Bücher mit dem Tag "jack london"

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33 Bücher

  1. Cover des Buches In die Wildnis (ISBN: 9783492259743)
    Jon Krakauer

    In die Wildnis

     (379)
    Aktuelle Rezension von: Alexia_

    In „In die Wildnis“ versucht Jon Krakauer den Beweggründen des jungen Chris McCandless auf die Spur zu kommen. Wer war dieser Mann der in seinen noch so jungen Jahren alles hinter sich gelassen hat und in die wüste Wildnis Alaskas aufgebrochen ist und nie wieder zurückkam? Der Autor nimmt den Leser mit auf seinen Recherchen und bietet einen umfassenden Überblick über Chris McCandless Reise zu sich selbst.

    Bei diesem Buch handelt es sich um keinen Roman, der einem Spannung und Action liefert. Dennoch konnte mich Jon Krakauer an sein Buch fesseln, so dass ich es kaum noch aus der Hand legen konnte. Das lag vor allem daran, dass er es geschafft hat die vielen Fakten und Geschichten die er in seinem Buch verarbeitet, fesselnd und informativ für den Leser aufzuarbeiten. So kommt kein Gefühl von Langeweile auf und man bleibt am Ball. Er bietet umfassende und tiefe Einblicke in das Leben eines jungen Mannes, der zutiefst zerrissen scheint und in der Natur die Antwort sucht. Jon Krakauer belichtet ein wenig sein Leben, aber vor allem die Menschen die ihm während seiner Reise begegnet und wichtig geworden sind. Zusätzlich zieht er immer wieder Vergleiche zu seiner eigenen Person und erkennt sich selbst in vielen Situationen in Chris wieder. Er versucht die Hintergründe und Motivationen diesen jungen Mannes zu erfassen und aufzuzeigen und dass ohne sie zu einem Zeitpunkt zu kritisieren oder zu bewerten. Er schafft es alles objektiv und zum Verhältnis von Chris Umständen zu sehen und schafft es dem Leser einen neutralen Überblick zu schaffen. Die Frage nach dem warum beantwortet er dabei allerdings nie, sondern es scheint als würde er die Leser mit auf seinen Denkprozess über Chris Beweggründe mitnehmen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum das Ganze nicht unbedingt chronologisch aufgebaut ist, sondern immer wieder zwischen den Jahren springt. Anfangs hat mich das tatsächlich ein wenig gestört, schlussendlich hat mich aber der informative Charakter dabei mehr überzeugt. Wunderbar fand ich die Zitate zu Beginn jeden Kapitels, teils Passagen aus Büchern die Chris bis zu Letzt bei sich und selbst markiert hatte. Nach Beenden des Buches bin ich mit gemischten Gefühlen zurückgeblieben, war aber dennoch tief beeindruckt. Deswegen verdiente 5 von 5 Sternen.

  2. Cover des Buches Wolfsblut (ISBN: 9783746090900)
    Jack London

    Wolfsblut

     (237)
    Aktuelle Rezension von: Claudia_de_Mora

    Die Geschichte aus Sicht eines Wolfes hat mich sehr berührt. In der Natur geboren zog es Wolfsblut aufgrund seiner Mutter, die halb Wölfin und halb Hündin ist, in die Zivilisation.

    Beim grauen Biber und beim Schmitt erlebte Wolfsblut grausames, was die Entwicklung seines Charakters beeinflusste. Erst bei seinem dritten Herrn lernte Wolfsblut, was letztendlich Liebe bedeutet.

    Ich empfehle das Buch allen, die gerne Klassiker lesen.

  3. Cover des Buches Die Flußwelt der Zeit (ISBN: B004TX588I)
    Philip José Farmer

    Die Flußwelt der Zeit

     (48)
    Aktuelle Rezension von: Josef Rechabrom
    Der Forscher Sir Richard Burton stirbt 1890 und erwacht am Ufer eines Flusses, zusammen mit unzähligen anderen. Es gibt also ein Leben nach dem Tod. Offensichtlich wurden alle Menschen wiedererweckt, vom Urzeitmenschen bis zum modernen Menschen des 21. Jahrhunderts. Gemeinsam mit ein paar Gefährten versucht Burton dem Mysterium auf den Grund zu gehen. Die Idee ist originell. Wenn alle Menschen mit all ihrem Wissen plötzlich wieder leben würden, könnte die Geschichte der Menschheit neu hinterfragt werden. Das Aufeinanderprallen der verschiedenen Kulturen und Epochen kommt meines Erachtens etwas zu kurz, ist aber vielleicht nicht der primäre Ansatz der Geschichte; und womöglich kommt dazu ja mehr in den Folgebänden. Auf jeden Fall ist das Buch von der ersten Zeile an spannend und interessant. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.
  4. Cover des Buches Das magische Labyrinth (ISBN: 9783492266604)
    Philip José Farmer

    Das magische Labyrinth

     (17)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    Im vierten Teil wird endlich das Geheimnis der Schaffer der Flusswelterde gelüftet. Wieder fast an den ersten Teil herankommendes Buch, was spannend und philosophisch ist.
  5. Cover des Buches Das dunkle Muster (ISBN: B002SPVT96)
    Philip José Farmer

    Das dunkle Muster

     (22)
    Aktuelle Rezension von: rallus
    3. Teil und schwächster der Flusswelt Reihe, Band 2 wird fortgeführt aber etliche Nebenstränge aufgebaut und insgeamt ist dieses Buch eher etwas wirr geraten. Doch der vierte Teil ist dann wieder grandios!
  6. Cover des Buches Der Seewolf (ISBN: 9783749478712)
    Jack London

    Der Seewolf

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Wortmagie

    Jack London liebte das Leben. Er war Schriftsteller, Abenteurer, Weltenbummler, Journalist und Sozialist. Er wurde 1876 in San Francisco in ärmliche Verhältnisse geboren, machte nie einen Schulabschluss und musste bereits als Kind demütigende, schlecht bezahlte Jobs annehmen, um Geld zu verdienen. Als er sich mit Anfang 20 der Literatur zuwandte, geschah dies nicht nur, weil er darin seine Berufung vermutete, sondern auch, weil er die Schriftstellerei als Weg aus der Armut interpretierte. Er behielt Recht. Jack London war einer der ersten Autor_innen, die weltweiten Ruhm erlangten und sich selbst als Marke inszenierten. Zu Lebzeiten galt er als der höchstbezahlte Schriftsteller in den USA. Er war gleichermaßen Mann der Tat wie autodidaktischer Intellektueller, jemand, der ebenso viel Freude aus Boxkämpfen schöpfte wie aus politischen Diskussionen. Seine Interessen waren weitgefächert und als er 1916 viel zu früh im Alter von 40 Jahren verstarb, hatte er etwa 200 Kurzgeschichten, 400 Werke der Non-Fiction (darunter Essays, Kriegsreportagen und ein Augenzeugenbericht des großen Erdbebens in San Francisco in 1906) und 20 Romane verfasst. Er war ein literarischer Rockstar, lange bevor der Begriff „Bestsellerautor“ geprägt wurde.

    „Der Seewolf“ ist einer der bekanntesten Romane von Jack London. Das Buch erschien 1904; die erste Auflage umfasste 40.000 Exemplare und war bereits vor der Veröffentlichung restlos ausverkauft. Die Geschichte geht auf Londons eigene Erfahrungen auf See zurück. 1893, mit gerade einmal 17 Jahren, heuerte er auf dem Robbenfänger Sophie Sutherland an, der eine siebenmonatige Reise über das Beringmeer bis nach Japan unternahm. Obwohl er eigentlich zwei Jahre zu jung für die Seefahrt war, fügte er sich dank eiserner Disziplin und beispiellosem Arbeitseifer gut in die Besatzung ein und wurde bald von seinen Kameraden akzeptiert. Viele Abenteuer erlebte er an Bord nicht; sein Kapitän war ein alter Mann, der seine Crew vermutlich milde und freundlich behandelte. In Londons autobiografischem Werk „König Alkohol“ beschreibt er hauptsächlich Erinnerungen, die mit Alkoholexzessen während der Landgänge zu tun haben. Dennoch gab es eine Erfahrung, die ihn nachhaltig beeinflusste. In einem Taifun wurde ihm das Ruder überlassen. Fast eine Stunde lang steuerte er das Schiff allein durch die unbezwingbaren Naturgewalten der aufgepeitschten See. Das Schicksal der gesamten Besatzung lag in seinen Händen. Später sprach er darüber als „Moment höchsten Lebens“ und beurteilte ihn als die „wahrscheinlich stolzeste Errungenschaft meines Lebens“.

    Soweit ich es verstanden habe, spielte Jack London lange mit dem Gedanken, seine Zeit auf der Sophie Sutherland eines Tages literarisch zu verarbeiten. Als er 1903 begann, „Der Seewolf“ zu schreiben, war er allerdings bereits ein gefeierter Schriftsteller und fühlte sich zu Höherem berufen, als nur einen simplen Reisebericht zu verfassen. Er plante einen richtigen Seefahrtsroman „mit Abenteuern, Sturm, Kampf, Tragödie und Liebe“ und beschloss, seine persönlichen Erlebnisse lediglich als Basis zu nutzen. Stattdessen wollte er sich primär mit einem Thema auseinandersetzen, das ihn faszinierte: Nietzsches Theorie des Übermenschen. Leider konnte er seine Erinnerungen an seinen eigenen Kapitän auf der Sophie Sutherland nicht verwenden, denn dieser entsprach wohl ganz und gar nicht Nietzsches Ideal. Daher bediente er sich einer anderen Person aus seiner Vergangenheit. Jahre zuvor hatte er in Oakland in einer Kneipe namens Heinold’s First and Last Chance (heute trägt das Etablissement den inoffiziellen Beinamen Jack London’s Rendezvous) den Kapitän Alexander MacLean (manchmal auch McLean) kennengelernt. MacLean segelte meist im Nordwestpazifik und galt auf See als äußerst grausam. Er wurde zum Vorbild für Londons Übermenschen, den er mit seinem personifizierten Gegenteil konfrontierte, einem sensiblen Schöngeist. Es galt, herauszufinden, wie diese gegensätzlichen Figuren aufeinander reagierten, welche Beziehung sich zwischen ihnen entwickeln würde – Fragen, denen Jack London mit Leidenschaft nachspürte. Das Ergebnis ist „Der Seewolf“, ein Klassiker und einer der ersten kommerziellen Bestseller der Literaturgeschichte.

    Mit lautem Krachen und Bersten versank die Fähre, die Humphrey van Weyden nach Hause bringen sollte, in der Bucht von San Francisco. Wie lange er in den eisigen Fluten trieb, weiß er nicht. Als sich ein Schiff aus dem Nebel schälte, wähnte er sich gerettet. Doch die Ghost ist nicht die Antwort auf seine Gebete. Der Kapitän Wolf Larsen, ein brutaler, unbeugsamer Mann, weigert sich, Humphrey an Land abzusetzen. Unter dem Vorwand, der verweichlichten Statur und Persönlichkeit des jungen Gentlemans einen Gefallen zu erweisen, presst er ihn in seine Dienste. Fortan muss Humphrey auf dem Robbenfänger schuften. Er lernt Larsen fürchten und hassen, aber er entdeckt auch, dass der Kapitän über den Geist eines Gelehrten verfügt. Sie beginnen einen Tanz über die Weltmeere, ein Duell des Willens im stetigen Remis. Erst, als Humphrey daran erinnert wird, wer er war, erkennt er, was ihm bisher verborgen blieb: nur ein Weg führt an Wolf Larsen vorbei und zurück in sein Leben.

    Liest man einen Klassiker, sollte man niemals vergessen, in welcher Zeit er entstand. 1904 war „Der Seewolf“ vermutlich der Inbegriff eines packenden Abenteuerromans. Nach heutigen Maßstäben ist das Actionlevel hingegen eher zahm, weil die Handlung nur wenige Momente enthält, die an den Nerven des modernen, abgestumpfteren Publikums zerren. Der Alltag des Robbenfängers Ghost spielt sich meist hintergründig ab, wodurch Szenen, die die Gefahren der Jagd thematisieren, wie sie zum Beispiel in „Moby-Dick“ zu finden sind, vollständig fehlen. Ich bedauerte das nicht, denn ich musste die blutigen Details des Robbenschlachtens auf hoher See nicht unbedingt kennenlernen. Allerdings verzichtete Jack London dadurch auf den ungeheuren Wissenszuwachs, der „Moby-Dick“ auszeichnet. Tatsächlich haben die Romane bis auf den Umstand, dass sie beide auf einem Schiff verortet sind, kaum etwas gemein, obwohl London Herman Melvilles bombastisches Epos las, als er auf der Sophie Sutherland segelte. „Der Seewolf“ behandelt nicht den Kampf des Individuums mit den Abgründen der Seele, symbolisiert durch die obsessive Jagd auf ein dämonisiertes Tier, sondern den Konflikt unterschiedlicher Lebensauffassungen. Deshalb war es für Jack London von höherer Bedeutung, eine solide Verbindung zwischen seinen Leser_innen und seinen Figuren herzustellen. Er musste Nahbarkeit garantieren, ihnen ermöglichen, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, um die Botschaft seiner Geschichte transportieren zu können. Daraus folgt, dass „Der Seewolf“ meiner Ansicht nach wesentlich leichter zu lesen ist und ich applaudiere London dafür, wie es ihm gelang, von der ersten Seite an Empathie für seinen Ich-Erzähler Humphrey van Weyden zu wecken.

    Bei der Vorstellung, nach einem traumatischen Erlebnis wie einem Schiffbruch nicht nach Hause zu dürfen und stattdessen zur Zwangsarbeit verpflichtet zu werden, läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Ich konnte voll und ganz nachvollziehen, wie perplex Humphrey ist, als Wolf Larsen es ablehnt, ihn wieder gehen zu lassen. Das unerwartete, rüde und grobe Verhalten des Kapitäns widerspricht all den unausgesprochenen Regeln, die sich die sogenannte zivilisierte Gesellschaft aneignete, um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten. Humphreys Sozialisierung in gehobenen Kreisen, die der heutigen gesellschaftlichen Konditionierung sehr ähnlich ist, hindert ihn daran, sich in dieser ersten Konfrontation zu behaupten. Ich denke, ich hätte mich an seiner Stelle genauso gefühlt. Er ist hilflos, weiß nicht, wie er reagieren soll und legt dadurch den Grundstein für seine spätere paradoxe und komplexe Beziehung zu Larsen, die den Mittelpunkt des Buches darstellt. Das heißt nicht, dass ich dem Kapitän in seiner Auffassung, dass Humphrey zum Zeitpunkt ihres Aufeinandertreffens allein kaum lebensfähig ist, nicht zustimme. Der Schöngeist ist zweifellos jemand, der von der Erfahrung harter Arbeit profitiert, weil er bis zu diesem Tag niemals auf eigenen Füßen stand und von Beruf Sohn war. Dennoch gruselte ich mich vor Larsens strikter Weigerung, Humphrey an Land abzusetzen, denn dieses Szenario erschien mir durchaus realistisch. Unwahrscheinlich, ja. Haarsträubend, ganz sicher. Aber absolut denkbar. Wer weiß schon, wie viele Schiffbrüchige in Erwartung ihrer Rettung in den Dienst gepresst wurden und vielleicht noch immer werden?

    Innerhalb weniger Augenblicke steckte Jack London somit die Fronten zwischen seinen Protagonisten Humphrey van Weyden und Wolf Larsen ab, stellte der Zivilisation die Barbarei gegenüber und gewährte einen ersten Eindruck der Persönlichkeit des Kapitäns. Das Konfliktpotential zwischen ihnen ist von Beginn an ein Fakt der Geschichte, doch London begnügte sich nicht damit, ihre Gegensätzlichkeit zu untersuchen. Kompliziert wird ihr Verhältnis nicht durch ihre Unterschiede, sondern durch ihre Gemeinsamkeiten. Humphrey erkennt recht bald, dass die piratenhafte Attitüde seines Peinigers Ausdruck eines äußerst wachen, ideologisch gefestigten Verstandes ist, der sich Nietzsches Idee des Übermenschen verschrieb. Wolf Larsen ist kein ungebildeter Rüpel; er unterrichtete sich selbst in Literatur, Geschichte und Philosophie, ist eloquent, fähig, überzeugend zu debattieren und hat unverkennbar Freude an einem guten Streitgespräch. Seiner Weltanschauung zufolge ordnet der ideale Mensch dem puren Lebenswillen alles unter, auch Moral und Ethik. Es ist ein beunruhigender Gedanke, dass seine Grausamkeit, die Leser_innen immer wieder miterleben, demzufolge kein Akt der Willkür ist, kein Zeichen eines ungezügelten Temperaments. Die Brutalität, mit der er seine Besatzung behandelt, ist berechnet und wohl kalkuliert, um sich als dominante Spezies im Mikrokosmos der Ghost durchzusetzen. Larsen genießt es, systematisch seine Überlegenheit zu demonstrieren und sieht sich durch seine philosophischen Glaubensgrundsätze im Recht. Ich empfand seine Argumentation zweifellos als schlüssig, fragte mich allerdings, ob er diese Lebensphilosophie lediglich wählte, weil sie seine persönliche Lebensrealität widerspiegelt und er darin eine Legitimation seines Wesens fand. Statt ehrlich zu reflektieren, was er glaubt, verkörpert er eine Ansicht, die mir aus seiner Situation heraus allzu bequem anmutete.

    Humphrey entdeckt in Larsen einen anregenden Gesprächspartner. Der Kapitän ringt ihm Respekt und Bewunderung ab, denn Humphrey kann dessen autodidaktische Bemühungen, Neugier und Lebenshunger nicht übergehen. Er fürchtet ihn, hasst ihn sogar und lässt keine Gelegenheit aus, ihm intellektuell Kontra zu bieten, aber er kann nicht leugnen, dass ihn Larsen einerseits beeindruckt und dessen ideologische Position andererseits an Bord der Ghost eine gewisse Gültigkeit aufweist, was er am eigenen Leib erfährt. Je länger sich Humphrey auf dem Robbenfänger aufhält, desto besser richtet er sich in seiner Beziehung zu Larsen und als Teil der Crew ein, sodass mich irgendwann die Ahnung beschlich, dass er ohne äußeren Katalysator einfach dortgeblieben wäre. Aus einem nutzlosen, arbeitsscheuen, weichen und erschreckend unselbstständigen Dandy wird ein echter Seemann, der in der Hierarchie der Mannschaft immer weiter aufsteigt, Fähigkeiten erlernt, die er sich niemals zugetraut hätte (ähnlich wie sein literarischer Vater steuert auch er das Schiff an einem Punkt der Handlung allein durch einen Sturm) und für sich selbst einstehen kann. Am Ende von „Der Seewolf“ verdankt er Wolf Larsen sehr viel, obwohl es ihm nie gelingt, seine Angst vor ihm gänzlich abzulegen. Jack London ließ Humphrey und seine Auffassung von Liebe als treibende soziale Kraft über die animalische Weltsicht des Kapitäns triumphieren, aber es ist ein Sieg, der einen melancholischen Nachgeschmack hinterlässt und wenig Befriedigung bereithält. Humphrey überflügelt Larsen nicht als der Repräsentant der friedlichen Zivilisation, der er anfangs war. Er übertrifft ihn als Geschöpf, an dessen Entstehung Larsen maßgeblich beteiligt war. Ohne Larsen wäre er nicht in eine Lage geraten, in der er zu einem Mann werden musste, der fähig ist, Larsen zu überwinden. Doch diese Metamorphose kann ihm niemand mehr nehmen.

    Es ist eine komplexe Wechselwirkung, die sich zwischen Humphrey und Larsen abspielt, die sicher eine Analyse im Umfang einer Doktorarbeit rechtfertigen würde. Ich bin weit davon entfernt, hier eine Dissertation verfassen zu wollen, möchte aber dennoch meine laienhafte Einschätzung von Jack Londons Intention zum Besten geben. Ich glaube, Jack London bildete symbolisch den ewigen Kampf zweier Triebfedern ab, die beinahe jeder Mensch in der Brust trägt: das Ringen zwischen dem animalischen Egoismus des Lebenswillens und den anerzogenen Verhaltensweisen der Zivilisation, ein Konflikt, der im Kleinen beginnt und sich im Großen fortsetzt. Wann immer wir den Impuls verspüren, unsere Dominanz zu demonstrieren, um das zu schützen, was wir als „unser“ betrachten, hebt Wolf Larsen in unseren Herzen den Kopf. Wann immer wir uns daran erinnern, dass unsere gesellschaftliche Gemeinschaft nur funktionieren kann, wenn wir Liebe über Egoismus stellen, winkt uns der ursprüngliche Humphrey van Weyden zu. Letztendlich sind wir weder das eine noch das andere. Wir alle sind Humphrey van Weyden am Schluss von „Der Seewolf“: Seelen, die täglich versuchen, beide Triebfedern auszubalancieren, um ein erfülltes, selbstbestimmtes Leben zu führen.

    „Der Seewolf“ war anders, als ich erwartet hatte. Ich bin davon ausgegangen, eine gradlinige Seefahrtsgeschichte vorzufinden, die ohne großen Tiefgang spektakuläre Abenteuer auf den Weiten der Ozeane schildert. Ein bisschen wie „Moby-Dick light“ – aufregend, aber banal, reine Unterhaltungsliteratur des frühen 20. Jahrhunderts. Ich habe Jack London eindeutig gewaltig unterschätzt. „Der Seewolf“ ist tatsächlich eine Mischung aus Seefahrts- und Abenteuerroman, doch ich irrte mich hinsichtlich der Natur des dargebotenen Abenteuers. Das Abenteuer besteht nicht in der Reise des Ich-Erzählers Humphrey von Weyden, die zwar durchaus von ihm verlangt, den Gefahren des Meeres zu trotzen und so manchen mitreißenden Augenblick initiiert. In Wahrheit besteht das Abenteuer jedoch in seiner Transformation, die er durch diese unfreiwillige Reise erfährt. Der Fokus ist demzufolge anders ausgerichtet, als ich angenommen hatte. Für mich war es eine interessante, stellenweise sogar faszinierende Lektüre, deren Spannungsmomente allerdings meist von der Dynamik zwischen Humphrey und seinem Kapitän Wolf Larsen ausgingen, seltener von den Herausforderungen der Schifffahrt. Inhaltlich ist es ein träges Buch, charakterlich ist es exzellent. Londons Porträt zweier gegensätzlicher Lebensauffassungen, die unter außergewöhnlichen Umständen aufeinanderprallen und fortan eine andauernde Konfrontation ausfechten, beeindruckte mich sehr. Wie eingangs erwähnt war Jack London vieles. Ein seichter Schriftsteller war er hingegen nicht.

  7. Cover des Buches Auf dem Zeitstrom (ISBN: 9783492266581)
    Philip José Farmer

    Auf dem Zeitstrom

     (28)
    Aktuelle Rezension von: Renrew
    Habe ich in den 70er bereits gelesen. In der jetzigen Neuauflage erschien es mir nicht mehr aller 5 Sterne würdig.
  8. Cover des Buches König Alkohol (ISBN: 9783746076942)
    Jack London

    König Alkohol

     (64)
    Aktuelle Rezension von: Kapitel7

    Im Jahr 1911 stimmt Kalifornien über das Frauenwahlrecht ab. Jack London stimmt dafür. Sein Grund: Er ist sich sicher, dass die Frauen sich für ein Alkoholverbot einsetzen werden. Denn Jack London trinkt. Er trinkt seit früher Jugend und er trinkt mehr, als es für ihn gut ist. Er ist sich dessen bewusst, auch wenn er sagt:

    Aber meine Geschichte ist nicht die Geschichte eines bekehrten Säufers. Ich bin nie ein Säufer gewesen und bin auch nicht bekehrt. 

    König Alkohol sind seine „alkoholischen Memoiren“. Jack London erzählt uns, wie er im Lauf seines Lebens mit Alkohol in Kontakt gekommen ist, wie es kam, dass er zum Trinker wurde. Immer wieder nennt er die Gesellschaft als Grund. Wo Menschen zusammenkommen, dort wird getrunken. Es ist eine Form gesellschaftlichen Umgangs, das Schmiermittel der Gemeinschaft. Man will eine gute Zeit zusammen verbringen und so wird getrunken, auch wenn der Alkohol gar nicht schmeckt. Nein zu sagen wäre ein Affront gegen den, der die Runde ausgibt. Der physische Widerwille gegen den Alkohol wird der Gesellschaft wegen besiegt.

    König Alkohol, das ist John Barleycorn. John Barleycorn ist eine verharmlosende Bezeichnung für Whiskey. Dies sollte man wissen, um anfangs nicht verwirrt zu sein. Hier ist der Anhang mit Anmerkungen sehr hilfreich.

    Durch diesen Kunstgriff, durchgehend von John Barleycorn als Person zu sprechen, werden Jack Londons alkoholische Memoiren lebendig. Zeitgleich spricht sich Jack London dadurch allerdings auch von eigener Schuld frei, distanziert sich. Der Alkohol, John Barleycorn ist wie eine andere, eine durchtriebene, Persönlichkeit mit eigenem Willen, die auf ihn wirkt und gegen die er machtlos ist.

    Trotz aller Beteuerungen, es sei vor allem die Struktur der Gesellschaft, die ihn zum Trinken verleitet hat, ist König Alkohol nicht weinerlich oder apologetisch. Der Text trägt im Rückblick auf vergangene Ereignisse stets eine leichte Selbstironie in sich, was ihn unterhaltsam macht. Dazu hat Jack London bekanntlich ein unfassbar buntes Leben gelebt. Seine zahlreichen verschiedenen Berufe haben ihn weit herumgebracht. Seine Bereitschaft, sich widrigen Umständen auszusetzen, hat ihn zahlreiche Erfahrungen machen lassen.

    König Alkohol ist voller Selbstreflektion, doch es ist keineswegs ein trauriges Buch. Was herauskommt, ist eine unterhaltsame (alkoholische) Lebensgeschichte, die trotz einer gewissen Wiederholung der grundlegenden Muster nie langweilig wird. (Können Memoiren eines Trinkers überhaupt trocken sein? *Badumm-tsss*)

  9. Cover des Buches Mord auf Bestellung (ISBN: 9783328103400)
    Jack London

    Mord auf Bestellung

     (11)
    Aktuelle Rezension von: Manolita6
    Mord als Geschäftsidee: Das ist die Kernaussage dieses Romans. Die Idee dieses mörderischen Geschäfts auf Bestellung ist, dass jemand per Auftrag getötet wird. Ausführender ist jemand, der mit dem Opfer nichts zu tun hat, es nicht kennt und ihm nie vorher begegnet ist. So kann er auch nicht mit dem Opfer in Verbindung gebracht werden! Kopf dieses "Geschäfts" ist Ivan Dragomiloff. Er hat ein Netzwerk aufgebaut, welches effizient, schnell und gründlich arbeitet. Wichtig war ihm dabei, dass seine "Mitarbeiter" nicht nur gut ausgebildete Kämpfer sind, sondern auch über eine gute Bildung und Manieren verfügen. Hinzu kommt die zweifelhafte Philosophie von Dragomillof: Es werden nur Aufträge angenommen, die dem Wohl der Gesellschaft dienen. Daher wird jeder Auftrag vorher gut und sorgfältig überprüft.
    Womit Dragomiloff nie gerechneth ätte, wird nun aber wahr: Die nächste Zielperson ist er selbst!
    Es beginnt ein Rennen auf Leben und Tod, welches nicht aufgehalten werden kann.



  10. Cover des Buches Lockendes Gold. (ISBN: B001NYK7B4)
    Jack London

    Lockendes Gold.

     (4)
    Noch keine Rezension vorhanden
  11. Cover des Buches Wilde Dichter (ISBN: 9783492251730)
    Rüdiger Barth

    Wilde Dichter

     (5)
    Aktuelle Rezension von: schmiddey
    Sechs Biografien von den vielleicht abenteuerlustigesten Literaten der Weltgeschichte-interessant und absolut empfehlenswert.
  12. Cover des Buches Zur See und im Sattel (ISBN: 9783548227801)
    Irving Stone

    Zur See und im Sattel

     (2)
    Noch keine Rezension vorhanden
  13. Cover des Buches Der Mexikaner Felipe Rivera / Der Schrei des Pferdes (ISBN: B0083KAJ1Y)
  14. Cover des Buches Die Perlen des alten Parlay. (ISBN: B009R42OCW)
    Jack London

    Die Perlen des alten Parlay.

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  15. Cover des Buches Der Ruf der Wildnis (ISBN: 9783150206461)
    Jack London

    Der Ruf der Wildnis

     (141)
    Aktuelle Rezension von: Arya_Andersson

    Jack London beherrscht es die Sehnsucht und den Drang nach Freiheit zu beschreiben, es in seinem Leser  zu wecken. Er schreibt toll und bildlich - ein absoluter Klassiker 

  16. Cover des Buches Jerry, der Insulaner (ISBN: 9783423010061)
    Jack London

    Jerry, der Insulaner

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  17. Cover des Buches Das echte Log des Phileas Fogg (ISBN: 9783453310162)
    Philip José Farmer

    Das echte Log des Phileas Fogg

     (6)
    Aktuelle Rezension von: TheSaint
    Ein für mich persönlich etwas verwirrendes Buch.
    Die Erwartung, über die kleinen inhaltlichen Fehler Verne's beim Schreiben dieser tollen Reise um die Welt aufgeklärt zu werden, wird nur bedingt erfüllt: Stattdessen serviert der von mir geschätzte Autor einen eigenständigen Science-Fiction-Roman, der auf die Logikfehler des großartigen Verne bei Fogg's Reise um den Erdball aufbaut und daraus mit den bekannten Figuren einen gänzlich neuen Hinter- und Beweggrund für diese liefert.

    Farmer hat den Originalroman sehr, sehr genau gelesen und gewiß geschickt aus diesen Ungereimtheiten seine Geschichte erzählt und dennoch fesselt der Roman nicht wirklich.
    Es gibt wesentlich intensivere und beeindruckendere Werke von Farmer.

    Wenn man zuerst Verne's Roman liest und dann dieses Buch sogleich folgen lässt, dann wirkt es interessanter. Alleinstehend nicht unbedingt ein Muss für den Farmer/Verne-Freund.
  18. Cover des Buches Der Mexikaner Felipe Rivera (ISBN: B0000BSESI)
    Jack London

    Der Mexikaner Felipe Rivera

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  19. Cover des Buches Alaskagold (ISBN: B0000BSES1)
    Jack London

    Alaskagold

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Die Fahrt der Snark (ISBN: 9783423009850)
    Jack London

    Die Fahrt der Snark

     (0)
    Noch keine Rezension vorhanden
  21. Cover des Buches San Francisco. Eine Stadt in Biographien (ISBN: 9783834214461)
  22. Cover des Buches London, Jack (ISBN: 9783499502446)
    Thomas Ayck

    London, Jack

     (3)
    Noch keine Rezension vorhanden
  23. Cover des Buches Wer glaubt schon an Gespenster? (ISBN: 9783458348061)
    Jack London

    Wer glaubt schon an Gespenster?

     (1)
    Noch keine Rezension vorhanden
  24. Cover des Buches Lockruf des Goldes (ISBN: 9783746076966)
    Jack London

    Lockruf des Goldes

     (25)
    Aktuelle Rezension von: Kapitel7
    Manche mögen am Roman die „zu übermenschliche“ Figur des Burning Daylight kritisieren, aber für mich ist dieser Punkt weniger wichtig und hilft nur dabei, den eigentlichen Kern der Geschichte hervorzuheben. Die Geschichte selbst ist von Anfang bis Ende spannend.
    Auch diese Neuübersetzung von Lutz Wolff (dtv Neuausgabe) ist sehr gut gelungen. Der Stil ist eingänglich und fesselnd.

    Eine detailliertere Rezension, besonders in Hinsicht auf Jack Londons philosophische Aussage, findet ihr hier:  https://kapitel7.de/jack-london-lockruf-des-goldes/

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