Bücher mit dem Tag "jemen"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "jemen" gekennzeichnet haben.

11 Bücher

  1. Cover des Buches Der Mönch von Mokka (ISBN: 9783462054132)
    Dave Eggers

    Der Mönch von Mokka

    (30)
    Aktuelle Rezension von: wandablue

    Ist es nachvollziehbar, wenn eine Tasse Kaffee 16 Dollar kostet? Wohlgemerkt, man bezahlt damit keine unschlagbare wunderbare Aussicht sich an einem einzigartigen Aussichtspunkt befindend, sondern sitzt oder steht in einer gewöhnlichen Kaffeebar in San Francisco. Jedoch trinkt man einen Kaffee, dessen Export nur unter Lebensgefahr zustande kam und dessen Qualität unschlagbar ist! Und zudem Fair Trade ist. Dass der Kaffee im Jemen erfunden wurde und dass der Jemen eigentlich ein Land ist, das sich wunderbar zum Kaffeeanbau eignet, erfährt man aus dem Roman „Der Mönch von Mokka“. Freilich, ein Mönch kommt nicht vor. Und auch sonst nichts Spirituelles. Dafür erhält man einen leidlichen Einblick in die politische und soziale Situation Jemens. Mokka ist eine Hafenstadt im Jemen und hat nichts mit dem Getränk Mokka zu tun.

    Der Held Mohtar ist jemenstämmig, aber Amerikaner. In seinem jungen Leben hat er schon viele Jobs gestemmt, eigentlich möchte der intelligente, strebsame junge Mann studieren, aber das Leben kommt dazwischen, die Armut und nun ja, er lässt sich leicht ablenken, außerdem hat er überambitionierte Träume, die sich nie verwirklichen lassen. Eigentlich ist Mohtar eine Art Traumtänzer mit gelegentlichem Realitätschek. Aber dann verbeißt er sich in die Idee, Kaffee aus dem Jemen zu exportieren. Und auf einmal bleibt er dran. Entwickelt Leidenschaft. Und Unternehmergeist. Unter Lebensgefahr gelingt es ihm mit Engagement, mit Hilfe seines Clans im Jemen und mit einer guten Portion Glück, reich zu werden. Ja, ohne Glück gelingt es nicht, genau so gut, hätte er auf seinen Reisen ermordet werden können oder im Bombenhagel umkommen. Ist er aber nicht.

    Der Kommentar und das Leseerlebnis:

    Der Roman fesselt mich von der ersten Zeile an. Vor allem, da er auf Tatsachen aufbaut. Ich mag Dave Eggers Stil, eine Mischung aus nüchterner Beschreibung, guten Charakterisierungen und dem Aufbau nonchalanter Spannung. Man kann nicht sagen, dass Dave Eggers in den Tiefen der menschlichen Psychologie schürfen würde, dennoch bringt er im Kaffeeroman rüber: + Migrant zu sein kann Vorteile mit sich bringen, wegen der Doppelsprachigkeit und wegen der Beziehungen zur alten Heimat. + Manchmal wird Mut und Risikobereitschaft belohnt. + Vieles hängt auch vom Zufall ab. + Nicht jeder ist seines Glückes Schmied, aber mancher. + Es ist nicht selbstverständlich, dass wir morgens unseren Kaffee schlürfen dürfen. 

    Freilich kann Kaffeetrinken Kult sein und überhöht werden, wie alles eben. Nie im Leben würde ich 16 Dollar für eine Tasse Kaffee ausgeben. Ist einfach nicht meine Welt. Aber was sollen die Reichen denn sonst mit ihrem Reichtum anfangen? Falls ihr mal in eine Kaffeebar geht, fragt auf alle Fälle einmal nach Kaffee aus dem Jemen.

    Fazit: Unterhaltsam, spannend, lehrreich. Macht einfach Spaß. 

    Kategorie: Abenteuer. Tatsachenroman.
    Kiwi, 2018

  2. Cover des Buches Lachsfischen im Jemen (ISBN: 9783833308550)
    Paul Torday

    Lachsfischen im Jemen

    (66)
    Aktuelle Rezension von: KarenAydin

    Lachse und Angeln. Und das über mehr als 320 Seiten? Ich halte persönlich nicht viel von diesem Sport. Nicht nur, weil mir die Fische leid tun, sondern ich denke auch, dass es ein wenig aufregendes Hobby ist. Und dann ein ganzes Buch über Lachse und Fischerei? Kann das spannend sein? Ich habe mich auf das Experiment eingelassen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es so ist. Dies liegt zum einen an dem herrlich schrägen Plot, zum anderen aber auch an dem erzähltechnisch sehr spannenden Aufbau.  

    Worum geht es genau? 

    Der britische Wissenschaftler und Fischereiexperte Dr. Alfred Jones wird darum gebeten, dem unverschämt reichen Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama bei der Realisierung seines wahnwitzigen Plans zu helfen. Er möchte einen Wadi in einen Lachsfluss verwandeln und so den Angelsport im Jemen etablieren (einem islamischen Land, in dem es überhaupt keine Tradition des Fischens gibt). Jones lehnt zunächst ab, doch dann mischt sich der Pressesprecher des britischen MP ein, der dieses harmlose Projekt zunächst als perfekte Gelegenheit für eine (angesichts des Irak-Kriegs dringend notwendige) positive PR-Kampagne sieht. Er übt Druck auf den Fischereiwissenschaftler aus, der daraufhin, zusammen mit einer Mitarbeiterin in diesem Projekt namens Harriet Chetwode-Talbot den Scheich auf dessen Anwesen in Schottland trifft.

    Ein ganz besonderer Erzählstil

    Es ist nicht nur die herrlich absurde Geschichte, die diesen Roman zu etwas ganzem Besonderen macht, es ist der Aufbau und der ihm eigene, sehr trockene und bisweilen etwas böse britische Humor. Der Roman besteht aus Emails, Zeitungsausschnitten, Protokollen, Tagebucheinträgen und im letzten Abschnitt auch Verhörprotokollen. So bekommt der Leser einen humorvollen Einblick in die freud- und lieblose Ehe des Protagonisten, weil die Emails, die Alfred und Mary austauschen so verfasst sind, dass man ganz genau herauslesen kann, was die Eheleute sich eigentlich sagen möchten. Die wissenschaftliche Ernsthaftigkeit mit der versucht wird, Wege zu finden, das absurde und absolut nicht umsetzbare Projekt zu realisieren, ist herrlich komisch, ebenso wie der Einblick in die Korrespondenz hinter den Kulissen von 10 Downing Street, was Teile des Romans zu einer sehr bissigen und kritischen Politsatire macht. Auch Al-Kaida mischt sich in das Projekt ein. Auch wenn der grundsätzliche Ton humorvoll ist, so enthält der Roman auch sehr absurd-traurige Elemente, bei denen einem das Lachen wie eine Gräte im Hals stecken bleibt.

    Der Scheich ist eine besonders interessante Gestalt. Er glaubt fest an das Gute, an die Möglichkeit der Verwirklichung seines Traums und an die positiven Auswirkungen dieses Projekts auf die Bevölkerung. Er ist der einzige, der immer nur durch Dritte geschildert wird. Wir erfahren nie, was er wirklich denkt. Das was aber deutlich wird, ist, dass er den kauzigen Wissenschaftler Jones nachhaltig verändert. So ist der Roman ebenso sehr Entwicklungsroman wie Wissenschafts – oder Politsatire.

    In der zweiten Hälfte beginnen Verhörprotokolle, da wird es richtig spannend, weil es schwierig ist, aus den Aussagen zusammenzusetzen, was nun eigentlich geschehen ist.

    Also, alles in allem ist es ein sehr lesenswerter und komplexer Roman, der viel Stoff zum Nachdenken bietet, aber gleichzeitig so locker-leicht und humorig geschrieben ist, dass er keine Sekunde langweilig ist.

    Wem das Buch gefallen könnte? Das ist dieses Mal sehr schwierig, da ich kein Buch kenne, das diesem hier ähnlich ist. Ich kann nicht einmal sagen, dass es für Menschen ist, die sich für Lachsfischen oder für britische Nahostpolitik interessieren oder generell Satire mögen, denn da gehöre ich eigentlich auch nicht zu. Ich empfehle es also jedem, der Mut und Lust hat, sich bei Tordays Debütroman auf etwas Neues einzulassen.

     

    Es gibt offenbar auch eine Verfilmung. Da ich aber nach dem Trailer („Wohlfühl-Komödie“) befürchte, dass dieser so flach wie die jemenitischen Wadis vor der Regenzeit ist, empfehle ich den Roman.

     

     

     

     

     

  3. Cover des Buches Ich versteh die Welt nicht mehr (ISBN: 9783492314275)
    Jennifer Sieglar

    Ich versteh die Welt nicht mehr

    (7)
    Aktuelle Rezension von: theophilia

    Liebe Leser, heute möchte ich Euch das Buch „Ich versteht die Welt nicht mehr“ von Tim Schreder und Jennifer Sieglar vorstellen. Auf dieses Buch bin ich aufgrund einer Empfehlung vom Piper Verlag gestoßen.

    Inhalt:
    Der Islamische Staat verbreitet weltweit Angst und Terror, in den USA wird ein Außenseiter zum Präsident gewählt, aus der Türkei vernimmt man ständig neue Schreckensmeldungen über Präsident Erdoğan und hierzulande wird die AfD stetig populärer – die Welt der Nachrichten dreht sich immer schneller, dabei sind viele Themen ohne fundiertes Hintergrundwissen kaum zu verstehen. Zugleich konsumieren viele Menschen diese Meldungen vor allem bruchstückhaft über die sozialen Medien. Hier setzt »Ich versteh die Welt nicht mehr« an und bietet auf verständliche und unterhaltsame Art Hintergründe zu den wichtigsten Nachrichtenthemen unserer Zeit.

    Meine Meinung:
    Das Cover des Buches ist in Himmelblau gehalten. Vielleicht soll es die Draufsicht vom Weltall darstellen. In der Länderkarte stecken Fähnchen mit den jeweiligen Brennpunkten die im Buch erklärt werden.

    Das Buch „Ich verteh die Welt nicht mehr“ wurde von Tim Schreder und Jennifer Sieglar als Klappenbroschur im Piper Verlag aufgelegt. in den Klappen sind auf einer Landkarte die Punkte der Erde zu sehen, von welchem in dem Buch die Berichte sind. In der hinteren Klappe sind Tim und Jenni bei der Arbeit zu sehen. Beide sind u.a. als Moderatoren der Kindersendung Logo bei Kika bekannt.

    Das Buch hat neben einem Vorwort, Dankesteil und Buchempfehlung 33 kleine Kapitel mit unterschiedlichen Brennpunkten der Erde. Das Buch kann auch als kleines Einführungslexikon zur aktuellen Weltpolitik gesehen werden. Nach der Kapitelüberschrift kommt eine kurze Einleitung farblich hinterlegt.

    Die Schrift ist in 2mm Standardschrift als reines Textsachbuch gedruckt. Nur zur Einleitung eines Kapitels ist ein Globus aufgedruckt mit einer Fahne, welche in dem Teil der Erde steckt, welches gerade besprochen wird. Vielleicht hätte eine etwas größere Landkarte als optische Orientierung neben der großen Weltkarte am Anfang des Buches zur näheren Orientierung verholfen.

    Das Buch kann wie ein kleines Lexikon verwendet werden. Jedes Kapitel lässt sich unabhängig vom anderen lesen und keines baut auf dem anderen auf.

    Tim und Jenni kenne ich von den Logonachrichten. Dort werden die Tagesnachrichten so für Kinder erklärt, dass sie verstehbar sind. Daher bin ich mit der Erwartung an das Buch gegangen, dass dies in einer einfachen Sprache gehalten ist. Doch bei näherem Durchlesen wurde mir schnell klar das das Buch für Teenager bzw. junge Erwachsene gedacht ist. Aber auch Senioren und Eltern von Kindern, die Tim und Jenni aus Logo kennen, sind mit diesem Buch angesprochen.

    Das Buch setzt einen etwas weiteren Sprachwortschatz voraus wie Logo Kindernachrichten. Ist aber im Prinzip genauso gut verständlich und tiefgründig geschrieben. Einige Themen z.B. Mord und Vertreibung sind für jüngere Kinder nicht so geeignet genauer auszuführen. Aber auch Eltern und Senioren sind

    Was ich aus dem Buch lernen konnte
    Es ist nicht aussichtlos die politische Weltlage zu verstehen. Hier ist ein Buch, das dem oftmals überforderten Nachrichtenseher Klarheit in die tägliche Nachrichtenflut an Hintergrundwissen bringt. Die 33 Weltbrennpunkte werden von Anbeginn der Entstehung zeitgeschichtlich fortlaufend dargestellt.

    Das Buch macht Mut sich weiter mit der Weltgeschichte auseinanderzusetzen. Erste Anfänge sind hier gelegt und der Nachrichtenseher kann sein hier erworbenes Wissen Tag für Tag selber vertiefen.

    Dank an Tim Schreder und Jennifer Sieglar für die ausführliche Recherche zu den aktuell brisanten Tagesthemen. Es ist zu erlesen wie viel Zeit und Mühe sie in ihr Buch investiert haben.

    Tim Schreder und Jennifer Sieglar durfte ich im Rahmen der Buchvorstellung auf der Frankfurter Buchmesse 2017 kennenlernen. Es hat mich gefreut sie genauso authentisch bei der Buchbesprechung zu erleben, wie ich Euch von Logo her kenne: jugendlich, kommunikativ und frisch aber trotzdem mit allem Ernst bei der Sache. Danke, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt das Buch zu signieren. Hoffe, dass ihr noch lange die Jugendlichkeit bewahren könnt, um Logo Nachrichten den Kindern zu Präsentieren.

    Fazit:
    Das Buch kann ich für jeden Empfehlen, der sich an der Weltgeschichte interessiert. Ein Muss für jeden der Tagesnachrichten besser verstehen will.

    Autor:

    Tim Schreder
    Tim Schreder, geboren 1991, moderiert seit 2010 logo! und ist als Reporter für das ZDF weltweit im Einsatz. Er berichtete u.a. von den US-Präsidentschaftswahlen und der Fußball-WM in Brasilien. Für seine Reportage zur Flüchtlingskrise wurde er 2016 für den Grimme-Preis nominiert.

    Jennifer Sieglar
    Jennifer Sieglar, Jahrgang 1983, absolvierte ein Volontariat beim Hessischen Rundfunk, wo sie derzeit Moderatorin für die Hessenschau ist. Seit 2008 ist sie für die ZDF-Nachrichtensendung logo! tätig, die sie seit August 2012 moderiert.

  4. Cover des Buches Arthur, Band 3: Arthur und die Stadt ohne Namen (ISBN: 9783551310859)
    Gerd Ruebenstrunk

    Arthur, Band 3: Arthur und die Stadt ohne Namen

    (90)
    Aktuelle Rezension von: DoraLupin

    Im dritten Teil geht es für Arthur und Larissa tief hinein in die Wüste, denn dort soll eine versunkene Stadt liegen, in der die Geheimnisse der Vergessenen Bücher verborgen sein sollen. Für dieses Abenteuer müssen sie noch ein letztes Buch finden, das "Buch der Leere" ....

    Dies ist der dritte Teil einer wunderbaren Reihe die sich auf die Suche sehr besonderer,  alter Bücher konzentriert. Der Schreibstil ist kindgerecht und leicht verständlich, die Städte werden sehr bildhaft beschrieben, sodass man am liebsten selbst gleich dorthin Reisen möchte!  

    Arthur und Larissa sind sympathische Protagonisten, die sich auf eine gefährliche Suche nach den Büchern machen müssen. Es geht diesmal nach Edinburgh und in die Wüste bei Jemen, eine tolle Kombination aus der geheimnisvollen Geisterstadt im Norden Großbritanniens und der sonnigen Wüste mit Kamelen und Bazaren. Die Story ist temporeich erzählt und verbindet wunderbar die Liebe zu Büchern mit dem Abenteuer in fremden Städten. Action und Spannung sind da vorprogrammiert und die Handlung reißt einen regelrecht mit, sodass man das Buch schwer aus der Hand legen kann. 

    Fazit: Tolles Abenteuer für Buchliebhaber und Abenteurer! 

  5. Cover des Buches Sonnenaufgang im Todestal (ISBN: 9783944794471)
    Amiira Ann

    Sonnenaufgang im Todestal

    (47)
    Aktuelle Rezension von: Babsi123

    Mein Fazit: 

    Ein faszinierendes Abenteuer einer Familie, die als Entwicklungshelfer in den Jemen kam und Gott ihnen über so manche Hürde half … 


    Zitat: " Wir waren uns alle sicher, dass Gott uns an diesen Ort gesandt hat, um den Bedürftigen die Liebe Gottes und Hoffnung durch praktische humanitäre Hilfe zu bringen. "


     Allahu akbar !( Gott ist groß.) 


    In einem streng gläubigen Land wird die Familie vor viele Herausforderungen gestellt, aber mutig gehen sie ihren Weg. Der Glaube an Gott und dass er in aussichtslosen Situationen hilft, davon ist die Autorin fest überzeugt. Ihr unerschütterlicher Glaube lässt sie nicht im Stich und sie kämpft für ihre Familie mit allen Mitteln … 


    Beeindruckend, wie gebeutelt das Land durch die Anschläge der Al-Qaida zu dieser Zeit war und wie gefährlich es war, dort zu leben für die Menschen. In ihrer Biografie erzählt sie schonungslos offen

    über die Anschläge der Al-Qaida und ihre Folgen für das Land und die Bevölkerung. Ein authentischer Einblick in die Welt des Islam, und wer sich für diese Thematik interessiert, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen. 


    Der Schreibstil der Autorin ist brillant, flüssig geschrieben, aufwühlend und berührend, zum Teil voller Emotionen, gespickt mit Dramatik und vollendeter Magie des Erlebten. Glückseligkeit pur, dass sie dieses Abenteuer erleben durften und am Ende überlebten.

  6. Cover des Buches Jemen (ISBN: 9783406731587)
    Said AlDailami

    Jemen

    (2)
    Aktuelle Rezension von: parden

    ZEHN JAHRE KRIEG...

    Der blutige Krieg im Jemen hat die größte humanitäre Katastrophe der Gegenwart ausgelöst. In der Weltöffentlichkeit spielt er hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Der gebürtige Jemenit und ehemalige Bundeswehroffizier Said AlDailami erklärt die Hintergründe und zeigt, wie der Jemen ins Fadenkreuz regionaler und internationaler Interessen geraten konnte. Der Krieg im Jemen ist kein gewöhnlicher Krieg. Weil er von ungleichen Brüdern geführt wird, ist er umso grausamer und intensiver. Seine Opfer interpretieren die Intervention der saudischen Militärallianz als Kampfansage gegen den Jemen, der sich selbst als Wiege der arabischen Kultur sieht. Dieses Selbstverständnis derJemeniten nimmt AlDailami zum Ausgangspunkt für seine schonungslose Analyse der Konfliktlinien entlang von wirtschaftlichen Interessen sowie konfessionellen, regionalen, tribalen und klassengesellschaftlichen Differenzen. Und er zeigt, wie die geostrategisch und wirtschaftlich bedeutsame Lage des Jemen am Eingang zum Roten Meer Begehrlichkeiten in der Region weckte und welche Rolle Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, der Iran und der Westen bei der Entstehung, Entwicklung und medialen Verdunklung des Konflikts spielen. Ein authentischer, mit persönlichen Erfahrungen und Eindrücken angereicherter Insiderblick auf die Geschehnisse im Jemen. (Verlagsbeschreibung)

    Seit Anfang 2014 gibt es Krieg im Jemen, nunmehr also schon seit über zehn Jahren. Es geht hierbei um verschiedenste Interessen, aber egal worum es geht: etwa ein Drittel der Opfer betrifft die Zivilbevölkerung. Armut, Hunger, Elend, Verwüstung, Zerstörung, Krankheiten - und kein Ende in Sicht. 

    Said AlDailami, selbst gebürtig aus Jemen, betont, dass es sich bei dem Krieg - engegen der landläufigen Meinung, dass es hierbei um einen Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gehe (gemäß dem alten islamischen Streit zwischen Sunniten und Schiiten) - um ein deutlich komplexeres Geschehen handelt. Die offenbar unauflösbare Krise, die sich heute auf der arabischen Halbinsel abspielt, dreht sich u.a. auch um handfeste wirtschaftliche Interessen.

    Der Autor nähert sich der Gegenwart über die bunte Historie Jemens an. Arabia felix, glückliches Arabien, so nannten die Römer einst den Süden der arabischen Halbinsel. Handelsrouten zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer sowie dem Nildelta bestehen bereits seit der Antike, die Jemeniten werden in der Bibel und im Koran erwähnt. Eine jahrtausendealte Geschichte der Hochkulturen. 

    Danach erhält der Leser einen Einblick in die seit der Frühzeit herrschenden Stammeskultur, die bis heute Bestand hat. Die Stabilität jedwelchen politischen Systems in Jemen steht und fällt mit der Gunst der Stämme. Die Noblen, deren Herkunft in direkter Linie auf den Propheten Mohammed zurückgeht, stehen dabei ganz oben in der Hierarchie (aus dieser Schicht entstammt auch der König), gefolgt von den Richtern (der geistigen Elite) und den Scheichs, die ebenfalls großen Einfuss haben. Die restliche Bevölkerung zählt zu den einfachen Stammesangehörigen. 

    Spätestens seit dem Ausruf der Republik in den 1960er-Jahren stellen die Jemeniten diese sozialen Grenzen jedoch zunehmend infrage. Die oberen Schichten verlieren seitdem an Bedeutung, was jedoch nicht alle Vertreter der Noblen einfach so hinnehmen. Hervorzuheben ist hier die Familie al-Huthi, aus der sich Anfang des neuen Jahrtausends die Miliz der sogenannten Huthis bildete. Die Huthis sehen in ihrer noblen Herkunft eine Legitimation für ihren Herrschaftsanspruch - ein blutiger Krieg gegen die jemenitische Regierung beginnt.

    Eine Ursache für die tiefen politischen Differenzen innerhalb des Landes sieht der Autor auch in der Geschichte der Besatzung. Seit dem 16. Jahrhundert wurde Jemen durch das Osmanische Reich dominiert, so wie auch andere Teile der arabischen Welt. Ende des 19. Jahrhunderts eroberten die Briten Städte im Süden des Landes, woraufhin Jemen in zwei Teile geteilt wurde, die sich fortan sehr unterschiedlich entwickelten. Unter den Briten und besonders seit der Eröffnung des Suez-Kanals im Jahr 1869 erlebte der Süden des Landes einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Jahr 1962 wurde im Norden die Arabische Republik Jemen ausgerufen, 1970 im Süden die sozialistisch geprägte Demokratische Volksrepublik Jemen. Vorausgegangen waren der Republikgründung Befreiungskriege auf beiden Seiten. 1990 kam es trotz großer politischer Differenzen zur Wiedervereinigung, unter anderem motiviert durch die Ölfunde an der Grenze. 

    Die politischen Differenzen jedoch blieben, geschürt noch durch das dikatatorisch-korrupte Verhalten von Präsident Ali Abdullah Saleh. Er bereicherte sich vor allem am Süden, der seine Wirtschaft zuvor verstaatlicht hatte, und konnte sich so für etliche Jahre die Loyalität der mächtigen Stämme im Norden erkaufen. Im Süden aber wuchs die Unzufriedenheit, und so kam es seit 1994 immer wieder zu Unabhängigkeitskriegen. Fundamentalistische Gruppierungen fassten Fuß - sei es die Islah-Partei, die die Universität al-Iman gründete, eine Brutstätte des islamistischen Terrors, oder seien es die Huthi, die mit ihrer Miliz ab 2004 immer wieder Kriege gegen die jemenitische Regierung führte.

    2011 lebten mehr als die Hälfte der Jemeniten unter der Armutsgrenze. Die Revolutionen des sog. Arabischen Frühlings stießen im Jemen nicht zuletzt deshalb auf offene Ohren. Dies äußerte sich als Kampf zwischen den Oppositionsparteien und der Regierung, was zunehmend den Charakter eines Bürgerkriegs annahm. Als die Situation stets weiter eskalierte, griffen die Regierungen von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Eine Dialogkonferenz wurde ins Leben gerufen, verlief jedoch unbefriedigend. Die Huthis wären ihrer Machtstellung beraubt worden, weshalb sie das Ergebnis der Konferenz im Januar 2014 nicht anerkannten.  

    Die wirtschaftliche Notlage der Bevölkerung Jemens sowie die Dominanz der Huthi-Rebellen sorgten für ein Eingreifen der UN. Jedoch ließ diese Organisation es zu, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die Kriegssituation für ihre Zwecke ausnutzten. Unter dem Vorwand, gegen den Terror der Huthis vorzugehen, wurde im März 2015 die Operation Decisive Storm gestartet. Was für wenige Wochen geplant war, dauert nun jedoch schon Jahre. Dabei geht es offenkundig auch um wirtschaftliche Interessen. Die Sorge, dass die Huthis den Zugang zum Roten Meer und dem Suez-Kanal blockieren könnten, treibt den Krieg immer weiter. Die Blockade der bevorzugten Route für die Ölexporte wäre für die beiden Golfstaaten eine Katastrophe. Der Autor vermutet, dass es Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten letztlich darum geht, den Jemen unter sich aufzuteilen.

    Doch auch die westlichen Staaten haben Gründe, nicht vehementer gegen den Krieg im Jemen einzuschreiten. Sie sind einerseits auf die Öllieferungen angewiesen und verdienen sich andererseits durch Waffenexporte eine goldene Nase. Lt. Said AlDailami kommen 98 Prozent der Waffen, die die Bündnispartner gegen den Jemen einsetzen. aus dem Westen - und selbst offizielle Waffenembargos werden durch Joint Ventures in Drittstaaten umgangen.

    Jemen: von Arabia felix, dem glücklichen Arabien, zum Land mit der größten humanitären Krise weltweit - und kein Ende ist in Sicht... Ein Trauerspiel.


    © Parden

  7. Cover des Buches BLUTRACHE (JET 3) (ISBN: 9783958352483)
    Russell Blake

    BLUTRACHE (JET 3)

    (2)
    Aktuelle Rezension von: mistellor
    Jet 3: Die Blutrache ist natürlich Band 3 der 8-teiligen Serie. Leider ist er nicht so gut wie die vorherigen Bände. In Band 1 und auch in Band 2 ist die Story ungewöhnlich und sehr spannend, die Frauenfigur namens Jet ungewöhnlich und sehr interessant.
    In diesem Band wird die Story zu einem normalen Thriller, Jet geht in der Mutterrolle auf und ihren Handlungen in diesem Roman fehlt der Pfiff, der die vorherigen Bände so außergewöhnlich gemacht hatten. Selbst die neu eingeführte männliche Figur Alan ist weder spannend, noch charismatisch oder ungewöhnlich. Im Gegenteil, ich empfand ihn sogar als sehr langweilig.
    Ich weiß im Moment nicht, ob ich mir Band 4 kaufen werde. Mal abwarten, ob ich der Serie noch eine Chance geben werde. 
  8. Cover des Buches Die Präsidentin (ISBN: 9783775159777)
    Randy Singer

    Die Präsidentin

    (20)
    Aktuelle Rezension von: derMichi

    Die titelgebende Präsidentin, Demokratin wie Hillary Clinton, spielt als oberste Befehlshaberin eine entscheidende Rolle beim hier thematisierten Kampfeinsatz des Navy-SEALs. Trotzdem bekleidet sie im Buch keine Hauptrolle, sie ist noch nicht einmal eine wichtige Nebenfigur. Das sollte man wissen, bevor man einen Verschwörungsthriller um das höchste Amt der USA erwartet, denn bei der deutschen Titelfindung standen hier wohl die knackigen Zwei-Wort-Buchtitel von John Grishams Romanen wie "Die Jury" Pate.

    Doch schlechter ist Randy Singers Beitrag zum Genre dadurch kein bisschen. Obwohl er beim SEAL-Einsatz realistische Kampfszenen beschreibt und einen seiner Protagonisten deutlich später ein gefährliches Abenteuer im Nahen Osten erleben lässt, spielen die spannendsten Szenen tatsächlich im Gerichtssaal. Weder die actionreicheren Kapitel noch das schwere Schicksal der Hinterbliebenen sind so spannend wie der Schlagabtausch zwischen Anwälten, Zeugen und Richtern in zahlreichen exzellent recherchierten Kapiteln, in denen stets alles auf der Kippe steht und die Kläger jederzeit selbst angeklagt werden könnten.

    Singer weiß, wovon er schreibt, und wenn man ein Fan von Kollege Grisham ist, wird man an seiner Kenntnis des Justizsystems und den im Hintergrund pulsierenden, durchaus realistisch wirkenden politschen Spielchen seine Freude haben. Ganz ohne übertriebene Sensationsgier lässt er ein paar Underdogs gegen übermächtige Gegner aus den Reihen von Regierung und Geheimdienst antreten, die nicht einmal die leicht zu emotionalisierende Öffentlichkeit durchgehend auf ihrer Seite wissen können.

    Lediglich die recht einfach skizzierten Figuren könnte man ihm vorwerfen, die sich idealistisch in Kampfeinsätze und Gerichtsverfahren stürzen, um der Gerechtigkeit Genüge zu tun, weil man das als Amerikaner eben so macht. Auch die Szenen um die familiär füreinander sorgenden Armee-Familien könnten den durchschnittlichen Europäer befremden, wo die gesamte Mannschaft im Gerichtssaal solidarisch strammsteht und der kleine Sohn eines Gefallenen am Memorial Day mit Tränen in den Augen aufspringt, um seinem toten Vater zu salutieren.

    Deutlich unaufdringlicher erzählt der Autor dagegen vom wiedergefundenen Glauben der Hauptfigur Paige, der sie durch ein tiefes Tal trägt, als es wirklich darauf ankommt. Ein Wundermittel ist das trotzdem nicht, weder kehrt dadurch der tote Verlobte zurück, noch wird der Prozess und der Aufbau von Paiges eigener Kanzlei einfacher. Dennoch wird so der dringend benötigte Funken Hoffnung vermittelt, der scheinbar ausweglose Situationen weniger ausweglos macht.

    Originaltitel: "Rule of Law"
    Bonusmaterial: erklärende Fußnoten

  9. Cover des Buches A Land without Jasmine (ISBN: 9781859643105)
  10. Cover des Buches Noch einmal meine Mutter sehen (ISBN: 9783453869356)
    Zana Muhsen

    Noch einmal meine Mutter sehen

    (55)
    Aktuelle Rezension von: Louie

    Cover

    Ich habe die Weltbild-Ausgabe, welche in Pastelltönen gehalten ist. Darauf ist eine junge Frau zu sehen. Das Cover ist meiner Meinung nach sehr ansprechend und war deshalb auch ein Kaufgrund für mich.

    Handlung

    Wir begleiten die junge Zana und ihre kleine Schwester Nadja, die in England aufgewachsen sind. Ihr Vater hat eine Reise in den Jemen, sein Heimatland, für die beiden organisiert. Die Mädchen sind natürlich sehr aufgeregt, jedoch währt diese Freude nicht lange. Es stellt sich bald heraus, dass alles anders ist als angenommen. Die beiden wurden zwangsverheiratet und müssen nun im Jemen in Unterdrückung unter schwerster Arbeit leben. Doch sie geben nicht auf und kämpfen für eine Rückkehr nach England.

    Meinung

    Unvorstellbar, was diese beiden Mädchen in so einem jungen Alter durchmachen mussten. Besonders geschockt hat mich die Untätigkeit der Regierungen trotz des Medienrummels, der um die beiden entstanden ist, nachdem sich die Mutter an die Öffentlichkeit gewandt hat.

    Zanas Schilderungen waren sehr bewegend. Der Schreibstil ist gut verständlich, einfach, aber dennoch packend. Die Kapitel waren nicht zu lang, sodass das Buch gut zu lesen war. Ich mochte auch, dass jedes Kapitel eine eigene Überschrift hatte. In meiner Ausgabe war die Schrift recht groß, was für mich sehr angenehm war. 

    Fazit

    Alles in allem ein empfehlenswertes Buch, wenn man sich für Frauenschicksale interessiert. Sehr angenehm zu lesen.

  11. Cover des Buches Intisars Auto (ISBN: 9783770455102)
    Pedro Riera

    Intisars Auto

    (4)
    Aktuelle Rezension von: Forti
    Die Graphic Novel gibt - soweit ich das beurteilen kann - einen guten Einblick in das Leben der Frauen im Jemen. Beschrieben wird der Alltag einer jungen, unverheirateten Frau der Oberschicht - vermutlich lebt Intisar schon anders als verheiratete Frauen oder Frauen der Unterschicht. Die beschriebene Vorherrschaft der Männer dürften aber alle Frauen im Jemen erleben - und sie war mir so vorher nicht bekannt.

    Immer wieder habe ich mich gefragt, wie das Leben der Frauen heute im Jemen aussieht. Der Autor schreibt selbst, dass sich durch den arabischen Frühling einiges geändert hat - jetzt herrscht dort ja aber Krieg, der akut und auch nachhaltig das Leben weiter verändern wird.

    Das zeigt mir doch mal wieder, wie wenig wir über die komplexen Zusammenhänge im Nahen Osten wissen.

    Sehr informativ ist auch der Anhang!
  12. Zeige:
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