Bücher mit dem Tag "japanisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "japanisch" gekennzeichnet haben.

112 Bücher

  1. Cover des Buches Geständnisse (ISBN: 9783570102909)
    Kanae Minato

    Geständnisse

     (255)
    Aktuelle Rezension von: Quacki24

                


          Puh! Ich weiß immer noch nicht so richtig, wie ich dieses Buch fand. Die Japaner sind schon echt anders drauf.
    Ich fand den Schreibstil sehr außergewöhnlich, aber gut zugänglich. Es war mal wieder ein Buch, in dem ich eigentlich niemanden leiden konnte, aber trotzdem unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Gut gefallen hat mir auch, dass es hier nicht das für einen Thriller klassische "Who-done-it"-Prinzip gab (weswegen ich ja nicht gerne Thriller lese), sondern es eher um die kranke Psyche der Protagonisten ging. Und mal ehrlich - aller der Reihe nach hatte da niemand.
    Richtig toll fand ich auch, dass die Spannung wirklich bis auf die letzte Seite gezogen wurde. Durch die nacheinader wechselnde Perspektive veränderte sich auch jeweils die eigene Sicht auf das ganze Geschehen.
    Gar nicht mochte ich hingegen die durch den Perspektivwechsel hervorgerufenen Wiederholungen. Und warum ist da ein Apfel auf dem Cover?
  2. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (707)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, sodass ich im Anschluss direkt in die Fortsetzung gestartet bin.

  3. Cover des Buches Die Geisha (ISBN: 9783442735228)
    Arthur Golden

    Die Geisha

     (2.911)
    Aktuelle Rezension von: MagicWitchyBookworld

    1929

    Chiyo und ihre ältere Schwester Satsu leben in einem kleinen Fischerdorf unter armen Verhältnissen. Ihr Vater verkauft sie nach Kyoto und während Chiyo in der Okiya aufgenommen wird, wird Satsu zur Prostitution gezwungen.

    Die Geisha des Hauses, Hatsumomo, spinnt immer wieder Intrigen gegen Chiyo, weshalb ihre Schulden immer weiter wachsen. Die Summe ist so hoch, dass sie es im Leben nie abarbeiten könnte.

    Doch ihr Leben wendet sich, als die Geisha Mameha Chiyo unter ihre Fittiche nimmt und sie ausbildet. Dabei hat Chiyo nur ein Ziel: Den Direktor wieder sehen, den sie als Kind getroffen hat.

    Ich habe zuerst den Film „Die Geisha“ gesehen, die bunten Farben, Kostüme und Bilder. Der Film hat mich einfach nur gepackt und die Musik dazu ging unter die Haut. Ich habe im Abspann dann gesehen, dass der Film auf dem Buch basiert und musste es einfach lesen.

    Das Leben einer Geisha wird in diesem Buch gut beleuchtet. Bestes Beispiel ist eben die Aufklärung darüber, dass eine Geisha eine Künstlerin ist und keine Prostituierte. Doch ist auch hier ein wenig Fiktion mit eingeflossen, wie der Teil mit der Mizuage (Entjungferung).

    Mizuage (jap. 水揚げ) ist eine der Zeremonien, die den Aufstieg einer Maiko zur Geisha symbolisiert. Anders als in dem Film „Die Geisha“ angedeutet, und im Unterschied zu einer nicht Geishas betreffenden früheren japanischen Praxis, handelt es sich nicht um einen sexuellen Akt.

    Die Maiko ändert fünfmal ihre Frisur, um die Schritte zu symbolisieren, die sie auf dem Weg zum Status einer Geiko vollzieht. Bei der Mizuage wird der obere Haarknoten symbolisch aufgeschnitten, um den Übergang vom Mädchen zur jungen Frau zu kennzeichnen. Danach trägt die Maiko eine erwachsenere Frisur. Die veränderte Frisur bedeutete, dass die Maiko in die letzte Phase ihrer Laufbahn als Maiko eingetreten war. Für die Stammkunden war es das Zeichen, dass sich die Maiko dem heiratsfähigen Alter näherte und nun Anträge gemacht werden durften. Anlässlich der Feierlichkeiten wurden den wichtigsten Familien und verwandten Häusern von der angehenden Geiko Geschenke überreicht. Dies diente der Festigung von Beziehungen untereinander und der Information der Öffentlichkeit über die Mizuage. Nach der Mizuage ist der nächste große Übergangsritus im Leben einer Maiko ihre Erikae (襟替え „Wenden des Kragens“).

    Eine Zeremonie gleichen Namens gab es früher auch bei japanischen Kurtisanen und bezeichnete bei diesen die zeremonielle Defloration. Es war üblich, eine bevorstehende Mizuage durch das Verteilen von Ekubo (runde Reiskuchen mit einem roten Punkt in der Mitte) bei den Kunden anzuzeigen, von welchen für das Privileg der Defloration hohe Geldgebote erwartet wurden. Es wird häufig fälschlicherweise angenommen, dass für das Recht auf die Mizuage hohe Summen gezahlt wurden, das war aber in der Regel nicht der Fall. Die Mizuage-danna wurden nach Ansehen und Vertrauenswürdigkeit ausgewählt und die Wahl sollte es für die Maiko so angenehm wie möglich machen. Heutzutage existiert der Mizuage-Brauch nicht mehr.
    (Quelle: Wikipedia)


    Der Roman ist an manchen Stellen sehr trocken geschrieben und weicht vom Film ab. Daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen.

    Chiyo ist ein sehr naives Mädchen, weshalb sie oft sehr dumm handelt und Dinge tut, die sie hätte besser wissen müssen. Erst unter der führenden Hand von Mameha ist sie reifer geworden.

    Mameha ist eine sehr gütige Person und strahlt nicht nur im Film viel Wärme aus, während Hatsumomo ein sehr integranter Mensch ist und das Gegenteil. Sie ist ein Biest und dennoch hat auch sie ihre Geschichte mit einer unerfüllten Liebe.

    Die Mutter der Okiya ist nur geldsüchtig und hat nichts anderes im Sinn. Akribisch werden alle Ein- und Ausgaben notiert und festgehalten.

    Das Buch ist an manchen Stellen etwas ausschweifend und zäh, aber dennoch interessant geschrieben.

  4. Cover des Buches Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden (ISBN: 9783570103357)
    Genki Kawamura

    Wenn alle Katzen von der Welt verschwänden

     (194)
    Aktuelle Rezension von: Hannahruppi

    Infos:


    Seiten: 192

    Verlag: C.Bertelsmann

    ISBN: 978-3-570-10335-7


    Klappentext:


    Ein junger Briefträger erfährt überraschend, dass er einen unheilbaren Hirntumor hat. Als er nach Hause kommt, wartet auf ihn der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers. Er bietet ihm einen Pakt an: Für jeden Tag, den er länger leben möchte, muss eine Sache von der Welt verschwinden. Welche, entscheidet der Teufel. Der Briefträger lässt sich auf dieses Geschäft ein. Am Tag darauf verschwinden alle Telefone. Am zweiten Tag die Filme, am dritten alle Uhren. Als am vierten Tag alle Katzen verschwinden sollen, gebietet der Briefträger dem Teufel Einhalt. Und macht etwas völlig Überraschendes ...


    Meine Meinung:


    Was würdest Du tun, wenn Du plötzlich erfährt, dass Du einen schrecklichen Hirntumor und nur noch wenige Tage zu leben hast? Würdest Du noch schnell alles machen, was Du jemals machen wolltest? Sehen, was Du sehen wolltest? Essen, was Du essen wolltest?

    So geht es dem jungen Postboten, der gemeinsam mit seinem Kater in einer kleinen Wohnung in Japan lebt. Er wird nicht namentlich genannt und das Buch ist wie eine Art Biografie oder Tagebuch aufgebaut. 

    Er kommt vom Arzt nach Hause und das erste, was er tut, ist eine Liste mit Dingen zu schreiben, die er vor seinem Tod noch tun möchte. Als dann aber der Teufel in Gestalt seines Doppelgängers auftaucht, erfährt er, dass er schon am nächsten Tag sterben wird. Der Mann wird verzweifelt, doch der Teufel bietet ihm einen Pakt an:

    Für jeden Tag, den er weiterleben darf, verschwindet etwas von der Welt. 

    Weil der Briefträger nicht lange Zeit hat, darüber nachzudenken, willigt er ein. Am ersten Tag verschwinden die Telefone, dann die Filme, die Uhren und dann am vierten sollen alle Katzen verschwinden…


    Immer wieder sind Gedankengänge in dem Buch eingebaut, die einen selbst nachdenklich werden lassen. Und es vermittelt eine ganz wichtige Botschaft:

    Wenn man etwas möchte, muss man oft auf etwas verzichten. Ist es der Verzicht wert?

    Genau das fragt der Protagonist sich im Laufe der Geschichte.

    Muss das Leben wirklich so geplant ablaufen? Muss man bestimmte Dinge wirklich erlebt oder gesehen haben? Oder ist das Leben nicht einfach schön, wie es ist?



    Fazit:


    Ein Buch, das mir sehr nahe gegangen ist. Es hat mir wirklich wertvolle Denkanstöße gegeben und mir einen neuen Blick auf mein Leben geschenkt. Für Leser, die gerne nachdenken, die sich vielleicht manchmal Fragen über den Sinn des Lebens Gedanken machen, für die ist dieses Buch genau richtig. So schön geschrieben und wirklich gut zu lesen :)

  5. Cover des Buches Kafka am Strand (ISBN: 9783442740437)
    Haruki Murakami

    Kafka am Strand

     (1.059)
    Aktuelle Rezension von: Countofcount

    Für mich ist „Kafka am Strand“ sicherlich eines DER Bücher.

    Murakami breitet seine surreale und kafkaeske Welt so dicht und verwoben aus wie das allenfalls noch in „Die Aufziehvogel-Chroniken“ und „1Q84“ geschieht. 

    Mehrere Handlungsstänge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben (und jeweils für sich schon „verrückt“ genug sind), werden kunstvoll verwoben.

    Wie immer bei Murakami kann man das Ganze entnervt nach wenigen Seiten (oder einigen Kapiteln) in die Ecke pfeffern, oder aber man lässt sich drauf ein und erlebt ein (wie ich finde) sehr sensibel gezeichnetes Werk. Natürlich sind sprechende Katzen (oder gar Kühlschränke mit Katzenköpfen), regnende Meeresbewohner oder UFO-ähnliche Geschehnisse nicht jedermanns Sache, ist aber letztlich auch egal, weil Murakami das in der Summe total kunstvoll kombiniert und atmosphärisch verwebt. 

    Und so ist -wie eigentlich so oft bei Murakami- das Thema „Einsamkeit“ / „Suche“ / „Sehnsucht nach Ankommen“ vorherrschend. 

    Für mich persönlich -wie gesagt- eines DER Bücher. Möglicherweise sogar DAS Buch.

  6. Cover des Buches Chroniken der Unterwelt - City of Ashes (ISBN: 9783401061337)
    Cassandra Clare

    Chroniken der Unterwelt - City of Ashes

     (4.728)
    Aktuelle Rezension von: shadowpercy

    Und es geht weiter mit den Shadowhunters.
    In diesem Band sind wieder Clary und Jace im Fokus und wie sie mit der neuen Situation miteinander umgehen.
    Valentin spielt in diesem Band eine noch prominente Rolle.
    Es werden nicht nur neue Charaktere vorgestellt, sondern wir erfahren mehr über die Welt der Shadowhunters, der Unterwelt, über Valentins und Jocelins Vergangenheit sowie über die Charaktere.

    Von der Struktur her ist dieser Band ähnlich wie Band eins, jedoch gab es hier einige Stellen die sich zu lang bzw. die zu schnell gewirkt haben.
    Sonst war es ein wirklich gutes Buch

  7. Cover des Buches Sakura (ISBN: 9783401603186)
    Kim Kestner

    Sakura

     (212)
    Aktuelle Rezension von: Yuria
    • "Man glaubt wohl immer nur das, was man gesagt bekommt, solange man es nicht mit eigenen Augen sieht."


    "Sakura - Die Vollkommenen" ist eine Dystopie von der deutschen Autorin Kim Kestner. Erfrischenderweise handelt es sich hierbei um einen Einzelband, was unter den ganzen Dystopien ja schon eine Seltenheit ist. Ich habe von der Autorin bisher noch nichts gelesen, "Sakura" hat mir aber sehr gut gefallen und hat mal wieder für Abwechslung gesorgt, da ich schon sehr lange keine so gute Dystopie mehr gelesen habe.

    Inhalt: Juri lebt in der untersten Ebene, zuständig für die Verwertung und Wiederaufbereitung. Jede Ebene hat ihren Zuständigkeitsbereich und ganz oben lebt der Kaiser und seine Familie, Nachfolger der Sonnen-Göttin Amaterasu und Herrscher über alle BewohnerInnen der insgesamt sechs Ebenen. Als der Kaiser zu einem Auswahlverfahren der "Blüte" aufruft, nutzt Juri die Chance um ihrem traurigen und trostlosem Leben zu entfliehen, denn die GewinnerInnen dieser Auswahl bekommen die Möglichkeit ein Leben im Licht zu führen. Dass sie sich dafür als Mann verkleidet ins Verfahren einschmuggeln muss, ist da nur das kleinere Übel. Als aber ausgerechnet der Sohn des Kaisers und Thronerbe des Reiches auf sie aufmerksam wird, wird das Spiel noch gefährlicher und der Tod scheint sie auf Schritt und Tritt zu begleiten.

    Meine Meinung: Das Cover des Buches ist mir persönlich etwas zu mädchenhaft. Mit den rosaroten Kirschblüten und der blonden Schönheit am Cover, lässt das Titelbild nie vermuten, was für eine facettenreiche und abenteuerliche Geschichte sich dahinter verbirgt. Ich denke, dass Jungs von diesem Cover kaum angesprochen werden, was sehr schade ist, denn eigentlich handelt es sich hier um eine Dystopie, die sehr viel Potential hat und überhaupt nicht "mädchenhaft" sondern sehr grausam und actionreich ist.

    Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt die Welt schonungslos brutal, aber auf eine lockerleichte Art und Weise, die es der Geschichte trotz Grausamkeit erlaubt, im Jugendbereich zu bleiben. Das Buch lässt sich superschnell weglesen, weil es sehr spannend ist und auch ein bisschen abhängig macht. Ein thrillendes Ereignis folgt dem Nächsten und als LeserIn erhält man kaum Verschnaufpausen.
    Die Geschichte ist ausschließlich aus der Ich-Perspektive unserer Protagonistin Juri geschrieben. Zwischendurch bekommt man auch einen kurzen Rückblick in ihre Vergangenheit.
    Das Buch ist neben einzelnen Kapiteln auch noch in Ebenen aufgeteilt, auf denen sich unsere Protagonistin gerade befindet. Dies ist mal was anderes und hat mir sehr gut gefallen, denn so erhält man noch einmal einen Überblick über die einzelnen Sektoren und deren Aufgabenbereich.

    Die Handlung und das Setting des Buches ist sehr speziell, auch wenn wir die Thematik schon von anderen Dystopien und Bücherwelten kennen. Die Welt ist in sechs Ebenen aufgeteilt. Jede Ebene hat ihren Aufgabenbereich. Ebene 1 ist zum Beispiel für die Verwertung und Wiederaufbereitung zuständig, Ebene 2 für Viehzucht und Fischerei, Ebene 3 für Fabrikation und Wertstoffe usw. In oberster Ebene leben die göttlichen Nachkommen von Amaterasu, die vom gesamten Volk als Sonnengöttin angebetet wird. Die Ebene in der unsere Protagonistin Juri lebt, ist sozusagen der "Arsch" des Systems. Hier wird für die Verwertung der Toten, der Wiederaufbereitung von Wasser, der Entsorgung von Abwässern usw. gesorgt. Dementsprechend arm und trostlos leben die Menschen in dieser Ebene. Wobei von "leben" wohl kaum gesprochen werden kann. Eine gebratene Kakerlake gilt als Festmahl, denn Hunger und Tod stehen an der Tagesordnung, Kinder essen Erbrochenes um nicht verhungern zu müssen und für die Gerberei werden die Häute der Toten verwendet. Viel zu viele Menschen leben auf zu engem Raum, ohne Chance auf irgendeine Zukunft. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich 25 Jahren. Die Autorin hat eine wirklich sehr grausame Welt geschaffen, die sogar mich, und ich bin wirklich schon von etlichen Dystopien abgehärtet, schockieren konnte.
    Beim Auswahlverfahren, der "Blüte", muss Juri dann ihr Können unter Beweis stellen, denn nur die SiegerInnen zählen zu den Vollkommenen. Diese Tests und Wettkämpfe sind aber ebenso grausam und blutig wie die gesamte Welt. Etliche Teilnehmer verlieren dabei ihr Leben, was das Ganze sehr spannend macht und einen gewissen Thrill erzeugt, weil man nie weiß, ob der Charakter, den man gerade kennen gelernt und möglicherweise sogar ins Herz geschlossen hat, auch den nächsten Tag überleben wird.

    Die Protagonistin der Geschichte war mir auf anhieb sympathisch. Juri ist rational, vernünftig und zielorientiert, genau so wie sie sein soll, denn nur so kann ein Mädchen in solch einer brutalen Welt selbstständig überleben. Sie ist vom Leben gezeichnet und lässt sich nicht von Schönheit und Glanz blenden. Trotzdem hat sie auch Hoffnung und ist eine wahre Kämpfernatur. Aufgrund ihres sehr überzeugenden Charakters kann man sich als LeserIn sofort in die Geschichte und deren Trostlosigkeit einfühlen.
    Die Nebencharaktere wirken neben dieser tollen Hauptfigur leider etwas blass. Der einzige Nebencharakter, der prägend und außergewöhnlich war, tritt leider erst viel zu spät ins Rampenlicht. Juri lernt zwar viele Teilnehmer des Wettstreites kennen, aber denen fehlt alle das gewisse Etwas. Außer Juris bester Freundin Rebecca, die war einfach nur cool! :D
    Bei einem Einzelband ist es aber auch wirklich schwer, jedem Charakter Leben einzuhauchen.

    Eine kleine Liebesgeschichte versteckt sich auch im Buch, ist aber eher nebensächlich und nimmt erst am Schluss eine größere Rolle ein. Von mir aus hätte darauf auch ganz verzichtet werden können, denn die Story hätte überhaupt keine Liebesgeschichte gebraucht. Freundschaft, Hoffnung und der Zusammenhalt einer Gemeinschaft können aussagekräftig genug sein, ohne eine Liebesgeschichte einbauen zu müssen.

    Ich bin überrascht, wie gut eine Dystopie auch als Einzelband funktionieren kann. Es blieben kaum Fragen offen, außer solche, die ohne weiteres der Fantasie der LeserInnen überlassen werden können. Die ganze Geschichte war sehr spannend und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Welt und das Thema des Buches waren sehr gut aufgebaut, leider ging mir das Ende dann aber viel zu schnell und war zu einfach gelöst. Ein bisschen unglaubwürdig, wie schnell und einfach eine Wende herbeigeführt und ein System beendet werden kann. Auch ist das Buch gefüllt von Sozialkritik einem asiatischen Volk gegenüber, dass meiner Meinung nach schon ein bisschen zu extrem war, auch wenn die Autorin dies auf den letzten Seiten versucht zu schlichten und aufzuklären.

    Ich kann das Buch jedem empfehlen, der gerne grausame und facettenreiche Dystopien liest und bei all den Reihen mal Lust auf einen Einzelband hat. Lasst euch vom "mädchenhaften" Cover nicht täuschen. 😉

  8. Cover des Buches Schwimmen mit Elefanten (ISBN: 9783746630809)
    Yoko Ogawa

    Schwimmen mit Elefanten

     (70)
    Aktuelle Rezension von: Lilli33

    Taschenbuch: 318 Seiten

    Verlag: Aufbau Taschenbuch (5. Dezember 2014)

    ISBN-13: 978-3746630809

    Originaltitel: Neko wo Daite Zô to Oyogu

    Übersetzung: Sabine Mangold

    Preis: 9,99 €

    auch als E-Book erhältlich


    Surreal und berührend


    Inhalt:

    Der Junge wurde mit einer Missbildung der Lippen geboren. Deshalb wird er von anderen Kindern gehänselt. Seine einzigen Freunde sind ein toter Elefant, ein imaginäres Mädchen und ein toter Busfahrer. Nach und nach wird sich dieser Freundeskreis auch auf lebende Menschen erweitern, allen voran ein ehemaliger Busfahrer, der den Jungen das Schachspielen lehrt. In diesem findet er eine erhabene Schönheit und eine ganze Welt.


    Meine Meinung:

    Selten gibt Yoko Ogawa ihren Figuren Namen, so auch hier. Der Junge wird stets „der Junge“ genannt, auch als er schon längst erwachsen ist. Das mag einem seltsam erscheinen, aber eigentlich passt es hier ganz gut, denn der Junge beschließt im Alter von elf Jahren, nicht mehr weiterzuwachsen. 


    Mir gefällt Yoko Ogawas kraftvoller Schreibstil sehr gut. Sie entführt einen damit in eine fremde Welt und bringt sie einem nahe. Obwohl die Geschehnisse zum Teil recht unrealistisch sind, kann man sich gut in die Handlung hineinfühlen. Besonders die Gedanken des Jungen werden detailliert dargestellt.


    Wer mit dem Schachspiel überhaupt nicht vertraut ist, wird hier möglicherweise außen vor bleiben und dem Roman nichts abgewinnen können. Denn Schach dominiert hier alles, das Brett, die Figuren, die Spielzüge. In all dem gibt es so viel zu entdecken. Das Schachspiel wird als eine Sinfonie beschrieben, ein Kunstwerk, die Spielzüge als verschlungene Muster. Ich bin leider nicht so ein begnadeter Schachspieler wie der Junge, aber ab und zu spiele ich. Und so konnte ich leicht nachvollziehen, was der Junge darin sieht.


    Mich konnte die Autorin mit diesem Werk bezaubern und berühren. 


    ★★★★★

  9. Cover des Buches Wovon wir träumten (ISBN: 9783442479689)
    Julie Otsuka

    Wovon wir träumten

     (155)
    Aktuelle Rezension von: Lesegezwitscher

    ✨ Empfehlung ✨


    Wow, was für ein trauriger und wichtiger Roman. 


    Klappentext:

    Mit vielen Fragen und großen Hoffnungen im Gepäck überqueren sie den Ozean: junge Japanerinnen, die ihre Heimat verlassen haben, um in Amerika zu heiraten. Ihre zukünftigen Männer kennen sie nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von ihrer Zukunft. Die Überfahrt wird zu einer seltsamen, oft traumartigen Passage zwischen zwei Welten - und die Ankunft in Amerika zu einem abrupten Erwachen... 


    Meinung:

    Dieses Buch erzählt vom harten Schicksal der Japanerinnen, von geplatzten Träumen, von Missbrauch und Ausgrenzung.

    Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil, allen Frauen eine Stimme zu geben, in dem sie das Pronom "wir" verwendet. Das hat mir sehr gefallen. 

    Es berührt mich sehr, was diese Frauen hinnehmen mussten, geprägt von ihrem kulturellen Hintergrund. Ich bin wütend, dass die Frauen alles über sich ergehen lassen mussten und kann es dennoch verstehen. 

    Sie sind nie Teil der Gesellschaft, werden von ihr benutzt, sie guckt nur zu und handelt nicht.


    Dieses Buch ist wahrhaftig nicht bequem und dennoch sehr wichtig, da die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht (und mich dazu animiert hat, mich über diesen Hintergrund noch intensiver zu beschäftigen).


    TW: hier werden die Themen Gewalt, (sexueller) Missbrauch, Tod (auch von Kindern) thematisiert.


    //Übersetzt von Katja Scholtz//

    .

  10. Cover des Buches Der Klang der Wälder (ISBN: 9783458179009)
    Natsu Miyashita

    Der Klang der Wälder

     (98)
    Aktuelle Rezension von: Antonella

    Tomura ist zufällig anwesend, als das Klavier in seiner Schule durch Itadori gestimmt wird. Dieses Erlebnis beeindruckt Tomura so sehr, dass er ohne jeglichen Bezug zu Musik und Instrumenten beschließt, den Beruf des Klavierstimmers zu erlernen. Tatsächlich bekommt er nach der theoretischen Ausbildung eine Anstellung in derselben Firma wie Itadori.
    Anfangs nur als Assistent, später auch selbständig, stimmt er meist in Privathaushalten Klaviere. Dabei lernt er die Zwillingsschwestern Kazune und Yuni kennen. Auch das ist eine schicksalhafte Begegnung, denn Tomura ist verzaubert von dem unaufdringlichen Klavierspiel Kazunes, die als die weniger begabte der Schwestern gilt. Obwohl Tomura seine Fähigkeiten grundsätzlich eher geringschätzt, träumt er davon, Kazune bei ihren Konzerten als Klavierstimmer zu unterstützen.

    Auf die Geschichte Tomuras muss man sich einlassen und viel Geduld haben. Sprachlich überzeugend, bietet der Roman an Handlung nicht viel mehr als oben beschrieben.
    Tomura ist ehrgeizig, aber von Selbstzweifeln geplagt und niemals zufrieden mit seinen erworbenen Kenntnissen. Sein ganzes Handeln und Streben ist darauf ausgerichtet, besser in seinem Beruf zu werden. Dementsprechend viel Raum nimmt die Beschreibung des Klavierstimmens als Prozess ein. Das könnte langweilig und uninteressant sein, aber tatsächlich empfand ich diese Passagen lehrreich und sie haben mir einen neuen Blick auf Klaviermusik eröffnet.

    Ich habe die Geschichte Tomuras wirklich genossen, allerdings kenne ich auch schon etliche japanische Romane. Die Charakterzeichnungen empfinde ich häufig als deutlich zurückhaltender, was sich natürlich auch auf die Spannungsbögen auswirkt.

    Ein schöner Roman, wenn man sich auf die leisen Töne einlassen kann.

  11. Cover des Buches 1Q84 (Buch 3) (ISBN: 9783442743636)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 3)

     (419)
    Aktuelle Rezension von: Gwennilein

    In gewohnter Haruki Murakami-Manier wird sicher wieder sehr viel Zeit für die einzelnen Charaktere und deren Geschichten genommen. Wer gerne liest und sich von dicken Büchern nicht abschrecken lässt, kommt hier wieder voll auf seine Kosten. Es macht einfach einen Unterscheid, wenn man sich Zeit lässt für die Details und völlig unaufgeregt durchs Buch wandert. Auch wenn die Thematik einer Fiktion und unrealistischen Geschichte normalerweise nicht meinem Geschmack entspricht, feiere ich dieses Buch wieder hart! Wie Haruki Murakami den Leser in Geschichten zieht, ist einmalig. Da wurde ich auch hier wieder nicht enttäuscht, das Buch knüpft nahtlos an die ersten beiden Bücher an. Das Ende ist für meinen Geschmack ein wenig sehr offen, doch bei den Büchern geht es um die Geschichte an sich, den Weg und nicht das Ende, das Ziel.

  12. Cover des Buches Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (ISBN: 9783442715152)
    Haruki Murakami

    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

     (602)
    Aktuelle Rezension von: full-bookshelves

    Meinung: Als ich Kafka am Strand gelesen habe, bin ich sehr begeistert von dem Autor gewesen. Darum wollte ich mehr von ihm lesen! Mein zweites Buch wurde also das hier.

    Der Schreibstil war genauso packend wie gewohnt. Leicht und flüssig zu lesen, ohne langatmige Stellen.

    Die Spannung baut sich langsam auf und bleibt dann eigentlich auf einem Punkt. Gegen Ende wird es nochmal kurz spannender und dann hätte ich mir noch ein bisschen mehr Geschichte gewünscht.

    Das Ende kam mir einfach zu plötzlich und mit zu wenig Auflösungen. Andererseits hat man dadurch natürlich die Freiheit, selber viel darüber nachzudenken.

    Fazit: Ein schönes Buch über das Bewältigen eines Traumas, Freundschaft, Trauer und die Liebe. Murakami schreibt leicht und doch tiefgründig. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall empfehlen!

  13. Cover des Buches Japantown (ISBN: 9783453437807)
    Barry Lancet

    Japantown

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Lesebegeisterte
    Jims Frau wurde ermordet. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Jetzt lebt er mit seiner Tochter in San Francisco. Er repariert antike Vasen. So nebenbei ist er auch noch Berater der Mordkommission. Durch ein sehr brutales Massaker wird der Mord an Jims Frau wieder „aufgewühlt“. Ein Schriftzeichen als Spur zur Aufklärung des Mordes? Jim muss nach Tokio, um endlich die Wahrheit zu erfahren. Spannender Lesestoff.

  14. Cover des Buches Geschichte für einen Augenblick (ISBN: 9783100552204)
    Ruth Ozeki

    Geschichte für einen Augenblick

     (28)
    Aktuelle Rezension von: katzenminze

    Die Schriftstellerin Ruth lebt mit ihrem Mann und dem Kater Pesto (eigentlich Schrödinger, aber das ist zu lang) auf einer einsamen kanadischen Pazifikinsel und hat dort mit Stromausfällen und neugierigen Nachbarn zu kämpfen. Ruths demente Mutter ist vor einiger Zeit gestoben und eigentlich will sie die letzten gemeinsamen Jahre schriftstellerisch aufarbeiten, doch der Stapel an Notizen lähmt sie und es will einfach kein gescheiter Text dabei herauskommen.

    Dann findet Ruth am Stand ein Päckchen mit einem Tagebuch, einer Uhr und Briefen in japanischer Sprache. Das Tagebuch gehörte der Teenagerin Naoko, die sich hier mit Witz aber auch großer Ernsthaftigkeit ihre Probleme von der Seele schreibt. Und die sind nicht gering: Sie spricht von Mobbing, einem selbstmordgefährdetem Vater, dem traumatischen Umzug von Amerika nach Tokio und einigen Dingen mehr. Ruth beginnt sich Sorgen zu machen: Lebt das Mädchen noch? Hat sie der Tsunami von 2011 getroffen? Oder hat sich jemand all das nur ausgedacht?

    Dieser Roman ist ein wahre Schatzkiste! Ozeki verbindet auf natürliche Weise die unterschiedlichsten Themen miteinander. Ich habe etwas über Zen-Buddhismus gelernt, über Physik und japanische Kultur. Über Umweltverschmutzung, Philosophie und Inselleben. Über Krähen, Kampfflieger in Zweiten Weltkrieg und Dienstmädchencafes. Ozeki erzählt furchtbar traurige Dinge, schafft es aber den Humor dabei nicht zu verlieren. 

    Dann ist Naoko einfach unheimlich sympathisch und schreibt im teenietypischen, manchmal ungewollt witzigem Stil. Ihr Tagebuch zu lesen ist eine wahre Freude – auch wenn es immer düsterer wird. Ruths Geschichte hat nicht ganz so viel Zugkraft, aber auch sie ist eine gelungene Figur, die man einfach ins Herz schließen muss. Auch wenn natürlich niemand ernsthaft Naokos Urgroßmutter Jiko den ersten Platz der beliebtesten Figuren streitig machen kann! Eine feministisch kommunistische Nonne unbekannten Alters, die nicht viel sagt, aber wenn dann mit wahren Weisheiten aufwartet.

    Auch die Form dieses Romans ist so bunt wie sein Inhalt. Es gibt einen Haufen (sinnvolle) Fußnoten, Briefe, Übersetzungen und verschiedene Anhänge. Ganz zu schweigen davon, dass sich die Autorin selbst an prominente Stelle in den Roman hineingeschrieben hat. Wer Spaß an diesen Spielereien hat, kommt hier voll auf seine Kosten! Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende, das sich im Gegensatz zum Rest etwas zieht.

    „Geschichte für einen Augenblick“ ist ein wunderbarer Roman mit einer Fülle an interessanten Themen und einer spannenden wie abwechslungsreichen Story, der es schafft sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Traurig aber mit Humor. Ernst aber leichtgängig. Die vielen Seiten lesen sich locker weg und am Ende ist man traurig, dass man Ruth, Nao und Co. wieder verlassen muss. Also ein Schmöker, wie er sein soll!

  15. Cover des Buches One Shot Love (BitterSweets) (ISBN: 9783646601527)
    Patricia Rabs

    One Shot Love (BitterSweets)

     (32)
    Aktuelle Rezension von: Yoyomaus
    Zum Inhalt:
    Hannas Sommer ist ruiniert. Ihr Vater fährt auf Geschäftsreise nach Japan und sie muss mit. Voll ätzend! Entnervt vergräbt sie sich hinter ihren Skizzenblock. Doch der charmante Japaner Koichi macht es ihr furchtbar schwer, sich dem Zauber seiner Heimat zu entziehen.


    Eigentlich hatte sie sich mit ihren Freunden treffen wollen in diesem Sommer. Doch anstatt am See zu liegen und das Teeniealter und die Ferien zu genießen, sitzt Hanna in Japan fest. Auf einem Geschäftsessen, zu dem ihr Vater sie mitgenommen hat, lernt sie den Sohn des Chafs ihres Vaters kennen. Koichi ist der süßeste Junge den Hanna je gesehen hat und sofort ist sie von ihm verzaubert und auch Koichi scheint nicht von Hanna abgeneigt zu sein. Als er ihr seine Heimat zeigt beginnt Hanna sich in Koichi zu verlieben, aber hat eine solche Sommerliebe eine Chance, wenn man aus verschiedenen Kulturen kommt und man nicht weiß, ob man sich je wieder sehen wird?


    Diese supersüße Liebesgeschichte habe ich regelrecht gefressen. Auf knapp 70 Seiten entführt die Autorin den Leser in die fremde Welt Japans. Durch Hannas lernt der Leser nicht nur die japanische Kultur kennen und lieben, man steckt sofort drin in ihren Gedanken und Emotionen. Gemeinsam mit Hanna erlebt der Leser einen turbulenten und faszinierenden Sommer in Japan und man verliebt sich mit in Koichi, der mit seiner Art einfach zuckersüß und so gar nicht typisch japanisch ist. Man hofft und bangt mit den Beiden und man ist tieftraurig, als sich die Wege der beiden wieder trennen sollen. Man möchte einfach, dass sie für immer beisammen bleiben können. Was beim Lesen immer wieder ein bisschen bedrückend wirkt ist, wenn eine neues Kapitel beginnt - diese werden als Countdown bis zur Abreise dargestellt. Allein das macht schon Herzrasen und man fiebert mit, ob die beiden noch zueinander finden und wie es für die beiden eventuell dann weiter geht. Das ist wirklich gut gemacht.


    Empfehlen möchte ich diese kurze, aber zuckersüße Geschichte allen Lesern, die eine leichte Lektüre für Zwischendurch suchen, in der es um japanische Kultur und Bräuche sowie um die Liebe geht. Ihr kommt hier voll und ganz auf eure Kosten. Ich persönlich mag den Schreibstil von Patricia Rabs ganz besonders und werde mir sicher noch die eine oder andere Geschichte von ihr durchlesen.


    Idee: 5/5
    Emotionen: 5/5
    Schreibweise: 5/5
    Charaktere: 5/5
    Logik: 5/5


    Gesamt: 5/5
  16. Cover des Buches Der japanische Verlobte (ISBN: 9783257241518)
    Amélie Nothomb

    Der japanische Verlobte

     (85)
    Aktuelle Rezension von: awogfli

    Prinzipiell muss ich sagen, dass mir Teil eins dieser Erfahrungen einer Belgierin in Japan wesentlich besser als dieses Buch gefallen hat. Ursprünglich habe ich Mit Staunen und Zittern nur deshalb 4 Sterne verliehen, da mir diese großartige berufliche Groteske einfach zu kurz war, aber damals wusste ich noch nicht, dass die Fortsetzung in Form eines anderen Buches exisitiert. Deshalb habe ich nun Teil eins nachträglich auch aufgewertet, denn mein Hauptkritikpunkt existiert durch diese Fortsetzung der Geschichte de facto nicht mehr.

    Der Zweite Teil der Geschichte, nämlich Der japanische Verlobte spielt nahezu zeitgleich, aber betrachtet ausschließlich den privaten Aspekt der Erfahrungen der belgischen Protagonistin in Japan. Er startet ein halbes Jahr vor der beruflichen Karriere mit dem zarten Beginn einer Liason mit dem Studenten Rinri, überlappt dann Teil 1 indem er ausschließlich das Privatleben des Paares schildert und beleuchtet in einer Nachschau noch den endgültigen Schlusspunkt der Beziehung Jahre später.

    Was mir sehr gefallen hat, war die Authentizität, die im Plot vermittelt wurde: zwar nicht so wie wir im europäischen Stil den Start einer Liebe schildern würden mit all unseren Gefühlsaufwallungen, sondern eben völlig anders. Was mir weniger gefallen hat, ist der Umstand, dass mir so eine Beziehung einfach literarisch zu langweilig ist. Der Anfang war wie gesagt holprig und a bissi fad, nämlich die zarte Pflanze des Flirts in der japanischen Gesellschaft. Weil die Japaner ja diesbezüglich extrem verklemmt und vielen gesellschaftlichen Konventionen unterworfen sind, lähmte die Beschreibung dieser linkischen Art von jungen japanischen Männern ordentlich, war aber auch a bissi niedlich in ihrer Unbeholfenheit. Die Handlung plätscherte so dahin, ohne wirkliche Flirt-Highlights bis zur Fondueszene, dann legt sich der Schalter sofort auf total schräg um - als Analogie möchte ich Euch die Folgende anbieten: vom Kinderzimmer gleich auf die Fetischmesse gehupft 😂.

    Anschließend geht es wieder sehr konventionell weiter, der Leserschaft offenbart sich eine mäßig spannende Beziehung ohne Höhen und Tiefen, die allmählich ernst wird. Interessant waren aber die Sidekicks durch Einblicke ins Land und in die Gesellschaft, die durch die vielen typischen Pärchen-Unternehmungen, die die beiden absolvieren, von der Autorin in die Handlung eingebunden wurden. Offenbar gibt es eine Romatik-Liste, die japanische Paare, die sich ja auch nicht zu Hause herumtreiben und Sex haben dürfen, abarbeiten sollten, um gesellschaftlich anerkannte und standesgemäße Werbung zu betreiben. Darauf stehen zum Beispiel eine Wanderung auf den Fuji, Abendessen der Frau mit Freunden des Partners, Besuch der Insel Sado und ein Wellness-Bad in heißen Quellen, Kino-Besuche, Parks, Förmliche Vorstellung bei der Familie ... .

    Was da so en passant an japanischer Kultur vermittelt wird, die uns völlig fremd vorkommt, ist nicht unspannend. Zum Beispiel kommt heraus, dass schon im Alter von 5 Jahren ein ernormer Leistungdruck auf japanische Kinder ausgeübt wird, indem sie einen Intelligenztest machen müssen, der über ihre zukünftige akademische Karriere entscheidet. Das ist total bekloppt und megaheavy bezüglich Stress, kein Wunder dass es so viele Selbstmorde gibt. Nur während des Studiums können sich junge Leute austesten, nicht in der Schule, in der auch ein enormer Druck herrscht, und so gut wie nie wieder nachher, dann stecken sie im Hamsterrad der Arbeit fast ohne Freizeit fest. Erst nach der Pensionierung können die Japaner einigermaßen selbstbestimmtes Leben wiederaufnehmen.

    Auch die Vorstellung der Liebsten in einer formellen Zeremonie für alle Studentenfreunde, war sehr schräg und ungewöhnlich, aber sehr interessant, die Vorstellung von Rinris Familie insbesondere der Großeltern war überhaupt sehr überraschend.

    Nach und nach wird der Protagonistin die von ihr aus eher locker geführte Beziehung viel zu eng, ein Heiratsantrag steht ins Haus, den die junge Frau zwar nicht ablehnen möchte, damit sie die Beziehung nicht gefährdet, aber mit einer laangen unbestimmten Verlobungsphase, wie es in ihrem Heimatland Belgien angeblich üblich sein sollte, abwiegeln kann.



    "Ich wollte Rinri nicht heiraten. Außerdem war mir die Idee einer Heirat schon lange zuwider. Was hatte mich also daran gehindert abzulehnen? Die Erklärung war, dass ich Rinri mochte. Eine Ablehnung hätte Trennung bedeutet, und ich wollte nicht mit ihm brechen. Mich verband so viel Freundschaft, Zuneigung und Lachen mit diesem sentimentalen Jungen. Ich hatte keine Lust, auf seine charmante Gesellschaft zu verzichten. Ich segnete den Erfinder der Verlobung."

    Schließlich läuft sich die Beziehung ohne größere Friktionen ganz allmählich Schritt für Schritt tot, was zwar sehr realistisch ist, aber literarisch einfach sehr wenig Futter für spannende Auseinandersetzung bietet. Wobei - wie die Protagonistin strategisch klug ohne Streit und Verweigerung das Heiratsversprechen umgeht ist nicht unspannend - sie wählt eine eher männliche Art der Vermeidung beim Schlussmachen, ist aber etwas netter und kommunikativer im Nachgang der Beziehung.

    Fazit: Hat mich jetzt nicht so ganz vom Hocker gerissen, wie Teil 1, ist aber eine sehr gute behäbige Geschichte über Beziehungen in der japanischen Kultur. 3,5 Sterne wohlwollend aufgerundet auf 4 und eine Leseempfehlung.

  17. Cover des Buches Von Beruf Schriftsteller (ISBN: 9783442716975)
    Haruki Murakami

    Von Beruf Schriftsteller

     (50)
    Aktuelle Rezension von: Soeren

    Seit mehr als vierzig Jahren arbeitet Haruki Murakami als Schriftsteller. Seine Romane und Kurzgeschichten wurden in über fünfzig Sprachen übersetzt. In der Regel gilt der Autor als ziemlich scheu und gibt nur ungern Interviews. Dennoch lässt er sich auf den gut 200 Seiten von „Von Beruf Schriftsteller“ über die Schulter blicken. In elf Essays erzählt er von seinen Erfahrungen in der schreibenden Welt. Manches davon sind allgemeine Betrachtungen, anderes Gedankenübungen. Dazwischen berichtet er aber immer wieder davon, wie er seine Geschichten schreibt, worauf es ihm ankommt und worauf junge Autoren achten sollten. Daher tragen die Essays auch eindeutige Titel wie „Und worüber soll ich schreiben?“ oder „Für wen schreibe ich?“. Manche Tipps und Ratschläge dürften Nachwuchsautoren (und -autorinnen) sehr interessant sein. Andere Passagen beleuchten Haruki Murakami als Menschen näher. Manchmal schweift der Autor dabei allerdings erheblich ab. Oder lässt sich seitenlang über das japanische Schulsystem aus. Diese Passagen fand ich weniger interessant. Für Fans des Meisters ist „Von Beruf Schriftsteller“ sicherlich ein Muss, aber auch andere Leser, die von Haruki Murakami nicht jedes Werk kennen, sich aber für das Handwerk Schreiben interessieren, dürften in Haruki Murakamis Buch viele interessante Zeilen finden. Ich persönlich fand Stephen Kings Ratgeber "Das Leben und das Schreiben" besser.

  18. Cover des Buches Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille (ISBN: 9783733503215)
    Lian Hearn

    Der Clan der Otori - Das Schwert in der Stille

     (471)
    Aktuelle Rezension von: chloelenne
    Ich glaube, den ersten Band hab ich so 10x gelesen bis jetzt. Es ist immer wieder toll
  19. Cover des Buches Namiko und das Flüstern (ISBN: 9783869130668)
    Andreas Séché

    Namiko und das Flüstern

     (62)
    Aktuelle Rezension von: otegami

    Liegt es an den Parallelen in unserer Familie, dass mich dieses Buch so berührte? Auch unser Sohn ging genau in diesem Alter nach Japan. Auch er verliebte sich! Und auch er blieb (für uns total überraschend) und lernte so Japan und dadurch eine völlig neue Sichtweise auf das Leben kennen. 

    Das war aber nicht das einzige, das mich an diesem Buch begeisterte: herrliche Beschreibungen japanischer Gärten, die Schrift mit ihren Bedeutungen, philosophische Betrachtungen über Sein/Sinn im Leben und kulturelle Unterschiede wie z.B. in Punkto ‚Suchen nach Schuld‘. (In Europa ist das eine ganz wichtige Frage, während in Japan erst mal die Frage im Vordergrund steht, wie das entstandene Problem gelöst werden kann.)

    Und dann noch diese herrlich poetischen Sätze, die in mir ein wohliges Gefühl auslösten!

    Wer sich auf diese wunderschöne Liebesgeschichte einlassen und dabei einiges über Japan und seine Bewohner erfahren will, dem drücke ich dieses schmale Buch mit weniger als 200 Seiten ans Herz! Ich schloss es – mit Tränen in den Augen – voller Wehmut und Trauer und doch mit einem glücklichen Lächeln! Es wird ganz sicher lange nachwirken! 

  20. Cover des Buches The Ring (ISBN: 9783453866799)
    Koji Suzuki

    The Ring

     (167)
    Aktuelle Rezension von: _Nicole_

    Die meisten Menschen kennen sicherlich die Filme. Ob nun das Original aus Japan oder das Remake aus Amerika, mit diesem Roman hat alles angefangen. Und was ich besonders großartig finde: Er hat das Subgenre Psycho-Horror zu neuem Leben erweckt. Allein dafür liebe ich The Ring schon.

    The Ring das Buch ist vollkommen anders, als die Verfilmungen. Sadako (oder im amerikanischen Samara) krabbelt weder aus Fernsehern noch aus Brunnen. Kōji Suzuki spielt mit der Psyche des Protagonisten – wird er in sieben Tagen tot sein oder ist doch alles Einbildung? Im Grunde passiert im ganzen Roman erstaunlich wenig. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt, denn die unterschwellige Spannung war immer da. Die Spannung, die Psycho-Horror ausmacht und die ich so liebe. Ich wollte wissen, wie es weitergeht. Auch wenn ich am Ende ein wenig enttäuscht war, weil Sadako nirgendwo herausgekrabbelt ist. :D

    Wer Psycho-Horror mag, wer kaum Gewalt und gar kein Blut braucht, sollte The Ring auf jeden Fall eine Chance geben. Aber mit den Filmen sollte der Roman besser nicht vergleichen werden. :)

  21. Cover des Buches Shutter Island (ISBN: 9783257243352)
    Dennis Lehane

    Shutter Island

     (289)
    Aktuelle Rezension von: Ambermoon

    Die US-Marshals Daniels und Aule sollen im Fall einer Kindsmörderin ermitteln, die von der Gefängnisinsel Shutter Island geflohen ist. Als sie dort ankommen, erhalten sie verschlüsselte Botschaften, die sie immer tiefer in den düsteren Bau und die Machenschaften der Ärzte führen. Nichts ist so, wie es scheint. Dennis Lehanes raffiniert komponiertes Meisterwerk um Wahn und Angst in neuer Übersetzung...(Klappentext) 

    ♖♖♖♖♖

    ">>Ich bin nicht verrückt. Nein. Aber dies würde eine Verrückte natürlich auch behaupten. Darin liegt die kafkaeske Genialität der ganzen Sache. Wenn man nicht verrückt ist, aber andere verbreiten, man sei es, dann unterstreichen alle gegenteilige Beteuerungen diese Behauptung noch.<<"
    (S. 308)

    Dr. Lester Sheehan, ehemaliger Arzt in der einst psychiatrischen Klinik auf Shutter Island, wirft einen Blick zurück in die Vergangenheit, bevor ihn die Alzheimer-Krankheit alles vergessen lässt. Vor allem was im September 1954 auf dieser Insel und in dieser Einrichtung geschah, lässt ihn nicht ruhen.
    Er ist der auktoriale Erzähler, mit dem man sich auf diese Insel und in diese Einrichtung begibt.

    Im Ashecliffe Hospital sind geistig gestörte Straftäter untergebracht und ist dadurch eine Kombination aus Psychiatrie und Gefängnis. Dort sollen die beiden US-Marshals Edward Daniels, Teddy genannt, und sein Partner Chuck herausfinden, wie die Insassin Rachel Solande verschwinden konnte und vor allem wohin sie verschwunden ist.
    Die beiden stolpern in ein Gewirr aus Halbwahrheiten, Manipulation und Geheimnissen. Zudem wird die Gesamtsituation durch einen Hurrikan, welcher die Insel von der Außenwelt abschneidet, erschwert und dann wäre da noch Teddys persönlicher Rachefeldzug, welchen er hier zu Ende bringen möchte.

    ">>Nehmen wir an, die haben hier ein übles Ding am Laufen. Was, wenn sie dir auf der Spur waren, ehe du auch nur einen Fuß auf die Insel gesetzt hast? Was, wenn SIE dich hierher gebracht hätten?<<"
    (S. 178)

    Dieses Buch ist eines meiner absoluten Lesehighlights. Vor allem durch die unglaublichen Sprachgewalt des Autors, welche Atmosphäre erschafft und einem in die Story saugt und bis zum Ende hin gefangen hält - gefangen wie Teddy auf dieser Insel.
    Man befindet sich in dieser Einrichtung und versucht einen äußerst wirren Fall aufzuklären. Dabei wird man immer tiefer in die scheinbar komplexen und bedrohlichen Machenschaften der Einrichtung hineingezogen und verliert dabei zunehmend jegliches Vertrauen zu absolut jedem. Wie auch Teddy begegnet man jedem mit Skepsis, egal ob Ärzte, Pfleger oder Wärter betreffend.
    Die Beklemmung und Bedrohung beginnt sich langsam zu steigern, bis diese an ihrem Höhepunkt angelangt ist, ins Verstörende kippt und man schließlich nicht mehr weiß - ist es Realität oder Wahn? Selbst Teddy traut seinen eigenen Sinnen nicht mehr und als LeserIn ist man selbst hin- und hergerissen, will diese Insel auf schnellst möglichem Weg verlassen, um dann letztlich mit Teddy zu bleiben und mit ihm in den Abgrund zu stürzen.

    Da Ende ist absolut stimmig und ebenso abgefahren, sodass man versucht ist, die Story nochmals zu lesen.
    Danach hat man das Gefühl, der Autor hätte mit dem Ende zu schreiben begonnen und das ganze Konstrukt der Story um diesen aufgebaut. Absolut geniale Meisterleistung!

    Die Story selbst lebt von den Figuren, mögen sie noch so undurchsichtig erscheinen und auch die Dialoge sind ein weiterer Pluspunkt. Man genießst so manche Gespräche, welche mich nicht selten schmunzeln ließen und die Atmosphäre zwischendurch auflockerten, bevor mich die Beklemmung auf einer der nächsten Seite immer wieder überrollte.
    Ich war also von Anfang bis Ende von dieser Story gefesselt, welche zusätzlich mit so einigen überraschenden Wendung aufwartet.

    ">>Die alte Schule>>, sagte Cawley,
    >>glaubt an Schocktherapie und Lobotomie und an Wasserbehandlungen für die fügsamsten Patienten. Wir nennen das Psychochirurgie. Die neue Schule hingegen ist fasziniert von der Psychopharmakologie. Diese Leute behaupten, das sei die Zukunft. Vielleicht haben sie recht. Ich weiß es nicht.<<"
    (S. 117)

    Fazit:
    Beklemmend, bedrohlich und verstörend, sind die die ersten Worte, welche mir zu diesem Buch einfallen und dies aber auf positive und vor allem mitreißende Art und Weise.
    Ich kann meine Begeisterung kaum in Worte packen und beende hiermit meine Rezension und sage nur noch: "Leute! Unbedingt lesen!"

    © Pink Anemone (inkl. Book-Soundtrack, Bilder, Autoren-Info, Leseprobe und Film-Trailer)

  22. Cover des Buches Fettnäpfchenführer Japan (ISBN: 9783958891784)
    Kerstin und Andreas Fels

    Fettnäpfchenführer Japan

     (44)
    Aktuelle Rezension von: Lookwhatyoumademebook


    Daten:
    AutorIn: Kerstin und Andreas Fels
    Verlag: ConBook
    ISBN: 9783958891784
    Bewertung: 5 Sterne


    Klappentext:

    Eigentlich ist es völlig unmöglich, nach Japan zu reisen, ohne sich dabei unsäglich zu blamieren. Diese Erfahrung muss auch Herr Hoffmann machen: vom Tragen der falschen Schuhe auf der Toilette bis zum ketzerischen Vergehen, die Essstäbchen in den Reis zu stecken – Herr Hoffmann lässt keine Möglichkeit aus, sich als unwissender Ausländer zu outen. 


    Hallo. Ich bin Egon Hoffmann,Chemiker aus Flensburg und bin gerade auf dem Weg zu meiner Dienstreise nach Japan.

    Mittlerweile bin ich seit 24 Stunden hier und könnte gestresster nicht sein. Meine Landung ist sanft gewesen, wenn ich bedenke, wie ich mich blamiert habe, kaum dass das passiert ist. Ich habe den Namen meiner Begleiterin verwechselt und sie unhöflicherweise beim Vornamen genannt. Ich wusste nicht, dass man in Japan die Vornamen hinter den Nachnahmen setzt. Ich weiß, ich hätte mich besser über das Land erkundigen sollen, bevor ich eine Dienstreise mache. Tja, das lässt sich jetzt auf die Schnelle nicht mehr ändern. Genauso wie sich mein Karma nicht ändert, denn mein zweites Fettnäpfchen lässt nicht lange auf sich warten. Ich habe meine Stäbchen nicht richtig benutzt. Und als sei das nicht ärgerlich genug, habe ich mich beim ersten Treffen meiner japanischen Kollegen, nicht von der besten Seite gezeigt. Ich habe das Gefühl, dass es für alles was man tut, Regeln gibt, die man mit einem Wimpernaufschlag unabsichtlich brechen kann. In diesem Fall habe ich die Visitenkarten nach Annahme weggesteckt, anstatt sie mir sofort anzuschauen. Das soll man nicht tun, weil es den Anschein erwecken kann, dass man sich nich für seine Geschäftspartner interessiert. Mir platzt der Schädel.

    Mittlerweile kann ich meine Fettnäpfchen sammeln. Ich habe die falschen Pantoffeln für die Toilette benutzt und beim Toilettengang selbst, hat mich die Toilette nass gemacht. Ja, das meine ich wortwörtlich. Meine Story ist leichtfüßig geschrieben, was ich von meinen Erlebnissen in diesem Land nicht behaupten kann. Ich bin mir sicher, dass ich noch einige Fettnäpfchen sammeln werde. - Bei 317 Seiten ganz sicher.

    Ich beklage mich viel, jedoch muss ich gestehen, dass mich jede dieser Erfahrungen klüger gemacht hat. Außerdem bin ich nie allein, denn man klärt mich sofort auf, was ich falsch mache und wie ich es beim nächsten Mal besser machen kann. Zudem lerne ich nebenbei sehr viel über die japanische Kultur. Fazit: Ich werde mit einer Menge Erfahrung heim kehren.

  23. Cover des Buches Kochen wie in Japan (ISBN: 9783833873041)
    Kaoru Iriyama

    Kochen wie in Japan

     (51)
    Aktuelle Rezension von: Sonja_Ehrmann

    Tatsächlich habe ich jetzt wirklich, wirklich lange gebraucht dieses Kochbuch zu rezensieren. Das lag vor allem daran, dass die Japanische Küche oft ein wenig aufwendiger ist, als meine „schnell,schnell Küche“ d.h. ich musst mir dafür Zeit nehmen und auch oft einige Zutaten besorgen, die ich so normalerweise nicht im Haus habe und die ist auch nur in wirklich gut sortierten Supermärkten gibt. Dazu kommt natürlich noch, das man ein Kochbuch nicht anhand von 2-3 Gerichten rezensieren kann, sondern da muss man schon einiges daraus kochen um eine fundierte Meinung abgeben zu können. Mit nun 10 Gerichten habe ich zwar noch immer nicht alles ausprobiert, aber ich erlaube mir nun eine Bewertung zu verfassen. Als aller erstes muss ich das Cover erwähnen, das ist mir gleich ins Auge gestochen und gefällt mir außerordentlich gut, sowie die ganze Aufmachung, die Fotos der Gerichte sind geschmackvoll präsentiert und die Anleitungen sowie das Rezept gut und klar dargestellt.

    Als aller erstes habe ich mich an eine Vorspeise, nämlich Tofu Hiyayakko gewagt. Normalerweise stehe ich Tofu etwas skeptisch gegenüber, aber mit dem Rezept war der richtig lecker, sogar mein Freund der so etwas normalerweise nicht anrührt war begeistert. Schon mal Daumen hoch. Auch die anderen Vorspeisen lesen sich allesamt lecker. Natürlich musste ich auch den Klassiker die „Misosuppe“ ausprobieren, hat auch ganz ausgezeichnet geschmeckt. In vielen Gerichten wurde Gemüse verwendet, das ich normalerweise im Supermarkt links liegen lasse (z. B. Weiß oder Spitzkohl), dank „Kochen wie in Japan“, habe ich diese mal ausprobiert und werde diese nun öfters verwenden. Generell gelungen sind mir tatsächlich alle Gerichte – für mich das größte Lob für ein Kochbuch. Mir haben die Kombinationen sehr gut gefallen, die man sonst nicht so häufig hat, genauso wie das Kochen mit frischen und gesunden Zutaten. Die Fischgerichte musste ich leider außen vor lassen, da ich diesen nicht esse. Sonst habe ich mich querbeet durchprobiert. Besonders die Nachspeisen, die ich häufig zu Besuchen oder kleinen Feiern mitgebracht habe, konnten mich und andere Gäste sehr begeistern, da diese doch sehr abseits des Mainstreams sind. 

    Einzig kleines Manko an diesem tollen Kochbuch: Die Zutaten waren doch immer recht teuer, für mich deswegen wirklich eher was für „das gönne ich mir jetzt mal, genieße das Kochen und das Essen“, als für die alltägliche Küche. 

  24. Cover des Buches Der Clan der Otori - Der Glanz des Mondes (ISBN: 9783733503239)
    Lian Hearn

    Der Clan der Otori - Der Glanz des Mondes

     (289)
    Aktuelle Rezension von: chloelenne
    arme Kaede. Was hab ich mit ihr mitgefiebert. <3

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