Bücher mit dem Tag "jude"
86 Bücher
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(4.706)Aktuelle Rezension von: Mi-ka-doLiesel Meminger wächst in einer Zeit auf, in der Angst, Verlust und politische Unterdrückung zum täglichen Leben gehören. Nachdem sie bei dem Ehepaar Hubermann ein neues Zuhause gefunden hat, entdeckt sie nach und nach ihre Leidenschaft für Geschichten. Bücher werden für Liesel zu einem Zufluchtsort, aber auch zu einer Möglichkeit, anderen Menschen Trost und Hoffnung zu schenken.
Besonders eindrucksvoll fand ich die Entscheidung, den Tod als Erzähler auftreten zu lassen. Er betrachtet das Geschehen mit einer eigenwilligen Mischung aus Distanz, Mitgefühl und trockenem Humor. Dadurch erhält der Roman eine Atmosphäre, die sich nur schwer mit anderen Büchern vergleichen lässt. Die vielen sprachlichen Bilder und eingeschobenen Bemerkungen unterbrechen allerdings immer wieder den Erzählfluss. Daran musste ich mich zunächst gewöhnen. Auch dass zukünftige Ereignisse teilweise vorweggenommen werden, hat mir anfangs etwas von der Spannung genommen. Die Beziehungen zwischen den Figuren sind dagegen toll entwickelt.
Mich hat vor allem beeindruckt, wie das Buch kleine Augenblicke der Wärme vor einem grausamen historischen Hintergrund sichtbar macht. Hilfsbereitschaft, Zuneigung und stiller Widerstand stehen einer Welt gegenüber, die zunehmend von Gewalt und Menschenverachtung bestimmt wird. Gerade dieser Gegensatz macht Liesels Geschichte irgendwie anstrengend und schmerzhaft und doch zugleich hoffnungsvoll.
Manche Abschnitte hätten für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen kürzer ausfallen können. Trotzdem ist Die Bücherdiebin ein außergewöhnlicher Roman, der seine Wirkung langsam entfaltet und besonders durch seine Figuren, seine Sprache und seine nachdenkliche Sicht auf den Menschen überzeugt. Das Buch hat mich emotional voll abgeholt und auch noch eine Weile nachgeklungen.
- Holly Black
Elfenkrone
(953)Aktuelle Rezension von: TintenspurWie weit würdest du gehen, um endlich dazuzugehören?
Jude wächst in einer Welt auf, in der sie niemals wirklich willkommen sein wird. Als Sterbliche lebt sie am Hof der Elfen, umgeben von Wesen, die auf sie herabblicken und sie ihre Andersartigkeit jeden Tag spüren lassen. Doch statt sich damit abzufinden, beschließt sie, um ihren Platz zu kämpfen – koste es, was es wolle. Gerade dieser Kampf um Anerkennung und die Frage, wie weit man für Zugehörigkeit gehen darf, bilden für mich den spannendsten Aspekt der Geschichte.
Mit Elfenkrone erschien am 11. Mai 2020 im cbt Verlag der Auftakt zu Holly Blacks gleichnamiger Trilogie. Auf 448 Seiten erwartet die Leser keine märchenhafte Elfenwelt voller Magie und Harmonie, sondern ein Hof voller Intrigen, Machtkämpfe und politischer Ränkespiele.
Jude ist sieben Jahre alt, als ihre Eltern ermordet werden und sie gemeinsam mit ihren Schwestern ins Elfenreich verschleppt wird. Zehn Jahre später hat sie sich noch immer nicht damit abgefunden, als Sterbliche am Hof der Elfen eine Außenseiterin zu sein. Während andere ihren Platz akzeptieren würden, will Jude Anerkennung und Respekt – und ist bereit, dafür Grenzen zu überschreiten.
Besonders spannend fand ich, wie konsequent Holly Black Judes Entwicklung erzählt. Sie verändert sich nicht von heute auf morgen, sondern wird Schritt für Schritt von ihrer Umgebung geprägt. Der Wunsch, endlich dazuzugehören, bringt sie dazu, Entscheidungen zu treffen, die sie sich zu Beginn der Geschichte vermutlich selbst nie zugetraut hätte. Gerade diese Entwicklung macht sie zu einer interessanten Protagonistin – auch wenn sie nicht immer sympathisch ist.
„Wir sind sterblich, deshalb können wir auch nicht ewig darauf warten, bis sie uns tun lassen, was wir wollen.“
Gerade weil Jude bereit ist, immer einen Schritt weiterzugehen, passt das politische Umfeld perfekt zu ihr. Elfenheim ist kein märchenhafter Zufluchtsort, sondern eine kalte, beinahe bürokratische Machtstruktur, in der jede Entscheidung Folgen hat und niemand offen ausspricht, was er wirklich denkt. Hinter höflichen Worten verbergen sich Drohungen, hinter Bündnissen lauert Verrat und jeder scheint seine eigenen Ziele zu verfolgen.
Während des Lesens fühlte ich mich stellenweise tatsächlich an Game of Thrones erinnert. Nicht wegen großer Schlachten oder spektakulärer Kämpfe, sondern wegen der politischen Intrigen, der Machtspiele am Hof und der ständigen Frage, wem man überhaupt noch vertrauen kann. Holly Black erschafft eine Welt, in der nicht unbedingt der Stärkste gewinnt, sondern derjenige, der seine Karten am geschicktesten ausspielt.
Auch die Nebenfiguren tragen viel zur Atmosphäre bei. Cardan, Locke, die verschiedenen Prinzen und auch Judes Schwestern sind vielschichtig angelegt und sorgen dafür, dass kaum eine Figur eindeutig einzuordnen ist. Besonders Cardan bleibt interessant, weil hinter seiner arroganten und abweisenden Art deutlich mehr zu stecken scheint. Genau diese Charakterzeichnung ist einer der Gründe, warum ich trotz einiger Kritikpunkte wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht.
„Ich werde dafür sorgen, dass mein Eintagsfliegenleben zählt.“
Mit Holly Blacks Schreibstil bin ich allerdings nicht vollständig warm geworden. Er ist sehr sachlich und präzise, was zwar hervorragend zur kühlen Atmosphäre des Elfenhofs passt, mich emotional aber immer wieder auf Distanz hielt. Statt bildgewaltiger Beschreibungen stehen Dialoge, Figuren und politische Entwicklungen im Mittelpunkt. Das sorgt zwar für einen flüssigen Lesefluss, ließ mich aber stellenweise etwas mehr Atmosphäre vermissen.
Auch der Einstieg brauchte für mich etwas Zeit. Die ersten Seiten dienen vor allem dazu, die Regeln dieser Welt und die Machtverhältnisse am Hof kennenzulernen. Sobald jedoch die einzelnen Fäden zusammenlaufen und Jude immer tiefer in die politischen Spiele hineingezogen wird, entwickelt die Geschichte einen deutlichen Sog. Gerade im Mittelteil konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil die Situationen von Kapitel zu Kapitel brenzliger wurden.
Nach dem starken Mittelteil hat mich die Geschichte zum Ende hin allerdings stellenweise wieder etwas verloren. Der zuvor so starke Sog ließ für mein Empfinden nach und einige Entwicklungen konnte ich bereits früh erahnen, wodurch das Finale für mich ein Stück weit an Spannung eingebüßt hat. Wirklich enttäuscht war ich deshalb aber nicht – dafür haben mich die Figuren zu sehr überzeugt. Gerade Jude und die vielschichtigen Charaktere am Elfenhof sind so interessant angelegt, dass ich unbedingt erfahren möchte, wie sich ihre Geschichten in den Folgebänden weiterentwickeln.
Fazit:
Elfenkrone erzählt weniger eine Geschichte über Elfen als vielmehr über Ehrgeiz, Macht und den Wunsch, seinen Platz in einer Welt zu finden, die einen niemals vollständig akzeptieren wird. Gerade Judes Entwicklung und die politischen Intrigen machen den Reiz des Romans aus.
Der nüchterne Schreibstil und ein für mich etwas vorhersehbares Ende verhinderten zwar, dass mich die Geschichte restlos begeistern konnte, dennoch hat Holly Black Figuren erschaffen, die neugierig auf mehr machen. Genau deshalb werde ich die Trilogie auf jeden Fall weiterlesen.
Wer Fantasy mit politischen Intrigen, moralisch ambivalenten Figuren und einer Heldin sucht, die nicht immer den einfachen Weg wählt, sollte Elfenkrone definitiv eine Chance geben.
Trilogie:
> ELFENKRONE (Band 1)
> ELFENKÖNIG (Band 2)
> ELFENTHRON (Band 3)
- Nicholas Sparks
Kein Ort ohne dich
(699)Aktuelle Rezension von: booklover98Den Film zum Buch hab ich damals schon im Kino gesehen, und danach auch immer wieder mal, da ich die Geschichte einfach so toll finde. Nun wollte ich auch das Buch dazu lesen und hatte mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt eingestellt. Leider ist das Buch ganz anders als der Film (was grundsätzlich nicht schlechtes ist), aber ich hatte solche Probleme mit dem Wechsel zwischen den Perspektiven und Erzählformen, das gefühlstechnisch nichts bei mir ankam. Die Kapitel aus Iras Sicht haben mir noch etwas besser gefallen, aber überzeugt hat mich die Geschichte nicht.
- John Boyne
Der Junge im gestreiften Pyjama
(2.397)Aktuelle Rezension von: Karandi
Selbst wenn dieses Buch nicht auf Zustände zurückgreifen würde, wie sie in Deutschland einmal gewesen sind, wäre es eine der mitreißendsten Geschichten, die ich bisher gelesen habe. Das Buch fängt die kindliche Unschuld auf besondere Weise ein. Bruno, der Hauptprotagonist, kann weder „Führer“ noch „Auschwitz“ richtig aussprechen. Wir erleben die Nazizeit aus Kinderaugen – aus der Sicht eines Jungen, dessen Vater SS-Offizier ist und damit beauftragt wird, eines der bekanntesten Konzentrationslager zu leiten.
Anfangs ist die Geschichte sehr rührend, und man muss sogar leicht lächeln, wenn man die kindliche Naivität und Hoffnung sieht, die Bruno trotz dieses bitteren Umfelds in sich trägt. Die Augen eines Kindes sind einfach dazu berufen, noch das Gute in der Welt zu sehen. Dann folgt die Begegnung mit Schmuel, dem Jungen auf der anderen Seite des Zauns, der angeblich nicht gut genug war, um mit Bruno spielen zu dürfen.
Bruno, der gesunde Junge, der im Buch im Gegensatz zu Schmuel sogar etwas dicklich beschrieben wird, trifft auf den Jungen im gestreiften Pyjama, dessen Hände nur noch aus Knochen zu bestehen scheinen, dessen Haut grau geworden ist und dessen Adern deutlich hervortreten. Trotzdem entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft. Denn wie könnte es anders sein? Kinder entwickeln Freundschaften ganz selbstverständlich – es sind die Erwachsenen, die Unterschiede zwischen Menschen sehen.
Obwohl einige Situationen entstehen, in denen Bruno erkennen könnte, dass er und Schmuel nicht gleich behandelt werden, bewahrt er bis zum Schluss seine kindliche Unschuld. Und dann folgt das Ende. Es hat mir schlichtweg die Sprache verschlagen. Für Kinder ist es ein unglaublich ungerechtes Ende. Doch für einen Vater, der verantwortlich ist für den Tod so vieler Menschen, der so viele Kinder zu Waisen und so viele Eltern kinderlos gemacht hat, wirkt es vielleicht sogar wie eine gerechte Strafe.
„Der Junge im gestreiften Pyjama“ steht zwar auf dem Lehrplan vieler Schulen, doch eben nicht an jeder. Dabei sollte es Pflichtlektüre sein – bundesweit vereinheitlicht, sodass jeder dieses Buch einmal in seinem Leben lesen muss. Nicht nur wegen der Geschichte selbst, sondern um zu verhindern, dass sich solche Taten jemals wiederholen.
Denn auch wenn dies eine fiktive Geschichte ist, wissen wir anhand der Videoaufnahmen und Berichte aus jener Zeit alle, dass die dargestellten Ereignisse keineswegs weit hergeholt sind, sondern der Realität erschreckend nahekommen.
- Kyra Groh
The Pumpkin Spice Latte Disaster
(558)Aktuelle Rezension von: LLliestIch lese eigentlich sehr gerne Bücher von Kyra Groh, aber die Story hat mich leider nicht so abgeholt bzw. gepackt.
Das Setting und die Kleinstadt in der das Buch spielt ist eigentlich sehr cute gestaltet, aber die Story fand ich etwas schwerfällig und auch schleppend geschrieben - leider ! Habe das Buch auch mehrfach weggelegt und es hat was länger gedauert bis ich es dann wieder angefangen hat, da ich nicht so richtig eine "Beziehung" zu den Charakteren aufbauen konnte. Manchmal fand ich sie auch etwas nervig und recht oberflächlich geschrieben. Für zwischendurch ist es okay, aber ich hoffe die anderen Teile werden wieder packender. - Holly Black
Elfenkönig
(553)Aktuelle Rezension von: MelBooksEs ist der 2. Band der Elfenkrone Reihe, daher enthält diese Rezi Spoiler für Band 1!
Zum Inhalt: Nachdem Judes Plan aufgegangen ist, zieht sie im Hintergrund alle Fäden und regiert aus dem Schatten heraus das Elfenvolk. Was ihr dabei ständig Kopfschmerzen bereitet ist der langsam auslaufende Pakt mit Cardan, zu dessen Konter sie jetzt schon versucht Pläne zu schmieden.
Wortgefechte, sich aufbauende Tension und laufende Intrigen, Verräter und Täuschungen stehen wie immer - ob bewusst oder unbewusst - mit auf dem Plan.
Was ich denke: Ich muss sagen, dass ich die Entscheidung, zwischen Band 1 und 2 mehrere Monate vergehen zu lassen, ohne dass wir als Leser das direkte Resultat von Judes Entscheidungen und vor allen Dingen die sehr wahrscheinlich aufkommenden Diskussionen zwischen Jude und Cardan zu lesen bekommen, nicht so gut fand.
Auch dass die 'zwischenmenschlichen' Gefühle und Entwicklungen eher im Hintergrund der Geschichte stehen, hat mich im Nachgang eher gestört.
Fazit: Trotzdem erhält das Buch auf Grund seiner Komplexität der Welt, der Wesen und vor allem den Plottwists verdiente 8/10 ⭐
Schlussinfo: Seid euch beim Lesen im klaren darüber, dass es tatsächlich eher eine Fantasy als Romantasy Story ist 🫶🏼
- Kristin Hannah
Die Nachtigall
(666)Aktuelle Rezension von: Unser_BücherGartenSeit längerem wollte ich „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah lesen, nachdem ich sehr viele begeisterte Leseeindrücke gelesen und gehört habe. Viele loben den Schreibstil von Kristin Hannah als emotional und spannend. Sie schreibt überwiegend über Frauen in Verbindung mit der Weltgeschichte.
So auch in „Die Nachtigall“. Im Zentrum des Romans stehen die Schwestern Vianne und Isabelle, die beide früh ihre Mutter verlieren. Der überforderte Vater gibt seine Töchter in die Obhut von Pflegefamilien bzw. Internate. Beide Schwestern entwickeln sich unterschiedlich. Vianne gründet eine kleine Familie und muss im von den Deutschen besetzten Frankreich irgendwie überleben. Isabelle schließt sich der Résistance an und führt ein gefährliches Doppelleben.
Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen haben wir eine ältere Dame im Jahre 1995, die eine Einladung zu einem Treffen nach Paris erhält und etwas vor ihrem Sohn verheimlicht. Zum anderen lernen wir die Geschichte der Schwestern Vianne und Isabelle kennen. Beide Schwestern können gegensätzlicher nicht sein. Vianne ist behutsam und vorsichtig, während Isabelle impulsiv und freiheitsliebend ist. Hier hat mir sehr gut gefallen, wie die Autorin die zwei unterschiedlichen Schwestercharaktere herausgearbeitet hat. Der Zwiespalt zwischen beiden Schwestern ist gut erkennbar, aber auch deren Wunsch nach Zusammenhalt. Es hat mich sehr berührt zu sehen, wie sie eigentlich zusammen sein möchten, es aber aufgrund der Umstände um sie herum nicht schaffen können. Wie viel Missverständnisse, fehlende Kommunikation, aber auch falscher Stolz, Risse in einem Verhältnis machen können!
Sehr eindrücklich wird die grausame Zeit der deutschen Besatzung in Frankreich beschrieben. Hier wird nichts beschönigt. Alle Beteiligten im Roman kämpfen auf ihre eigene Weise ums Überleben. Die Autorin gibt auch den Besatzern viele Gesichter. Man sieht auch hier, dass nicht alle grausam waren und dass Widerstand oft auch leise möglich war. Hier war ich sehr vom Mut vieler Menschen beeindruckt.
Schade fand ich, dass manche Szenen etwas zu kitschig und klischeehaft geschrieben waren. Ich hatte hier zeitweise das Gefühl ein Drehbuch zu einem Hollywoodfilm zu lesen.
Fazit:
Dennoch hat mir „Die Nachtigall“ insgesamt gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und leicht zu lesen. Die Grausamkeiten des Krieges und die traurige Familiengeschichte gingen mir nahe. Ohne die etwas kitschigen Szenen wäre es für mich sicherlich ein Highlight geworden.
- David Safier
28 Tage lang
(575)Aktuelle Rezension von: yana271943, Mira lebt im Warschauer Ghetto und schmuggelt Lebensmittel in das Ghetto, um sich, ihre Mutter und ihre jüngere Schwester Hannah durchzubringen. Ihr Bruder ist bei der verhassten Judenpolizei und ihre Mutter vegetiert seit dem Tod des Vaters vor sich hin. Die ganze Verantwortung der Familie liegt auf den zarten Schultern von der 16 jährigen Mira. Trotz der desolaten Lage wächst eine zarte Liebe zwischen Mira und Daniel, einem Waisenkind.
Es sind die letzten Tage des Warschauer Ghettos, da die Deutschen die Räumung und letztendlich die Tötung der Ghettobewohner beschlossen haben. Mira schließt sich dem Widerstand an, die von dem charismatischen Amos angeführt wird. 28 Tage lang haben die Juden- trotz bescheidenen Mitteln- Widerstand gegen die Nazis geleistet. Die Totgeweihten haben gezeigt, dass sie nicht kampflos ihrem Schicksal fügen werden.
Von David Safier haben ich lustige Bücher wie "mieses Karma" oder " Jesus liebt mich" gelesen- allesamt sehr lustig und amüsant.
Ich hatte Zweifel, ob David Safier so ein sensibles Thema wie Judenverfolgung und Warschauer Ghetto ohne Klamauk handhaben kann.
Und hat Safier mich überzeugen können? Und ob!!
Die beengten und chaotischen Verhältnisse im Warschauer Ghetto wurden sehr gut dargestellt, die starke Figur Mira mit ihrer hoffnungslosem Schicksal war beeindruckend.
Viele zeitgenössischen Figuren wie Janusz Korczak und deren Schicksale wurden dargelegt. Die Szene, wo eine Frau Mira wortlos ihr eigenes Baby in die Hand drückt, hat mir das Herz gebrochen.
Ich bin angenehm überrascht, wie David Safier sensibel und ernst dieses Thema angegangen ist.
Fazit: Unbedingt lesen!
- Julia Franck
Die Mittagsfrau
(409)Aktuelle Rezension von: Lesekatze22Ich lese viel, gern und äußerst unterschiedliche Genre, aber dieses Buch "Die Mittagsfrau" von Julia Franck hat mich fast die Flinte ins Korn werfen lassen.
Mir fehlen Anführungszeichen und in weiten Teilen finde ich den Roman einfach zu langatmig.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat. Eine Mutter lässt ihren Sohn am Bahnsteig zurück.
Es folgt die Lebensgeschichte der Mutter, die mit ihrer Schwester bei ihrer eigenartigen Mutter aufwächst, während der Vater im 1. Weltkrieg kämpft und später eigentlich nur zum Sterben nach Hause kommt.
Man erfährt mehr von den Mädchen, der damaligen Zeit.....
Es folgt ein Epilog, der sich wieder mit dem zurückgelassenen Jungen beschäftigt.
Man findet im Netz einige Informationen zu Beweggründen dieses Buch zu schreiben.
Traurig und heftig.
- Markus Zusak
Die Bücherdiebin
(267)Aktuelle Rezension von: Cat78Ich denke in den letzten Monaten haben mich nur wenig Bücher so berührt wie dieses.
Man bekommt einen Einblick wie das Leben in Deutschland unter Hitler war. Wie grausam aber auch wie Hoffnungsvoll. Wie die Leute zusammengestanden haben aber auch wir sie ausgegrenzt haben.
Wir begleiten Lisel, die gleich zu Beginn einen großen Verlust erleidet und deren Leben irgendwie weiter geht und sie sogar wieder lernt zu leben und zu lachen. Lisel ist ein so stärker Charakter in dem Buch, stärker als mach ein Erwachsener es je sein wird.
Die nimmt die Situation wie sie ist und macht immer das Beste daraus. Immer an ihrer Seite ist ihr Freund Rudi, der egal was passiert ihr besteht. Alle Protas sind wirklich sehr individuell und stark gezeichnet. Man kommt gar nicht umhin, sie sich wie ein Film vorzustellen. So erlebt man die Geschichte natürlich auch viel intensiver und ja am Ende müsste ich das Buch auch öfter beiseitelegen, um die Erlebnisse zu verkraften.
Die Story ist schön und brutal zugleich. Zum einen erlebt man wie Lisel die Welt erlebt wie sie ihre Leidenschaft für Bücher lebt und zur Bücherdiebin wird. Wobei eine richtige Diebin ist sie dann ja doch nicht. Und andererseits zeigt das Buch aber auch die grausame Brutalität des Krieges was natürlich auch an Lisel und den anderen Protas nicht vorbeigeht.
In der heutigen Zeit finde ich, ist es ein wichtiges Buch um gegen das Vergessen entgegenzuwirken.
- Mona Kasten
Dream Again
(807)Aktuelle Rezension von: Nardi_Da_VinciIch habe mich sehr über diesen fünften Teil der Reihe gefreut. Blake ist mir in den anderen Büchern sehr ans Herz gewachsen, sodass ich ihm die große Liebe gewünscht habe. Jude fand ich gleich sympathisch. Auch wenn sie viel erlebt hat, ist sie doch stets lösungsorientiert an alles herangegangen. Etwas anstrengend waren die Stimmungsschwankungen der beiden Protagonisten. Dass sie sich auf der Hälfte des Buchs immer noch kaum angenähert haben, hat mich etwas demotiviert weiterzulesen. Ich bin aber froh, dass ich es gemacht habe. Die sprühenden Funken zwischen Ihnen haben mich mitgerissen. Die letzten vier bis fünf Kapitel haben mir fast schon körperliche Schmerzen bereiten, so sehr habe ich mitgelitten - und das habe ich wirklich selten. Das zeigt, wie besonders die Charaktere sind.
Schade, dass die again-Reihe beendet ist. Ich habe alle Bücher gerne gelesen, aber dieses gehört zu den besten. Klare Leseempfehlung.
- Susan Abulhawa
Während die Welt schlief
(264)Aktuelle Rezension von: SchimmerMir ist klar geworden, wie sich die arabische Mentalität und Kultur von der europäischen unterscheidet. Aber es hat mich sehr berührt und erschreckt, wie mit den Menschen in ehemals friedlichen ländlichen Regionen in Palästina nach dem 2. Weltkrieg umgegangen worden ist. Das sind historische Fakten, die soviel Leid und Zerstörung - letztlich auf beiden Seiten- verursacht haben. Über das Flüchtlingsthema in dieser geschichtlichen und jetzigen Epoche in Nahost sollte viel mehr aus Sicht aller Betroffenen berichtet werden.
- André Aciman
Call Me by Your Name Ruf mich bei deinem Namen
(275)Aktuelle Rezension von: AukjeFür den 17jährigen Elio ist es eigentlich nichts neues das diesen Sommer wieder ein Gast für sechs Wochen in ihrem Haus in Norditalien wohnt. Jedes Jahr kommt ein Gast der seinem Vater bei seinen akademischen Dokumenten hilft und selber an seinem Manuskript arbeitet. Dieses Jahr ist es der 24jährige Amerikaner Oliver. Elio ist sofort von ihm begeistert und fühlt sich körperlich zu ihm hingezogen und das obwohl er bisher nur auf Mädchen stand. Doch er kann Oliver nicht immer richtig einschätzen und so ist er sich unsicher ob er sich auch zu ihm hingezogen fühlt oder ihn einfach nur mag, denn obwohl Elio ihn für selbstbewusst hält da ihn alle immer mögen und jeder mit ihm klar kommt ist Oliver aber eher schüchtern und ein wenig unsicher.
Ein wunderschönes Buch. Es ist aus der Sicht von Elio und geschrieben und so weiß man natürlich immer wie er die Dinge war nimmt und wie es sich fühlt. Ich hatte im Vorfeld gelesen das die Beziehung zwischen Elio und Oliver etwas toxisch beschrieben wäre. Dem kann ich aber nicht zustimmen da ich es eher so empfunden habe das da zwei junge Männer sind die sich anziehend finden und aus Schüchternheit und Unsicherheit sich nicht richtig trauen auf den anderen zu zugehen oder auf manche Situationen falsch zu reagieren oder sie falsch zu interpretieren. Man wird selber daran erinnert wie es war als man sich selber das erste Mal verliebte. Einen minus Stern bekommt das Buch da mir persönlich der dritte Teil nicht so gut gefallen hat und ich ihn eher unnötig fand. Dennoch ist es ein Buch das einen nicht sofort wieder los lässt. Auch der Film zum Buch ist zu empfehlen.
- Nisha J. Tuli
Trial of the Sun Queen
(553)Aktuelle Rezension von: flammaeMeine Meinung:
Das Cover ist sehr schön gemacht, die Exemplare mit farblichem Buchschnitt natürlich noch schöner und der Grund, warum es in meinem Regal gelandet ist.
Es klang vom Inhalt her nach nichts Neuem und auch nichts Besonderem. Ein Mode-Buch, wie viele andere auch. Es muss ja keinesfalls schlecht sein, aber hier ist es die Art, die beim lesen deutliche Erinnerungen an andere Bücher oder Filme hervorrufen. Man kann das Rad natürlich nicht neu erfinden, aber zu viele parallelen zu anderen Geschichten sind schon kritisch. Es ist vorhersehbar, kaum überrasche Handlungen oder Spannung aufbauende Momente.Das faszinierende daran ist tatsächlich, dass es trotz all der negativ aufgefallenen Dinge, es einen trotzdem zum weiterlesen bringt. Man weiß zwar, was im Laufe passieren wird, aber der Wille zu wissen, wie es dazu kommt, bzw. was die Umstände dann sind, ist dann doch da.
Leider ist die fehlende Spannung nicht das einzige Problem. Ein überwiegend guter Schreibstil geleitet einen durch die Geschichte, es gibt aber auch Stellen, die mir, selbst nach mehrfachen Wiederholungen, nicht gelangen zu entschlüsseln. Eine unlogische Handlung oder gefühlte ausgelassene Stelle, die den weiteren Moment verständlicher gemacht hätte.
Es ist zugegebenermaßen auch nicht förderlich, eine unsympathische Protagonistin zu haben. Lor ist in meinem Augen eine sehr wechselhafte Figur und damit meine ich nicht das gute Anpassungsfähige, die in allen Situation durch ihre Erfahrungen bestehen kann. Es ist eher eine sich durch das ganze Buch ziehende Widersprüchlichkeit.Ich habe die Hoffnung, dass es im folgenden Teil besser wird und seinen eigenen Weg gefunden hat.
- Alexandra Bracken
Furchtlose Liebe
(212)Aktuelle Rezension von: kruemel_keks_Mir hat der erste Teil besser gefallen, irgendwie mochte ich Ruby in diesem Teil weniger. Sie war total verschlossen gegenüber den anderen und wollte alles alleine schaffen. Dadurch vergrault sie die anderen aber ziemlich oft, vor allem das Verhältnis zu Liam leidet darunter.
Dennoch fand ich es immer noch sehr spannend, doch auch wieder sehr grausam!
- Geneva Lee
Secret Sins - Stärker als das Schicksal
(304)Aktuelle Rezension von: M_MAls ich mit “Secret Sins” angefangen habe, wusste ich noch nicht ganz in welche Richtung dieses Buch laufen wird. Und das Buch hat mich überzeugt, obwohl es ein paar Stellen gab, wo ich mir mehr tiefe gewünscht hätte.
Was ich als positiv empfunden habe, waren die Kapitel aus der Vergangenheit, welche genau richtig eingebaut wurden und genau dort spürt man die schmerzhaften Erfahrungen. Die Vergangenheit zeigt natürlich die Problematik. Aber ich muss gestehen, dass ich den Übergang von Gegenwart zu Vergangenheit sehr verwirrend fand. Und es gab eine Stelle, wo ich mir mehr Aufklärung gewünscht hätte, aber leider kam diese Thema erst wieder kurz vor dem Ende dran und zeigte auf, was es wirklich mit der Person gemacht hat.
Eine weitere Stelle, wo ich mir mehr bzw. tiefere Aufklärung gewünscht hätte, war die OP um die Implantate für den gehörlosen Sohn, es kam mir so rüber, als würde man ohne die Sicht auf das Risiko alles auf die leichte Schulter nehmen.
Aber dafür wurde das Thema Sucht ausführlich behandelt und zeigt die verschiedenen Schwierigkeiten und deren Auswirkungen auf betroffene und ihr Umfeld.
Im großen und ganzen waren Jude und Faith sympathische Protagonisten, ich hätte mir vielleicht mehr Perspektiven aus seiner Sicht gewünscht, aber ich fand es toll zu lesen, wie beide den Alltag meistern trotz ihrer Vergangenheit und das besonders Faith alles tut, damit Max wohlbehütet aufwachsen kann.
Die Verwirrung an manchen Stellen hat sich definitiv gelohnt, denn am Ende ergibt alles Sinn., da hat sich auch die Spannung gelohnt. Das Buch hat mir definitiv gezeigt, dass ich vor einem weiteren Buch der Autorin nicht abschrecken werde.
- Jandy Nelson
Ich gebe dir die Sonne
(168)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerEs gibt Bücher, da weiss man schon nach wenigen Seiten, dass man sie lieben wird. "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson ist so eine Geschichte. Eine Geschichte, die mich tief beeindruckt und begeistert hat und die ich kaum in Worte fassen kann. Eine Geschichte, die man selber erleben muss. Die Zwillinge Noah und Jude sind mit 13 Jahren zwar sehr unterschiedlich, aber unzertrennlich. Doch dann schleicht sich die Eifersucht ein, um den Stellenwert bei den Eltern aber auch aufeinander. Drei Jahre später sprechen sie kaum noch ein Wort miteinander und es hat den Anschein, als hätten sie die Rollen getauscht. Mit 13 Jahren war Noah sehr introvertiert und drückte sich vor allem durch das Malen aus, Jude war dagegen draufgängerisch und frei. Doch heute studiert sie an der Kunsthochschule, die immer Noahs Traum war. Er hingegen nimmt keinen Pinsel, keine Stifte mehr in die Hand. Das Besondere an diesem Buch ist, dass wir als Leser einen intensiven Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Zwillinge erhalten. Das gelingt dadurch, dass es zwei Handlungsstränge gibt. Der erste findet vor dem Bruch der Zwillinge statt als beide 13/14 sind und wird uns aus der Sicht von Noah erzählt, der eine ganz spezielle Wahrnehmung auf die Welt hat. Der zweite Handlungsstrang spielt zu der Zeit, als Noah und Jude 16 sind, und wird aus der Sicht von Jude erzählt, die auf eine ganz besondere Art und Weise abergläubisch ist. Obwohl wir so mit jedem Perspektivenwechsel auch noch einen Zeitsprung haben, bereitet es keine Schwierigkeiten, der Handlung zu folgen. Erst nach und nach erkennt man, wie die unterschiedlichen Charaktere zusammenspielen, was es mit den Familiengeheimnissen auf sich hat und was dann schlussendlich wirklich zum Bruch zwischen den Zwillingen geführt hat, gleichzeitig begleiten wir sie auf dem Weg des Erwachsenwerdens und der Selbstfindung. Jandy Nelson zieht im Hintergrund geschickt die Fäden und schafft die Balance zwischen dem individuellen Schicksal und dem gemeinsamen Drama. Sie schafft es dabei, einfühlsam die Themen Sexualität, Liebe, Trauer und Vergebung zur Sprache zu bringen. Das Buch überzeugt mit facettenreichen Charakteren und der Sprachkunst der Autorin. Sie erzählt so intensiv, zum Teil poetisch, dass man als Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgerissen wird. Das ist Erzählkunst! Jandy Nelson hat mir ein wundervolles und intensives Leseerlebnis geschenkt und obwohl das Buch doch knapp 500 Seiten umfasst, hätte ich Noah und Jude nur zu gerne noch ein Stück weiter begleitet.
- Holly Black
The Wicked King (The Folk of the Air, Band 2)
(133)Aktuelle Rezension von: man_dyThe wicked king fand ich sogar nochmal besser als den ersten Teil. Für mich als Nicht-Fantasy-Leserin war ja Cruel Prince schon eine kleine Herausforderung, die ich aber gerne angenommen habe. Irgendwann habe ich mich in der Welt auch einfach so wohlgefühlt, dass ich gerne den nächsten Band lesen wollte. Jetzt habe ich glaube ich auch herausgefunden, was ich eigentlich an Fantasy genau mag. Bei mir ist es so, dass ich Romance-Bücher oder auch normale Romane, sowohl auf Deutsch, als auch auf Englisch, normalerweise sehr schnell lesen kann. Fantasy dauert bei mir aber länger, weil ich einfach nicht so schnell alles verstehe und kenne. Aber dadurch, dass ich dann so "lang" in dieser Welt verbringe vergleichsweise zu Romanen, wird meine Bindung dazu noch stärker, versteht ihr? Jedenfalls hat mir hier auch die Storyline extrem gut gefallen und Jude ist einfach eine extrem starke Protagonistin. Das Ende fand ich extrem krass. Jetzt bin ich gespannt auf den 3. Teil 😍
- Jessica Shirvington
Verlockt
(305)Aktuelle Rezension von: BonzeiIn Band zwei gibt es ein auf und ab von Gefühlen zwischen Violet und Lincoln. Eigentlich will Linc sie beschützen und hält sie deshalb auf Abstand. Dadurch entfernt er sich immer mehr von ihr, merkt gar nicht wie es ihr geht. Und welche Rolle Magda dabei spielt, stellt sich auch erst später heraus.
Auch sonst passiert so einiges, Onyx taucht immer wieder im Geschehen auf. Die New Yorker kommen zu Besuch. Rudyhard und seine Seelenverwandte Nyla sind alte Freunde von Griffin. Sie bringen die Schüler Spance, Salvatore und Zoe und eine Menge Action mit. Violet weiß Anfangs nicht, wie sie die Fremden einschätzen soll, aber das Zusammenspiel entwickelt sich im Lauf der Zeit ganz gut.
Dazu lernt Vi ihre Kräfte kennen und einschätzen. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihr nicht, da ständig irgendwas passiert. Nur hin und wieder nimmt sie sich etwas Zeit dazu ihrem alten ich hinterherzutrauern. Vor allem wenn Linc mal wider nicht da ist.
Phoenix hält sich mehr im Hintergrund auf, ist manchmal eher zu spüren als tatsächlich präsent. Doch wenn er auftaucht, dann nicht im Guten. Was plant er?
Und dann ist da noch dieser ganz alte Verbannte, Jude. Welche Rolle er wohl übernimmt? Er hinterlässt auf jeden Fall noch eine große Überraschung.
Eine wunderschöne Fortsetzung mit einem gut gehaltenen Spannungsbogen, einem angenehmen Schreibstil und einem offenen Ende.
- Holly Black
Elfenthron
(463)Aktuelle Rezension von: JojoMeli
Der dritte und letzte Band der Reihe um Jude und Cardan schließt die Trilogie ab – und tut das größtenteils zufriedenstellend. Holly Black bleibt ihrem düsteren, intriganten Stil treu und liefert ein Finale, das viele offene Fäden gekonnt zusammenführt. Allerdings gibt es diesmal ein kleines Tempo-Problem.
Nach den dramatischen Ereignissen am Ende von „Der Elfenkönig“ ist Jude ins Menschenreich verbannt. Doch als Cardans Krone und sein Leben in Gefahr geraten, kehrt sie zurück – nicht aus Liebe, sondern aus Rache. Oder etwa doch? Die alte Hass-Liebe-Dynamik zwischen den beiden knistert weiter, und man merkt, dass Black hier ihr Herzblut in die Figuren gelegt hat.
Besonders stark ist die Charakterentwicklung: Cardan wird endlich richtig greifbar, zeigt Verletzlichkeit und verliert seine reine Bösewicht-Rolle. Jude bleibt die knallharte Überlebenskämpferin, aber auch sie lernt, dass Macht nicht alles ist. Ihre Beziehung bekommt Tiefe, ohne kitschig zu werden.
Was mich jedoch gestört hat: Gerade in der Mitte zieht sich die Handlung extrem. Es gibt lange Passagen mit Diplomatie, Lageraufbau und Warten auf den großen Kampf – da habe ich tatsächlich ein paar Mal überblättert, weil mir das Tempo zu langsam wurde. Auch manche Nebencharaktere bleiben blass, und ein großer Showdown kommt erst sehr spät.
Dafür entschädigt dann aber das starke Ende. Die letzten Kapitel sind wieder voller Spannung, Überraschungen und emotionaler Momente – inklusive eines Abschlusses, der rund und befriedigend ist. Wer die Reihe liebt, wird hier nicht enttäuscht.
Fazit: „Elfenthron“ ist ein gutes Finale, aber kein perfektes. Es hält, was es verspricht – hätte aber ruhig ein strafferes Tempo vertragen können. Trotzdem: Für Fans der Reihe ein Muss, und ich bin froh, die Reise mit Jude und Cardan abgeschlossen zu haben.
⭐ 4 von 5 Sternen
Ein solides Ende mit kleinen Längen – aber emotional und würdig.
- Kyra Groh
The Iced Caramel Coffee Agreement
(328)Aktuelle Rezension von: Regina25The Iced Caramel Coffee Agreement war für mich ein richtig schönes Wohlfühlbuch. Ich mochte die gemütliche Kleinstadtatmosphäre in Lower Whilby und besonders die Dynamik zwischen Eleanore und Dex. Die beiden könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein, und gerade das hat ihre Geschichte für mich so interessant gemacht.
Eleanore ist eine sympathische Protagonistin, die nach außen hin immer hilfsbereit und zuverlässig wirkt, dabei aber selbst mit Unsicherheiten zu kämpfen hat. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle gut nachvollziehen. Auch Dex mochte ich sehr gerne, vor allem weil hinter seiner selbstbewussten Fassade deutlich mehr steckt.
Besonders gut gefallen hat mir der humorvolle und lockere Schreibstil. Es gab viele schöne, witzige Momente, aber auch Situationen, die emotionaler waren und zum Nachdenken angeregt haben. Die Gespräche zwischen den beiden haben mir dabei besonders viel Spaß gemacht.
Auch das Setting hat für mich einen großen Teil des Charmes ausgemacht. Lower Whilby fühlt sich wie ein Ort an, an den man selbst gerne einmal reisen würde – gemütlich, herzlich und mit ganz viel Kleinstadtgefühl.
Insgesamt habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Eine süße, humorvolle und gleichzeitig emotionale Romance mit tollen Charakteren und ganz viel Wohlfühlatmosphäre. Für mich eine klare Empfehlung für alle, die Small-Town-Romance und Geschichten mit Herz mögen. ☕💛
- Tracy Wolff
Sweet Nightmare
(211)Aktuelle Rezension von: Katharina_KaatzMit Sweet Nightmare hat Tracy Wolff einen spannenden Auftakt geschaffen, der Fantasy, Romantik und geheimnisvolle Academy-Vibes perfekt miteinander verbindet. Von Anfang an hat mich die düstere und geheimnisvolle Atmosphäre begeistert. Hinter den Mauern der Academy lauern nicht nur magische Gefahren, sondern auch jede Menge Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kommen. Dadurch bleibt die Geschichte durchgehend spannend und sorgt immer wieder für Überraschungen. Besonders gut gefallen hat mir die Entwicklung der Figuren. Sie wirken vielschichtig, haben ihre eigenen Probleme und wachsen im Laufe der Geschichte über sich hinaus. Auch die romantischen Elemente fügen sich harmonisch in die Handlung ein und sorgen für einige emotionale Momente. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Die Mischung aus Magie, Spannung und Gefühlen hat mich komplett in die Geschichte eintauchen lassen. Eine fesselnde Romantasy voller Geheimnisse, magischer Momente und sympathischer Charaktere, die mich bestens unterhalten hat und Lust auf mehr macht.
- Carel van Schaik
Das Tagebuch der Menschheit
(10)Aktuelle Rezension von: PhilippWehrliEvolution und Bibel? - Diese Kombination assoziieren wir mit Streitgesprächen. An vorderster Front sehen wir den Evolutionsbiologen Richard Dawkins, der sich ‚militanter Atheist’ nennt und erklärt, der Gott des Alten Testaments sei „ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker, ein rachesüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer: ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, grössenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.“
Deshalb war ich einigermassen überrascht, als im anthropologischen Museum Zürich eine Zeitung der reformierten Kirche auflag. Noch einmal überrascht war ich, in dieser Zeitung ein Interview mit dem Direktor des anthropologischen Museums Zürich, Carel van Schaik, zu lesen. Thema des Interviews: Der Bestseller ‚Das Tagebuch der Menschheit – Was die Bibel über unsere Evolution verrät’, den van Schaik zusammen mit dem Historiker und Wissenschaftsjournalist Kai Michel schrieb, der in den Zeitungen ‚Die Zeit’, ‚FACTS’ und ‚Die Weltwoche’ zu Themen Archäologie, Religion und Evolution bearbeitete.
Tatsächlich zeigen uns van Schaik und Michel Schätze der Bibel, die auch Atheisten begeistern dürften. Sie erreichen dies, indem sie eine eigentlich naheliegende Perspektive einnehmen: Sie lesen die Bibel als ‚Buch der Bücher’, als weltweit reichste Sammlung historischer Zeugnisse, als Tagebuch der Menschheit, in dem über mehr als tausend Jahre verschiedene Menschen ihre Gedanken, Fragen und Ideen festhielten. Diese Berichte vergleichen sie mit den Erkenntnissen der Archäologie und erreichen dadurch ein wesentlich lebendigeres Bild der Antike, aber auch der Frühgeschichte.
Natürlich bemerken auch die Autoren die Brutalität des alttestamentlichen Gottes. Sie untersuchen aber, wie denn aus der von Dämonen und Geistern erfüllten Welt der Jäger und Sammler ein einziger, allmächtiger, aber grausamer Gott wachsen konnte. Fast könnte man sagen, sie unterziehen den grausamen Gott einer Psychoanalyse und ergründen in dessen ‚frühester Kindheit’, worin denn die Grausamkeit gründet.
Die originelle und überzeugend belegte These: Durch die Sesshaftwerdung traten ungekannte Naturkatastrophen von geradezu apokalyptischen Ausmassen auf, Katastrophen, welche die Macht von Dämonen oder lokalen Göttern bei weitem überstiegen. Wenn ein Erdbeben eine ganze Stadt zertrümmerte, wenn Hunderte von Menschen in einem Tsunami ertranken oder von einem Vulkan verschüttet wurden, dann musste eine gewaltige Macht dahinter stehen.
Anschaulich schildern die Autoren, wie sich in den ungeschickt gebauten ersten Städten Seuchen ausbreiten, oft durch Haustiere eingeschleppt, welche in Jägerkulturen noch kaum bekannt waren. Nachvollziehbar ist auch das moralische Dilemma, als die ersten Bauern ihre Felder schützen wollten. In Jahrmillionen langer Evolution hat sich das Naturgesetz in unsere Gene eingegraben, alles, was die Erde hergibt, gehöre allen. Früchte, die noch am Baum hängen, die man aber doch nicht essen darf, waren undenkbar. Ein Bauer, der seine Ernte verteidigt, der wie Kain seinen eigenen Bruder erschlägt, nachdem er ihn heimtückisch mit reifen Feldfrüchten angelockt hat, so etwas gab es unter Jägern nicht.
Van Schaik und Michel anerkennen die kulturelle Meisterleistung, die intuitive, angeborene Jägerethik zu überwinden und dem Bauern zu seinem überlebensnotwendigen Recht zu verhelfen. Sie machen aber auch klar, welche Kraftanstrengung nötig war, der Jägernatur eine zweite oder gar eine dritte Natur anzuerziehen.
So führen uns die Autoren durch die Abschnitte der Bibel von der Schöpfungsgeschichte über Moses, die Könige über Jesus bis zu den Evangelisten. Sie berücksichtigen dabei, wann und in welchem Zusammenhang eine Textstelle zum ersten Mal auftaucht und ziehen auch Texte anderer Kulturen hinzu oder hebräische Texte, die es nicht in den offiziellen Kanon der Bibel geschafft haben. Sie zeigen, wie sich parallel zur kulturellen Evolution des Menschen auch der Gott Jahwe entwickelt hat.
In diesem Punkt unterscheiden sich Van Schaik/Michel am stärksten von Dawkins: Sie zeigen Hochachtung für die grandiose kulturelle Leistung, die angeborene Jäger- und Sammlermentalität zu überwinden und Gesellschaftsformen zu erfinden, die für Bauern, Händler und insbesondere für Städter tauglich waren. Sie honorieren, dass die Bibelautoren diese kulturelle Evolution über weite Strecken initiierten. Tragisch liest sich vor diesem Hintergrund der Satz in Kapitel 19: „Um das Jahr 400n. Chr. Jedoch wurde die Bibel durch die Kanonisierung ihrer Schriften schockgefroren.
Tatsächlich wurde die Entwicklung des Christentums durch die Kanonisierung zumindest stark gebremst. Kühn scheint mir daher die These, durch das Christentum seien die Wissenschaften und die Demokratie gefördert worden. Wissenschaften seien in einer monotheistischen Religion entwickelt worden, weil es eher denkbar sei, die Gedanken und Pläne eines einzelnen Gottes zu ergründen, als die eines in sich zerstrittenen Pantheon. Natürlich waren bis vor kurzer Zeit praktisch alle westlichen Wissenschaftler Christen oder Juden, wohl aber vor allem mangels Alternativen.
Spannend ist aber die Frage, die van Schaik und Michel zum Abschluss aufwerfen: Wie würde das Abendland heute aussehen, wenn die Kanonisierung nie stattgefunden hätte? Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Religion nicht eingefroren, sondern stetig weiter entwickelt hätten und heute vielleicht am 5. Testament schreiben würden?
Das ‚Tagebuch der Menschheit’ ist eine unterhaltsam geschriebene, durchwegs gelungene und empfehlenswerte Hommage zweier Agnostiker an das Buch der Bücher, das wichtigste Buch des Abendlandes.
Nachtrag vom 1. Oktober 2017
Im Podcast der Skeptiker Schweiz habe ich ein Interview mit Carel van Schaik zu diesem Buch geführt.
- Annette von Droste-Hülshoff
Die Judenbuche
(480)Aktuelle Rezension von: Amelie_EngelSpoilerfreie Meinung💕
Nachdem ich einen historischen Roman über Annette von Droste-Hülshoff gelesen habe & mich weiter mit ihr beschäftigte, wollte ich auch endlich mal eines ihrer bekanntesten Werke lesen. Es finden viele Gedanken Platz, die auch heute gesellschaftlich relevant sind. Trotzdem muss ich der Realität auch ins Auge sehen: Der Schreibstil entspricht nicht mehr dem heute gängigen. Das machte es für mich anstrengend zu lesen.
Achtung, ab hier folgen Spoiler❗
Setting ⭐⭐
Die Natur und auch das Dorf B. wurden eindrucksvoll beschrieben. Gut zurechtfinden konnte ich mich aber nicht. Vieles wurde (für die damalige Zeit typisch) metaphorisch angerissen, aus meiner heutigen Leseweise schwierig zu verstehen.
Charaktere ⭐⭐⭐
Bei anderen Romanen teile ich hier meine Gedanken & Analysen zu Personen. Da es so ein komplexes Buch ist, dem sich schon viele Literaturwissenschaftler angenommen haben, verweise ich an dieser Stelle auf das Internet & Lektüreschlüssel.
Aber warum bewerte ich es trotzdem mit 3 Sternen?
Aus meiner nicht-literaturwissenschaftlichen heutigen Perspektive waren die Charaktere zwar vielschichtig, aber kaum beleuchtet. Als Leserin hatte ich nicht das Gefühl, alle gut zu kennen. Auch warum genau der Mord begangen wurde, wird fast nebenbei erläutert. Trotzdem finde ich die Vielschichtigkeit der Charaktere sehr interessant, mit der man sich definitiv weiter auseinandersetzen könnte.
Handlung ⭐⭐⭐
Die Idee und gerade die psychologische Betrachtung (dass ein Mensch durch die Gesellschaft geformt ist, und die Gesellschaft von Vorurteilen lebt) ist fast modern und interessant zu lesen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es keine wirklichen Anstiege von Spannung gab. Es fühlte sich monoton an. Adele Schopenhauer schrieb dazu (zitiert im Reclam Lektüreschlüssel): "Die Details sind wunderbar wahr und schön gegeben, aber die Hauptmomente treten nicht genügend hervor." Da kann ich mich nur anschließen.
Es gibt aktuelle Themen wie z.B. folgendes:
[Es] hatte sich neben dem gesetzlichen ein zweites Recht gebildet, ein Recht der öffentlichen Meinung, der Gewohnheit und der durch Vernachlässigung entstandenen Verjährung.
Die Diskussion von Diskriminierung von Frauen fand auch ihren Platz im Buch:
Am Abend vor der Hochzeit soll sie gesagt haben: "Eine Frau, die von ihrem Mann übel behandelt wird, ist dumm oder taugt nicht: wenns mir schlecht geht, so sagt, es liege an mir." Der Erfolg zeigte leider, dass sie ihre Kräfte überschätzt hatte.
Ich finde es irgendwie total interessiert, dass auch damals der "I can change him" Gedanke schon präsent war und von Droste-Hülshoff debattiert wurde.
Auch der Glaube an Gott war Inhalt des Buches. Hierbei wurde vorallem auch Wert auf die gesellschaftliche Betrachtung gelegt, was auch heute in der christlichen Religion eine große Rolle spielt:
Denk an die zehn Gebote: du sollst kein Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten." - "Kein falsches"" - "Nein, gar keines; du bist schlecht unterrichtet; wer einen andern in der Beichte anklagt, der empfängt das Sakrament unwürdig"
Oder auch Gedanken wie:
Es ist nicht recht, dass der Unschuldige für den Schuldigen leide.
Schreibstil-Gefühl ⭐⭐⭐
Man muss beim Überbringen der Emotionen natürlich den Zeitgeist betrachten. Aus heutiger Sicht sind es sehr lange Sätze, die ich als angstrengend zu lesen, wahrnahm.
Ein bisschen schmunzeln musste ich bei einigen Wörtern, die man heute wieder in der Jugendsprache findet, damals aber zum alltäglichen Sprachgebrauch gehörten:
war sie dahin gekommen, zu denken, ihr Bruder Simon könne so gottlos nicht sein, [..]
Unterhaltung ⭐⭐
Ich habe die Novelle gelesen, weil ich mich mit Annette von Droste-Hülshoff beschäftigt habe. Ihre (für die damalige Zeit) fortschrittliche Gedanken wurden hier für mich auch sichtbar. Trotzdem war es für mich anstrengend zu lesen und war fast froh, dass es sich nur um eine Novelle handelt.























