Bücher mit dem Tag "jugendstil"

Hier findest du alle Bücher, die LovelyBooks-Leser*innen mit dem Tag "jugendstil" gekennzeichnet haben.

69 Bücher

  1. Cover des Buches Eine wie Alaska (ISBN: 9783446246676)
    John Green

    Eine wie Alaska

     (2.524)
    Aktuelle Rezension von: Felis2305

    Ein hochphilosophisches Buch über die Vergänglichkeit des Lebens.

    Die drei Hauptcharaktere sind alle sehr schön ausgearbeitet und haben auch wundervolle Tiefe, leider bleiben die Nebencharaktere recht flach und die Statisten haben nur Namen.
    Was mir jedoch sehr missfällt, ist die Verharmlosung von Alkohol und Zigaretten (Die Charaktere sind quasi nur am trinken und am Rauchen), auch wenn mir die Idee des Plots recht gut gefällt.

  2. Cover des Buches Saphirblau (ISBN: 9783401506012)
    Kerstin Gier

    Saphirblau

     (7.100)
    Aktuelle Rezension von: Natiibooks

    4  ⭐️⭐️⭐️⭐️

    Es geht weiter und wir folgen hier genau nach dem Ende vom ersten Teil. Auch hier muss ich zugeben das es mir besser gefallen hat als Film besonders Xermerius der kleiner Wasserspeicher hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Szenen die er mit Gwendolyn hatte. Was mir auch gefallen hat das wir hier mehr Einblicke bekommen haben sowohl in die Familie Montrose als auch Gideos Gefühle Welt was seine Mutter betrifft. Es ist als würde ich die Geschichte neu für mich entdecken und konnte mich hier mehr zu denn Charakteren binden. Im ganzen war ich auch wieder begeistert und konnte nicht aufhören zu lesen und bin gespannt was mich im dritten Teil erwartet.

  3. Cover des Buches New York zu verschenken (ISBN: 9783570173978)
    Anna Pfeffer

    New York zu verschenken

     (173)
    Aktuelle Rezension von: kersii

    Schon nach den ersten paar Seiten war mit Anton irgendwie so richtig unsympathisch xD er veräppelt Liv ohne mir ersichtlichen Grund. Aber Liv ist cool und gibt ihm contra. Allerdings muss ich sagen, dass mir Anton mit der Zeit etwas sympathischer geworden ist. Er wird gefühlt etwas erwachsener, auch wenn er hin und wieder trotzdem absoluten Mist labert😅 Liv dagegen wurde für mich irgendwann etwas nervig. Das Ende war ab einem bestimmten Zeitpunkt dann fast schon vorhersehbar. Gut, aber eben etwas vorhersehbar. Trotzdem bin ich mit dem Ende zufrieden😊  Insgesamt muss ich aber sagen, dass dieses Buch einfach nicht meins war. Die Story ist nicht schlecht, liest sich sehr schnell und leicht (hab es in 2 Tagen durchgelesen), aber wirklich vom Hocker gehauen hat sie mich nicht. Ich glaube, das Buch macht seinem Genre alle Ehre und ich hätte einfach jünger für dieses Jugendbuch sein müssen😊 Vielleicht ist aber auch die Art des Romans - Der Chatverlauf - nicht mein Ding, wer weiß😄


  4. Cover des Buches Es wird keine Helden geben (ISBN: 9783841504029)
    Anna Seidl

    Es wird keine Helden geben

     (464)
    Aktuelle Rezension von: Warriorlove

    Es ist schwierig, Wörter dafür zu finden, doch Anna Seidl hat es geschafft und sie hat damit dieser Geschichte viel Tiefgang gegeben. Ein einschüchterndes Thema, dass die Zeit von Miriam in früher und heute unterteilt.

    Lesenswert, auch wenn es ab und an einige Längen hat.
    Ich würde lügen, dass ich mich gut in Miriam hinein versetzen konnte. Manchmal war ihr handeln merkwürdig, aber wer bin ich, zu sagen, ob das realistisch ist.

  5. Cover des Buches Bad Boys and Little Bitches (ISBN: 9783789107641)
    Andreas Götz

    Bad Boys and Little Bitches

     (47)
    Aktuelle Rezension von: Benni_Cullen
    Ja, auch ich musste bei dem Titel zwei Mal hingucken und dachte mir auch: "Gehört das wirklich so?" Aber dann habe ich mir gedacht: Der Titel ist doch total egal, Hauptsache die Geschichte ist spannend! Und die schien wirklich vielversprechend, beschrieb man das Buch doch als Must-Have für alle Fans von Pretty Little Liars, Gossip Girl und Tote Mädchen lügen nicht - schon hatte man mich und ich war wirklich neugierig, was sich der Autor alles überlegt hat. Ob er den hohen Erwartungen gerecht werden konnte und ob ich die Reihe weiterhin lesen möchte, das erfahrt ihr jetzt.

    Im ersten Band der Reihe lernen wir die Clique rund um Lissy, Finn, Elif und Leon kennen - die ihre WhatsApp-Gruppe eben "Bad Boys & Little Bitches" genannt haben. Deren Leben wird völlig auf den Kopf gestellt, als die zwar nette, aber doch merkwürdige Vanessa in ihr Leben tritt. Diese scheint alle Menschen in ihrer Umgebung zu manipulieren und sich als Anführerin positionieren zu wollen. Doch die Gruppe weiß sich zu wehren und weißt Vanessa in ihre Schranken - ohne zu wissen, was für dramatische Konsequenzen das haben wird. Halten die little bitches und ihre bad boys wohl zusammen oder verlieren sie am Ende nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch sich selbst?

    Ich muss sagen, dass mir die Stimmung von Anfang an gefallen hat: Man traut irgendwie keinem und fühlt sich nur in der Gruppe sicher. Und obwohl ich am Anfang etwas Schwierigkeiten hatte, mit den Gruppenmitgliedern warm zu werden, gelang es mir nach den ersten 100 Seiten sehr gut und ich war Feuer und Flamme für die vier Protagonisten. Jeder an sich ist sehr individuell, hat seine ganz eigenen Probleme und hat mit anderen Dingen zu kämpfen. Der Autor zeigt so eine große Palette an möglichen Schwierigkeiten in den Leben von Teenagern auf, obgleich er manche Aspekte besser und andere weniger gut verarbeitet. So finde ich es super, wie er manch schwierige Beziehungen zu Eltern darstellt oder Mobbing in Schulen anspricht, weniger gelungen finde ich dagegen die Darstellung des Drogenkonsums von Leon. Das wirkt irgendwie so gezwungen, als ob man sich gedacht hätte, man müsse jemanden Drogen nehmen lassen, weil man das heutzutage nunmal macht. Das mochte ich persönlich überhaupt nicht, auch wenn mich da ein paar für zu spießig halten. Wahrscheinlich liegt das weniger an der Tatsache, wie es der Autor eingewoben hat, sondern mehr an meiner Einstellung zum Thema, dennoch wollte ich es angesprochen haben, denn ich glaube, man hätte auch andere Mittel und Wege gefunden, Leon als Charakter zu zeichnen, ohne ihm als kiffenden Typ darzustellen.

    Die Entwicklungen der Geschichte empfand ich zwar als vorhersehbar, allerdings konnten sie mich trotzdem unterhalten. Ich fühlte mich tatsächlich ständig an Pretty Little Liars erinnert, denn auch da, weiß man eigentlich was passiert, allerdings bleibt man trotzdem am Ball, da man sich ja dann bestätigt fühlt und man dennoch mitfiebert. Diese Kombination hatte der Autor total raus, hier hätte ich mir zusätzlich nur gewünscht, dass er mich ein bisschen mehr überrascht. Dies hat er mit einigen Punkten getan, besonders gegen Ende, war ich dann doch etwas sprachlos, allerdings hätte das noch mehr passieren können, denn dann wäre ich völlig geflasht gewesen. So war die Story ganz nett, aber eben nicht mehr. Außerdem gingen mir manche Dinge auch etwas zu schnell: Der Autor baut einzelne Aspekte der Geschichte groß aus, teasert diese gegen Ende eines Kapitels an, nur um dann im nächsten innerhalb von zwei Sätzen diese Aspekte aufzuklären. Schade, hier hat man großes Potenzial verschwendet und viel an Spannung dadurch verloren.

    Gelungen fand ich dagegen den Schreibstil des Autoren: Dieser lässt sich flüssig lesen und findet genau die richtige Balance zwischen beschreibenden und erzählenden Elementen. Dabei sind die Kapitel relativ kurz und immer so aufgebaut, dass sie meist mit einem Cliffhänger enden und man unbedingt wissen will, wie es weiter geht. Das führt natürlich dazu, dass man total drinnen ist in der Story und ständig gespannt weiter liest. So verflogen die knapp 300 Seiten förmlich und ich war am Ende etwas traurig, schließlich wollte ich wissen, wie die ungelösten Probleme denn nun weitergehen - gut, dass es hierfür einen zweiten Band gibt, der im Februar erscheint und den Untertitel "Kleine Geheimnisse" trägt. Mal sehen, was uns da erwartet.

    Mein Fazit:
    Insgesamt ließ mich "Bad Boys & Little Bitches" mit gemischten Gefühlen zurück: Ich mochte die Charaktere, liebte die Stimmung und war ganz angetan von den Intrigen und Machtspielchen, gleichzeitig ging mir manches einfach zu schnell und die gesamte Geschichte an sich war dann doch etwas zu vorhersehbar. Dennoch möchte ich wissen wie es weiter geht und dem Autoren gerne nochmal die Chance geben, mich komplett zu überzeugen. Und dafür muss ich den zweiten Band einfach lesen. Zum Schluss kann ich deshalb nur sagen: Wer auf die Atmosphäre von Pretty Little Liars steht und nichts gegen (vorhersehbare) Intrigen und Machtspielchen hat, der sollte (trotz des wirklich polarisierenden Titels) unbedingt zugreifen und sich in die Welt der boys and bitches ziehen lassen. Von mir gibt es 3,5 Sterne und ganz viel Luft nach oben für Band 2.
  6. Cover des Buches Das Buch der Finsternis (ISBN: 9783473401123)
    Richard Dübell

    Das Buch der Finsternis

     (36)
    Aktuelle Rezension von: kassandra1010

    Quirin ist nicht gerade begeistert, als er seinen Meister und die beiden Gesellen zum Kloster Admont begleiten sollen. Die Pferde ziehen den schweren Wagen mit der Buchpresse und der Weg ist mühsam. Der junge Gehilfe steht für ewig in der Schuld des Meisters um die Ausbildung seines älteren Bruders als Buchdrucker zu finanzieren. Obwohl er nicht lesen kann, beweist Quirin großes Geschick mit den riesigen hölzernen Maschinen.

     

    In Admont angekommen lernt er die junge Anna kennen. Das junge Mädchen hat ihn gleich ins Herz geschlossen und besticht ihn mit frischem Brot. Im Gegenzug soll Quirin ihr das Lesen beibringen. Doch wie soll das gehen?

     

    Quirin hofft, dass bevor Anna ihren Tausch einfordern kann, der Meister und er sich wieder auf dem Rückweg befinden. Doch es kommt anders als gedacht. Sein Meister entpuppt sich als Dieb und vermacht im Todeskampf Quirin eine hölzerne Truhe und einen Auftrag.

     

    Die Häscher sind bereits hinter ihm her, als er auf Anna stößt, die vor ihrer Familie und ihrer Zukunft flieht.

     

    Gemeinsam geht es also auf ins Abenteuer.

     

    Die beiden geraten mehrfach in Gefangenschaft, werden von dubiosen Figuren begleitet und wissen nie so ganz genau, wer eigentlich auf ihrer Seite steht. Dank Quirins Fähigkeiten und Annas Spürsinn gelingt es den beiden immer wieder, die Flucht zu ergreifen. Doch ist das Ziel auch wirklich die erhoffte Erlösung für die Beiden?

     

    Von Dübells Geschichten war ich schon immer ein großer Fan. Auch dieses historische Jugendbuch macht Spaß. Hochspannend bis zum Schluss begleitet man Quirin und Anna. Während Quirin die Hoffnung aufgegeben hat, seinem derzeitigen Stand zu entfliehen, hat Anna sehr wohl eine klare Vorstellung ihrer Zukunft.

     

    Geschicklichkeit, Mut und ja auch ein wenig Kreativität führt die beiden auf eine abenteuerliche historische Reise.

     

    Ich hoffe doch sehr, dass dies nicht das einzige Abenteuer Quirins bleibt.

  7. Cover des Buches Morgentod (ISBN: 9783847637271)
    Ole R. Börgdahl

    Morgentod

     (27)
    Aktuelle Rezension von: Kiki77

    „Morgentod“ von Ole R. Borgdahl ist ein Hamburg-Krimi, und der zweite Fall des Ermittlerteams um Kurt Bruckner, der als Kriminaloberkommissar bei der Hamburger Polizei arbeitet, sowie Tillman Halls, der eine Vergangenheit beim FBI in Quantico hat.

    In einer Villa wird die Hauswirtschafterin erschossen. Wer hat ein Interesse am Tod der Frau, das klären Bruckner und Halls. Dabei stoßen sie auf einige Unklarheiten in der Vergangenheit der Toten, sowie beim Hausherren. Als es dann noch um eine Kindesentführung geht, wird deutlich, wer die Frau aus dem Weg haben will.

    Das Buch liest sich flüssig und die Spannung steigt immer weiter an. Für den zweiten Teil des Ermittler-Duos gebe ich gerne 3,5 Sterne.

  8. Cover des Buches Die Erleuchtete - Das Dunkel der Seele (ISBN: 9783442477548)
    Aimee Agresti

    Die Erleuchtete - Das Dunkel der Seele

     (94)
    Aktuelle Rezension von: Ein LovelyBooks-Nutzer
    Titel: Das Dunkel der Seele
    Autor: Aimee Agresti
    Reihe: Die Erleuchtete
    Verlag: Goldmann Verlag
    Gerne: Jugend|Fantasy
    Seitenanzahl: 572


    Ich schlug das Buch zu und ließ es fallen, als hätte es mich gebissen. Dann krocvh ich in eine Ecke des Bettes und lehnte mich dort so weit wie möglich von diesem Ding an die Wand. Ich hatte mir das Buch doch vorher ganz genau angesehen. Diese vollgeschriebenen Seiten konnte ich gar nicht übersehen haben, das war unmöglich. Vorsichtig streckte ich die Hand danach aus und zog es an einer spitzen Ecke zu mir herüber. Langsam schlug ich es auf und blätterte dann das weiße Vorsatzpapier um. Auf der nächsten Seite fand ich diese Worte geschrieben:
    ~Sei stark, Himmelsbotin~
    //s.108//

    Klappentext:

    Ein altes Luxushotel, ein dunkler Pakt und eine fast unlösbare Aufgabe für die junge Haven Terry Sie weiß nicht, woher sie kommt oder wer ihre Eltern sind, denn sie wurde einst ohne Erinnerungen am Straßenrand gefunden. Doch nun führt Haven ein behütetes Teenager-Leben, bis sie ein Praktikum im besten Hotel Chicagos antritt. Haven ist tief beeindruckt von der glamourösen Chefin Aurelia und deren atemberaubendem Assistent Lucian. Sie genießt die luxuriöse Atmosphäre ebenso wie Lucians zunehmende Aufmerksamkeiten. Bis sie merkt, dass sich hinter Aurelias schönem Äußeren eine finstere Seele verbirgt und dass ihre Chefin einen grausamen Plan verfolgt. Doch zum Glück steckt auch in Haven mehr, als ihre Widersacherin ahnt.

    Cover:
    Einerseits finde ich das Cover wirklich sehr schön, weil die Schrift des Titels wirklich magisch wirkt & es eben zur Story passt.
    Andererseits finde ich es doch irgendwie etwas labgweilig...das Mädchen, aus deren Rücken ein Paar Flügel angedeutet wird...naja...da hätte man sich etwas Besseres einfallen lassen können.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch lag schon echt lange auf meinem SuB und erst durch die LB Themenchallange konnte ich mich endlich dazu aufraffen, es zu lesen.

    Insgesamt fand ich das Buch echt gut, weil es nach und nach eine Magie entwickelt, die mich begeisterte.

    Aber der Anfang gefiel mir gar nicht.
    Irgendwie fiel es mir wirklich schwer, mich in das Buch zu finden. Es war nett, aber ich mochte es nicht, dachte soagr ans Abbrechen.
    Naja...ich zog es aber weiter durch und wurde mit einer spannenden und mysteriösen Story belohnt, die doch einige Überraschungen bereit hielt.

    Das letzte Viertel ist auch ausschlaggebend für meine Bewertung.
    Ich fand es wirklich sehr spannend und die Geheimnise, die offenbart wurden, faszinierten mich.

    Die Charaktere mochte ich allesamt, egal ob gut oder böse...oder dazwischen !
    Ich fand sie wirklich sehr symphatisch und kein Stück klischeehaft...
    Interesant fand ich es, dass mein bei einigen Charakteren nicht wusste, auf welcher Seite sie nun standen..bei dem einen oder anderen war dies sogar bis zum Schluss nicht erkennbar.

    Haven mochte ich wirklich sehr. Mir gefiel ihre neugierige Art, wie sie auf die Leute zuging und nicht locker ließ.

    Apropo Klischees....das gefiel mir auch wirklich sehr gut...die Story hatte zwar ein, zwei typische Klischees, aber insgesamt war sie doch herrlich klischeefrei !

    Der Schreibstil war mir teils doch etwas zu anstregend...aber gesamt gesehen doch ganz okay.

    Pro:
    - authentische & symphatische Charaktere
    - spannendes Thema
    - so gut wie keine Klischees

    Kontra:
    - sehr langatmiger Anfang
    - hätte etwas kürzer sein können

    Fortsetzung ?:
    Ja !

    Bewertung:
    Nach einem recht schwierigen Start fand ich es doch echt spannend und magisch.
    Von mir gibt es:

    4 von 5 Sterne

  9. Cover des Buches Monstress (ISBN: 9783959810579)
    Marjorie Liu

    Monstress

     (46)
    Aktuelle Rezension von: Buecherbaronin

    Normalerweise kaufe ich Bücher oder Comics nur selten aus rein optischen Gründen. Ich freue mich über jedes schöne Cover, aber viel wichtiger ist die Frage, ob der Inhalt meinen Geschmack treffen könnte. Tja, bei „Monstress 1 – Das Erwachen“ von der Autorin Marjorie Liu und der Zeichnerin Sana Takeda habe ich all diese Prinzipien über Bord geworfen und mich unwiderruflich in das Cover und dessen wunderschönes Motiv verliebt. 

    Und was soll ich sagen, „Das Erwachen“ ist ein aufregender Augenschmaus! Die Zeichnungen sind einfach nur traumhaft – auf manchen Seiten habe ich minutenlang nur die düsteren, wunderschönen Bilder genossen. Stilistisch bewegt sich das Ganze zwischen Jugendstil und Art déco mit Manga-Elementen. Bild und Text bilden eine tolle Symbiose, der ich mich kaum mehr entziehen konnte.

    „Monstress“ verbindet Fantasy, Steampunk und Horror miteinander. Es wird durchaus auch mal blutig und brutal. Wer also sensibel darauf reagiert, sollte eher einen Bogen um den Comic machen. Aber keine Sorge, es ist auch kein Schlachtfest, das Liu und Takeda servieren; die Mischung hat gut funktioniert.

    Der erste Band wirft zahlreiche Fragen auf, lässt noch viele Lücken offen, was die Handlung selbst als auch die Charaktere und ihre Beweggründe angeht. Und auch die Welt, ihre Mechanismen sowie die verschiedenen Gruppierungen und ihre Motive liegen noch zu einem Großteil im Dunkeln. Das motiviert natürlich zum Weiterlesen und macht neugierig auf die nächsten Bände. Vom zweiten Band „Das Blut“ wünsche ich mir, dass die ersten Rätsel gelöst werden – und dass neue spannende Fragen aufkommen.

    Die weiteren Bände werden definitiv Anwärter auf noch höhere Punktzahlen sein. Beim Auftakt wollte ich etwas verhaltener bewerten, da ich noch nicht genau abschätzen kann, wie sich die Reihe weiter entwickelt. Aber so, wie es bisher verlief, kann es gerne weitergehen! Die Bände zwei und drei sind jedenfalls schon bei mir eingezogen und warten nur darauf, gelesen zu werden.

    Fazit: Traumhafte Zeichnungen, besondere Charaktere und eine spannende Story, die das Zeug zu einem Epos hat – „Monstress 1 – Das Erwachen“ hat mir richtig gut gefallen. Die Mischung aus Fantasy, Steampunk und Horror hat bestens funktioniert. Und ich freue mich schon sehr darauf, in Band zwei, „Das Blut“, zu lesen, wie es mit Maika Halbwolf weitergeht.

  10. Cover des Buches Die Geister schweigen (ISBN: 9783596194544)
    Care Santos

    Die Geister schweigen

     (48)
    Aktuelle Rezension von: beccaris

    Die Thematik des Buches ist verlockend: Vergangenheit und Gegenwart zu verflechten, Kunst, Kultur und Geschichte miteinander zu verbinden, dazu noch eine anrührende Liebesgeschichte mit interessanten Persönlichkeiten zu erzählen und das Ganze in mediterranen Gefilden spielen zu lassen. Genau die richtige Begleitlektüre für eine Barcelona-Städtereise (das Format des Buches ist diesbezüglich jedoch weniger geeignet).

    Der Aufbau des Buches überzeugt durch seine Bruchstücke der Kapitel, die sich chronologisch jeweils abwechseln. Die Autorin verwendet einerseits die erzählende Form, dann wieder den E-Mail-Verkehr zwischen zeitgenössischen Personen und andererseits werden historische Dokumente und Zeitungsausschnitte eingeflochten. Ebenso werden kunstgeschichtliche Beschreibungen und gesellschaftliche Strömungen in den Roman integriert. Das alles macht das Buch sehr abwechslungsreich. Wenn man nicht mehrere Kapitel hintereinander liest, muss man jedoch achtgeben, dass man den Faden nicht verliert.

    Die geschickte Dramaturgie des Buches vermag die teilweise sehr langwierigen Abschnitte nicht ganz zu kompensieren. Die letzten 100 Seiten waren für mich am spannendsten zu lesen. Auch die Liste am Schluss der fiktiven Personen sowie den echten historischen Persönlichkeiten fand ich sehr hilfreich und das Nachwort der Autorin gibt eine sachliche Zusammenfassung des historischen Hintergrundes.

  11. Cover des Buches Konzert ohne Dichter (ISBN: 9783462053746)
    Klaus Modick

    Konzert ohne Dichter

     (99)
    Aktuelle Rezension von: Emylia_db

    Worpswede - die seit 1889 bekannte Künstlerkolonie am Teufelsmoor bei Bremen; berühmte Künstler lebten dort auf dem "Barkenhoff"

    ( Vogeler, Rilke, Macksensen, die Modersohn´s )

    Viele befreundete Künstler gingen ein und aus. Oft ein fragiles Zusammenleben.

    Der Autor führt in eine Welt von geschichtlicher Information und das Verhalten der Protagonisten. Teils treue Gefährten, teils eifersüchtig, aber auch diszipliniert und unterstützend. 

    Häuslicher Streit, oft Geldsorgen, Leidenschaften, Trennungen, große Gefühle.

    Die Frauen lebten natürlich unter dem gleichen Dach.

    Ein wirklich sehr spannender Einblick in die Welt und die Intrigen der damals sehr bekannten Künstlerkolonie. 

  12. Cover des Buches Märchenmord (ISBN: 9783401505787)
    Krystyna Kuhn

    Märchenmord

     (139)
    Aktuelle Rezension von: qhanqibe2

     Ein interessanter Jugend-Thriller über Gina, die die Sommerferien mit ihrer Mutter in Paris verbringen muss. Als sie am ersten Abend allein im Haus bleibt, sieht sie zufällig, wie ein Mädchen im Nachbarhaus direkt vorm Fenster ermordet wird. Doch niemand glaubt ihr, da die Leiche nicht gefunden wird und so muss Gina sich selbst um den Täter kümmern, der sie gesehen hat und jetzt verfolgt. Die Story ist durchaus mal was anderes, auch wenn zugegeben nicht so viel spannendes oder unerwartetes passiert. Sie kommt aber schnell voran und so wird einem so gesehen auch nicht langweilig und man ist damit schon zufrieden. Die Charaktere sind dabei ganz in Ordnung, auch wenn sie natürlich nicht so tief ausgearbeitet sind und man gewissermaßen ja auch keine Zeit hat, sie noch krass kennenzulernen,und der Schreibstil liest sich durch seine Einfachheit ganz gut. Insgesamt eine ganz gelungene Geschichte, die aber wahrscheinlich nur für etwas jüngere Leser so richtig spannend ist.  

  13. Cover des Buches Auf Freiheit zugeschnitten: Emilie Flöge (ISBN: 9783442714131)
    Margret Greiner

    Auf Freiheit zugeschnitten: Emilie Flöge

     (19)
    Aktuelle Rezension von: YukBook

    Wer kennt nicht Gustav Klimt und sein weltberühmtes Gemälde „Der Kuss“? Aber Emilie Flöge, die Frau an seiner Seite? Von ihr hatte ich noch nie etwas gehört – bis ich auf dieses Buch von Margret Greiner stieß. Dank ihrer Romanbiografie lernte ich wieder einmal ein bemerkenswertes Künstlerpaar kennen, das sich gegenseitig in ihrem künstlerischen Schaffen beflügelte.

    Als Emilie Flöge mit siebzehn Jahren den zwölf Jahre älteren Gustav Klimt bei einem steifen Sonntagnachmittagskaffee kennenlernte, ahnte sie ja noch nicht, welchen Einfluss der Maler auf ihr Leben haben würde. Wie spannend muss es für sie gewesen sein, die Gründer der Wiener Werkstätte mitzuerleben und Teil einer neuen Bewegung zu sein. Noch arbeitet sie mit ihren zwei Schwestern in einer Schneiderei, doch sie träumt davon, selbst Kleider zu entwerfen statt fertige zu ändern. Angesteckt von der Euphorie, die die Gründung der Wiener Secession auslöste, und von der Energie und Kreativität der jungen Künstler, festigt sich bei ihr immer mehr die Überzeugung, etwas ähnlich Innovatives leisten zu können.

    Wie schon in ihrem Roman Charlotte Salomon lässt Margret Greiner viele Detailkenntnisse über Kunst, Gesellschaft und Politik einfließen und erweckt die Aufbruchsstimmung im Wien der Jahrhundertwende zum Leben. Nur die feinen Wiener Frauen waren von ihrer konservativen Einstellung schwer zu lösen. Umso bewundernswerter ist Emilies Mut und Wille, einen eigenen Modesalon zu eröffnen und die Kleidung zu reformieren, sprich sie von Mieder und Korsett zu befreien. Sie ist klug genug, die Revolution in der Mode als sanfte Neuerung zu verkaufen. Denn im Gegensatz zu vielen Künstlern, die mit ihren Ideen scheiterten, hat Emilie Flöge einen ausgeprägten Geschäftssinn und Hang zum Perfektionismus. Im ‚Salon Flöge’, den sie mit ihren Schwestern betreibt, erwarten die Kundinnen nicht nur eine ausführliche Stilberatung, sondern auch Lebensberatung.

    Die Autorin lässt immer wieder ihren trockenen Humor aufblitzen, zum Beispiel wenn sie erzählt, wie Emilie die Pariser Stoffhändler mit Wiener Naschereien becirct. Geprägt durch die Wiener Werkstätte entwickelt die Modeschöpferin ihren eigenen Stil, der das Schlichte und Natürliche zum Ideal erhebt und Freiheit und Schönheit vereint. Obwohl die Biografie recht kurz ist, bekommt man doch ein sehr prägnantes Bild dieser fortschrittlichen und selbstständigen Frau, die sich von den zahlreichen Affären Klimts nicht einschüchtern ließ und selbst die Regeln in ihrer Beziehung bestimmte. 

    Trotzdem hätte ich mir noch mehr Details aus ihrem Arbeitsalltag und ihren Kreationen gewünscht. Zu oft drängte sich Klimt, sein Schaffen und seine Krisen in den Vordergrund. Aber er war nun einmal ein wesentlicher Teil ihres Lebens. Nach der Lektüre gewinnt man jedenfalls den Eindruck, dass sie die glücklichsten Momente ihres Lebens nicht in ihrem Atelier, sondern während der Urlaube am Attersee verbracht hat – mit ihrer einzigen großen Liebe Gustav Klimt an ihrer Seite. 

  14. Cover des Buches Glasgow Girls (ISBN: 9783453361201)
    Susanne Goga

    Glasgow Girls

     (29)
    Aktuelle Rezension von: sigridpt

    Der Roman spielt in Glasgow in den 1890er Jahren. Dort wächst Olivia Mac Leod in bescheidenen Verhältnissen auf und muss schon früh helfen, die Familie über Wasser zu halten. Ihre ganze Leidenschaft gilt dem Zeichnen, ein Talent das sie von ihrem viel zu früh verstorbenen Vater geerbt hat. Wie oft hat sie sich schon gewünscht, dass sie mit ihrer Begabung Geld verdienen könnte. Ihre Mutter plant, dass sie in einer Fabrik arbeiten soll. Olivias persönlicher Alptraum. 

    Wahrscheinlich ist es eher ungewöhnlich, dass Olivia sich gegen ihre Mutter in Bezug auf ihre Lehrstelle durchsetzen konnte. Die Arbeit in dem Teesalon von Miss Cranston gefällt ihr sehr gut und sie macht dort die Bekanntschaft mit einigen Schülerinnen der School of Art. Als ihre Chefin Olivias Talent entdeckt, nimmt sie sich ihrer an, ermutigt sie sich bei der School of Art zu bewerben. 

    Sie wird tatsächlich angenommen. Sie betritt eine neue Welt. Es beginnt eine lehrreiche, anstrengende und aufregende Zeit. Olivia macht gute und schlechte Erfahrungen, aber sie lässt sich nicht von ihrem Ziel abbringen. Sie geht unbeirrt ihren eigenen Weg, der nicht immer einfach ist, dafür aber umso aufregender. 

    Ein wunderbarer Rückblick in eine längst vergangene Zeit, in der Frauen begonnen haben sich auf allen Gebieten unabhängig zu machen von den Erwartungen der patriarchalischen Gesellschaft. Ein kontinuierlicher Prozess, der immer noch nicht ganz abgeschlossen ist. 

    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und natürlich auch sehr gern fünf Sterne. 


  15. Cover des Buches Die Naschmarkt-Morde (ISBN: 9783839227053)
    Gerhard Loibelsberger

    Die Naschmarkt-Morde

     (27)
    Aktuelle Rezension von: awogfli
    Der Erstlingsroman von Gerhard Loibelsberger wurde 2017 in einer sehr schön gestalteten Jugendstil-Sonderausgabe neu aufgelegt, und ich habe natürlich sehr erfreut zugegriffen. Diese historische Regionalkrimireihe spielt im Wien um die Jahrhundertwende und präsentiert neben viel Lokalkolorit auch noch ein wundervolles Abbild der Zeit des Fin de Siecle.  Ich persönlich wurde auf den Autor aufmerksam, als ich letztes Jahr  eine Graphic Novel basierend auf dieser Reihe hier in lovelybooks  rezensierte, die mir ausnehmend gut gefallen hat. Nun wollte ich natürlich auch noch die gesamte doch etwas tiefergehende Hintergrundgeschichte erforschen und erleben.

    Josef Maria Nechyba, ein K&K Polizeiinspector - in seiner Freizeit ein Gourmet vor dem Herrn - kann sehr ungewöhnlich für die Zeit, in der der Roman spielt auch noch recht ordentlich kochen. Er wird mit einer „schenen unbekannten Leich“ konfrontiert, von der sich nach einigen Ermittlungen herausstellt, dass es sich um eine Adelige respektive um eine Frau Baronin handelt, die sich nächtens in der Strizzi-Welt des Naschmarktes  (ein historischer Wiener Lebensmittelmarkt am Tage und ein Sündenpfuhl von Prostituierten und Kleinganoven bei Nacht) auf Grund eines „schlamperten Verhältnisses“ (eine amouröse unschickliche Affäre mit einem nicht standesgemäßen Mann) herumgetrieben hat.

    Wundervoll beschreibt Loibelsberger das historische Biotop der Gegend um den Naschmarkt. Die hochherrschaftlichen reichen Adels- und  Staatsbeamten-Haushalte mit ihren Bediensteten an der linken Wienzeile und der Bodensatz der Gesellschaft in der Mitte am Naschmarkt und auf der rechten Wienzeile. Weiters werden ziemlich grandios mehrere wichtige Hotspots, wie Kaffeehäuser in anderen Bezirken, Heurigenlokale, Ausflugsziele und viele andere Lokalitäten der Stadt Wien und der Umgebung sehr genau - fast schon plastisch - geschildert, sodass der Leser einen recht genauen Einblick ins Wien um die Jahrhundertwende bekommt.

    Wie Ihr seht, habe ich bereits im zweiten Absatz meiner Rezension mehrere österreichische Spezialausdrücke verwendet, die aus dem Tschechischen, Jiddischen etc. entstammen, dies ist auch dem Roman geschuldet, denn der geneigte deutschsprachige Leser muss sich auf eine andere Welt und eine andere Sprache einstellen, was der Autor aber ziemlich praktisch und großartig unterstützt, da auf jeder Seite in den Fußnoten die österreichischen Wörter, Speisen etc. genau und hinreichend erklärt werden. Dabei habe sogar ich noch einiges gelernt, denn die Speisen zu dieser Zeit, die in den hochherrschaftlichen Haushalten tagtäglich kreiert wurden, unterscheiden sich doch sehr von der modernen österreichischen Küche. Die Sprache - insbesondere der Wiener Dialekt - hat sich zumindest für meine Generation in den letzten 110 Jahren noch nicht wesentlich geändert. Auf jeden Fall kann auch der Leser aus Deutschland durch die guten Erklärungen sehr leicht der Geschichte folgen.

    Das restliche „Personal“ abseits des Herrn Inspectors wurde in diesem Krimi derart liebevoll konzipiert, dass es die reine Freude ist. Spannend war für mich die Figur des Pospischil, der Assistent von Nechyba, der das krasse Gegenteil des vor Kraft strotzenden etwas fülligen Polizeikommissars darstellt. Rachitisch, mit teigiger Gesichtsfarbe, duckmäuserisch nach oben und nach unten tretend bzw. zu Gewaltausbrüchen gegen Verdächtige neigend, poliert er einerseits im Polizeidienst sein Ego auf und versucht andererseits durch Anbiederung an Vorgesetzte und höhergestellte Persönlichkeiten seine Karriere nicht zu verderben.

    Auch die Köchin Aurelia, in die sich Nechyba ein bisschen verliebt hat, ist sehr gut gezeichnet. Zudem bereitet sie tagtäglich für die Familie des Herrn Hofrat ein köstliches Essen zu, das derart detailliert beschrieben wird, dass dem Leser das Wasser im Mund zusammenläuft. Ich empfehle, das Buch keinesfalls hungrig zu lesen, denn die Koch- und Essorgien sind mit leerem Magen kaum zu ertragen.

    Zudem existieren auch noch die typischen reichen nutzlosen Lebemann-Charaktere im Stile des Joseph Roth, wie zum Beispiel der spielsüchtige Baron, der in der ganzen Stadt Schulden gemacht hat, der wegen seiner Ehre schon überlegt, sich zu entleiben und dann dennoch zu seiner Mutter betteln geht, damit diese seine Ehrenschuld begleicht.

    Einer der größten Pluspunkte des Krimis ist der Umstand, dass auch historische Persönlichkeiten konsistent in die Handlung eingebaut auftreten. Da gibt es zum Beispiel einen köstlichen Dialog zwischen Gustav Klimt  himself und Baron Schönthal-Schrattenbach, in dem sich der Künstler aufpudelt (aufregt), dass die feinen Leut immer über seine Bilder reden wollen, anstatt die Augen aufzumachen und sie einfach anzuschauen. Auch Otto Weininger und ein paar andere Persönlichkeiten werden glaubwürdig mit ihrer Biografie in den Plot integriert.

    So könnte ich ewig weiter die Figurenentwicklung loben, aber ich möchte nun nicht mehr weiterspoilern, auf jeden Fall wird dem Leser ein genaues Bild der Bevölkerung sowohl aus der Unterschicht als auch von den oberen Zehntausend und auch von vielen irgendwo dazwischen, wie dem angestellten Hauspersonal, gegeben.

    Sprachlich ist der Krimi wundervoll und der etwas bodenständigere derbe Wiener-Schmäh (Humor) blitzt auch aus allen Kapiteln reichlich hervor. Ich habe mich köstlichst amüsiert. Die Szene mit dem Hund Seppi oder die Beschreibung des Katers (im Sinne von Hangover) vom Redakteur Goldblatt inklusive der morgendlichen Körperfunktionen, die in einem solchen Zustand zu tragen kommen, haben mich vor Lachen fast vom Sessel gerissen.

    „Eine Frauenstimme keifte: „Seppi! Hierher! Sapperlot! Seppi, du Rabenvieh, wirst herkommen? Seppi, hier! Wenn du jetzt nicht sofort parierst, kommst du ins Gulasch!“
    Diese Drohung machte Eindruck, denn knurrend und fletschend trollte sich der Seppi zurück in den Hof, aus dem er wie ein Deus ex Machina hervorgeschossen war.
    Nechyba versuchte, sich den Geschmack eines Hundegulaschs vorzustellen. Dabei kam ihm der pelzig ranzige Geruch, der den meisten Hunden im Sommer eigen ist, in den Sinn. Ob sich diese Ausdünstungen mit dem würzig-süßen Paprika-Zwiebel-Aroma eines ordentlichen Gulaschs vertragen würden? Ein Gedanke, bei dem der Inspector erschauerte.


    Bei all der wundervollen Übererfüllung von erzähltechnischen Anforderungen ist der Kriminalfall letztendlich zwar ordentlich ausgeführt, aber dient irgendwie nur als Nebenhandlung zur Beschreibung des historischen Wiens. Das fand ich dann schon ein bisschen schade, denn für mich war der Täter recht schnell erkennbar.

    Fazit: Ich serviere Euch ein echtes Wiener-Schmankerl mit wärmster Leseempfehlung von mir – ein wundervolles Sittenbild von Wien um die Jahrhundertwende quer durch alle Schichten inklusive kulinarischer Reise und mit ein bisschen Mord und Totschlag garniert.

     
    *Kren: = Meerrettich
  16. Cover des Buches Allmen und die Libellen (ISBN: 9783257241778)
    Martin Suter

    Allmen und die Libellen

     (253)
    Aktuelle Rezension von: Tilman_Schneider

    Allmen ist eine Lebemann, ein Genießer und leider im Umgang mit Geld nicht so versiert wie im Umgang mit dem schönen Leben. Gläubiger sitzen ihm im Nacken und da sein Vorrat an kostbaren Gegenständen irgendwann aufgebracht war, hat er angefangen kleine Gegenstände zu entwenden. So klein diese sind, so kostbar ist ihr Wert und Allmen hat einen Händler, der ohne Fragen zahlt. So kann er sich seinen Diener Carlos weiterhin leisten und das gute Essen in teuren Restaurants. Als ihm ein Gläubiger zu sehr auf die Pelle rückt, greift er bei einem Besuch einer reichen Tochter im Haus der Eltern zu. Allmen stolpert in einen Fall, der ihm entweder das Genick brechen wird oder ihm ein neues und viel größeres Betätigungsfeld eröffnen wird. Sein Diener Calros hat da auch so eine Idee... Martin Suter ist einfach ein großer Erzähler. Viele Kritiker werden wahrscheinlich die Tiefe vermissen, den literarischen Anspruch und die knapp 200 Seiten für zu wenig ansehen. Es ist aber alles perfekt. Martin Suter schreibt gewohnt virtuos, lässt keine Genüsse aus und beschreibt detailreich und mit viel Schwung, feinem Humor und er schafft zwei sympathische Typen, die man schon beim zuschlagen vermisst. Da kann man nur froh sein, dass sie bald wieder kommen.

  17. Cover des Buches Koloman Moser (ISBN: 9783854981237)
    Maria Rennhofer

    Koloman Moser

     (1)
    Aktuelle Rezension von: Bellis-Perennis

    Koloman Moser wird gerne von seinen Zeitgenossen und Künstlerkollegen als „Tausendkünstler“ (© Hermann Bahr) bezeichnet.

     

    Wer ist er nun, der Universalkünstler, der als Handwerker, Maler, Designer, Architekt, Grafiker und Gelehrter in die Geschichte einging?

     

    Geboren 1868 als Sohn des Hausverwalters Josef Moser am renommierten Nobelgymnasium Theresianum und seiner Gemahlin Therese in Wien, lernt er bald in den schuleigenen Werkstätten verschiedene Handwerke kennen. Nach Willen des Vaters, soll er einen kaufmännischen Beruf ergreifen. Doch Koloman besucht die Gewerbeschule und nimmt heimlich Zeichenunterricht. Dass die Eltern die Entscheidung ihres Sohnes akzeptieren ist sowohl für den jungen Mann, als auch für die Nachwelt von großer Bedeutung.

     

    Er studiert an der Kunstakademie und begegnet 1895 Gustav Klimt. Mit ihm und anderen Künstlern gründet er u.a. die Secession. Damit scheint der Weg vorgezeichnet. Er schreibt und illustriert die Zeitschrift „Ver Sacrum“.

    Ab 1899 (bis zu seinem Tod 1918) ist er Professor an der Kunstgewerbefachschule.

     

    Sein Talent Möbel und Gebrauchsgegenstände zu designen führt 1903 zur Gründung der „Wiener Werkstätten“. Gemeinsam mit Josef Hoffmann versucht er entwerfende Kunst und ausführendes Handwerk unter einen Hut zu bringen. Der Perfektionismus, der den Künstler anhängt, lässt die Handwerker verzweifeln und ist letztlich einer der Gründe, warum die „Wiener Werkstätten“ mehrmals am Rand des Konkurses stehen. Die Vereinigung wird 1932 aufgelöst werden.

     

    Die Möbel, Raumausstattungen, Alltagsgegenstände und Entwürfe für Möbelstoffe, die während diese Zeit entstehen sind natürlich nichts für den einfachen Haushalt. Der größte Teil dieser Gegenstände wird vom reichen, häufig jüdischen Großbürgertum in Auftrag gegeben. So zählen Berta Zuckerkandl und ihre Freunde zu den Kunden der „Wiener Werkstätte“.

     

    1905 heiratet Kolo Moser Editha Mautner von Markhof, die Tochter des reichen Brauereibesitzers und Essigfabrikanten. Mit dieser Heirat öffnen sich für ihn weitere Türen zur reichen Wiener Gesellschaft. Eine Türe geht zu: Weil er wegen Editha vom katholischen Glauben zum evangelischen konvertiert, werden seine Entwürfe zur Ausstattung von Otto Wagners Kirche am Steinhof von der katholischen Kirche abgelehnt. Es folgt der Abbruch der Arbeiten und in weiterer Folge der Austritt aus den „Wiener Werkstätten“.

     

    Nun widmet sich der Künstler wieder der Malerei. Außerdem entwirft eine Briefmarkenserie zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef. Auch Entwürfe für neue Banknoten und Theaterausstattungen fallen in diese Zeit.

     

    Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs entwirft er noch Kriegsmarken.

     

    Im Jahre 1916 bricht bei Kolo Moser Kehlkopfkrebs aus, dem er am 18.10.1918 erliegt.

     

    Meine Meinung:

     

    Ein durch und durch gelungenes Buch, das im Format DIN A4 im Verlag Christian Brandstätter erschienen ist. Es enthält 375 teils farbige Abbildungen, die einen Querschnitt von Kolo Mosers Werk zeigen. Selbst das Vorsatzblatt ist ein Entwurf des Künstlers. Besonders gut haben mir die Schmuckstücke, die er entworfen hat, gefallen.

     

    In acht Kapiteln, die nicht immer chronologisch geordnet sind, sondern den entsprechenden Etappen des Kunstschaffens untergeordnet sind, bringt uns Autorin Maria Rennhofer diesen vielseitigen Künstler näher. Diese acht Kapitel sind:

     

    1. Einführung

    2. Jugend und Ausbildung

    3. Die Wiener Secession

    4. Die Wiener Werkstätte

    5. Die Kunstgewerbeschule

    6. Der Tausendkünstler

    7. Die Malerei

    8. Später Nachruhm

     

    Daher muss man ein bisschen beim Lesen achtgeben oder sich vorab schon mit Kolo Moser beschäftigen. Der Vorname Koloman ist der ungarischen Herkunft seiner Mutter geschuldet. Das „man“ legt er bald ab und firmiert als „Kolo Moser“.

     

    Kolo Moser ist ein Kind seiner Zeit, ein Kind des Fin de Siècle. Wie viele seiner Zeitgenossen, ist er nicht nur in einer Kunstrichtung etwa der Malerei oder dem Design verpflichtet, nein er versucht sich in vielen Künsten. Seine Vielseitigkeit hat natürlich zur Folge, dass in den einzelnen Sparten andere besser sind oder einfach nur bekannter. Bei vielen Entwürfen für die „Wiener Werkstätte“ ist nicht ganz klar, ob sie von ihm oder von Josef Hoffmann sind.

     

    Doch Moser kümmern Äußerlichkeiten wie Ruhm und Ehre nicht sehr. Viel wichtiger ist ihm, seine Ideen zu verwirklichen. Sein Netzwerk ist weit verzweigt und die Heirat mit Editha Mautner von Markhof hat sicherlich nicht geschadet, Geldgeber bzw. Käufer für seine Werke zu finden. 


    Er ist einer der ersten, der Brand Identity einführt, der eine Firma durchstylt: Vom Logo über Briefpapier und Ausstellungsräumen - alles trägt eine, seine Handschrift.

     

    Kolo Moser zählt zu den großen Künstlern des Jugendstils. Er scheut sich nicht, ihm Teamwork mit anderen großen Zeitgenossen wie Otto Wagner oder Gustav Klimt zu arbeiten.

     

    Mit Otto Wagner und Gustav Klimt hat er übrigens das Todesjahr gemeinsam.

     

    Fazit:

     

    Eine informative Biografie, die mit einem schönen Querschnitt des Werkes von Kolo Moser hinterlegt ist. Gerne gebe ich dafür 5 Sterne.

     

     

  18. Cover des Buches Mord und Brand (ISBN: 9783839212172)
    Gerhard Loibelsberger

    Mord und Brand

     (15)
    Aktuelle Rezension von: ChiefC

    Ein echter Wiener geht nicht unter, und das gilt natürlich auch für Inspektor Nechyba, selbst wenn es im mittlerweile dritten Krimi viel brutaler als in den beiden Vorgängerbänden zugeht. Das liegt aber nicht nur am Genre, in dem es manchmal gilt, immer noch eine Schippe drauf zu packen, damit der geneigte Leser bei der Stange bleibt. Doch Loibelsberger, dessen ganz große Stärke die Milieuschilderung ist, illustriert mit der Gewalt auch die zunehmende Verschärfung der sozialen und politischen Situation Wiens in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg. Der erste Band, „Die Naschmarkt-Morde“, spielt 1903, der zweite, „Reigen des Todes“, 1908, der dritte, „Mord und Brand“, 1911 und der vierte, der im August 2013 herauskommt, 1914.

    Wer bis zum Schluss rätseln will, wer der Mörder ist, muss andere Krimis lesen. Wer verwickelte Plots mit atemberaubenden Wendungen mag, muss andere Krimis lesen. Wer tiefenpsychologisch fein ausgefeilte Charaktere sucht, muss andere Krimis lesen.

    Aber wer sich für das Wien in der Endphase der Donaumonarchie interessiert, für die Umbrüche jener Zeit in Kunst (Stichwort: Sezession) und Politik, für die k.u.k-Küche, für den Wiener Slang, der muss Loiblsberger lesen. Es gelingt ihm, allein mit Worten eine versunkene Welt wiederauferstehen zu lassen inklusive dem, woran’s bei vielen Autoren hapert: lebenspralle, absolut authentisch wirkende Dialoge. Darin ist Loibelsberger den meisten seiner Krimi-Kollegen haushoch überlegen – der Mehrzahl jener, deren Bücher sonst so im Gmeiner-Verlag erscheinen, sowieso.

    Der Leser wird Wien beim nächsten Besuch auch ein bisschen mit Nechybas Augen sehen. Unterstützung kann er dabei auch im passenden Reiseführer von Loibelsberger finden: „Nechybas Wien“.
  19. Cover des Buches Geschichte der Malerei (ISBN: 9783848004256)
    Anna-Carola Krauße

    Geschichte der Malerei

     (17)
    Noch keine Rezension vorhanden
  20. Cover des Buches Das Gartenzimmer (ISBN: 9783832166038)
    Andreas Schäfer

    Das Gartenzimmer

     (36)
    Aktuelle Rezension von: Starbks

    "Das Gartenzimmer" von Andreas Schäfer ist mir erst einmal wegen des schönen Covers und Titels aufgefallen. Auch der Inhalt ist für mich sehr reizvoll, da ich gern auch Geschichtliches über die ersten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts und besonders die Nazizeit lese. Das Thema 'Architektur' dagegen liegt mir eher etwas fern und hatte hier nicht Priorität beim Lesen des Romanes.


    Hier ist endlich wieder einmal einer jener wertvollen Romane entstanden, die mit Stil und gewählter Sprache aufwarten können. Bei den vielen Publikationen mittlerweile muss man die wertvollen Romane wirklich suchen. Besonders das erste Fünftel des Romanes hat mich sehr für sich eingenommen, danach bleibt es aber weiterhin zu lesen, und vor allem die NS-Zeit hat mich auch noch einmal sehr gefesselt. 


    Andreas Schäfer hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der nicht in der Masse 'mitschwimmt'. Er klingt für mich nicht wie ein Roman, der erst 2020 geschrieben oder erschienen ist. Hier kann ich völlig eintauchen, weil dies noch echte Literatur ist. 

  21. Cover des Buches Reigen des Todes (ISBN: 9783839210680)
    Gerhard Loibelsberger

    Reigen des Todes

     (12)
    Aktuelle Rezension von: tedesca
    Auch in der Fortsetzung zu "Die Naschmarkt-Morde" zeichnet Gerhard Loibelsberger wieder ein lebendiges Bild von Wien im Jahr 1908. Das 60. Thronjubiläum von Kaiser Franz Josef I soll groß gefeiert werden, und Joseph Maria Nechyba erhält die ehrenvollge Aufgabe, den Monarchen höchstpersönlich zu bewachen. Dies nur am Rande, denn eigentlich soll Nechyba das Verschwinden des Oberstleutnant Vestenbrugg klären, in dem eine gewisse Steffi Moravec eine Rolle zu spielen scheint, aber die junge Dame mit zweifelhaftem Ruf entwischt ihm immer wieder in letzter Sekunde. Einmal gewährt ihr sogar ein gewisser Herr Kokoschka Unterschlupf! Abgesehen von den herrlichen Beschreibungen der Stadt und ihrer Wirtshäuser, Cafés und Menschen, fand ich den Exkurs in die Herstellung sogenannter "Films" für Männer besonders amüsant. Skandalös! Nackte Frauen auf der Filmleinwand, so etwas kann natürlich nur aus Paris kommen! Aber das Buch hat auch seine berührenden Seiten. Das Leben der unglaublich vielen Obdachlosen (damals hießen die nicht Sandler, sondern Griasler, das war mir auch neu), die sich, wie heute, an zentraler Stelle ihr Essen abholen können - viel hat sich für sie wohl nicht gändert in diesen gut 100 Jahren. Das Schicksal einer jungen Frau, die aus ärmlichsten Verhältnissen kommt und alles versucht, um diesen zu entrinnen - beides wird mit viel Einfühlungsvermögen beschrieben, macht einen fast ein bisschen traurig. Alles in allem ein Krimi auf gutem sprachlichen Niveau mit großem Unterhaltungswert, Teil 3 (der bisher letzte) der Serie befindet sich bereits auf der Wunschliste und sicher demnächst auf meinem stetig wachsenden SuB.
  22. Cover des Buches KLIMT - erzählt für Kinder (ISBN: 9783950444698)
    Nora Rath-Hodann

    KLIMT - erzählt für Kinder

     (17)
    Aktuelle Rezension von: EmiliAna
    Wer die Reihe "Julie geht ins Museum" schon kennt, begegnet ihm nun wieder, dem neugierigen und lebhaften kleinen Mädchen, das in vorliegendem Büchlein mit Hilfe und unter der dozentenhaften Anleitung ihrer Mutter den österreichischen Jugendstilmaler Gustav Klimt kennenlernt.
    Für andere Leser mag "Klimt" eine erste Begegnung mit Julie und ihrer Mutter sein - aber trotz des oft sehr altklug daherkommenden Mädchens sicherlich nicht die letzte!

    Die liebevoll geschriebene und gestaltete kleine Biographie des großen Wiener Malers, dessen Bilder heutzutage auf dem Kunstmarkt Rekordpreise erzielen und nach dem im Jahre 2007 sogar der Asteroid "Klimt" benannt wurde, dessen Leben inzwischen vielfach verfilmt wurde und der zu den international wohl bekanntesten Malern und nicht nur des Jugendstils gehört, beschreibt sowohl in verständlichen Schritten sein Leben als auch seine berühmtesten Bilder und zum Teil auch deren Entstehungsgeschichte.
    All das ist durchaus kindgerecht gemacht, aber auch für in Kunstdingen nicht allzu bewanderte Erwachsene kann es interessant sein, einen ersten Einblick in Kunst und Leben des 1862 geborenen und 1918 gestorbenen Malers, der darüberhinaus auch über ein außergewöhnliches Zeichentalent verfügte, zu erhalten. Und dies durch Julies Augen, deren offener und unverstellter Blick, wie er wohl nur Kindern eigen ist, einen ganz anderen  und recht interessanten Blickwinkel eröffnet. Wobei ich sie schon gelegentlich ein wenig nervig fand und die Mutter obendrein, speziell dann, wenn beide ein Thema - Kunst - auf eine Weise diskutierten, wie man sie eher zwischen Erwachsenen findet als zwischen Eltern und Kindern.
    So staunt Julie, stets brennend interessiert und nie gelangweilt, immer wieder aufs Neue, als sie nicht nur die Bilder des Malers betrachtet, sondern dabei auch Wissenswertes, Erstaunliches und gelegentlich auch für sie Unverständliches über sein Leben, seine Zeit und die Menschen, die seinen Weg begleiteten, erfährt.
    Als Julie dann endlich, endlich im Museum als Höhepunkt der mütterlichen Erklärungen, an kleine Vorlesungen erinnernd, Klimts wohl bekanntestes Werk "Der Kuss" sehen darf, ist ihr Glück vollkommen - und der Leser staunt über dieses ungewöhnliche Mädchen....

    Im Anhang des Büchleins finden sich im übrigen neben einer Zeittafel mit den wichtigsten Daten zu Klimts Leben die Abbildungen aller Werke, die im Laufe der Erzählung Erwähnung finden.
    Somit bleiben keine Wünsche offen, weder für Julie nebst Mutter noch für den Leser, ob er denn jung oder alt ist. Und - so mancher mag jetzt selber neugierig geworden sein und noch mehr wissen wollen über den Maler, der die Frauen liebte und von ihnen ihrerseits glühend verehrt wurde, was allerdings kein Thema in dem kleinen Büchlein ist - klugerweise, denn es hätte auch die vorwitzige, oberschlaue Julie überfordert -  und der einer der umstrittensten, aber auch beliebtesten Künstlern seiner Zeit war. Und da hat Klein-Julie recht - seine "goldenen" Werke in Natura und in aller Lebensgröße zu bewundern lohnt sich allemal...
  23. Cover des Buches Gaudi (ISBN: 9783822840740)
    Rainer Zerbst

    Gaudi

     (3)
    Aktuelle Rezension von: Aischa
    Als bekennender Gaudi-Fan kenne ich zahlreiche Veröffentlichungen über den genialen Architekten aus Barcelona. Aber dieser Bildband zählt eindeutig zu meinen Lieblingsbüchern über ihn.
    Einen großen Anteil daran haben die wirklich erstklassigen Fotos seiner Bauwerke. Fotograf Francois Rene Roland hat ein Gespür für ungewöhnliche Blickwinkel und faszinierende Details. Ich kann stundenlang in dem Buch blättern und entdecke immer wieder Neues.
    Im ersten Kapitel führt Autor Rainer Zerbst durch Gaudis Leben.  Anhand zahlreicher zeitgenössischer Fotografien und Abbildungen seiner Planentwürfe erhält man einen anschaulichen Eineruck von Gaudis  Leben und Wirken.
    Im Hauptteil werden zwölf große Bauten in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung vorgestellt, von der Casa Vincens bis zur weltberühmten Sagrada Familia. Infos zu Auftraggebern fehlen dabei genauso wenig wie Grundrisse oder Rezeption der Bevölkerung.
    Sechs weitere, nicht ganz so bekannte Bauwerke, wie etwa die Finca Miralles oder ein nicht realisiertes Hotel in New York, werden etwas knapper, aber dennoch interessant vorgestellt.
    Den Schluss bilden ein tabellarischer Lebenslauf Gaudis und die Entstehungsgeschichte der Sagrada Familia. Besonders praktisch für einen geplanten Besuch vor Ort ist ein Stadtplan Barcelonas, in dem die beschriebenen Bauwerke verzeichnet sind.
    Das Buch ist hochwertig gestaltet, Druckqualität und das große Format lassen es mich immer wieder gerne zur Hand nehmen.

  24. Cover des Buches Vienna Blood (Liebermann Papers 2) (ISBN: B0031RS7AE)
    Frank Tallis

    Vienna Blood (Liebermann Papers 2)

     (2)
    Aktuelle Rezension von: anell
    Warnung! Rezi mit Superlativen und vielen vielen vielen Adjektiven im Anmarsch!

    Die Liebermann Papers von Frank Tallis sind für mich etwas ganz besonderes. Ich lese viele Histos und ich liebe männliche Protagonisten. Normalerweise endet diese Kombination immer auf Schlachtfeldern des Mittelalters oder in der Gosse. Schmutz. Blut. Gewalt.

    Frank Tallis Bücher bilden einen wunderbaren Konterpunkt und ich kann es glaub ich nur schwer in Worte fassen, was mir diese Bücher geben.

    Inhalt:

    Vienna Blood ist der zweite Teil der Liebermann Papers (Bd. 1 Mortal Mischief hatte ich vor ein paar Jahren gelesen und drei weitere Bände warten noch darauf gelesen zu werden)

    Wien 1902.
    Max Liebermann ist Psychiater, ein guter Vertrauter von Doktor Freud (ja DER Doktor Freud) und er hilft seinem Freund Inspektor Reinhardt des Öfteren dabei skurile Mordfälle aufzuklären.

    In Vienna Blood geht es um eine Mordserie die Wien im Winter 1902 heimsucht. Es geht um Mozart, Wagner, den aufkeimenden Nazionalsozialismus, Geheimlogen und das Militär. Frank Tallis mixt das alles zu einem wundervollen, dichten, gebündelten, intelligenten Plot, der zwar die Straßen Wiens mit Leichen pflastert, auf der anderen Seite eher auf die klassische Deduktion, als auf große Actionszenen setzt.

    Charaktere:

    Das Buch lebt durch seine Charaktere.
    Frank Tallis schafft es irgendwie (und glaubt mir, ich hab keine Ahnung wie zum Teufel er das macht) dass seine Figuren so unfassbar echt, lebensnah und detailiert ausfallen, dass ich einfach nicht genug davon bekommen kann.

    Max Liebermann ist toll. Er ist so ein introvertierter, intelligenter, (heißer), guterzogener Typ, das ich aus dem Fangirlen gar nicht mehr heraus komme.
    Max ist so sophisticated und der Kampf den er in diesem Band gegen sich selbst austrägt ist so unfassbar amüsant, dass ich praktisch in das Buch reinkolabiert bin. (Es geht ziemlich viel um Sex. Obwohl er sich hier an den alten Vorsatz: Immer Sex meinen, aber nie Sex sagen. Hält)

    Ihm gegenüber steht sein Freund Inspektor Reinhardt, der eher ein bodenständiger Typ ist, der etwas mehr mit beiden Beinen im "richtigen Leben" steht.

    Ich sag immer, die sind wie die Wiener Ausgabe von Holmes und Watson. Und wenn die zwei sich Mal wieder zu ihren "Singabenden" (ja, die haben Singabende!) treffen, dann ist das Bromance vom Feinsten.

    Was das Buch für mich so besonders macht:

    Frank Tallis ist einfach ein wundervoller Erzähler.

    Wenn ich bedenkte, dass ein Großteil seiner Geschichte durch abstrakte Dinge getragen wird (Essen; Kunst; Musik; Literatur; Philosophie) und ich mich trotzdem keine Sekunde langweile, obwohl die Protagonisten zum 20sten Mal in einem Café sitzen und österreichische Spezialitäten am Fließband verputzen, dann weiß ich, der Autor hat alles richtig gemacht.

    Frank Tallis bringt uns Wien. Das ganze Wien. Die Hofburg und den Slum. Jedes Café, jede Villa, jeden Club, jede Sehenswürdigkeit, ohne zu werten, ohne es zu über- oder untertreiben. Wir sind einfach da.

    Das beste an dem Buch sind und bleiben die Charaktere, allen voran Max. Ich hab so mitgelitten, bei seinem inneren Kampf. Soll er seine Verlobte Clara heiraten, obwohl er keine tiefen Gefühle für sie hegt, oder soll er seinem unterbewussten Sehnsüchten nachgeben, und sich Miss Lydgate zuwenden, die praktisch seine andere Hälfte ist. Drama deluxe.

    Fazit:

    Frank Tallis hat mit Vienna Blood einen historischen Krimi von großer Intelligenz geschrieben, der durch seine Figuren getragen wird.

    Wer Mozarts Zauberflöte, klassische Musik, Kuchen, Sherlock Holmes und Wien mag, der kann hier nichts, aber auch gar nichts falsch machen.

    Wer die Bücher lieber auf Deutsch lesen möchte: Wiener Blut gibt es auch auf Deutsch vom BTB Verlag, ich würde aber raten mit "Die Liebermann Papiere" zu starten. Die Fälle sind zwar abgeschlossen, aber um die Charaktere richtig genießen zu können, sollte man von Anfang an dabei sein.



Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks