Bücher mit dem Tag "jahrhundertwende"
69 Bücher
- Kerstin Gier
Rubinrot
(14.325)Aktuelle Rezension von: traumweltenwanderer... eine chaotische Kombination, mit der sich die 16-jährige Gwendolyn plötzlich auseinandersetzen muss. Denn sie ist die Letzte im Kreis von 12 Zeitreisenden, mit denen sich eine Londoner Geheimloge befasst. Genau diese ultrageheime Geheimloge macht Gwendolyn nun das Leben schwer. Da hilft es auch nicht, dass sie einen Zeitreisebegleiter hat - der sieht nämlich unverschämt gut aus und bringt Gwen fast die ganze Zeit auf die Palme.
Schon seit Jahren ist die Edelsteintrilogie eine meiner liebsten Reihen.
Denn es steht fest:
1. Man lacht, fühlt und fiebert mit.
2. Die Zeit vergeht wie im Flug und
3. Man merkt überhaupt nicht, dass man liest.
Sympathische, liebenswürdige Charaktere mit Macken zum Gernhaben machen es einem leicht, in dieser magischen Welt zu versinken. Dazu kommt ein humorvoller und leichter Schreibstil, der einen durch die Seiten zieht. Es wurde nie langweilig und ehe man sich versieht, ist das Buch auch schon zu Ende.
Am besten hat man dann sofort den zweiten Teil parat, denn den Cliffhanger kann man so einfach nicht stehen lassen. Spannend, humorvoll und voller Gefühl.
Außerdem: Parallelen zur Verfilmung findet man auf jeden Fall, wenn auch nicht zu 100%.
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Der Spieler
(292)Aktuelle Rezension von: Jacky_liestMit Der Spieler legt Fjodor M. Dostojewski einen schmalen, aber inhaltlich dichten Roman vor, der sich kompromisslos mit Spielsucht, Macht, Abhängigkeit und zerstörerischer Liebe auseinandersetzt. Der Text trägt spürbar autobiografische Züge und genau diese Nähe zur eigenen Erfahrung verleiht der Geschichte ihre schonungslose Intensität.
Im Zentrum steht ein junger Mann, innerlich zerrissen zwischen seiner obsessiven Liebe zu Polina und der berauschenden Verheißung des Roulettetisches. Das Glücksspiel ist hier weit mehr als bloße Kulisse: Dostojewski beschreibt den Ablauf, die Atmosphäre und vor allem die Sogwirkung des Spiels mit beklemmender Präzision. Man spürt förmlich das fiebrige Hoffen, das nervöse Kalkulieren und den jähen Absturz, bis klar wird, dass der Protagonist längst nicht mehr spielt, sondern selbst gespielt wird.
Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll und kritisch, stellenweise bewusst provokativ. Die häufig eingestreuten französischen Passagen, leider ohne Übersetzung, können irritieren und ein Gefühl von Distanz erzeugen, beeinträchtigen das grundsätzliche Verständnis jedoch nicht. Auch die Figuren werden zu Beginn recht überfallartig eingeführt, was kurzfristig Orientierung verlangt. Doch Dostojewski gleicht dies aus, indem er Beziehungen und Abhängigkeiten immer wieder aufgreift und vertieft. Mit jeder Seite fügt sich das Beziehungsgeflecht klarer zusammen.
Besonders gelungen ist der Tonfall, mit dem Dostojewski Tragik und grotesken Humor verbindet. Die moralische und seelische Dekadenz der Figuren ist erschütternd und zugleich stellenweise bitterkomisch überzeichnet. Ein echtes Highlight ist das Auftreten der Tante: ihr Verhalten, ihr Glück (oder vielmehr Unglück) am Roulette und ihre respektlose Direktheit bringen eine fast absurde Leichtigkeit in die ansonsten düstere Erzählung.
Fazit:
Der Spieler ist ein psychologisch präzises, sprachlich starkes Werk über Liebe, Geld und Sucht, über Menschen, die glauben zu handeln, und doch längst getrieben sind. Anspruchsvoll, stellenweise sperrig, aber insgesamt sehr eindrucksvoll.
- Maria Nikolai
Die Schokoladenvilla
(256)Aktuelle Rezension von: InaRomStuttgart, Anfang des 20. Jahrhunderts:
Judith Rothmann ist die Tochter eines angesehenen Schokoladefabrikanten und führt mit ihren jüngeren Zwillingsbrüdern ein privilegiertes Leben. Da sie sich sehr für die Herstellung von neuen Schokoladekreationen interessiert, ist es ihr größter Wunsch einmal die Firma ihres Vaters zu übernehmen. Wilhelm Rothmann hat aber andere Pläne für seine Tochter und arrangiert gegen ihren Willen die Hochzeit mit einem reichen Bankierssohn. Judith wehrt sich mit aller Kraft gegen diese Verbindung mit einem Mann, den sie niemals lieben könnte. Von ihrer geliebten Mutter Hélène kann sie auch keine Hilfe erwarten, da sich diese in ein Sanatorium am Gardasee abgesetzt hat. Doch dann tritt Victor Rheinberger in ihr Leben …
Nachdem ich den Zweiteiler „Little Germany“ von der Autorin Maria Nikolai gelesen hatte, wollte ich unbedingt dieses Buch lesen und wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil, ich flog nur so durch die Seiten und genoss wieder diesen flüssigen, wunderbaren Schreibstil. Die einzelnen Kapitel von insgesamt einundsechzig, haben eine angenehme Länge und ermöglichen somit ein gemütliches Lesen. Ich finde die Dialoge der verschiedenen Charaktere sehr gelungen. Besonders bei dem verbalen Schlagabtausch zwischen Victor und Judith`s Vater musste ich sehr schmunzeln. „Ich stelle Sie auf der Stelle wieder ein, Rheinberger! Sie würden meine Lieferanten in Grund und Boden verhandeln.“ (Zitat: Seite 611).
Die Protagonistin Judith ist mir sehr sympathisch, denn sie verkörpert eine junge, willensstarke Frau, die trotz eigener Schwierigkeiten nie auf das Wohl ihrer jüngeren Brüder vergisst. Alle Charaktere wurden sehr gut vorstellbar gezeichnet. Die Autorin hat wieder toll recherchiert und somit habe ich einiges über das Stuttgart der Jahrhundertwende erfahren. Dass die sogenannte „Zacke“ noch heute fährt, fand ich sehr interessant. Am Ende der Geschichte findet man ein Personenverzeichnis, ein Glossar und Hinweise auf den geschichtlichen Hintergrund. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und konnte es kaum zur Seite legen. Ich empfehle dieses Buch unbedingt allen Lesern die gerne Familiengeschichten mit historischem Hintergrund bevorzugen.
- Corina Bomann
Die Frauen vom Löwenhof
(316)Aktuelle Rezension von: AmberStClairKlappentext:
Ein schwedisches Landgut, eine mächtige Familie, eine Frau zwischen Liebe und Pflicht: Die große Saga von Corina Bomann
Agneta kämpft mit den Tränen. Ein Telegramm hat sie nach Hause gerufen, ihr Vater ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Dabei hatte sie sich schweren Herzen von ihrer mächtigen Familie losgesagt und in Stockholm ein freies Leben als Malerin geführt. Eine Aussöhnung schien unmöglich. Jetzt werden ihr Titel, Glanz und Vermögen zu Füßen gelegt, sie soll das Erbe ihres Vaters antreten als Gutsherrin vom Löwenhof. Ihre Wünsche und Träume sind andere, sie sehnt sich nach einem Leben an der Seite von Michael, einem aufstrebenden Anwalt. Selbstlos stellt Agneta sich der Pflicht und Familientradition. Ihr Herz jedoch kann nicht vergessen und sehnt sich nach Liebe …
Meine Meinung:Der erste Teil der Trilogie „Die Frauen vom Löwenhof“ fing gut an. Der Schreibstil war sehr flüssig und verständlich geschrieben. Man konnte sich die einzelnen Personen gut vorstellen. Eine fesselnde Geschichte in der sehr viele Ereignisse geschehen und spannend herüber kommt.
Agneta hat es nicht immer leicht, viel Trauer um geliebte Menschen, falsche Entscheidungen die sie in ihrem Leben trifft was ihr viel Schmerz bringt. Aber auch in der Liebe hat sie kein glückliches Händchen. Erst auf Umwegen findet sie ihr Glück.
Eine wirklich sehr schöne Geschichte, die ausführlich erzählt wird so das man sich gut mit hinein versetzen konnte.
- Pip Williams
Die Sammlerin der verlorenen Wörter
(123)Aktuelle Rezension von: AnnKatDer Roman ist ruhig erzählt und ich bin sehr gut reingekommen, was für mich vor allem an dem angenehmen Schreib- und Erzählstil lag. Obwohl nicht viel passiert, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Sie lebt nicht von Spannung, oder unerwarteter Wendungen, sondern von den wirklich liebenswerten Charakteren. Unsere Protagonistin lernt im Verlauf ihres Lebens die verschiedensten Personen, jeglichen Alters und gesellschaftlicher Stellung kennen und die meisten davon schließt man direkt ins Herz. Zudem konnte ich die Figuren in ihrem Denken und Handeln sehr gut verstehen, auch wenn sich meine Lebensrealität stark von ihrer unterscheidet. In ihrem Leben steht Esme vor schwierigen Entscheidungen und sie muss auch den ein oder anderen Schicksalsschlag verkraften, wo ich kurz schlucken musste, weil ich insgeheim auf glücklichere Wendungen gehofft hatte. Aber gerade das hat Esme und ihrer Geschichte mehr emotionale Tiefe gegeben und sie authentisch gemacht. Interessant fand ich auch die verschiedensten Wörter und deren Definitionen, die immer wieder eingesträut wurden.
Einen Stern ziehe ich ab, da Esme und ihr Leben recht romantisiert dargestellt werden. Esme kommt aus priviligierten Verhältnissen, wird in kein gesellschaftliches Korsett gepresst, darf ihr Leben mehr oder weniger frei gestalten und auch die Männer, die in ihr Leben treten sind für damalige Verhältnisse sehr fortschrittlich in ihrem Denken. Das eher schwierige Leben als Frau zu diesen Zeiten bekommen wir eigentlich nur durch andere Charaktere mit, was ich teilweise schade finde.
- Thomas Mann
Tonio Kröger
(177)Aktuelle Rezension von: Trishen77"Siehe sie an, die guten Schüler und die von solider Mittelmäßigkeit. Sie finden die Lehrer nicht komisch, sie machen keine Verse und denken nur Dinge, die man eben denkt und die man laut aussprechen kann. Wie ordentlich und einverstanden mit allem und jedermann sie sich fühlen müssen! Das muss gut sein... Was aber ist mit mir, und wie wird dies alles ablaufen?"
Tonio Kröger spürt schon in frühster Jugend, dass er anders ist. Während andere Reiten, liest er den Don Carlos; während das Mädchen, dass er bewundert und liebt, ihn nicht einmal bemerkt, beachtet ihn nur ein scheues Mauerblümchen. Er will seine Berufung und spürt seinen Willen zur Kunst, doch sehnt er sich mehr und immer danach, dass all das von ihm abfallen möge. Die Sehnsucht, dass er nicht erkalte mit seinem Blick an der Betrachtung, sondern sich wärmen könne mit seinem Körper am Leben.
"Wie würdevoll und unberührbar Herrn Knaaks Augen blickten! Sie sahen nicht in die Dinge hinein, bis dorthin, wo sie kompliziert und traurig werden; sie wussten nichts, als das sie braun und schön seien."
Es gibt eine Anekdote, nach der einst ein junger Mann nach der Lesung zu Thomas Mann kam und sagte: "Das Wesentliche, was sie geschrieben haben, ist der Tonio Kröger - wissen sie das?!" Und Thomas Mann soll nur genickt haben.
Der Tonio Kröger gehört für mich zu den wunderbarsten Erzählungen, die je geschrieben wurden. So einfach, erzählend schön und stimmig wurde selten über das Wesen des Künstlers und über das seelische Verlangen des Menschen geschrieben. Es finden sich so viele wahre Sätze in diesem kleinen Buch ("Die Kunst ist kein Beruf, sondern ein Fluch"), so viele schöne Stellen, so viele einfache, plastische Atmosphären. Das kleine Stück, das ich Tonio Kröger schon einige Male begleitet hab, ist mir immer wieder neu und doch stets unvergessen.
Denn spätestens wenn Tonio bemerkt, "dass die Kenntnis der Seele allein unfehlbar trübsinnig machen würde, wenn nicht die Vergnügungen des Ausdrucks uns wach und munter hielten", muss jeder wahre Künstler doch eigentlich anfangen, mit Tränen in den Augen oder lächelnden Lippen zu nicken.
Und wenn er wunderbar offen preisgiebt: "Ich liebe das Leben [...] das Leben, wie es als ewiger Gegensatz dem Geiste und der Kunst gegenübersteht", kann man lange darüber nachsinnen.
Der ewige Zwist zwischen Künstlertum, und der Liebe zum Leben und dem, was man nicht erklären kann, weil es einfach da ist, ein Teil vom Leben an sich - nie ist dies so schön und fein dargestellt worden, wie in dieser Novelle, die mit einem der wunderbarsten Schlusstakte der deutschen Literatur endet.
Dies Buch ist wundervoll. "Sehnsucht ist darin und schwermütiger Neid und ein klein wenig Verachtung und eine ganz keusche Seligkeit." - Oliver Pötzsch
Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1)
(302)Aktuelle Rezension von: PokerfaceZum Buch:
1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hochgebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun …
Meine Meinung:
Wirklich ein gelungener Krimi. Sehr spannend mit Wendungen, die man nicht erwarten würde. Atmospährisch dicht und nervenzerreißend. Man fühlt sich in das alte Wien versetzt und fiebert der Auflösung der Morde entgegen, wobei immer wieder neue Entwicklungen den Lauf der Geschichte beeinflussen. Ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen und das ist mir schon sehr lange nicht mehr so gegangen. Leo ist mir als Polizist richtig sympathisch - so hat er doch mit Antisemitismus zu kämpfen, da er jüdische Wurzeln hat, wie er auch gleichermaßen den Kampf gegen das Althergebrachte aufnehmen muss. Bringt er doch moderne Sachen mit in die Stadt, etwa einen Fotoapparat. Nicht alle Kollegen finden das gut und lassen Leo das auch spüren. Sehr schön fand ich auch, die Entwicklung mit der Polizei-Telefonistin Frau Wolf. Ich hoffe, dass ich hier in den Folgebänden noch mehr über die Beiden lesen kann.
Wer zart besaitet ist, dem sei bei diesem Roman Vorsicht angeraten. Vieles wird hier beschrieben, das die Phantasie arg anregt und gerade durch den Totengräber Rothmayer, d. h. Zitate aus seinem Almanach, können verstörend beim Leser wirken. Auch Pädophilie kommt in diesem Roman vor - das sollte man auch noch anmerken.
Trotzdem eine klare Leseempfehlung - ich freue mich schon auf die nächsten Teile.
- Corina Bomann
Winterblüte
(187)Aktuelle Rezension von: makamaHeiligendamm 1902 - Vorweihnachtszeit: Christian Baade, Sohn einer dort ansässigen Hoteliersfamilie, findet am Strand ein bewusstloses Mädchen. Er bringt es nach Hause.. Sie hat das Gedächtnis verloren und hat in der Hand einen kleinen Zweig, der ihr sehr wichtig ist. Die Familie bereitet sich auf den großen Weihnachtsball vor - da soll die Verlobung von Tochter Johanna bekannt gegeben werden - doch sie liebt einen gnz anderen, der den Eltern nicht genehm ist ---- Auch sie stellt genauso wie die Unbekannte einen Zweig ins Wasser und hofft auf ein Wunder ....
Fazit und Meinung: Ich hab den Roman zwar im Sommer gelesen, aber er passt gut in die Vorweihnachtszeit ..... Eine ganz nette Geschichte ohne viel Tiefgang aber durchaus nicht unspannend. Die Charaktere sind zwar sympathisch, aber auch etwas flach. Eine Intrige darf auch nicht fehlen - doch am Ende ist alles Friede, Freude und alle sind glücklich. Mir hat es nicht schlecht gefallen, aber als 3,5 Sterne kann ich nicht vergeben.
- Beate Maly
Lottes Träume
(62)Aktuelle Rezension von: pinkdinoprincessInhalt: Lotte Seidls Vater ist gerade gestorben, daher macht sich die junge Frau aus einem kleinen Dorf in den Bergen auf nach Wien, um eine Anstellung als Verkäuferin zu finden. Als sie bei Mizzi Langer-Kauba vorspricht, dauert es nicht lang, bis klar ist: Wenn Lotte sich mit einer Sache auskennt, dann mit dem neuartigen Ski-Sport. Im Wien des Jahres 1904 eigentlich noch undenkbar, hat Mizzi Kauba einen Traum: Ski-Ausrüstung und -Kleidung auch für Frauen anzubieten. Gemeinsam mit Lotte als Angestellte rückt diese Vision in greifbare Nähe. Doch nicht nur geschäftlich prasseln jeden Tag neue Eindrücke auf Lotte ein. Der junge jüdische Arzt Jacob Sonnstein scheint ihr nicht mehr aus dem Kopf zu gehen.
Fazit: Inhaltlich würde ich dieses Buch wohl als Wohlfühlroman bezeichnen. Wien ist für mich die schönste Stadt der Welt und auch im Jahr 1904 konnte ich einige Schauplätze wiedererkennen, auch wenn sie damals vermutlich noch etwas anders aussahen. Die Geschichte der Ski-Bekleidung für Damen war mir bis zu diesem Roman noch fremd, umso spannender fand ich es, nun zu wissen, welche historischen Persönlichkeiten daran mitwirkten! Denn auch wenn Lotte Seidl erfunden ist, so sind es ihre Zeitgenoss*innen in diesem Roman nicht immer, allen voran Mizzi Langer-Kauba. Die Figuren waren authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar, wenn auch für Lotte nicht immer angenehm.
Empfehlung: Wer sich für Wien, das frühe zwanzigsten Jahrhundert oder die Geschichte der Emanzipation im Sport interessiert, darf sich hier auf einen angenehmen und interessanten Roman freuen!
- Julia R. Kelly
Das Geschenk des Meeres
(192)Aktuelle Rezension von: Nora_LynnDie Protagonistin wirkt eigenwillig und eigentlich will man sie gar nicht mögen. Die Art, wie sie mit ihrem Sohn umgeht und die Mitmenschen behandelt. Und doch hat alles seinen Grund.
Vom Leben geläutert und von Zweifeln zerfressen, wünscht man der Protagonistin nur noch das hart verdiente Happy End.
Der Schreibstil und der Aufbau der Geschichte entwickeln einen Sog, der in die Tiefen der Figuren zieht.
Ein ruhiger Roman, der doch voller Emotionen ist.
- Petra Durst-Benning
Die Champagnerkönigin (Die Jahrhundertwind-Trilogie 2)
(147)Aktuelle Rezension von: Yvihh85Wer Champagner trinkt oder auch nicht ist in dieser Geschichte Richtig - Liebe, die Champagne und das interessante Getränk werden umfassend beschrieben und machen Freude auf mehr, auf viel mehr und nach dem Buch ist man definitiv ein Champagner Profi.
Es ist wunderbar in die Herstellung und Verarbeitung einzutauchen um sich dann selbst die Frage zu stellen, was würde mir gefallen? Was schmecke ich heraus? Was gefällt mir?
- Elke Becker
Die Erfinderin der Freiheit
(29)Aktuelle Rezension von: Schmusekatze69Dresden 1908/1909
In diesem Buch geht es um 4 starke Frauen, deren Weg der Leser begleitet.Christine arbeitet im berühmten Lahmann-Sanatorium und kümmert sich um die Befindlichkeiten der Damen. Durch ihre Arbeit bekam sie mit, dass die Damen beim Sport immer Probleme hatten. Die extrem geschnürrten Korsetts sind die Ursache. Deswegen entwickelte sie einen Brusthalter. Sie beantragte das Partent und versucht die Damen des Sanatoriums davon zu überzeugen.
Julia, ist nicht nur eine Freundin, sondern übernahm auch das schneidern und besticken der Brusthalter. Diese wurden direkt auf Bestellung genäht.
Die dritte im Bunde ist Amalie. Sie ist verheiratet, hat 2 Söhne und ihr Mann ging mit seinem Hauswarengeschäft insolvent. Sie störte sich immer an dem Kaffeesatz und entwickelte , eher durch einen Zufall, den Kaffeefilter. Jeder kennt ihn heute noch unter MELITTA ( Melitta ist ihr zweiter Vorname ). Auch sie ließ sich das Patent auf ihren Namen schreiben. Zur damaligen Zeit nicht selbstverständlich.
Zu guter letzt gibt es noch Lotta. Sie arbeitet in der " Bärenschenke" ( leider wurde dieses Lokal 1945 beim Luftangriff zerstört). Sie wohnt mit Christine zusammen und ist eigentlich das schwarze Scharf der Runde. Warum verrate ich nicht, dass lest selber.
Meine Fazit:
Der Alltag der Frauen wurde sehr anschaulich und detailliert beschrieben. Man hatte beim.lesen das Gefühl von außen durch die Fenster zu schauen.
Diese Selbstständigkeit der Frauen, Anfang des 20.Jahrhundert, ist bemerkenswert.
Sie sind clever, interessiert und trotzdem hilfsbereit und um die anderen bemüht.Nebenbei geht es um Träume, Trauer, großen Mut, Zusammenhalt und Emanzipation. Aber auch um Gefühle, unglückliche und das beginnen zarte Beziehungen.
Viele bekannt Lokalitäten Dresdens entdeckt man im Buch. Viele gibt es so noch, einige nicht mehr bzw. werden jetzt anders genutzt.
Für mich als Dresdnerin war es ein wandeln durch die Zeit, immer zu wissend wo man gerade ist.Ein Buch welches echte Biografien mit fiktiven vermischt und historischen Fakten wunderbar mit einbindet.
Ein Buch was großartig unterhält und eine absolute Leseempfehlung verdient und großartige ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ verdient.
- Susanna Leonard
Madame Curie und die Kraft zu träumen (Ikonen ihrer Zeit 1)
(139)Aktuelle Rezension von: BlintschikDer Schreibstil ist sehr angenehm, sodass man schnell ins Buch findet und die Geschichte mitverfolgen kann. Außerdem werden die Gefühle und Gedanken der Personen gut beschrieben und ich konnte gut mitfühlen und mich in die Situationen hineinversetzten. Allerdings war die Handlung etwas viel auf zu wenig Seiten, was dazu führt, dass vieles schnell und oberflächig abgehandelt und erzählt wurde. Dabei legt das Buch einen Schwerpunkt auf die Kindheit und die Liebesbeziehung, was ich schade finde. So wird das eigentlich spannende, nämlich die Forschung und der Kampf als Frau in der Männerwelt, eher kürzer erzählt und geht leicht unter. Besonders am Ende wird daher einfach ihr restliches Leben runtergerattert. Dennoch fand ich das Buch sehr unterhaltsam und fand es auch toll mehr über das Leben dieser bemerkenswerten Frau zu erfahren.
- Iny Lorentz
Glanz der Ferne
(95)Aktuelle Rezension von: Elkes_LiteraturwolkeInhaltsangabe:
Berlin, zum Ende des 19. Jahrhunderts: Victoria von Gentzsch, die Nichte von Theo und Friederike von Hartung, hat es nicht leicht. Nach ihrer Geburt verstarb Gunda und Gustav, der seine Frau innig liebte, macht ihr seitdem den Tod zum Vorwurf. In seiner Trauer heiratete er Malwine, die Vicky und ihre zwei älteren Brüder jedoch mehr als Ballast empfindet als Freude.
Theo von Hartung hat die Tuch-Fabrik inzwischen übernommen, doch raffgierige Obere im Staatsdienst melden vermeintliche Qualitätsmängel an, um dann nur einen Teil des Preises zahlen zu müssen. Das bringt Theo an den Rand des Ruins. Deshalb sucht er nach privaten Abnehmern, um nicht mehr von den Staatsverträgen abhängig zu sein.
Ein reicher Mann im Hintergrund versucht nicht nur Theo von Hartung in den finanziellen und gesellschaftlichen Ruin zu treiben. Er spannt die Geliebte und den Sohn in seine Machenschaften ein und ergattern dabei die völlig unschuldige Vicky, die nach einem erfolgreichen Jahr an der Oberen-Töchter-Schule genug Selbstbewusstsein entwickelt hat, um zaghafte Zukunftspläne zu schmieden.
Aber Vicky ist kämpferisch und gibt nicht so schnell auf.
Mein Fazit:
Dies ist ein würdiger Abschluss der Trilogie.
Es spielt eine Generation weiter nach Friederike und Theo, ca. 20 Jahre. Die vielen Kinder sind schon beinahe alle groß und füllen die Villa der von Hartung, in der noch immer die Matriarchin Theresa von Hartung aus dem ersten Band der Reihe lebt und waltet. Auch wenn sie eine Frau ist, so herrscht sie mit liebevoller Strenge und Fürsorge. Vicky tut ihr von allen Enkelkindern am meisten Leid. Denn ihre Tochter Gunda hätte nie gewollt, dass Vicky so kaltherzig behandelt wird. Malwine, die zweite Frau an der Seite des Schwiegersohnes, passt eigentlich so gar nicht in die Familie, aber man nimmt sie hin. Sie befeuert die schlechte Behandlung noch und hält Vicky klein, wo es nur geht. Das rächt sich schließlich und Vicky beginnt eigene Pläne zu schmieden, zeichnet und kann ihre Bilder an Modejournale verkaufen. Sie verheimlicht ihre Tätigkeit, würde Malwine ihren Vater doch nur wieder aufstacheln und sie der Unsittlichkeit bezichtigen.
In der gewohnt ruhigen Erzählart hat das Autoren-Paar das Berlin der damaligen Zeit herauf beschworen. Es herrscht so etwas wie Umbruchstimmung, die Adligen hatten oftmals kein Geld mehr und die „Neu-Reichen“ wurden nicht einfach so in die höhere Gesellschaft aufgenommen. Es entsteht Neid und Missgunst, daraus resultieren schließlich widerwärtige Rachepläne und Vernichtungsanschläge. Die Familie von Hartung war dem nicht zum ersten Mal ausgesetzt, sah sich dieses Mal jedoch mit finanziellen Problemen konfrontiert, die sie so noch nicht kannten.
Auch gibt es hier wieder äußerst schmutzige Szenen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Solche „Orgien“ hat es wohl in der Tat gegeben, aber in welchem Ausmaß ist umstritten. Wegen der verheerenden Folgen für die einzelnen Folgen gab es wohl nur wenige Aufzeichnungen. Es zeigt aber, damals wie heute ist die Gesellschaft nicht immer hui, sondern oft auch pfui.
Es dauert eine Weile, ehe der Spannungsbogen der Geschichte sich anspannt. Ab ca. Mitte des Buches führen die einzelnen Fäden zu einem Ganzen zusammen, dessen Entwicklung durchaus realistisch und glaubhaft ist. Die Figuren sind in der großen Anzahl nicht immer auseinander zu halten, Vicky und ihr näheres Umfeld wurden jedoch ausreichend beleuchtet und weiter entwickelt.
Für die gewohnt detaillierte Milieustudie und der Veranschaulichung der komplizierten Standesregeln gibt es von mir vier Sterne mit einer klaren Lese-Empfehlung.
- Karen White
Das saphirblaue Zimmer
(97)Aktuelle Rezension von: Annabeth_BookKlappentext:
Drei Frauen in bewegten Zeiten und ein Schicksal, das sie alle verbindet...
Manhattan 1945: Die junge Ärztin Kate Schuyler und ihr Patient, der verletzte Soldat Cooper Ravenel, fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Doch wer ist die Frau auf dem Bild in Coopers Amulett, die wie Kate aussieht? Als sich die beiden langsam näher kommen, finden sie heraus, das ihre Familien seit Generationen durch ein tragisches Schicksal verbunden sind, das vor allem das Leben der Schuyler- Frauen bestimmt und seinen Anfang im "Saphirblauen Zimmer" nahm. Dieses besondere Zimmer soll sich in einem großbürgerlichen Haus in der Upper East Side befindet und könnte auch Kate und Cooper vor eine ungeahnte Entscheidungen stellen...
Autorinnen:
Karen White wurde in Amerika geboren und wuchs in London auf. Heute lebte sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in der Nähe von Atlanta, Georgia.
Beatriz Williams arbeitete zunächst als Beraterin in London und New York. Heute schreibt sie in ihrem Haus an der Küste Connecticuts, wo sie mit ihrem Mann und ihren vier Kinder lebt.
Lauren Willig schreibst Liebesromane seit sie 6 Jahre ist. Nach dem Studium arbeite sie ein Jahr in einer Rechtsanwaltskanzlei, bis sie sich ganz dem schreiben widmet.
Inhalt:
Kate und Cooper lernen sich durch Zufall kennen und finden dann nach und nach heraus, das ihre Familien schon seit Jahren miteinander verbunden sind.
Als sie versuchen dem ganzen auf die Schliche zu kommen, wird ihre Liebe mächtig auf die Probe gestellt.
Erster Satz:
Der Regen, der auf die verdunkelte Glaskuppel über meinem Kopf trommelte , wirkte so hypnotisierend wie das Ticken einer Uhr, und weder die harte Marmortreppe , auf der ich saß, noch die fein gearbeitete Spindel des Treppengeländers, die sich gegen meine Stirn presste, konnte etwas gegen das einlullende Schlaflied der Regentropfen ausrichten.
Die Meinung von meiner Mama:
Als ich die Leseprobe bei uns daheim gelesen hat und mir war klar das ich das Buch lesen wollte und habe mich auch sehr darüber gefreut als ich das Buch bekommen habe.
Das Cover finde ich sehr schön und auch ansprechend. Ich finde es hat was harmonisches an sich, aber es verrät nicht zuviel vom Inhalt.
Der Schreibstil der drei Autorinnen, war wirklich sehr angenehm zu lesen und man spürte als Leser nicht das sich hier drei Autorinnen abwechselten, was mir wirklich sehr gut gefiel.
Die beiden Protagonisten Kate und Cooper waren mir von Anfang an sehr sympathisch und es hat mir sehr gut gefallen, das man als Leser miterleben dürfte, wie die beiden sich verliebten und wie sie herausfanden, dass ihre Familien schon seit Jahren miteinander verbunden sind.
Es war auch schön mal wieder was anderes zu lesen, das nicht immer alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und das die Familien schon eine Ewigkeit sich mit dem "saphirblauen Zimmer" rumschlagen.
Alles in einem kann ich an diesem Buch wirklich nicht meckern und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen. - Thomas Thiemeyer
Chroniken der Weltensucher 2 - Der Palast des Poseidon
(131)Aktuelle Rezension von: natti_LesemausEin griechisches Frachtschiff kämpft sich durch die schwere See vor der Inselgruppe Santorin. Steuerbord leitet der Leuchtturm von Therasia den Kapitän sicher durch die tückische Meeresströmung zwischen den beiden Hauptinseln Thera und Therasia. Doch plötzlich blinkt das Leuchtfeuer nicht mehr rechts, sondern links vom Bug des Schiffes, dann wieder rechts, dann sind auf einmal zwei Lichter zu sehen. Als würden die feurigen Augen von Skylla, dem Ungeheuer, über das Meer blicken. Und dann erhebt sich ein riesiger Fangarm mit eisernen Klauen und umklammert das Schiff.
Kurz darauf ist der Frachter verschwunden. Spurlos. Wie schon etliche Schiffe zuvor ....Meinung:
Bei dem ersten Teil- den ich vor längerere Zeit mal gelesen habe, war ich total begeistert und wollte unbedingt die anderen Teile auch lesen.
Nun bin ich dazu gekommen den zweiten Teil zu lesen und leider finde ich den nicht so gut wie den ersten. Natürlich ist es auch ebenteuerlich, aufregend und spannend, aber Teilweise fanf ich es auch schleppend und gar etwas langweilig.
die Charaktere sind die gleichen wie zuvon, nur kommen diesmal auch neue dazu.
die Geschichte hat viel Potenzial, aber irgendwie ging das verloren. Ab ca. dreiviertel wollte ich nur noch zum Ende kommen. Ich habe mich leider darin verloren und weiß gar nicht genau wieso eigentlich. Vielleicht ist der dritte Teil ja wieder besser, dem gege ich noch eine Chance--
- Micaela Jary
Die Villa am Meer
(67)Aktuelle Rezension von: Renate1964Warnemünde 1897. Katharina liebt Joachim. Als er als Seemann lange abwesend ist, heiratet sie aus dem Wunsch nach Geborgenheit den viel älteren Korbmanufakturbesitzer Borchers
Leicht und flüssig geschrieben, die Entstehung der Strandkörbe und das Aufblühen der Seebäder sind interessant, ebenso wird der 1.Weltkrieg sehr gut beschrieben. Die Personen sind flach,die Liebesgeschichte vorhersehbar
- Corina Bomann
Die Frauen vom Rosenhag. Traum vom Neubeginn
(44)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDas Buch hat mcih sehr bewegt zumindest das Ende da sind dooch tränen geflossen. Ihc finde die geschichte von Liv und Merlene grandios der zusammenhalt udn auch das bedürfnis frei zu sein sich von anderen fertig machen zu lassen. das Frauen auch den Mut hatten auch im Jahr 1910 ind´Schweden wo dieses Buch spielt um ihre Anerkennung kämpfen müssen um akzeptiert zu werden. Auch was seht gut das Oskar Marlene hilft wieder ihren Ruf herzustellen das sie nicht mehr die Jenige ist die Schuld an dem Tot der 20 Seeleute wo auch ihr Mann der Kapitän dabei war udn mit ertrunken ist. Weil, das Schiff überholt werden sollte und gar nicht in See stechen durfte. Auch wie Liv sich zu Ende gegen ihren lieblosen Ehemann stellt und die Scheidung endlciuh erreicht hat.
Einach eine tolle Geschichte über Mut und Freundsachaft udn vieles mehr über 2 sehr Starken talltetierte Frauen die ihren Weg finden.
ausgelesen am 20.08.2025
- Christine Kabus
Das Geheimnis der Mittsommernacht
(78)Aktuelle Rezension von: Kleinbrina„Das Geheimnis der Mittsommernacht“ ist mein erster Roman von der hochgelobten Christine Kabus, von daher war ich hier besonders gespannt, ob sie mich mit ihrem Norwegenroman überzeugen kann. Meine Erwartungen waren hoch und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde.
Die Geschichte hat zwar durchaus seine Längen und wäre mit Sicherheit auch ohne gut fünfzig Seiten weniger bestens ausgekommen, allerdings konnte mich das Buch aufgrund der tollen Atmosphäre und den interessanten Figuren durchaus in den Bann ziehen, sodass die Geschichte sehr schnell ausgelesen war.
Zuerst einmal soll gesagt werden, dass man sich schon in gewisser Art und Weise für Norwegen und die Geschichte des Landes interessieren sollte, wenn man sich voll und ganz auf „Das Geheimnis der Mittsommernacht“ einlassen möchte, denn hier geht es nicht nur um Sofie Svarstein und Clara Ordal, sondern auch um das Land an sich, was ich sehr interessant fand.
Sofie Svarstein und Clara Ordal könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Sofie bei ihrer Familie todunglücklich ist und mit ihrem Vater nur schwer klar kommt, wollte Clara eigentlich mit ihrem Mann aus Liebe nach Deutsch-Samoa auswandern, allerdings kam dann ein verhängnisvoller Brief dazwischen, der ihren Mann dazu zwingt, zurück in seine Heimat Norwegen zu gehen, wo seine Mutter, mit der er seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte, im Sterben liegt.
Dadurch, dass die Geschichte aus zwei Sichten erzählt wird und somit zwei Erzählstränge besitzt, lernt man Sofie und Clara und ihre Lebensgeschichten gleichermaßen gut kennen und ich empfand beide als sympathisch. Bis sie sich treffen, hat es allerdings eine ganze Weile gedauert, sodass man hier einiges an Geduld aufbringen muss.
Das Cover ist hübsch anzusehen und passt perfekt in die Geschichte hinein. Ich habe zwar schon gelesen, dass es gleichzeitig auch sehr altbacken wirken soll, allerdings kann ich dies nicht bestätigen. Auch die Kurzbeschreibung ist durchaus gelungen, auch wenn ich hierbei sagen muss, dass das angekündigte Geheimnis doch eher ein laues Lüftchen ist und somit nicht ganz den Erwartungen entspricht.
Kurz gesagt: Wer sich für historische Romane und Norwegen interessiert, der wird an „das Geheimnis der Mittsommernacht“ durchaus seinen Spaß haben, denn die Geschichte besticht gleichzeitig auch mit einer tollen Atmosphäre und interessanten Figuren, sodass ich das Buch nur empfehlen kann.
- Petra Hartlieb
Ein Winter in Wien
(117)Aktuelle Rezension von: sansolWien, im Dezember 1911. Marie arbeitet als seit kurzem als Kindermädchen im Haushalt des Schriftstellers Arthur Schnitzler. Sie ist noch jung, kommt vom Lande und hatte keine glückliche Kindheit daher ist sie sehr froh über ihre aktuelle Stelle. Als sie ein Buch abholen muss lernt sie den jungen Buchhändlergehilfen Oskar kennen.
Es handelt sich um ein kurzes Buch (176 Seiten), das wie ich finde den Charme der Zeit wiederspiegelt. Besonders gefallen haben mir die historisch korrekten Schilderungen um Arthur Schnitzler und Wien. Die Charaktere waren sympathisch und authentisch dargestellt, der Schreibstil sehr angenehm zu lesen.
Ein sehr nettes Buch für zwischendurch und der Auftakt einer kleinen Reihe.
- Barbara Leciejewski
In Liebe, deine Lina
(97)Aktuelle Rezension von: LadyIceTeaDie Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. Albert lässt Lina im Stich.
Ein guter Freund jedoch kommt ihr zu Hilfe: Karl Schäfer, der selbst als »Bankert« aufgewachsen ist und weiß, wie unbarmherzig die Dorfgemeinschaft mit Menschen umspringt, die sich vermeintlich schuldig gemacht haben. Gemeinsam mit ihm verlässt Lina die Enge des Dorfes und geht nach Bremen. Doch anders als Karl sehnt sich Lina nach der Heimat zurück, nach ihren Brüdern und dem Vater. Bei einem Besuch kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die glückliche Familie zu zerreißen droht.
Wann sind historische Romane für mich am spannendsten? Wenn ich weiß, dass sie auf einer wahren Geschichte beruhen.
„In Liebe, deine Lina“ erzählt die Geschichte von Barbara Leciejewskis Ur-Oma und Oma. Die Autorin schreibt selbst, dass sie lange überlegt hat, ob sie diese Geschichte erzählen soll und ich bin froh, dass sie es getan hat.
Dieser Roman beginnt nicht in einer der großen Städte, sondern in einem kleinen Dorf in der Pfalz. In Mühlbach ticken die Uhren in ihrem eigenen Rhythmus und auch das Zusammenleben folgt ganz eigenen Regeln. Hier ist klar, was sich gehört und was nicht und wer sich nicht an die Regeln hält, gehört nicht dazu. Punkt.
Karl und seine Mutter mussten genau das erleben, denn Karl ist ein „Bankert“. Ein Kind, welches außerhalb der Ehe gezeugt wurde und im schlimmsten Falle ohne Vater aufwächst.
Daher geht er mit seiner Mutter nach Bremen, um später nach Amerika auszuwandern.
Die ärmliche Lina verliebt sich früh in den Kaufmannssohn Albert und auch er liebt sie. Doch als sie schwanger wird, stellen sich seine Eltern gegen die Hochzeit und Albert lässt Lina im Stich. Karl erfährt davon und kommt aus Bremen zurück, um Lina zu sich zu holen und ihr Kind Charlotte als das seine anzuerkennen. Er liebt Lina schon lange und verzichtet für sie auf Amerika. Für beide beginnt eine schöne Zeit, die für Lina aber auch immer eine Zeit des Vermissens darstellt und auch als Charlotte älter wird und Fragen stellt, wird es nicht einfach für Karl und Lina.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der genau in die damalige Zeit und zum Ort passt. Sie gibt den Dialekt wieder, ohne dass es den Lesefluss stört und zeigt auch sprachlich die gesellschaftlichen Unterschiede und auch die verschiedenen Beziehungen.
Die Figuren sind alle wirklich gut gezeichnet und voller Farbe. Ich konnte mir Linas Opa, Karl, Albert, seine Eltern, Linas Mutter, die Hebamme Christoffel usw. unheimlich gut vorstellen und habe ihre Wege durchweg gerne begleitet.
Es gab in jedem Kapitel etwas Neues, was den Leser mitzieht und weiter mitfiebern lässt.
Linas Weg ist kein einfacher aber die Beziehung zu ihrer Familie, die neue Gemeinschaft mit Karl in Bremen und auch die gesellschaftlichen Ebenen in Mühlbach oder Bremen sind unheimlich spannend.
Die Autorin bringt auch die damaligen politischen Ereignisse mit ein. Sie beschäftigt sich mit den Arbeiteraufständen, den ersten Gewerkschaften, dem Kaiser, dem fehlenden Wahlrecht der Frauen und der großen Spanne zwischen Arm und Reich.
Der Autorin gelingt es, dass das Buch unheimlich spannend, interessant und gut recherchiert wirkt, dabei aber mit viel Gefühl, ohne überladen zu wirken.
Ich habe das Buch verschlungen und war von Linas bewegender Geschichte einfach gefesselt.
Immer im Hinterkopf, dass das meiste davon wirklich so passiert ist.
Ein wirklich toller historischer Roman, der mich sofort zur Fortsetzung greifen lässt!
Getrunken dazu: beruhigender Kamillentee
Mein Leserherz sagt: Karl ist Balsam für jedes geschundene Herz
Gehört dazu: Santa Lucia
- Thomas Mann
Der Zauberberg
(26)Aktuelle Rezension von: PongokaterThomas Manns philosophisches Panorama der Zeit um den Ersten Weltkrieg ist ein Mammutwerk, das nicht jeder lesen kann und will. Wer die Essenz in (relativ) kompakter Form mitbekommen möchte, dem ist mit diesem Hörspiel gedient. Die Hauptcharaktere sind stimmlich passend besetzt, deren Gedankenwelt wird klar, ohne dass man beim Zuhören den roten Faden verliert. Mehr als ein Lektüreersatz!
- John Dos Passos
Manhattan Transfer
(4)Aktuelle Rezension von: GinevraManhattan Transfer/ Hörspiel
John Dos Passos (1896- 1970) gilt als einer der wichtigsten modernen US-amerikanischen Autoren. Er schrieb zahlreiche Romane und Theaterstücke, erhielt viele Auszeichnungen und war auch Maler und Graphiker. Viele Umschlagbilder seiner Werke gestaltete er selbst.
Dos Passos lebte in verschiedenen Ländern, engagierte sich politisch und geriet mehrfach zwischen die ideologischen Fronten. Seine Bücher beinhalten pazifistische und humanistische Botschaften, sie hinterfragen (nicht nur) die kapitalistischen Werte und zeigen die Schicksale der Schwächeren auf, die im Struggle of life untergehen. Manhattan Transfer erschien 1925.
Manhattan Transfer ist ein Roman über New York, der sich über mehrere Jahrzehnte streckt, der dabei die Geschichte einiger Einwanderer Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs dokumentiert und zeigt, wie nahe Erfolg und Misserfolg oft bei einander liegen. Die Hauptfiguren sind Jimmy Herf, Ellen Thatcher (die mehrfach ihren Namen wechselt) und George Baldwin. Jimmy kommt mit seiner schwer kranken Mutter nach New York, landet beinahe in der Kanzlei seines Onkels und entscheidet sich dann für das harte Leben eines Kriegsreporters, das ihm Freiheit gibt, ihn aber auch mit Leid und Elend konfrontiert. George Baldwin ist ein aufstrebender Anwalt, der mit Ehrgeiz und Ellenbogen ganz nach oben strebt – doch findet er dort wirklich sein Glück? Ellen dagegen wächst in materieller Not auf und lernt, ihr Mäntelchen mit dem Wind in verschiedene Richtungen zu bewegen, so geht ihr Lebensweg mal auf, mal ab.
Diese drei Menschen (und ca. 100 weitere!) begegnen einander immer wieder, manchmal nur als zufällige Beobachter, so dass ein vielschichtiges Netzwerk beschrieben wird, und der Leser Einblick in Gedanken, Gefühle und Lebensumstände vieler Menschen bekommt. Dabei spült das Schicksal auch vermeintliche Loser an die glänzende Oberfläche, wie z.B. ein Schwarzafrikaner, der alles mit Humor und einer gewissen Skrupellosigkeit angeht, und der damit - aus meiner Sicht - der glücklichste Mensch dieses Romans zu sein scheint.
Das gleichnamige Hörspiel wurde zum „Hörbuch des Jahres 2016“ gekürt. Es umfasst nur 5 Stunden 37 Minuten, dh., der umfassende Roman wurde stark gekürzt. Dennoch hat es der Regisseur geschafft, ein intensives Hörerlebnis mit vielen großartigen Stimmen auf die Beine zu stellen, mit Jazz untermalt, insgesamt absolut hörenswert und beeindruckend!
Besonders die Einleitungen zu den jeweiligen Kapiteln, die Dos Passos mit originellen Orts- und Wetterbeschreibungen würzt, und die mit passendem Free-Jazz untermalt werden, haben mir sehr gut gefallen! Dabei bin ich gar kein Jazz- Fan – aber hier fand ich es richtig toll.
Fazit: ich kann dieses Hörspiel nur empfehlen und werde es bestimmt wieder hören. Für alle, die sich für Geschichte, menschliche Schicksale und großartige Literatur interessieren! 5 von 5 Sternen. - Dianne Freeman
Tod in feiner Gesellschaft
(39)Aktuelle Rezension von: buecher_girl91Klappentext:
London, 1899: Frances Wynn, die wohlhabende Countess of Harleigh, genießt ihr Leben als Witwe. Mit ihrer kleinen Tochter im Schlepptau mietet sie sich ein Haus in Belgravia und bereitet sich auf das Eintreffen ihrer kleinen Schwester Lily vor. Lily reist aus New York an, um ihre erste Saison in London zu verbringen. Doch kaum hat Frances ihr neues Leben begonnen, erhält die Metro-politan Police einen anonymen Brief, der die junge Witwe mit dem Tod ihres Mannes in Verbindung bringt. Frances beteuert ihre Unschuld, allerdings will sie unter allen Umständen verhindern, dass jemand die skandalösen Umstände von Reggies Ableben erfährt. Ein Tanz zwischen gesellschaftlichen Verpflich-tungen und der Aufdeckung eines Mordes beginnt. Und schnell wird Frances klar: Ein Mörder ist in ihrer Mitte, und sie muss ihn entlarven, bevor Lilys Saison - und ihr Leben - ein unschönes Ende nehmen
Meine Meinung:
Die Autorin kannte ich vor der Geschichte noch nicht und der Schreibstil gefällt mir sehr.
Vielen Dank, dass ich die Geschichte lesen dürfte. Es war sehr spannend und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen 😁
Der Schreibstil der Geschichte ist sehr flüssig und wird aus der Sicht von mehreren Personen erzählt. Ich finde die Erzählweise aus der Sicht der Hauptperson sehr gut, da man sich dadurch besser in die Gedanken, Stimmung und Gefühle hineinversetzen kann.
Ich kam sehr gut in die Geschichte hinein und war gefesselt, von der Welt, die darin handelnden Personen und den Aufbau der Geschichte. Die Hautperson der Geschichte, Frances Wynn, habe ich dabei sofort ins Herz geschlossen und mitgefiebert.
Alles dabei was eine gute Geschichte - Spannung, Drama, tolle Charaktere und vieles mehr.
LG Anne























