleganter Euphemismus für "Mörder"."


    Die Autorin versteht es mit Worten umzugehen und den Leser von Anfang an in ihren Bann zu ziehen, so poetisch, stimmungsvoll und berührend ist diese Geschichte, die trotz der ernsten Themen, und einer damit alles andere als leichten Handlung, nichtsdestotrotz einfach wunderschön ist. Dabei fließt die Geschichte recht ruhig dahin, schafft es aber dennoch den Leser zu fesseln, weil man bis zuletzt gespannt ist wie sie enden wird und dabei immer wieder gekonnt mit den Emotionen des Lesers gespielt wird. Dies gelingt nicht nur durch die melancholisch märchenhafte Atmosphäre, sondern vor allem auch, weil die Personen unglaublich vielschichtig dargestellt werden und auf sehr authentische Weise aufgezeigt wird, wie tragisch Krieg für alle Beteiligten ist und die Grenze zwischen Opfer und Täter oftmals nur hauchdünn ist, je nachdem wie die Umstände sind.

    "Krieg bedeutet, schreckliche Dinge für einen guten, ja sogar edlen Zweck zu tun. Jedes Kind weiß das. Jede Armee hat Verräter getötet, das ist einfach ein weiteres tragisches, aber notwendiges Nebenprodukt des Krieges. Es liegt nichts Würdevolles darin, sich selbst zu quälen."


    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und auch Zeitebenen erzählt. Anfänglich muss man sich ein wenig auf die schnellen Wechsel einstellen, vor allem da alles noch keinen echten Zusammenhang ergibt. Dies legt sich aber sehr rasch und gerade durch die unterschiedlichen Perspektivwechsel, die übrigens schön gekennzeichnet sind, bekommt man wunderbare Einblicke in die jeweiligen Personen und ist oftmals selbst hin- und hergerissen, da alle hier ihre ganz eigene Geschichte haben die sie ausmacht.

    Da wäre zum einen die für ihre Zeit sehr gebildete und selbstständige "Nur", eine Türkin, die einige Verluste hinnehmen musste, miterlebt hat wie ihr Zuhause von ihren Feinden okkupiert wurde und sich dennoch nicht unterkriegen lässt. "George", ein britischer Militärarzt, der offen für die Lebensweise des Orients ist und dessen Schönheit erkennt, aber auch schlimme Dinge im Krieg gesehen hat und offenbar ein Geheimnis hütet. Der "Junge", der von Nur aufgenommen wurde nachdem sie ihn in den zerbombten Trümmern seines Hauses gefunden hat und der anfänglich durchaus ein wenig für Fragezeichen beim Leser sorgt, weil man erst nach und nach mehr zu seinem Hintergrund erfährt und was genau es mit ihm auf sich hat. Der "Gefangene", der an der Front im 1. WK kämpft, beim Massenmord an den Armeniern dabei ist und von dem am Ende nichts mehr an den einst so sanften und lebensfrohen Mann erinnert, der er einmal war, sowie der "Reisende", der viele Jahrzehnte später mit einem Koffer voller wertvoller Erinnerungsstücke eine lange Reise antritt und quasi die Rahmenhandlung zu der ganzen Geschichte bildet. Der Inhalt des Koffer verknüpft dabei auf wunderschöne Art und Weise die Gegenwart mit der Vergangenheit, denn jeder einzelne Gegenstand daraus hat seinen ganz besonderen Platz in dieser Geschichte. Durchaus für eine gewisse Spannung sorgt dann auch die Identität des Reisenden, da man erst zuletzt wirklich sicher sein kann, um wen es sich dabei handelt, denn die Autorin versteht es durchaus geschickt den Leser immer mal wieder ein wenig unsicher werden zu lassen, ob er wirklich derjenige ist, für den man ihn hält.

    Der Leser taucht hier ein in das bunte und geschäftige Treiben auf dem Basar, bekommt die Schönheit am Bosporus gezeigt und kann die Gerüche der orientalischen Gewürze und des Kaffees fast schon selbst wahrnehmen. Zugleich zeigen sich aber auch die immer noch vorhandenen Spuren des Krieges, wie zerstörte Wohnviertel, Menschen die aus ihren Häusern vertrieben wurden, sowie das Misstrauen und der Unmut gegen die Besatzer. Vor allem über den Armenienkonflikt erfährt man einiges, der hier wie eine verhängnisvolle Wolke immer wieder über dem Ganzen zu schweben scheint und dessen Schilderungen einem einfach nur unter die Haut gehen. Besonders traurig ist dabei allerdings die Tatsache, dass dieser an den Armeniern verübte Genozid von der Türkei bis heute nicht anerkannt wird.

    "Die Wirren des Krieges", sagt er. "Ich glaube, die Menschen denken in dieser Situation, dass sie Teil von etwas Größerem sind als sie selbst. Doch häufig sind sie zu weniger geworden. Weniger menschlich. Sie werden zu Teilen einer Maschinerie, und eine Maschinerie besitzt keine Moral."


    Und inmitten all dieser Dinge entspinnt sich eine wunderschöne Liebesgeschichte, die so ganz anders ist als man es von anderen Geschichten her gewöhnt ist und gerade deshalb ihren ganz eigenen Reiz hat. Einerseits sehr subtil und regelrecht unschuldig, aber zugleich von einer Intensität die man selten so spürt wie hier, wo selbst eine kleine Berührung etwas Bedeutsames ist.

    Mit dem Ende zeigt die Autorin hier einmal mehr, dass sie ihr Handwerk versteht, denn erst auf der letzten Seite fügt sich jedes noch so kleine vorherige Detail zu einer wunderschönen Gesamtkomposition zusammen und präsentiert dem Leser einen emotionalen, aber auch unglaublich stimmungsvollen und passenden Abschluss zu dieser Geschichte. Damit wirkt die Geschichte nicht nur noch einige Zeit nach, sondern sorgt auch für feuchte Augen bei Leser.

    Schön wäre allerdings noch ein kleines Glossar mit all den türkischen Begriffen gewesen, die hier vorkommen, selbst wenn sich ein Großteil beim Weiterlesen von selbst erklärt, sowie ein paar historische Eckdaten, die das Ganze noch mal schön abgerundet hätten, auch wenn das nichts daran ändert, dass die Geschichte für sich genommen einfach großartig ist.

    Fazit: Eine wunderschöne, aber auch sehr berührende und melancholisch anmutende Geschichte, die mit ihrer wortgewaltigen und bildhaften Sprache, sowie ihrer ruhigen und gefühlvollen Art in der sie erzählt wird, verzaubert. Einmal mehr zeigen sich hier die verschiedensten Gesichter des Krieges und man wird gefangen genommen von der inneren Zerrissenheit der jeweiligen Protagonisten, die sehr authentisch dargestellt werden. Ein wunderbares Buch, das sowohl optisch als auch vom Inhalt her zu begeistern vermag und großes Gefühlskino bietet, ohne jedoch kitschig zu sein. Für mich eines dieser Bücher, das mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
  21. Cover des Buches Der Bastard von Istanbul (ISBN: 9783036959245)
    Elif Shafak

    Der Bastard von Istanbul

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Hubertus_Feldmann

    Was für ein Buch! Hier gehören eigentlich mehrere Ausrufezeichen hin. Das war’s. Das muss ausreichen. Ausreichen, um einen Lesegenuss zu beschreiben, der gleichzeitig mit einem Verstehensgewinn einhergeht. 

    Türken – Armenier: verdrängen, vergessen oder in der Geschichte leben, sich aus dem Weg gehen oder verstehendes Zusammenfinden?

    All diese widersprüchlichen, diese trennenden und zugleich verbindenden Gedanken und Erfahrungen haben ihren Platz im Leben der hier handelnden Personen. Die „normalen“, die gängigen Sichtweisen zeigen sich (familiär) eingebunden im Kosmos der Megacity Istanbul (türkische Sichtweise) bzw. der Metropole San Franzisco (armenische Sichtweise). Die dynamische, auch rebellische, die suchende und verbindende Sichtweise findet in den beiden Hauptpersonen des Romans ihren herausragenden Part, unterstützt durch Menschen in ihrem jeweils eigenen Umfeld: im Café Kundera (einfach schräg, aber mit Tiefgang; schiebt die Schwere des Themas in eine lockeren, in einen quasi abgehobenen Zusammenhang ) sowie einem Internetforum, dem Café Konstantinopolis (mit der Möglichkeit auch ausgefallene aber immer nachvollziehbare Sichtweisen in das Thema einzubinden). Dies alles wird mit einer erzählerischen Leichtigkeit angeboten, die nicht nur gut unterhält und viel Wissenswertes ganz ungezwungen mitliefert, sondern auch viel Raum für eigene Gedanken (und Gefühle!) lässt. 

     So gibt es neben den spannungsgeladenen Schilderungen bemerkenswerte Beschreibungen zum Beispiel der Alzheimer-Krankheit („Für sie hat die Zeit längst keinen linearen Verlauf mehr; die Vorschriftzeichen, Warnleuchten und Wegweiser entlang der Autobahn der Geschichte sind verschwunden. Sie kann in alle Richtungen fahren oder nach Belieben die Fahrbahn wechseln. Oder mitten auf der Straße stehen bleiben, sich keinen Zentimeter fortbewegen, sich der Pflicht zur Weiterfahrt widersetzen, da es so etwas wie ein ‚Vorwärtskommen‘ in ihrem Leben nicht mehr gibt, nur noch eine ständige Wiederkehr einzelner Augenblicke.“) oder zu psychischen Erkrankungen („Sie ist eine kluge Frau. Wenn sie nur die Einzelteile zusammenhalten könnte. So sensibel zu sein ist ungewöhnlich, so sensibel zu sein ist großartig, so sensibel zu sein ist beängstigend. Da jederzeit alles passieren kann, hat sie nie wirklich sicheren Boden unter den Füßen. Ein Gefühl von Sicherheit oder Kontinuität gibt es für sie nicht. Alles kommt in Einzelteilen daher, die zusammengesetzt werden wollen, sich aber jedem Begriff der Ganzheit widersetzen.“). Es sind diese sanften, verstehenden Worte, die dem Buch seinen besonderen Charme mitgeben. Man muss keine Klimmzüge machen, um Dinge zu durchdringen oder zu verstehen. Dabei ist der Roman alles andere als schmale Kost, er ist auf jeden Fall eine Bereicherung für das eigene Leben.

    (19.11.2018)

  22. Cover des Buches Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies - Autobiografischer Roman (ISBN: 9783957535030)
    Frank Pulina

    Das Curaçao-Komplott - Hinter Gittern im Paradies - Autobiografischer Roman

    (16)
    Aktuelle Rezension von: Nicoles-Leseecke
    Danke an den Autor für das bereitgestellte Rezensionsexemplar

    Mit dem Hintergrundwissen dass es sich hier um die eigene Geschichte des Autors handelt, stieg ich voller Neugier in das Buch ein. Ich wurde nicht enttäuscht der Schreibstil ist flüssig und so interessant gestaltet, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte und so viel zu schnell am Ende angelangt war. Am Ende ließ es mich fassungslos und erschüttert zurück. Erschüttert darüber, wie schnell Gesetze dazu führen, das man unschuldig verdächtigt und verhaftet wird.

    Fazit
    Der Autor hat sich hier viel Mühe gegeben einen Teil seiner Lebensgeschichte fesselnd zu verfassen. 
  23. Cover des Buches Der Meisterkoch (ISBN: 9783455005547)
    Saygin Ersin

    Der Meisterkoch

    (45)
    Aktuelle Rezension von: fredhel

    Von der ersten Zeile an werden alle Sinne des Lesers angesprochen. Er fühlt sich in die Welt von 1001 Nacht hinein versetzt, wenn er dem aufregenden Lebensweg des kleinen Jungen mit dem herausragenden Geschmackssinn folgt. Auch wenn alle Sinneseindrücke opulent beschrieben werden, wird es niemals langatmig und ganz allmählich findet man sich in einem großartigen Abenteuer wieder, in dem ein junger Mann all sein Können, sein Wissen und seine Raffinesse einsetzt, um einen Weg zu der Liebe seines Lebens zu finden, die in einem Harem gefangen gehalten wird.
    Es ist eine fantastische Geschichte, poetisch und aufregend zugleich. Sie hat meine Erwartungen übertroffen, denn etwas Vergleichbares hatte ich noch nie in Händen. Orientalische Erzählkunst unterscheidet sich doch sehr deutlich vom hiesigen Mainstream. Wenn man sich darauf einlässt, wird man in eine andere Welt hineinkatapultiert.

  24. Cover des Buches Das Flüstern des Bosporus (ISBN: 9783944329222)

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