Bücher mit dem Tag "istanbul"

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232 Bücher

  1. Cover des Buches Dschinns (ISBN: 9783446269149)
    Fatma Aydemir

    Dschinns

     (229)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    »Deutschland war nicht das, was du dir erhofft hattest, Hüseyin. Du hattest dir ein neues Leben erhofft. Was du bekamst, war Einsamkeit, die nie ein neues Leben sein kann, denn Einsamkeit ist eine Schleife, ist die ständige Wiederholung derselben Erinnerungen im Kopf, ist die Suche nach immer neuen Wunden in längst entschwundenen Ichs, ist die Sehnsucht nach Menschen, die man zurückgelassen hat.«

    (Zitat)


    Ende der 90er plant der in Deutschland lebende Hüseyin seine Rente. Dreißig Jahre lang hat er sich abgeschuftet und gespart, gespart, gespart, bis das Geld endlich reichte für eine Wohnung in Istanbul. Hüseyins Traum, die ganze sechsköpfige Familie dort zu vereinen, ist fast mit Fingern zu greifen, also reist er schon mal vor, um sich die eingerichtete Wohnung anzusehen. Zufrieden, hoffnungsvoll läuft er durch die Zimmer und denkt über seine Familie nach, vor allem über die älteste Tochter, Sevda, die er um Verzeihung bitten will. Alles soll anders werden … Doch da spürt er einen schrecklichen Schmerz im linken Arm, im Brustkorb und begreift: Er wird die ersehnte Versöhnung nicht mehr erleben. Ein letztes Wort an die schockierte Nachbarin …


    Zehn Seiten, und schon hat der Roman dir das Herz gebrochen, Leser:in. Einfach so. Ganz ohne Pathos, ganz ohne Betroffenheitskitsch. Aber lies weiter, es lohnt sich: Was für ein großartiges, großartiges Buch. Was für ein wunderbarer, kraftvoller und doch subtiler Schreibstil.


    Emine

    Sevda

    Hakan

    Peri

    Ümit


    Die Stimmen verschiedener Familienmitglieder fügen sich zusammen zu einem Klagelied, das ausdrucksstärker und bewegender meines Erachtens kaum sein könnte. Hier wird mehr beklagt als der Verlust des Vaters, des Ehemanns; jede Generation bringt ihre eigenen Geister und Dämonen mit (ihre ‘Dschinns’); genährt von Schmerz und Wut, unerfüllten Wünsche und beschnittenen Träumen. Zu viel davon blieb bisher unausgesprochen und bricht sich erst jetzt, als alle in Trauer vereint sind, seine Bahn. Hüseyins Tod ist letztlich nur der Stein, der Wellen schlägt im trüben Gewässer.


    Die Sprachlosigkeit, insbesondere die der Frauen, wird ein Stück weit aufgebrochen, wenigstens in Gedanken. Da wird erinnert, gezürnt, hinterfragt, gehadert. Da wird überlegt: Wäre ein anderes Leben möglich gewesen?


    Doch die Sprachlosigkeit lässt sich nicht so einfach überwinden, da die Lebenserfahrungen sich drastisch unterscheiden und es auch gegenseitige Schuldzuweisungen gibt. Warum hast du mich nicht zur Schule geschickt, Anne? Warum bist du nie zufrieden, Tochter? Da ist Versöhnungsbereitschaft, aber auch tiefes gegenseitiges Unverständnis, das es zu überwinden gilt.


    Schweigen ist der Soundtrack dieser Familie.


    »Ümit kennt diesen Atem in seinem Ohr seit seiner Kindheit. Wenn er ihn spürt, heißt das, dass seine Mutter ihm viel zu nahe kommt, dass sie keinen Abstand zulässt, dass sie mit ihm machen kann, was sie will, weil sie seine Mutter ist, und Mütter dürfen das doch. Nicht, dass Emine ihm je etwas Böses getan hätte, nicht absichtlich jedenfalls, trotzdem fühlt sich diese Art von Nähe falsch an, wie eine Drohung. Weil sie nicht freiwillig ist, weil Ümit ihr nicht entkommen kann, weil er nichts gegen sie tun kann, ohne sich wie ein respektloser Bastard zu verhalten.«

    (Zitat)


    Hier wird viel zur Sprache gebracht, endlich dem Schweigen entrissen: generationenübergreifende Traumata, so tiefverwurzelte wie überholte Doktrinen, Rassismus, Homophobie, Transidentität, weibliche Selbstermächtigung … Das wirkt weder überladen noch erzwungen, setzt sich ganz natürlich aus dem vielstimmigen Chor zusammen.


    Auch der Elefant im Raum lässt sich nicht mehr ignorieren: Dass den Kindern ihr kurdisches Erbe verschwiegen wurde. Dass sie ihre Mutter erst jetzt, vor der Beerdigung, zum ersten Mal mit Verwandten Kurdisch sprechen hören. Was bedeutet das – für das eigene Selbstverständnis, für den eigenen Platz in der Welt? Hakan sieht es nur als weiteres Merkmal, das ihn zum Außenseiter macht. In Deutschland Kanake, jetzt auch in der Türkei Kanake.


    »Hüseyin schnalzte wieder mit der Zunge. “Was ist, Hakan?”, fragte er. “Sie haben mich geschlagen, Baba.” Hüseyins Gesicht erlosch. Er schaute weg, irgendwohin. Er wollte die Verletzung nicht anschauen, wollte nicht wissen, was passiert war. Er sah bloß ins Leere. “Warum erzählst du mir das?”«

    (Zitat)


    Nicht zuletzt schwingen stets die Diskriminierungen und Übergriffigkeiten mit, die Hüseyins Familie von außerhalb erfährt: Die Beleidigungen, die Vorurteile, überall mahlen die Mühlen der Andersmachung. Polizeikontrollen, Polizeigewalt, nur weil du Türke bist. Racial Profiling vom Allerfeinsten. Sogar Brandstiftung, die strafrechtlich nicht als Mordversuch verfolgt wird, so dass Sevda den Aschegeruch nie mehr vergessen kann.


    Dschinns, überall Dschinns. Und du kannst nichts tun – nur weitermachen, das Offensichtliche verschweigen, runterschlucken, nicht daran ersticken. Die Angst wird zum Gefängnis.


    Ein Gebilde aus Geschichten und Geschichten und Geschichten:


    »Diese Familie wird weder verklärt noch verteufelt«, sagte die Autorin beim Großen Longlist-Abend im Literaturhaus Hamburg. »Es gibt deutliche Probleme, aber auch Potentiale« Sie wolle das Narrativ »Ich erzähl euch jetzt, wie dieser Gastarbeiter gelebt hat« brechen – und damit, dass man als Autor:in immer direkt für alle Menschen sprechen solle, die Gemeinsamkeiten mit der Hauptfigur haben.


    Und das gelingt ihr, das gelingt ihr so wunderbar, dass die Buchbloger:innen, die Bookstagramer:innen, die Buchtwitter:innen den Lobgesang dieses Romans singen.


    Hiermit stimme ich ebenfalls ein: Lest es, lest es, lest es. Was für eine epische Geschichte, was für ein konfliktgeladenes, fesselndes Familiendrama. Die Autorin erzählt in klaren Worten mit schlichter emotionaler Wucht, haucht jedem Charakter mühelos Leben ein. Besonders den weiblichen Schlüsselfiguren verleiht sie sehr eindringliche Stimmen.

  2. Cover des Buches Wolkenkuckucksland (ISBN: 9783406774317)
    Anthony Doerr

    Wolkenkuckucksland

     (100)
    Aktuelle Rezension von: sonnenseiten_des_lesens

    Titel: Wolkenkuckucksland

    Autor: Anthony Doerr

    Verlag: C.H. Beck

    Seitenzahl: 532 Seiten

    Inhalt: Es geht um Kinder in einer zerbrochenen Welt und auf dem Weg erwachsen zu werden. Sie befinden sich in unterschiedlichen Lebenssituationen und Ländern, zudem leben sie zu verschiedenen Zeiten und dennoch gibt es Gemeinsamkeiten, die Anthony Doerr auf geschickte Weise zusammenfügt.

    Meinung: Eine Zusammenfassung der Geschichte fällt mir, ob der Komplexität des Buches, wirklich sehr schwer.
    Auch muss ich gestehen, dass mir eine Rezension nicht leichtfällt. Der Start in das Buch ist mir nicht leichtgefallen. Durch die ständigen Perspektivwechsel stellte sich zunächst kein richtiger Lesefluss ein.
    So befinden wir uns mit Anna und Omeir im Jahre 1453 in Konstantinopel in einem historischen Roman und mit Konstance, welche in einem Raumschiff lebt, in einer Science-Fiction Geschichte. Mit Zeno erleben wir Phasen des Vietnamkrieges, aber auch die Gegenwart, in welcher zudem Seymour eine große Rolle spielt. Alle Personen haben schon einmal gemeinsam, dass sie nicht dem „Mainstream“ ihrer jeweiligen Zeit entsprechen. Es werden Themen wie Naturschutz und Kriege angesprochen, sowie die Liebe zum geschriebenen Wort. Durch die kurzen Kapitel, welche jeweils die Geschichte eines der Charaktere näher beleuchteten, waren die Personen für mich jedoch leider lange nicht greifbar. Insoweit folgt man mehreren Erzählsträngen in verschiedenen Zeitebenen und somit brauchte es für mich eben auch seine Zeit, um mit den einzelnen Protagonisten warm zu werden.

    Wusste man zunächst auch nicht, wohin die Reise führt, haben sich die Fäden und Erzählstränge hinterher jedoch recht stimmig zusammengefügt. Hierbei spielte eine uralte Erzählung von Antonios Diogenes mit dem Namen „Wolkenkuckucksland“, verfasst auf 24 Tafeln, eine große Rolle. Eine gewisse Affinität oder etwas Hintergrundwissen zur griechischen Mythologie und Literatur ist beim Lesen des Buches vielleicht von Vorteil.

    Jeder der einzelnen Charaktere ist auf der Suche, nach einem Platz im Leben und einem Zuhause. Wobei ich hier jedoch zugeben muss, dass die einzelnen Erzählstränge letztendlich relativ abrupt abgeschlossen wurden.

    Doch wahrscheinlich lag der Fokus von Anthony Doerr nicht unbedingt auf einem ausgeschmückten Ende der einzelnen Personen, sondern tatsächlich auf der Verbindung der verschiedenen Geschichten zueinander. Die einzelnen Fäden wurden abschließend zu einem großen Ganzen verwoben, die einzelnen Erzählstränge führten letztendlich zueinander und alles ergab durchaus Sinn.


    Fazit: Ich weiß, dass das Buch viele Fans hat und für viele Leser:innen ein Lebenshighlight ist. Mich hat es jedoch leider nicht so recht packen können.

  3. Cover des Buches Aprikosensommer (ISBN: 9783733500665)
    Deniz Selek

    Aprikosensommer

     (82)
    Aktuelle Rezension von: yen2405

    Eine detailreichere Rezension findet ihr auf meinem YouTube Kanal:

    https://youtu.be/4nWvOPhtYBk

    Als ich dieses Buch mir ertauscht hatte, hatte ich gedacht, dass es ein Sommerroman sei, welcher in Istanbul spielt. Anders als gedacht, fand dieser jedoch nicht hauptsächlich in Istanbul statt, sondern in Deutschland, und nur ein kleiner Teil der Handlung spielte sich in der Türkei ab. 

    Schade drum, jedenfalls wurde mir dies laut Klappentext angepriesen, und ich hatte auch durch das Cover da Gefühl, es sei so gedacht gewesen. 

    Allerdings davon abgesehen, war die Handlung in sich schlüssig, und man hatte zu keinem Zeitpunkt eine Lücke oder sowas feststellen können. Die Protagonistin handelte nachvollziehbar und schlüssig. 

    Der Schreibstil war flüssig oder etwas zu vernachlässigen, und man hatte in den paar Seiten, wo Istanbul vorkam, auch das Gefühl wirklich dort zu sein. 

    Lediglich an ein paar stellen ging mir die Handlung jedoch zu schnell, und der Zugang zur Protagonistin blieb mir auf eine unbeschreibliche Art und Weise verwährt. Ich konnte nicht in ihr Haut schlüpfen, wie es eigentlich gedacht war, wenn man aus der Ich-Perspektive erzählt.

    Fazit: Das Buch ist in sich authentisch. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil und auch ihre eigenen Emotionen und Erfahrungen miteinfließen lassen. Trotz alle dem bleibt es jedoch ein gutes Buch, was man lesen kann, aber jetzt nicht muss. Deshalb gebe ich dem ganzen 4 von 5 Sternen. Der Roman was gut ausgearbeitet, aber die großen Gefühle blieben beim lesen jedoch aus.

  4. Cover des Buches Die Stadt der schweigenden Berge (ISBN: 9783426514559)
    Carmen Lobato

    Die Stadt der schweigenden Berge

     (60)
    Aktuelle Rezension von: wampy

    Buchmeinung zu Carmen Lobato – Die Stadt der schweigenden Berge


    „Die Stadt der schweigenden Berge“ erschien 2015 als Originalausgabe im Knaur Verlag. Mein Lesekommentar bezieht sich auf das ebook.


    Klappentext:

    Berlin 1931: Die junge Amarna ist fasziniert von der Kultur der Hethiter und vor allem von deren alter, versunkener Hauptstadt. Sie träumt davon, selbst einmal dorthin zu fahren, und vertieft sich in die Lektüre der Schriften jener Zeit. Doch ihr Vater, ein Altorientalist, verweigert ihr die Reise, obwohl er die Leidenschaft seiner Tochter teilt. Was ist auf jener Expedition passiert, die ihn einst in die verlorene Stadt führte? Und warum spricht er nie von der Mutter, an die Armana kaum eine Erinnerung hat? Mit Hilfe ihres Freundes Paul, der Amarna schon lange liebt, gelingt es ihr schließlich, ihren Traum zu verwirklichen – der sich jedoch bald als Alptraum entpuppt.



    Meine Meinung:

    Dieser historische Roman war für mich ein Missverständnis. Er hat aus meiner Sicht leider den Schwerpunkt Liebesroman. Die Hauptfiguren Amarna und Arman agieren derart liebestoll, dass jede Vernunfthandlung auf der Strecke blieb. Arman wird als der alles überstrahlende Astralkörperbesitzer gezeichnet, dessen Anwesenheit die junge Wissenschaftlerin zum liebestollen Weibsbild mutieren lässt. Ihr liebeskranker Jugendfreund Paul verkommt vor Eifersucht zur tragischen Figur und der Professor ist die einzige etwas komplexere Gestalt.

    In der eingebetteten Geschichte hat sich der hethitische Herrscher in die Frau seines Generals und besten Freundes verguckt und dort kommt es zu einer Katastrophe.



    Fazit:

    Bei diesem Buch lagen Erwartung und Inhalt meilenweit auseinander. Positiv ist der flüssige Schreibstil und einiges Erkenntnisse über die Hethiter, die ich bei der Lektüre erhalten habe. Wer einen Liebesroman erwartet wird sicherlich nicht enttäuscht. Ich hatte anderes erwartet und vergebe nur zwei Sterne (50 / 100).

  5. Cover des Buches Welt in Flammen (ISBN: 9783499268434)
    Benjamin Monferat

    Welt in Flammen

     (122)
    Aktuelle Rezension von: dunkelbuch

    Es geht Benjamin Monferat vielmehr um eine Beschreibung des Umbruchs, der durch die Ereignisse im Mai/Juni 1940 in Europa erfolgt ist. Symptomatisch ist ihm dafür auch der Luxuszug Orient-Express. Sein Niedergang geht einher mit dem Verschwinden der Bedeutung der adligen Elite. Wer sich auf die Szenenwechsel zwischen den verschiedenen Abteilen einlässt, wird das Buch nicht so schnell aus der Hand legen können.

  6. Cover des Buches Die Diplomatin (ISBN: 9783546100052)
    Lucy Fricke

    Die Diplomatin

     (135)
    Aktuelle Rezension von: Gwhynwhyfar

    «Und nun war ich in einem Land auf dem Posten, wo Kühe auf endlosen Weiden lebten und stets die Asche von Grillkohle durch die Luft wirbelte. Wo Homo-Ehen, Abtreibungen und Marihuana legal waren. Wo grundsätzlich die Leute nur eine Hand frei hatten, weil sie in der anderen den Matebecher hielten, während im Nachbarland die Revolution losbrach.»


    Friederike Andermann, genannt Fred, ist eine erfahrene und ehrgeizige deutsche Diplomatin. Eine Frau, die nichts aus der Ruhe bringt; ihr Zuhause ist Deutschland, das jeweilige Konsulat, egal wohin man sie schickt. In Montevideo, Uruguay, wird die Fünfzigjährige erstmalig als Konsulin eingesetzt: Eine Frau, viel zu jung für den Posten, wispert es hinter ihrem Rücken. Fast hätte sie einmal geheiratet, doch ihr Partner wollte kein «MAP» (mitreisender Partner) sein - denn eine andere Übersetzung lautet: «Man at the pool». Kaum angekommen, wird sie vor ein Problem gestellt. Eine Frau ruft an; ihre Tochter sei verschwunden, sie habe seit 24 Stunden nichts mehr auf Instagram gepostet. Jooo, denkt sich Fred, wie schrecklich ... Wann mit der Tochter zuletzt gesprochen? Man spräche nie miteinander. Da die Mutter aber die Inhaberin einer großen deutschen Zeitung ist, kribbelt es Fred eiskalt den Rücken hinunter. Sie wird sich kümmern. Der Polizeichef, der sich gerade bei ihr vorstellt, verspricht ihr, sich dezent und privat in dem Pub umzusehen, aus dem der letzte Post kam. Und Fred ringt mit sich, Meldung zu machen. Man wird sie auslachen ... kein Post auf Insta! Sie muss den Empfang organisieren, Würstchen und Bier zum Tag der Deutschen Einheit. 


    «Ich hatte mich für diesen Beruf entschieden, weil ich etwas bewirken wollte. Und jetzt hatte ich eine geschlagene Stunde über Grillfleisch und Bratwürstchen diskutiert.»


    Doch spät abends erinnert sie sich an das wichtigste Gesetz der Diplomatie: «CYA» (cover your ass), zuerst den eigenen A... retten, und sie gibt eine kurze Meldung nach Berlin. Es stellt sich kurz darauf heraus, die junge Frau wurde wirklich entführt – die Geschichte endet in einem Desaster. Auch für Fred. Sie wird nach Istanbul versetzt. 


    «Wir raten ständig ab. Wir raten ab von Reisen in den Südosten, von sozialen Medien, von Demonstrationen, von Kundgebungen. Wir raten davon ab, die eigene Mutter im Gefängnis zu besuchen. Aber Abraten allein ist keine Diplomatie.»


    Überwacht vom türkischen Geheimdienst ist es nun ihre Aufgabe, deutsch-türkischen Künstler:innen zu helfen, die inhaftiert wurden. Kritiker werden in diesem Land in Scheinprozessen verurteilt. Was kann Fred bewirken? In ihrer Einsamkeit beginnt sie eine Affäre mit einem deutschen Journalisten, nicht ungefährlich für sie. Diplomaten-Alltag, tägliches oberflächliches Geschwätz, am Abend Partys, irgendwo gibt es immer einen Feiertag, zu dem man eingeladen wird. Wo sind wir denn heute Abend? Schweden, Japan, Polen? Rechtsstaatlichkeit und die europäischer Idee hat in der Türkei keine Chance, und so stößt die Diplomatie schnell an ihre Grenzen. In diesem Land kann sie rein gar nichts bewirken, nicht einmal etwas für die eigenen Landsleute. So sagt ihr Kollege: «Wir können uns dem türkischen Recht nicht widersetzen. Das wäre ein Fehler, und die Fehler machen immer noch sie, nicht wir.» Fred ringt mit sich, und sie ist eine Frau, die an Regeln gern Gummi zieht und sie auch einmal missachtet. Sie will mehr sein, als eine «von dem die Leute denken, dass wir das am besten können: lachen, lügen, Lachs fressen». Sie stellt sich und ihre Aufgabe oft in Frage, das mit trockenem Humor. Fred sucht einen Weg, die Türken auszutricksen, für sie selbst ein gefährliches Unterfangen. Ein sanfter Thriller.


    «Dann steht man da und ist nur Deutschland.»


    Süffige, spannende Unterhaltung, Problematiken werden angekratzt, die Wirksamkeit der Diplomatie in Frage gestellt. Gute Unterhaltung auf jeden Fall! Insgesamt hat mir ein wenig Tiefgang gefehlt; denn es gibt sie, die Diplomatie hinter verschlossenen Türen. Aber richtig, in einer Diktatur ist man der Willkür der Behörden ausgesetzt, ein offenes Ohr, Verhandlungsspielraum ist meist nicht existent. Wie wollen wir mit totalitären Staaten umgehen? Diese Frage stellt sich Fred. Empfehlung!


  7. Cover des Buches Das Mädchen, das in der Metro las (ISBN: 9783832165000)
    Christine Féret-Fleury

    Das Mädchen, das in der Metro las

     (262)
    Aktuelle Rezension von: DoraLupin

    Das Cover hat mich auf das Buch aufmerksam gemacht, es ist so wunderschön gemacht und ein Genuss für jeden Buchliebhaber! Nach dem Klappentext, der mich sehr angesprochen hat wollte ich es unbedingt lesen! Praktischerweise hatte meine Bücherei es vorrätig, ich bin froh es nicht gekauft zu haben.

    Es geht um die junge Frau Juliette die eines Tages ihre Metro zwei Stationen früher als üblich verlässt und dabei auf ein Häuschen voll Bücher stößt und auf den Besitzer der Bücher Soliman und dessen Tochter Zaìde. Juliette lässt sich darauf ein, Botin der Bücher von Soliman zu werden...

    Die Idee des Buches ist super und die Umsetzung ist zum Teil wirklich brillant gelungen....aber dann wieder konnte mich die Handlung nicht packen und mitreissen. Teilweise findet man sich als Buchliebhaber so sehr in der Geschichte wieder...anderes konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.

    Mit dem Schreibstil ging es mir ebenso. Zum Teil wunderschön geschrieben, sodass man ewig weiter lesen möchte und dann verliert sich die Autorin andererseits in Nebensächlichkeiten. Außerdem gibt es im Buch viele sehr missglückte Zeit-und Handlungssprünge dass ich mehrmals verwirrt war und den Satz nochmal anfangen musste.
    Teilweise waren die Kapitel gut wegzulesen, dann wieder sehr zäh und schwierig.
    Das hat bei mir auch dazu geführt das ich nicht so gut in die Geschichte eintauchen konnte sondern eher unbeteiligter Zuschauer/Leser war.

    Die Personen waren für mich bis zum Ende sehr schwammig und blass, selbst Juliette als Protagonistin. Man hat nicht wirkich viel von ihnen erfahren was es mir schwer gemacht hat sie zu mögen oder nicht zu mögen, alles war eher neutral.
    Ich konnte Juliette teilweise nicht verstehen, ihren Umgang mit den Büchern. Das sie sich in einem Raum voll Bücher eingeengt fühlt oder gar bedroht von ihnen. Das kenne ich von mir nicht und auch von anderen Buchliebhabern nicht. Im Gegenteil : je mehr, desto besser ;)

    Fazit: Sehr schwierig, da ich für einige Passagen im Buch volle 5 Sterne vergeben hätte, mit anderen konnte ich nichts anfangen. Deshalb 3-3.5 Sterne von mir.

  8. Cover des Buches H2O - Das Sterben beginnt (ISBN: 9783442382934)
    Ivo Pala

    H2O - Das Sterben beginnt

     (66)
    Aktuelle Rezension von: ilonaL

    Ivo Pala hat eine große Möglichkeit, ein mögliches Szenarium von Terrorismus aufgegriffen, welches eines von vielen sein könnte. Ein erschreckendes Szenarium!!!

    Wie gebannt habe ich dieses Buch gelesen und mich immer wieder gefragt, ob es im Bereich des Möglichen liegen könnte und ich musste es immer wieder mit einem eindeutigen JA beantworten!

    Nicht nur der phänomenale Schreibstil, sondern auch das ganze Konzept des Buches, haben mich in den Bann gehalten, sondern auch die Fiktion an sich! Ist es denn wirklich nur Fiktion?!

    Was wissen wir schon!

    Der logische Ablauf, spannende Aktionen, aber auch menschliche Reaktionen in diesem Buch haben mich total fasziniert! Die Gier nach Macht kennt keine Grenzen, egal wer auf der Strecke bleibt!

    Dieser erste Teil schreit nach einem zweiten und diesen hat Ivo Pala mit “ Gift” betitelt. Die Spannung lässt einfach nicht nach!

    Hier kann es nur 5 Sterne geben! Einfach genial geschrieben, gebe ich meine absolute Weiterempfehlung!

  9. Cover des Buches Die Spur des Geldes (ISBN: 9783740804992)
    Peter Beck

    Die Spur des Geldes

     (51)
    Aktuelle Rezension von: trollchen

    Spur des Geldes

    Herausgeber ist  Emons Verlag; 1. Auflage (21. März 2019) und hat 432 Seiten. 

    Kurzinhalt: In einem Schacht beim Tegeler See wird ein grausam gefolterter Mitarbeiter der Berliner Wasserwerke gefunden. Schnell zeigt sich: Er war in dubiose Bankgeschäfte verwickelt. Tom Winter, wortkarger Sicherheitschef einer Schweizer Privatbank, folgt der Spur des Geldes und hört sich in den Wasserwerkenvon London, München und Zürich um. Der Fall führt ihn bis ins russische Krasnodar und ein gnadenloserWettlauf gegen die Zeit beginnt.

    Meine Meinung: Es war nicht schlecht zu lesen, nur leider manchmal etwas langatmig und ohne roten Faden. Irgendwie kam es mir vor, als wenn der Autor nicht wusste, was Tom Winter nun finden soll. Er konnte sich nicht entscheiden. Und manchmal fand ich es komisch, dass er manchmal total taff war und dann wieder wie ein Anfänger gehandelt hat. Irgendwie unglaubwürdig. Das Ende war irgendwie vorhersehbar und relativ fade, so wie eigentlich das ganze Buch, es passierte selten etwas neues und es wurde sehr langatmig geschrieben. Es hätte ein tolles Buch werden können, wenn es zwischendurch mal etwas Spannung gehabt hätte. Aber ich wollte doch wissen, wie es weitergeht, deswegen habe ich es zu Ende gelesen. Es war aber auf alle Fälle spannend, was alles passieren kann, wenn man ins Trinkwasser etwas mischt, was leider heutzutage doch nicht mehr so abwegig ist.

    Mein Fazit: Man kann es lesen, zwischendurch wäre etwas Spannung gut gewesen und leider manchmal etwas langatmig zu lesen. Ich vergebe 4 gute Sterne und kann es trotzdem weiter empfehlen. Die Idee vom Buch ist gut.

  10. Cover des Buches Becks letzter Sommer (ISBN: 9783257609271)
    Benedict Wells

    Becks letzter Sommer

     (425)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Herr Beck ist mitte dreißig, Lehrer, aber sein Herz gehört eigentlich der Musik. Seine Band hatte sich seinerzeit zerstritten und seitdem hat er kaum noch Songs verfasst. Als er seinen 17jährigen Schüler Rauli im Musiksaal überrascht, ist er völlig hin und weg. Der Junge kann grandios Gitarre spielen, singt wie wenn er nie etwas anderes getan hätte und kann Songs zaubern die voll Kraft und Tiefgang sind. Er nimmt sich dem Au?enseiter an und hofft so noch im Musikgeschäft Fu? zu fassen. Rauli hat aber auch andere Probleme. Seine Familie hat einige ups and downs, er verliebt sich und er will wie sein Vorbild der beste Eiskunstläufer der Welt Alexei Yagudin den dreifachen Salchow schaffen. Becks alter Bandkollege Charlie muss dringend nach Istanbul und so setzen sich Rauli, Beck und der immer verwirrte Charlie ins Auto und machen sich auf die Reise ihres Lebens. Mit gerade mal dreiundzwanzig Jahren hat Benedict Wells ein furioses Debut geschaffen. Eine Geschichte mit viel Schwung, Dramatik, Musik und ungeheurem Tiefgang. Hoffentlich nicht Wells letzter Sommer

  11. Cover des Buches Die Gärten von Istanbul (ISBN: 9783442715138)
    Ahmet Ümit

    Die Gärten von Istanbul

     (66)
    Aktuelle Rezension von: AntjeB23

    "Die Gärten von Istanbul " ist das erste Buch , was ich von dem Autor Ahmet Ümit gelesen habe und es hat mir sehr gefallen. Es ist nicht nur ein Kriminalroman, sondern man erfährt auch sehr viel über Istanbul und die Geschichte von Istanbul. Das Buch hat mir auf alle Fälle Istanbul näher gebracht. Klappentext: Istanbul, die unbezähmbare Stadt zwischen zwei Kontinenten. Ein magischer Ort, wo Geschichte geschrieben wurde und sich noch heute unzählige Geschichten ineinander verweben. Kaum einer kennt ihn so gut wie Nevzat, Oberinspektor des Morddezernats. Und kaum einer leidet an ihm wie er, dessen Frau und Tochter dort Opfer eines Verbrechens wurden. Und doch wird er hinzugezogen, als an der Atatürk-Statue eine Leiche gefunden wird. Das Opfer, Professor für Kunstgeschichte, war anerkannt in Istanbuls intellektuellen Kreisen. Ebenso wie seine Exfrau Leyla, Museumsdirektorin im legendären Topkapı Palast. Kurz darauf wird eine zweite Leiche gefunden. Wieder an einem von Istanbuls Wahrzeichen. Und die Serie reißt nicht ab. Sieben Leichen an sieben historischen Stätten – und nur ein einziger Faden scheint die Fälle miteinander zu verbinden: die jahrtausendealte Geschichte einer der geheimnisvollsten und faszinierendsten Städte der Welt ... Mir hat sehr gefallen, wie Hauptkommissar Nevzat mit seinen Mitarbeitern Zeyneb und Ali versucht mehrere Mordfälle aufzuklären, die an historisch wichtigen Orten von Istanbul verübt wurden. Dabei werden diese Orte geschichtlich und kulturell dem Leser näher gebracht. Für mich ist dieses Buch sehr lesenswert. Eine klare Leseempfehlung und 5 Sterne von mir!

  12. Cover des Buches Unerhörte Stimmen (ISBN: 9783036961095)
    Elif Shafak

    Unerhörte Stimmen

     (65)
    Aktuelle Rezension von: carowbr

    Leila ist gestorben. In den Minuten nach ihrem Tod zieht ihr Leben an ihr vorbei, wecken Gerüche Erinnerungen an die Schlüsselmomente ihres Lebens und sie denkt an ihre fünf besten Freunde und wie sie ihr Leben bereichert haben.

    Eingebettet in eine vielseitige Darstellung von Istanbul, mal schmutzig, mal düster, mal voller Leben und Möglichkeiten, erzählt Elif Shafak eine bewegende und mitreißende Geschichte. Obwohl sie von Leilas Tod handelt, geht es vor allem um ihr Leben, ihre Freundschaften, die Gefühle und Erinnerungen, die sie miteinander verbinden. Die Erzählweise ist bildhaft, fast malerisch entwickelt sich beim lesen die Szenerie vor dem inneren Auge.

    Ein wirklich beeindruckendes Buch, was ich sehr gerne gelesen habe.

  13. Cover des Buches Wieso Heimat, ich wohne zur Miete (ISBN: 9783709972380)
    Selim Özdogan

    Wieso Heimat, ich wohne zur Miete

     (43)
    Aktuelle Rezension von: Filzblume
    Das Buch hat insgesamt 30 Kapitel. Jedes ist einzigartig und schon in seinem Text zum Schmunzeln. Geschildert wird das Leben von Krishna Mustafa, der in Istanbul geboren, aber in jungen Jahren mit seiner Mutter nach Freiburg gezogen ist. Er lebt dort in einer WG , die Mutter hat sich sich vom Vater getrennt, der lebt in der Türkei. Krishna Mustafa studiert und seine Freundin Laura macht mit ihm Schluss. Sie behauptet das er keine Identität hat. So macht er sich, bestärkt von „Hase“, ein älterer Freund, der sich sein Geld mit Dealen verdient, aber das Herz auf dem rechten Fleck hat, auf nach Istanbul. 6 Monate wird er dort verbringen. Er tauscht sein WG Zimmer in Deutschland gegen das in der Türkei, dort lernt er die Mitbewohner, Isa und Yunus kennen und Esra, seine Freundin. „Emre hat nur erzählt, dass du die Türkei besser kennenlernen möchtest.“ „Emre ist mein Cousin und wohnt seit gestern in meinem WG-Zimmer in Freiburg, dafür habe ich sein Zimmer hier. Nein, nicht die Türkei, sage ich. Ich möchte mich besser kennenlernen. Meine Wurzeln. Ich bin gekommen, weil ich meine Identität finden möchte.„ Das da die Missverständnisse vorprogrammiert sind ist klar. Das Buch zeigt auf humorvolle Weise auf Türken und Deutsche zugleich, ist politisch unkorrekt, sprachlich witzig, nachdenklich, manchmal philosophisch . Zeigt Vorurteile, die verschiedenen Perspektiven, Gemeinsamkeiten. „In der Türkei glauben wir ja, dass alles in Deutschland seine Ordnung hat. Aber wir wissen nicht, dass diese Ordnung genauso wenig Logik hat wie unser Chaos.“ Mein Lieblingsatz: „Die Wahrheit ist wie Wasser, sagt er. Sie findet immer einen Weg. Die Wahrheit ist, diese Welt ist rund und man muss ein wenig geschmeidig sein, wenn man sich mitdrehen möchte.“(Kapitel 21). Ein humorvolles Buch für jeden der beide Seiten kennenlernen möchte, ohne Vorurteile ist und sich gut unterhalten möchte.
  14. Cover des Buches Feuer und Glas - Die Verschwörung (ISBN: 9783453267398)
    Brigitte Riebe

    Feuer und Glas - Die Verschwörung

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Helli

    Feuer und Glas - Die Verschwörung von Brigitte Riebe

    Buch:

     

      Schöner, magischer und gefährlicher kann die erste Liebe nicht sein! Konstantinopel im Jahr 1509: Milla, das Mädchen, das über die Kräfte des Feuers gebietet, und Luca, der Junge, dessen Familie zu den Wasserleuten gehört, suchen in der sagenumwobenen Stadt am Bosporus Millas Vater Leandro. Doch als sie ihn endlich finden, kann er sich an nichts erinnern. Nicht an sein früheres Leben und nicht an Milla. Milla ahnt, dass sie selbst und ihre Liebe zu Luca in höchster Gefahr sind, wenn es ihr nicht gelingt, das dunkle Geheimnis um Leandro zu lüften… In der uralten Lagunenstadt Venedig sind sie sich das erste Mal begegnet: die sechzehnjährige Milla, die von den Feuerleuten abstammt, und Luca aus dem Geschlecht der Wasserleute. Ihre Liebe zueinander ist seitdem nicht erloschen. Als Milla nach Konstantinopel aufbricht, um ihren Vater Leandro zu suchen, begleitet Luca sie. Über Leandros Leben und Verschwinden liegt ein dunkles Geheimnis, das Milla nun endlich ergründen will. Die so lange herbeigesehnte Begegnung mit ihrem Vater verläuft jedoch anders als erwartet: Leandro scheint sich an nichts aus seiner Vergangenheit zu erinnern, auch nicht an Milla. Während das Feuermädchen verzweifelt herauszufinden versucht, was ihrem Vater das Gedächtnis geraubt hat, wird die Stadt von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert. Fast zu spät wird Milla und Luca klar, dass nur der Bund aus Feuer und Wasser die Stadt am Bosporus retten kann. Ausgerechnet in der Stunde der höchsten Not wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt, denn der gut aussehende Baumeister des Sultans scheint alles daranzusetzen, Millas Herz zu gewinnen…

     

    Autor:

     

      Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat zahlreiche erfolgreiche historische Romane geschrieben, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

    Quelle: http://www.randomhouse.de/Autor/Brigitte-Riebe/p109238.rhd

     

    Meinung:

     

      Brigitte Riebe, die etablierte Autorin, stellt den zweiten Teil aus der Feuer und Glas-Reihe vor, Feuer und Glas – Die Verschwörung.   Auch in diesem Band bleibt die Autorin ihrem Stil treu und präsentiert ihre blühende Fantasie, die den Leser in den Bann zieht, sowohl mit der Sprache als auch den bildhaft dargestellten Protagonisten.

    Die Story um Milla ist packend und spannungsgeladen, was dazu führt, dass man in die Geschichte eintaucht- mit Milla lacht, mit fiebert und zittert, aber auch sie an manchen Stellen einfach nur schütteln mag und ihr zuflüstern möchte: „nun mach schon“!

     

     

    Fazit:

     

      Eine wunderbare Geschichte um ein junges Mädchen, das langsam aber sicher zur Frau wird,  Verantwortung übernimmt und nicht an Mutters Rockzipfel hängen bleibt, gespickt mit Liebe, Hingebung, Vertrauen und Magie.

     

    Meine Bewertung:

      Ich vergebe           ★★★★★

    ©Helli's Bücher-Land

  15. Cover des Buches Theos Reise (ISBN: 9783446203426)
    Catherine Clément

    Theos Reise

     (238)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Theo ist 14 Jahre alt und liebt Bücher über die alten Götter. Plötzlich wird er schwer krank. Daraufhin nimmt seine Tante Martha ihn mit auf eine Weltreise zu den Religionen.

    Ich bin bei diesem Buch nur so über die Seiten geflogen. Die Religionen werden ganz toll beschrieben. Man lernt sehr viel über sie und ihre Bräuche. Auch die verschiedenen Orte der Reise werden so beschrieben, dass man sich gleich dorthin versetzt fühlt. Mehr kann ich gar nicht schreiben, ohne zu spoilern.

    Meiner Meinung nach ist das Buch eine klare Empfehlung für Menschen, die sich über die Religionen informieren möchten.

  16. Cover des Buches Der Architekt des Sultans (ISBN: 9783036959467)
    Elif Shafak

    Der Architekt des Sultans

     (74)
    Aktuelle Rezension von: Moni2506

    Elif Shafak erzählt in „The Architect‘ Apprentice“ vom Leben Jahans, der im 16. Jahrhundert zusammen mit einem weißen Elefanten nach Istanbul kam und Lehrling Sinans wurde, der als berühmtester Architekt des osmanischen Reiches in die Geschichte einging. Erschienen ist der Roman bei penguin im November 2014. Das Buch ist auf Deutsch unter dem Titel „Der Architekt des Sultans“ erhältlich. 


    Istanbul im 16. Jahrhundert: Jahan erreicht als 12jähriger Junge Istanbul an Bord eines Schiffes zusammen mit einem weißen Elefanten, der ein Geschenk für den Sultan ist. Während eines Feldzuges des Sultans trifft er auf den Architekten Sinan, der ihn fortan unter seine Fittiche nimmt. Auch Chota, der weiße Elefant, ist auf den künftigen Baustellen gerne gesehen und so bauen sie gemeinsam Moscheen, Aquädukte, Paläste und Mausoleen, die viele Jahrhunderte überdauern sollen. Doch nicht alles läuft so gut wie es den äußeren Anschein hat. Jahan muss lernen mit den Unwägbarkeiten des Lebens zurechtzukommen und nicht jeder ist ihm auf seinem Weg wohlgesonnen. 


    2019 auf der Buchmesse hatte ich mir vorgenommen ein Buch von Elif Shafak zu lesen und nun habe ich dieses Vorhaben endlich umgesetzt. Während der Literaturgala hat sie mich sehr beeindruckt und auch die kurze Lesung aus einem anderen Buch hatte mir sehr gefallen. Meine Wahl ist auf Grund der Zeit, in der es spielt, auf „The Architect’s Apprentice“ gefallen. 

    Der Schreibstil zieht einen sofort in seinen Bann. Ich konnte mir Istanbul und seine Bauten sowie die Leute, die in dieser Stadt leben, sehr gut vorstellen. Mit dem Englisch im Buch kam ich gut zurecht. Ich habe aber auch neue Worte gelernt, für die ich bisher andere englische Begriffe im Kopf hatte. 

    Der Erzählstil hat mir gut gefallen. Die Geschichte wird chronologisch erzählt, aber es gibt auch jederzeit etwas fürs Leben zu lernen. Jahan kommt mit 12 nach Istanbul und die Geschichte endet am Ende seines Lebens mit fast 100 Jahren. Wir wachsen mit Jahan mit, mit seinen Erfahrungen, seinen Erfolgen, seinen Rückschlägen. Welchen Menschen kann er trauen und wem nicht. Ich habe Jahans Weg gerne verfolgt und mochte seine Freundschaft mit dem weißen Elefanten sehr. Es ist aber nichts, wo man total mitfiebert. Man verfolgt das Geschehen, genießt die tolle Sprache Elif Shafaks und versucht seine eigenen Schlüsse aus den Ereignissen zu ziehen. Ich glaube, jeder, der das Buch liest, wird etwas ganz eigenes für sich mitnehmen, je nachdem welchen Erfahrungshorizont diese Person besitzt. 

    Chota, den weißen Elefanten, mochte ich sehr gern. In jedem Teil der Geschichte hat er eine wichtige Rolle gespielt, war dabei aber nie Mittelpunkt der Geschichte. Er hat Krieg gesehen, auf Baustellen gearbeitet, Geheimnisse beobachtet, wurde von Jahan umsorgt und war ihm in allen Lebenslagen eine wichtige Stütze. Lediglich eine Sache fand ich sehr schade. Oft wurde Chota als Biest bezeichnet, selbst von Jahan, was ich sehr respektlos empfand. Es mag zu der Zeit so gewesen sein, dass man Elefanten oder große Tiere allgemein so bezeichnet hat und 1-2 mal im Buch hätte mich das in bestimmten Situationen auch nicht gestört. Meiner Meinung kam das zu häufig vor und hätte so manches Mal auch anders gelöst werden können. 

    In die Geschichte rund um Jahan und Chota ist die Stadt Istanbul und das Leben in dieser Stadt im 16. Jahrhundert eingewoben. Wir erfahren etwas über die Sultane jener Zeit und deren Kriege. Wir erleben, was es bedeutet, in einer Stadt zu wohnen, in der die unterschiedlichsten Menschen zusammen kommen und in der verschiedene Religionen ihren Platz finden müssen und dann ist da noch die Geschichte Sinans, des berühmtesten Architekten des osmanischen Reiches. Wir lernen etwas über seine Bauten, mit welchen Hindernissen er umgehen musste und wie lange er gelebt hat. Es ist viel Wissen in das Buch eingeflossen, dennoch werden nur selten Jahreszahlen genannt. Das hat mir gezeigt, dass man zwar viel Wissen für sich mitnehmen kann, es aber nicht so darauf ankommt, wann etwas genau stattgefunden hat. Dies wird im Nachwort so auch bestätigt. 

    Die Kultur des osmanischen Reiches wurde in diesem Buch zum Leben erweckt mit all seinen Facetten. Dazu gehören Bräuche und Verhaltensweisen, die einem eher fremd sind, aber man erkennt auch einiges wieder, was man in historischen Romanen liest, bei denen die Personen im Buch überwiegend christlich sind. So kommt in kleineren Abschnitten des Buches Antisemitismus und Hass gegenüber Roma zur Sprache, insbesondere in Situationen, wo ein Schuldiger für bestimmte Ereignisse gefunden werden muss. Es gibt aber auch Personen im Buch, die die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringen und gerade denen helfen, die es am schwersten im Leben haben. An mancher Stelle wirkte mir einiges ein wenig zu konstruiert und mit zu viel Glück im Spiel, insgesamt wurde ich von der Geschichte gut unterhalten. 

    Viel Zusatzmaterial gibt es nicht. So werden einige arabische Begriffe eingebracht, die über Fußnoten erklärt werden und zum Schluss gibt es noch ein kurzes Nachwort sowie eine Danksagung. Ein Personenverzeichnis sucht man hingegen vergeblich, was einem verraten könnte, welche Personen historisch verbürgt sind und welche nicht. Ein wenig wird das im Nachwort aufgenommen und ich denke, dass man in der Geschichte auch gut erkennt, wen es wirklich gab und wen nicht. 


    Fazit: Eine Geschichte, die mich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt hat. Ich habe die Geschichte Jahan uns Chotas gerne verfolgt und mochte es sehr Gast im Istanbul des 16. Jahrhunderts zu sein. Empfehlenswert für Personen, die sich für Istanbul und seine Historie interessieren und es mögen, wenn Geschichten gleichmäßig dahinfließen und ein paar Weisheiten fürs Leben bereithalten.

  17. Cover des Buches Über die Berge und über das Meer (ISBN: 9783836956765)
    Dirk Reinhardt

    Über die Berge und über das Meer

     (26)
    Aktuelle Rezension von: 99Hermione99

    Um was die Geschichte handelt: 

    Soraya lebt in einem kleinen Dorf in den Bergen. Jeder nennt sie Samir. Ja, sie wird nicht nur mit einem Jungennamen gerufen, sondern sie zieht sich auch so an und verhält sich wie ein Junge. Und das aus gutem Grund: Soraya ist die 7. Tochter ihrer Familie und somit noch immer nicht der erhoffte Sohn. Als Junge kann sie jedoch frei herumlaufen, und muss nicht wie alle Mädchen und Frauen, den ganzen Tag im Haus sitzen. Ausserdem dürfen diese das Haus nur in Begleitung  von männlichen Personen verlassen. Doch nun mit 14 Jahren ist Soraya alt genug, um sich "umzuwandeln" in das Mädchen, das sie eigentlich ist. Das finden auch die Taliban, eine streng religiöse, gewalttätige Gemeinschaft. Ein ähnliches Schiksal trifft Tarek, ein Kuchi, ebenfalls aus Afghanistan, der mit seiner Familie in den Bergen herumzieht. Die Taliban wollen, dass er ihnen beitritt, da er ein sehr guter Schafhirte und Spurenleser ist. Tarek und Soraya geben sich unabhängig voneinander auf den Weg der Flucht, durch brenzlige und lebensgefährliche Situationen, oft ganz alleine, viele Kilometer von ihrer Familie, ihrem Bekanntenkreis und ihrer Kultur entfernt. 

    Nun aber zu meiner Meinung: 

    Ich finde, man kann sich unglaublich gut in die zwei Protagonisten hineinversetzen und flüchtet mit ihnen. Gerade, weil das Thema (Flüchtlinge und Taliban in Afghanistan) so aktuell ist, habe ich die Geschichte regelrecht verschlungen. Die Kapitel berrichten immer abwechslungsweise aus der Sicht von Tarek und Soraya. Manchmal bin ich durcheinandergekommen, was jetzt wem passiert ist. Aber das konnte ich dann schnell nochmal nachlesen. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es ist realistisch, soweit ich das beurteilen kann. Mit diesem Roman kann man nachvollziehen, was Flüchtlinge alles durchleben müssen. Das Buchcover finde ich persönlich wunderschön. Ausserdem befindet sich eine Karte hinten im Biuch, auf der die Fluchtwege von Soraya und Tarek eingezeichnet sind, sehr praktisch. 

    Ich kann es nur empfehlen. Einfach lesen!! :-)

  18. Cover des Buches Caspers Weltformel (ISBN: 9783424351033)
    Victoria Grader

    Caspers Weltformel

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Kleenkram

    Eine ungewöhnliche Geschichte über einen ungewöhnlichen Mann, der sich einen Zufall zu Nutze macht und spontan nach Budapest reist. Das ändert sein Meinung, die er vom Leben hat...

    Eine nicht ganz einfache Geschichte, aber sehr interessant. Manchmal dehnt es sich etwas, dann zieht das Tempo wieder an.

    Die Autorin hat ihre Figuren ganz speziell gezeichnet, mit alles Facetten, die sie ausmachen. Ihre unterschiedlichen Gesellschaftsschichten werden hier sehr deutlich hervorgehoben.

    Ilona und Casper kommen abwechselnd zu Wort und so kann man beiden folgen und sie besser kennenlernen, sich von ihnen ein Bild machen. Beide sind sehr verschieden, haben vollkommen andere Vorstellungen vom Leben, aber sie haben eines gemeinsam: sie sind auf der Suche nach sich selbst, dem Sinn ihres Lebens.

  19. Cover des Buches Die verlorene Bibliothek (ISBN: 9783404168019)
    A. M. Dean

    Die verlorene Bibliothek

     (45)
    Aktuelle Rezension von: MaFu

    Die Suche nach der verlorenen Bibliothek von Alexandria, geschützt seit Jahrhunderten von einer Gruppe Bibliothekare, gejagt von einer ebenso alten machthungrigen Organisation.

    Was in der Idee sehr spannend klingt, ist leider sprachlich schlecht umgesetzt (vielleicht liegt es an der Übersetzung?). Die Spannung lässt zu wünschen übrig, und es gibt einige logische Fehler. Nicht mein Fall, schade!

  20. Cover des Buches Ziemlich mitgenommen (ISBN: 9783499239502)
    Mia Sassen

    Ziemlich mitgenommen

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Die-Glimmerfeen
    Das Cover hat mich vom ersten Moment angesprochen und versprach einen kurzweiligen und witzigen Roman. Für meinen Geschmack war die Handlung schon ein wenig überzogen und völlig realitätsfern, trotz alledem habe ich mich gut unterhalten. Isabell ist fünfundvierzig Jahre alt, verheiratet, Mutter einer pubertierenden Tochter und hat gerade ihren Job verloren, nachdem ihr Auto sein Dienst aufgibt, steigt sie als Anhalterin zu einer älteren Dame und reist mit ihr in die Türkei. Unterwegs haben die beiden Frauen viele Abenteuer und sogar lebensbedrohliche Situationen zu meistern. Ein bisschen weniger hätte dem Buch durchaus gut getan, doch wer es gerne turbulent liebt, der ist mit diesem Buch sehr gut beraten. Wer das Buch aufmerksam liest, wird am Ende des Romans keine großen Überraschungen erleben, denn die Autorin hat genügend Hinweise gestreut.

    Wer nach ein wenig Motivation sucht, das Leben noch einmal herauszufordern und dem langweiligen Alltag zu entfliehen, dem wird dieses Buch sicher gut tun.

    Warum man dieses Buch lesen sollte:
    1. Weil man Roadtrips liebt
    2. Man turbulente Geschichten liebt
    3. Man selber davon träumt, alles stehen und liegen zu lassen
  21. Cover des Buches Die zwei Leben der Alice Pendelbury (ISBN: 9783442380282)
    Marc Levy

    Die zwei Leben der Alice Pendelbury

     (101)
    Aktuelle Rezension von: Chokka

    Die Geschichte ist in süffigem Stil geschrieben, die Handlung spannend, die Hauptprotagonisten echt. Der Verlauf ist immer wieder überraschend und das Ende sehr willkommen.

  22. Cover des Buches Die rothaarige Frau (ISBN: 9783446256484)
    Orhan Pamuk

    Die rothaarige Frau

     (28)
    Aktuelle Rezension von: gst

    Was für ein Buch! In drei Teilen erzählt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk eine unglaubliche Geschichte. Die Handlung spielt im Großraum Istanbul in den 1980er Jahren und reicht bis die Gegenwart. Der Autor verknüpft die in der modernen Türkei angesiedelte Handlung mit der griechischen Ödipus-Sage sowie der Legende von Rostam und Sohrab aus dem persischen Nationalepos Schahname.

    Als Kind liebte Cem seinen Vater abgöttisch. Als der eines Tages verschwand, zog der Jugendliche mit seiner Mutter zu Verwandten. Um sein angestrebtes Studium finanzieren zu können, nahm er eine Arbeit bei einem Brunnenbauer an. Sein Meister wurde für ihn zum Ersatzvater. Zu dieser Zeit verliebte sich der 16jährige in eine 20 Jahre ältere, rothaarige Schauspielerin, die ihn schließlich in die körperliche Liebe einführte. Nach einem Unfall kehrt Cem fluchtartig zu seiner Mutter zurück.
     Im zweiten Teil des Buches begleiten wir Cem durch sein Erwachsenenleben. Gemeinsam mit seiner Ehefrau baut er ein regelrechtes Imperium auf. Das wird zu ihrem gemeinsamen Kind, nachdem ihnen der Wunsch nach lebenden Nachkommen unerfüllt bleibt. Grundstückskäufe führen Cem zurück zu seiner ehemalige Wirkungsstätte, wo sich zeigt, dass Legenden oft einen Kern Wahrheit in sich tragen.

    Im dritten Teil kommt schließlich die rothaarige Frau zu Wort und klärt die letzten Fragen auf.


    Orhan Pamuk wurde am 7. Juni 1952 in Istanbul geboren. Er gilt als einer der international bekanntesten Autoren seines Landes und wurde 2006 als erster türkischer Schriftsteller mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet.


    Mich hat das Buch so für sich eingenommen, dass ich es innerhalb weniger Tage ausgelesen hatte. Fasziniert beobachtete ich, wie sehr sich der Autor an den beiden obengenannten Legenden entlanghangelte. Dabei stellte er die Gefühle des Ich-Erzählers deutlich spürbar in den Mittelpunkt. Die Aufführung des „Legenden- und Moraltheaters“ verstand Cem als Jugendlicher zwar nicht, doch im Nachhinein wurde klar, wie sehr sie ihn in seinem weiteren Leben prägte. Jahrelange Schuldgefühle versuchte er mit der Literatur zu verarbeiten. (Wohl ebenso wie viele Leser, die in der Literatur Lebenshilfe finden.)

  23. Cover des Buches Inferno (ISBN: 9781846573811)
    Dan Brown

    Inferno

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Koakuma
    Das war mein erster Dan Brown Roman.
    Ich fand ihn sehr cinematisch geschrieben.
    Ich konnte viel lernen, auch über Dante - aber so riiiichtig spannend fand ich die Geschichte jetzt auch nicht. Bis auf einen Plot Twist war die Geschichte doch recht vorhersehbar.
  24. Cover des Buches Rache auf Türkisch (ISBN: 9783863270254)
    Askim Utkuseven

    Rache auf Türkisch

     (25)
    Aktuelle Rezension von: ClaryBlack
    Auf leichte und amüsante Weise ist in diesem empfehlenswerten Debüt von Askim Utkuseven viel Interessantes über die türkische Lebensweise in Deutschland verpackt. Fünfzehn spaßige, vor Witz sprühende Kurzgeschichten, in denen Vorurteile erst scheinbar bestätigt und dann doch irgendwie wieder widerlegt werden.

    Von „Führerschein auf Türkisch“ über „Schwiegertochter auf Türkisch“ zu „Erben auf Türkisch“ (und vielem mehr) ist so einiges geboten: Die sympathischen Charaktere durchbrechen in ihrer jeweiligen Geschichte mit viel Witz die klischeehaften Erwartungen, die man vielleicht zuerst an sie stellen würde.

    Natürlich hat mir mal eine Geschichte mehr und eine andere weniger gut gefallen, doch letztendlich waren sie alle derart munter und lebendig geschrieben, dass es insgesamt sehr viel Freude bereitet hat in die so humorvoll porträtierte türkische Kultur einzutauchen. Und dabei muss man auch feststellen, dass einiges des Dargestellten gar nicht so unbedingt spezifisch türkisch ist, wie man meinen könnte. Süße Rache schmeckt ja nun doch eigentlich jedem, ob nun deutsch- oder türkischstämmig.

    „Rache auf Türkisch“ ist schnell gelesen und regt doch auch oft zum Nachdenken an. Nett fand ich auch, dass am Ende jeder Geschichte das jeweils zentrale Thema sozusagen als Vokabel noch auf Türkisch angegeben wurde.
    Mein Fazit: Eine gehörige Portion Humor, toller Schreibstil und einfallsreiche Begebenheiten verhelfen zu einem kurzweiligen Lesegenuss. Sehr zu empfehlen!

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