Bücher mit dem Tag "john niven"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "john niven" gekennzeichnet haben.

10 Bücher

  1. Cover des Buches Gott bewahre (ISBN: 9783453675971)
    John Niven

    Gott bewahre

     (350)
    Aktuelle Rezension von: Aus-Liebe-zum-Lesen

    Dieses Buch hätte ich mir selbst nie gekauft. Umso besser, dass ich es von meinem Schwager geschenkt bekommen habe, denn ich hätte definitiv was verpasst.

    Jesus soll seinen Vater, Gott, für eine kurze Zeit vertreten und richtet dabei völliges Chaos an und die Welt stürzt durch Kriege und schwindende Moral in den heutigen, desolaten Zustand. Gott ist entsetzt und schickt Jesus erneut auf die Erde, um den Schaden zu beheben und die Menschen wieder von christlichen Grundgedanken zu überzeugen.

    Doch diese Mission wird erwartungsgemäß nicht ganz einfach. Als kiffender Indie-Musiker nimmt Jesus an einer Casting Show teil und reist infolgedessen mehr oder minder erfolglos quer durch die USA und schart Freunde um sich, die eher nicht dem Durchschnittsbürger entsprechen.

    Die Geschichte ist skurril, aber nicht unschlüssig. Bei all dem Humor und Klamauk, steckt eine bissige Gesellschaftskritik in dem Text, die niemanden ausspart. Es geht nicht nur um die Kirche, die Gläubigkeit, Castingshows und die Medienlandschaft, nein die ganze moderne Gesellschaft wird schonungslos auf die Schippe genommen.

    Der Roman ist tiefgründig. In einem Moment muss man herzhaft lachen, im nächsten bleibt einem das Lachen im Halse stecken, weil die Kritik den Nagel so wunderbar auf den Kopf trifft. Eine kurzweilige Lektüre, die trotz aller Skurrilitäten für jeden Leser geeignet ist.

  2. Cover des Buches Das Gebot der Rache (ISBN: 9783453676756)
    John Niven

    Das Gebot der Rache

     (79)
    Aktuelle Rezension von: chuma
    ... sind das zentrale Thema dieses Romans aus der Feder des schottischen Kultautors John Niven. Vielen dürfte er wegen seiner bissigen, schwarzhumorigen Geschichten bekannt sein. "Kill your Friends", "Old School" oder "Straight White Male" sind dem ein oder anderen Leser sicher ein Begriff. Ein ganz anderes Genre bedient Niven mit "Das Gebot der Rache" (OT: Cold Hands). Dieser im Heyne Hardcore Verlag erschienene Thriller ist aber eben auch ein sehr gut erzählter Roman, der mit fein herausgearbeiteten Charakteren und einer hervorragend konstruierten Handlung punktet, dabei aber gerade im letzten Drittel die Gemüter von zartbesaiteten Lesern überstrapazieren könnte.

    Eins vorweg: Bitte lesen Sie nicht den Klappentext, wenn Sie in den vollen Genuss der spoilerfreien Lektüre kommen und sich die zum Teil schockierenden Überraschungsmomente nicht nehmen lassen wollen. Es dürfte genügen, wenn man folgenden kurzen Abriss des Inhalts kennt.
    Donald Miller lebt mit seiner aus reicher Familie stammenden, beruflich erfolgreichen Frau Sammy, ihrem gemeinsamen Sohn Walt sowie dem Familienhund Herby in einem hübschen Anwesen in der kanadischen Provinz. Doch die Familienidylle findet ein jähes Ende als Donnie den Hund grausam abgeschlachtet im Schnee findet. Die vage Vermutung, es könne sich um einen Angriff von Wölfen handeln, kann er nicht so recht glauben und als dann ein weiteres Unglück geschieht, weiß Donnie, dass ihn die Geister seiner Vergangenheit einzuholen drohen.

    Niven macht schnell klar, dass hinter der eigentlichen Geschichte noch eine weitere erzählt werden muss. Immer wieder gewährt er dem Leser in Form von Rückblenden und Erinnerungsfetzen Einblick in Donnies schwierige Kindheit und Jugend in Schottland. Gleich einer Zwiebel schält er Schicht um Schicht ab und legt Donnies Persönlichkeit letztlich ganz offen. Wer ist dieser Mann, der seine eigene Geschichte hier erzählt? Welche Spuren hat er im Schnee hinterlassen? Stück für Stück setzt sich dieses Puzzle zusammen und der Weg dahin ist äußerst spannend. Obwohl der Roman, abgesehen von dem Fund der Hundeleiche, zunächst recht ruhig beginnt, kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Das gemäßigte Eingangstempo erfüllt seinen Zweck, Niven gibt seinen Figuren und auch dem Leser Zeit, sich aufzustellen, ein Gefühl für Land und Leute zu entwickeln. Unterschwellig ist das bevorstehende, drohende Unheil stets spürbar und das nicht nur, weil es ab und an auch angekündigt wird (der Erzähler ist wie schon erwähnt Donald selbst und bereits im Prolog wird klar, dass Entsetzliches geschehen sein muss). Ab der Hälfte des Romans nimmt die Story deutlich an Fahrt auf. Hier gibt es keine Verschnaufpausen mehr und man kann das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Zugegeben, der Autor überspannt den Bogen hier vielleicht ein wenig (ich kann das nicht näher erläutern, weil ich Nichts von der Handlung verraten möchte) und vielleicht hatte er hier auch eine Verfilmung vor Augen aber unumstritten läuft hier vor dem geistigen Auge ein waschechter Actionthriller ab.

    Insgesamt konnte mich Niven einmal mehr überzeugen. Sein Schreibstil, die Art des Erzählens, seine scharfe Beobachtungsgabe, die geschaffene Atmosphäre sowie seine fein gezeichneten Charaktere machten diesen Thriller für mich zu einem atemlosen Leseerlebnis.

    Fazit: Statt nullachtfünfzehn Thriller gibt es hier ein ernstes Grundthema mit einigen Denkanstößen, bei dem die Spannung durchweg hoch ist und auch mit Brutalität nicht gegeizt wird. Plotwists, eine düstere Atmosphäre und ein beklemmendes Gefühl nachdem man das Buch zugeschlagen hat, gibt es außerdem. Lesenswert.

    - 4,5 von 5 Sternen -
  3. Cover des Buches Coma (ISBN: 9783453675773)
    John Niven

    Coma

     (129)
    Aktuelle Rezension von: Babscha

    Man nehme zwei ungleiche Brüder, der eine ein verschlafener Spießbürger mit einer untreuen, charakterschwachen Ehefrau, die ein angenehmes Luxusleben auf höherem Level anstrebt, der andere ein asozialer Kleinganove im entsprechenden Umfeld, platziere beide in ein verschlafenes schottisches Küstenstädtchen, füge noch ein paar kriminelle Randfiguren hinzu und unterlege das Ganze mit einer kruden story um Macht, Geld, Betrug und Golfsport. Fertig ist ein Kabinettstückchen, das in seiner Simplizität jedoch in keiner Form vom Hocker zu hauen vermag.

    Gary Irvine, der Spießer, liebt das Golfspiel, ist jedoch völlig untalentiert. Als ihm ein Mitspieler eines Tages ungewollt einen Golfball an den Kopf donnert, verbessern sich nach einiger Zeit im Koma seine Spielkünste bis in die Ränge der „Open“. Sein Problem: Bei Anspannung muss er touretteartig obszöne Unflätigkeiten heraushauen, kombiniert mit innerem öffentlichem Masturbationszwang. Sein nichtsnutziger Bruder wird gleichzeitig nach einem verkorksten Drogendeal von einer lokalen Kiezgröße massiv unter Druck gesetzt und soll sich als Killer bewähren. 

    Das Buch mangelt für mich an mehreren Stellen: Die Figuren sind samt und sonders flach, unsympathisch und gesichtslos, die Männer triebgesteuerte Machos mit kleinem Verstand und großer Schnauze, die Frauen nur willfähriges stilloses Begleitwerk, immer gerissen auf ihren Vorteil bedacht und Fähnchen im Wind. Selbst wenn der Autor das genau so gewollt hat, zündete die Geschichte bei mir einfach nicht, sie ist einfach zu aufgesetzt und vulgär und nervt insbesondere durch das endlos eingestreute Fachvokabular des Golfsports. Mag ja für Anhänger dieser Sportart unterhaltsam, lustig und von hohem Wiedererkennungswert sein, mich hat´s nicht mal ansatzweise interessiert. Selbst das Finale bietet keinen überzeugenden showdown, sondern wirkt nur wie schnell hingeschludert.

    Natürlich, das Werk ist aus Heynes Hard-Core-Ecke, das war vorher klar, aber wie Niven hier mit endlos obszönem Vokabular und teils widerwärtigen  Figurzeichnungen zu punkten und zu unterhalten versucht, ist für mich nicht nachvollziehbar. Für mich ein Satz mit X, der nicht dazu einlädt, noch andere Werke des Autors zu lesen. 

  4. Cover des Buches Straight White Male (ISBN: 9783453268487)
    John Niven

    Straight White Male

     (68)
    Aktuelle Rezension von: VickyGmuend

    John Niven ist für mich der legitime Nachfolger von Charles Bukowski und ja, den kann man selbst als Frau genial finden. So begnadet Niven in der Prosa ist, so unterhaltsam ist er in der Story. Er pfeift sich nichts, hat keine Angst vor politisch unkorrekten Äußerungen und gleichzeitig keinerlei Angst davor seinem Helden ein unrealistisches aber herzerwärmendes Happy End zu gönnen. Für diesen Mut den fünften Stern!

  5. Cover des Buches Kill Your Friends (ISBN: 9783453676909)
    John Niven

    Kill Your Friends

     (161)
    Aktuelle Rezension von: Janko-Unchained

    (Heyne Hardcore) 


    - Dieser Kultroman ist ein brutaler und seelenloser Bastard auf Koks - 

     

    London in den ersten Zuckungen des neuen Jahrtausends. Der 27-jährige A & R Manager Steven Stelfox, ist Major-Trendscout bei einer großen Plattenfirma. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, beleidigt flächendeckend, ist überheblich, misanthropisch, sexbesessen, intrigant, neidisch, gehässig, respektlos, knallhart, herablassend, gierig, dreist, sadistisch, vulgär, hinterhältig und soziopathisch. Diesen asozialen Unsympathen wünscht man sich nicht zum Feind, aber auch besser nicht zum Freund. Stelfox schwadroniert über sein Leben, welches auf denkbar bröckeligem Fundament errichtet ist, steigt in übertrieben teuren Hotels ab, besucht elitäre Restaurants, verprasst das Geld der Plattenfirma auf der MIDEM in Cannes, vergnügt sich mit Prostituierten, zieht Koks wie ein Staubsauger, konsumiert Ecstasy, Poppers, Quaaludes, Unmengen an Alkohol, hasst und verachtet seine Arbeitskollegen, sieht sie alle als minderwertig an und würde sie am liebsten alle umbringen. Als seine berufliche Karriere ganz allmählich eine Talfahrt antritt, erscheint ihm letzterer Gedanke gar nicht mal so abwegig. Das Gehirn von permanenten Drogenexzessen aufgeweicht, steigert sich Steven allmählich in einen Wahn aus Alkohol, Kokain, Blut, Sperma, Kot und Gewalt. Diesem Typen ist nichts mehr heilig! Er ist die kauterisierende Faust in der Magengrube der Musikindustrie. Unbemerkt entgleiten ihm seine Würde, sein Stolz und seine Fähigkeit klar zu denken, bis er letztlich zu einem skrupellosen Killer avanciert. 

     

    Der 1966 in Irvine, Schottland geborene Autor John Niven, der selbst zehn Jahre lang im Marketing und als A & R bei verschiedenen Plattenfirmen tätig war, gibt in seiner gnadenlosen Abrechnung mit der Musikindustrie tiefe, ungeschönte Einblicke in die kaputte Welt und die sterbende Identität der selbigen. Er ist dabei alles andere als zimperlich, politisch absolut unkorrekt und lässt immer wieder seinen assigen, gleichwohl intelligenten und wortwitzigen, schwarzen Humor in seinen betörenden, wie verstörenden Kultroman einfließen. Niven, der heute in Buckinghamshire in der Nähe von London lebt, lässt kein gutes Haar an Plattenfirmen, Managern, Künstlern, Produzenten, Labelbossen, Kredit-Haien, Anwälten...eigentlich an niemandem. "Kill Your Friends", das mich immer wieder mit einem breiten Grinsen auf der Visage den Kopf schütteln lässt, verteilt eine saftige Backpfeife nach der anderen und ist in der Ich-Form, sowie aus der Sicht des allmählich überbrodelnden und völlig austickenden A & R Managers Steven Stelfox verfasst. Der sexistische, sarkastische, ja geradezu verroht-gehässige und vulgäre Tonfall, an dem sich der Hardliner John Niven vergeht - ich sag nur "Sing-und-tanz-Spasti" - ist wohl so ziemlich einzigartig in der Welt der Belletristik. Seine subtile Rhetorik ist ein absoluter Albtraum für jeden Verfechter der Political Correctness und seine Konversation so hart, brutal und treffsicher, wie ein Baseballschläger auf ein am Boden liegendes Opfer. Mit anderen Worten: "Kill Your Friends" ist ein wahres Meisterwerk der sprachlich verwerflichen Erzählkunst geworden und verhält sich wie die Rasierklinge an der Schlagader der Musikindustrie. Die völlig abgedrehte Geschichte steigert sich immer tiefer hinein, in einen drogengefluteten Wahn, der sehr zur Freude von Steven Stelfox in einem vollkommenen Desaster für etliche Personen in seinem Umfeld endet. Wer es sprachlich deftig und auch ein wenig brutal mag, seinen Spazierstock nicht gerade im Allerwertesten spazieren trägt, John Niven aber bislang noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt nachholen! Und zwar Pronto!! Aber wohl gemerkt, dieses Buch ist definitiv nichts für Weichflöten!!! 

     

    (Janko) 

     

    Brutalität/Gewalt: 84/100 

    Spannung: 65/100 

    Action: 79/100 

    Unterhaltung: 92/100 

    Anspruch: 24/100 

    Humor: 51/100 

    Sex/Obszönität: 84/100 

     

    LACK OF LIES - Wertung: 90/100 

     

    "Kill Your Friends" bei Heyne Hardcore: https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Kill-Your-Friends/John-Niven/Heyne-Hardcore/e253262.rhd

     

    John Niven - Kill Your Friends

    Kultroman

    Heyne Hardcore 

    ISBN-13: 978-3-453-67544-5 

    384 Seiten 

    Taschenbuch 

    Originaltitel: Kill Your Friends 

    Erscheinungstermin: 04.02.2008

    € 12,00 [D] inkl. MwSt.

    € 12,40 [A] | CHF 17,90 * (* empf. VK-Preis)

     

    Leseprobe: https://www.bic-media.com/mobile/mobileWidget-jqm1.4.html?bgcolor=E9E8E8&showExtraDownloadButton=yes&isbn=9783453675445&buttonOrder=book-audio-video&https=yes&socialSelfBackLink=yes&iconType=rh5&iconTypeSecondary=rh5&lang=de&fullscreen=yes&jump2=0&flipBook=no&openFSIPN=yes&resizable=yes&template=rhservice&buyUrl=https://www.penguinrandomhouse.de/watchlist/add/253262.rhd

  6. Cover des Buches Old School (ISBN: 9783453677210)
    John Niven

    Old School

     (73)
    Aktuelle Rezension von: Thomas_Lawall
    Julie Wickham hat Geburtstag. Sie wird 60 Jahre alt, feiert aber nur in kleinstem Kreis. Ihre Freundin Susan wartet beim besten Italiener Wroxhams "La Taverna" auf sie, wo sie schließlich verspätet eintrifft. Parkplatzprobleme gibt sie als Grund vor, doch leider klemmt es an ganz anderer Stelle.

    Julies Leben als erfolgreiche Unternehmerin erfuhr eine bittere Wende, als ihr Lebensgefährte und Geschäftspartner mit dem Firmenvermögen durchbrannte und fortan nicht mehr gesehen wurde. Seither lebt sie in einer Sozialwohnung und ist als Aushilfe in einem Pflegeheim tätig. Dort lernt sie die resolute Ethel kennen, die mit ihren 87 Jahren nicht daran denkt, sich irgendwelchem Reglement anzupassen, schon gar nicht, mit ihrem Rollstuhl für irgend jemand zu bremsen.

    Die gemeinsame Freundin Jill Worth hat ebenfalls größere Probleme. Ihre Tochter Linda hat ein schwerkrankes Kind. Jamie leidet an einer seltenen Lungenkrankheit und die einzige Klinik der Welt, die dieses Leiden beenden könnte, ist in Chicago. Die aufwendige Operation würde allerdings 60.000 Pfund kosten, was sich die junge Familie nicht leisten kann.

    Susan ahnt nicht, dass auch sie sehr bald vor einem Scherbenhaufen stehen wird. Ihr langjähriger Ehemann, ein ebenso spröder wie vereidigter Wirtschaftsprüfer, hat nach seinem hässlichen Ableben ein paar bizarre Überraschungen auf Lager. Die versammelten Damen aber auch. Es werden Pläne geschmiedet ...

    Nach " Coma " (2009) legt John Niven mit "Old School" eine weitere Thriller-Komödie vor, jedoch unter gänzlich anderen Vorzeichen. Diesmal sind die "Alten" an der Reihe und sie brauchen sich keineswegs zu verstecken. Ganz im Gegenteil, denn je älter sie sind, desto mehr machen sie ihren jüngeren Zeitgenossen vor, allen voran Ethel, die insbesondere ihr Mundwerk als Waffe zu benutzen weiß.

    Einmal mehr glänzt der schottische Autor mit einer ganzen Vielzahl von liebenswert-derben Unverschämtheiten in alle Himmelsrichtungen und mit brachialer Situationskomik, welche die Existenz der Grenze des guten Geschmacks leugnet. Insbesondere seine älteste Protagonistin besticht als verbale Dreckschleuder auf Rang eins.

    Mit der englischen Polizei steht der Autor wohl auf Kriegsfuß oder zumindest in kritischer Distanz. Anders kann man sich seine Figur des Detectice Sergeant Hugh Boscombe, einem Trottel vor dem Herrn, nicht vorstellen. Allerdings haben wir diesem Einfaltspinsel, dem kein Fettnapf zu groß zu sein scheint, eine ganze Reihe von herrlich schräger Action zu verdanken, beispielsweise die sicherlich skurrilste Verfolgungsjagd, die Hollywood noch nicht verfilmt hat!

    Auch im Zusammenhang mit diesem Werk, sollten Leserinnen und Leser, zum weiteren Verständnis der Lektüre, dem Sarkasmus nicht abgeneigt sowie in der Lage sein, sich an einem gerüttelt Maß Schadenfreude zu ergötzen. Spannender, lustiger, derber und unverschämter kann ein Thriller nicht sein.

    Schräg. Hart. Derb. Niven.
  7. Cover des Buches Die Lieder, das Töten (ISBN: 9783709970027)
    André Pilz

    Die Lieder, das Töten

     (8)
    Aktuelle Rezension von: angi_stumpf

    Dieses Buch regt zum Nachdenken an.

    Es hat mich mitgerissen in eine düstere Geschichte rund um einen Atomunfall mitten in Deutschland.

    André Pilz schildert mit treffenden, drastischen und ergreifenden Worten das Szenario, das sich in der sog. Sperrzone abspielt, in dem sich noch viele Menschen aufhalten, die der Evakuierung mit allen Mitteln entgehen wollen. Warum tun sie das, was bewegt diese Menschen? Wieso setzen sie sich der tödlichen Strahlungsgefahr aus? Was erhoffen sie sich vom Leben in einem anscheinend rechtsfreien Raum? Und welche Pläne verfolgt der "Marschall", der unbedingt die Zone räumen lassen will und der notfalls über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen? Und wo ist der verschwundene Geldtransporter mit 9 Millionen Euro?
    Diese Fragen werden in dem mitunter auch sehr spannenden Buch in extrem emotionaler Weise beantwortet.

    Die Story dreht sich maßgeblich um die Hauptperson Ambros. Der junge Mann steht in den Diensten des Marschalls und hat den Auftrag, den Anführer der rebellischen Sperrzonenbewohner zu eliminieren. Seine treue Hündin Tanka steht viele schlimme Situationen mit ihm durch, außer ihr hat er zunächst keine Freunde mehr. Im Laufe der Zeit lernt er allerdings viele Menschen kennen: negative, aber auch positive Begegnungen - und am Ende sogar eine neue Liebe.

    Die Szenen erscheinen zuweilen erschreckend real, die deutliche Sprache sorgt an vielen Stellen für Gänsehaut. André Pilz versteht es einfach, seinen Figuren Leben einzuhauchen und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ob Folter, Krankheit, Tod, Angst, Verfolgung oder auch Liebe, Sehnsucht, Hoffnung und Verzweiflung: man fühlt mit.

    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, es ist keine 08/15-Lektüre und man spürt beim Lesen, dass der Autor mit ganzem Herzen bei der Sache war als er diese erschreckende Geschichte geschrieben hat.

  8. Cover des Buches 111 Gründe, seinen Chef zu hassen (ISBN: 9783862655755)
    Ralph Stieber

    111 Gründe, seinen Chef zu hassen

     (10)
    Aktuelle Rezension von: Kaito

    Natürlich kennen wir das alle. Der Chef, der im Vorstellungsgespräch noch so nett und aufgeschlossen rüber gekommen ist, stellt sich in den nächsten Wochen als Psychopath, Sexist und Tyrann heraus. So ist das mit Chefs, haben sie dich einmal am Wickel, denken sie dass du ihr Eigentum bis. Und es liegt an dir daran etwas zu ändern.

    Ich gebe dem Autor in seiner Grundaussage recht. Es gibt einfach zu viele furchtbare Chefs auf dieser Welt und auch viel zu viele Angestellte, die sich einfach alles gefallen und sich ihr Leben vom Job und vom Chef wegnehmen lassen. Der Weg, den der Autor gewählt hat um seinen Lesern diese Tatsachen nahe zu bringen finde ich allerdings eher unglücklich gewählt. 

    Von außen macht das Buch einen tollen Eindruck. Der Titel springt einem sofort ins Auge. Und die Karikatur eines Chefs, wie er auf dem Rücken seines Angestellten reitet und Anweisungen gibt ist wirklich niedlich und witzig gemacht.  Schade ist, dass die Karikaturen, die im weiteren Verlauf des Buches zu finden sind einen ganz anderen Stil haben. Die sind weniger liebevoll und kindlich gezeichnet. So sind sie zwar vielleicht anschaulicher, aber ich bin der Meinung man sollte schon einen Stil beibehalten, wenn man schon gezeichnete Bilder in einem Buch verwendet.

    Die Aufteilung in verschiedene Gründe finde ich ebenfalls recht gut gelungen. Die meisten Gründe kommen einem sofort bekannt vor und erklären sich von selbst. Der Autor fügt unter jedem Grund dann ein kurze Fallstudie an, in der er Beispiele auf dem Arbeitsalltag schonungslos und anschaulicher schildert und seine Meinung dazu äußert, was genau der Angestellte falsch gemacht hat. Diese Abschnitte sind dann je nach Länge noch in Unterthemen unterteilt.

    Was mich gestört hat, ist wie der Autor die Abschnitte verfasst hat. Natürlich handelt es sich bei diesem Buch um Satire und dementsprechend kann man erwarten, dass der Ton recht offensiv und deutlich ausfällt. Wenn die Texte witzig sind und man als Leser schmunzeln kann ist das ja auch kein Problem und so gewollt. 

    Die einzelnen Abschnitte kam mir aber nur wie reine Schimpftriaden vor. Der Autor reit Flüche der untersten Kategorie aneinander und richtet sich dabei nicht nur gegen die Chefs. Er greift auch den Angestellten an. Er bezeichnet diesen als dumm, blauäugig und naiv. Natürlich werden furchtbare Chefs besonders für die Angestellten unerträglich, die sich alles gefallen lassen. Aber da sich dieses Buch gegen die Chefs richten sollte, habe ich kein Verständnis dafür, dass die Angestellten auf so aggressive Weise angegangen werden. 

    Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde bekommen und war guter Dinge eine Sammlung kurzweiliger und witziger Abrechnungen mit den Chefs dieser Welt vor mir zu haben. Nach knapp der Hälfte musste ich das Buch dann aber leider zur Seite legen, weil ich es einfach nicht mehr ausgehalten habe.

    Das bekannte und beliebte F-Wort wurde sehr oft verwendet. Von anderen Schimpfworten und vulgären Ausdrücken garnicht erst zu reden.

    Ich kann dieses Buch daher leider nicht empfehlen. Der Ton ist mir für ein humoristisches Werk einfach zu hart.

  9. Cover des Buches Kill 'em all (ISBN: 9783453677319)
    John Niven

    Kill 'em all

     (15)
    Aktuelle Rezension von: Maki7

    Dieses Buch ist nichts für zartbesaitete. Schonungslos und vulgär rechnet es mit der Oberflächlichkeit der Unterhaltungsindustrie ab. Aber auch mit dem Loser, der mit seinem faulen Arsch auf dem Sofa sitzt und dieses Buch liest. Steven ist ein Typ, der die Gesellschaft und ihre Sucht nach Fame und Geld hasst und gleichzeitig ist er Teil davon.

    Dies ist das 3 Buch mit Steven Stelfox. Ich habe die beiden vorherigen nicht gelesen (Kill your Friends, Gott bewahre), das hat aber nicht gestört. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn manche Stellen doch etwas abstossend waren.

    Der Autor John Niven hat früher selbst als A&R Manager bei Plattenfirmen gearbeitet. Es braucht Mut solch ein Werk, solche Direktheit zu veröffentlichen. Es war spannend, ich musste auch immer wieder Lachen und hab jeweils mitgeraten, welcher Star wohl hier und da gemeint ist. Steven (ehemaliger Produzent von American Pop Star) hatte für mich Ähnlichkeit mit Simon Cowell (American Idol).

    Definitiv nicht mein letztes Buch vom Autor.

  10. Cover des Buches Gott bewahre (ISBN: B007VQVR4Y)
    John Niven

    Gott bewahre

     (30)
    Aktuelle Rezension von: Mrs_Nanny_Ogg

    Es ist das erste Buch von John Niven, das ich in die Hände (oder viel mehr in die Ohren) bekommen habe. Hätte ich nicht kurz davor Jay Kristoffs Nevernight-Serie gelesen, hätte mich die durchaus heftige Fäkalsprache vielleicht abschrecken können. Wen das und einige Logikfehler nicht stören, wird aber mit einer tollen, humorvollen Story belohnt, die nicht an Kritik spart - im Gegenteil. So gut wie alle bekommen ihr Fett weg: die Kirchen und Kirchengemeinschaften, die Musikindustrie, die Medien und die freie Marktwirtschaft.

    Um was geht es? Wäre Gott doch lieber daheim geblieben, als eine Woche Angelurlaub zu machen. Da die Zeit im Himmel viel langsamer vergeht, als auf der Erde, ist dort in 400 Jahren ziemlich viel den Bach runter gegangen! Jesus spielt lieber mit Jimi Hendrix Gitarre, als sich um die Menschen zu kümmern und zieht sich einen Joint nach dem anderen rein. Gott ist dementsprechend wütend und entsetzt: Was ist nur mit "Seid lieb!" geworden, dem einzigen Gebot, das er damals Moses mitgeben wollte, der allerdings eigenhändig 10 seltsame Regeln aufgeschrieben hat und damit das ganze Chaos erst ins Rollen gebracht hat. Obwohl Jesus schon mal ziemlichen Stress mit den Römern hatte und keinen großen Bock hat, wieder auf die Erde zurückgeschickt zu werden, verlangt sein Dad genau das von ihm. Geh runter und verkünde meine Botschaft: Seid lieb!

    Jesus landet als Mitglied einer Indie-Band in New York City und von da aus startet er seine Kampagne. Er durchläuft sogar die "Amerika sucht den Superstar"-Show, wo er auf Steven Stelfox, bekannt aus dem Vorgängerroman "Kill your friends!", trifft. Letztendlich gründet er eine Kommune in Texas. Aber das kann ja nicht lange gut gehen. Nach dem Abendessen mit seinen 12 besten Freunden hat er irgendwie ein ungutes Gefühl...

    Niven spart wirklich nicht an Kritik. Ich selbst bin durchaus ein gläubiger Mensch. Die Äußerungen von Niven haben mich nicht beeinträchtigen oder gar beleidigen können, im Gegenteil, die Kritik an religiösen Fanatikern und Irrläufern ist absolut angebracht. Wer nicht ertragen kann, dass Papst und co. nicht besonders gut wegkommen, sollte vielleicht die Finger von diesem Roman lassen. 

    Auch die moderne Gesellschaft wird ziemlich hart unter die Lupe genommen. Die Mediengeilheit, das Streben nach "Berühmtheit für einen Tag", das Geldmachen auf Kosten anderer, Niven nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Und da er diese Worte ja eigentlich Jesus sagen lässt, sollte uns das vielleicht doch zu denken geben, oder?

    Dem Sprecher habe ich auch gerne zugehört.

    5 himmlische Sterne für J.C's Come-back!

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