Bücher mit dem Tag "jazz"
56 Bücher
- Stephenie Meyer
Biss zur Mitternachtssonne (Bella und Edward 5)
(351)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Ich war ehrlich gesagt skeptisch. Noch einmal dieselbe Geschichte? Nur aus Edwards Sicht? Ich dachte wirklich, das braucht doch kein Mensch mehr.
Aber überraschenderweise fand ich es richtig cool.
Die Perspektive von Edward macht alles deutlich intensiver. Seine Gedanken, seine Selbstzweifel, dieser permanente innere Kampf – das gibt der Geschichte eine ganz andere Tiefe. Viel düsterer, viel dramatischer, aber auch emotionaler. Manche Szenen haben mich dadurch tatsächlich stärker berührt als im Original.
Trotzdem muss ich sagen: Das Tempo war mir teilweise zu langsam. Edwards endlose Gedankengänge ziehen die Geschichte schon in die Länge. Und ich war ehrlich schockiert, als ich gemerkt habe, dass es wirklich nur der erste Band ist – ich dachte zwischendurch ernsthaft, es wären mehrere Teile zusammengefasst.
Die Cullens bekommen etwas mehr Raum, aber nicht so extrem, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte. Dafür fand ich Edwards Analysen und seine Sicht auf Bella wirklich interessant – auch wenn es manchmal fast ein bisschen zu viel war.
Braucht die Reihe dieses Buch?
Eigentlich nicht.
Hat es mir trotzdem gefallen?
Ja.
Das Ende hat mich – obwohl ich es natürlich kannte – noch einmal emotional abgeholt. Und es hat mir sogar Lust gemacht, wieder mehr aus der Twilight-Welt zu lesen.
- Brittainy C. Cherry
Wenn Donner und Licht sich berühren
(905)Aktuelle Rezension von: Vero333Mein erstes Buch nach 5 Jahren Lesepause und auch mein erster New Adult Roman. Brittainy Cherry hat einen schönen Schreibstil, in den man schnell reinfindet und der einen leicht durch die Geschichte begleitet. Mit den Gefühlen der beiden Protagonisten Jasmine und Elliott kann man sich gut identifizieren.
Ich habe sofort das Bild von den Straßen von New Orleans - erfüllt mit Lichtern und Musik - im Kopf gehabt, und die beiden dort durch die Stadt laufen sehen. Wer sich also von einer Second Chance Lovestory und Musik verzaubern lassen will, der ist hier richtig
Zur Geschichte (Achtung kleiner Spoiler):
Die beiden Protagonisten Jasmine und Elliott lernen sich in der Highschool kennen und verlieben sich ineinander. Doch Jasmine's Mutter ist sehr auf deren Musik Karriere fokussiert und zwingt sie zum Umzug nach London. Sie bleiben in Mail Kontakt, doch dann trifft Elliott ein schwerer Schicksalsschlag und der Kontakt zwischen den beiden bricht komplett ab.
Jasmine bleibt verwirrt und ohne Antwort zurück. 6 Jahre später kehrt sie nach New Orleans zurück und trifft auf einen völlig veränderten und kalten Elliott, der langsam unter ihrer Zuneigung wieder beginnt aufzutauen. Doch beide tragen ihren Schmerz und ihre Dämonen der Vergangenheit mit sich. Werden die beiden wieder zueinander finden?
- Ben Aaronovitch
Schwarzer Mond über Soho
(788)Aktuelle Rezension von: Marki_KPC Grant auf der Jagd nach dem gesichtslosen Magier, mysteriösen Kreaturen und den energiesaugenden Hexen aus den 1940er Jahren.
Peter muss sich in Soho gleich mehrerer Probleme annehmen und lässt sich dabei durch Simone massivst ablenken... Der energiesaugende Jazzvampir tritt während der laufenden Ermittlungen auf den Plan und bringt den guten Peter tüchtig ins Schwitzen. Die anhaltenden Sexszenen ziehen den Erzählstrang unnötig in die Länge und haben mir die Lust am Lesen getrübt.Da Nightingale anfänglich gesundheitsbedingt fast gar nicht in Erscheinung tritt, lahmt für mich die Story, da durch die fehlenden zynischen Nickeligkeiten (bekannt aus Teil Eins, die den eigentlichen Lesespass garantierten) alles abflacht. Erst als dieser wieder mehr in Erscheinung tritt, kam die Lesefreude zurück.
Insgesamt betrachtet, ist dieser Teil nicht so stark wie der erste Band, lässt mit den Ergebnissen des Endes aber auf einen interessanten dritten Teil hoffen.
- T. C. Boyle
Das Licht
(114)Aktuelle Rezension von: berlinerkatzeWer hier nach einem spannenden Plot sucht, sucht vergeblich. Die Geschichte ist recht vorhersehbar und beschränkt sich inhaltlich auf klassische Themen der 60er Hippie-Bewegung: Sex und LSD. Dafür sind diese ausführlich und gut beschrieben, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte und es an Personen weiterempfehlen würde, die sich für diese Themen interessieren
- Haruki Murakami
Südlich der Grenze, westlich der Sonne
(1.079)Aktuelle Rezension von: rayless75Haruki Murakamis Roman „Südlich der Grenze, westlich der Sonne“ ist ein leises, melancholisches Werk, was ich sehr schön und intensiv fand. Im Zentrum steht Hajime, ein Mann mittleren Alters, der äußerlich ein erfülltes Leben führt: erfolgreiche Jazzbar, Ehe, Kinder. Doch in ihm nagt eine bohrende Leere – ausgelöst durch die Erinnerung an seine Jugendliebe Shimamoto. Als diese nach Jahren wieder in sein Leben tritt, beginnt Hajimes geordnetes Leben zu wanken.
Murakamis Sprache ist klar, schnörkellos und doch von großer emotionaler Tiefe. Es geht um Gefühle wie Einsamkeit, Begehren, das unaufhaltsame Vergehen der Zeit und die Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen mit einer sanften, aber eindringlichen Melancholie. Der Roman hat mich zum Nachdenken angeregt- Was bedeutet Erfüllung? Was verlieren wir auf dem Weg durchs Leben – und was bleibt zurück?
Eine wunderschöne Geschichte, wie ich finde, die sich unbedingt zu lesen lohnt!
- Andy Weir
Artemis
(182)Aktuelle Rezension von: eastAls Schmugglerin in der Mondstadt Artemis hangelt sich Jazz Bashara von einem Job zum nächsten, in der Hoffnung, eines Tages das große Geld zu machen. Eines Tages erhält sie tatsächlich ein Angebot, das fast zu gut scheint, um wahr zu sein und sie für den Rest ihres Lebens absichern würde. Allerdings ist es auch brandgefährlich und Jazz ahnt nicht, dass sie, indem sie es annimmt, eine Kettenreaktion in Gang setzt, die die Leben aller Bewohner des Mondes in Gefahr bringt…
Die Welt hat erst vor Kurzem voller Faszination die Artemis II-Mission beobachtet und dem Mond nach längerer Zeit wieder ihre Aufmerksamkeit geschenkt, also scheint es an der Zeit, ein unbekannteres Buch von Andy Weir zur Hand zu nehmen, der auch erst vor Kurzem mit der Verfilmung seines Romans „Project Hail Mary“ einen Welterfolg feierte.
„Artemis“ jedoch ist völlig anders als Ryland Grace‘ Reise in ein fernes Sternensystem. Wie vom Autor gewohnt ist das Buch sehr technisch und wissenschaftlich gut recherchiert und vor allem detailliert, allerdings trotzdem gut verständlich. Das war es dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten. Während es in den anderen Büchern des Autors nämlich um das schiere Überleben oder sogar die Rettung der Menschheit geht, hat Jazz Bashara keinesfalls besonders ehrenvolle Ziele. Ihr geht es einfach bloß ums Geld verdienen, einen besonders gut ausgeprägten moralischen Kompass hat sie nicht.
Dementsprechend ist sie auch nicht die sympathischste Protagonistin, viel eher ist sie ein wenig arrogant und egoistisch. Mit der zeit lernt man aber auch, dass sie unter der harten Schale auch ein Herz versteckt. Manchmal zumindest kommt es kurz zum Vorschein. Ansonsten setzt sie ihren genialen, aber auch erbarmungslosen Instinkt ein. Sie nimmt einen extrem gefährlichen und auch eigentlich beinahe unmöglichen Auftrag an und setzt ihn mit einem beinahe irrsinnig riskanten Plan um und kommt mehr oder weniger sogar damit durch. Doch damit gehen die Probleme erst so richtig los. Denn der Roman ist an der Stelle noch nicht mal zur Hälfte vorbei.
Wenn man also ein Abenteuer in Raumanzug, eine Jagd quer über den Mond oder etwas ähnliches erwartet hat, dann wird man ganz schön verwirrt aus der Wäsche schauen. Im restlichen Buch geht es nämlich vor allem um Wirtschaftspolitik, das organisierte Verbrechen und Auftragsmorde. Jazz hat nämlich mit ihrem Anschlag auf die Mondindustrie die komplette Wirtschaft aus dem Gleichgewicht gebracht und sich sehr mächtige Feinde gemacht.
Natürlich ist das Buch deswegen nicht langweilig, der Autor macht dem Leser diese unerwartete Handlung durch mehr halsbrecherische Pläne, um dem organisierten Verbrechen das Handwerk zu legen, durchaus schmackhaft und hat sich noch einige spannende Science-Fiction-Elemente dazu ausgedacht, um das ganze auch glaubwürdig zu machen. Außerdem greift er mit dieser Wendung und dem Fokus der Geschichte ein Problem auf, dass nicht nur die Raumfahrtindustrie schon eine Weile beschäftigt: Die Frage „Wem gehört der Mond?“ und alle dazugehörigen Probleme, etwa die Macht der Superreichen und der großen Konzerne und der ewige Kampf um die Vorherrschaft. Im Buch schwingt durchaus eine kritische Botschaft mit, auch wenn der Autor sie äußerst zynisch verpackt hat, immerhin ist seine Protagonistin selbst eine (manchmal ziemlich unausstehliche) Verbrecherin, die sich selbst auch bloß bereichern will.
Unter dem Strich verbindet dieses Buch Science-Fiction mit Krimi und Thriller und übt ein wenig Kritik, bleibt aber vor allem lange spannend und unvorhersehbar und immer wieder aberwitzig gefährlich. Am Ende hat der Autor es vielleicht ein wenig übertrieben, aber die Handlung ist gut, der Schreibstil gewohnt ironisch, bis manchmal bissig sarkastisch. Mit der Protagonistin und ihren Macken muss man leben können, dann wird man von Andy Weir auch auf dem Mond gut unterhalten. Sein Meisterstück ist dieses Buch aber eher nicht und wer mit der Hoffnung auf den nächsten Astronauten an dieses Buch herangeht, der wird vielleicht nicht hundertprozentig zufrieden sein.
- Ian McEwan
Kindeswohl
(286)Aktuelle Rezension von: EllekensSchon lange wollte ich dieses Buch lesen. Nun haben wir uns es im Lesekreis vorgenommen.
Fiona Maye, Familienrichterin im Londoner High Court, hat in ihrem langjährigen, sehr erfolgreichen Berufsleben schon viele schwere Entscheidungen treffen müssen. Ob es die Trennung eines siamesischen Zwillingpaars war oder die verschieden Bildungswünsche eines getrennten Ehepaars für Ihre Kinder - immer stand und steht bei Fiona das Kindeswohl an erster Stelle.
Nun hat sie selbst Eheprobleme. Ihr Mann möchte mit ihrem Einverständnis fremdgehen.
Gleichzeitig muss sie über einen besonderen Fall richten. In diesem geht es um Adam, der in drei Monaten 18 Jahre und somit volljährig wird und an Leukämie erkrankt ist. Er und seine Eltern sind Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Diese erlauben keine Bluttransfusionen, die jedoch für Adam lebensrettend sind. Kann ein junger Mann kurz vor seiner Volljährigkeit selbst Entscheidungen treffen? (3 Monate später konnte und dürfte keiner mehr was dazu sagen noch richten können.) Fiona will selbst mit ihm sprechen und lernt Adam im Krankenhaus kennen.
Weiter möchte ich hier nicht spoilern, möchte das Buch aber sehr empfehlen!
McEwan gelingt es in diesem schmalen Buch in eindringlicher Sprache eine sehr intime Atmosphäre zu schaffen. Ich habe es in einem Rutsch gelesen und bin schon jetzt auf die Meinungen meiner Lese-Freunde gespannt. - Ray Celestin
Höllenjazz in New Orleans
(132)Aktuelle Rezension von: phantastische_fluchtenIn New Orleans treibt ein Mörder sein Unwesen. Er wird Axeman genannt, denn er tötet seine Opfer mit einer Axt. Zwischen den Opfern kann keine Gemeinsamkeit festgestellt werden und die Polizei steht vor einem Rätsel. Unabhängig voneinander ermitteln drei verschiedene Gruppen. Michael Talbot ist Detective bei der Mordkommission. Er und sein Schützling Kerry, frisch aus Irland eingetroffen, übernehmen die offiziellen Ermittlungen.
Die junge und ehrgeizige Ida Davies arbeitet in einer Pinkerton Agentur. Ihr Wunsch war es immer zu ermitteln, doch ihr werden lediglich die Aufgaben einer Sekretärin zugewiesen. Also beginnt sie, zusammen mit ihrem Freund Louis Armstrong, im Fall des Axtmörders zu ermitteln.
Und Luca D`Andrea. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, bekommt er von dem Chef der ortsansässigen Mafia den Auftrag, den Axeman zu finden. Die Mafia hat Angst, dass man ihr diese Morde in die Schuhe schiebt, obwohl bekannt ist, dass sie weder Kinder noch unschuldige Frauen umbringen. Luca hat mit Michael Talbot noch eine Rechnung offen, denn dieser hat ihn ins Gefängnis gebracht. D´ Andrea war damals ein bekannter und erfolgreicher Polizist und Michael sein Protegé, bis Micheal gegen Luca ausgesagt hat.
Die Art und Weise wie diese drei unterschiedlichen Parteien den Fall angehen ist sehr verschieden Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn der Axtmörder kündigt weitere Taten an.
Kommentar:
Ich habe das Buch eher zufällig gelesen. Mein Bruder hat es aussortiert und es mir mitgebracht. Ich wollte immer schon einmal nach New Orleans und diese Geschichte katapultiert den Lesenden mitten hinein. Es ist der Beginn der 20er Jahre, Obwohl es keine Sklaverei mehr gibt, werden die Schwarzen oft noch wie Sklaven gehalten und behandelt. Sie dürfen im Bus nur in bestimmten Bereichen mitfahren. Kneipen, Hotels und Geschäfte sind ihnen meistens verboten.
Die Stadt ist aufgeteilt in verschiedene Viertel, in denen sich die Einwanderer ihre eigene kleine Oase geschaffen haben. Fremde sind nicht gerne gesehen. Das müssen Louis und Ida am eigenen Leib erfahren, als sie sich in das irische Viertel verirren. Ida ist eine Octoroon, das bedeutet, sie ist zu einem Achtel afroamerikanischer Herkunft. Da sie sehr hellhäutig ist, kann sie sich oft als Weiße durchmogeln und hat mehr Möglichleiten, Fragen zu stellen, als Louis.
Louis arbeitet als Musiker in verschiedenen Jazzclubs und als Unterhaltungskünstler auf einem Mississippi Dampfer, so dass er vieles hört und sieht was anderen entgeht. So bilden die beiden ein perfektes Team.
Die Geschichte wird aus Sicht der drei Ermittlungsebenen geschildert. Luca ist ein alter, gebrochener Mann ohne Zukunft. Als Polizist hat er sich von der Mafia bestechen lassen, Tipps über bevorstehende Razzien weitergegeben oder auch mal Leute verschwinden lassen. Trotzdem war er unter seinen Kollegen sehr beliebt und angesehen, so dass es Michael Talbot sehr schwer hat, seine Stelle einzunehmen. Zumal er es war, der den Kollegen zu Fall gebracht hat. Als Luca vom Boss der Familie gebeten wird, herauszufinden wer der Axeman ist, hat er kaum eine Wahl. Er hat weder Geld noch Familie und so nimmt er den Auftrag an, in der Hoffnung, genug Geld zu bekommen, um zurück nach Italien zu gehen. Doch noch nie hat es jemand geschafft, sich aus den Fängen der Mafia zu befreien.
Ida möchte beweisen, dass sie mehr kann und ist als eine Tippse. Sie ist eine der ersten Frauen, die von Pinkerton eingestellt wird und sie ist sich sicher, dass Frauen in dem Beruf einer Ermittlerin durchaus Chancen haben. Sie und Louis sind seit ihrer Kindheit miteinander befreundet und Louis ist bereit, Ida zu helfen und sie zu begleiten. Beide sind erst Anfang 20 und sie ahnen nicht, auf welch gefährliches Terrain sie sich begeben. Ihre Naivität und ihr Glaube an das Gute werden auf eine harte Probe gestellt.
Und dann ist da noch Michael Talbot. Er hütet ein Geheimnis, dass ihn zu Fall bringen könnte. Daher muss er vorsichtig sein, wem er auf die Füße tritt. Der Bürgermeister und sein Chef sitzen ihm im Nacken. Erfolglosigkeit wird unweigerlich Entlassung nach sich ziehen.
Während sich Luca und Michael ab und an begegnen, bleiben sich Ida und Michael fremd und ihre Wege kreuzen sich nicht.
Wer heute auf political correctness Wert legt, der darf dieses Buch nicht lesen. Es spielt in 1919/1920 und das Weltbild war damals anders. Zum Glück hat der Autor nicht versucht, dies an die heutige Zeit anzupassen. Es wird geraucht (sogar in einem Krankenhaus) gehurt, diskriminiert und geflucht. Es ist der Beginn eines aufstrebenden Zeitalters mit Autos, der Eisenbahn und Elektrizität. Der erste Schritt ins Moderne. Die geschichtlichen Fakten, vor allem über Louis Armstrong, sind nicht ganz korrekt, aber es könnte durchaus so gewesen sein. Und man wird mitgerissen von der Musik und der Atmosphäre, taucht hinein eine Welt, wie man sie hier nicht kennt.
Das Buch enthält ein ausführliches Glossar, in dem die Begriffe des kreolischen und die Begriffe der Cajun erklärt werden. Ich habe es anschließend gelesen, weil ich die dort genannten Fakten sehr interessant fand.
Fazit:
Ein Überraschungsbuch, das mir sehr gut gefallen hat. Eine dichte und betörende Atmosphäre und ein Fall, der mehr bietet als ein gewöhnlicher Mord.
- Toni Morrison
Jazz
(33)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerDie afro-amerikanische Autorin Toni Morrison widmet sich in ihrem Roman "Jazz" dem Amerika der 20er Jahre, das gekennzeichnet ist durch Rassentrennung, Urbanisierung und einem neuen Lebensgefühl, entstanden durch die Mischung der Sklavenlieder mit moderner Instrumentalisierung, dem Jazz. Im Mittelpunkt der Handlung steht das Ehepaar Violet und Joe, das, vom Lande stammend, den Traum von Freiheit und Unabhängigkeit in der Stadt zu verwirklichen sucht. Schnell nimmt ihr Leben eine Wendung, die sie selbst sie nie für möglich gehalten hätten.
Morrison gelingt es sprachgewaltig, das Lebensgefühl eines Jahrzehnts einzufangen und baut dabei, exemplarisch an den Protagonisten vollführt, die Geschichte der schwarzen Bevölkerung mit ein. Dabei erhebt sie nie den Zeigefinger, sondern bleibt immer der Handlung verpflichtet, die sich langsam, aber stetig entwirft und den Blick freigibt auf ein Amerika, das eigentlich überwunden schien, aber heute wieder sehr aktuell scheint. Eine Empfehlung für alle Freunde und Interessierte der amerikanischen Literatur! - James Runcie
Der Schatten des Todes
(20)Aktuelle Rezension von: Tanjas BücherstübchenEs handelt sich hier um die Buchvorlage für die Serie Grantchester über den Pfarrer Sidney Chambers, welcher zusammen mit seinem Inspektor-Freund den ein oder anderen Kriminalfall in seiner Gemeinde aufklärt. Ist im Grunde ähnlich wie Father Brown, nur etwas moderner würde ich sagen. Zu erwähnen ist, dass es sich hier nicht um eine Geschichte handelt, sondern mehrere Kurzgeschichten. Eignet sich hervorragend, wenn man nicht viel Zeit zum Lesen hat oder gerade nicht so geduldig ist. Die Storys lesen sich flüssig und leicht, man hat bei den verschiedenen Charakteren sofort die Darsteller der Serie im Kopf. Finde das Buch sehr gelungen als "leichte Kost" und würde es deshalb empfehlen. Es gibt auch noch weitere Bände mit Kurzgeschichten, wenn ich die einmal günstig wo finde, werde ich sie kaufen.
- Ian McEwan
Saturday
(266)Aktuelle Rezension von: Hilda_JannsenDer Neurochirurg Henry Perowne wacht an einem Samstagmorgen in London ungewöhnlich früh auf und wird gleich als Erstes Augenzeuge eines brennenden Flugzeuges, das hinterm Horizont in Heathrow landet. Es ist der 15. Februar 2003, der Tag, an dem eine Großdemonstration gegen die britische Beteiligung am Irakkrieg stattfinden wird. Vor diesem Hintergrund legt Perowne sich mit einem unheilbar kranken Kleingangster an, der ihn später am Tag in seiner Wohnung überfällt. Dazwischen spielt Perowne Squash, geht einkaufen, hat ein reiches Sex- und Familienleben und erledigt am Ende noch eine schwierige Operation.
Dies ist sicherlich ein ungewöhnlicher Tag, in dessen Verlauf die verschiedenen Facetten von Perownes Leben plastisch sichtbar werden, durch seine Reaktionen auf die verschiedenen Ereignisse selbst und durch seine ungewöhnlich ehrliche Einschätzung seiner Fehler, Schwächen, aber auch Stärken.
Eine brillante Persönlichkeitsstudie, sagt Felicitas von Lovenberg (Umschlagtext), was ich unterschreiben kann. Aber nicht, dass Perowne als Jedermann unserer Zeit erscheint, dafür ist Perowne zu besonders, zu intelligent, zu ausgeglichen, zu sympathisch, zu gut eingebettet in eine funktionierende Familie. Das macht den Roman aber nicht schlechter. Ich finde es sehr bereichernd, die Bandbreite des Lebens, vom Privaten über den Kontakt zu fremden Menschen bis hin zum zwischenstaatlichen Konflikt aus der Perspektive eines Menschen zu erleben, der nicht sofort am ersten Problem verzweifelt, beim nächsten seine Fassung verliert und sich beim dritten einen Feind fürs Leben einhandelt. Die Welt muss eben nicht durch ein winziges Ereignis aus den Fugen geraten, wenn man vorher schon dafür gesorgt hat (oder das Glück hat), dass das Gefüge halten kann. Ian McEwan zeigt an Perowne, wie das gelingen kann. Dafür muss man nicht Neurochirurg werden, aber eine ehrliche Sicht auf sich selbst haben.
- Christopher Moore
Der Lustmolch
(76)Aktuelle Rezension von: dunkelbuchDiese super abstruse Geschichte zieht einen in den Bann- oder auch nicht. Wer sich aber drauf einläßt, wird auch üppig belohnt. Diverse Handlungsstränge bieten kurzweilige und doch sehr überraschende Elemente ,die extremst unterhaltend und unerwartet auf den Leser einwirken.Wer sich nicht von dem schnöden und irgendwie vorbelasteten Titel abschrecken läßt, wird seine wahre Freude beim lesen haben.Wenn diverse Lebensläufe von Menschen, Drachen,Blues-Gitarristen und Kleinstadt-Psychologen zusammenkommen, kann es nur skuril werden.
Es riecht nach Trash, es ist Trash - aber Trash vom Allerfeinsten !
- Henrik Siebold
Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder
(75)Aktuelle Rezension von: angies_bücherEs ist mittlerweile schon der dritte Fall für Inspektor Takeda und seine Kollegin Claudia Harms. Die beiden sind ein etwas ungewöhnliches, aber wirklich tolles Team. Harms laut, grob, direkt und sehr frech zusammen mit dem eher ruhigen, stoischen Takeda. Ich finde sie zusammen großartig.
Der Fall baut sich sehr ruhig und langsam auf. Man wird immer wieder in die Irre geführt und erahnt erst nach und nach das vollkommene Ausmaß. Ich fand es ehrlich gesagt etwas zu heftig und eklig teilweise. Es zum Teil schon sehr krass und mir fast zu viel. Trotzdem lese ich auf jeden Fall den nächsten Band. Bin schon sehr gespannt
- Martin Keune
Black Bottom
(19)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerSándor Lehmann ist Kommissar im Berlin, er hat sich aus der sozialen Unterschicht in diese Stellung hochgearbeitet. Seine Leidenschaft gehört der Jazzmusik, er spielt inkognito in einer Band. Bei einem Gasangriff in der legendären Femina steht er gerade auf der Bühne, kann aber den Kollegen nicht mitteilen das er Augenzeuge war. Wir begleiten den eigensinnigen Sándor Lehmann durch die bekannten Straßen von Berlin und durch die Jazzlokale dieser Zeit. Bei der Aufklärung kommen ein Toter, eine schöne Frau und ein neuer Kollege mit brauner Gesinnung ins Spiel.
Der Krimi tritt in den Hintergrund, was mich nicht gestört hat. Die unzähligen Informationen über das Leben in der Weimarer Republik, die Jazzmusik und deren Musiker haben mir sehr viel Vergnügen bereitet. - Kathinka Engel
Love is Loud – Ich höre nur dich
(280)Aktuelle Rezension von: mxchellex678Ich war direkt in der Geschichte drin und hatte von Anfang an dieses angenehme Gefühl, angekommen zu sein. Der Einstieg ist leicht, flüssig und zieht einen ohne großes Drama sofort in die Handlung hinein.
Die Protagonistin mochte ich richtig gerne. Durch ihre kleinen Angewohnheiten wirkt sie unglaublich realistisch und greifbar. Sie fühlt sich nicht konstruiert an, sondern wie eine echte Person mit Ecken, Kanten und Herz – genau das hat sie für mich so sympathisch gemacht.
Der männliche Protagonist hat mich ebenfalls direkt überzeugt. Ich mochte ihn von Anfang an und hatte nie das Gefühl, ihn mir schönreden zu müssen. Die Dynamik zwischen den beiden war ehrlich, ruhig und authentisch – nichts wirkte übertrieben oder künstlich, sondern einfach echt.
Emotional war das Buch für mich vor allem sehr schön. Es ist keine laute, dramatische Geschichte, sondern eine, die leise unter die Haut geht. Die Themen, die aufgegriffen werden, fand ich gut dosiert: nicht zu viel, nicht zu wenig – genau richtig, um Wirkung zu entfalten, ohne zu erschlagen.
Besonders gefallen hat mir auch die Band-Dynamik und die Nebenfiguren. Die Gruppe hat dem Buch zusätzliche Wärme gegeben, und auch Shugo mochte ich richtig gerne.
Die Atmosphäre des Buches war insgesamt einfach wunderschön. Das Setting in New Orleans hat mich komplett überrascht. Vor dem Lesen hatte ich keinerlei Bezug zu der Stadt – nach dem Buch hatte ich richtig Lust, selbst dort zu sein. Das allein sagt schon viel über die Wirkung der Geschichte aus.
Der Schreibstil war sehr angenehm, flüssig und emotional, ohne kitschig zu sein. Auch das Ende hat für mich gut gepasst: rund, stimmig und zufriedenstellend.
Fazit:
„Love is Loud“ ist eine ruhige, ehrliche Liebesgeschichte mit viel Gefühl, starken Charakteren und einer Atmosphäre, die lange nachwirkt.
⭐ 5 von 5 Sternen – ein absolutes Herzensbuch und klare Empfehlung.
- Henrik Siebold
Inspektor Takeda und die Toten von Altona
(100)Aktuelle Rezension von: LejoanDas Buch zeigt, dass zwischen Deutschland und Japan ungefähr die gleiche Mentalität besteht. Die Arbeiten der Deutschen sind gewissenhaft, genau wie die der Japaner. Auch die Japaner brauchen ihre Freizeit und haben ihre Hobbys, die sehr westlich geprägt sind. Takeda, der japanische Ermittler, der nach Hamburg versetzt wurde fühlt sich in Hamburg nicht wie in einer Großstadt. Japanische Großstädte sind geschäftiger. Aber er bekommt auch sehr schnell mit, dass die Mentalität der Deutschen den der Japaner in nichts nachsteht. Während die Japaner durchaus auch mal während ihrer Arbeit oder in einem Park, in einem Kaffee, beim Essen einen Powernap halten, legen die Deutschen eher darauf Wert ihre Freizeit getaktet zu haben, und genießen zu können. Am Wochenende ihren Hobbys nachzugehen oder nach der Arbeit ihre Freizeit zu genießen. Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Das Buch selbst, welches deutlich zeigt, dass die Zuwanderung in Deutschland Probleme mit sich bringt, die nicht unbedingt nur von deutschen ausgehen In Deutschland sind sehr viele Zuwanderer zu Hause die ihre Probleme mit in das neue Land bringen und die nicht nur lernen müssen mit deutschen auszukommen sondern auch mit anderen weltweiten Religionen oder Glaubensgemeinschaften. Das Buch zeigt außerdem sehr eindrucksvoll dass Menschen eine Gratwanderung von 180 Grad durchmachen können, nur weil sie mit den Gegebenheiten in Deutschland unzufrieden sind, weil sie bemerken, dass es nicht in Ordnung ist, wenn nicht nur die Zuwanderer kommen sondern auch ihre Probleme. Deutschland selbst hat genug Probleme und braucht nicht auch noch Probleme der Zuwanderer z.B Ehrenmode oder religiös geprägte Konflikte. Die Schreibweise des Buches ist sehr gut, es lässt sich flüssig lesen es ist interessant. Es wirft Fragen auf die teilweise auch beantwortet werden. Es zeigt die Arbeitsweise und Lebensweise verschiedener Menschen. Es ist spannend. Außerdem finde ich es sehr gut, dass auch gezeigt wird wie man mit politisch bedingten Problemen umgeht, wie Menschen geschont werden weil sie politisch tätig sind, wie Menschen ihre eigenen Gedanken formen und in Taten umsetzen und sich dabei nicht von ihren Gefühlen abbringen lassen.
- Michael Chabon
Telegraph Avenue
(20)Aktuelle Rezension von: rallusEin Plattenladen ist eine aussterbende Gattung im Zeitalter der CD und des Downloads.
Wer will noch die seltene Originalpressung eines alten Jazz-Konzertes in den 50er Jahren haben?
Mag es noch Leute auf der Welt geben die dies sammeln, aber dies auch noch in Oakland in einem Plattenladen namens Brokeland Records suchen, in dem die Besitzer sich den Hintern an der Kasse wundsitzen?
Ahnung haben die beiden schon, Archy Stallings und Nat Jaffe. Interessante Väter mit Vergangenheit und ein spannendes Umfeld auch.
Doch Unheil droht Ihnen durch eine Kette namens Dogpile Records, die ein Riesenmusikgeschäft eröffnen will. Stadtrat Flowers - ein alter Bekannter von Archies Vater hat noch ein paar Rechnungen offen.
Und Archies Vater ist auf der Suche nach seinen früheren Erfolgen im Showbiz. Gwen ist schwanger und fühlt sich von Archie im Stich gelassen und plötzlich ist da auch noch dieser Junge - Titus.
Und so rührt Michael Chabon diese Leben zusammen und präsentiert uns eine sprach- und assoziationsgewaltige Geschichte, mit Mord, Gangstern, alten Autos, alten Filmen, Träumen, Hoffnungen, Rassismus und Musik.
Die Geschichte dreht sich zwischen den Buchdeckeln in diesem Mikrokosmos der Charaktere und ihren Freunden, Familienmitgliedern.
Dreh-und Angelpunkt ist ein Kapitel von 16 Seiten, der aus einem Satz besteht! Wie auf einer Langspielplatte fliegt ein Papagei gleich einer Diamantnadel über das Geschehen, läuft in der Rille der Telegraph Avenue, erwischt längere und kurze Lieder und dreht sich ohne Ende (Punkt), bis zum Ende der Scheibe.
Dabei werden die einzelnen Personen und Geschehnisse beleuchtet. Die Leidenschaft Chabons, aus Comics und SF/Fantasy zu zitieren und zu vergleichen, behält er wie in seinem großartigen Werk "Kavalier& Clay" bei.
"Nein, es erwies sich einfach nur, dass ein Turm aus Elefanten und Schildkröten nicht geeignet war, eine Welt zu tragen"
Dies vielleicht nicht in Oakland, auf der Scheibenwelt funktioniert es aber recht gut.
So werden hier viele Handlungen und Ereignisse beschrieben, die teils detailgetreu bis in den letzten Farbklecks des Strumpfbandes humoristisch dem Leser ausgebreitet werden.
Das funktioniert meistens sehr gut, doch so manches mal, verläßt der Autor die Pfade und man hat das Gefühl sich durchbeißen zu müssen.
Auch kommt das Ende, nach den erlebten breiten Darstellungen dann doch zu schnell und zu glatt.
Insgesamt ein nicht ganz so tiefgehendes Erlebnis wie Kavalier & Clay. - Britta Habekost
Melodie des Bösen
(23)Aktuelle Rezension von: JessicaImReihenhausWir sind zurück in Paris. Knapp ein halbes Jahr nach den Maldoror Morden kehrt Julien Vioric zurück in die Stadt. Die nächste Mordermittlung lässt nicht lange auf sich warten, da ein genialer Pianist tot aufgefunden wird. Gleichzeitig wird ein menschliches Herz am Grab von Chopin abgelegt, was Vioric an einen ungelösten Mordfall vor über 10 Jahren erinnert.
Wir treffen auch alte Bekannte wieder: Lysanne, Heloise und Luis Aragon sind wieder mit von der Partie und es fühlt sich wieder genauso rund an, wie bei Stadt der Mörder. Nun allerdings gilt dem Jazz und den Einwanderern aus den französischen Kolonien und den USA die Aufmerksamkeit. Ich durfte wieder viel dazu lernen, diesmal über die Musik der 20er Jahre, undnd wie im ersten Teil treten fiktive und reale Charakter parallel auf.
Die schöne und bildhafte Sprache hat mich wieder sofort abgeholt. Die Kriminalgeschichte war ordentlich aufgebaut und super spannend, auch wenn ich dem Mörder dieses Mal auf die Spur kommen konnte. Besonders gefallen hat mir die Ärztin Elsa Lammée und ich hoffe sehr, dass wir sie im nächsten Teil auch wiedersehen dürfen.
Nächster Teil? Ja, bitte! Nicht nur, weil das Buch mit einem kleinen Cliffhanger endet, es wird auch auf den Auftritt von Josephine Baker im Revuetheater angespielt, weshalb ich mir dies als Schauplatz der nächsten Ermittlungen sehr gut vorstellen kann. Und dann gibt es ja noch so viele interessante Persönlichkeiten, die auf jeden Fall das Potential haben als Protagonist in den nächsten Fällen von Vioric eine Rolle zu spielen… vielleicht Picasso? Oder Getrude Stein?
Es gibt eine Sache, die mir besonders positiv aufgefallen ist und die ich deshalb explizit hervorheben möchte:
Seit ich Der große Gatsby gelesen habe, mag ich Bücher über die 20er-Jahre wirklich gerne. Dabei bedienen sich einige (naja, viele) Autoren der damaligen Sprache; vermutlich um Authentizität zu suggerieren. Dabei stoßen mir regelmäßig rassistische Ausdrucksweisen auf. Aber es geht auch anders: hier fällt kein einziges Mal das N-Wort, obwohl wir einigen Rassisten und Nationalisten begegnen. Der Roman büßt damit in keiner Weise an Authentizität ein. Da können sich andere Autoren eine Scheibe abschneiden!
Wie beim ersten Teil gibt es für mich nichts zu kritisieren und daher eine uneingeschränkte und ganz große Leseempfehlung für alle Krimiliebhaber und Musik-affine Bücherwürmer. Wer Stadt der Mörder noch nicht gelesen hat, es aber plant, sollte die Reihenfolge einhalten und zuerst diesen Teil lesen um sich nicht selbst zu spoilern.
- Liv Larson
Wer zuletzt liebt … liebt am besten
(28)Aktuelle Rezension von: stayliterateWie geht ihr mit Herzschmerz um?
Bea aus „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ sieht da nur einen Ausweg, und zwar, stürzt sie sich in ihre Arbeit. Nach einer zweijährigen Beziehung und mit 39 Jahren ist sie weder der erfahrenste noch der jüngste Single auf dem Markt. Zudem setzt bei ihr zunehmend Torschlusspanik ein. Wenn sie noch einmal Kinder haben möchte, sollte sie sich ihrer Meinung nach ranhalten. Hals über Kopf ist sie Teil der Dating-Szene und wird von den Spielregeln erschlagen. Nach einer kleinen Auszeit bei ihrer Freundin Em, findet sich Bea in einem vollen Zugabteil wieder und lernt dort den Karikaturisten Lars kennen. Allerdings bleibt von ihrem Treffen nichts weiter übrig, als eine Karikatur an Beas Pinnwand. Werden sich die beiden noch einmal begegnen und wird Lars Beas aufkeimende Gefühle erwidern?
Für die ersten paar Kapitel habe ich bestimmt zwei Wochen gebraucht, weil ich mich nicht in das Buch reinlesen konnte. Ich mag es, wenn es in Büchern gleich um das Wesentliche geht und ich nicht erste eine lange Einlesephase benötige. In „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ hat sich meiner Meinung nach bis zur Mitte des Buchs jedoch nicht viel getan und so hat es sich einfach nur gezogen wie Kaugummi. Ich kann verstehen, dass die Vorgeschichte wichtig für das spätere Verständnis[1] ist, aber man hätte dort vielleicht etwas sparen[2] und sich stattdessen mehr auf die Beziehung zwischen den Protagonisten konzentrieren können. Natürlich kann man in diesem Zusammenhang argumentieren, dass man dadurch Beas Entwicklung besser darstellen konnte, aber trotzdem war dieser Teil zu langatmig für mich. Auch der Schreibstil war für mich gewöhnungsbedürftig. Es wurde sich sehr auf die inneren Gefühle von Bea und ihre Gedanken konzentriert. Viele Dinge wurden meiner Meinung nach auch zu oft aufgegriffen. Nach ungefähr der Hälfte des Buches hat die Story dann endlich Fahrt[3] aufgenommen und ich konnte es tatsächlich nicht mehr weglegen. Der zweite Part des Buchs ist somit mein Favorit, unter anderem auch, weil Lars dort das erste Mal erwähnt wird und er mein Lieblingscharakter ist.
Lars hat einen ziemlich dunklen Humor, ist brutal ehrlich und weiß, was er will. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an ihm. Damit bildet er nämlich einen Kontrast zu Bea. Ihr fehlt Lars´ Charisma und außerdem ist sie durch die Trennung verunsichert. Die ständigen Verkupplungsversuche ihrer Freundin Em helfen auch nicht wirklich, ihr wieder etwas Selbstvertrauen zu schenken. Schließlich geht jeder einzelne davon auf seine Art und Weise schief. Weil Em eigentlich eine nette Freundin ist, sich aber viel zu sehr in Beas Leben einmischt und einige Aktionen bringt, die zwar lustig sind, aber doch das Vertrauen zwischen Freunden zerstören können, ist sie der Charakter, der mir am wenigsten gefällt.
Mir hat besonders gefallen, dass Bea sich zum Besseren verändert hat und dass ihr viele Dinge klar geworden sind, die sie nun zu einer sehr selbstbewussten Frau machen. Zum Ende hin wird sie auch immer mehr zum Paradebeispiel einer reifen Frau, die weiß, was sie will.Fazit: „Wer zuletzt liebt, liebt am besten“ von Liv Larson ist ein Buch, das mich genauso sehr aufgeregt hat, wie ich es geliebt habe. Die Lovestory steht, anders als es der Titel vermuten lässt, eher im Hintergrund, und die Entwicklung der Protagonistin dafür im Vordergrund. Jeder, der sehen möchte, dass man sich auch mit 39 Jahren selbst finden kann oder einfach nur gespannt auf den hochgelobten zweiten Teil des Buchs ist, sollte es unbedingt lesen.
- Antonio Muñoz Molina
Schwindende Schatten
(6)Aktuelle Rezension von: milkysilvermoonIn Lissabon landet James Earl Ray, der Attentäter von Martin Luther King, im Frühsommer 1968 auf der Flucht vor der Polizei. Unzählige Male hat er seine Identität gewechselt, nun jedoch scheint sein Spiel sich dem Ende zu nähern. In der portugiesischen Stadt verweilt auch der Autor Antonio Muñoz Molina eine Weile. Er schreibt dort im Jahr 1987 den Roman, der für ihn den literarischen Durchbruch bedeuten wird. Dreißig Jahre später kehrt er zurück nach Lissabon und wandelt auf den Spuren von James Earl Ray.
„Schwindende Schatten“ von Antonio Muñoz Molina ist ein Roman mit (auto-)biografischen Zügen.
Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 26 Kapiteln, die wiederum aus mehreren Abschnitten bestehen. Es gibt zwei Erzählstränge: Einerseits wird aus der Sicht des Attentäters Ende der 1960er-Jahre erzählt, andererseits in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Schriftstellers in der jüngeren Vergangenheit. Die beiden Stränge wechseln sich von Kapitel zu Kapitel ab. Diese Struktur ist reizvoll und wirkt gut durchdacht.Dass der Autor hervorragend mit Sprache umgehen kann, ist dem Roman mehrfach anzumerken. Gelungene Bilder und kluge Sätze, die immer wieder eingestreut sind, belegen das schriftstellerische Können. Der Autor schafft es, eine intensive Atmosphäre und Szenerie zu erzeugen. Gleichzeitig ist der Schreibstil, der von vielen Details geprägt ist, aber ziemlich ermüdend. Lange, verschachtelte Sätze mit vielen Aneinanderreihungen machen das Lesen zu einer Herausforderung und sind eine der Hauptgründe, weshalb es mir zunehmend schwerfiel, die Geschichte weiterzuverfolgen.
Auch inhaltlich hatte ich mit dem Roman Schwierigkeiten. Dabei stehen mit James Earl Grey und dem Schriftsteller zwei interessante Persönlichkeiten im Vordergrund, die recht wenig gemeinsam haben außer dem Ort Lissabon, an dem sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten verweilen. Am meisten fesseln konnten mich die Kapitel, die sich mit der Flucht des Attentäters beschäftigen. Interessant fand ich es auch, mehr über das künstlerische Schaffen und den Arbeitsprozess eines Schriftstellers sowie die autobiografische Komponente von Antonio Muñoz Molina zu erfahren. Insofern hat mich die Grundidee des Romans sehr neugierig gemacht. Beide Charaktere werden authentisch dargestellt und bieten viel Potenzial, das in diesem Fall leider jedoch nicht ausgeschöpft wurde.
Schon allein aufgrund der Zahl von rund 500 Seiten wird dem Leser schnell deutlich, dass der Roman etwas Durchhaltevermögen erfordert. Dies wäre auch kein Problem, wenn sich der Inhalt einfacher erschließen würde. Für mich blieb allerdings bis zum Schluss unklar, was die Verbindung beider Erzählstränge bewirken sollte, da sie nicht ausreichend miteinander verknüpft wurden. Immer wieder verliert die Geschichte den roten Faden aus dem Blick, beschäftigt sich mit Nebensächlichkeiten und lässt einige interessante Fragen offen. Vieles bleibt somit unkonkret und oberflächlich. Bis zum Ende konnte ich daher keinen Zugang zum Gelesenen finden. Stattdessen machten sich bei mir zunehmend Langeweile und die Frage breit, was der Autor mit seinem Werk überhaupt bezwecken will. Auch das Nachwort gibt leider keinen Aufschluss über Letzteres. Das ist auch deshalb schade, weil durchaus spürbar ist, wie viel Recherche und sonstiger Aufwand in dem Roman steckt.
Das zurückhaltende, etwas geheimnisvolle Cover passt gut zum Inhalt. Mir gefällt auch, dass sich der deutsche Titel am spanischen Original („Como la sombra que se va“) orientiert.
Mein Fazit:
Meinen hohen Erwartungen wurde „Schwindende Schatten“ von Antonio Muñoz Molina leider insgesamt nicht gerecht. Selbst geübten Lesern anspruchsvoller Literatur verlangt der Roman aufgrund seiner Langatmigkeit einiges ab. Wer jedoch Durchhaltevermögen beweist, wird hier und da mit einigen beeindruckenden Sätzen und Passagen überrascht. - Martha Brockenbrough
Das Spiel von Liebe und Tod
(52)Aktuelle Rezension von: FeatherstoneInhalt:
Amerika in den 1930er-Jahren: Flora und Henry haben auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam. Während die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Flora sich als Sängerin durchschlägt und davon träumt eine Pilotin zu werden, besucht Henry eine Privatschule und führt ein vergleichsweise sorgloses Leben. Trotz dieser Unterschiede werden Henry und Flora Freunde und sie beginnen sich ineinander zu verlieben. Es ist eine Liebe, die große Hindernisse zu überwinden muss, denn in der damaligen Zeit hat die Gesellschaft kein Verständnis für eine solche Verbindung. Zudem ahnen Flora und Henry nicht, dass sie von Liebe und Tod (die beide jeweils eine menschliche Gestalt angenommen haben) beobachtet werden, da diese eine Wette abgeschlossen haben: Während Liebe auf eine gemeinsame Zukunft für Henry und Flora hofft tut Tod alles dafür, dass die beiden auseinandergebracht werden…
Sie flüsterte dem Baby ins Ohr: Irgendwann wird jeder, den du liebst, tot sein. Alles, was du liebst, zu Staub werden. Dies ist der Preis der Liebe. Das einzig mögliche Ende jeder wahren Geschichte. (S. 9)
Meine Meinung:
Die Ausgangsidee dieser Geschichte ist interessant und vielversprechend: Liebe (in Gestalt eines alten Mannes) und Tod (in Gestalt einer jungen Frau) wandeln unbemerkt auf Erden und verbreiten unter den Menschen Liebe bzw. Unheil und Leid. Sie bestimmen über Leben und Tod der Menschen und begleiten deren Leben vom Anfang bis zum Ende.
Mit Flora und Henry hat man zwei sehr sympathische und liebeswerte Hautpersonen, die man schnell ins Herz schließt. Besonders Flora ist eine bemerkenswerte junge Frau: Obwohl es für Frauen in dieser Zeit alles andere als selbstverständlich war, tut sie alles dafür um eines Tages eine berühmte Pilotin zu werden. Es wird toll beschrieben wie Floras und Henrys Liebe zur Musik die beiden verbindet. Außerdem ist es schön zu verfolgen wie die beiden sich ineinander verlieben und man wünscht es ihnen sehr, dass sie die sich auftürmenden Hindernisse überwinden können und dass sie eine gemeinsame Zukunft haben werden.
Da die Geschichte in den 1930er-Jahren spielt werden einige historische Ereignisse eingewoben: So begleiten man Tod u. a. dabei, wie sie im Spanischen Bürgerkrieg auf Seelenfang geht und wie sie die Hindenburg in Flammen aufgehen lässt. Diese Szenen werden sehr eindrücklich beschrieben und sind besonders berührend, weil sie auf wahre Ereignisse Bezug nehmen. Außerdem lassen sie die damalige Zeit lebendig werden. Es ist schade, dass es nicht mehr solcher Szenen gibt. Sie sind aus meiner Sicht eine große Stärke der Geschichte und hätten ruhig mehr Raum einnehmen können.
Besonders hervorheben möchte ich noch wie emotional, herzzerreißend und rundum gelungen das allerletzte Kapitel dieses Buches ist. Es hätte wirklich nicht besser sein können. Auch wie sich Liebes und vor allem Tods Einstellung zueinander und zum Leben verändert haben wird wirklich toll und bewegend geschildert.
Warum vergebe ich trotz dieser Stärken nur 3 Sterne?
Das liegt zum einen daran, dass mir das Erzähltempo der Geschichte stellenweise zu langsam ist und es zwischen Henry und Flora zu sehr „Liebe auf den ersten Blick“ ist. Erst nach einem Drittel des Buches beginnen sich Flora und Henry richtig kennenzulernen und verbringen Zeit miteinander. Zuvor hat Henry Flora fast ausschließlich aus der Ferne bewundert indem er sich ihre Auftritte als Jazzsängerin angesehen hat. Trotzdem hat sich Henry aber fast sofort in sie verliebt, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt kaum ein paar Sätze miteinander gewechselt haben. Auch Flora fühlt sich von Anfang an sehr stark zu Henry hingezogen, obwohl sie ihn gar nicht kennt. Die beiden entwickeln sehr schnell unglaublich tiefgreifende Gefühle füreinander, was somit leider ein wenig übertrieben wirkt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich das Verhalten von Liebe und Tod. Mir hat es nicht gefallen auf welche Weise die beiden in die Geschehnisse eingreifen: Liebe lässt zu, dass sich eine der Nebenfiguren in ihn verliebt, obwohl es klar ist, dass diese Beziehung keine Zukunft hat – immerhin ist ja Liebe gar kein richtiger Mensch. Das führt dazu, dass die besagte Person (die ohnehin schon mit weiteren persönlichen Problemen zu kämpfen hat) später natürlich sehr verletzt ist und wieder alleine dasteht als sie herausfindet, dass Liebe gar kein richtiger Mensch ist. Ich finde es nicht in Ordnung, dass Liebe dieses vermeidbare Drama in Kauf genommen hat. Er hätte von Anfang an mehr an die Gefühle der betreffenden Personen denken müssen zumal er als besonders empathisch beschrieben wird. Tod wiederum nimmt die Gestalt einer der Nebenfiguren an und tut so als wäre sie diese Person. In dieser Rolle greift Tod dann in das Geschehen ein indem sie jemandem einen großen Geldbetrag gibt. Das ist mir ein etwas zu plumpes Eingreifen. Es hätte mir besser gefallen, wenn Liebe und Tod nur versucht hätten auf die Gefühle und Gedanken der handelnden Personen einzuwirken.
Außerdem finde ich, dass sich es die Geschichte am Ende etwas zu leicht macht. Das Drama rund um die Wette zwischen Liebe und Tod, das sich über die ganze Geschichte hinweg aufgebaut hat, löst sich am Ende unglaublich schnell und unkompliziert auf. Hinzu kommt, dass dann noch ein riesiger Zeitsprung gemacht wird. Dadurch erfährt man gar nicht wie es Henry und Flora gelungen ist bestimmte Hindernisse zu überwinden. Man wird als Leser einfach vor die vollendete Tatsache gestellt, dass alles gut geworden ist. Das freut einem natürlich, aber ich hätte gerne mehr Einzelheiten über den Weg dorthin erfahren. Außerdem gibt es eine Nebenfigur (Ethan) über deren weiteres Schicksal man gar nichts mehr erfährt. Er verschwindet irgendwann einfach aus der Geschichte und man hört nichts mehr von ihm.
Fazit:
Es handelt sich um eine wirklich schöne, bewegende und interessante Geschichte. Schade, dass an der einen oder anderen Stelle Potenzial verschenkt wurde. Ich habe das Buch dennoch insgesamt gerne gelesen. Vor allem das letzte Kapitel des Buches ist wirklich wunderschön.
Zum Schluss noch drei der schönsten Zitate aus dem Buch:
Manche Menschen waren, genau wie manche Songs, einfach mehr als bloß die Summe ihrer Teile. (S. 140)
Eine Weile schwiegen sie. Dann sagte Ethan nachdenklich: „Das Leben ist nur ein vorübergehender Zustand, Henry. Voller Unsicherheiten. Darum muss man seine Chancen ergreifen, wenn man sie sieht. Seine Ziele verfolgen. Risiken eingehen. Leben, lieben… das alles. Wir alle müssen irgendwann sterben, aber wenn wir nicht so leben, wie wir wirklich sollen, wenn wir nicht mit der Person zusammen sind, bei der wir sein wollen, dann sind wir jetzt schon tot.“ (S. 224)
Es gibt Wege, tiefer zu blicken als mit bloßem Auge. Er hatte vergessen, wie wahr diese Worte waren. (S. 311)
- Ada Mea
Am Ende aller Stationen
(10)Aktuelle Rezension von: Isis99Alina will über Weihnachten ihrer Vater besuchen und Arvid will nach einer langen Tour zurück nach Hause zu seiner Frau Ulla. Die beiden werden aber in Regensburg von dem Orkan Xavier an ihrer Weiterreise mit der Bahn gehindert. Alina entwickelt Gefühle für Arvid, der will sich aber auf nichts Festes einlassen, da seine querschnittsgelähmte Frau auf ihn wartet. Nach einiger Zeit merkt aber selbst er, dass er gegen die Magie der Zahlen nichts ausrichten kann und lässt sich von ihnen in Alinas Arme treiben. Arvid war der Anstoß für Alina ihr Leben in die Hand zu nehmen, ihren Ehemann zu vergessen und die Liebe zu finden.
Ich fand das Buch super toll und hab am Ende sogar weinen müssen. Alinas Fibel für Zahlen fand ich interessant, das gab dem Ganzen noch etwas verspieltes.
Das offene Ende war in Ordnung, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass er bei ihr bleibt und sie nicht wegschickt^^























