Bücher mit dem Tag "japanische literatur"
113 Bücher
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 1, 2)
(764)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Dieses Buch ist absolut unvergleichlich! Bin wie verzaubert von dieser Geschichte und der Art wie Murakami sie erzählt.
Abwechselnd wird aus den Perspektiven der zwei Hauptprotagonisten Aomame und Tengo berichtet. Allein die Namen der beiden sind mir äußerst sympathisch. Speziell, aber klangvoll. Die beiden haben sich im Alter von 10 Jahren ineinander verliebt und dann niemals mehr wieder gesehen. Trotzdem konnten sie beide niemals jemand anderen wirklich lieben.
Beide werden in eine ziemlich merkwürdige Welt hineingezogen, die scheinbar dadurch entstanden ist, dass Tengo gemeinsam mit der 17jährigen Fukaeri ein Buch darüber geschrieben hat. Die Geschichte allerdings beruht auf dem, was Fukaeri selbst erlebt hat, weswegen mysteriös bleibt, was zuerst da war: die Geschichte, oder die Parallelwelt.
Obwohl Tengo und Aomame beide in diese Welt geraten sind, begegnen sie sich auf bittersüße Weise im ganzen Buch nicht persönlich.
Die Charaktere sind wunderbar einzigartig, die Geschichte magisch mysteriös, der Schreibstil wunderbar flüssig zu lesen.
Ich habe absolut nichts zu bemängeln und werde sofort das zweite Buch verschlingen, um herauszufinden, wie die Geschichte weiter geht.
Absolute Leseempfehlung! Hier bekommt man großartige Literatur und Unterhaltung!
- Michiko Aoyama
Frau Komachi empfiehlt ein Buch
(207)Aktuelle Rezension von: MarcelloFrau Komachi empfiehlt ein Buch ist ein episodisch erzählter Roman rund um verschiedene Menschen, die in ganz unterschiedlichen Lebensphasen feststecken – im Job, in der Familie, in ihren Träumen. Alle landen früher oder später in derselben Bibliothek und begegnen dort Frau Komachi, einer Bibliothekarin, die ihnen nicht nur das gesuchte Buch empfiehlt, sondern immer auch etwas Unerwartetes. Über diese Begegnungen und Lektüren geraten die Figuren ins Nachdenken und beginnen, ihre Perspektive – und damit ihren Weg – behutsam zu verändern.
Mir hat besonders gefallen, dass der Roman zeigt, wie die Protagonist:innen selbst reflektieren und sich entwickeln, statt mit plakativen Lebensweisheiten oder esoterisch angehauchter Selbsthilfe zu arbeiten. Die einzelnen Kurzgeschichten sind angenehm zu lesen, lose miteinander verbunden und erzeugen ein warmes, tröstliches Gefühl, ohne allzu schwer zu werden.
Das Buch ist für mich kein großes literarisches Ereignis, das in die Geschichte eingehen wird, sondern eher ein gelungener, liebevoll geschriebener Wohlfühlroman, der sehr schön aufzeigt, wie sinnvoll es sein kann, die Perspektive zu wechseln.
- Haruki Murakami
1Q84 (Buch 3)
(458)Aktuelle Rezension von: Neytiri888Vom ersten Buch war ich unfassbar begeistert, weswegen mich der zweite bzw dritte Teil etwas enttäuscht zurück lässt. Wahrscheinlich hatte ich zu hohe Erwartungen...
Das Problem ist, dass das Buch teilweise langsam voran schreitet und nur wenig passiert.
Trotzdem ist es natürlich toll geschrieben und die Auflösung um die Geschichte, sowie das lange ersehnte Aufeinandertreffen von Aomame und Tengo sind für den Fan vom ersten Buch unbedingt notwendig zu lesen. Man will ja wissen, wie die Geschichte endet. Das Ende ist zwar nicht so fulminant und überraschend, wie es hätte sein können, aber es ist überzeugend.
Definitiv ein gutes Buch, welches aber vom riesigen Schatten seines Vorgängers etwas versteckt wird.
- Haruki Murakami
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
(653)Aktuelle Rezension von: Lia48(C. N.: u. a. Sui*idgedanken, Tod, Se*uelle Gewalt, evtl. Depression)
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💬 „Warum Bahnhöfe ihn in solche Begeisterung versetzten, konnte er niemandem erklären. Und selbst wenn, hätte man ihn ohnehin nur für ein sehr seltsames Kind gehalten. Mitunter fand Tsukuru ja sogar selbst, dass mit ihm einiges nicht stimmte.“💬 „Wie Wind wehte, wie Wasser rauschte, wie Licht durch die Wolken fiel, ja sogar die Farben der jahreszeitlichen Blumen - alles war anders als früher.“
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📖 KLAPPENTEXT:
„Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmo*ds verbringt.Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.“
💬 „Du kannst deine Geschichte weder auslöschen noch rückgängig machen. Denn damit würdest du zugleich dein inneres Wesen tö*en.“----
📝 KURZMEINUNG:
Diese Geschichte besitzt eine schöne philosophische und leicht spirituelle Note. Sie spielt manchmal mit den Übergängen von Traum, Realität und anderen Bewusstseinsebenen und hat ein paar wenige skurrile Elemente.
Nicht immer wusste ich alles einzuordnen, was jedoch absolut nicht auf die Spitze getrieben wurde und so tatsächlich seinen eigenen Reiz für mich hatte.
In kürzester Zeit bin ich durch das Buch geflogen.
Auch vom Schreibstil her mochte ich es wirklich gerne, zudem hat mir die Grundidee gefallen.
Die Bettgeschichten und nächtlichen Träume des Protagonisten hätte ich in seinen Details nicht benötigt. Und dass er Letztere mit einer Vergewa*tigung vergleicht, fand ich moralisch etwas fragwürdig.Nach meiner ersten Lektüre von Murakami kann ich nun erahnen, welche Anziehung sein Schreiben für viele Lesende ausstrahlt. Ob all seine Geschichten etwas für mich sind, kann ich noch nicht sagen. Aber zum überwiegenden Teil hat er mich hier erreicht, wenn auch nicht auf allen Ebenen.
Der farblose Schmetterling unter dem bunten Schutzumschlag bei meiner Hardcover-Ausgabe finde ich übrigens eine wirklich schöne Idee und passt gut zum Inhalt.
Auf meinem SuB warten nun noch „Wenn der Wind singt / Pinball 1973“ und die beiden Bücher von „Die Ermordung des Commendatore“ von Murakami auf mich. Ich bin gespannt!
Für die hiesige Lektüre gibt es von mir 3,5/5 Sterne!
- Ken Mogi
Ikigai
(70)Aktuelle Rezension von: LadyMuffinchen"Ikigai ist der Schlüssel für ein langes, gesundes und erfülltes Leben." In Japan wird seit Jahrhunderten die philosophische Lebensweise des Ikigai gelebt. Unter anderem sind die Japaner daher eines der Völker mit der längsten Lebensspanner. Ebenso wird ihr Perfektionismus damit erklärt oder auch ihr Faszination für viele Dinge, die uns nicht wichtig erscheinen.
Ken Mogi hat es sich zur Aufgabe gemacht zu versuchen die japanische Lebensweise des Ikigai anhand von vielen Beispielen zu veranschaulichen. Er listet die Säulen des Ikigai auf und erklärt die praktischen Ansätze, die es bereits gibt, um sich möglicherweise mal daran zu versuchen und seinen Horizont zu erweitern. Wer allerdings denkt, es sei einfach und schnell getan sein Leben in diese Richtung zu krempeln, der irrt. Achtsamkeit, Freude und die Liebe zum Kleinsten sind Punkte, welche mit der Zeit kommen.
Der Schreibstil ist leicht und ganz nebenbei lernt man sehr viel über die japanische Kultur und Geschichte. Doch irgendwie hätte ich gerne noch mehr gehabt.
Insgesamt ein wirklich guter Einblick in die japanische Kultur und die Art das Leben auf eine andere Weise zu sehen 🌸🗾
- Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band 2
(341)Aktuelle Rezension von: rkuehneDer zweigeteilte Roman "Die Ermordung des Commendatore" - ist ein typischer, klassischer Murakami. Die Geschichte um den Portraitmaler, der nach der plötzlichen Trennung von seiner Frau und einem Roadtrip im verlassen Haus eines früheren Malers einzieht und sich dort mystischen oder übernatürlichen Begegnungen stellen muss. Die Sprache Murakamis ist und bleibt wunderbar und eine wahre Lesefreude. Ich persönlich mag mehr die realistischen als die phantastischen Murakami -Romane, weshalb ich hier nicht volle Punktzahl geben kann. Außerdem fand ich die fixierung auf die Oberweite eines dreizehnjährigen Mädchens am Ende des Buches etwas befremdlich.
- Han Kang
Die Vegetarierin
(604)Aktuelle Rezension von: Darcys_LesestuebchenEhrlich gesagt fällt es mir schwer, zu diesem Buch in meinen eigenen Worten eine Wiedergabe des Inhalts zu geben, denn es war ein absoluter Fiebertraum. Yong-Hye und ihr Ehemann sind schon einige Jahre verheiratet und haben einen festen Alltag, mit dem gerade der Mann durchaus zufrieden ist. Dies ändert sich schlagartig, als seine Frau weitreichende Entscheidungen trifft. Erst verkündigt sie, kein Fleisch mehr essen zu wollen, bis diese Überzeugung immer radikaler wird und sie sogar von einem Leben als Pflanze träumt. Und sie reißt nicht nur sich immer mehr dem Abgrund entgegen.
Meine Meinung:
Puh, selbst nach gut einem Monat weiß ich immer noch nicht so recht, was ich über dieses Buch schreiben soll. Es war definitiv ein Erlebnis, das selbst jetzt noch in mir nachhallt, aber nicht in positiver Weise. Selten habe ich ein Buch gelesen, das so schräg und absolut unvorhersehbar war und mich meistens sehr stark irritierte. Zwar konnte ich durchaus erkennen, was die Autorin einem erzählen wollte, gerade in Bezug auf die Kultur in Korea, aber dennoch las es sich wie ein absoluter Fiebertraum. Einzig wegen dem interessanten Anfang vergebe ich eine etwas bessere Bewertung, absonsten war es absolut kein Buch für mich.
Die ersten Kapitel mochte ich sogar recht gerne. Man erlebte die Geschichte aus der Sicht des Mannes von Yong-hye, die nach einem Traum radikal ihre Essgewohnheiten änderte und schließlich nach und nach auch ihr Leben und ihre Ansichten. Die Verwirrung, der Ärger und die Ratlosigkeit des Mannes waren sehr gut greifbar und obwohl er mir unsympathisch war, fand ich ihn authentisch. Nach und nach bekommt man kleinere Informationen und ihre Ehe, wie sie sich kennenlernten und wie ihre Beziehung sich veränderte. Das gefiel mir richtig gut und ich fand es interessant. Auch die Hilflosigkeit der Eltern und der restlichen Familie von Yong-hye fesselten mich. Es war sehr heftig, wie sie reagierten, aber die Autorin hielt eine gute Balance, trotz der großen Unsympathie, die ich gegenüber den Charakteren empfand.
Dies änderte sich aber, als nach ca. der Hälfte des Buches ein radikaler Sichtwechsel vorgenommen wurde und ich große Schwierigkeiten hatte, nicht nur der Geschichte weiter zu folgen, sondern auch absolut keine Ahnung, aus welcher Sicht ich nun las. Die Geschichte machte einen großen Sprung von mehreren Jahren und es war für mich nicht ersichtlich, warum dies geschah. Die Handlung wurde mittendrin unterbrochen und ich hatte das Gefühl, nun ein komplett anderes Buch zu lesen, was mich sehr störte. Zwar kam ich wieder leicht rein, als ich fesstellte, dass nun aus der Sicht des Schwager von der Hauptfigur erzählt wurde, aber die Geschehnisse wurde teils so absurd, so drüber, dass es sich wie ein Fiebertraum las und absolut keine Freude mehr machte. Gerade gewisse Aktionen der Figuren ließen mich völlig ratlos zurück und ich verstand es einfach nicht mehr.
Zum "Schluss" gab es noch einen weiteren Sichtwechsel und nun durfte die Schwester erzählen, was danach passierte. Hier war ich nun völlig raus und ehrlich gesagt auch froh, dass es "endete". Ich setze es bewusst in Anführungszeichen, weil es so etwas wie ein Ende bzw. Finale gar nicht gab und es mittendrin aufhörte. Mit offenen Ende habe ich persé keine Probleme, aber hier hörte es wirklich mittendrin und ohne Sinn auf, was mich ziemlich rastlos zurückließ. Was habe ich hier gelesen und was soll ich davon halten ? Es drehte sich um Gewalt, Wahnsinn, die eigene Identität, Missbrauch und Schuld, was eigentlich interessant und spannend hätte werden können, aber mit dieser Umsetzung harderte ich völlig.
Warum dieses Buch einen Nobelpreis erhielt verstehe ich nicht wirklich, vor allem wegen dem Schreibstils, der aus einfachen Sätzen und einer gewissen Nüchternheit bestand, die ebenfalls nicht gut eingesetzt wurde. Die Sprache war recht schlicht und die Figurenzeichnung kaum der Rede wert. Sie wirkten zwar authentisch, aber allesamt unsympathisch und manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie genauso wahnsinnig wie die Hauptfigur waren, die bis auf ein paar Traumsequenzen nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein interessanter Ansatz, aber dadurch konnte sich zu dieser Figur niemals auch nur den Ansatz einer Verbindung spüren.
Fazit:
Diese Rezi fällt mir definitiv nicht leicht, weil ich durchaus verstehe, was die Autorin einem erzählen will, aber die Umsetzung, die Wechsel und die Figuren irrtierten mich völlig. Nach dem guten Anfang wurde es immer schräger, bis es sich wie ein Fiebertraum anfühlte und mich völlig ratlos zurückließ. Die Figuren wirkten durchaus authentisch, waren aber allesamt sehr unsympathisch und wirkten teilweise genauso wahnsinnig wie Yong-hye, die leider nie aus ihrer Sicht erzählen durfte. Ein durchaus interessanter Ansatz, der mir aber nicht gefiel.
2 von 5 Sterne
- Koushun Takami
Battle Royale
(198)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchBin damals durch Suzanne Collins' "Hungergames" drauf aufmerksam geworden. "Battle Royale" hat dann noch eins drauf gesetzt. Die Handlung ist zwar völlig surreal, aber trotzdem handeln die Charaktere absolut nachvollziehbar. Mir ist es immer wichtig, dass ich mich in Charaktere hineinversetzen kann, was Koushun Takami wirklich gelungen ist (trotz der kulturellen Unterschiede). Er schafft es innerhalb weniger Seiten einen Charaker so tiefgehend zu beleuchten, dass man erst merkt, wie sehr man ihn doch mochte, wenn er gerade von jemand anderem brutal getötet wird. Gänsehaut & Emotionschaos pur!
Die Tribute von Panem sind dagegen nur ein müder Abklatsch.
- Toshikazu Kawaguchi
Bevor der Kaffee kalt wird
(99)Aktuelle Rezension von: DesmodeaWie schade!
Das Buch hatte wirklich sehr großes Potenzial.
Ich liebe Bücher, die zum Nachdenken anregen, bei der persönlichen Weiterentwicklung helfen oder dabei unterstützen den richtigen Fokus im Leben (wieder) zu finden. 🧘🏻♀️
Die Grundidee der Geschichte und die vier unterschiedlichen Schicksale haben mir sehr gut gefallen. Sie waren abwechslungsreich und bewegend erzählt. 🫶🏻
Das, was das Buch für mich persönlich am Ende jedoch einfach nur noch nervig gemacht hat, waren die ständigen Wiederholungen der Regeln unter denen die Zeitreisen stattfinden. 😮💨
I mean…come on! Spätestens nach der zweiten Geschichte wussten wir Lesenden doch wie die Rahmenbedingungen sind.
Wieso wiederholt man das jedes Mal so ausführlich?🙅🏻♀️ - Haruki Murakami
Sputnik Sweetheart
(405)Aktuelle Rezension von: Ela1993Murakmai schreibt in seinem Buch von einem jungen Lehrer K, der in Sumire verliebt ist. Diese ruft ihn spät nachts an und verliebt sich in ihre Chefin, fliegt mit dieser um die Welt und verschwindet spurlos.
Viel passiert in der Geschichte nicht. Ich war immer wieder verwirrt, blätterte zurück, las Absätze und ganze Kapitel nochmal. Der Schreibstil ist wie immer eigen und doch wirkt jedes Wort sehr gewählt. Nur ganz verstehen kann ich es nicht. Aber und das ist das Schöne, das Buch hallt nach. Es regt zum Denken an, lässt einen im Kreis drehen und verwirrt zurückblicken. Entweder man mag so etwas oder eben nicht.
Während der Anfang der Geschichte sich leicht lesen lässt, wird es gegen Ende immer verwirrender. Geht es um psychische Störungen, ist das alles eine Metapher oder gibt es ein Paralleluniversum. Auch am Ende ist man nicht schlauer. Interessant ist jedoch der Schreibstil im letzten Kapitel am Ende, wenn man dies mit den Texten von Sumire vergleicht.
Ich werde das Buch definitiv nochmal in die Hand nehmen und auch die ein oder andere Interpretation lesen. Denn das Buch hält mich wohl noch gefangen.
- Koji Suzuki
The Ring
(176)Aktuelle Rezension von: mondsichelDie meisten werden die Verfilmungen kennen. Das amerikanische Remake sah ich zuerst, später dann das japanische Original. Den Roman hatte ich immer ignoriert – was schade ist, denn die Geschichte hat es in sich. Gleich am Anfang fielen mir die Unterschiede zu den Filmen auf. Zum Beispiel haben wir im Roman einen Held und in der amerikanischen Verfilmung stattdessen eine Heldin. Da Koji Suzuki sehr schnörkellos schreibt, wird man von der Handlung förmlich mitgerissen und vergisst schnell die Filmbilder. Spätestens in der Blockhütte, wo Asakawa auf die Spur eines mysteriösen Videos kommt, war ich voll und ganz in die Romanwelt abgetaucht. An Asakawas Seite steht sein schräger, aber auch eifriger Freund Ryuji. Zusammen versuchen sie das schlimmste zu verhindern, denn Asakawas Frau und Tochter haben das Video angesehen. Wenn die Verfilmungen astreine Horrorfilme sind, dann kommt der Roman wie ein Psychohriller daher. Manche Vergleiche in dem Buch wirkten auf mich platt. Leider weiß ich nicht, ob das an der Zeit (der Roman ist von 1991), der Übersetzung und einfach dem Autor liegt. Ich werde mir auf alle Fälle auch Teil 2 zulegen.
- Haruki Murakami
Der Elefant verschwindet
(192)Aktuelle Rezension von: Jana_hat_buecherIn acht Kurzgeschichten bringt uns Murakami die Schlichtheit der Dinge nahe. Geschichten über einen Elefanten, der verschwindet, über eine Frau, die über einen langen Zeitraum nicht schlafen kann oder einen Mann, der seine Katze sucht. Keine großartigen Ereignisse und trotzdem findet der Autor in diesen Kleinigkeiten Dinge zum Vorschein, die man als Leser nicht erwartet hätte.
Manche Geschichten haben mir äußerst gut gefallen und manche überhaupt nicht. Daher glaube ich, dass dieses Buch ein guter Einstieg war in Murakami's Werke und man sich bei seinen anderen Werken komplett in den Geschichten verlieren kann. Bis jetzt habe ich kaum Bücher von asiatischen Autoren gelesen und von Stil waren sie bis jetzt immer sehr ähnlich. Aktuell bin ich noch unschlüssig, ob es meinen Lesevorlieben entspricht, aber es ist auf jeden Fall einen erneuten Versuch wert.
- Satoshi Yagisawa
Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
(276)Aktuelle Rezension von: Miriam310Meine Bewertung wird jetzt nicht sehr viel anders ausfallen als bei anderen Leuten, aber die Begründungen mit der Tante kann ich jetzt nicht wirklich ganz nachvollziehen. Es kam mir nämlich so vor, als wäre der Roman in diese 2 Geschichten unterteilt, dass sie einmal was von ihrem Onkel lernt und einfach etwas von ihrer Tante lernt und nicht etwa, dass das die Hauptperson sind und dann die Geschichte mit der Tante einiges davon wegnimmt.
Aber zuerst mal zu ersten Geschichte: Sie zieht ja dahin und irgendwie geht es ihr ja nicht gut, ihr onkel nimmt sie zum Cafe einmal mit und dann folgt eine zusammenfassung wie er ihr dann immer besser geht bis zum praktisch Bilderbuch Ende. Die Tante kam ja auch ein bisschen am Anfang vor, zumindest wird sie erwähnt, wie böse die halt den armen Mann verlassen hat. Was ich jetzt so halbwegs interessant fand. Bis ich mich dran erinnert hab, dass das von einem männlichen Autor ist und dích dann Sorgen hatte in welche Richtung das geht (dazu am Ende nochmal mehr zu ihrer Motivation). .Und was ich definitiv nicht so ganz verstanden hab oder zumindest nicht ganz so der PRotagonistin abgekauft hab, war ihre Einstellung ihrem Onkel gegenüber, dass sie ihn auch als kauzig und so beschreibt, weil das ist ja ein ganz normaler älterer Mann. Das der so komisch ist oder langweilig oder sonst was kam bei mir sogar nicht rüber es war halt einer der einen Laden hat und so ziemlich jeden in der Gegend zu kennen scheint. Es sind noch einige Sätze gefallen, die mir sogar nicht gepasst haben. Sie redet über ein paar und "dass sie mir fast zu gut für ihn schien" als erster Eindruck fand ich a bissal komisch. "Die Schuld liegt nicht allein bei ihm", obwohl er derjenige ist, der geheim gehalten hat, dass er eine andere heiratet und sie praktisch die Affäre war de ganze Zeit, aber hey nach der Hochzeit kann man sich ja auch noch wiedersehn und treffen, dann die Verlobte belügt wenn man face to face ist. Allgemein diese ganze Konfrontation war mir halt wirklich etwas zu blöd. Also die Protagonistin ist mir vorgekommen, wieso eine Laufmatte und auch wirklich fremdscham pur die szene irgendwie
So Geschichte 2: Die Tante am Anfang kam mir vor wie irgend so eine Karikatur. Also die war wirklich over the top. Und das war echt komisch. Und natürlich darf das Klischee den nicht fehlen, dass eine Frau, die nicht kochen kann, von ihren Familienmitgliedern erstmal die Frage bekommt, ja, aber was ist dann mit deinem Mann wenn du einen hast? Eine Szene fand nicht wirklich sehr komisch, nämlich die ist mit ihrer Tante beim Baden, also haben beide sind nackt und die umarmen sich und dann kommt einfach der Satz "ich wusste gar nicht, dass du auf Frauen stehst" als noch kurz davor etwas über sexuelle belästigung gefallen ist. So nein danke. Und jetzt auch noch zum Thema der Geschichte dem unerfüllten Kinderwunsch und der Krankheit. Vielleicht liegt es ja dran dass es noch nicht 2 Jahre her ist dass ich Before the Coffe gets cold 1-3 und Frau Komachi empfiehlt ein Buch gelesen hab, oder an der Art wie japanisch übersetzt wird aber: warum ist in all diesen Geschichten immer das gleiche,irgendjemand hat ne Krankheit und wird sterben, dann noch häufig in Verbindung mit Kindern, irgendjemand wird entweder verlassen oder ist sehr isoliert und mit der Hilfe von älteren Personen um einen herum die in einer Art Community sich untereinander kennen geht es dann besser, die alleinstehende Protagonistin wird am besten von allen herum verkuppelt werden weilman kann ja nocht alleine bleiben. Klar dass sind universelle Themen aber alle Punkte kommen in jedem einzelenen Buch vor, nicht alleine sondern alle immer gemeinsam. Und dann (wahrscheinlich allein auf der Übersetztung basierend) aud genau die gleiche art und genau gleich beschrieben.
- Haruki Murakami
Von Beruf Schriftsteller
(61)Aktuelle Rezension von: patriciahornHaruki Murakamis Werk hat mich sehr beeinflusst - das Abgleiten ins märchenhaft Surreale, der Trott des Alltags. Was mich "Von Beruf Schriftsteller" gelehrt hat, ist den Geschichten, die meinem Herzen entspringen, ungeachtet von Trends und Markt, zu vertrauen, denn wenn es mir nichts bedeutet, weil ich mich in ein Korsett zwänge, wie soll es dann andere berühren?
Murakami entdeckte seinen Stil, indem er auf Englisch schrieb und den Text auf Japanisch zurückübersetzte. Eine ungewöhnliche Herangehensweise in der traditionsbewussten japanischen Buchwelt. Er schrieb nachts, nach getaner Arbeit müde geworden, am Küchentisch. „Wenn der Wind singt" gewann sogleich einen Preis. Dies zeigt, dass das Dasein eines Autors ein gewisses Selbstvertrauen bedarf, Beharrlichkeit und in seinem Fall den Mut, Neues zu wagen.
Das Buch ist keinesfalls eine Autobiografie. Der Leser bekommt Einblicke in seinen Schriftstelleralltag, ohne dass der zurückgezogene Autor belehrt, es ihm gleich zutun. Er erzählt von seiner Karriere, ohne Skandale und mit Bescheidenheit. Und ich gönne ihm die Privatsphäre. Murakami gibt uns mit seinen Geschichten, die mit viel Fleiß und Disziplin sowie einer gehörigen Portion Fantasie entstehen, genug.
Zum Ausgleich treibt Murakami eine Menge Sport und ernährt sich gesund. Nach dem Motto: ein fitter Körper ist das Gefäß eines fitten Geistes. Durchaus etwas, das man sich zum Vorbild nehmen kann.
Disziplin sei laut Murakami der Schlüssel zum Erfolg. Auf diese Weise könne jeder von Beruf Schriftsteller sein.
- Haruki Murakami
Die Ermordung des Commendatore Band I
(21)Aktuelle Rezension von: the_pages_i_turnedHatte ich mich schon etwas bekannt machen können mit japanischer Literatur, folgt dieses Buch von Haruki Murakami einem ähnlich "ungeschmückten" Schreibstil. Sagen, wie es ist und noch so viel mehr.
Wir begleiten einen Maler ohne Perspektive, lernen kennen, was es wirklich bedeutet, einen Moment oder eine Person einzufangen, und das auf eine literarisch so Hohe Art, dass ich mich sofort in die Gedanken verliebt habe, die dieses Buch formuliert.
Lest man dieses Buch, wird man auf jeden Fall mit SIchtweisen über Kunst konfrontiert, über die man sich noch nie Gedanken gemacht hat und ich liebe so etwas.
- Makoto Shinkai
Das Geschenk eines Regentages
(96)Aktuelle Rezension von: sabatayn76‚Wir können uns nicht alles merken. Nur die wirklich wichtigen Dinge bleiben in unserem Gedächtnis. Aber es gab ohnehin überhaupt nichts, was ich mir merken wollte.‘ (Seite 10f)
Der namenlose Erzähler wurde auf der Straße ausgesetzt, ist vom Regen durchnässt und wird von einer Frau gefunden, von ihr aufgenommen und ist seither ihr Kater. Die Frau wird bei der Arbeit geschätzt, doch hat Schwierigkeiten, sich auf Menschen einzulassen und redet wenig. Zwischen den beiden entsteht eine enge Beziehung, und der Kater bekommt endlich einen Namen: Chobi.
Im Verlauf des Buches werden noch weitere Personen vorgestellt, ihre Beziehungen zu verschiedenen Katzen herausgearbeitet, und andere Katzenbesitzer werden eingeführt und deren Geschichten erzählt. Dabei wechselt die Erzählperspektive zwischen Mensch und Katze.
‚Das Geschenk eines Regentages‘ ist ein Roman, der von Makoto Shinkais Anime inspiriert wurde und von Naruki Nagakawa in Romanform gebracht wurde.
Mir hat das Ganze sehr gut gefallen. Der Roman ist herzerwärmend, und ich habe beim Lesen viel gelächelt, war berührt und fand die Idee, aus der Perspektive von Katzen und Menschen zu erzählen, ganz wundervoll. Das Ganze ist nicht nur eine schöne Idee, sondern funktioniert auch perfekt, so dass man ganz in die Sichtweise von Katzen und verschiedenen Menschen eintauchen kann. - Fuminori Nakamura
Die Maske
(54)Aktuelle Rezension von: Gallert-OktaederFuminori Nakamura entwickelt sich immer mehr zu einem meiner Lieblingsschriftsteller. Vom ersten Satz seiner Erzählung an, hat mich diese Geschichte in ihren Bann gerissen.
„Was ich dir zu sagen habe, wird für dein Leben von großer Bedeutung sein.“
Der elfährige Fumihori, das jüngste Kind der mächtigen Kuki-Familie wird von seinem alten Vater zu sich gerufen. Dieser eröffnet ihm, was er für das Leben seines Sohnes vorgesehen hat.
„Ich will ein Geschwür in die Welt setzen. Unter meiner Obhut wirst du zu diesem Geschwür heranwachsen. Ein Stachel des Bösen, sozusagen.“
Fuminori Nakamura offenbart in Die Maske sein ganzes schriftstellerisches Können. Über 350 Seiten fühlte ich mich so, als steckte ich in der Haut des Hauptprotagonisten und fieberte mit ihm mit, ob er seinem scheinbar in Stein gemeißelten Schicksal zu entrinnen vermag oder nicht. Eines Tages soll er mit seinen Taten die ganze Welt ins Verderben stürzen. Und der Schlüssel dazu wird ihm von seinem Vater, dessen übermächtige, drohende Präsenz die Buchseiten förmlich durchdringt gleich mitgegeben. Das Waisenmädchen Kaori, in das sich der junge Fumihiro verliebt.
Die Maske ist ein beeindruckendes erzählerisches Meisterstück, indem das Wesen des Bösen unter einer neuen Perspektive betrachtet wird und beleuchtet wird in wieweit Mord die Natur des Menschen auf ewig verändert.
- Sayaka Murata
Die Ladenhüterin
(348)Aktuelle Rezension von: entspanntesLesenKeiko, 36, arbeitet als Aushilfe im Kombini und das seit 18 Jahren. Ihre Welt ist anders gebaut, als die der Norm und obwohl sie nach außen die Norm imitiert, bleibt sie sich treu.
Die Geschichte wurde von der Autorin klar formuliert, der Raum des Ungesagten ist jedoch größer als die Worte selbst.
- Yoko Ogawa
Insel der verlorenen Erinnerung
(70)Aktuelle Rezension von: TanaNelYōko Ogawa entwirft eine faszinierende, aber distanzierte Welt, in der Dinge und Erinnerungen verschwinden. Die sprachlichen Bilder sind stark, die Atmosphäre beklemmend – doch emotional hat mich der Roman nicht gepackt. Die Figuren wirken seltsam apathisch, das Verschwinden bleibt merkwürdig folgenlos. Vielleicht ist genau das die beabsichtigte Wirkung, aber für mich fehlte der Sog. Vielleicht ein Buch, das man diskutieren muss, um es wirklich zu ergründen.
- Sayaka Murata
Das Seidenraupenzimmer
(118)Aktuelle Rezension von: Wolf-MacbethIch lese selten zwei Bücher derselben Autorin direkt hintereinander. Aber nach Die Ladenhüterin war klar: Ich wollte mehr von Sayaka Murata. Das Seidenraupenzimmer ist jedoch ein noch radikaleres Leseerlebnis, verstörend und faszinierend zugleich.
Über den Inhalt zu sprechen, hieße, den Text zu entwerten. Muratas Roman entfaltet seine Wirkung nicht über Handlung, sondern über das, was er in uns zum Beben bringt. Erzählt wird von Außenseiter*innen, die sich von der menschlichen Gesellschaft entfremden, ja, sich gar nicht mehr als „Menschen“ verstehen. Die Welt der „Erdlinge“ erscheint ihnen als Fabrik: ein System, das Menschen produziert, die brav arbeiten, heiraten, Kinder bekommen. Alles, was nicht in dieses Raster passt, wird an den Rand gedrängt.
Murata denkt dieses Außenseitertum radikal zu Ende. Der Text wird zum philosophischen Gedankenexperiment über Normalität, Identität und Tabus. Er zwingt uns, die vermeintliche Selbstverständlichkeit unseres Menschseins zu hinterfragen. Was heißt es, Teil einer Gesellschaft zu sein? Was heißt es, „normal“ zu leben? Und was passiert, wenn diese Ordnung zusammenbricht?
Am Ende gibt es keine Erlösung, kein moralisches Aufatmen. Man bleibt zurück mit dem Gefühl, dass alles, was wir Normalität nennen, ins Rutschen geraten ist. Für manche wird das zu extrem oder abstoßend wirken. Für mich liegt darin jedoch die literarische Stärke dieses Romans.
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Butter
(196)Aktuelle Rezension von: MondschaefinDas Buch war wunderschön zu lesen und hat mir viele Denkanstöße gegeben. Es ist sehr sinnlich und subtil geschrieben, die Beobachtungen über das Frausein und die Leistungsgesellschaft sind nuanciert und klug. Inwiefern die Gesellschaft Druck auf das Aussehen und vor allem den Körper von Frauen ausübt, wird in Literatur von, über und für Frauen häufig beschrieben - der Autorin ist es aber gelungen, das Thema mit einer eigenen Note und neuen Einblicken zu beschreiben. Ich wünschte, ich könnte es noch einmal von vorne lesen.
- Natsu Miyashita
Der Klang der Wälder
(123)Aktuelle Rezension von: A-Basan"Der Klang der Wälder" ist ein Buch über das Klavierstimmen. Tomura, ein einfacher, junger Mann aus einem abgelegenen Bergdorf, hört zufällig einem Klavierstimmer bei der Arbeit zu. Dieses Erlebnis verändert sein ganzes Leben. Für ihn ist der Klang des Klaviers eng mit den heimischen Wäldern verbunden und wird für ihn zu einem synästhetischen, überwältigendem Ereignis. Fortan widmet er sich nur noch dem Klavierstimmen, hat aber immer die Befürchtung, dass seine Arbeit nicht gut genug ist.
Diese Geschichte kommt ohne eine Nebenhandlung aus. Interessanterweise wird das Buch trotz seines monothematischen Bezugs nie langweilig. Wer gern actionlastig liest, wird hier natürlich nicht auf seine Kosten kommen. Aber für Liebhaber der leisen, nachdenklichen Töne mit einem Faible für klassische Musik, ist dieser Roman perfekt.























