Bücher mit dem Tag "jüdische geschichte"
10 Bücher
- Jodi Magness
Masada
(5)Aktuelle Rezension von: Write_In_Pieces"Tausende zieht es jährlich auf die Felsenfestung Masada in Israel - den Ort, an dem sich vor 2000 Jahren 967 jüdische Rebellen lieber ihr Leben nahmen, als vor den Römern zu kapitulieren. Die international renommierte Archäologin Jodi Magness erzählt die unglaubliche Geschichte von Masada und dem Mythos, der sich bis heute um den Berg rankt."
Jodi Magness hat ein mehr als gutes Werk über die Festung Masada am Roten Meer geschrieben - und über deren historische und religionsgeschichtliche Bedeutsamkeit. Vor allem ihrer Ausdrucksweise und Formulierung ist es zu verdanken, dass die Geschichte lebendig wirkt, ohne trivial oder schlicht zu sein. Es ist nicht nur historisch, sondern auch sprachlich ausgezeichnet und wird durch tolle Bilder, Karten und Darstellungen ergänzt.
Ohne Zweifel ist dieses Werk ein wissenschaftliches Buch, das Verständnis für die Zeit, deren Kontext und für Masada als Symbol Israels vermittelt. Absolute Leseempfehlung!
- Oliver Polak
Der jüdische Patient
(22)Aktuelle Rezension von: HoldenOliver Polaks Bericht aus der Psychiatrie, vielen Dank für die Lesung im Alten Schlachthof in Lingen! Was die psychischen Leiden angeht und einem diese Krankenhäuser auch nicht ganz fremd sind, hat man einiges wiedererkannt, so schlimm wie Oliver hatte es mich damals aber zum Glück nicht erwischt. Die Beschreibungen der Verwirrungen, Angstzustände usw. sind schon sehr treffend, mutig so was öffentlich zu machen. Und man ist natürlich nach wie vor sprachlos, mit welchen Gedanken- bzw. Taktlosigkeiten bis hin zu offenen Vorurteilen und Antisemitismen jüdische Menschen in Deutschland klarkommen müssen, wunderbar daß der Autor diese Menschen als das "Dreckspack" bezeichnet, das sie sind. Nur bei der Udo-Jürgens-Verehrung gehe ich nicht mit, auch wenn ich seine sozialkritischen Texte natürlich kenne. Toller Autor, sehr gelungenes Buch!
- Sasha Abramsky
Das Haus der zwanzigtausend Bücher
(21)Aktuelle Rezension von: XirxeChimen Abramsky war ein bemerkenswerter Mann. Klein an Statur, dafür umso größer an Wissen und Gelehrsamkeit. Geboren Anfang des letzten Jahrhunderts in Minsk, erlebte er als Sohn des berühmten Rabbis Yehezkel die Verwerfungen des letzten Jahrhunderts besonders deutlich. Als sein Vater in eines von Stalins Arbeitslagern deportiert wurde, flüchtete die Familie nach London, wo sie nach der Haftzeit wieder zusammenfanden. Yehezkel wurde Vorsitzender des Londoner Rabbinatsgerichtes (Beit Din), einer sehr konservativ ausgerichteten Institution, während Chimen eines der führenden Mitglieder der Kommunistischen Partei Englands wurde, trotz der Erfahrungen in seiner Familie. Doch in den 60er Jahren gelingt es auch ihm nicht mehr, über die Greueltaten und den Antisemitismus der Sowjetunion hinwegzusehen. Er verlässt die Partei schweren Herzens und der neue Schwerpunkt seines Interesses ist nunmehr die Judaica und die jüdische Geschichte.
In dieser gesamten Zeit, also fast sein ganzes Leben, las Chimen nicht nur Alles, was er zu diesen Themengebieten finden konnte, er sammelte auch sämtliche Ausgaben, Manuskripte und Dokumente, deren er habhaft werden konnte. Das Haus von ihm und Mimi, seiner Ehefrau, quoll über von Gedrucktem - und dennoch war immer Platz für Gäste, die jeden Abend zahlreich erschienen und von Mimi verköstigt wurden; Gäste, die von der Aussicht auf geistreiche Diskussionen und Streitgespräche angelockt wurden, aber auch von Mimis guter Küche.
Ein wirklich außergewöhnlicher Mensch, über den sein Enkel Sasha Abramsky, der Autor, dieses Buch geschrieben hat. Es ist keine chronologische Erzählung, stattdessen durchschreitet Sasha A. das Haus Zimmer für Zimmer und berichtet, welche Bücher dort verwahrt wurden. Doch für eine Biographie wäre das etwas wenig und so werden anhand der jeweiligen Bücher Situationen und Abschnitte aus Chimens abenteuerlichem Leben erzählt.
Sasha A. hat einen wirklich schönen Schreibstil, es ist eine Freude seine Worte und Sätze zu lesen. Doch was das Vergnügen deutlich trübt, sind diese endlosen Namen, Fremdwörter und Geschehnisse, die teilweise wie Perlen an einer Kette aufgereiht werden. Beispielsweise auf Seite 143: In 15 Zeilen werden 12 Personen namentlich aufgeführt, von denen 10 nicht wieder im Buch erscheinen. Oder Seite 165: Jarmulkes, Haggadot, Seder. Irgendwo weiter vorne wurden die Begriffe kurz erklärt, aber bei der Vielzahl konnte ich sie mir leider nicht merken. Zudem liebt es der Autor, thematisch hin- und herzuspringen: Von privaten zu geschichtlichen Ereignissen, von kulturellen zu politischen Erklärungen - und das teilweise mit einer solchen Menge von Namen und Jahreszahlen, dass ich die betreffenden Passagen nur noch quer gelesen habe.
Schade, denn so empfinde ich dieses Buch über diesen wirklich interessanten Menschen als lediglich durchschnittlich. Sein Enkel hätte mehr über ihn als beispielsweise über den Kommunismus schreiben sollen ;-) - Max Czollek
Desintegriert euch!
(3)Aktuelle Rezension von: HoldenEin tiefschürfendes Buch über die deutsche Schande, wirklich allen ans Herz gelegt. Sehr inhaltsschwer, so daß man nur langsam und mit Bedacht lesen kann. An die Walser-Rede konnte ich mich noch erinnern, sein Buch "Tod eines Kritikers" hätte vielleicht auch Erwähnung in diesem Appell finden können.
- Ulrich Alexander Boschwitz
Der Reisende
(139)Aktuelle Rezension von: PikamadsGerade weil es eine so authentische Geschichte ist, werden alle Emotionen bildgewaltig nähergebracht. Ich musste das Buch doch tatsächlich öfter aus der Hand legen, weil es einfach so überwältigend war. Das Wissen, dass die Behandlung der Menschen in Bezug auf Otto Silbermann in so vielen Fällen einfach so falsch ist und doch aus der damaligen Überzeugung heraus geschieht, macht es einfach umso bedrückender seinem Schicksal zu folgen.
- Oliver Polak
Gegen Judenhass
(10)Aktuelle Rezension von: HoldenPolaks flammender Appell gegen Antisemitismus und Xenophobie jeder Art. Neben eigenen Erfahrungen, die er als jüdischer Deutscher an Ablehnung durchleben mußte (bei denen man nur sprachlos zurückbleibt), beschreibt er auch negative Erlebnisse mit Fernsehmoderatoren und sonstigen Veranstaltern (bei denen man wünschte, er würde Roß und Reiter benennen), und legt dar, wie Vorurteile und Stereotype entstehen und wie sie zu bekämpfen sind. Bei mir rannte er mir dem Buch offene Türen ein, daß einige der schlimmen Ereignisse bei uns im Emsland stattfanden, beschämte mich zutiefst. - Herbert Brettl
Die jüdische Gemeinde von Frauenkirchen: Dritte erweiterte Auflage
(0)Noch keine Rezension vorhanden - Erica Fischer
Die Wertheims
(5)Aktuelle Rezension von: SokratesWarum habe ich mich bei diesem Buch so schwergetan? Ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich lediglich bis in das erste Viertel vorgedrungen und habe danach das Lesen aufgegeben. Ich habe irgendwie das Interesse verloren... Das Buch kann man nur als Lese-Biographie bezeichnen; was ich damit meine ist eine unakademische Informationsbiographie, die der Unterhaltung und groben Information über eine Familie mit überregional bekanntem Namen dient. Und so liest sich das Buch auch: die Qualität des Textes ist so, wie man es sich für ein Buch wünscht, das dem breiten Lesergeschmack entsprechen will. Wer sich demnach für weitergehende Informationen interessiert und nicht bloß einen unterhaltenden Einblick möchte, der sei auf andere Publikationen verwiesen. - Anne Stern
Die Asche des Flieders
(6)Aktuelle Rezension von: friederickesblogKlappentext
„Es fühlt sich an, als seien wir alle Gespenster, luftiger Rauch, der durch das Lager weht… Nur wenn ich nachts Fannis Hand in meiner spüre, rücken die Dinge wieder an ihren Platz. Ich flüstere ihren Namen wie ein Gebet, wenn sie eingeschlafen ist.“
Berlin, 1936. Die begabte Bürgerstochter Else freundet sich mit dem Arbeiterkind Fanni aus der Nachbarschaft an. Nur ihre jüdische Herkunft verbindet die Mädchen. Ihr ungewöhnliches Bündnis übersteht ihre Flucht und die Deportation ins Konzentrationslager. Gemeinsam kämpfen sie ums Überleben – doch die bösen Schatten lauern nicht nur außerhalb ihrer Freundschaft.
Tel Aviv, 2017. Daniel löst die Wohnung seiner verstorbenen Großmutter auf. Inmitten von Briefen und Erinnerungen versteht er die Welt nicht mehr. Die Ungereimtheiten seiner Familiengeschichte geben ihm Rätsel auf. Gemeinsam mit der jungen Israelin Nurit gerät er auf die Spur eines Abgrunds aus Verrat und Schuld, die sie beide weit zurück in das dunkelste Kapitel der deutsch-jüdischen Geschichte entführt.
Und die Vergangenheit wirft auch auf ihre beginnende Liebe einen Schatten. Denn stehen sie wirklich auf der selben Seite?Die Autorin
Anne Stern, geboren 1982, studierte Germanistik und Geschichte und promovierte in deutscher Literaturwissenschaft. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihren zwei Kindern in Berlin. Ihre Bücher handeln von der Vergangenheit - der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Berlin, Anne Sterns Heimatstadt, spielt darin immer wieder eine besondere Rolle.
Ihr Genre ist das History Drama - spannende, gut recherchierte historische Plots und Figuren, deren Schicksal nahe geht.
Das Cover
Das Cover schließt sich farblich authentisch an. Zu sehen sind die Mädchen in ihrer Jugend. Das Bild harmoniert mit den anderen beiden Büchern der Familiensaga, schafft einen hohen Wiedererkennungswert und hat mich ebenso begeistert, wie die weiteren Bücher der Saga.
Die Geschichte (Achtung Spoiler!)
Im Jahre 2017 reist Daniel nach Tel Aviv, um den Nachlass seiner verstorbenen Großmutter zu regeln. Beim Räumen findet er in Briefen und Erinnerungen Familiengeheimnisse und Ungereimtheiten, die ihn sehr beschäftigen. Als er ausgeht, lernt er zufällig die Israelin Nurit kennen und freundet sich mit ihr an. Sie begleitet ihn auf seiner Spurensuche, die die beiden jungen Menschen in die finsterste Vergangenheit der deutschen Geschichte führt. Das zarte Pflänzchen Liebe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Daniel weiß nicht, ob Nurit auf seiner Seite steht.
Meine Meinung
Ich habe dieses Buch gleich im Anschluss an Band zwei gelesen und hatte noch die Figuren und die Leben derer im Kopf die mich dort fasziniert haben. Ich war gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.
Und dann, dann waren da lauter andere Protagonisten, andere Namen und natürlich war 2017 eine ganz andere Zeit. Ich musste mich also erst einmal von meiner Neugierde verabschieden und langsam einsteigen, sortieren und mich zurückerinnern an das erste Buch. Es ging also um einen Teil der Familie, der bisher nur am Rande erwähnt, gar etwas vergessen im Hintergrund, aber natürlich nicht unwichtig war. Als ich dann das Buch davor losgelassen und mich neu eingelassen hatte, war ich aber mittendrin im Geschehen.
Über den Schreibstil der Autorin brauche ich nichts mehr zu sagen, das habe ich in den beiden anderen Bänden der Saga ausführlich getan und das ist auch hier in diesem Buch so.
Die Wechsel zwischen den Rückblicken und der modernen Zeit machen das Buch interessant und lassen die Geschichte auf hohem Spannungsniveau voranschreiten. Die einzelnen Passagen der Vergangenheit spiegeln erneut die schlimme Zeit des Krieges wieder. Wie in allen drei Büchern sind die Figuren wunderbar ausgearbeitet, authentisch und was wichtig ist, sie lassen uns wirklich nah sich ran, oder wenn man so will, man darf in sie hineinkriechen.
Die Schauplätze vor allen Dingen Israel und die jüdischen Gepflogenheiten, die mir fremd waren, durfte ich bis ins Detail kennenlernen. Vielen Dank dafür.
Wiederum ein beeindruckendes Buch, welches ich ohne wenn und aber empfehlen möchte.
Das Buch bekommt natürlich von mir eine Leseempfehlung.
friedericke von "friederickes bücherblog"
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