Bücher mit dem Tag "jüdisch"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "jüdisch" gekennzeichnet haben.

172 Bücher

  1. Cover des Buches Kein Ort ohne dich (ISBN: 9783453418400)
    Nicholas Sparks

    Kein Ort ohne dich

     (676)
    Aktuelle Rezension von: chipie2909

    Wer kennt ihn nicht? Nicholas Sparks ist weltweit DER Autor in Sachen gefühlvolle Romane. Mit „Wie ein einziger Tag“ ist ihm in den 90er Jahren der Durchbruch gelungen und seitdem hat er einige Romane geschrieben, die richtig ans Herz gehen. Doch um was geht es in „Kein Ort ohne dich“, meiner zuletzt gelesenen Story aus der Feder dieses begnadeten Autors?

    Der Leser begegnet dem 91-jährigem Ira, der nach einem Unfall an der Schwelle des Todes steht. Dort besucht ihn immer wieder seine Frau Ruth, die längst verstorben ist und nur die Erinnerungen an sie erhalten ihn am Leben. Während er nun in diesem Autowrack um sein Überleben kämpft, begegnen wir Luke und Sophia, zwei junge Menschen, die sich Hals über Kopf ineinander verlieben. Jedoch sind die beiden so verschieden, dass es scheint, als könnten sie nie zusammen sein. Schaffen sie es dennoch, ihre Liebe zu retten?

    Mein Eindruck vom Buch:

    Ich habe schon einige Bücher von Nicholas Sparks verschlungen und ich befürchte, deshalb war die Messlatte für „Kein Ort ohne dich“ extrem weit oben angelegt. Anders kann es nicht sein, denn um ehrlich zu sein, hat mich dieses Werk ziemlich enttäuscht. Normalerweise schafft es der der amerikanische Schriftsteller immer, mich zu packen. Meist so sehr, dass mir Tränen in die Augen steigen. Leider haben mich weder Ira, noch Luke oder Sophia wirklich berührt. Natürlich gab es Momente, in denen ich mitgefühlt habe, vor allem wenn Lukes Vergangenheit und auch Gegenwart beleuchtet wurde. Dennoch gingen die Emotionen nicht so tief, wie ich es von anderen Romanen von ihm kenne. Für mich blieben die Protagonisten eher oberflächlich und ich konnte mich mit keiner Figur identifizieren. Ich gehe sogar noch weiter, denn im Grunde war mir auch kein Charakter besonders sympathisch. Der Schreibstil ist jedoch so flüssig wie von ihm gewohnt, so dass man dieses Buch schnell gelesen hat.

    Fazit:

    Eine nette Geschichte für zwischendurch. Leider haben mich weder der Erzählstrang über Ira, noch die Abschnitte mit Luke und Sophia gefesselt. Was Emotionen angeht, kann Nicholas Sparks mich leider nicht mehr ganz überzeugen. Deshalb werde ich in absehbarer Zeit keinen Roman mehr von ihm lesen. Schade, denn ich habe die früheren Werke von ihm geliebt!

     

  2. Cover des Buches 4 3 2 1 (ISBN: 9783498000974)
    Paul Auster

    4 3 2 1

     (105)
    Aktuelle Rezension von: Dirk-Jaeger


    Ich war (wieder einmal) an dem Punkt zu glauben, ein großartiges Buch gefunden zu haben.
    Auster beginnt großartig. Ein guter Erzählstil, den er beibehält. Leider! Leider erzählt er von der Gedankenwelt eines Kindes mit der selben Abgeklärtheit und Analytik, mit der er auch die allgemeinen Lebensumstände einer Familie beschreibt.
    Die Darstellung einer kindlichen Gedankenwelt gelingt ihm schlichtweg nicht. Bleibt unglaubwürdig. Kein Kind denkt so präzise und analytisch.
    Im ersten Kapitel stieß ich auf eine Aufzählung von Gründen für eine Heirat, verdrehte zunächst die Augen, las weiter und war gefesselt, begeistert. Aufzählungen werden in diesem Buch fortan ein probates Stilmittel um... ich habe keine Ahnung. Es bleibt bei dieser einen grandiosen Aufzählung. Alle folgenden sind nichts weiter als das. Filmtitel, Lieder, Schauspieler, Sänger, Komponisten werden derart aneinandergereiht, dass man in der schieren Menge zu ertrinken droht.
    Vielleicht ist es dieses amerikanische Streben nach MEHR, dem sich auch Paul Auster nicht entziehen kann.

    Auch ist es Auster nicht gelungen, in mir wenigstens ein wenig Mitgefühl für einen verstorbenen und dessen Familie zu empfinden, da er auch hier einfach nur präzise und analytisch seinen Text herunterschreibt.

    Ebenso dachte ich einen Roman zu lesen und keine Abhandlung über die amerikanische Politik dieser Zeit. Auch hier bin ich wieder an diesem Punkt, an den ich in letzter Zeit immer häufiger gelange. Müssen Verlagsautoren zwingend dicke Bücher schreiben um einen gewissen Endpreis zu generieren? Diese Frage habe ich mir nicht zuletzt bei Fitzeks Geschenk gestellt.

    Leider habe ich auf Seite 410 abbrechen müssen, da mich auch der letzte Funke Leselust verlassen hatte. Schade, schade, schade!

    Zwei Sterne gibt es für diese überaus originelle, ja grandiose Buchidee, deren Umsetzung viel zu massig und mit viel zu wenig Gefühl betrieben wurde.


  3. Cover des Buches Nur ein kleiner Sommerflirt (ISBN: 9783570308615)
    Simone Elkeles

    Nur ein kleiner Sommerflirt

     (489)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Früher hat Amy Nelson davon geträumt, mehr Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Doch Ron Barak, der College-One-Night-Stand ihrer Mutter, ließ sich schließlich nur noch an ihrem Geburtstag bei ihr blicken. Deshalb ist sie auch sehr reserviert, als er sich plötzlich bei ihr meldet und sie den Sommer über mit nach Israel nehmen möchte, da ihre Großmutter schwer krank ist. Amy ist nicht nur sauer, weil sie eigentlich ins Tennis-Camp wollte und jetzt ihren Freund in Chicago zurücklassen muss, sie hatte auch keine Ahnung, überhaupt Verwandte in der Heimat ihres Erzeugers zu haben. Außerdem hält sie das Land für ein Kriegsgebiet. Ein Kulturschock jagt den nächsten, die Sechzehnjährige findet sich nicht nur in einem Moschaw, einer genossenschaftlichen Siedlung, in einer Familie wieder, überhaupt sind ihr die ganze israelische Mentalität und der jüdische Glaube fremd. Und dann ist da auch noch der achtzehnjährige Avi, der sie ständig auf die Palme bringt.

    Der beste Weg zur Völkerverständigung ist es, fremde Länder kennenzulernen – oder in diesem Fall einfach Simone Elkeles‘ ersten Band ihrer Sommerflirt-Trilogie zu lesen. Durch die Augen der Ich-Erzählerin erfährt man mehr über das normale Leben in Israel – samt Palästinenserkonflikt und Bombendrohungen – als in jeder Nachrichtenmeldung. Die Autorin doziert nicht, sondern schafft es, mit ihrer scharfen Beobachtungsgabe Details aufzunehmen, die sie dann unterhaltsam und oft humorvoll in ihre Bücher einfließen lässt. Das gilt auch für ihre Darstellung von jugendlichen Protagonisten, für die sie ein ganz besonderes Gespür hat. Amys Sprache und ihre Sicht auf die Welt wirken deshalb absolut lebensnah, ebenso wie das Gefühl der Schmetterlinge im Bauch, das sie bald bei ihren Gedanken an Avi überkommt. „Nur ein kleiner Sommerflirt“ ist viel mehr als der Titel verspricht, nämlich ein unsagbar schönes Jugendbuch über das Leben, die Liebe, Freundschaft und Familie. (TD)

  4. Cover des Buches Die Welle (ISBN: 9783473544042)
    Morton Rhue

    Die Welle

     (2.271)
    Aktuelle Rezension von: worldofbooksps
    Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und kenne auch den Film, finde das Buch aber definitiv besser. Die Botschaft hinter diesem Buch finde ich gut, denn manchmal bekommen wir nicht mal mit das wir manipuliert werden, erst wenn es meist zu spät ist. Der Schreibstil ist sehr schön, man fliegt nur so über die Seiten, das man sich wünschte, das Buch hätte noch ein paar Seiten. Ein Buch, das meiner Meinung nach in jedem Regal stehen sollte.
  5. Cover des Buches Goldstein (ISBN: 9783462043235)
    Volker Kutscher

    Goldstein

     (185)
    Aktuelle Rezension von: Jossele

    Dies ist der dritte Band um den Berliner Kommissar Gereon Rath, erschienen erstmals 2010, verfilmt unter dem Titel Babylon Berlin in 2020, was die die Serie berühmt machte. Die wesentliche Handlung beschränkt sich auf einen Zeitraum vom 27.06.1931 und dem 18.07.1931. Ein Tag im September wird dann am Ende noch angefügt. Zwischen den Ereignissen des zweiten und dieses dritten Bandes liegen also eineinhalb Jahre.

    Auch dieser Band ist in sich abgeschlossen, es wird aber immer wieder Bezug genommen auf Ereignisse aus den beiden Vorgängerbänden und die handelnden Personen entwickeln sich weiter. Es ist daher sinnvoll, die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Wie bereits in den Vorgängerbänden sind die historischen Details genau wiedergegeben, diesmal aber nicht so zahlreich. Es werden im Grunde nur die Unruhen und Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und den Kommunisten sowie die gegenseitige Bekämpfung der Ringvereine erwähnt.

    Die erzählte Geschichte ist kompliziert mit sehr vielen handelnden Personen und auch die Zahl der Morde ist hoch. Doch es gelingt Kutscher alle gesponnenen Fäden am Ende auch logisch aufzuklären und zu einem Ende zu führen. Das Aufkommen der Nationalsozialisten ist in diesem Band deutlich zu spüren, die sogenannten Kurfürstendamm-Krawalle am 12.09.1931 sind historisch belegt und deuten bereits an, wie es weitergehen wird. Wie es Kutscher immer wieder schafft, historisch belegte Ereignisse elegant in seine Geschichten einzubinden ohne dass das bemüht wirkt, ist große Schriftstellerkunst.

    Mit gefällt auch gut, dass der Autor die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass man als Leser unterschiedliche Blicke auf die Handlung und die Gefühlswelt werfen kann, was insbesondere bei den Streitereien zwischen Charlotte und Gereon ganz erhellend ist.

     So manchen Schlenker im Fortgang der Geschichte hätte sich Kutscher allerdings sparen können, diese wirken deplatziert und wie Füllmaterial. Ich denke dabei z:B. an die Episode, als eine Hauswirtin ihren unschuldigen Mieter Fleming verdächtigt oder auch die Geschichte um den ermordeten Heinrich Beckmann.

    Insgesamt aber gut gelungen. Vier Sterne von mir.

  6. Cover des Buches Die Tochter des Malers (ISBN: 9783746631820)
    Gloria Goldreich

    Die Tochter des Malers

     (62)
    Aktuelle Rezension von: Diiana

    Der Roman aus der Bücherserie "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" handelt von dem Leben der Familie Chagall. Der berühmte Maler Marc Chagall, seine Frau Bella und seine Tochter Ida leben, nach der Flucht aus Russland, in einem sehr ansehnlichen Haus in Paris. Sehr behütet wächst Ida in diesem Haus auf. Als sie den Studenten Michel kennenlernt, verschlechtert sich die einst innige Beziehung zu ihrem Vater. Dann wird Frankreich von den Deutschen besetzt und der Familie droht Gefahr. Sie fliehen in die Vereinigten Staaten und bauen sich dort ein neues Leben auf, das jedoch viel Veränderung und viele Probleme mit sich zieht. 

    Ich habe schon ein paar Bücher aus dieser Reihe gelesen und war ziemlich begeistert. Deshalb war ich sehr interessiert an diesem Buch, vorallem weil ich mit Marc Chagall zunächst nicht viel anfangen konnte. Das Buch hat ganz gut angefangen, als in der Familie noch alles ziemlich friedlich war. Doch mit der Zeit wurde es teilweise sehr langweilig und langatmig. Sätze waren zu detailliert, denn viele Informationen waren unwichtig. Vieles hat sich wiederholt, weshalb wenig spannendes hinzukam. Die Person Marc Chagall war teilweise sehr nervig, aber auch Ida und andere Figuren waren oft unsympathisch. 

    Deshalb hat mich dieser Roman leider nicht überzeugt.

  7. Cover des Buches Zwischen uns die halbe Welt (ISBN: 9783570308646)
    Simone Elkeles

    Zwischen uns die halbe Welt

     (355)
    Aktuelle Rezension von: Walking_in_the_Clouds

    Nach einem unglaublichen Sommer in Israel hat Amy Nelson-Barak daheim in Chicago der Alltag wieder. Doch der hat sich durch die Begegnung mit ihren jüdischen Verwandten ganz schön verändert. Die Siebzehnjährige führt eine Fernbeziehung mit Avi, der zurzeit seinen Militärdienst ableistet, und möchte konvertieren. Zudem wohnt sie jetzt bei ihrem Vater, den sie vorher kaum gekannt hat. Von der Vorstellung, dass ihre Eltern, die lediglich auf dem College eine kurze Affäre miteinander hatten, wieder zusammenkommen könnten, muss sich Amy verabschieden, denn ihre Mutter hat gerade geheiratet und ist schwanger. Damit ihr Dad nicht mehr allein ist, gibt sie heimlich eine Kontaktanzeige für ihn auf, was der alles andere als lustig findet. Auch Amy ist genervt, allerdings von Nathan Greyson, der neu an ihrer Schule ist und bei seinem Onkel und seiner Tante, ausgerechnet ihren Nachbarn, eingezogen ist. Der mysteriöse Junge nennt sie ständig Barbie. Als er sie urplötzlich küsst, taucht kurz darauf überraschend Avi auf.

    Der erste Band der Sommerflirt-Trilogie war etwas ganz Besonderes. Doch wie das so ist mit Ferien, die gehen irgendwann zu Ende und mit ihnen dieses magische Gefühl. Genau so ist das mit „Zwischen uns die halbe Welt“. Der Zauber verfliegt langsam, und in Sachen Romantik verlagern sich die Hoffnungen schnell auf die Fortsetzung. Begann Amy in Israel, sich Gedanken über ernste Themen zu machen, kommt sie nun viel oberflächlicher rüber. Jetzt beschäftigt sie sich vermehrt mit Teeniekram, den sie eigentlich hinter sich gelassen zu haben schien. Da passt Nathans Spitzname für sie mitunter ganz gut. Trotzdem quasselt sich die Ich-Erzählerin einem wieder ins Herz mit ihrer unverfälschten und direkten Art. So fehlt zwar diesmal ein bisschen der Tiefgang, aber den Humor und das freche Mundwerk hat die Protagonistin behalten. (TD)

  8. Cover des Buches Der Junge im gestreiften Pyjama (ISBN: 9783596856916)
    John Boyne

    Der Junge im gestreiften Pyjama

     (2.233)
    Aktuelle Rezension von: Gotje

    Inhalt: Als Bruno aus der Schule nach Hause kommt, erfährt er, dass die ganze Familie umziehen muss, weil sein Vater zum Kommandanten befördert wurde. Was das bedeutet, das versteht Bruno nicht, er weiß nur, dass sein Vater sehr wichtig ist. Dass sein Vater jetzt Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz ist und was er als solcher tut, davon hat Bruno, der gerade einmal neun Jahre alt ist, keine Ahnung. Und so zieht seine ganze Familie aus Berlin nach Auschwitz und Bruno muss sich an das neue Leben gewöhnen. Hier gibt es keine anderen Kinder mit denen er spielen kann, jeden Tag laufen fremde Soldaten durch das Haus und von seinem Fenster aus kann er den Zaun sehen, hinter dem hunderte Menschen in den immergleichen gestreiften "Pyjamas" sind. Und Bruno beschließt, auf Erkundungstour zu gehen und trifft weit weg vom Haus auf Schmuel, der genau so alt ist wie Bruno und auf der anderen Seite des Zauns lebt. Und so fangen die beiden Jungen, die so unterschiedliche Leben haben, die sich aber doch einander ähneln, an, sich zu unterhalten.


    Meine Meinung: Das Buch zeigt die Zeit des Nationalsozialismus durch eine völlig andere Perspektive, die Perspektive eines kleinen, naiven Jungen der noch dazu Sohn des Kommandanten ist. Es wird sehr deutlich gemacht, dass Bruno keine Vorstellung davon hat, was im Konzentrationslager passiert und wie Schmuels Leben aussieht. 

    "Du solltest einmal unser Haus sehen", sagte Bruno. "Erstens hat es keine fünf Stockwerke, sondern nur drei. Wie soll man auf so engem Raum leben?" S. 188
    Im Gegenteil, ihm gefielen Streifen, und er hatte es zunehmend satt, dass er Hosen, Hemden, Krawatten und Schuhe tragen musste, die ihm zu klein waren, während Schmuel und seine Freunde den ganzen Tag lang gestreifte Pyjamas tragen durften. S.189

    Manchmal erscheint mir seine Naivität aber auch ein wenig zu stark. Als gebildeter, deutscher Junge, noch dazu als Sohn des Kommandanten scheint es mir sehr unglaubwürdig, dass er noch nie etwas von Juden gehört hat, da diese Ideologie schon früh in der Schule gelehrt wurde und er sie eigentlich auch durch seine Erziehung verinnerlicht haben sollte. Dieser Punkt hat mich beim Lesen oft gestört.

    Auch das Ende fand ich nicht so gut. Es war zwar sehr berührend und erschütternd, aber dennoch fand ich, dass damit der ganze Sinn der Geschichte irgendwie zunichtegemacht wurde oder zumindest ins Leere verlief. Abgesehen davon hat mir das Buch aber gut gefallen. Zwar hätte ich mir mehr Einblicke aus Schmuels Leben gewünscht, aber wie auch John Boyle im Nachwort schrieb: 

    Denn schließlich können nur die Opfer und Überlebenden die Gräuel jener Zeit an jenem Ort wirklich begreifen; wir anderen leben auf der anderen Zaunseite[...]
  9. Cover des Buches Unorthodox (ISBN: 9783442770205)
    Deborah Feldman

    Unorthodox

     (234)
    Aktuelle Rezension von: NoraAmelie

    Ein sehr berührendes Buch. Eindringlich und gleichsam anschaulich geschrieben, so dass man sofort mitten drin ist in dieser Geschichte.

    Wenn man allein bedenkt, welches Ziel die ultraorthodoxen Juden in der Gemeinde Williamsburg verfolgen, kann man schnell nachvollziehen, dass eine Frau wie Deborah, die schon als Kind Gesetze und Regeln infrage stellt, denen sie unterworfen ist, dem Dasein an diesem Ort entkommen will. Welche Kraft sie dafür aufbringen muss, ist für jemanden wie mich unvorstellbar. 

    Von solchen Büchern wünschte ich mir mehr. Damit das Verständnis für andere Kulturen wachsen kann. Aber auch, um das absurd erscheinende mancher Lebensweisen stärker zu beleuchten. 

    Was mich momentan besonders an diesem Buch beeindruckt, sind Parallelen zum Leben der afghanischen Frauen, das in einer männerdominierten Welt keinen Wert zu haben scheint und ständig in Gefahr ist ...
     

  10. Cover des Buches Alles ist erleuchtet (ISBN: 9783596510498)
    Jonathan Safran Foer

    Alles ist erleuchtet

     (515)
    Aktuelle Rezension von: Jana_Kleine_Bardenhorst

    Jonathan Safran Foer möchte die Vergangenheit seiner Familie beleuchten. Seine Großeltern sind nach dem Krieg in die USA gekommen, aber ursprünglich aus der Ukraine/Polen.

    Um Licht in die Sache zu bringen und sich bei der Retterin seines Großvaters zu bedanken fliegt er dorthin. Da er der Sprache nicht mächtig ist hat er einen Fremdenführer, dessen eigene Geschichte ebenso mit diesem Ort verbunden ist. Aber davon weiß zunächst niemand.


    Die Geschichte wird als Briefwechsel zwischen dem Autor und seinem Fremdenführer erzählt. Hierbei ändert sich auch immer wieder die Sprache und der Schreibstil.


    Ich habe viele Seiten gebraucht um in die Geschichte rein zu kommen. Doch dann hat sie mich so sehr in ihren Bann gezogen, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte.

  11. Cover des Buches Germania (ISBN: 9783426513705)
    Harald Gilbers

    Germania

     (71)
    Aktuelle Rezension von: AndyKoe1

    SPannend bis zum Ende. Sehr gut recherchiert und ich werde sicher noch weitere Bücher von ihm lesen

  12. Cover des Buches Die Mittagsfrau (ISBN: 9783596175529)
    Julia Franck

    Die Mittagsfrau

     (390)
    Aktuelle Rezension von: Bibi1999

    Helene wächst zu Zeiten des ersten Weltkrieges auf. Während des zweiten Weltkrieges bekommt sie einen Sohn und bringt ihn und sich durch die Kriegsjahre. Nach dem Krieg als alles möglich schien, lässt sie ihn alleine am Bahnsteig zurück. 

    Das Buch umfasst 430 Seiten. Das Buch beginnt mit dem Prolog, welcher einige Jahre später spielt, wie das erste Kapitel beginnt. 

    Der Start in die Geschichte fällt leicht. Verwirrend ist jedoch, dass die wörtliche Rede nicht als solche gekennzeichnet ist. Dadurch kam ich relativ langsam im Buch voran, da es schwierig war zu erkennen, wann etwas gedacht wurde und wann nicht. Helene war mir sehr sympathisch und ich konnte viele ihrer Handlungen nachvollziehen

    Leider passierte der Inhalt des Klappentextes erst ziemlich zum Schluss der Geschichte, was ich sehr schade fand. Zu diesem Zeitpunkt war mir Helene auch nicht mehr wirklich sympathisch. Die Emotionen waren etwas kurzgehalten. Zwischendurch war es leider etwas ziehend.

    Abschließend betrachtet war es ein nettes Buch für zwischendurch, welches meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

  13. Cover des Buches Nathan der Weise (ISBN: 9783960550907)
    Gotthold Ephraim Lessing

    Nathan der Weise

     (1.106)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Gotthold Ephraim Lessing, einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung und des Humanismus hat mit diesem Drama ein Lehrgedicht verfasst, welches bis in die heutige Zeit an Aktualität nicht verloren hat.


    Die Figuren verkörpern Intoleranz, Fanatismus, politische Herrschaftsansprüche und werden durch Nathan den Weisen auf den Weg des Menschseins geführt. Dies gelingt ihm nicht durch moralisierendes Lehren sondern durch vorbildliche Taten. Durch subjektives Handeln und nicht durch schriftliche Bekenntnisse oder den Verweis auf die Bibel soll der Mensch seine Pflicht erfüllen, sich vor Gott und den Menschen beliebt zu machen. Die echte Religion findet sich im Herzen der Menschen und nicht in den Texten. Dies zu verdeutlichen, hilft das Kernstück des Textes: die Ringparabel. Die friedlich-tolerante Koexistenz der drei grossen Religionen und die Frage nach der Wahrheit stehen dabei im Zentrum.


    Das Theaterstück ist im Blankvers geschrieben, der nach anfänglicher Gewöhnungszeit sehr schön zu lesen ist. Es empfiehlt sich, auch das Bühnenstück zu sehen, um den Klang der Sprache noch mehr zu verinnerlichen.

  14. Cover des Buches Breaking News (ISBN: 9783596030644)
    Frank Schätzing

    Breaking News

     (179)
    Aktuelle Rezension von: Meinbuecherregal

    Breaking News von Frank Schätzing aus dem Fischer Verlag

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    📰 Inhalt

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    Zwei Handlungsstränge, die sich treffen. Einmal startet die Geschichte im Jahr 2008 in Afghanistan und einmal 1929 in Palästina. Es handelt von einer Familiengeschichte, einer Staatsgründung, einem Kriegsreporter und vielen anderen Dingen.

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    📰 was mir gefällt 

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    Ich mag es Geschichte in einem Roman zu erlesen. Es sind keine stumpfen Zahlen aus dem Geschichtsbuch. Es sind Erlebnisse, die geschildert werden.

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    Ich mochte den Wechsel zwischen Jetzt und Damals.

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    Ich fand es gut reale Erlebnisse mit den erfundenen Protagonisten zu mischen.

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    📰 was mir nicht so gut gefallen hat

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    Mir persönlich war es teilweise zu viel. Auf über 900 eng beschrieben Seiten wurden viele Jahre Weltgeschichte und auch Politik beschrieben. Da konnte ich nicht alle Passagen mal so eben und nebenbei lesen.

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    📰 Fazit

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    Viele Informationen aber ein interessanter Einblick in die Gründung Israels und die verfahrene Situation. Meiner Meinung nach aber nicht nur einfach zu lesen. Vielleicht beschreibt Politdrama dieses Buch noch am Besten. Für Geschichts- und Politik Interessierte Romanleser... ein Lesetipp 

  15. Cover des Buches Gesamtausgabe (ISBN: 9783596905911)
    Anne Frank

    Gesamtausgabe

     (2.388)
    Aktuelle Rezension von: Papiertiger17

    Der historischen Zusammenhänge und der immensen Bedeutung dieses Zeitdokumentes bewusst, trafen mich die Lebensfreude und die teils sehr unterhaltsamen Anekdoten der jungen Autorin doch unvorbereitet. So überrascht, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Das Tagebuch der Anne Frank gewährt ein fesselndes Eintauchen in ihre Gedanken- und Gefühlswelt und lässt einem ganz beiläufig erfahren, wie es ist, von einem deutschen Unrechtsstaats das eigene Daseinsrecht abgesprochen zu bekommen. Es ist unfassbar, dass die Deutschen damals ihre ethnischen Säuberungen sogar im Radio angekündigt haben. Und alle haben gewusst, was mit jenen passiert, die weggeholt und abtransportiert wurden. Alle haben es gewusst!

  16. Cover des Buches Adams Erbe (ISBN: 9783257242218)
    Astrid Rosenfeld

    Adams Erbe

     (228)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Man mag daran zweifeln, ob es eine relativ junge Autorin vermag, das schwerwiegende Thema der Judenverfolgung angemessen zu erzählen und man staunt darüber, wie gut ihr das gelingt.

    Das Buch fängt äusserst amüsant und humorvoll an, wird dann etwas exaltiert und verschroben und endet zum Schluss sehr traurig und bitter. Drei Kapitel unterteilen den Roman in Gegenwart und Vergangenheit. Der junge Edward Cohen, der mit seiner Mutter und Grossmutter in einem Haushalt lebt, wird immer wieder auf die Ähnlichkeit mit seinem Onkel, welchen er selber nie gekannt hat, angesprochen. Erzählt wird das schrullige Zusammenleben der drei. Man fragt sich als Leser nach bald 100 Seiten, was es mit dieser Ähnlichkeit auf sich hat.

    Das zweite und längere Kapitel des Buches handelt dann von eben diesem Adam, dessen Suche nach seiner grossen Jugendliebe ihn ins Warschauer Ghetto führt und im drittel Teil eine geschickte Verknüpfung zum Anfang nimmt.

    Es handelt sich um einen sehr authentischen Bericht über ein Stück deutsch/polnische Vergangenheit, die sehr spannend erzählt wird und den Leser nachdenklich zurücklässt.

  17. Cover des Buches Sieben verdammt lange Tage (ISBN: 9783426637432)
    Jonathan Tropper

    Sieben verdammt lange Tage

     (198)
    Aktuelle Rezension von: Henri3tt3
    Ich bin ein wenig unentschieden. Einerseits ist die Geschichte stellenweise zum Brüllen komisch und dann schnell wieder sehr ernst oder sogar zum Weinen traurig. Das mag ich an Jonathan Tropper, von dem ich schon "Mein fast perfektes Leben" gelesen habe. Die Handlung macht immer wieder unvermutete Wendungen, jedoch ist zunächst alles nachvollziehbar und menschlich.
    Tropper geht ins Detail und bleibt gleichzeitig distanziert, selbst bei Bettszenen. Er beschreibt quasi jeden Handgriff und doch ist es weder eklig noch peinlich, das zu lesen.
    Andererseits hat der Ich-Erzähler leider wenig Konturen. Sein Hauptmerkmal ist, dass er ohne Aufwand nett leben will. Er will sich keine Mühe geben, keine Verantwortung übernehmen, keine Kontakte pflegen. Er weiß auch gar nicht, was er will (z.B. in seiner Ehe oder vom Leben allgemein) oder zumindest sagt er es nicht. Mir ging er ehrlich gesagt nach zwei Dritteln des Buches nur noch auf die Nerven. Er bezeichnet einerseits die Menschen um sich herum als "verwelktes Fleisch", beschreibt schonungslos dicke Bäuche, Falten, Fußpilz und Krampfadern. Andererseits geniert er sich, weil er selbst langsam wabbelig wird. Er ist nicht in der Lage, vielleicht ein freundliches Lächeln, ein herzliches Wesen oder eine sanfte Stimme als schön zu empfinden. Positiv werden nur junge, straffe, schlanke, schöne Menschen bewertet. Er ging mir am Ende gewaltig auf den Zeiger, vor allem, weil ihm mehrere Frauen nachstellen, die alle mit ihm ins Bett wollen. Wie unrealistisch ist das denn? Der Typ hat keinen Charakter und ist unattraktiv!
    Bei einigen Stellen zeigt sich, dass Tropper beim Thema Biologie nicht ganz so viel Ahnung hat. Da soll ein Schwangerschaftstest im Mülleimer ein Hinweis darauf sein, dass eine Frau gerade ihre fruchtbaren Tage hat. Hä?
    Da findet ein Mann heraus, dass er unfruchtbar ist, weil seine Freundin schwanger ist. Hä?
    Vielleicht sind das ja Übersetzungsschwächen, denn ich bin mal wieder von meiner Gewohnheit abgewichen und habe das Buch auf deutsch gelesen, weil meine Schwester es mir geliehen hat.
    In Bezug auf die Dynamiken innerhalb einer Familie und den Umgang mit einem Trauerfall finde ich das Buch schon lesenswert. Außerdem ist der Schreibstil von Jonathan Tropper wirklich angenehm.

  18. Cover des Buches Mein Leben (ISBN: 9783570551868)
    Marcel Reich-Ranicki

    Mein Leben

     (243)
    Aktuelle Rezension von: Stephan_Belka

    Der Meister der Literaturkritik!
    Dieses Buch nehme ich gerne an!!!

  19. Cover des Buches Das Herz ihrer Tochter (ISBN: 9783492263764)
    Jodi Picoult

    Das Herz ihrer Tochter

     (388)
    Aktuelle Rezension von: Tintenklex

    "Das Herz ihrer Tochter" hat Jodi Picoult zu einer meiner Lieblingsautorinnen gemacht! Sie schafft es - scheinbar mühelos - dass der Leser schon nach kurzer Zeit ins Nachdenken kommt und alles zu hinterfragen beginnt. Die Handlungen der Personen im Buch und dadurch gezwungenermaßen auch unsere eigenen Handlungen. Unsere Gesellschaft. Die Welt in der wir leben. Man könnte meinen, dieses Buch würde "die Guten" und "die Bösen" klar voneinander trennen - immerhin reden wir hier über einen Mörder. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es gibt kein schwarz und weiß - der Leser soll sich seine eigene Meinung bilden. Der Stoff geth wirklich unter die Haut und lässt einen nicht los, auch lange nachdem man das Buch beendet hat. Großartig erzählt!

  20. Cover des Buches Die Hochzeit der Chani Kaufman (ISBN: 9783257244304)
    Eve Harris

    Die Hochzeit der Chani Kaufman

     (99)
    Aktuelle Rezension von: vanessaliest

    Schön! Eve Harris is hier ein wirklich schöner, einfühlsamer und soweit ich das beurteilen kann, auch authentischer Roman gelungen, der verschiedene Personen aus der orthodoxen chassidischen Gemeinde in London begleitet.

    Dreh und Angelpunkt der Geschichte ist die Hochzeit von Chani und Baruch, zwei junge Menschen, die nicht viel vom Leben wissen, wenig über den jeweils anderen und trotzdem heiraten wollen. Mit ihnen lernen wir auch Chanis und Baruchs Eltern kennen und die Rebbetzin Rivka, die Chani Unterricht gibt um sie auf das Eheleben vorzubereiten. 

    Auf der einen Seite haben wir Chani und Baruch, gerade dem Teenageralter entwachsen wollen sie heiraten und müssen sich der ein oder anderen Widrigkeit entgegenstellen, ob das nun ein Tretboot ist, oder Baruchs Mutter, die absolut nicht einverstanden ist mit der Wahl ihres Sohnes. Besonders Chani fand ich absolut entzückend, auf der einen Seite – ja, orthodox, aber auch neugierig, lustig und dickköpfig. Besonders die Szenen in denen Sie Baruchs Mama die Meinung sagt sind ganz großartig.

    Auf der anderen Seite haben wir Rikva, die Rebbetzin der Gemeinde, die schon länger mit ihrem Leben als orthodoxer Jüdin hadert, zu welchem sie sich vor allem zu liebe ihres Mannes Chaim entschlossen hat. Wir erfahren einiges über die Anfänge der Beziehung im liberalerem Jerusalem und auch über die Schicksalsschläge die die Familie erdulden musste. Ihre und Chaims Geschichte fand ich vielleicht sogar noch ein bisschen interessanter als die von Chani und Baruch.

    Ein paar Mal kommt auch Avromi zu Wort, Rivkas und Chaims Sohn, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt und auch sehr unter dieser Situation leidet, er war wie ein Amischer auf Rumspringa, vollkommen überfordert, ich habe so mit ihm gelitten.

    Eve Harris hat einen angenehmen unaufgeregten Schreibstil und besonders die hebräischen und jiddischen Ausdrücke, die im Glossar erklärt werden fand ich spannend und interessant, so habe ich auch etwas für mich aus dem Buch mitnehmen können.
    Insgesamt eine leichte Lektüre, die man leicht einfach so weglesen kann und die aus verschiedenen Blickwinkeln auf die orthodoxe jüdische Gemeinschaft blickt. Hat mir sehr gut gefallen.

  21. Cover des Buches Die Königin der Orchard Street (ISBN: 9783458361428)
    Susan Jane Gilman

    Die Königin der Orchard Street

     (127)
    Aktuelle Rezension von: Herbstrose

    Kurz vor einem wichtigen Gerichtstermin blickt Mrs Lillian Dunkle, einst gefeierte Eiscreme-Königin Amerikas, auf die vergangenen achtzig Jahre ihres Lebens zurück. Sie war sechs und hieß damals noch Malka, als ihre Familie 1913 aus Russland in die USA emigrierte,  wo sie zunächst in ärmlichsten Verhältnissen in New Yorks Lower East End in der Orchard Street wohnten. Ihr Leben änderte sich, als sie bei einem Unfall mit dem Pferdewagen des  Eisverkäufers Dinello verletzt und für immer behindert wurde. Ihre Familie verstieß das Mädchen, sie war als Arbeitskraft für sie nutzlos geworden. Doch sie hatte Glück im Unglück, die Familie des Eismannes nahm sie bei sich auf, lehrte sie die Kunst der Eisherstellung, lies sie katholisch taufen und gab ihr von nun an den Namen Lillian Maria Dinello. Und wieder war ihr das Schicksal wohlgesonnen, als sie ihren späteren Ehemann Bert Dunkle kennenlernte. Mit viel Erfindungsreichtum, aber auch mit List und Heimtücke, bauen sich Lillian und Bert nach und nach ein Eiscreme-Imperium auf – Lillian Dunkle wird zur „Eiskönigin von Amerika“. Jetzt sind sie ganz oben auf der Erfolgsleiter, doch wieder schlägt das Schicksal zu … 

    Die US-amerikanischen Schriftstellerin Susan Jane Gilman, die 1964 in New York geboren wurde, besuchte dort die High School und die University, war Schülerin von Frank McCourt und erhielt 1993 in Michigan den Master in Fine Arts in Creative Writing. Sie veröffentlichte drei Sachbücher und schrieb für diverse Zeitungen und Magazine, bevor sie sich an „Die Königin der Orchard Street“ wagte. 2019 veröffentlichte sie ihren zweiten Roman „Donna Has Left the Building“, der bisher noch nicht in Deutsch erhältlich ist. Die Autorin lebt heute in ihrer Heimatstadt New York und in Genf/Schweiz. 

    Kaum zu glauben, dass dies der Debütroman der Autorin ist, so ausgefeilt und sprachlich anspruchsvoll ist ihr Schreibstil, dabei jedoch sehr unterhaltsam und informativ. Die gute bildhafte Wiedergabe vom Amerika des frühen 20. Jahrhunderts bis in die 80er Jahre sowie die angedeuteten politischen Probleme der neueren Zeit zeugen von ausgezeichneter Recherchearbeit. Mit Lillian schuf Gilman eine Protagonistin, die man lieben und hassen muss – eine taffe, sehr einfühlsame Frau, die jedoch im Geschäftsleben über Leichen gehen kann und immer dominanter wird, je mehr Reichtum sie ansammelt. Sie gibt ein gutes Beispiel, wie man durch harte Arbeit Geld verdienen kann und wie schwer es dann ist, mit dem Reichtum vernünftig umzugehen.

    Tragik und Komik liegen in der Geschichte nahe beieinander, die mit einigen gut verständlichen jiddischen und italienischen Begriffen gewürzt ist, welche die Protagonistin hin und wieder benutzt. Unsere Heldin ist keine Schönheit und dazu noch behindert, weiß sich aber in allen Lebenslagen zu behaupten. Im fortgeschrittenen Alter genehmigt sie sich gerne vor Verhandlungen oder Fernsehauftritten einen Schluck, oder zwei oder drei, was nicht immer folgenlos bleibt. Da Lillian ihre Lebensgeschichte rückwirkend selbst erzählt und bisweilen den Leser direkt anspricht, hat man oft das Gefühl, sie persönlich zu kennen, bei ihr zu sitzen und ihr zuzuhören. 

    Fazit: Ein Buch das gut unterhält und das vor Witz und Zynismus förmlich sprüht – in dem aber auch viel Lebensweisheit versteckt ist. Sehr lesenswert!

  22. Cover des Buches Das Spinoza-Problem (ISBN: 9783442748778)
    Irvin D. Yalom

    Das Spinoza-Problem

     (56)
    Aktuelle Rezension von: JulesBarrois

    Irvin Yalom wählt einen interessanten und vielversprechenden Ansatz für seinen „Roman“ – er bewegt sich auf zwei weit voneinander entfernten Spuren und kombiniert das Leben von Baruch de Spinoza, dem niederländischen Philosoph und Sohn jüdisch-portugiesischer Immigranten im 16. Jahrhundert mit dem Leben von Alfred Ernst Rosenberg, dem führenden NS-Ideologen im 20. Jahrhundert, über dessen jüdische Wurzel immer wieder gemunkelt wurde.

    Hier werden nicht nur grandios zwei Zeitebenen und Figuren miteinander verknüpft. Hier spiegeln sich auch die wahren Ab- und Hintergründe in unserer Vergangenheit wieder. Spiegelt Spinozas Leben, das Leben eines Intellektuellen und setzt ihm mit Rosenberg die Banalität des Bösen gegenüber. Hier der Freigeist Spinoza, der im klaren Denken und dem Mut zur Wahrheit Maßstäbe setzte, weil er die erkannten Wahrheiten über Rituale, Angst und autoritäre Traditionen, die nur dem Machterhalt dienen, nicht fallen lassen wollte. Und dort Rosenberg, der aus seiner Persönlichkeit heraus nichts mehr anstrebte, als sich zu binden. Der starre Dogmen und fanatische Behauptungen unreflektiert zu den Maximen seines Handelns machte. Und doch nur nach Liebe und Anerkennung strebt, diese aber wegen seiner eigenen inneren Abwehrhaltung auf seine Weise gar nicht finden konnte.

    „Das Spinoza Problem ", versucht nichts weniger, als eine zugängliche Einführung in Baruch Spinoza, der Rationalist aus dem 17. Jahrhundert, der das Fundament für die Aufklärung, und eine überzeugende Analyse legte. Und Alfred Rosenberg, der Ideologe, der die Theorien der rassischen Überlegenheit Hitlers artikulierte.

    Irvin Yalom präsentiert Spinozas Leben als eine Reihe von sorgfältig organisierter Gespräche. Die Gespräche, schaffen ein schönes Gefühl für den Charakter des Philosophen und eine klare Erklärung der großen Ideen dieses Mannes über die Natur, den freien Willen und Vernunft. Es ist aufschlussreich, schon vor 400 Jahre die Linien des modernen Säkularismus und des wissenschaftlichen Rationalismus festgelegt zu sehen.

    Die alternierenden Kapitel mit Rosenbergs Aufstieg zur Macht schüren eine andere Art von Faszination. Ein verhasster Mann, so pompös und pseudo-intellektuell, dass selbst Goebbels sich über ihn lustig macht: „Beinahe hätte es bei Rosenberg zum Gelehrten, zum Journalisten, zum Politiker gereicht, aber eben nur beinahe.“ (Seite 582)

    „Das Spinoza-Problem“ ist weit mehr als „nur“ eine romanhafte Doppelbiographie. Yalom versucht den Geist zu erreichen und sehen, wie er funktioniert - und, ja, wie er vielleicht geheilt werden kann. Es ist weniger die alte Geschichte aus dem 20. Jahrhundert, die Yalom interessiert. Er will die Macht von Spinozas philosophischen Erkenntnissen zeigen, die selbst den Geist eines erbärmlich kleinen Monsters, wie Rosenberg zu verunsichern mag. Philosophische Erkenntnisse von Euklid bis eben zu Bento Spinoza vermischen sich mit zwei Lebensgeschichten, psychotherapeutischen Sitzungen, der Darstellung der philosophischen und psychotherapeutischen Ziele von der inneren Freiheit des Menschen aus unguten Gebundenheiten und einer grundlegenden Kritik an religiösen Ritualen und nicht hinterfragten Traditionen oder Dogmen jedweder Art.

    Ein Manifest der Aufklärung, auch so könnte man dieses Buch betiteln. Eine Darstellung der tiefen Spannung im Menschen, einerseits eigenständiges Wesen zu sein und andererseits ebenso stark Teil der Gemeinschaft sein zu wollen, Teil einer Tradition, eines Mythos, eben nicht herauszufallen aus der Gemeinschaft, der man angehört.

    Literarisch hochwertig führt Yalom dies Spannung zwischen Individualität, Freiheit und, damit einhergehend, auch Relativität und Unsicherheit als Gegenüber zum „Dazugehören“ aus, zur, nur vermeintlichen, dogmatischen Sicherheit. Und lässt zu keinem Zeitpunkt des Buches den Leser darüber im Unklaren, dass es schlichtweg dem Menschen zwar möglich, aber letztlich ein nicht wirklich gangbarer Weg ist, die Kraft des eigenen Denkens und der erkennbaren Wahrheiten an eine Religion oder eine andere Form des „Glaubens“ (wie den Rassenwahn) zu delegieren. Ein Weg, der in Destruktion und Unfreiheit endet.

    Das Buch ist sprachlich hervorragend formuliert, im Stil wunderbar zu lesen und ebenso tief lehrreich, wie es zur eigenen Reflektion fast schon zwangsläufig hinführt.

  23. Cover des Buches Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse (ISBN: 9783905801590)
    Thomas Meyer

    Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse

     (90)
    Aktuelle Rezension von: janaobrist

    Wie gesagt habe ich den Film schon gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe. Das ist schon einige Zeit her, aber ich kann mich erinnern damals nicht wirklich begeistert aus dem Kino gegangen zu sein. Ich vermute, ich war einfach zu jung und habe den Humor warscheinlich nicht mal richtig verstanden, oder der Film war einfach nicht so gut produziert. Kommen wir aber zum Buch. Ich habe dem Buch 3 Sterne gegeben. Es war wirklich ein durchschnittliches Buch, kein Meisterwerk, aber auch überhaupt nicht enttäuschend. Ich könnte mich vorstellen, ohne den Film vorher geschaut zu haben, hätte es mir noch besser gefallen. Weil ich wirklich keine Spannung empfunden haben während dem Lesen. Anfangs wollte ich auch nicht weiter lesen und es gab Tage da hab ich nichts gelesen, was eher selten vorkommt. Könnte aber auch daran legen, dass ich momentan nicht so viel Zeit dazu habe. Ich empfehle die Lektüre für etwas mal zwischendurch, zum Beispiel in den Sommerferien wenn man am Strand liegt oder auf der Liege neben dem Pool entspannt. Ich empfand überraschenderweise ein sehr entspanntes Gefühl währendem Lesen und ich musste auch oft lachen. Da muss ich aber warnen, es handelt sich ab und zu um schwarzen Humor und Satire. Diesem Thema sehe ich sehr kritisch gegenüber. Man kann es durchaus als Antisemitismus deuten. Ich fand es aber eigentlich immer noch respektvoll und mit genug Ironie rübergebracht. Dennoch stehe ich nicht in der Position um das zu entscheiden, weil ich nie in Berührung mit dieser Art von Antisemitismus gekommen bin. Mich würde es interessierten wie das anderweitige Juden (oder sonstige Religionen) sehen. 

  24. Cover des Buches Der Trick (ISBN: 9783257244007)
    Emanuel Bergmann

    Der Trick

     (161)
    Aktuelle Rezension von: nati51

    Dies ist ein bemerkenswerter Debütroman von Emanuel Bergmann, der mich gleichermaßen verzaubert, berührt und gefesselt hat.

    Mosche Goldenhirsch lebt in Prag und hat schon früh seine Mutter verloren. 1934 besucht er als fünfzehnjähriger einen Zauberzirkus mit dem berühmten Magier, dem Halbmondmann. Als ein Freiwilliger gesucht wird und Mosche auf die Bühne geht, um die reizende Assistentin zu küssen, ist es um ihn geschehen. Er läuft von zu Hause fort und schließt sich dem Zirkus an. Vom Halbmondmann lässt er sich in die Welt der Illusionen und der magischen Tricks einführen. Nach einem Brand im Zirkus flüchtet Mosche mit der Assistentin Julia Klein und tritt unter seinem neuen Namen „Der große Zabbatini“ im Berliner Wintergarten auf. Einige Zeit kann er seine jüdische Herkunft verschleiern, bis er verraten wird und nach Auschwitz kommt.

    Im Jahr 2007 erfährt Max Cohn, dass seine Eltern sich scheiden lassen wollen. Dieses belastet ihn sehr. Als sein Vater auszieht, entdeckt er eine alte Schallplatte vom Großen Zabbatini. Auf der gibt es einen Zauberspruch zur ewigen Liebe und Max hofft, dass dieser Spruch seine Eltern wieder zusammenbringen kann. Doch als Max die Platte abspielt, hat sie gerade an dieser wichtigen Stelle einen Kratzer und er kann den Spruch nicht verstehen. So macht er sich auf die Suche nach dem Großen Zabbatini.

    Die beiden Handlungsstränge werden abwechselnd erzählt. Ich bin mit Mosche Goldenhirsch auf eine Reise gegangen von der Geburt in Prag über Dresden nach Berlin, weiter nach Auschwitz und von dort in die USA, wo er allein in einem Seniorenheim auf seinen Tod wartete. Gleichzeitig habe ich Max bei der Suche nach dem Großen Zabbatini begleitet und war angetan von seiner Hoffnung und seinem Glauben an die Magie, die seine Eltern wieder zusammenbringen soll. 

    Emanuel Bergmann hat für mich einen wunderschönen Erzählstil. Es gibt in dem Buch schöne, aber auch sehr grausame Schilderungen, die sehr nahe an der Realität liegen. Vieles wird abgemildert, weil zwischen durch immer wieder ein leichter Humor aufblitzt. Zum Schluss schließt sich der Kreis mit einem für mich überraschendem Ende.

    Ein empfehlenswertes Buch, dass mich bewegt und nachdenklich gestimmt hat, vom dem aber ein ganz besonderer Zauber ausgeht.

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