Bücher mit dem Tag "jazz"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "jazz" gekennzeichnet haben.

226 Bücher

  1. Cover des Buches Schwarzer Mond über Soho (ISBN: 9783423213806)
    Ben Aaronovitch

    Schwarzer Mond über Soho

     (711)
    Aktuelle Rezension von: Zahirah

    Der 2. Teil der Rivers of London Reihe setzt fast nahtlos an den „Die Flüsse von London“-Band an. Peter muss immer noch lateinische Zaubersprüche pauken, darf aber seinen Job als Police Costabler dabei nicht vernachlässigen. Und das dies notwendig wird, ist spätestens dann gegeben als in Soho mehrere Tote zu beklagen sind. Peter muss erneut sein Können unter Beweis stellen. Aber auch hier kommen ihm wieder seine Freunde und natürlich sein Vorgesetzter Nightingale zu Hilfe. Auch dieser Teil ist wieder so geschrieben und erzählt, dass es für die jugendliche Leserschaft bestens zu empfehlen ist. Der Schreibstil ist einfach und deshalb leicht zu lesen und die Story hält für diese  Zielgruppe Fantasy und Crime im ausgewogenen Maß bereit. Die liebevoll beschriebenen Charaktere und die verschiedenen Lokalitäten in und um London tun ihr übriges, die Geschichte abzurunden. Zusammenfassend kann ich sagen, ist dieses Buch gut geeignet „in Familie“ gelesen zu werden. Denn auch für  erwachsene Leser bietet es gute Unterhaltung.

  2. Cover des Buches 1Q84 (Buch 1, 2) (ISBN: 9783442743629)
    Haruki Murakami

    1Q84 (Buch 1, 2)

     (699)
    Aktuelle Rezension von: rkuehne

    Nun also Murakamis Epos um Aomame und Tengo, um das parallele Jahr 1Q84, was zeitgleich zu 1984 stattfindet, um die „Puppe aus Luft“ und um all die anderen Dinge in Murakamis Fantasiewelt. Für mich gibt es zwei Arten von Murakamis Werken, die etwas realistischeren und die etwas fantasievolleren. Letztere gehören eigentlich nicht so zu meinen Favoriten und zu Letzteren gehört auch 1Q84. Trotzdem hab ich diese gut 1.000 Seiten immer gern gelesen und war auch, auch trotz größerer Pausen, immer nah dran und gut dabei. Trotzdem bleibt bei „diesen“ Murakamis immer ein bisschen eine Ebene, die mich nicht erreicht. Teil drei des Epos werde ich mir aber trotzdem besorgen.

  3. Cover des Buches Ein Wispern unter Baker Street (ISBN: 9783423214483)
    Ben Aaronovitch

    Ein Wispern unter Baker Street

     (545)
    Aktuelle Rezension von: Sabrina_Vogel

    Wahnsinn das ein Erdbeben auf einmal so plötzlich nein das kann nicht sein natürlich nicht das ist wieder ein neues magisches Volk. Und muss man überregional immer Zusammenarbeiten mit FBA und wie die ganze ABC Reihe von den Behörden ist. Nein aber es entwickeln sich wunderbare Freundschaften oder können sich daraus entwickeln toll. Und magische Geschöpfe können hilfreich sein oder vielleicht doch nicht oder anders da als man denkt auch dass ein unheimlich tolles Buch. Besonders erfährt man mehr über die Götter aber sind es überhaupt Götter in hinsichtlich wie die griechischen Götter oder doch eher anders?

  4. Cover des Buches Wenn Donner und Licht sich berühren (ISBN: 9783736308305)
    Brittainy C. Cherry

    Wenn Donner und Licht sich berühren

     (666)
    Aktuelle Rezension von: Anna_K_Rhodes

    Dies war das zweit Buch, das ich von Brittany C. Cherry gelesen habe und ich war wieder begeistert.

    Der Schreibstil, die Geschichte... einfach toll. Wunderbar emotional und berührend. 

    Diese Geschichte um zwei Außenseiter, die sich als Teenager verlieben, sich aus den Augen verlieren. Ihre Schicksalsschläge hinnehmen müssen, an denen sie zu zerbrechen drohen. Und sich dann schließlich wieder gegenüber stehen. Als vollkommen veränderte Menschen.

    Eine wirklich durch und durch zauberhafte Geschichte, die zwischendurch vielleicht einen Hauch dick aufträgt, aber das störte mich überhaupt nicht.


    "Wenn Donner und Licht sich berühren" bekommt 5 Sterne

  5. Cover des Buches Das Licht (ISBN: 9783446261648)
    T. C. Boyle

    Das Licht

     (89)
    Aktuelle Rezension von: andre-neumann

    Eigentlich hatte mich die Story inhaltlich gar nicht angesprochen. 1960er-Jahre, LSD, Harvard-Uniumfeld - alles keine Themen, die mich wirklich reizen oder ansprechen. Deshalb war dies auch einer der letzten T.C. Boyle Romane, die ich gelesen habe. Aber dann Mann hat einfach eine Gabe, den Leser zu fesseln, vollkommen egal, worüber er schreibt! Das liegt meiner Meinung nach einfach daran, dass er es schafft, spannende, glaubhafte und interessante Charaktere zu erschaffen, mit denen der Leser mitfiebert. So auch hier. Nebenbei ist auch die Geschichte selbst rund um die Entdeckung und erste Verbreitung von LSD in den USA - basierend auf realen Charakteren! -  interessanter, als ich es erwartet hatte. Tolles Buch! Aber obwohl ich ein großer Freund offener Enden bin, fand ich dieses hier leider etwas unbefriedigend.

  6. Cover des Buches Gelöscht (ISBN: 9783733500382)
    Teri Terry

    Gelöscht

     (1.440)
    Aktuelle Rezension von: Das_Leseding

    Inhalt:
    Kylas Gehirn wurde neu programmiert, sie gehört zu einer Gruppe junger Menschen, die ein neues Leben beginnen dürfen, bei einer neuen Familie. Doch nichts ist so wie es scheint, Geheimnisse und Lügen erschweren ihr den Einstieg in ein unbekümmertes Leben.

    Schreibstil:
    Der Stil ist gut und mit wenigen Sätzen ist man schon in die Geschichte eingetaucht. Die Gedanken von Kyla sind greifbar, allerdings gibt es noch Platz für eigene Interpretationen und genau hier ist der Haken. Die Geschichte läuft ohne große Wendungen immer genau so wie in meinen Gedanken ab. Es war also immer ein „wusst ichs doch“ und „ah schön, so dachte ich mir das“. Es war also eher wie ein Unfall: das Buch weglegen geht nicht, kann ja doch noch was anderes passieren. Aber genau diesen Reiz „bleibt es jetzt so wie gedacht oder ändert sich was“ hat mir das Lesen versüßt und irgendwie freute es mich, immer recht zu behalten. Ich war also voll bei Kyla, hätte mich zwar teilweise anders entschieden, aber die Handlung nahm dann den Weg die sie nehmen musste. Die Verhaltens- sowie Ausdrucksweise ist passend für ein Jugendbuch, mit Niveau.

    Charaktere:
    Alle konnten mich auf ihre Art begeistern, sie verhielten sich ihrem Charakter angepasst und entwickelten sich – wie es ihnen möglich war. Auch gibt es noch unbekannte, was verheimlichen Kylas Eltern, was ist der wahre Grund hinter der missing Website und den Personen die dahinter stehen, was haben die RT mit dem ganzen zu tun. Es bleibt also spannend.

    Cover:
    Das Cover trifft die Situation sehr gut, ein halber Mensch, denn was bist du, ohne deine Vergangenheit?

    Fazit:
    Ein interessanter erster Band, der neugierig auf Teil 2 macht. Von mir gibt es, trotz der Vorhersehbarkeit, 4 Sterne, denn die Idee hinter der Handlung und die Charaktere haben mich überzeugt.

  7. Cover des Buches Eversea - Ein einziger Moment (ISBN: 9783802597435)
    Natasha Boyd

    Eversea - Ein einziger Moment

     (311)
    Aktuelle Rezension von: YaBiaLina

    „Eversea“ lag ziemlich lange auf meinem SUB und so wurde es Zeit,das es davon befreit wird. Und bereut habe ich dies keinesfalls,denn es war ein schöner Roman über das Kennenlernen,das Leben als Star und was dies alles für Probleme mit sich bringt und vor allem um die Liebe,die nicht immer siegen kann und den Leser mit einem offenen Ende zurück lässt...

    Inhalt:

    Als Jack Everseas Freundin und Filmpartnerin ihn mit ihrem neuen Regisseur betrügt, flüchtet sich der angesagte Jungschauspieler in das Örtchen Butler Cover in South Carolina. Er braucht Zeit zum Nachdenken, Ruhe vor der Presse und vor all den Menschen, die denken, sie wüssten, was das Beste für ihn und seine Karriere ist. Doch gleich am ersten Abend stolpert er über die junge Kellnerin Keri Ann: Zwar lässt diese sich von einem skandalumwitterten Promi nicht beeindrucken, aber trotzdem sprühen von der ersten Sekunde an zwischen den beiden die Funken - auch wenn sie wissen, dass ihre Liebe eigentlich unmöglich ist ...

    Meinung:

    Natasha Boyd hat einen sehr angenehmen Schreibstil,bei dem man locker und flüssig durch das Geschehen kam.Besonders die anschaulichen Beschreibungen des kleinen Örtchens,wo sich die Geschichte von Keri Ann und Jack abspielt,waren super,so konnte man sich alles bildlich vorstellen und das Kopfkino nahm seinen Lauf.

    Keri Ann und Jack haben mir sehr gefallen.Zusammen haben sie sehr gut miteinander harmoniert,aber sie konnten auch ernste Gespräche miteinander führen.Auch die leidenschaftlichen Szenen waren glaubwürdig und schön zu lesen.Sie waren mir beide sympathisch,auch wenn ich mir für die beiden ein anderen Verlauf gewünscht hätte.Besonders der Nebencharakter Jazz hat mir gefallen.Sie ist nicht auf den Mund gefallen und mit ihren Sprüchen hat sie es immer wieder geschafft,mich zu unterhalten.Aber sie konnte auch ernst bleiben und ist eine wichtige Konstante in Keri Anns Leben.

    Da mich das Ende leider sehr neugierig zurück gelassen hat und die Geschichte an sich mir auch super gefallen hat,werde ich demnächst den zweiten Band lesen,denn ich MUSS erfahren,ob die beide ihr Glück finden oder nicht.

  8. Cover des Buches Madame Hemingway (ISBN: 9783746628912)
    Paula McLain

    Madame Hemingway

     (96)
    Aktuelle Rezension von: Vespasia

    Nachdem ich „Hemingway und ich“ gelesen habe, wo Hemingways dritte Frau, Martha Gellhorn, im Vordergrund steht, musste ich mir einfach auch dieses Buch zulegen. Zum Glück bin ich endlich dazu gekommen, es auch zu lesen. Hemingways erste Frau, Hadley, ist ein ganz anderer Typ Frau als Martha. Auch Hemingway scheint sich in den Jahren etwas verändert zu haben, weshalb es sicher auch interessant wäre, die Bücher direkt hintereinander zu lesen.

    Paula McLain schreibt in der ich-Form und haucht Hadley damit direkt Leben und Persönlichkeit ein. Auch, wenn man natürlich immer bedenken muss, dass es sich um einen Roman handelt und nicht alles zu einhundert Prozent authentisch sein kann, finde ich diese Perspektive hier doch gut gewählt. Man kommt Hadley als Person gleich zu Anfang schon sehr nahe, kann ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen und lernt mit ihr zusammen schließlich Ernest Hemingway kennen. Hemingway ist ein wirklich interessanter Charakter; als er Hadley kennenlernt, ist er noch sehr jung und doch schon sehr exzentrisch, eigentlich schon unsympathisch. Diese erste Ehe wird von McLain mit viel Liebe zum Detail dargestellt und lässt sowohl Hadley als auch Ernest zum Vorschein kommen und für den Leser greifbar werden. Auch die Zeit wird eindrucksvoll beschrieben: das Paris der 20er Jahre, das Leben der Künstler, auf die Hadley trifft… all das wird von der Autorin zu einer angenehm lesbaren und unterhaltsamen Geschichte verwoben. Natürlich sollte man schon Interesse an Hemingway als Person haben, um dieses Buch in vollen Zügen genießen zu können, aber auch ohne großartiges Vorwissen kann man das Buch lesen. Für den Einstieg habe ich ein wenig gebraucht, sobald dieser hinter mir lag, habe ich die Lektüre aber sehr genossen.

    Interessant war auch, dass einige Passagen aus Ernests Sicht geschrieben waren (wenn auch nicht in der ich-Form). So wurden die Lücken gefüllt, die Hadley nicht füllen konnte. Diese Abschnitte fand ich durchaus gelungen, da sie Einblicke in Ernests Gedankenwelt brachten. Gerade weil seine Perspektive wesentlich schwerer nachzuvollziehen war und er auch eine sehr schwierige Person gewesen zu sein scheint, fand ich den Perspektivwechsel sinnvoll. Auch zu seinen Werken finden sich einige interessante Stellen im Buch, wenngleich Hadley doch die Hauptperson ist und sein Schaffen eher hintenansteht. Jedenfalls hat das Buch mir spontan Lust gemacht, „Paris – Ein Fest fürs Leben“ und „Fiesta“ zu lesen.

    Am Ende gibt es für den interessierten Leser auch noch ein Kapitel zu den Quellen sowie ein Interview mit der Autorin, die das Buch noch abrunden. Wer also Interesse hat, nach der Lektüre noch ein wenig weiterzuforschen (und das halte ich für nicht unwahrscheinlich), bekommt die Gelegenheit dazu. Hier wird auch noch einmal klar, dass sich durchaus einige Fakten im Buch versteckt haben und sich die Autorin viel Mühe mit der Recherche gegeben hat.

     Fazit: Gut geschriebener Roman über Hadley Richardson und Ernest Hemingway – zwei interessante Persönlichkeiten, die in einer interessanten Zeit gelebt haben.

  9. Cover des Buches Der große Gatsby (ISBN: 9783311220008)
    F. Scott Fitzgerald

    Der große Gatsby

     (1.029)
    Aktuelle Rezension von: Blintschik

    Alle kennen die großen Partys des großen Gatsbys. Die Leute kommen von überall her und nehmen sogar uneingeladen an den berühmten Feiern teil, aber keiner kennt den Gastgeber Gataby wirklich. Deswegen ranken sich viele Gerüchte um ihn. Als Nick sein neuer Nachbar wird, lernt er ihn auf eine ganz andere Weise kennen und merkt, dass hinter dem bekannten Mann ein ganz anderer steckt.


    Dieses Buch ist einfach großartig. Allein wie es schon anfängt und man in diese lebendige und doch nachdenkliche Stimmung hineingezogen wird. Ich konnte mir richtig gut vorstellen, wie Nick, der Protagonist, die Geschichte erzählt. Dabei lernt man die Personen immer besser kennen und sieht die Schichten ihrer Persönlichkeit tiefer werden und die komplexen Beziehungen untereinander bringen einen zum Nachdenken. Die Geschichte wirkt ziemlich einfach und simpel und doch schwingen so viele Themen des Lebens mit, die der Autor tragisch und auch zynisch beschreibt.

    Ich für meinen Teil liebe dieses Buch und da es so schnell durchgelesen ist, kann man es immer wieder lesen und stößt dabei immer auf neue Details. Außerdem hat es einen einfachen und schönen Schreibstil, sodass man perfekt für ein paar Stunden in der Geschichte abtauchen kann.

  10. Cover des Buches Breathe - Flucht nach Sequoia (ISBN: 9783423760799)
    Sarah Crossan

    Breathe - Flucht nach Sequoia

     (299)
    Aktuelle Rezension von: Bücherfüllhorn-Blog

    Die Dystopie lässt sich flüssig lesen und hat mit dem Thema Sauerstoffmangel und Ökokatastrophe ein interessantes Setting. Dennoch bleibt es stellenweise ein wenig oberflächlich, worüber ich aber sehr gut hinweglesen konnte.

    Bei diesem 2. Band kann ich trotz des Themas nur drei von fünf Sternen vergeben. Der zweite Band wirkte mit seinen vielen Ereignissen zu stark aufgetragen, vor allem Vanyas Zuchtprogramm passte für mich gar nicht. Zudem gibt es zu einigen Protagonisten ein offenes Ende. Dennoch, die Dystopie wagt eine Zukunftsaussicht, die so auf unserer Erde passieren kann. 

    Das Thema wird dann in eine Geschichte für Jugendliche gepackt, die gut zu lesen ist. Zudem machen alle Protagonisten eine große Veränderung durch und wachsen an den Ereignissen. Es sind drei gute Sterne, die ich vergebe.

  11. Cover des Buches Inspektor Takeda und die Toten von Altona (ISBN: 9783746632131)
    Henrik Siebold

    Inspektor Takeda und die Toten von Altona

     (65)
    Aktuelle Rezension von: EmiliAna

    Die recht eigenwillige und leicht erregbare Hamburger Kommissarin Claudia Harms ist wieder einmal sauer! Da hat man doch ausgerechnet ihr den Auftrag erteilt, sich um den Kollegen Ken Takeda aus Tokio zu kümmern, der im Rahmen eines wenig beliebten, verächtlich belächelten Austauschprogramms für zwei Jahre nach Deutschland geschickt wird, um hier Erfahrungen zu sammeln und die hiesige Vorgehensweise bei der Verbrechensbekämpfung zu studieren, wobei er voll eingebunden sein soll in alle anfallenden Ermittlungen. Claudia aber weiß es besser! Als Kaltstellen ihrer Person betrachtet sie ihre unliebsame Aufgabe, weiß sie doch, dass sie, die einzige Hauptkommissarin der Mordkommission, nicht nur ihren ausschließlich männlichen Kollegen sondern vor allem ihrem Chef, der sie liebend gerne loswerden möchte, ein Dorn im Auge ist, ein Ärgernis, der man jede Gelegenheit verwehren sollte, ihr unanzweifelbares Können bei der Lösung auch der kompliziertesten Fälle unter Beweis zu stellen.

    Doch die Vorbehalte, die Claudia dem Japaner gegenüber hat, zerstreuen sich schnell, denn dieser ist, so stellt sich rasch heraus, ein außerordentlich sympathischer und höflicher Mann, der nicht nur ein begabter Saxophonspieler und Karaoke-Sänger ist, sondern darüber hinaus auch noch mit einem besonderen Gespür für Kriminalfälle gesegnet ist – und einer enormen Neugierde auf Deutschland, das Land, das ihm sein Vater, ein Verehrer der deutschen Kultur und überhaupt alles Deutschen, in den leuchtendsten Farben geschildert hat.

    Dass der erste Einsatz, zu der der Chef die mürrische und besserwisserische Claudia und den eleganten Japaner mit der Vorliebe für teure Anzüge abordnet und der als unwichtige und von Anfang an als bereits gelöst betrachtete Angelegenheit angesehen wird, sich als ziemlich verzwickt herausstellen würde, war nun wirklich nicht geplant! Dem ungleichen Ermittlerpaar wird nämlich schnell klar, dass der als Selbstmord eingestufte Tod eines Buchhändlerpaares im Hamburger Stadtteil Altona in Wirklichkeit ein geschickt getarnter und mit großer Sorgfalt ausgeführter Mord ist! Der Täter scheint bald festzustehen, doch ist er so offensichtlich, dass den inzwischen gut zusammenarbeitenden west-östlichen Ermittlern berechtigte Zweifel kommen. Gegen alle Widerstände beginnen sie, in einem Sumpf von Verrat, rücksichtsloser Bauspekulationen, grassierendem Ausländerhass und unkontrollierbarer Aggressionen zu stochern – und geraten alsbald immer tiefer in immer gefährlicher werdende Situationen, bis sie schließlich, als es für beide schon beinahe zu spät ist, die ganze trübe, traurige und zutiefst abstoßende Wahrheit erkennen....

    Der Japankenner Henrik Siebold hat mit dem ersten Band um die beiden Kommissare Ken Takeda und Claudia Harms einen trotz der düsteren Szenerie erfrischend neuen, einen jedenfalls nicht alltäglichen Kriminalroman geschrieben, der sich angenehm von der den längst unüberschaubar gewordenen Krimimarkt überflutenden Massenware mitsamt ihrem auf die Nerven gehenden Lokalkolorit unterscheidet.

    Dabei ist der Mordfall, um den es in vorliegendem Roman geht, zwar nicht leicht zu durchschauen, aber auch nicht sonderlich spektakulär, der Hintergrund, vor dem die beiden Hauptfiguren ermitteln, ist, wenn auch traurige Wirklichkeit, nichts, worüber man unbedingt Bescheid wissen möchte und schon gar nichts, was als Stoff für einen wirklich guten Krimi vorstellbar wäre. Und auch das ungleiche Polizistenpaar hat man ganz ähnlich schon in zahlreichen anderen Kriminalgeschichten angetroffen. Was vielmehr den Reiz der hier zu besprechenden Geschichte ausmacht, ist die Art und Weise, wie der Autor die aus anderen Romanen dieses Genres hinlänglich bekannten Ingredienzien miteinander mischt und verschmelzen lässt, wie er Schritt für Schritt eine Reihe von unannehmbaren Zuständen wie auch Machenschaften vor der Kulisse der bei so vielen Menschen angesagten und ach so attraktiven und lebenswerten Stadt Hamburg aufdeckt, durchaus auch vorsichtig anprangert, die umso erschütternder sind als sie, man kann es nicht mehr leugnen, der Realität entsprechen und, möchte man Prognosen wagen, eskalieren werden, wenn keine Lösungen gefunden werden.

    Der eigentliche Glückstreffer des Kriminalromans allerdings, die Figur, mit der alles steht und fällt und ohne die die Geschichte doch wieder in die Durchschnittlichkeit zurückfallen würde, ist Kenjiro Takeda, der in den uralten Traditionen seines Heimatlandes verwurzelte Japaner, der dennoch offen allem Neuen und für ihn unendlich Fremden gegenübersteht, dessen ausgesuchte Höflichkeit so wohltuend ist und durch dessen Augen der Leser einen Blick wirft auf das eigene Heimatland – und damit auch auf sich selbst. Gleichzeitig nähert er sich dem Land, aus dem Inspektor Takeda stammt, erfährt nicht wenig über eine ganze Reihe japanischer Gepflogenheiten, über für Westliche sehr fremdartig anmutende Denk- und Verhaltensweisen, die aber trotzdem, oder gerade deshalb, eine eigenartige Faszination ausüben.

    Auch Takedas Zusammenspiel mit der kantigen, oft grob unhöflichen, insgesamt wenig sympathisch erscheinenden, doch außerordentlich fähigen Kollegin Claudia Harms hat seinen Reiz. Beide finden trotz entgegengesetzter Ansichten und Lebensphilosophien eine tragfähige gemeinsame Basis, finden zu einem tiefen gegenseitigen Verständnis, das eher auf Instinkt als auf Ratio beruht und das, so meine ich, von dem Autor dem Leser sehr glaubhaft vermittelt wird, authentisch geradezu, in keiner Weise konstruiert oder an den Haaren herbeigezogen wirkend, wie man das des öfteren in ähnlichen Roman-Konstellationen bereits erleben und erleiden durfte.

    Und dieses wunderbare west-östliche Paar, dessen Zusammenarbeit sich – bisher! - ausschließlich aufs Berufliche bezieht, lässt denn auch – fast – gewisse Mankos vergessen, die vor allem in der sich doch etwas zu sehr hinziehenden, sich auf zu vielen Schlachtfeldern abspielenden und damit unnötig verwirrenden und auch überfrachteten Handlung zu finden sind. Hier wäre etwas weniger gewiss mehr gewesen.... Doch sei's drum – der Krimi ist in jedem Falle empfehlenswert und macht neugierig auf ein Wiedersehen mit dem anziehenden Japaner in den inzwischen erschienenen drei Folgebänden!

  12. Cover des Buches Abendland (ISBN: 9783423137188)
    Michael Köhlmeier

    Abendland

     (72)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Inhalt:

    Carl-Jakob Candoris hat nur noch wenige Monate zu leben. In der ihm noch verbleibenden Zeit möchte er sein Leben erzählen. Es gibt nur einen, der es aufschreiben soll: der Sohn seines besten Freundes, dem bekannten Jazz-Gitarristen George Lukasser: Sebastian, der Schriftsteller ist. Dieser nimmt den Auftrag an. Im Laufe der Sitzungen, in denen Candoris Sebastian sein Leben erzählt, wird immer deutlicher, dass es sich auch um Sebastians Leben handelt.  Beide Familien sind sehr eng miteinander verbunden und tragen das eine oder andere Geheimnis mit sich. Eingebettet wird die Lebensgeschichte immer wieder in die gesellschaftlich, künstlerisch und politisch vorherrschenden Gedankenströme der damaligen Zeit. Dadurch wird das Buch nicht nur das philosophisch angehauchte Psychogramm zweier Familien und ihrer Mitglieder, sondern auch eines Jahrhunderts.

     

    Meine Meinung:

    Köhlmeiers Buch ist sicherlich ein Buch der harten Recherche. In den immer wieder einfließenden geschichtlichen Elementen wird dies sehr deutlich. So wird das Buch mehr als nur eine Lebensgeschichte. Allerdings fehlt der Geschichte dadurch auch der Zusammenhalt. Im ersten Teil des Buches wird dies noch nicht so deutlich. Aber im Laufe des 2. Teils rücken zunehmend jene gesellschaftlichen, politischen und geschichtlichen Einzelheiten in den Mittelpunkt, die für die jeweilige Zeit, in der wir uns befinden, bedeutsam sind und werden in das Leben der Akteure eingeflochten. Inhalte sind hier, wie ich finde, zu viele verschiedene Bereiche: die Hässlichkeit der Mathematikerin Emmy Noether, angeblich schwule Boxer, Seyß-Inquart und die Nürnberger Prozesse, Edith Stein, der Mathematiker Makoto Kurabashi, der Physiker Eberhand Hamentner (Die beiden letzt genannten sind fiktive Persönlichkeiten, die aber ebenfalls realen Bezug haben.) und nicht zu vergessen die Geschichte des Jazz. Im dritten Teil findet Köhlmeier eine gute Mischung zwischen diesen Elementen, sodass ich sagen kann, dass der erste Teil derjenige mit dem angepriesenen großen Lesesog ist. Der zweite Teil ist sehr interessant, aber der Lesesog ließ bei mir, aufgrund der Zerrissenheit der Erzählung nach und im dritten Teil dachte ich mitunter schon des Öfteren daran, endlich fertig zu werden. Dies lag aber sicherlich nicht nur am Aufbau des Buches, sondern auch an den 776 Seiten. Keine Frage Köhlmeier kann bewundernswert erzählen und mit seiner manchmal auch sehr direkten Sprache, den Leser einfangen, verzaubern und gleichzeitig aber auch schockieren und aufrütteln. Auch seine Fähigkeit, Menschen zu analysieren und in ihrer gedanklichen, emotionalen und psychischen Entwicklung darzustellen, ist großartig. Dennoch glaube ich, dass man der Geschichte durch straffere Erzählweise mehr Spannung und Griffigkeit hätte geben können und ihr so die unnötige Langatmigkeit hätte nehmen können.

    Zumal man nicht vergessen darf, dass die beiden Protagonisten Sebastian Lukasser und Carl Jacob Candoris ebenfalls eine umfassende Lebensgeschichte mitbringen. Sebastian hat gerade eine Prostata Operation hinter sich, an deren Nachwirkungen er immer noch sehr leidet. Zudem hat er eine gescheiterte Ehe und einen Sohn, den er schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Er selbst ist der Sohn des bekannten Jazz-Gitarristen, George Lukasser, der Selbstmord begannen hat. All dies wird auch noch in der Geschichte untergebracht.

     

    Fazit:

    Alles in allem muss man Hochachtung vor Köhlmeier haben, der so viele verschiedene Erzählelemente auch noch in eine sinnvolle Verbindung bringt. Aber dennoch weiß ich nicht so recht, was mir der Roman sagen will. Als reiner Roman oder Familiensaga ist er mir zu sachlich und mit zu vielen realen Fakten durchzogen. Als Geschichtsbuch ist er wiederum mit zu vielen fiktiven Elementen behaftet. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen und der Leser kann sich je nach Neigung, das aus dem Buch in den Vordergrund holen, was er im Mittelpunkt sehen möchte.

    Ich fand das Buch gut, aber nicht herausragend. Da es mein erster Köhlmeier war, kann ich leider keine Vergleiche dahin gehend ziehen, ob er sonst besser schreibt. Neugierig bin ich aber schon auf weitere Bücher von ihm geworden, zumal sein Repertoire so weit gefächert ist, wie dieser Roman.


  13. Cover des Buches Die Farbe Lila (ISBN: 9783945386125)
    Alice Walker

    Die Farbe Lila

     (304)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    Alice Walkers Briefroman "Die Farbe Lila" ist sicher keine leichte Lektüre. Allerdings hat es mich gerade wegen dieser Schonungslosigkeit sehr, sehr schockiert und berührt. 

    Die junge, in den Südstaaten aufwachsende Celie wird von einem Mann, den sie Vater nannte, vergewaltigt, geschunden und an einen anderen Mann verkauft, den sie in all ihren Briefen ehrfürchtig "Mr. ..." nennt. Als dieser ihr auch noch den Kontakt zu ihrer Schwester Nettie unmöglich macht, indem er sie vertreibt und alle ihre Briefe einbehält, verzweifelt Celie voll und ganz. Sie hat niemanden mehr, dem sie vertrauen kann, ist die Sklavin eines brutalen weißen Mannes, muss für ihn schuften und gebären und ist furchtbar einsam. Bis zu dem Tag, an dem die aufsehenerregende Shug auftaucht: Alles verändert sich, als die schillerende, elegante, willenstarke und eindrucksvolle Sängerin das Haus betritt. 

    Celie verliebt sich unsterblich in Shug und empfängt ihre Liebe und Hilfsbereitschaft zurück. Mit ihr zusammen befreit sie sich von ihrer Knechtschaft, die sich Ehe nennt, versucht auf eigenen Beinen zu stehen und findet auch die Briefe von Nettie, die Mr. ... ihr vorenthalten hat. Ihre Erzählungen offenbaren eine vollkommen andere Welt und so muss Celie sich auch mit ihrer leiderfüllten Vergangenheit immer wieder auseinandersetzen.

    "Die Farbe Lila" war durch das Briefromanformat etwas anstrengend zu lesen, allerdings gewann die Geschichte somit auch an Authentizität. Celies geringe Literarisierung lässt sich beispielsweise durch ihren Stil und Jargon erkennen, während Netties Briefe deutlich flüssiger und verständlicher geschrieben sind. Über allem stehen die starken Bande der unerschütterlichen Geschwisterliebe zwischen Celie und Nettie, wodurch der Roman wirklich schön zu lesen war. Alles in allem hat mich die Auseinandersetzung mit den Thematiken Rassismus, Sklaverei, Kultureigentum und Kolonialismus, die durch diese Geschichte angeregt wird, sehr interessiert, bereichert und berührt, weshalb ich diesen Roman von Herzen weiterempfehlen kann!

  14. Cover des Buches Der Lustmolch (ISBN: 9783442449866)
    Christopher Moore

    Der Lustmolch

     (71)
    Aktuelle Rezension von: Sato

    Das ist mal wieder ein typischer Roman von Chris Moore: total abgedreht, unterhaltsam und teilweise verstörend. 

    Moore ist ja bekannt für seine äußerst schrägen Figuren - und das Buch hat reichlich davon - dazu eine absurd komische Story - sowie das Beste: die Geschichte geht weiter in "Der törichte Engel". 

    Unbedingt Lesen!          

  15. Cover des Buches Wer zuletzt liebt … liebt am besten (ISBN: B07Q3GXRR1)
    Liv Larson

    Wer zuletzt liebt … liebt am besten

     (29)
    Aktuelle Rezension von: stayliterate

    Wie geht ihr mit Herzschmerz um?

    Bea aus „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ sieht da nur einen Ausweg, und zwar, stürzt sie sich in ihre Arbeit. Nach einer zweijährigen Beziehung und mit 39 Jahren ist sie weder der erfahrenste noch der jüngste Single auf dem Markt. Zudem setzt bei ihr zunehmend Torschlusspanik ein. Wenn sie noch einmal Kinder haben möchte, sollte sie sich ihrer Meinung nach ranhalten. Hals über Kopf ist sie Teil der Dating-Szene und wird von den Spielregeln erschlagen. Nach einer kleinen Auszeit bei ihrer Freundin Em, findet sich Bea in einem vollen Zugabteil wieder und lernt dort den Karikaturisten Lars kennen. Allerdings bleibt von ihrem Treffen nichts weiter übrig, als eine Karikatur an Beas Pinnwand. Werden sich die beiden noch einmal begegnen und wird Lars Beas aufkeimende Gefühle erwidern?

    Für die ersten paar Kapitel habe ich bestimmt zwei Wochen gebraucht, weil ich mich nicht in das Buch reinlesen konnte. Ich mag es, wenn es in Büchern gleich um das Wesentliche geht und ich nicht erste eine lange Einlesephase benötige. In „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ hat sich meiner Meinung nach bis zur Mitte des Buchs jedoch nicht viel getan und so hat es sich einfach nur gezogen wie Kaugummi. Ich kann verstehen, dass die Vorgeschichte wichtig  für das spätere Verständnis[1]  ist, aber man hätte dort vielleicht etwas sparen[2]   und sich stattdessen mehr auf die Beziehung zwischen den Protagonisten konzentrieren können. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang argumentieren, dass man dadurch Beas Entwicklung besser darstellen konnte, aber trotzdem war dieser Teil zu langatmig für mich. Auch der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Es wurde sich sehr auf die inneren Gefühle von Bea und ihre Gedanken konzentriert. Viele Dinge wurden meiner Meinung nach auch zu oft aufgegriffen. Nach ungefähr der Hälfte des Buches hat die Story dann endlich Fahrt[3]  aufgenommen und ich konnte es tatsächlich nicht mehr weglegen. Der zweite Part des Buchs ist somit mein Favorit, unter anderem auch, weil Lars dort das erste Mal erwähnt wird und er mein Lieblingscharakter ist.
    Lars hat einen ziemlich dunklen Humor, ist brutal ehrlich und weiß, was er will. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an ihm. Damit bildet er nämlich einen Kontrast zu Bea.  Ihr fehlt Lars´ Charisma und außerdem ist sie durch die Trennung verunsichert. Die ständigen Verkupplungsversuche ihrer Freundin Em helfen auch nicht wirklich, ihr wieder etwas Selbstvertrauen zu schenken. Schließlich geht jeder einzelne davon auf seine Art und Weise schief. Weil Em eigentlich eine nette Freundin ist, sich aber viel zu sehr in Beas Leben einmischt und einige Aktionen bringt, die zwar lustig sind, aber doch das Vertrauen zwischen Freunden zerstören können, ist sie der Charakter, der mir am wenigsten gefällt. 
    Mir hat besonders gefallen, dass Bea sich zum Besseren verändert hat und dass ihr viele Dinge klar geworden sind, die sie nun zu einer sehr selbstbewussten Frau machen. Zum Ende hin wird sie auch immer mehr zum Paradebeispiel einer reifen Frau, die weiß, was sie will.

    Fazit: „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ von Liv Larson ist ein Buch, das mich genauso sehr aufgeregt hat, wie ich es geliebt habe. Die Lovestory steht, anders als es der Titel vermuten lässt, eher im Hintergrund, und die Entwicklung der Protagonistin dafür im Vordergrund. Jeder, der sehen möchte, dass man sich auch mit 39 Jahren selbst finden kann oder einfach nur gespannt auf den hochgelobten zweiten Teil des Buchs ist, sollte es unbedingt lesen. 

  16. Cover des Buches Bullet Catcher - Max (ISBN: 9783802583490)
    Roxanne St. Claire

    Bullet Catcher - Max

     (100)
    Aktuelle Rezension von: Blubb0butterfly
    Eckdaten
    364 Seiten (+Danksagung und Leseprobe Band 3)
    Egmont LXY Verlag
    ISBN: 978-3-8025-8349-0
    2011
    2. Band
    Übersetzung: Kristiana Dorn-Ruhl
    Taschenbuch
    9,99 €

    Cover
    Das Cover ist helllila und zeigt einen Männerkörper, jedoch ohne Kopf und Beine. Anscheinend ist es das Markenzeichen der Reihe, denn auch auf den anderen Bänden zieren Männerbrüste das Cover. Das ist natürlich ein Blickfang und die helle Farbe hebt sich stark von den dunkleren Covern ab.
    Ich hätte es besser gefunden, wenn das Cover mehr mit dem Titel zu tun hätte.

    Inhalt (Klappentext)
    Fünf Jahre ist es her, dass der Drogenfahnder Max Roper bei einem gefährlichen Einsatz einen Kollegen verlor. Paul Cooper, nicht nur sein Vorgesetzter, sondern auch der Vater seiner Verlobten Corinne, starb durch eine Kugel, die für Max bestimmt war. Daraufhin verließ Max die DEA und wurde Mitglied der Bullet Catcher – ein Eliteteam von Bodyguards. Coopers Tochter Cori machte ihn für den Tod ihres Vaters verantwortlich und trennte sich deshalb von ihm. Max hat Cori nie vergessen können. Doch in seinem Job dürfen Gefühle keine Rolle spielen. Da erhält Max einen neuen Auftrag: Er soll die Witwe eines vor kurzem verstorbenen Milliardärs beschützen, die nach dem mysteriösen Tod ihres Mannes Morddrohungen erhält. Bei der Frau handelt es sich um niemand anderen als Cori! Schon bei ihrer ersten Begegnung flammt die alte Leidenschaft wieder auf. Aber um seinen Auftrag erfolgreich ausführen zu können, muss Max ihre gemeinsame Vergangenheit hinter sich lassen, denn schon bald kommt es zu einem ersten Anschlag auf Cori. Zudem verdichten sich die Hinweise, dass ihr Mann ermordet wurde, und als Alleinerbin von Peyton Enterprises ist es Cori, die das offensichtlichste Tatmotiv hat…

    Autorin (Klappentext)
    Roxanne St. Claire ist in Pittsburgh aufgewachsen und hat an der Universität von Kalifornien studiert. Nach einer steilen Karriere im Bereich Public Relations tat sie das, wovon man jedem angehenden Schriftsteller abrät: sie kündigte ihren Job, um zu schreiben. 2002 erschien ihr erster Liebesroman. Seitdem hat sie mit ihren Büchern viele Preise gewonnen, darunter den RITA Award und den National Reader’s Choice Award. Roxanne St. Claire lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Florida.
    Weitere Informationen unter: www.roxannestclaire.com

    Fazit
    Ich habe zwar nur den einen Band dieser Reihe gelesen, aber das macht nicht wirklich viel aus. Die Handlung ist auch so verständlich. Die Handlung an sich ist zwar recht spannend, aber ich würde den Band nicht nochmal lesen wollen. Dafür ist er mir nicht spannend und gut genug gewesen. Obwohl die heißen Männer von den Bullet Catcher schon ziemlich heiß sind. 
    Ich kenne noch eine andere Reihe von ihr, die ich persönlich besser finde.
    Der Epilog war aber interessant. Dort gab es viele versteckte Andeutungen auf den ersten Band und auf die folgenden Bände der Reihe.

  17. Cover des Buches Rayuela. Himmel und Hölle (ISBN: 9783518460573)
    Julio Cortázar

    Rayuela. Himmel und Hölle

     (28)
    Aktuelle Rezension von: GMAC
    Der Klassiker von Cortazar schlechthin. Ich lese dieses Buch immer wieder gerne.
  18. Cover des Buches Höllenjazz in New Orleans (ISBN: 9783492060868)
    Ray Celestin

    Höllenjazz in New Orleans

     (119)
    Aktuelle Rezension von: Nymphenbad

    New Orleans, Mai 1919. Ein mysteriöser Mörder geht um, den man den Axeman nennt. Ähnlich wie im Fall Jack the Ripper gibt es einen Spottbrief, den er an die ansässige Zeitung schickt (beim Ripper war es die Polizei selbst, an die er seine Briefe adressiert hatte), und ähnlich wie Jack the Ripper gab es den Axeman wirklich, auch er wurde nie gefasst, die Morde hörten einfach auf.

    Bei seinen brutal verstümmelten Opfern hinterlässt er stets eine Tarotkarte.

    Die Ermittlungen werden von drei unterschiedlichen Seiten aufgezogen. Da sind Detective Lieutenant Michael Talbot, der ehemalige Polizist und Mafioso Luca D’Andrea, der frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde, und Ida Davis, eine Sekretärin der örtlichen Zweigstelle der Detektei Pinkerton, die unabhängig voneinander die Morde untersuchen.

    Ray Celestins Debütroman führt uns zurück in die Zeit, in ein New Orleans nach dem ersten Weltkrieg. Die Erzählung wechselt zwischen den drei Hauptfiguren, die alle einen anderen Ansatz haben, und sie nimmt uns mit, um eine Reihe historischer Verbrechen zu untersuchen. Dabei sehen wir interessanterweise nicht nur drei Möglichkeiten, sich einem Verbrechen zu nähern, wir erleben auch die Stadt aus drei unterschiedlichen Seiten, die sich im Laufe der letzten hundert Jahren kaum verändert hat, glaubt man den Stimmen, die sich damit auskennen. Tatsächlich gilt New Orleans als die große Ausnahme unter den Städten dieser Welt, eine regelrechte Besonderheit in jeder Hinsicht, und das sickert aus nahezu jeder Seite hervor.

    Michael Talbot ist Ire der zweiten Generation, ein Mitglied der Polizei, und er hat es schwer mit seinen Kollegen. Vor einigen Jahren musste er gegen seinen damaligen Chef Luca D’Andrea aussagen, was diesen für fünf Jahre ins berüchtigte Gefängnis “Angola” brachte.

    D’Andrea selbst ist ein italienischer Mafioso, der sich innerhalb der Polizei hochgearbeitet hatte. Nach fünf Jahren wieder auf freiem Fuß, ist sein einziger Wunsch nun, in seine Heimat Sizilien zurückzukehren und seine Tage dort zu beenden, wo er hingehört. Doch Carlos Matranga, der Kopf der ansässigen Mafia, hat noch eine letzte Aufgabe für ihn, bevor er ihn gehen lassen wird: die Identität des Axeman zu ermitteln, der bisher ausschließlich italienische Lebensmittelhändler und ihre Familien getötet hat.

    Die dritte Erzählung folgt der jungen Ida Davis, die als Sekretärin im örtliche Büro der Pinkertons arbeitet, ein Kompromiss, den sie einging, um ihren Fuß auf die erste Sprosse der Karriereleiter zu setzen, die sie letztendlich zu einer eigenständigen Detektivin machen wird. Ihr Boss, ein fauler Cajun, könnte durchaus in der Hand der Mafia liegen, die man “Die Familie” oder “Die schwarze Hand” nennt. Also muss sie ihre Ermittlungen heimlich und mithilfe ihres jungen Musikerfreundes Louis “Little Lewis” Armstrong durchführen.

    In Celestins Wahl der Protagonisten steckt viel von der Persönlichkeit der Stadt selbst: New Orleans war schon immer so etwas wie ein kultureller Schmelztiegel, und die Tatsache, dass nur einer der drei Protagonisten ein echter Orleanese ist, spiegelt dies wider. Celestin schenkt der Stadt große Aufmerksamkeit, so dass sie eine wichtige Rolle in der Erzählung übernimmt, und bemüht sich sehr darum, dass der Leser die Hitze spüren, die Gerüche riechen und die Geräusche hören kann, die diese Stadt so einzigartig machen. Mehr als jeder andere Autor seit James Lee Burke macht Celestin diese Stadt lebendig und versetzt den Leser mitten hinein.

    Diese Schmelztiegel-Kultur strotzt vor religiösen, rassischen und politischen Spannungen, und es ist diese Spannung, die den gebrochenen Erzählstil der Handlung bestimmt. Talbot ermittelt, weil es seine Aufgabe ist, dies zu tun; D’Andrea ermittelt wegen der italienischen Verbindung und weil die Schwarze Hand dabei gesehen werden will, wie sie die Dinge selbst in die Hand nimmt; Ida hat ihrem Chef etwas zu beweisen, möchte aber auch sicherstellen, dass Gerechtigkeit geübt wird und die Verbrechen nicht, wie die in der ganzen Stadt vorherrschende Theorie besagt, bequem dem nächsten Schwarzen in die Schuhe geschoben werden.

    Das Rätsel selbst ist ein wenig prosaisch und soll nicht unbedingt vom Leser gelöst werden können. Was “Höllenjazz” lesenswert macht, sind die Figuren, der Schauplatz und die clevere Konstruktion, die dafür sorgt, dass diese drei Ermittlungs-Stränge während der gesamten Romandauer parallel laufen, selten dieselben Hinweise aufgreifen und niemals Informationen von einem zum anderen streuen. Am Ende des Romans ist es interessant zu sehen, wie jeder der Ermittler zum richtigen Schluss kommt, aber die Schönheit des Romans liegt in der Tatsache, dass am Ende die einzige Person, die die ganze Geschichte kennt, der Leser ist, der die Informationen aus den drei verschiedenen Abenteuern zusammenfügt.

    Als Liebhaber einer solchen Mischung aus historischen Fakten und Fiktion bin ich etwas spät auf dieses Buch aufmerksam geworden, es erschien nämlich bereits 2018. Die Tatsache, dass New Orleans einer meiner Lieblingsorte auf dem Planeten ist – und die Tatsache, dass Celesetin diesen Ort so hervorragend dargestellt hat, ist schon allein ein Grund, das Buch all jenen zu empfehlen, die etwas mit dem frühen Jazz und dem Schauplatz anzufangen wissen. Eine der interessantesten Figuren ist natürlich Louis Armstrong, dem wir an einem Punkt in seinem Leben begegnen, wo er noch nicht die Sensation des ganzen Südens der USA ist.

    In diesem Debüt geht es also vor allem um Charakterzeichnung und die Lebendigkeit eines Ortes. Es ist die punktgenaue Wiedergabe eines einzigartigen Zeitpunkts und eines einzigartigen Ortes auf der Erde, und der Roman hat genug Spannung, um sicherzustellen, dass der Leser während der ganzen Zeit beschäftigt bleibt. Celestin zeichnet sich durch Detailgenauigkeit aus – sowohl in Bezug auf die Geschichte als auch auf den Schauplatz – aber niemals um den Preis, die Geschichte zu vernachlässigen. “Höllenjazz in New Orleans” ist ein ausgezeichneter Erstling, die perfekte Einführung einer hochtalentierten neuen Stimme, die mittlerweile bereits zwei neue Romane vorgelegt hat. Der letzte – “Gangsterswing in New York” – erschien im April des Jahres, und da die ganze Reihe mit City Blues Quartett betitelt ist, wird es natürlich noch einen Roman aus dem Topf Stadt – Musik – Verbrechen geben. Und es bleibt vor allem historisch.

  19. Cover des Buches Wir tun es für Geld (ISBN: 9783548281445)
    Matthias Sachau

    Wir tun es für Geld

     (162)
    Aktuelle Rezension von: Wuschel88

    Das Buch sollte eine schnelle und lustige Lektüre zwischen zwei ernsten Wälzern sein. Dass das Buch dann allerdings so schnell zu Ende gelesen sein würde, hatte ich dann doch nicht erwartet. Innerhalb eines Abends hatte ich das Buch durch und das, obwohl ich gerade erst den ersten dicken Wälzer beendet und eigentlich irgendwie schon genug für den Tag gelesen hatte, dachte ich.

    Ich musste mich schon zwingen, das Buch zur Seite zu legen, denn es ist wirklich witzig und unterhaltsam geschrieben. Auch wenn man kein HiFi und Jazz Freak ist, sind die Ausführungen dazu nicht zu ermüdend. Es ist gut geschrieben und einfach zu lesen. Kleine "Tagebucheindrücke" vom neuen Nachbarn geben immer wieder eine andere Sicht auf das Geschehene, ohne aber zu viel zu verraten. Das finde ich eine sehr witzige und auflockernde Idee.

    Es war auch nie so übertrieben "lustig", dass ich das Gefühl hatte, mich fremdschämen zu müssen. Gerade bei Filmen geht es mir öfter so, dass ich bei zu übertriebenen Szenen "Pause" drücke, weil ich mir denke, dass das jetzt nicht wahr sein kann. Das hatte ich bei dem Buch nie, auch wenn ich bei dem Titel fast schon so etwas erwartet hätte.

  20. Cover des Buches Ich soll nicht töten (ISBN: 9783442380435)
    Barry Lyga

    Ich soll nicht töten

     (92)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Theoretisch fand ich es gut. Praktisch gesehen konnte ich nicht verstehen, warum es als Jugendliteratur gehandelt wird. Offensichtlich nur, weil Jazz erst 17 Jahre alt ist. Denn schon auf den ersten Seiten werden Dinge beschrieben, die man bei Criminal Minds niemals zu sehen bekommen würde. Es war heftig, blutig, und mit Leichen gespickt. Gleichzeitig fand ich es lächerlich, dass die Polizei Jasper zu jedem Tatort schleppt und die Leichen dort analysieren lässt, aber gleichzeitig das Jugendamt informiert, weil Jaspers Großmutter Alzheimer hat, und das kein Umfeld für ein Kind ist. Logik, Mr. Lyga? Aber sieht man darüber hinweg hat man ein tolles Serienmörderbuch.
  21. Cover des Buches Michelle Maginot - Tagebuch einer Muse: Kapitel 1 - Marseille (ISBN: B08289JMW8)
    Jean Pierre Casper

    Michelle Maginot - Tagebuch einer Muse: Kapitel 1 - Marseille

     (2)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer

    „Michelle Maginot - Tagebuch einer Muse: Kapitel 1 - Marseille“  wurde von Jean Pierre Casper geschrieben und im Dezember 2019 veröffentlicht.

    Michelle Maginot ist eine „Frau im besten Alter“. Sie lebt in Marseille und ab der 1. Seite taucht der Leser mit ihr in das (Nacht-)Leben von Marseille ein. Man sagt Michelle nach, eine Muse zu sein. Und ja, dass ist sie! Sie inspiriert ihren ehemaligen Musiklehrer und Jazzpianisten Fabien zu kreativen Höchstleistungen am Klavier. Fabien lädt Michelle ein mit ihm in einer kleinen Jazzbar namens „Métro“ zu spielen. Beide gründen die Band „Muse de Jazz“, er als Pianist und sie als Sängerin. Fabien, beflügelt durch Michelle, spielt wahnsinnig gut Klavier und sie wird durch ihn geleitet und in Szene gesetzt. Beide zusammen können vom ersten Intro an überzeugen. Eine Einladung in den angesagten Jazzclub „Le JAM“ folgt. Durch beider Hingabe bekommen sie immer mehr Angebote für neue Auftritte, bis hin zu einer Einladung zum „Nice-Jazz-Festival“ in Nizza. Eine unglaubliche Ehre und die Erfüllung eines Traums...

    Aber kann die kleine Band dem Druck der großen Bühne stand halten?

    Wie geht es weiter mit Michelle und Fabien?

    Jean Pierre Casper weiß durch das aufregende Leben von Michelle Maginot‘s zu führen. Trotz seines ruhigen und fließenden Schreibstils wird dem Leser nie langweilig. Den Flair der Musik und die Stimmung bei den Auftritten kann man regelrecht „fühlen“ und auch die erotische Seite kommt nicht zu kurz!

    Alles in allem ein wahrhaft gelungener Auftakt zur Reihe Michelle Maginot. 

    Ich freue mich auf das neue Kapitel „Bordeaux“ 

  22. Cover des Buches Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (ISBN: 9783442713974)
    Haruki Murakami

    Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt

     (519)
    Aktuelle Rezension von: Aischa

    Nachdem mir "Kafka am Strand" gut gefallen hatte, wollte ich mich nun eigentlich an "1Q84" wagen, aber ein Freund empfahl mir, zuvor unbedingt "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" zu lesen, es sei quasi ein Schlüsselroman Murakamis, mit dem sich folgende Werke viel besser verstehen lassen würden.

    Anfangs konnte mich das Buch auch durchaus begeistern. Die Geschichte spielt in zwei Ebenen, gleichzeitig, aber räumlich getrennt. Der Plot ist hochkomplex und fordert die ganze Aufmerksamkeit des Lesers, vor allem, wenn es um die geschilderten Hirnmanipulationen und Datenverschlüsselungen geht. Aber Murakami schreibt unterhaltsam und durchaus witzig. Leider geht im weiteren Verlauf die Spannung verloren, die Schilderung der unterirdischen Flucht des Protagonisten dehnt sich über mehrere Kapitel, ohne dass es die Geschichte wirklich voran bringt. Schade auch, dass kaum zu merken ist, dass Murakami ein japanischer Autor ist. Außer dass "Hard-boiled Wonderland" im futuristischen Tokio spielt, sind kaum japanische Anklänge im Roman zu finden, dafür mehr als genug Zitate der europäischen und amerikanischen Kultur, von Bachs Brandenburger Konzerten über die Popgruppe Duran Duran bis zu Hollywoodfilmen. Desweiteren sind zahlreiche sexuelle Abenteuer des Protagonisten eingestreut. Nichts gegen (guten) Sex, aber was es in diesem Plot damit auf sich hat, erschließt sich mir leider nicht. 

    Murakami hat sich große Themen vorgeknöpft: Wie manipulierbar sind wir, was macht unsere Seele aus, wie wertvoll sind unsere Erinnerungen, welchen Preis sind wir bereit, für die Unsterblichkeit zu zahlen? Aber der Roman schafft es nicht, mich wirklich zu fesseln, im Gegenteil, zum Schluss kam ich mir vor wie in einer Mischung aus drögem Märchen für Erwachsene und der Beschreibung eines online-Fantasy-Spiels. Überladen mit Symbolik, seltsam distanzierte Dialoge, einfach nicht mein Ding.

  23. Cover des Buches Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder (ISBN: 9783746633855)
    Henrik Siebold

    Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder

     (51)
    Aktuelle Rezension von: EmiliAna

    Auch in seinem dritten Kriminalroman, in dessen Mittelpunkt wieder der japanische Inspektor Kenjiro Takeda und seine Kollegin Claudia Harms von der Hamburger Mordkommission stehen, packt der Autor Henrik Siebold heiße Eisen an. Und weil er seine Handlung diesmal, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden, in denen er viel zu viele und daher unüberschaubare Handlungsstränge miteinander verwirrt hat, angenehm gestrafft hat und sich linear entwickeln lässt, ohne immer wieder auszuscheren, betrachte ich den vorliegenden Krimi als den bisher besten der Reihe, von der man hoffen darf, dass sie fortgesetzt wird. Nicht ins Unendliche, denn auch ungewöhnliche Ermittler, deren Persönlichkeitsstruktur nicht ganz leicht zu durchschauen ist, deren Handlungsweisen fremd anmuten, können sich abnutzen. Anklänge findet man bereits in diesem dritten Band, denn das, was sowohl den eleganten Japaner und passionierten Jazzmusiker mit der tiefgründigen Seele, verwurzelt in den uralten Traditionen seines Heimatlandes, auf die der Leser immer wieder einen faszinierenden Blick werfen darf, als auch seine kantige und allzu leicht aufbrausende Kollegin Claudia in den ersten beiden Krimis ausgemacht hat, unterliegt einem Prozess der Weichzeichnung. Takeda nimmt beinahe westliche Züge an, was nach vier Monaten Deutschland bei einem Mittvierziger eher unwahrscheinlich ist, während die spröde Hamburgerin in genau der gleichen Zeitspanne ihre Ruppigkeit fast ganz aufgegeben hat, wie übrigens auch ihre Gewohnheiten der häufigen und heftigen One-Night-Stands. Nun könnte man argumentieren, dass, wie ich bereits in meiner Besprechung zu Band Zwei der Reihe lobend angemerkt habe, der Autor seinen Protagonisten Raum zur Entwicklung gibt – doch kann dies zu einer Gratwanderung werden, denn logisch und glaubhaft nachvollziehbar sollten diese Entwicklungen schon sein! Weiter könnte man einwenden, dass der enge und von großer gegenseitiger Sympathie geprägte Kontakt der beiden Polizisten ihre jeweilige Entwicklung beeinflusst haben mag, was ich auch nicht ausschließen möchte, denn Claudia stellt zu ihrer eigenen, nicht geringen, Verblüffung fest, dass sie sich immer stärker zu ihrem höflichen japanischen Kollegen hingezogen fühlt, so dass sie erstmals daran denkt, ihrem Leben eine Richtung zu geben, anstatt ziellos durch selbiges zu trudeln. Und der immer noch von seinen Dämonen geplagte und gar oft zerrissene und selbstzweiflerische Japaner? So recht schlau wird man nicht, was sein Gefühlsleben anbelangt – also bleibt abzuwarten, was der Autor mit ihm und natürlich auch mit Claudia vorhat!

    Doch nun möchte ich ein wenig näher auf die Kriminalhandlung des zu besprechenden Buches eingehen! Der Fall, mit dem das Ermittlerpaar betraut wird, ist zweifellos spannend und führt, wie bereits gewohnt, zunächst und eigentlich bis fast zum Schluss, von einer frustrierenden Sackgasse in die nächste. Und in die laufen sie aufgrund vorschneller Verdächtigungen ganz alleine. Zudem sind sich Ken Takeda und Claudia Harms ungewohnt uneinig, was die zentrale Figur des Falles betrifft, den siebzehnjährigen Einzelgänger Simon Kallweit, auf brutale Art und Weise von seinen Mitschülern gemobbt und ganz in der nicht weniger brutalen und unheimlich surrealistischen Welt der japanischen Mangas lebend.

    Ja, es geht recht japanisch zu in der Geschichte – und erneut darf sich der auf den Inselstaat im Pazifik neugierige Leser über eine ganze Menge Informationen freuen, die neu und für die Bewohner westlicher Länder, sofern sie sich nicht selbst tief in den unüberschaubaren Welten der Animes und Mangas bewegen, sehr fremdartig sind. Nicht nur das, sie lösen Beklemmungen aus, die bis zu regelrechter Angst führen, zumal man den traumwandlerisch durch den Roman geisternden und zu seinem eigenen Unglück hochintelligenten  Simon vor Augen hat, der zombieartig seinen Vorbildern nacheifert. Doch wie weit geht die Identifikation mit den Figuren mit den großen Augen? Bis zum Mord? Und nicht nur eines Menschen sondern derer gar vier? War er es wirklich, der die zufällig an ihm vorbeilaufende Frau in der U-Bahn Station vor den Zug gestoßen hat? Erdrosselte er den Mann im Kino, Zufallsopfer wie die Mutter zweier Kinder, die zur falschen Zeit am falschen Ort war? Zündete er danach auch noch einen Obdachlosen an? Seine Aussagen sind widersprüchlich; obgleich er bei seiner Festnahme zugibt, der Täter zu sein, stellen Claudia und Takeda fest, dass die Überwachungsvideos seine vermeintliche Tat nicht nachweisen können, zumal der Junge sein Geständnis inzwischen widerrufen hat, nachdem ihm sein einflussreicher Vater, seines Zeichens Justizsenator der Hansestadt, einen wieder einmal besonders unsympathischen und mit allen trüben Wassern gewaschenen Anwalt zur Seite gestellt hat. Ja, die Anwälte kommen nicht gut weg bei Henrik Siebold, ebenso wenig wie die Politiker und die mächtigen Wirtschaftsbosse. Ein Spiegel der Zeit? Traurige Realität? Lässt man diesen Gedanken zu, könnte man durchaus verzweifeln....

    Doch es kommt noch schlimmer! Das Szenarium, das sich der Autor ausgedacht hat für seinen dritten Inspektor Takeda-Krimi erschließt sich immer deutlicher, verdichtet sich und führt nicht nur in die virtuelle Welt des Internets, in dem scheinbar alles möglich ist, sondern auch in seine bodenlosen Tiefen, in die man nur mit Widerwillen schauen möchte. Dort nämlich liegt die Wurzel alles Bitterbösen, das uns hier dargeboten wird und das mit dem letzten Mord, dem an der jungen Rebecca Breuer, offenbar wird, die sich, und damit hatte sie ihr eigenes Todesurteil gefällt, in eben jene Tiefen begeben und sich zum Spielball gemacht hat für all die üblen Typen, die sich im Dark Net tummeln und buchstäblich vor nichts zurückschrecken, um sich all die Einsamen, die Unverstandenen, die Leichtgläubigen gefügig zu machen und danach auf eine Weise zu manipulieren, für die einem die Worte fehlen! Nur Fiktion? Wenn man die Geschichte liest und dabei Vergleiche zieht zu dem, was immer wieder in den Medien herumgeistert und vielleicht selbst ansatzweise schon beobachtet hat, ist nicht davon auszugehen!

    Fazit: erneut ein spannender, ungewöhnlicher Krimi mit ebensolchen Hauptfiguren, über dessen kleinere Schönheitsfehler, wie gewisse unglaubwürdige Wendungen, die sich hier vor allem auf den unter Mordverdacht stehenden Simon und seine eigenartige Interaktion mit dem japanischen Ermittler beziehen, man aber insgesamt, des hervorragenden Plots wegen, hinwegsehen kann!

  24. Cover des Buches Saturday (ISBN: 9783257236279)
    Ian McEwan

    Saturday

     (251)
    Aktuelle Rezension von: SotsiaalneKeskkond

    Der Neurochirurg Henry Perowne führt ein glückliches Leben in seinen besten Jahren. Er hat eine erfolgreiche Tochter, einen Sohn, der seinen eigenen Lebensweg geht, eine Frau, die er über alles Liebt und einen Job, in dem er aufgeht. Es ist Samstagmorgen, und Henry freut sich auf ein Squashspiel mit seinem Freund und Arbeitskollegen. Doch es ist kein normaler Samstag. Es sind unruhige Zeiten und in Henrys Heimatstadt London findet am 15. Februar 2003 die größte Friedensdemo seiner Zeit statt. Und dann ist da noch die Begegnung mit einem Fremden, die sich im Laufe des Tages zu einer Katastrophe auszuwachsen droht, und sein Leben für immer prägen wird. 

    Der Schreibstil von Ian McEwan ist sehr außergewöhnlich, und ich glaube nicht für jede und jeden geeignet, aber ich fand ihn einfach fantastisch. Er ist wunderbar atmosphärisch und beschreibend, genau was ich mag. Jedes noch so kleine Detail im Tagesablauf von Henry scheint von Bedeutung. Beeindruckend fand ich an der Geschichte, dass sich alles innerhalb von 24 Stunden abspielt, von 4 Uhr morgens am 15. Februar, bis 4 Uhr morgens am Tag danach, ohne, dass es dabei langweilig wird. In Rückblenden erfährt man vom Leben der Familie - wie sie zu der wurde die sie heute ist. Die Protagonisten sind wunderbar beschrieben und Henry war mir sehr sympathisch. Der Autor hat es sogar geschafft, dass auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise das junge Mädchen im Krankenhaus oder Henrys Squashkollege, nicht einfach nur blass wirkten, sondern eine erstaunliche Tiefe in charakterlicher und politischer Weise haben. Wie eigentlich nicht anders zu erwarten, wurden in der Geschichte politische und gesellschaftsrelevante Themen angesprochen, die dem Buch einen besonderen Charakter verliehen. Interessant war für mich auch der Einblick in die damaligen Weltgeschehnisse, und was die Bevölkerung darüber dachte. Die Friedensproteste wirken auf mich zwar sehr interessant, aber auch ein wenig befremdlich, da ich mit meinen 17 Jahren definitiv zu jung für die damaligen Geschehnisse bin, und mir insofern kaum ein Bild der damaligen Lage machen konnte. 

    Alles in Allem ist das Buch sehr lesenswert und ich kann es wirklich weiterempfehlen, wenn man gerne tiefer gehende Geschichten mag, die einen zum Nachdenken über sich selbst und das Leben bringen. Saturday war mein erstes Buch von Ian McEwan und es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein. Ich hoffe, dass mir Der Zementgarten und Abbitte genau so gut gefallen werden. 

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