Bücher mit dem Tag "jüdin"
40 Bücher
- Luca Di Fulvio
Das Mädchen, das den Himmel berührte
(481)Aktuelle Rezension von: Engel63Luca di Fulvio @lucadifulvio_ hat die faszinierende Geschichte „Das Mädchen, das den Himmel berührte“ so lebhaft geschrieben, dass ich mich sofort darin eingebunden fühlte. Die Hauptfiguren Mercurio und Giuditta, die einen langen schwierigen Weg gehen, sich immer wieder verlieren und finden, ärmlich aufgewachsen und trotzdem sehr stark und zielgerichtet sind. Knapp 1‘000 Seiten Spannung, kribbeln, Luft anhalten, weinen oder sogar heulen, lachen und schmunzeln. Ich habe dieses herrlich Natürliche geliebt und mich sehr gut in die Figuren hinein fühlen und mit leben können. Bin begeistert wie gut Luca die Zeit aus dem 16. Jahrhundert beschreibt, Rom und Venedig kennt und sein Wissen mitteilt. Ein historischer Krimi kann nicht besser sein. Interessant wie Mercurio sich immer wieder verwandeln kann, Menschen an der Nase herumführt und seine Ziele erreicht. Die Jüdin Giuditta aus Einfachem Spezielles herstellt, das sogar die Reichen haben wollen und so der Neid der Rivalin Benedetta bis ins Unermessliche geht, unvorstellbar. Jede Seite ein Genuss und lesenswert.
- Julia Franck
Die Mittagsfrau
(407)Aktuelle Rezension von: Lesekatze22Ich lese viel, gern und äußerst unterschiedliche Genre, aber dieses Buch "Die Mittagsfrau" von Julia Franck hat mich fast die Flinte ins Korn werfen lassen.
Mir fehlen Anführungszeichen und in weiten Teilen finde ich den Roman einfach zu langatmig.
Das Buch beginnt mit einem Prolog, der es in sich hat. Eine Mutter lässt ihren Sohn am Bahnsteig zurück.
Es folgt die Lebensgeschichte der Mutter, die mit ihrer Schwester bei ihrer eigenartigen Mutter aufwächst, während der Vater im 1. Weltkrieg kämpft und später eigentlich nur zum Sterben nach Hause kommt.
Man erfährt mehr von den Mädchen, der damaligen Zeit.....
Es folgt ein Epilog, der sich wieder mit dem zurückgelassenen Jungen beschäftigt.
Man findet im Netz einige Informationen zu Beweggründen dieses Buch zu schreiben.
Traurig und heftig.
- Gayle Forman
Nur ein Tag
(531)Aktuelle Rezension von: Mama_liest_wiederIch hatte das Buch jetzt schon länger im Regal stehen und hatte jetzt endlich Zeit es zu lesen. Den Anfang fand ich wirklich gut. Es war gut zu lesen und ich kam gut durch. Ich fieberte sogar richtig mit. Dann kam der 2. Teil in dem Allyson sehr depressiv war und das hat mir so gar nicht gepasst.
Wieso müssen Mädchen denn sofort Depressiv werden wenn ein Typ sie sitzen lässt?
Im laufe des weiteren Buches wird dann klar das sie eigentlich hauptsächlich der Version von sich selbst nach trauert. Also nimmt sie ihr Leben in die Hand und versucht es zu ändern. An diesem Punkt gefällt mir das Buch sehr gut. Allyson wird richtig Aktiv macht eine enorme Charakter Entwicklung durch und kommt aus der Passivität heraus. Über den Punkt das sie Willem jetzt auf eigene Faust sucht bin ich zwiegespalten. Auf der einen Seite feier ich es das sie nicht auf ihn wartet um sich finden und retten zu lassen, sondern das sie selber los zieht und ihn finden will. Auf der anderen Seite finde ich aber auch das es vermittelt das man einem Typen einfach weiter hinterher laufen muss auch wenn er einen einfach sitzen gelassen hat. Aber ich denke das ist einfach dem Genre geschuldet. Trotzdem hätte ich es besser gefunden hätte sie die Suche erst begonnen wenn ihr ein Zeichen geschickt worden wäre das Willem auch gefunden werden will. Z.b. ein Zettel mit hole kurz Frühstück in ihrem Rucksack den sie seid dem Tag nicht mehr geöffnet hat oder so etwas.
Alles in allem finde ich das Buch trotzdem gut. Und würde es auch weiter empfehlen. Vor allem gefällt mir die Allyson die emanzipiert Ihr Leben selbst in die Hand nimmt.
- Gayle Forman
Und ein ganzes Jahr
(320)Aktuelle Rezension von: Nikashe"Und ein ganzes Jahr" von Gayle Forman ist die Fortsetzung und Abschlussband von "Nur ein Tag".
Endlich erfahren wir, was in dem einen Jahr mit Willem passiert ist, wo er sich aufhält und wieso er Allyson/Lulu alleine zurück gelassen hat in Paris.
Stellt man beide Bücher nebeneinander, so ergeben Sie ein Herz, was ich sehr schön finde.
Im ersten Band der Dilogie erfahren wir recht wenig über Willem. Dies ändert sich nun mit dem zweiten Band. Denn dieser ist nun aus seiner Sicht geschrieben und wir erfahren wo er sich wann aufgehalten hat.
Wir begleiten Ihn auf den Weg Lulu zu finden, denn Allyson richtigen Namen kennt er immer noch nicht. Eine Suche, die Hoffnungslos erscheint und sich über mehrere Kontinente erstreckt.
Willem wirkt sehr zerstreut und meidet Konflikte. Es wird klar, wieso er ein Vagabunden leben lebt und wofür er versucht wegzulaufen.
Es war Interessant zu lesen, was in dem Jahr bei Willem passiert ist, auch wenn das Ende durch Band 1 bekannt war, hatte die Geschichte ihre spannenden Punkte.
Sein Charakter wird mehr erläutert und wirkt dadurch sympathischer als zuvor.
Die Orte und Personen, die ihm auf seiner Suche begegnen, machen die Story dann weniger vorhersehbar.
Willem der vorher an das Schicksal und an Zufälle geglaubt hat, fängt immer mehr an daran zu Zweifeln und am Ende wird doch alles gut.
Fazit:
Band 2 fand ich nur ein wenig Schwächer als Band 1. Dies liegt daran, dass man das Ende bereits kennt und leider meine Hoffnung nicht bestätigt wurde, dass man darüber hinaus noch etwas erfährt.
Das fand ich sehr Schade. Schließlich fiebert man die ganze Zeit dem Treffen entgegen und dann ist die Geschichte vorbei.
Willems Geschichte zu lesen hat mir dennoch Spaß gemacht und es war schön zu sehen, wieso er ein Vagabunden leben lebt und diese Selbsterkenntnis und der Weg dorthin hat mir gut gefallen.
- Erica Fischer
Aimee und Jaguar
(45)Aktuelle Rezension von: Wolf-MacbethIn 'Aimée und Jaguar: Eine Liebesgeschichte, Berlin 1943' von Erica Fischer taucht man in eine außergewöhnliche Liebesgeschichte ein, durchwoben mit wunderschönen Gedichten und zutiefst berührenden Liebesbriefen. Doch das Buch ist mehr als nur eine Liebeserzählung. Es vermittelt auf eindrückliche Weise, wie es war, im Schatten des Nazi-Regimes zu leben. Die Autorin zeichnet ein präzises Bild der schleichenden Verschärfung der Judenverfolgung bis hin zur grausamen Deportation. Dieses Werk berührt die Seele und erinnert daran, wozu menschliche Abgründe führen können, wenn blind einem Demagogen gefolgt wird. Eine bewegende Lektüre, die die Bedeutung des Erinnerns unterstreicht und ein Zeugnis der Liebe und des Widerstands in dunkelster Zeit ist.
- Christian Berkel
Der Apfelbaum
(28)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerMit diesem Buch habe ich schon eine ganze Weile geliebäugelt, es mir schließlich als Hörbuch gekauft. Ich war mir nicht schlüssig, ob und wie es Christian Berkel gelingt, diese (seine) Geschichte zu verwirklichen, ohne dass man dauernd den Promibonus im Hinterkopf hat. Das Hörbuch, vom Autor selbst eingelesen, hat mich äußerst positiv überrascht und schließlich auch überzeugt. Von der ersten bis zur letzten Sekunde erzählt Berkel in einem angenehmen Ton und integriert seine LeserInnen, fast wie ein Familienmitglied, in seine Geschichte. Besonders gefallen haben mir die Episoden mit seiner Mutter, in denen er aus ihren vielen bruchstückhaften Erinnerungen wieder ein stimmiges Gesamtbild erschaffen hat. Ein paarmal habe ich die Szenen hin- und hergespult, um den Gedankengängen folgen zu können, doch dies keineswegs als anstrengen empfunden, sondern eher als angenehmes Mitarbeiten, um Vergangenes wieder zu entdecken. Insgesamt eine ansprechende Erzählung, die den Zeitgeist einer" Generation der Vergessenden" sehr schön und mit Einfühlungsvermögen einfängt.
- Beate Maly
Die Trümmerschule – Zeit der Hoffnung
(94)Aktuelle Rezension von: tinstampBewertung: 3 1/2 Sterne
"Zeit der Hoffnung" ist der erste von zwei Teilen. Angelehnt ist die Geschichte an die Lebensgeschichte von Stella Klein-Löw.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrt die junge Stella Herzig aus London in ihre Heimat Wien zurück, aus der 1938 geflohen ist. Als Einzige ihrer Familie hat sie den Holocaust überlebt. Die ehemalige Wohnung ihrer Familie wurde arisiert. Obwohl sie einen Antrag auf Restitution gestellt hat, um wieder in ihre elterliche Wohnung einziehen zu können, wurde dies abgelehnt. Ihre beste Freundin Feli nimmt sie bei sich auf. Im Lindengymnasium findet Stella eine Anstellung als Englischlehrerin. Nicht nur ihre jüdischen Wurzeln bereiten ihr Probleme, sondern auch ihre fortschrittlichen Lernmethoden finden beim Großteil des Lehrerkollegiums keinen Anklang. Stellas Reformpädagogik, die strikt gegen Gewalt und Prügel als Erziehungsmaßnahme ist, ist für die Kollegen und manche Kolleginnen unverständlich. In ihren Köpfen schwirren einfach noch zu viele Nazi-Ideologien herum. Aber auch bei den Eltern der Kinder trifft Stella auf Unverständnis. Einzig ihr Vorgesetzter ist von ihrer Arbeitsweise angetan und unterstützt sie. Doch seine Pensionierung steht schon fest und Stellas ärgster Feind an der Schule, ist der mögliche Nachfolger. Wird Stella ihre Arbeit behalten können? Zusätzlich verschwindet in der Schulküche immer wieder rationiertes Essen für die Kinder, welches die Alliierten zur Verfügung stellen.
Auch Feli kämpft gegen ihr Pflichtgefühl und ein Versprechen, welches sie vor dem Krieg gegeben hat. Beide Frauen versuchen auf ihre Weise gegen alte verzopfte Vorstellungen anzukämpfen."Zeit der Hoffnung" ist der erste Teil der Trümmerschule Dilogie. Wie immer hat Beate Maly die historischen Hintergründe großartig recherchiert und den Zeitgeist perfekt eingefangen.
Ein sehr wichtiges Thema ist für die Autorin immer wieder die Pädagogik nach Maria Montessori, über deren Lebensgeschichte sie unter Laura Baldini geschrieben hat. Selbst ausgebildete Pädagogin für Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, weiß sie wovon sie schreibt.
In diesem Roman steht neben der Pädagogik vor allem der Antisemitismus und die Nachkriegszeit im Vordergrund. Stella hat große Hoffnung, dass nach dem Krieg alles anders ist. Sie muss jedoch enttäuscht feststellen, dass noch viel zu viel Gedankengut des Nationalsozialismus in den Menschen steckt.Der Schreibstil von Beate Maly ist leicht und lässt sich schnell und kurzweilig lesen. Den damaligen Zeitgeist hat die Autorin wieder wunderbar eingefangen. Trotzdem fehlte es mir hier ein bisschen an Tiefe.
Nun warte ich gespannt auf die Fortsetzung, die im Januar 2026 erscheinen wird.
Fazit:
Der erste Teil der Dilogie hat mir gut gefallen, konnte mich aber nicht so überzeugen, wie manche anderen Romane der Autorin über Frauen, die sich der Pädagogik widmen. Trotzdem freue ich mich schon auf die Fortsetzung. - Nadine J. Cohen
Gute Gründe
(35)Aktuelle Rezension von: Luna_AuDie Handlung springt schnell zwischen verschiedenen Timelines, was für mich am Anfang etwas verwirrend war. Später bin ich haber gut mit dem Konzept zurechtgekommen und hatte das Gefühl, dass es so tatsächlich in der Gedankenwelt der Protagonisten aussieht. Das ständige durchdenken von Momenten, die einen emotional berühren oder sehr belasten kann ich voll nachvollziehen. Auch ihre Erfahrungen mit der Therapie haben mich sehr interessiert und ich war sehr versunken in ihre Gedankenwelt.
Ich finde gut, dass man während der Handlung mitbekommt, wie sie in ganz kleinen Schritten beginnt zu heilen und das Buch aus meiner Sicht realistisch darstellt, wie der Heilungsprozess bei Depressionen aussehen kann. Ich mag, dass hier keine spontane Wunderheilung stattfindet, sondern die Protagonistin immer wieder struggled, dabei aber immer öfter versucht, sich durch diese Phasen durchzukämpfen.
Das Buch war inspirierend für mich auch wenn es mich nicht ganz in seinen Bann gezogen hat. Ich würde gerne wissen, wie es nach dem Ende weitergeht. Die guten Gründe am Leben festzuhalten sind sehr subtil in die Geschichte eingeflossen und ich denke, ich muss das Buch nochmal lesen, um gezielt herauszuarbeiten, was diese guten Gründe für die Protagonistin sind.
- Teresa Simon
Die Fliedertochter
(153)Aktuelle Rezension von: SelmaPaulinas Nachbarin wird nach Wien eingeladen, ist aber leider nicht in der körperlichen Verfassung dafür. Dafür fährt Paulina.
In Wien wandelt sie auf den Spuren von Luzie Kühn, einer heimlichen Halbjüdin aus der Zeit des 2. Weltkrieg. Und dann ist da auch noch Tamas der ihr Herz verdreht... aber was hat das alles mit Toni ihrer Nachbarin zu tun???
Ich liebe den Schreibstil, die Zeitsprünge und die Storyline.
Meine absolute Empfehlung !!
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
- Luca Di Fulvio
Als das Leben unsere Träume fand
(134)Aktuelle Rezension von: spozal89Luca Di Fulvio hat einen unglaublich mitreißenden Schreibstil. Er schafft es die sehr unschönen Momente der damaligen Zeit so zu beschreiben, dass man sich mittendrin fühlt. Das mag für manche Leser ziemlich hart sein, schafft aber eine unglaubliche Atmosphäre. Trotz allen schlechten und emotionalen, entwickelt sich die Geschichte fast schon kitschig gut, wobei ich das sehr mochte. Nach all den harten Szenen tut so ein Happy End ganz gut. Von mir gibts auf jedenfall eine klare Leseempfehlung, wenn man kein Problem mit Gewaltszenen hat und gerne Bücher aus der Vergangenheit liest.
- Katharina Adler
Ida
(41)Aktuelle Rezension von: trinity_41Erzählt wird die Geschichte der kleinen Ida, die schon im Kindesalter als dauerhaft krank und labil beschrieben wird, zugleich aber auch hypochondrische Züge hat.
Sie beginnt eine Kur bei Sigmund Freud, der sich vornehmlich auf die psychosozialen und psychosomatischen Aspekte ihrer Krankheit(en) konzentriert. Ida beendet die Kur bei Freud jedoch vorzeitig, weil sie sich bevormundet und bedrängt fühlt.
Doch geht es nicht nur um Ida als Patientin beim berühmten Dr. Freud, sondern auch um ihre bewegte Familiengeschichte, ihr Berufsleben, ihren Charakter und ihre Stärke.
Dafür nutzt die Autorin unterschiedliche Zeitstränge und wechselt immer wieder gekonnt zwischen den Zeiten und Ebenen. Sie zeichnet das Bild einer Heldin und das einer Anti-Heldin, einer berühmt gewordenen Patientin, die ein bisschen hysterisch wirkt, aber eben nicht so sehr, wie es ihr manchmal angedichtet wird. Es ist eine junge Frau, die zwischen zwei Weltkriegen aufwächst und versucht, mit dem großen Umbruch fertig zu werden.
In Teilen nicht gefallen hat mir der Schreibstil. Ich fand ihn nicht besonders flüssig und an manchen Stellen war mir das Erzähltempo zu langsam. Wer aber Idas Geschichte an sich spannend findet (und das tat ich), der ist mit diesem Buch dennoch sehr gut beraten. - Sarah Lark
Schicksalssterne
(65)Aktuelle Rezension von: Tanja_KnochSchicksalssterne ist die Vorgeschichte zur Tierärztin-Trilogie. Es ist aber ein eigenständiges Buch, man kann das auch ohne Vorkenntnisse lesen.
Hier erfährt man, wie sich Julius von Gerstorf und Mia kennenlernen und warum es zu einer Feindschaft mit Wilhelmina Rawlings kam.
Im Jahr 1910 lernt die Tocher eines jüdischen Bankiers den adligen Offizier Julius von Gerstorf kennen. Julius Familie sieht es aber unter ihrer Würde eine jüdische Frau in ihre Familie aufzunehmen, somit bricht der Vater mit dem Sohn Julius. Um eine Zukunft mit seiner Frau zu haben, geht Julius nach Neuseeland und dort bauen sie Eponia Station auf und widmen sich der Pferdezucht.
Am 28.Juni 1914 wird der österreichisch-ungarische Thronfolger Ferdinand und seine Ehefrau in Sarajevo erschossen, daraufhin brach der Krieg am 28. Juli 1915 aus, also der Erste Weltkrieg.
Die Deutschen Zuwanderer wurden der Spionage in Neuseeland verdächtigt, einige kamen zu Kriegszeiten ins Gefängnis, andere wurde auf nahegelegene Inseln deportiert. Julius wurde von einem sich selbst beweihräucherten Major ins Gefängnis gebracht und da regelrecht vergessen, da sich keiner für ihn zuständig fühlte. Seine Frau Mia wurde auf eine Insel deportiert und dort ging sie durch die Hölle, denn auf dieser Insel lebten gerade mal zwei Frauen, außer den Maoris und diese deportierten Frauen waren nicht nur für die dortigen Gefangenen, sondern auch für die Soldaten regelrechtes Freiwild. Das Erbe dieser Insel war für Mia, ihre Tochter April.
Mia gelang die Flucht von dieser Insel, sie nahm jegliche Arbeit an, egal wie schwer sie auch war, um dann irgendwann nach Kriegsende wieder zu ihrem Gestüt zu kommen, in der Hoffnung, dass auch ihr Mann Julius diese Kriegszeiten überlebt hatte.
Als Mia auf Eponia Station ankam, war die dortige Gestütsleiterin Wilhelmina von Stratton, wie sie sich selbst benannte, obwohl sie eigentlich aus armen Verhältnissen stammte. Will hat damals als Jugendliche dort als Pferdepflegerin angefangen und sie hatte schon damals ihre Träume gehabt. Diese Träume will sie um jeden Preis umsetzen und versucht dann sogar eine Ehe auseinander zu bringen und das mit allen Mitteln, die sie einsetzen kann. Schafft sie es, die Herrin von Eponia Station zu werden?
Ein wieder total gelungenes Buch und es war mir eine Freude wieder mit meinen liebgewonnenen Charakteren mitzufiebern.
- Lilly Bernstein
Sturmmädchen
(145)Aktuelle Rezension von: KleinerVampirBuchinhalt:
Deutschland in den 1930er Jahren: die drei Freundinnen Elli, Margot und Käthe sind unzertrennlich – bis der Nationalsozialismus auch das kleine Dorf in der Eifel erreicht. Während Margot als Jüdin fortan um ihr Leben fürchtet, ist Käthe von den Parolen der Braunen überzeugt. Elli, zwichen allen Stühlen, muss sich entscheiden: mit dem Strom zu schwimmen oder ihrer Freundin und deren Familie zu helfen....
Persönlicher Eindruck:
Der dritte Band der Mädchen-Reihe (jeweils in sich abgeschlossen und getrennt lesbar) behandelt eine Mädchenfreundschaft in den 1930er Jahren. Unbeschwertheit, Zukunftsträume aber auch harte Realität und Lebensgefahr bestimmen den Alltag von Elli, Margot und Käthe.
Im Grunde könnten die drei unterschiedlichen nicht sein: während Margot aus einem reichen Kaufmannshaushalt stammt lebt Käthes Familie in völliger Armut. Elli, selbst von Kinderlähmung gezeichnet, ist die Tochter der Dorfhebamme, die zwar Mangels Arzt den Dienst des Heilers im Ort versieht, aber leider selten für ihre Dienste bezahlt wird. Elli leidet unter ihrem verkrüppelten Fuß,, der ihr das Gehen schwer macht, sehnt sich aber nach der Zuneigung von Hans, dem Sohn des reichen Bauern, auf dessen Grund Mutter und Tochter in einer kleinen Kate leben.
Bewegend und aufwühlend sind die Szenen, die sich um die Jüdin Margit drehen. Der Holocaust hat in der Welt der Mädchen Einzug gehalten und die Familie ist von Verfolgung und dem Tod bedroht. Elli muss sich entscheiden, auf welche Seite sie gehören möchte und als ihre Entscheidung fällt, bedroht man auch sie.
Mitreißend schildert Autorin Bernstein die politische Situation zur Zeit des Nationalsozialismus und deren Auswirkungen auf den Alltag und das Leben der Menschen. Dabei schildert sie schonungslos, was Jude oder auch behinderten Menschen widerfährt – man darf bei der Lektüre wirklich nicht zimperlich sein und muss auch starken Tobak aushalten können. Daneben sorgt die Liebesgeschichte zwischen Elli und Hans für Auflockerung, dennoch ist der Roman auf keiner Seite kitschig.
Die Figuren sind allesamt authentisch und ihr Verhalten nachvollziehbar, auch die Nebenfiguren, wie Bauer Jannsen oder die Nonne Gertrud haben Profil und Tiefe.
Nach etwa der Hälfte meint der Leser das Geheimnis in Elis Leben zu erahnen, jedoch gibt es mehrere erstaunliche Wendungen, so dass auch meine erste Vermutung wieder hinüber war – man weiß relativ lange nicht viel über Ellis Herkunft.
Was mir eher negativ auffiel, ist die komplette Nichterwähnung der gelben Judensterne. Elli ist relativ unbedarft und überrascht, was Margot ihr aus Aachen schreibt, dennoch erwähnt keiner die gelben Sterne und das ist auffällig. Ebenso fand ich gegen Ende unglaubhaft, dass zwei zu früh geborene Säuglinge, die eh schon mit dem Tode ringen, beim Herunterfallen aus einer gewissen Höhe (ich verrate nicht, warum) keinerlei Schaden nehmen. Das war für mich leider an der Realität vorbei.
Insgesamt war das Buch aber eine spannende Geschichte, die ich an einem Tag komplett durchgelesen habe, ich konnte sie kaum beiseite legen. Eine absolute Leseempfehlung, über kleinere Schwächen kann man dabei wohlwollend hinwegsehen.
- Benjamin Monferat
Welt in Flammen
(15)Aktuelle Rezension von: vormiDer Himmel im Osten war flüssiges Feuer.
Mai 1940: Während die Deutschen Frankreich besetzen, bricht der Simplon Orient Express zu seiner letzten Reise auf. Eine schicksalhafte Gesellschaft, jeder der Gäste mit einem anderen Grund, diese Fahrt unter allen Umständen anzutreten. Ebenfalls an Bord – Agenten aller kriegführenden Mächte. Was niemand von ihnen ahnt: Im Zug befindet sich etwas, nach dem Hitler in ganz Europa suchen lässt.
Die Fahrt steht von Anfang an unter einem schlechten Stern. Jeder Grenzübertritt kann das Ende bedeuten. Schließlich bricht Feuer aus. Und während Europa in Dunkelheit versinkt, rast der Express als lodernde Fackel durch die Nacht ...
Inhaltdangabr auf amszon
Eine sehr ungewöhnliches Buch, das mir bis über die Hälfte sehr gut gefallen hat.
Nur im letzten Drittel wurde es mir manchmal etwas zu unrealistisch.
Nicht sehr extrem, aber es war immer mal wieder so ein ganz kleines Bißchen drüber.
Meistens betraf es die Situationen, selten mal die Personen, die mir teilweise etwas zu übertrieben waren.
- Kristina Herzog
Was der Morgen verspricht
(65)Aktuelle Rezension von: ShaggyHannahs größter Traum ist es Medizin zu studieren, was Anfang des 20sten Jahrhunderts in Deutschland keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist. Von den Großeltern bestärkt, bekommt sie durch die Eltern keine Unterstützung.
Hannah soll Hausfrau und Mutter werden, wie es sich gehört. Ein passender Ehemann steht auch bereit.
Wie wird sich die Zukunft für Hannah entwickeln?
"Was der Morgen verspricht " ist der erste Roman der Sternbergsaga und ein sehr gelungener Start in eine spannende Familiengeschichte.
- Ken Krimstein
Die drei Leben der Hannah Arendt
(63)Aktuelle Rezension von: Trishen77Sie war ein unabhängiger Geist und daran hat sie immer festgehalten, sich festgehalten. Bis heute sind ihr Werk und ihre Person umstritten. Sie war eine Philosophin, die die Philosophie hinter sich lassen wollte, Essayistin mit einem Hang zur Epik und eine jüdische Intellektuelle, die es sich mit den meisten anderen jüdischen Intellektuellen ihrer Zeit verscherzte. "Am Leben zu sein und zu denken ist ein und dasselbe", so lautete ihre Überzeugung und sie hat viele Gedankengebäude in ihrem Leben ent- und verworfen, immer auf der Suche nach einer Wahrheit, aber letztlich mehr auf der Suche nach den Konsequenzen, die zu ziehen sind, aus dem, was geschieht - ohne falsche Scheu, ohne metaphysischen Über- oder Unterbau.
In seiner Graphic Novel "Die drei Leben der Hannah Arendt" zeichnet Ken Krimstein den Weg der großen Denkerin nach, von der Jugend bis zu ihrem Tod. Im Prinzip ist das Buch eine bebilderte Biographie, gespickt mit einigen komischen bis faszinierenden Eigenheiten. Aufgebaut ist es sogar wie eine Autobiographie, denn erzählt wird immer aus der Perspektive von Arendt.
Der Stil des Comics ist der einer schnellen und doch ausgefeilten Bleistiftskizze. Die einzige Farbe, die dann und wann vorkommt, ist Grün; meist als Farbe des Kleidungsstücks von Arendt. Krimstein arbeitet viel mit Zitaten und inszeniert Arendt gerne im Zwiegespräch. Er hat außerdem einen Faible für Namedropping und immer wieder wird Arendt als Teil einer Runde von großen Namen dargestellt.
Darüber hinaus gelingt es ihm, ein sehr anschauliches und einfühlsames Bild von Arendts Leben und Denken zu zeichnen, mit allen Zweifeln und Fragwürdigkeiten. Ihre Obsession für Heidegger ist natürlich bspw. ein nicht ganz unwichtiges Motiv.
Es wird aber vor allem deutlich, was für eine herausragende Gestalt Arendt tatsächlich war: eine der zentralen Wahrheitssuchenden ihres Zeitalters. Ein Zeitalter des Traditionsverfalls, in dem sich viele noch fester an Traditionen klammerten, während sie nach neuen Wegen suchte, nach neuen Ansätzen, neuem Umgang.
So lässt Krimstein sie am Tag des Kriegsendes, als alle anderen feiern, sagen: "In der Welt ist etwas im Gang, das die Menschen veranlasst, ihre eigene Freiheit zu kannibalisieren, und während sie dies tun, verwandeln sie andere Menschen in eine Deponie."
Sehr viel Raum gibt Krimstein der Darstellung ihrer Theorien zu Pluralität und Natalität, zu privatem und öffentlichem Raums. Eichmann und "Die Banalität des Bösen" lässt er, obgleich dieser Punkt natürlich behandelt wird, ein bisschen außen vor. Trotzdem hat man das Gefühl, zum Kern von Arendts Denken vorzustoßen.
Letztlich ist es ein bemerkenswertes Buch, weil Krimstein ein fesselndes und doch sehr auf Arendts Philosophie eingehendes Portrait gelingt. Wo mancher Biograph vielleicht der Versuchung erlegen wäre, Arendts Leben vor allem entlang der Skandale und vor dem Hintergrund der Shoa und der Liason mit Heidegger zu inszenieren, setzt Krimstein lieber auf eine ausbalancierte und vielseitige Darstellung, die dem Denken ebenso viel Platz einräumt wie dem Leben.
"Aus dem Jenseits spricht Hannah Arendt zu uns: Obgleich das Leben in der Welt der Pluralität und Natalität kein Spaziergang ist, haben wir, wenn wir Auschwitz oder den Gulag oder die Mauer oder Pol Pot oder Gefängnisrevolten wie die von Attica oder der Isis vermeiden wollen, als Gattung keine Wahl, dieses anzunehmen und auszuhalten.
Mit anderen Worten: es gibt keine einzige Wahrheit. Keinen Königsweg des Verstandes, nur einen gloriosen, nie enden wollenden Schlamassel. Der nie enden wollende Schlamassel echter menschlicher Freiheit." - Linda Winterberg
Solange die Hoffnung uns gehört
(83)Aktuelle Rezension von: Daniela_FranzelinEs gibt Bücher, die sind einfach perfekt - und in meinen Augen ist dies eines davon 💖
Es mag nicht der spannendste Roman sein, aber die Szenen werden so schön detailreich und mit jeder Menge Gefühl beschrieben, dass man einfach nur mitfühlen kann.
Es geht um eine Jüdin und die sogenannten Kindertransporte nach England in der Vorkriegszeit. Ich hatte vorher noch nichts von derartigen Kindertransportationen gehört, fand es deshalb also umso mitreißender. Ein großes Thema also, das sehr gefühlvoll beschrieben wird. Eine Mutter, die ihr Kind weg geben muss, sich als Jüdin verstecken muss und jede Menge Träume, die verloren gehen...
Ich dachte zuerst, es handle sich um eine übliche Kriegsgeschichte - es steckt aber so viel mehr dahinter. Die einzelnen Szenen sind so gut beschrieben, man erlebt sie als Leser sehr realistisch mit. Oder als säße man gerade im Kino und schaut einen großen tragischen Film. Ergreifend, berührend und aufwühlend - das beschreibt den Roman wohl am besten.
Auch die Charaktere sind extrem realistisch und sympathisch. Sie wachsen schnell ans Herz und wollen nicht mehr losgelassen werden. Und am Ende erfährt man sogar noch, dass sie auf echten Personen basieren.
- Ruben Laurin
Die Jüdin von Magdeburg
(53)Aktuelle Rezension von: PixibuchEin Ritterroman in zwei Teilen, einmal im Jahr 1275 und dann im Jahr 1278. Wolfram von Hildesheim ist Knappe bei Adalbert von Stendal. Dieser verehrt Heiwig von Holstein, weshalb Wolfram seinem Ritter immer Minnelieder schreiben muß. Dies paßt aber Otto von Brandenburg nicht, denn er hat Heilweg als seine Braut auserkoren, was immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den beiden Ritter führt. Im Judendorf lebt Esther mit ihrer Familie, ihr Vater ist der Geldverleiher Amos. Gero von Greifenstein hat ein Auge auf die schöne Esther geworfen, aber sie will von diesem Mann nichts wissen, der den Juden übel mitspielt Auch der Peitschenmönch möchte die Juden am liebsten vernichten. Als am Margaretentag eine Brücke in Magdeburg einstürzt,versinkt auch Esther in den Fluten jedoch rettet sie Wolfram in letzter Minute das Mädchen und verliebt sich unsterblich in sie. Aber er als Chrsit darf um die Jüdin nicht werben und außerdem war sie schon einem Verwandten versprochen. Der zweite Teil befaßt sich hauptsächlich mit der Nachfolge von Erzbischof Konrad. Es beginnt unter den Adligen und Rittern zu schweln, denn jeder möchte seinen Verwandten auf den Bischofstuhl sitzen sehen und die einzelnen Heere bekriegen sich. Aber wir lernen auch die mutige Begine Mechthild kennen und ihr Mündel Genoveva, eine etwas zurückgebliebende Frau, die aber Visionen hat und den starken Scmied Dostl. Über 560 Seiten führt uns der Autor in eine Welt des Mittelalters, wo sehr viele Menschen durch Kämpfe und Intrigen ihr Leben lassen mußten. Der Adel und Ritterstand wollte die Macht haben, aber die Kirchenfürsten hatten damals ein gewichtiges Wort. Esthers Familie hatte so einige Schicksalsschläge einzustecken, man spürt auch hier schon um 1270 herum den Judenhass und sie mußten in einem extrigen Viertel wohnen. Der Minnesand und die Liebe kommen in diesem Buch auch nicht zu kurz. Wir bekommen auch sehr guten Einblick in das Leben der damaligen Zeit, welche Mahlzeiten die Menschen zu sich nahmen, welche Kleidung sie trugen und wie die medizinische Versorgung damals war und die politischen Gegebenheiten. Ein Buch, das mich sehr gefesselt hat und auch sehr lehrreich war, da ich vieles bisher noch nicht kannte bzw. nicht wußte. ´In dem Roman sind gekonnt geschichtliche Personen mit fiktiven Protagonisten vermischt, was eine angehme Atmosphäre schafft. Zu Beginn findet sich das Personenverzeichnis, die Zeittafel und der Stadtplan von Magdeburg anno 1950. Am Ende erklärt uns das Glossar die einzelnen Begriffe und zu Beginn stimmt uns das Lied von Simon und Garfunkel mit Bridge over Troubled Water auf das Geschehen ein. Das Cover zeigt uns den unvollendeten Dom und im Vordergrund Esther.
- Elisabeth Büchle
Mehr als nur ein Traum
(56)Aktuelle Rezension von: BettinaLausenFelicitas hat mit jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt sie in den 1960er Jahren nach Mississippi. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an. In der Stadt findet sie schnell Freunde, obwohl sie auch als die „Fremde“ beäugt wird. Sie gerät mitten in die brodelnden Rassenunruhen der Zeit. Und dann ist dort dieser Deputy Landon - von dem sie nicht weiß, ob er Freund oder Feind ist.
Meine Meinung: Ich habe etwas gebraucht, um mit der tollpatschigen und naiven Hauptfigur anzufreunden. Aber bald hatte sie mein Herz erobert. Das Buch ist aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, was die Spannung hochhält. Alle aus dem Dorf scheinen Geheimnisse zu haben. Irgendwann bringt der Roman eine Wendung mit einem Thema auf den Plan, mit dem ich nicht gerechnet habe. Zudem gibt es einen fulminanten Shwodown mit einem schönen Schluss. Eine absolute Leseempfehlung.
- Sabine Weigand
Die silberne Burg
(43)Aktuelle Rezension von: Thommy28Einen ersten Blick auf das Geschehen ermöglicht die Kurzinfo hier auf der Buchseite. Meine persönliche Meinung:
Das Buch verbindet - wie von der Autorin gewohnt - historische Fakten, Geschehnisse und Figuren auf hervorragender Weise mit fiktiven Handlungen, Ereignissen und Figuren.
Die Figuren, ob nun historisch belegt oder erdacht - sind sehr gut gezeichnet und man kann sich als Leser hervorragend in sie hinein versetzen. Die Handlung - unterteilt in 5 Bücher und viele Kapitel - ist sehr gut aufgebaut und gut aufgelockert durch Einschübe historischer Dokumente. Lieder, Verse, Briefe und Rezepte. Da hat es die Autorin allerdings meiner Meinung nach diesmal etwas zu gut gemeint. Die Fülle dieser Einschübe verführt dazu diese zu überblättern, um schnell zu sehen wie die Handlung weiter geht. Das ist eigentlich sehr schade, denn die Dokumente sind doch eindrucksvoll zu lesen.
Der Schreibstiel ist sehr gut und es gelingt der Autorin damit, den Leser in die Handlung hinein zu ziehen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es verfehlt die volle Punktzahl nur ganz knapp.
- Markus Orths
Max
(6)Aktuelle Rezension von: Daphne1962Markus Orths - Max - gelesen von Torben Kessler
Markus Orths hat in seinem Roman den bedeutenden Künstler, Maler, Bildhauer und Grafiker Max Ernst (1891-1976) wieder aufleben lassen. Bisher habe ich mich nicht all zuviel mit seiner Kunst befasst. Aber, wenn man diese sehr interessante Biografie hört, dann bekommt man Lustsich mehr mit dem Künstler auseinander zu setzen. Er gehörte zu den Künstlern, die den Dadaismus erfunden und geprägt haben. Er schlosssich in Frankreich den Surrealisten an, einer politisch geprägten Gruppe.
Aufgewachsen war der Künstler in einer sehr gläubigen Familie von der er sich früh befreite um seine "Freiheit" zu genießen und zu leben.Allerdings wurde er früh in den 1. Weltkrieg einberufen, da war er mal gerade 15 Jahre alt.
Wie viele Künstler war auch Max Ernst den Frauen sehr zugetan. Bürgerliche Konventionen scherten ihn nicht. Er lebte sogar eine Art Dreierbeziehung mit Eluards in Paris. Seine 1. Ehe mit der Jüdin Luise Straus, aus der der Sohn Jimmy Ernst hervor ging, scheiterte an seinem Freiheitsdrang. In der 2. Ehe heiratete er eine wesentlich jüngere Frau Namens Marie-Berthe Aurenche. Danach folgte Meret Oppenheim, eine junge Künstlerin.
Peggy Guggenheim, die sich den Künstler krallte, nachdem beide gemeinsam in die USA geflüchtet sind, wurde auch nicht glücklich mit ihm bzw. er auch nicht mit ihr. Erst in seiner letzten Ehe mit der Malerin Dorothea Tanning schien er angekommen und geläutert zu sein. Diese Ehe hilt bis zu seinem Tod im Jahr 1976.
Ich fühlte mich gut unterhalten und habe einiges interessantes erfahren über den Künstler. Er war sehr vielseitig und ist im Leben weit gereist. Wer sich für Künstlerbiografien interessiert und auch gerne mal in Ausstellungen geht, dem kann ich dieses Buch bzw. Hörbuch sehrempfehlen.
- Dorit Rabinyan
Wir sehen uns am Meer (DAISY Edition)
(8)Aktuelle Rezension von: EmmaZeckaGestaltung
Im Argon Verlag legt man bei der Hörbuchgestaltung sehr viel Wert auf Barrierefreiheit. Woran das liegt?
Zum einen werden Produktionen im Daisy Format produziert. Keine Sorge, ihr könnt das Hörbuch auch auf normalen MP3 Playern hören, allerdings können dann die speziellen Funktionen nicht genutzt werden. Dank dem Daisy Format kann man nämlich nicht nur von Kapitel zu Kapitel springen, sondern auch von Satz zu Satz oder - wenn man das Hörbuch mit einem Gerät hört, dass das Daisy Format unterstützt - können auch Notizen zum Hörbuch hinzugefügt werden.
Zum anderen befinden sich die Daisy Hörbücher in Hüllen, die mit Blindenschrift beschriftet sind. Das finde ich unheimlich praktisch, weil man, wenn man blind ist, problemlos das passende Hörbuch aus dem Bücherregal holen kann.
Allerdings gibt es da nur einen Nachteil: Die Daisy Hörbücher befinden sich nicht in normalen CD Hüllen, sondern haben das Format einer DVD Hülle. Das fand ich persönlich etwas schade, weil ich das Hörbuch so nicht in meinem CD Regal unterbringen konnte, weil es einfach zu groß war. Dabei lassen sich Punktschriftbeschriftungen auch auf kleineren Hüllen anbringen.
Kommen wir aber nun zur Sprecherin: Wir sehen uns am Meer wird von Luise Helm gelesen. Kaum hatte ich mit dem Hörbuch begonnen, stellte ich irritiert fest, dass ich die Sprecherin kaum wiedererkannt hätte. Erst im März hatte ich Ein ganzes halbes Jahr gehört und dachte eigentlich, sie hätte den Großteil der Geschichte gesprochen. Dort kam mir ihre Stimmfarbe etwas heller vor. In Wir sehen uns am Meer, klingt ihre Stimmfarbe dunkler. Und ich hätte nicht gedacht, dass sich eine Stimmfarbe ja nach Produktion so unterscheiden kann.
Luise Helm stellt unsere Hauptcharaktere wunderbar dar und greift zudem die schwierige Situation auf, in der sich die beiden befinden. Einerseits erleben wir in Wir sehen uns am Meer eine junge Liebe, die aber auch von einer Schwere geprägt ist. Eine Last, die unsere Protagonisten nicht abschütteln können. Und das konnte Luise Helm glaubhaft darstellen.
Inhalt / Spannung
Liat und Chilmi lernen sich durch einen Zufall in New York kennen und verlieben sich beinahe auf den ersten Blick ineinander. Doch da gibt es ein großes Problem: Liat ist Israelin und Chilmi Palästinenser. Obwohl beide in Israel aufgewachsen sind, sind sie unterschiedlich sozialisiert worden und wissen genau, dass ihre Liebe in der Heimat nicht bestehen könnte. Was ihnen bleibt, sind drei gemeinsame Monate, die sie so gut wie eben möglich nutzen möchten.
Hier begegnet uns eine Art moderne Version von Romeo und Julia. Allerdings wird Wir sehen uns am Meer nicht etwa von einem Familienkonflikt bestimmt. Liat und Chilmi wurden so sozialisiert, dass sie das Volk des jeweils anderen als Feind ansehen müssten. Und genau das sorgt immer wieder für Konflikte in ihrer Beziehung.
Mir gefiel es sehr gut, dass neben der Liebesgeschichte auch noch ein gesellschaftlicher Konflikt in die Handlung eingebaut wurde. Ein Konflikt, der in unserer westlichen Kultur vor ein paar Jahrhunderten ebenfalls noch sehr präsent war. Katholiken und Protestanten in einer Beziehung wurde auch bei uns lange Zeit nicht gerne gesehen.
Der Inhalt stimmte mich stellenweise sehr nachdenklich, weil hier sehr eindrücklich geschildert wird, was passiert, wenn Menschen unterschiedlich sozialisiert werden und es Konflikte gibt, die über Generationen weitergegeben werden. Dabei suchen beide Gruppen nach Frieden und dennoch ist es so schwer, eine gemeinsame Lösung für die Konflikte zu finden.
Doch zwischen Liat und Chilmi steht nicht nur der gesellschaftliche Konflikt. Die beiden Protagonisten sind auch sehr gegensätzlich.
Liat sucht nach Ordnung und Struktur. Ihr ist es wichtig, was Freunde und Familie über sie denken und so macht es sie unglaublich nervös, als sie ihre Beziehung zu Chilmi verheimlichen muss. Eine Beziehung, die sie nicht kontrollieren kann.
Chilmi ist verträumt und sehr gefühlvoll. Während Liat ihr Leben organisiert, lässt sich Chilmi überraschen, was das Leben so für ihn bereit hält.
Schreibstil
Dorit Rabinyan erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Liat. Wir lernen also nicht nur Liats Gedanken kennen, sondern erfahren auch, wie sie Chilmi wahrnimmt. Und das sagt wiederum unbewusst viel über seinen Charakter aus.
Immer wieder baut die Autorin Bedeutungen für hebräische oder arabische Wörter ein. Das fand ich persönlich sehr spannend, weil mir so fremde Kulturen und Sprachen ein bisschen näher gebracht wurden, ohne, dass es aufdringlich wirkte.
Gesamteindruck
Hinter Wir sehen uns am Meer verbirgt sich eine sehr tiefgründige Liebesgeschichte, die von der Frage geprägt ist, ob diese Liebe die gesellschaftlichen Konflikte überstehen kann und es doch noch ein Happy End für Liat und Chilmi gibt. Wer sich also für Liebesgeschichten interessiert, in denen nicht nur die Paarbeziehung im Vordergrund steht, sondern auch noch andere Konflikte thematisiert werden, sollte sich die Geschichte mal genauer anschauen. - Selma Meerbaum-Eisinger
Ich bin in Sehnsucht eingehüllt
(3)Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-NutzerCzernowitz – da fallen mir sofort Paul Celan und Rose Ausländer ein. Inzwischen aber auch Selma Meerbaum-Eisinger, die von den Nationalsozialisten deportiert, bereits mit 18 Jahren 1942 im Lager Michailowka starb.
Ihre 57 Gedichte (und ein Brief) sind auf abenteuerliche Weise erhalten geblieben. Glücklicherweise! In dem Blütenalbum, das Selma geführt hat, schrieb sie, gerade frisch verliebt, Verse, in denen es um Liebe und Sehnsucht, um Ängste und Hoffnung geht. Beeindruckend, mit welch klaren Worten Selma in ihrem jungen Alter ihre Gefühle mitteilte und die aktuelle Situation reflektierte. Melancholisch-traurige und zart-schöne Texte.
Eine starke junge Frau. ❤
Ein abgebrochenes Leben. 🖤























